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Your search for 'dc_creator:( "Walther, Gerrit" ) OR dc_contributor:( "Walther, Gerrit" )' returned 134 results. Modify search

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Charakter

(1,240 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. BegriffZu Beginn der Nz. besaß der griech. Begriff charakt椃r (»Gepräge« bzw. »Prägung«), den erst Kirchenväter wie Augustinus in die lat. Literatursprache eingeführt hatten, einen technisch-abstrakten Sinn. Wie schon bei dem Aristoteles-Schüler Theophrast bezeichnete er gleichermaßen ein unveränderliches Merkmal, Erkennungszeichen oder Symbol und eine vorherrschende moralische Eigenschaft [5]. Die Kombination beider Motive erwies sich als so anregend und fruchtbar, dass »Ch.« bis zum Ende des 18. Jh.s in den europ. Kultursprachen einen ra…
Date: 2019-11-19

Humanismus

(9,754 words)

Author(s): Walther, Gerrit
01. ÜberblickH. bezeichnet die vor der Aufklärung wichtigste und wirkungsmächtigste europ. Bildungs-Bewegung der Nz. Sie entstand im Italien des 14. und 15. Jh.s und verbreitete sich bis zur Mitte des 16. Jh.s im ganzen Abendland. Ihr Ziel war ein ästhetisches: die Wiederherstellung der Literatur, Künste und Wissenschaften des Altertums, vornehmlich der röm. Kultur zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und dem 2. Jh. n. Chr., die den Humanisten als histor. einmaliger Höhepunkt galt. Deren Rekonstruktion werde, so hofften sie, Sprache, Geschmack, Sitt…
Date: 2019-11-19

Witz

(1,818 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. BegriffDer Begriff W. (von mhdt. witze, » Verstand«, »Einsicht«, »Klugheit«; lat. ingenium, ital. ingegno, span. ingenio, engl. wit, franz. esprit) meinte in der Nz. die Kunst, scheinbar disparate Gedanken und Ideen auf eine überraschende Weise zu verknüpfen und in eine Formulierung zu fassen, die den Hörer bzw. Leser durch geistreiche Knappheit verblüffte und spontan überzeugte [1. 874]; [10. 7 f.]. So galt W. als eine Grundbedingung geistiger Produktivität, als ein Kernelement kultivierter Konversation und pragmatischer Klugheit. Daher war er seit dem 17. Jh. eine…
Date: 2019-11-19

Tacitismus

(1,398 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und BeginnDer 1921 geprägte Begriff T. beschreibt einen spezifischen Stil polit.-weltanschaulicher Skepsis, der sich von etwa 1570 bis etwa 1650 an den Werken des röm. Historikers Publius Cornelius Tacitus (= Tc.; um 100 n. Chr.) entzündete. Sein Prinzip und Leitmotiv war die similitudo temporum (»Ähnlichkeit der Zeiten«): In den Intrigen und Machtkämpfen am röm. Kaiserhof, die Tc. als Zeichen fortschreitender polit.-moralischer Dekadenz schilderte, sahen die Zeitgenossen der Religionskriege ihre eigene Gegenwart präfiguriert. …
Date: 2019-11-19

Sittengeschichte

(1,050 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und ModelleAls S. bezeichnete man im späten 18. Jh. und im 19. Jh. jene Gattung der Kulturgeschichte, die besonderes Augenmerk auf die Sitten und den Alltag einer vergangenen Epoche, Kultur, Nation oder Gesellschaft legt. Zwar blieb der (von Kant als Gegensatz zu »Naturgeschichte« gebrauchte) Begriff auf die dt. Sprache beschränkt [3]. Das Konzept einer histor. Darstellung aber, die aus Gebräuchen und Gepflogenheiten auf den zivilisatorischen Stand und den Charakter eines größeren Kollektivs zu schließen sucht, gehörte seit dem Humanismus zum Kernbestand der nzl. Hi…
Date: 2019-11-19

Memoiren

(1,370 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und BedeutungDer vom lat. memoria bzw. franz. mémoire ( »Gedächtnis«, »Erinnerung«) abgeleitete, in alle europ. Kultursprachen übernommene Plural-Begriff M. bezeichnete – wie seine lat. Pendants commentarii (»[Gerichts-]Protokoll«) und adversaria (»[Aufzeichnungen über] das vor Augen Liegende«) – einen juristischen, amtlichen oder diplomatischen Schriftsatz, der Vorgeschichte und Problematik eines zu verhandelnden Konflikts beschrieb. Auch Akademien betitelten die Publikationen ihrer Verhandlungen oft mit »M.« In …
Date: 2019-11-19

Held/in

(1,685 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. ÜberblickIn allen Kulturen besitzen H. (griech. hḗrōs, lat. heros, ital. eroe, franz. héros, engl. hero) – mythische Gestalten zwischen Götter- und Menschenwelt – hohe Bedeutung für das Selbstverständnis der sie verehrenden Gruppen, Stände und Nationen. Indem H. deren Wertesystem beispielhaft verkörpern und in ihren Abenteuern siegreich vertreten, machen sie es sichtbar und attraktiv. Indem sie es zu äußerster Konsequenz steigern und dabei die Konflikte offenbaren, in die maßlose Tugend führen kann (Tragödie), korrigieren und modifizieren sie es, stärken es so…
Date: 2019-11-19

Konversation

(1,056 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. BegriffDer im 16. Jh. in die meisten europ. Sprachen übernommene Begriff K. (von lat. conversari, »verkehren«, »Umgang haben«; eigentlich: »gemeinsam umherschweifen«) bezeichnet ein typisches Ritual europ. Gebildeter der Nz.: das informelle Gespräch im kleinen Kreis, dessen wichtigstes Ziel es war, das jeweilige Thema möglichst gut, schön und unterhaltsam zu behandeln. Im Gegensatz zu institutionalisierten Formen der Kommunikation (etwa Verhör-, Lehr- oder Beichtgesprächen, Verhandlungen bei Hof, vor Gericht, in Rats-Gremien, kirchlichen, ständisc…
Date: 2019-11-19

Späthumanismus

(1,865 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Als Bezeichnung einer kulturgeschichtlichen Epoche zwischen Humanismus (= Hum.) und Barock wird S. oft benutzt, aber selten definiert. Nur darin stimmen alle gängigen Verwendungen überein, ihn zugleich als soziales Phänomen und als Ensemble von Bildungsinhalten zu betrachten. In die Literaturwissenschaft eingeführt wurde der (bislang nur in der dt.sprachigen Forschung gebräuchliche) Begriff 1931 von Erich Trunz [12], der S. als »Standeskultur« zumeist protest. Gelehrter im Alten Reich um 1600 beschrieb. Der Historiker Gerhard Oestreich erweiterte und dynam…
Date: 2019-11-19

Tafelkultur

(2,508 words)

Author(s): Walther, Gerrit
01. ÜberblickGemeinsames Speisen besaß und besitzt in allen Kulturen zentrale Bedeutung. Es konstituiert Gemeinschaft und ist unerlässlicher Bestandteil von Festen, Diplomatie und Friedensfeiern, ein Ritual der Zusammengehörigkeit, Verbrüderung und Freundschaft, eine Gelegenheit zu Repräsentation und ostentativem Statuskonsum. Seit dem 15. Jh. jedoch, im Zeichen der Renaissance, änderten sich bei den europ. Eliten Stil und Wahrnehmung solcher Mahlzeiten. Zusehends suchte man sie jetzt gemäß den neuen Regeln des Geschmacks und der guten Manieren als …
Date: 2019-11-19

Dissimulation

(2,195 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Concept and overviewIn most of the cultural languages of Europe, dissimulation at the beginning of the early modern period was denoted using the Latin terms simulatio and  dissimulatio that had been current since Cicero and that Tacitus, in particular, made his own. While the latter meant concealing one's own views and intentions, the former meant simulating ideas and plans other than those one really had in mind. Although dissimulation, as a form of lying (Lie), was strictly frowned upon - telling the truth was a comm…
Date: 2019-10-14

Egyptology

(1,550 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Theology and languageModern Egyptology was born on September 27, 1822, when Jean-François Champollion (1790-1832) presented his Lettre à M. Dacier to the Paris Académie des inscriptions et belles-lettres. The document provided the basis for the decipherment of the Ancient Egyptian hieroglyphs [8]; [9]. European scholars had begun researching the writing, language, and culture of Ancient Egypt from the 15th century, but they had done so mostly from the perspective of the theological problem of the relationship between Egyptian and…
Date: 2019-10-14

Antiquarianism

(2,164 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Terminology and form Before 1800 the Latin word antiquitates (“antiquities”; French antiquités, German Antiquitäten), made popular by the famous (but fragmentary) antiquarian treatise Antiquitates rerum humanarum et divinarum (“Antiquities of Human and Divine Institutions”) of the Roman scholar Marcus Terentius Varro (116–27 BCE) was used synonymously with archaeology. It referred to written accounts or material remains (such as coins, monuments, works of art, everyday objects) that could provide information about cults…
Date: 2019-10-14

Anglophilia

(968 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Terminology The term  Anglophilia first appeared around 1750. It and the stronger form  Anglomania refer - from a critical distance - to the “(unsophisticated) fondness for England, the English, and all things English” [7. 18] that appeared among the continental elite after 1713 and became a general vogue in the 1730s. Admiration for English politics, economics, philosophy, science, culture, and lifestyle led to wholesale imitation, triggering one of the most momentous transfers of culture in European history.Anglophilia was a concomitant of the Enlightenment an…
Date: 2019-10-14

Epigraphy

(1,093 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Concept and functionThe term “epigraphy” (from the Greek epigraphḗ; “inscription”) first occurred in German in the 18th century, and in French not until 1838. Yet the recording, collecting, and classifying of ancient inscriptions on stone and metal is among the oldest, most widespread, and most highly regarded forms of early modern antiquarianism and archaeology. The reasons vary. When Friedrich August Wolf declared in 1807 that epigraphy “is not important in terms of beauty of form, but by virtue of …
Date: 2019-10-14

Latin studies

(1,084 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. SurveyIn the early modern period, Latin was a language in active use in diplomacy, science, and the educational system (Bildung) and was therefore a living language. This circumstance favoured the scholarly study of the language only to a certain extent. Before the 19th century, it was studied less for its own sake than for practical purposes: to be able to write and speak better, to be familiar with the (still obligatory) canon of classical literature, to understand Roman law, which was still in effect, and to share in the greatness of ancient Rome (Antiquity, reception of).Lati…
Date: 2019-10-14

Counter-Enlightenment

(1,547 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Concept and problemThe term Counter-Enlightenment is first attested, as a synonym for Romanticism, in an 1877 note by Friedrich Nietzsche (“Der Höhe der Aufklärung entspricht die Höhe der Gegenaufklärung in Schopenhauer und Wagner”; “The peak of enlightenment corresponds to the peak of the Counter-Enlightenment in Schopenhauer and Wagner”) [16. 26]. Isaiah Berlin then introduced it to the international discourse as the Counter-Enlightenment from the 1950s, to denote - not without a philosophical value judgment - opponents of the Enlight…
Date: 2019-10-14

Club

(1,317 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Concept and phenomenonThe club developed from the 16th century as a specifically  British form of urban sociability. The eccentric term - at the time, the word only had its original sense of “thick stick” - hints at the exclusive, masculine character of these societies, in which gentleman kept their own company and women were almost entirely excluded. The club differed from traditional forms of socializing (e.g. fraternity, guild, sect, academy) in being an “expression of a dynamic, visibly urba…
Date: 2019-10-14

Criticism

(2,598 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Concept and terminological historyCriticism (or, in earlier English usage, “critique”) as the art of “testing a given matter for authenticity, truth, correctness, or beauty, and forming a judgement based on the findings obtained” (“einen vorgegebenen Sachverhalt auf seine Echtheit oder Wahrheit, seine Richtigkeit oder Schönheit hin zu befragen, um aus der gewonnenen Erkenntnis heraus ein Urteil zu fällen”) [11. 86], developed through the early modern period into the European elite's preferred form of intellectual discourse. From the Enlightenment, i…
Date: 2019-10-14

Archaeology

(1,716 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Concept In Antiquity, the Greek term first encountered as archaiología (‘antiquarian lore’) in the Greek historian Dionysius of Halicarnassus (1st century BCE – archaiologeín, ‘to discuss antiquities,’ is already found in Thucydides, 5th century BCE) denoted the sphere of history of which there were no longer living witnesses to give accounts, but that depended entirely on traditions and legends. The Renaissance Latinized the term to archaeologia or  archaeographia, and used it synonymously with antiquitates, i.e. antiquarianism, from which archaeology was indist…
Date: 2019-10-14
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