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Your search for 'dc_creator:( "Weber, Wolfgang E.J." ) OR dc_contributor:( "Weber, Wolfgang E.J." )' returned 58 results. Modify search

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Gemeinwohl

(2,068 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenJede Gemeinschaft ist mit dem Problem konfrontiert, die individuellen Bestrebungen ihrer Mitglieder mit dem Gemeinschaftszweck koordinieren zu müssen. Es war bereits eine Errungenschaft der Praxis und der v. a. religiös-christl. geprägten Theorie des MA, zur Lösung dieses Problems nach antiken Vorgaben insbes. das Gegensatzpaar von G. (lat. bonum omnium, bonum commune, salus publica) bzw. Gemeinnutz (lat. utilitas publica) und Eigennutz konzeptualisiert und in antiker Tradition dem G. den Vorrang zugesprochen zu haben.Das Spektrum der ma. und nzl. Geme…
Date: 2019-11-19

Necessitas

(664 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenDer lat. Begriff N. (»Not«, »Notwendigkeit«) wurde in der Frühen Nz. unterschiedlich verwendet [1]. Alltagsweltlich bezog er sich in breitem Spektrum auf die Grundbedürfnisse: von konkreten Erfordernissen – z. B. n. bibendi (»Notwendigkeit des Trinkens«) und n. ad victum (»das zum Lebensunterhalt Nötige«, vgl. dt. »Notdurft«; Nahrung) – über Abstrahierungen – z. B. n. familiaritasque (»Band der Freundschaft und Verwandtschaft«; Amicitia) oder n. ultima (»Tod«) – bis zu erweiterten Vorstellungen, z. B. necessitates als »Abgaben«, im Singular für »Natur…
Date: 2019-11-19

Subsidiaritätsprinzip

(1,510 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. DefinitionDas S. (von lat. subsidium, »Hilfe«) bezieht sich auf das Zuständigkeits- und Unterstützungsverhältnis der Einheiten und Ebenen, aus denen sich jede gesellschaftliche und polit. Ordnung zusammensetzt. Es postuliert, dass grundsätzlich den primären und unteren Formen der Vorrang zukommt, diese also von den je größeren oder höheren nicht um ihre Zuständigkeiten gebracht oder gar abgeschafft werden dürfen, sondern unterstützt werden müssen. Die Formulierung des S. geht auf die Abwehr zentra…
Date: 2019-11-19

Staatsformenlehre

(3,151 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. EinführungDie S. ist derjenige Teil des polit.-staatsrechtlich-philosophischen Diskurses, der sich mit der Typisierung und Klassifikation der empirischen und theoretischen Formen von polit. Systemen befasst, um in vergleichender Perspektive zur Bestimmung des relativ oder absolut besten Modells zu kommen. Ihre frühnzl. Entstehung und Entwicklung folgten daher grundsätzlich der politischen Theorie. Konzeptionell grundlegend waren die einschlägigen Passagen der polit. Werke des Aristoteles (Aristotelismus), der Neuaristotelischen Politiktheorie sowie besti…
Date: 2019-11-19

Republikanismus

(2,389 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Begriff und GrundlagenDer polit. Begriff R. entstand im ausgehenden 17. Jh. in England »als Schlagwort zur Verunglimpfung antimonarchischer, auf Einführung der Republik gerichteter Einstellungen« [9. 57]. In diesem Sinne wurde er zunächst auch im Frankreich des 18. Jh.s gebraucht, bis er im Umfeld der Nordamerikanischen Revolution und der Französischen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s positive Bedeutung annahm. Heute wird er als Sammelbezeichnung für alle Ideen und Bestrebungen eingesetzt, die auf der Basis von V…
Date: 2019-11-19

Beamtenlehre

(1,339 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenDie Entstehung des nzl. Beamtentums (Beamter) war von einer Vielfalt mündlicher und schriftlicher Erörterungen der Aufgaben und Qualifikationen sowie der gesellschaftlich-politischen Stellung dieser neuen, sekundären Herrschaftselite begleitet. Dort, wo Aus- und Aufbau der Administration (Verwaltung) bes. weit vorangeschritten war, ging daraus spätestens in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s eine förmliche, ab dem 18. Jh. wesentlich juristisch, in geringerem Maße auch staatswirtschaftlich geprägte B. hervor. Diese von Verwaltungspraktikern und an d…
Date: 2019-11-19

Aristokratie

(1,560 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. DefinitionDer aus der antiken griech. politischen Theorie stammende Begriff A. (wörtlich: »Herrschaft der Besten«) hat seit dem SpätMA drei Bedeutungen: (1) Er bezeichnet seit der aristotelischen Staatsformenlehre die am Gemeinwohl orientierte, legitime und normengerechte Herrschaft einer durch den Anspruch von Tugend herausragenden Minderheit; dies im Gegensatz zu Monarchie und Demokratie wie auch zumindest in der Selbstdarstellung zur Oligarchie, der nur am Eigennutz (Interesse) orientierten, ggf. illegitimen und willkürlichen Minderheitsherrschaft; (2…
Date: 2019-11-19

Althusianismus

(687 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Als A. bezeichnet die moderne Forschung die komplexe politische Theorie, die der calvinistische Jurist, Rektor der Hohen Schule zu Herborn und ab 1604 Emdener Syndicus Johannes Althusius/Althaus (1557–1638) in seinem Werk Politica methodice digesta (1603, 1610, 1614, 1654; Ndr. 1617, 1625) konzipierte und die bis um 1650 v. a. im Heiligen Röm. Reich [4], in den Niederlanden und in England bzw. Schottland [1. 291–314]; [5. 157–230]; [6] rezipiert und fortentwickelt wurde. Der zeitgenössisch entstehenden Politikwissenschaft wird in diesem Werk in ramistischer Methodik …
Date: 2019-11-19

Polizeiwissenschaft

(691 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Begriff P. (Policeywissenschaft) wird in verschiedenen Bedeutungen gebraucht. Histor. bezeichnet er allgemein die Gesamtheit aller nzl. wiss. Beschäftigung mit der Policey (Polizei). Im engeren Sinne meint P. das zwischen der Mitte des 18. und des 19. Jh.s ausschließlich an dt. und österr. Universitäten eingerichtete und betriebene Fach, in welchem die damals zur Policey gezählten bzw. in diesem Rahmen als am wichtigsten erachteten staatsrechtlichen, administrativen und ökonomischen Aspekte systematisch-akademisc…
Date: 2019-11-19

Ehre

(1,962 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. ForschungslageDie aktuelle Forschung begreift E. nicht mehr als eher statische moralisch-rechtliche Größe, sondern als histor. wandelbares, komplexes Regelsystem wechselseitiger Wertzumessung, das maßgeblich sowohl individuelle Selbstachtung als auch rollen- und gruppenspezifische Wert- und Rangvorstellungen und damit entsprechende Verhaltenserwartungen erzeugte. Demzufolge werden vornehmlich detaillierte Analysen je besonderer Fälle der Konstruktion, Infragestellung, Verteidigung und Dekonstr…
Date: 2019-11-19

Vertragstheorie

(792 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Grundlagen Die nzl. Vorstellung, dass Staat, Verfassung und ökonomisch-soziale Ordnung auf einer rechtsförmigen Vereinbarung der Beteiligten nach Maßgabe ihres gegenseitigen Nutzens zu gründen hätten, entstand seit der Mitte des 17. Jh.s und setzte sich seit der zweiten Hälfte des 18. Jh.s durch. Ihr ging ein komplexer Prozess der Verschmelzung, Differenzierung und Transformation älterer christl. Bundes- und Bündnis-Vorstellungen, röm.-rechtlicher Prinzipien und humanistisch-konfessioneller Ansätze voraus.Den Kern der christl. Tradition machte die bibl…
Date: 2019-11-19

Neuaristotelische Politiktheorie

(670 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Definition Der Forschungsbegriff N. P. bezeichnet im engeren Sinne alle Richtungen des polit. Denkens der Frühen Nz., die »in reflektierter Orientierung an der Methodenlehre und den Kategorien des Aristoteles« dessen Abhandlung Politik (griech. Politiká, um 350 v. Chr.) »methodisch und systematisch wiederbeleben und fortentwickeln« wollten [3. 639 f.]. Erweitert wird der Begriff auf die frühnzl. politische Theorie insgesamt angewendet, soweit diese die Grundkategorien der aristotelischen Auffassung teilte: wenn sie Politik neben Ethik und Ökonomie als Teil der Moral…
Date: 2019-11-19

Wahrnehmung

(2,242 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenDer von ahdt. wara neman (»einer Sache Aufmerksamkeit schenken«) abgeleitete Begriff W. (fachsprachlich: Perzeption) bezeichnet den Prozess der Aufnahme von Informationen aus der Umwelt, der nach heutiger Kenntnis ausschließlich durch die menschlichen Sinne geleistet wird (klassisch: Sehsinn, Gehör, Geruchssinn, Geschmackssinn, Tastsinn; seit der Mitte des 19. Jh.s ebenso Temperatur-, Gleichgewichts- und Schmerzsinn). Nach bereits in der Antike entwickelter Vorstellung ist die W. zweigeteilt zu denken: als physikal…
Date: 2019-11-19

Lipsianismus

(670 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Als L. bezeichnet die FrühNz.-Forschung allgemein diejenige Richtung des Späthumanismus, die von dem niederl. Gelehrten Justus Lipsius (1547–1606) begründet wurde. Unter diesem Begriff fassen unterschiedliche Disziplinen Aspekte des facettenreichen Werkes des Lipsius und seiner Anhänger zusammen.In der Philologie und histor. Sprachforschung gilt als L. der nicht hochsprachliche, sondern unciceronianische, lakonische, montagen- und pointenreiche, als nicht mehr »goldenes«, sondern lediglich noch als »silbernes« Latein eingeschätzte Stil des Lipsius [4. 204–255], …
Date: 2019-11-19

Politische Theorie

(4,198 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Begriff und GegenstandDie Kategorie P. Th. hat drei Bedeutungen: (1) Als Kontrastbegriff zur polit. Praxis steht sie für jede gedanklichen Befassung mit Politik; (2) innerhalb des polit. Denkens kennzeichnet sie das Reflexionsniveau, das sich durch Kohärenz, Systematik und Stringenz auszeichnet, also wiss. Qualität aufweist; (3) in Bezug auf ein bestimmtes Phänomen bedeutet sie dessen polit. Erklärung oder Lehre (etwa P. Th. der Kommunikation).Die sachverwandte polit. Philosophie zielt eigentlich auf die universalen und normativen Grundlagen bzw. Grundpro…
Date: 2019-11-19

Reichspublizistik

(899 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Forschungsbegriff R. ist die dt. Form der um 1600 eingeführten lat. Kategorie Ius publicum Imperii, mit der das Fach des Öffentlichen Rechts des Heiligen Römisches Reiches Deutscher Nation bezeichnet wurde; ferner wird er heute zur Kennzeichnung aller zeitgenössischen Schriften eingesetzt, die sich mit dessen Verfassung und Politik beschäftigen.Die Entstehung der wiss. Reflexion über das Recht des Reiches gegenüber anderen Rechten, über die Rechte der Inhaber von Reichsämtern und über die Rechtsbeziehungen der Reichsinstitutionen untereinander g…
Date: 2019-11-19

Interesse

(1,999 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenDas erstmals um 1100 auftretende Substantiv I. (vom lat. Verb interesse, »dazwischen liegen«, »von Bedeutung sein«, »einen Unterschied ausmachen«) geht auf Formulierungen des röm. Rechts zurück, welche die Entschädigung bezeichneten, die ein Geldverleiher von seinem Geldnehmer zulässigerweise für den eigenen Nutzungsverzicht bzw. als Wertausgleich verlangen konnte [15]. In der Folge verengte sich die juristisch-finanzökonomische Bedeutung auf den Zins, während sich gleichzeitig das gemeinsprachlich-philosophische Verständnis generell zu Nutzen, Vor…
Date: 2019-11-19

Demokratie

(1,969 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenDer aus der griech. politischen Theorie stammende Begriff D. (wörtlich: »Volksherrschaft«) wird heute zweifach eingesetzt: (1) im engeren polit. Sinn als Bezeichnung für die Regierungsform aller Staaten, in denen (angeblich oder tatsächlich) ›das Volk‹, also nicht eine Minderheit oder gar ein Monarch, regiert; (2) im erweiterten Sinn als Forderung nach uneingeschränkter Mitsprache in allen gesellschaftlichen Bereichen (z. B. ›demokratische [= dkr.] Hochschule‹ oder ›dkr. Familie‹). Die Kategorie D. und ihr Feld sind…
Date: 2019-11-19

Staatsräson

(2,088 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. DefinitionDer Begriff S. bezeichnet die mit der Entstehung des nzl. Staates aufgekommene Maxime, dass dessen Existenzsicherung bes. im Notstand der Vorrang zukomme (Necessitas). Dies bezog sich nicht nur auf die Politik selbst, sondern auch auf die Normen von Religion, Recht und Moral. Staatsinteresse war also, was als S. je konkret definiert wurde. Die Maxime kann auch auf andere Institutionen, so z. B. die Kirche, bezogen werden (»Kirchenräson«). Wenn »Staat« nicht als institutionelle Größe aufgefasst wird, sondern (wie im Staatsbegriff ursprünglich enthal…
Date: 2019-11-19

Politik

(6,653 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. EinleitungDer Begriff P. (franz. politique; ital. politica usw.) und das zugehörige Adjektiv bezeichnen heute zweierlei: einerseits systemtheoretisch die Gesamtheit (oder durch Qualifikationen spezifizierte Elemente) der Merkmale, Prozesse und Strukturen, die den Staat ausmachen bzw. auf diesen bezogen sind, andererseits handlungstheoretisch jede auch außerstaatliche nachhaltige Bestrebung, die der Durchsetzung bestimmter polit. Ziele dient [18]. In der P.-Wissenschaft hat sich die engl. Begriffstriade policy (inhaltlicher Aspekt), polity (institutioneller…
Date: 2019-11-19
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