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Lipsianismus

(670 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Als L. bezeichnet die FrühNz.-Forschung allgemein diejenige Richtung des Späthumanismus, die von dem niederl. Gelehrten Justus Lipsius (1547–1606) begründet wurde. Unter diesem Begriff fassen unterschiedliche Disziplinen Aspekte des facettenreichen Werkes des Lipsius und seiner Anhänger zusammen.In der Philologie und histor. Sprachforschung gilt als L. der nicht hochsprachliche, sondern unciceronianische, lakonische, montagen- und pointenreiche, als nicht mehr »goldenes«, sondern lediglich noch als »silbernes« Latein eingeschätzte Stil des Lipsius [4. 204–255], …
Date: 2019-11-19

Politische Theorie

(4,198 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Begriff und GegenstandDie Kategorie P. Th. hat drei Bedeutungen: (1) Als Kontrastbegriff zur polit. Praxis steht sie für jede gedanklichen Befassung mit Politik; (2) innerhalb des polit. Denkens kennzeichnet sie das Reflexionsniveau, das sich durch Kohärenz, Systematik und Stringenz auszeichnet, also wiss. Qualität aufweist; (3) in Bezug auf ein bestimmtes Phänomen bedeutet sie dessen polit. Erklärung oder Lehre (etwa P. Th. der Kommunikation).Die sachverwandte polit. Philosophie zielt eigentlich auf die universalen und normativen Grundlagen bzw. Grundpro…
Date: 2019-11-19

Reichspublizistik

(899 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Forschungsbegriff R. ist die dt. Form der um 1600 eingeführten lat. Kategorie Ius publicum Imperii, mit der das Fach des Öffentlichen Rechts des Heiligen Römisches Reiches Deutscher Nation bezeichnet wurde; ferner wird er heute zur Kennzeichnung aller zeitgenössischen Schriften eingesetzt, die sich mit dessen Verfassung und Politik beschäftigen.Die Entstehung der wiss. Reflexion über das Recht des Reiches gegenüber anderen Rechten, über die Rechte der Inhaber von Reichsämtern und über die Rechtsbeziehungen der Reichsinstitutionen untereinander g…
Date: 2019-11-19

Interesse

(1,999 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenDas erstmals um 1100 auftretende Substantiv I. (vom lat. Verb interesse, »dazwischen liegen«, »von Bedeutung sein«, »einen Unterschied ausmachen«) geht auf Formulierungen des röm. Rechts zurück, welche die Entschädigung bezeichneten, die ein Geldverleiher von seinem Geldnehmer zulässigerweise für den eigenen Nutzungsverzicht bzw. als Wertausgleich verlangen konnte [15]. In der Folge verengte sich die juristisch-finanzökonomische Bedeutung auf den Zins, während sich gleichzeitig das gemeinsprachlich-philosophische Verständnis generell zu Nutzen, Vor…
Date: 2019-11-19

Demokratie

(1,969 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenDer aus der griech. politischen Theorie stammende Begriff D. (wörtlich: »Volksherrschaft«) wird heute zweifach eingesetzt: (1) im engeren polit. Sinn als Bezeichnung für die Regierungsform aller Staaten, in denen (angeblich oder tatsächlich) ›das Volk‹, also nicht eine Minderheit oder gar ein Monarch, regiert; (2) im erweiterten Sinn als Forderung nach uneingeschränkter Mitsprache in allen gesellschaftlichen Bereichen (z. B. ›demokratische [= dkr.] Hochschule‹ oder ›dkr. Familie‹). Die Kategorie D. und ihr Feld sind…
Date: 2019-11-19

Staatsräson

(2,088 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. DefinitionDer Begriff S. bezeichnet die mit der Entstehung des nzl. Staates aufgekommene Maxime, dass dessen Existenzsicherung bes. im Notstand der Vorrang zukomme (Necessitas). Dies bezog sich nicht nur auf die Politik selbst, sondern auch auf die Normen von Religion, Recht und Moral. Staatsinteresse war also, was als S. je konkret definiert wurde. Die Maxime kann auch auf andere Institutionen, so z. B. die Kirche, bezogen werden (»Kirchenräson«). Wenn »Staat« nicht als institutionelle Größe aufgefasst wird, sondern (wie im Staatsbegriff ursprünglich enthal…
Date: 2019-11-19

Politik

(6,653 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. EinleitungDer Begriff P. (franz. politique; ital. politica usw.) und das zugehörige Adjektiv bezeichnen heute zweierlei: einerseits systemtheoretisch die Gesamtheit (oder durch Qualifikationen spezifizierte Elemente) der Merkmale, Prozesse und Strukturen, die den Staat ausmachen bzw. auf diesen bezogen sind, andererseits handlungstheoretisch jede auch außerstaatliche nachhaltige Bestrebung, die der Durchsetzung bestimmter polit. Ziele dient [18]. In der P.-Wissenschaft hat sich die engl. Begriffstriade policy (inhaltlicher Aspekt), polity (institutioneller…
Date: 2019-11-19

Politica Christiana

(815 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der lat. Ausdruck P. Ch. (›christl. Politik‹) ist zugleich Quellen- und Forschungsbegriff. Er bezeichnet allgemein jedes Streben nach Verchristlichung der Politik.Seine nzl. Verwendung geht auf die Reformation zurück. Insbes. dt. lutherische Gelehrte im Alten Reich entwickelten seit den 1530er Jahren in Anknüpfung an Bibel-Aussagen entsprechende Vorstellungen, um die Herrschaft nichtprotest. Regenten zu begrenzen, somit ihre eigene Konfession zu sichern und eine erneuerte christl. Politik zu begründen [13]; [14]. Diese Ansätze mündeten in eine eigenständige, v…
Date: 2019-11-19

Amicitia

(1,022 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
A. (» Freundschaft«) ist das in Europa nach der Verwandtschaft wichtigste Vergesellschaftungs- bzw. Gruppenkonstituierungsmuster. Es tendiert prinzipiell zur Gleichwertigkeit und beruht auf materiellem und immateriellem Gabentausch (Gabe). In seiner nzl. Geschichte lassen sich sowohl vom MA übernommene Formen als auch Neubildungen feststellen. Erhalten blieb einerseits die Fokussierung des Begriffs auf die besondere, wenngleich variable Qualität der Freundschaftsbeziehung, von (kurzfristiger oder …
Date: 2019-11-19

Fürstenspiegel

(783 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Begriff und Gattungen Als F. wurden seit ihren antiken Anfängen alle diejenigen politischen Texte verstanden, die sich in belehrender, ermahnender oder reflektierender Absicht mit den Normen und Formen richtigen Herrscherverhaltens befassten ( Herrschaft; Monarchie). Sie konnten dabei wechselnde Titel tragen (gattungsanzeigend in Anknüpfung an die Spiegelmetaphorik der ma. Didaktik Speculum principis/regis/regale, »Spiegel des Herrschers« u. Ä.; funktionsbezogen De educatione/institutione principis, »Über die Erziehung des Herrschers«; thematisch De officio…
Date: 2019-11-19

Arkanpolitik

(669 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Aus der Entstehung der politischen Öffentlichkeit im Laufe des 16. Jh.s erwuchs im 17./18. Jh. allmählich der Anspruch ihrer Träger, zumindest in den Grundzügen und hinsichtlich der grundlegenden Ziele über das Handeln der Herrscher informiert zu werden [2]. Diejenigen Aspekte ihrer Politik, welche die Betreiber der Herrschaft dennoch nicht öffentlich machten, sowie die Strategien und Taktiken, durch die sie ihre von beiden Seiten eigentlich als entscheidend eingeschätzten Absichten sowie Maßnahmen zu verhüllen suchten (zeitgenössischer Fachbegriff bis um 1700: lat. simu…
Date: 2019-11-19

Despotie

(868 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der aus der antiken Staatslehre stammende Begriff D. (von griech. despóteia, »unumschränkte Herrschaft«, z. B. des Herrn über Sklaven) bezeichnet in der Nz. verfassungsbezogen die mangelhafte Form der Monarchie – im Unterschied zu Letzterer als der entwickelten »guten« Herrschaft wie zur eindeutig schlechten, also der Tyrannis (Tyrannislehre); gemeint ist das selbstherrliche, primär dem Herrschernutzen, nur sekundär dem Gemeinwohl dienende Regieren über Untertanen, die zu politischer Mitwirkung unwillig oder unfähig sind.Zu Beginn der Nz. fand der D.-Begriff in …
Date: 2019-11-19

Monarchomachen

(764 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Begriff M. (griech. für »Königsbekämpfer«) wurde 1600 durch den lat. Traktat De regno et regali potestate, adversus Buchananum, Brutum, Boucherium et reliquos monarchomachos libri sex (»Sechs Bücher über das Königtum und die königliche Gewalt, gegen Buchanan, Brutus, Boucher und die anderen M.«) des schott. Monarchisten William Barclay geprägt. Die Bezeichnung sollte alle zeitgenössischen Politiktheoretiker denunzieren, die sich für eine Begrenzung der Macht der Monarchie einsetzten und den Widerstand dagegen bis hin zum Tyrannenmord für legitim erklärte…
Date: 2019-11-19

Legitimität

(670 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der gegen Ende des 18. Jh.s aus der Rechtssprache entwickelte Begriff der L. (mlat. legitimitas, v. a. in Bezug auf Abstammung und Besitz) bezeichnet die »Rechtmäßigkeit« und daraus erwachsend die Anerkennungswürdigkeit und tatsächliche Anerkennung von Herrschafts-Trägern und -Akten sowie Regierungs- bzw. Staatsformen. Die politische Aufladung des zugehörigen Adjektivs (lat. legitimus) setzte mit der Verknüpfung von Erbrecht und herrschaftlicher Amtsnachfolge (Thronfolge) u. a. in der Goldenen Bulle 1356 ein. Sie beschleunigte sich im Zuge d…
Date: 2019-11-19

Staatsschriften

(914 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. AllgemeinDer Begriff S. entstand in der dt. polit.-staatsrechtlichen Debatte der zweiten Hälfte des 17. Jh.s [1. VIII]. Er bezeichnete zusammenfassend alle Gattungen derjenigen Publikationen, mittels deren Regierungen insbes. im Hinblick auf Kriegs-Beginn (bzw. Kriegserklärung) und Friedens-Schluss (bzw. Friedensvertrag) die wichtiger werdende polit. Öffentlichkeit für sich zu gewinnen suchten (s. u. 2.) [7]. Seit dem ausgehenden 18. Jh. wanderte der Terminus in die Quellenklassifikation des Öffentlichen Rechts und der im Entstehen begriffen…
Date: 2019-11-19

Beamtenlehre

(1,339 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenDie Entstehung des nzl. Beamtentums (Beamter) war von einer Vielfalt mündlicher und schriftlicher Erörterungen der Aufgaben und Qualifikationen sowie der gesellschaftlich-politischen Stellung dieser neuen, sekundären Herrschaftselite begleitet. Dort, wo Aus- und Aufbau der Administration (Verwaltung) bes. weit vorangeschritten war, ging daraus spätestens in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s eine förmliche, ab dem 18. Jh. wesentlich juristisch, in geringerem Maße auch staatswirtschaftlich geprägte B. hervor. Diese von Verwaltungspraktikern und an d…
Date: 2019-11-19

Aristokratie

(1,560 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. DefinitionDer aus der antiken griech. politischen Theorie stammende Begriff A. (wörtlich: »Herrschaft der Besten«) hat seit dem SpätMA drei Bedeutungen: (1) Er bezeichnet seit der aristotelischen Staatsformenlehre die am Gemeinwohl orientierte, legitime und normengerechte Herrschaft einer durch den Anspruch von Tugend herausragenden Minderheit; dies im Gegensatz zu Monarchie und Demokratie wie auch zumindest in der Selbstdarstellung zur Oligarchie, der nur am Eigennutz ( Interesse) orientierten, ggf. illegitimen und willkürlichen Minderheitsherrschaft; (2…
Date: 2019-11-19

Althusianismus

(687 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Als A. bezeichnet die moderne Forschung die komplexe politische Theorie, die der calvinistische Jurist, Rektor der Hohen Schule zu Herborn und ab 1604 Emdener Syndicus Johannes Althusius/Althaus (1557–1638) in seinem Werk Politica methodice digesta (1603, 1610, 1614, 1654; Ndr. 1617, 1625) konzipierte und die bis um 1650 v. a. im Heiligen Röm. Reich [4], in den Niederlanden und in England bzw. Schottland [1. 291–314]; [5. 157–230]; [6] rezipiert und fortentwickelt wurde. Der zeitgenössisch entstehenden Politikwissenschaft wird in diesem Werk in ramistischer Methodik …
Date: 2019-11-19

Polizeiwissenschaft

(691 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Begriff P. (Policeywissenschaft) wird in verschiedenen Bedeutungen gebraucht. Histor. bezeichnet er allgemein die Gesamtheit aller nzl. wiss. Beschäftigung mit der Policey ( Polizei). Im engeren Sinne meint P. das zwischen der Mitte des 18. und des 19. Jh.s ausschließlich an dt. und österr. Universitäten eingerichtete und betriebene Fach, in welchem die damals zur Policey gezählten bzw. in diesem Rahmen als am wichtigsten erachteten staatsrechtlichen, administrativen und ökonomischen Aspekte systematisch-akademisc…
Date: 2019-11-19

Ehre

(1,962 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. ForschungslageDie aktuelle Forschung begreift E. nicht mehr als eher statische moralisch-rechtliche Größe, sondern als histor. wandelbares, komplexes Regelsystem wechselseitiger Wertzumessung, das maßgeblich sowohl individuelle Selbstachtung als auch rollen- und gruppenspezifische Wert- und Rangvorstellungen und damit entsprechende Verhaltenserwartungen erzeugte. Demzufolge werden vornehmlich detaillierte Analysen je besonderer Fälle der Konstruktion, Infragestellung, Verteidigung und Dekonstr…
Date: 2019-11-19
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