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Your search for 'dc_creator:( "Walther, Gerrit" ) OR dc_contributor:( "Walther, Gerrit" )' returned 149 results. Modify search

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Latinistik

(1,021 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Überblick Latein war in der Nz. eine in der Diplomatie, in der Wissenschaft und im Bildungs-Wesen aktiv gebrauchte und somit lebende Sprache. Dies förderte seine gelehrte Erforschung allerdings nur bedingt. Vor dem 19. Jh. nämlich studierte man es weniger um seiner selbst willen als in gegenwartspraktischer Absicht: um es besser schreiben und sprechen zu können, um den (nach wie vor verbindlichen) klassischen Kanon der antiken Literatur zu kennen, das (ebenso gültige) Röm. Recht zu verstehen und an der Größe des antiken Rom teilzuhaben (Antikerezeption). Anders als etwa dem…
Date: 2019-11-19

Siegel

(1,458 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und BedeutungEin S. (von lat. sigillum, Verkleinerungsform von signum, »Zeichen«; vgl. ital. sigillo, span. sello, franz. cachet bzw. sceau, engl. seal) ist ein Bild, das spiegelverkehrt in einen (oft selbst als S. bezeichneten) Stempel aus Metall, Stein, Holz oder Horn (Typar oder Petschaft) eingraviert und mit diesem auf weiches, aber rasch erhärtendes Material (meist Wachs, seit etwa 1560 eher Lack) oder eine Oblate aus Papier aufgedrückt wird. Es dient dazu, Rechtsakte von Herrschern, Regierungen, Korpora…
Date: 2019-11-19

Kritik

(2,306 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Bedeutung und BegriffsgeschichteAls die Kunst, »einen vorgegebenen Sachverhalt auf seine Echtheit oder Wahrheit, seine Richtigkeit oder Schönheit hin zu befragen, um aus der gewonnenen Erkenntnis heraus ein Urteil zu fällen« [11. 86], entwickelte sich K. im Laufe der Nz. zur bevorzugten intellektuellen Diskursform der europ. Elite. Seit der Aufklärung war sie die wichtigste kulturelle Praktik der westl. Zivilisation, die zentrale Methode moderner Wissenschaft und ein entscheidender Antrieb zu Säkularisierung und politisch-sozialer Emanzipation.Wie das bis 1700 sy…
Date: 2019-11-19

Epigraphik

(988 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und FunktionDer Begriff E. (von griech. epigraph椃; »Inschrift«) kam im Deutschen erst im 18. Jh. auf, im Französischen sogar erst 1838. Gleichwohl gehört das Aufzeichnen, Sammeln und Klassifizieren antiker Inschriften (= I.) auf Stein und Metall zu den ältesten, verbreitetsten und angesehensten Formen nzl. Altertumskunde und Archäologie. Die Gründe variierten. Wenn F. A. Wolf 1807 erklärte, dass die E. »nicht durch die Formen von Seiten der Schönheit wichtig [sei], sondern durch die grammatischen, lexikalischen, geographischen, histori…
Date: 2019-11-19

Neuhumanismus

(1,220 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Phänomen und BegriffDer 1885 von Friedrich Paulsen geprägte Begriff N. [11. 191–195] bezeichnet eine Bildungs-Bewegung, die sich seit den 1770er Jahren von Deutschland aus gegen die utilitarischen Ausbildungskonzepte der Aufklärung formierte und – in Abgrenzung zur lat. dominierten Bildung der westl. wie östl. Nachbarländer – die griech. Antike zum Vorbild wahrer, guter und schöner »Humanität« erhob (Antikerezeption). In der ersten Hälfte des 19. Jh.s gewann der N. als maßgebliche Form schulischer wie universitärer Pädagogik internationales Prestige. Als geistesge…
Date: 2019-11-19

Bildung

(6,609 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. BegriffFür jenen Formationsprozess, in dessen Verlauf das Individuum durch Erziehung und eigene Anstrengungen zu einer Persönlichkeit werden soll, die den Normen der ihn bestimmenden Gesellschaft möglichst gut entspricht, stand in den europ. Kultursprachen der Frühen Nz. ein breites Wortfeld zur Verfügung. Dabei dominierten von Anfang an die nationalsprachlichen Ableitungen der lat. Begriffe educatio (»Erziehung«, »Erzogen-Sein«), eruditio (»Belesenheit«) und scientia (»Wissen«). Einen didaktischen Klang besaß das engl.-franz. formation – ein Zusammenwirken …
Date: 2019-11-19

Sprezzatura

(810 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. BegriffDer nzl. Begriff S. (von ital. sprezzare, »vernachlässigen«, »verachten« bzw. von spätlat. expretiare, »entwerten«) umfasste ein Bedeutungsfeld, das von Lässigkeit und Nonchalance über Eleganz bis zu Understatement und Verstellung reichte, und bezeichnete damit das wichtigste Verhaltensideal der höfischen Gesellschaft in Renaissance und Barock. Im Gegensatz zu seinen Stammworten war S. durchwegs positiv konnotiert [5]; [9].Als ein »neues Wort« ( una nova parola) wurde S. um 1520 von Baldassare Castiglione im 26. Kapitel seines Libro del Cortegiano (gedr. 1528)…
Date: 2019-11-19

Anglophilie

(921 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und PhänomenDer um 1750 aufkommende Begriff – sowie dessen Steigerung Anglomanie – bezeichnet aus kritischer Distanz die »(undifferenzierte) Vorliebe für England, die Engländer und alles Englische« [7. 18], die bei den kontinentalen Eliten nach 1713 merkbar und seit den 1730er Jahren zu einer allgemeinen Mode wurde. Die Bewunderung für engl. Politik, Wirtschaft, Philosophie, Wissenschaft, Kultur und Lebensstil führte zu Nachahmungen auf allen Gebieten und bedingte so einen der folgenreichsten Kulturtransfers der europ. Geschichte.Die A. war eine Begleiters…
Date: 2019-11-19

Gemmenkunde

(953 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Antike Gemmen (von lat. gemma, »Edelstein«) sind kleine, in Halbedelsteine (meist Chalcedon, Karneol, Achat, Onyx oder Hämatit), Bergkristall oder auch Glas eingravierte Reliefs, die Porträts, mythologische Gestalten und Szenen, oft auch Inschriften bzw. magische Zeichen (Charakter) darstellen. Weil sie oft das gnostische Fabelwesen eines gerüsteten Hahns zeigen, den sog. Abrasax (Abraxas), wurden sie in der Nz. bisweilen »Abraxen« genannt. Bes. große und prächtige Gemmen heißen »Kameen« (ital. cameo; franz. camée als Ableitungen von gemma). Da Gemmen als Si…
Date: 2019-11-19

Humanität

(831 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Humanistische WurzelnDer im 15. Jh. von Cicero übernommene lat. Begriff humanitas (»Menschheit«, »Menschlichkeit«, »Sphäre des Menschlichen«) bürgerte sich mit dem Siegeszug des Humanismus in den europ. Sprachen ein und blieb dort präsent (franz. humanité; engl. humanity; ital. umanità; span. humanidad) – meist im Kontext jener rhetorisch-lit. Bildung, die der humanistische Terminus studia humanitatis (»Studien der menschlichen Sphäre«) umriss. So nannte man in Frankreich seit dem 16. Jh. die Anfangsklassen humanités; im engl. Sprachraum figurierten die Geist…
Date: 2019-11-19

Mythologie

(1,859 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und PhänomenDer in alle europ. Sprachen übernommene griech. Begriff Mythos deckte schon in der Antike ein Wortfeld ab, das von »Wort« und »Gedanke« über »Nachricht« bis zu »(erfundene, unwahre) Geschichte« reichte. Seit Platon konkretisierte sich seine Bedeutung zu »Götter- und Heroengeschichte« [13. 181]. Entsprechend verstand man unter M. in der Nz. fast durchweg das Wissen um die griech.-röm. Götterwelt (Antike Religionen), wie man sie bei Dichtern wie Homer und Hesiod, den griech. Tragikern, bei Vergil oder Ovid dargestellt, bei Varro beschrieben und in Skulpt…
Date: 2019-11-19

Textkritik

(1,914 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Als eine Teildisziplin der Philologie bzw. der Altertumswissenschaft sowie der Bibelkritik und Exegese ist T. die Summe aller Methoden und Techniken, um überlieferte Texte in ihrer (möglichst) originalen Form wiederherzustellen. Dabei wirkt sie integral mit der Hermeneutik zusammen. Zugrunde liegt ihr die histor. Erkenntnis des Humanismus, dass Texte im Laufe ihrer Überlieferung absichtsvoll oder unwillkürlich verändert werden. T. will diese späteren Zusätze und Veränderungen rückgängig machen. Sie ist insofern an sich schon eine Kritik an der Tradition.Gerrit …
Date: 2020-11-18

Temperament

(893 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. ModellDas Modell der vier T. (von lat. temperamentum, »richtige Mischung«) blieb in der Nz. – wie schon in Antike und MA – das gebräuchlichste Schema, den Charakter von Individuen zu beschreiben. Die von Aristoteles und Galen vollendete antike Einteilung in vier Grundtypen – den Sanguiniker, den Melancholiker (Melancholie), den Choleriker und den Phlegmatiker – stellte die Kategorien bereit, als deren je spezifische Kombination das einzelne Subjekt erklärt wurde. Zwar sei, so formulierte Freiherr von Knigge 1788, »mehrentheils in dem Segelwerke jedes Erdensohns ei…
Date: 2019-11-19

Dame

(1,446 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. BegriffDer nach 1650 aus dem franz. dame bzw. dem ital. dama oder donna ins Deutsche übernommene Begriff ist von lat. domina (»Herrin«) abgeleitet. Synonyme für »Herrin« sind auch seine Entsprechungen im Spanischen ( señora) und Englischen ( lady, von angelsächs. hlafdige = »Brotherrin«). Als höfischer Titel wurde er meist in Verbindung mit dem Possessiv »mein«, ma bzw. my, gebraucht ( Madame, Madonna, My Lady bzw. Milady). Beim Schach- und beim Kartenspiel bezeichnet D. die zweitwichtigste Figur oder Karte [1].Gerrit Walther2. TrägerinnenPrinzipiell war der Titel D. der …
Date: 2019-11-19

Charakter

(1,240 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. BegriffZu Beginn der Nz. besaß der griech. Begriff charakt椃r (»Gepräge« bzw. »Prägung«), den erst Kirchenväter wie Augustinus in die lat. Literatursprache eingeführt hatten, einen technisch-abstrakten Sinn. Wie schon bei dem Aristoteles-Schüler Theophrast bezeichnete er gleichermaßen ein unveränderliches Merkmal, Erkennungszeichen oder Symbol und eine vorherrschende moralische Eigenschaft [5]. Die Kombination beider Motive erwies sich als so anregend und fruchtbar, dass »Ch.« bis zum Ende des 18. Jh.s in den europ. Kultursprachen einen ra…
Date: 2019-11-19

Humanismus

(9,746 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. ÜberblickH. bezeichnet die vor der Aufklärung wichtigste und wirkungsmächtigste europ. Bildungs-Bewegung der Nz. Sie entstand im Italien des 14. und 15. Jh.s und verbreitete sich bis zur Mitte des 16. Jh.s im ganzen Abendland. Ihr Ziel war ein ästhetisches: die Wiederherstellung der Literatur, Künste und Wissenschaften des Altertums, vornehmlich der röm. Kultur zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und dem 2. Jh. n. Chr., die den Humanisten als histor. einmaliger Höhepunkt galt. Deren Rekonstruktion werde, so hofften sie, Sprache, Geschmack, Sitte…
Date: 2020-11-18

Witz

(1,818 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. BegriffDer Begriff W. (von mhdt. witze, »Verstand«, »Einsicht«, »Klugheit«; lat. ingenium, ital. ingegno, span. ingenio, engl. wit, franz. esprit) meinte in der Nz. die Kunst, scheinbar disparate Gedanken und Ideen auf eine überraschende Weise zu verknüpfen und in eine Formulierung zu fassen, die den Hörer bzw. Leser durch geistreiche Knappheit verblüffte und spontan überzeugte [1. 874]; [10. 7 f.]. So galt W. als eine Grundbedingung geistiger Produktivität, als ein Kernelement kultivierter Konversation und pragmatischer Klugheit. Daher war er seit dem 17. Jh. eine…
Date: 2019-11-19

Tacitismus

(1,398 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und BeginnDer 1921 geprägte Begriff T. beschreibt einen spezifischen Stil polit.-weltanschaulicher Skepsis, der sich von etwa 1570 bis etwa 1650 an den Werken des röm. Historikers Publius Cornelius Tacitus (= Tc.; um 100 n. Chr.) entzündete. Sein Prinzip und Leitmotiv war die similitudo temporum (»Ähnlichkeit der Zeiten«): In den Intrigen und Machtkämpfen am röm. Kaiserhof, die Tc. als Zeichen fortschreitender polit.-moralischer Dekadenz schilderte, sahen die Zeitgenossen der Religionskriege ihre eigene Gegenwart präfiguriert. …
Date: 2019-11-19

Sittengeschichte

(1,050 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und ModelleAls S. bezeichnete man im späten 18. Jh. und im 19. Jh. jene Gattung der Kulturgeschichte, die besonderes Augenmerk auf die Sitten und den Alltag einer vergangenen Epoche, Kultur, Nation oder Gesellschaft legt. Zwar blieb der (von Kant als Gegensatz zu »Naturgeschichte« gebrauchte) Begriff auf die dt. Sprache beschränkt [3]. Das Konzept einer histor. Darstellung aber, die aus Gebräuchen und Gepflogenheiten auf den zivilisatorischen Stand und den Charakter eines größeren Kollektivs zu schließen sucht, gehörte seit dem Humanismus zum Kernbestand der nzl. Hi…
Date: 2019-11-19

Memoiren

(1,370 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und BedeutungDer vom lat. memoria bzw. franz. mémoire (»Gedächtnis«, »Erinnerung«) abgeleitete, in alle europ. Kultursprachen übernommene Plural-Begriff M. bezeichnete – wie seine lat. Pendants commentarii (»[Gerichts-]Protokoll«) und adversaria (»[Aufzeichnungen über] das vor Augen Liegende«) – einen juristischen, amtlichen oder diplomatischen Schriftsatz, der Vorgeschichte und Problematik eines zu verhandelnden Konflikts beschrieb. Auch Akademien betitelten die Publikationen ihrer Verhandlungen oft mit »M.« In …
Date: 2019-11-19
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