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Your search for 'dc_creator:( Behringer, AND Wolfgang ) OR dc_contributor:( Behringer, AND Wolfgang )' returned 105 results. Modify search

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Schlitten

(820 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Die Sch. (mhdt. slite; ital. slitta; engl. sleigh, sledge, slide, sled; schwed. släde) genannten Kufenfahrzeuge dienten in der Frühen Nz. weniger dem Hinabgleiten auf Abhängen (Rodel-Sch.) als dem Transport von Personen oder Sachen bei geschlossener Schnee- oder Eisdecke. Dies schloss aber die Verwendung zum Sport nicht aus. Sch. waren bis nach Norditalien verbreitet, weil in der Periode der Kleinen Eiszeit die Winter oft lang und andere Fortbewegungsformen außerhalb der Städte kaum möglich waren. Sch. wurden mit Muskelkraft von Menschen oder Tieren gezogen. Je nach Nutzer wu…

Schnelligkeit

(1,002 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Zum Thema Sch. (die in der Moderne als Gegensatz von Langsamkeit einen Wert an sich darstellt, etwa in Arbeitswelt, Kommunikationswesen oder Sport), bot Zedlers Universallexikon 1743 nur Bibelzitate an; der Artikel »Geschwindigkeit« (1735) hingegen ist von einem Physiker verfasst, der seinen Gegenstand durch die Formel v = s/t definiert: Als Beispiel dient der Lauf zweier Boten, von denen einer eine Meile in einer Stunde, der andere in zwei Stunden zurücklegt. Sch. spielte in der Frühen Nz. jedoch bereits in denselben Bereichen wie heute eine Rolle. 2. Sport In Zedlers…

Aviso

(778 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
A. (Pl. Avisi) ist ein Begriff des Kommunikationswesens, der im 16. Jh. aus dem Ital. ( avviso: Nachricht, Warnung, Ratschlag) in andere europ. Sprachen übernommen wurde. Er nahm bald in der Bedeutung »Begleitbrief« eine Schlüsselrolle im Postwesen (Post) ein und sollte sich im frühen 17. Jh. auch im neuen Medium der periodischen , gedruckten Zeitung im Sinne von »Nachrichten« einbürgern, bis er durch eine jüngere Begrifflichkeit überlagert wurde. Da das Postwesen durch die Familie de Tassis (seit 1651 Thurn und Taxis) nach Österreich, Deutschland,…

Piazza

(1,363 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Bedeutungswandel In den ital. Stadtstaaten nahm die P. (ital.; ›Platz‹) spätestens seit dem SpätMA eine öffentliche Bedeutung an, die weit über die bloße Funktion als Markt-Platz hinausging. Der umbaute offene Raum in der Stadt-Mitte war der Ort des öffentlichen Lebens, der polit. Öffentlichkeit der Stadt und ihres Umlandes (ital. contado), das von der Stadt aus beherrscht wurde, also der zentrale Ort der Kommunikation. Die Bedeutung der P. erschließt sich aus dem interkulturellen Vergleich: Nicht jede Zivilisation kannte die Einrichtung des zentralen Platzes a…

Alltag

(7,286 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Theoretische Aspekte 1.1. Alltag als historische Schlüsselkategorie A. ist gleichzeitig eine universelle und eine partikulare Kategorie. Sie umfasst die materiellen Gegebenheiten und deren subjektive Wahrnehmung und Interpretation in Denken und Fühlen ( Mentalität) sowie die wiederkehrenden Routinen des Verhaltens (Ritual, Spiel, Sport), ggf. verdichtet zum Habitus (Ehre, Fest, Volkskultur), sowie im weiteren Sinn die Medien der Wahrnehmung und die Symbolsysteme (u. a. Sprache, Religionen, Kunst, Kultur, Wissen). Das A.-Wissen erstreck…

Nachrichtenagentur

(848 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Der Nachrichtenmarkt der Renaissance N. im institutionellen Sinne gab es während der Frühen Nz. noch keine, wohl aber Schlüsselfiguren im Nachrichten-Wesen, die in die Rolle professioneller Agenten hineinwuchsen. Diese hatten ihren Sitz an Orten, an denen häufig Neuigkeiten im Sinne der frühnzl. Berichterstattung eintrafen (Hafenstädte, Hauptstädte) oder entstanden ( Rom, Höfe, Residenzen, Kriegsschauplätze etc.). Mit der Ausbildung des europ. Staatensystems und der europ. Weltwirtschaft, dem Staats-Bildungsprozess, dem Humanismus, den Ent…

Reichspost

(810 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Obwohl das mitteleurop. Post-Wesen keine Institution des Alten Reiches war, wurde es doch von Anfang an als kaiserlich empfunden. Ursache dafür war, dass der dt. König Maximilian I. (ab 1508 Kaiser) noch zu Lebzeiten seines Vaters, Friedrichs III., 1490 die lombardische Postbetreiberfamilie der Tassis/Taxis nach Innsbruck holte. Als die Post im frühen 16. Jh. zu einer öffentlichen Einrichtung wurde, erfolgte die Finanzierung bereits über Maximilians Sohn, Herzog Philipp den Schönen von Burgund. Die Zentrale des kaiserlichen Postwesens befand sich seit 1501 in Brüssel. Daran…

Lüge

(963 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Ein Zeitalter der Verstellung Wer es aus einer postmodernen Perspektive unternimmt, in der Frühen Nz. Diskurse auf der Grundlage von Texten zu vergleichen, ist verloren [1]. In einer Periode, die durch religiös motivierte Gewalt, absolutistischen Konformitätsdruck und schließlich die Vernunft-Ideologie der Aufklärung charakterisiert war, war es oft notwendig, die eigene Meinung zu verbergen. Als Leitfaden der Interpretation nzl. Texte sollte daher gelten, was Niccolò Machiavelli am 17. 5. 1521 an Francesco Guicciardini schrieb: »Seit langer Zeit habe ich wed…

Knappheit

(790 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Während K. in der modernen Wirtschafts-Theorie einen Zustand im Prozess der Preisbildung beschreibt, folgt die Gütermenge in traditionalen Gesellschaften nicht allein der Logik des Marktes. Vielmehr kann man K. als chronischen Zustand beschreiben, den man aus der Logik der Agrarverfassung, den geringen Ertragsziffern der Landwirtschaft und den gesellschaftlichen Vorstellungen von der Verteilung der Güter erklären kann. 2. Knappheitskrisen Dass das vormoderne Europa immer wieder von schweren agrarischen Versorgungskrisen ( Hungerkrisen und -revolten) he…

Grippe

(955 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Obwohl sich der Begriff influenza bereits 1504 in der Chronik des florent. Apothekers Luca Landucci findet, setzte sich eine kohärente Terminologie erst ab 1742/43 durch. Nach einem Bericht des London Magazine von 1743 ( News from Rome of a Contagious Distemper Raging There, Call'd the Influenza; »Neuigkeiten aus Rom über eine ansteckende dort wütende Krankheit, genannt die Influenza«) wurde der Begriff anlässlich der G.-Epidemie jenes Jahres ins Englische übernommen. Etwa gleichzeitig begann man in Frankreich, die Krankheit la grippe zu nennen. Während der ital. Be…

Presse, periodische

(663 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Unter P. P. versteht man die Publikation von Nachrichten mithilfe der Druckerpresse in regelmäßigen Intervallen. Das Phänomen der Periodizität entstand – von Kalendern abgesehen – erst in zeitlichem Abstand zur Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 und war abhängig von der Verregelmäßigung der Nachrichtenübermittlung aufgrund der Fortschritte in der Organisation des Post-Wesens seit der Mitte des 16. Jh.s. Der Begriff P. P. fasst verschiedene Frequenzen der Zeitungs-Publikation zusammen und trägt dem Umstand Rechnung, dass sich die seit de…

Pünktlichkeit

(860 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein P. gehört zu den zeitbezogenen sozialen Regeln, deren Einhaltung starken kulturellen Schwankungen unterliegt. Im Verlauf der Frühen Nz. wurde sie immer stärker mit Präzision (franz. accuratesse) und Verlässlichkeit, Verspätung dagegen mit mangelnder Höflichkeit und fehlendem Respekt assoziiert. Es wäre jedoch verfehlt, die Tugend der P. allein in den Kontext der Sozialdisziplinierung zu stellen, da die Fundamentalprozesse der Steigerung der Arbeitsteiligkeit und der Beschleunigung eine veränderte Wahrnehmung von Zeit bewirkten. 2. Urbanisierungsprozess W…

Karneval

(1,180 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff K. leitet sich von lat. carnislevamen bzw. ital. carnelevare (»Fleischwegnahme«) oder schlicht von der lat. Scherzformel carne vale (»Fleisch lebe wohl«) ab und bedeutet den Abschied von allen »fleischlichen« Genüssen zu Beginn der Fastenzeit. Die Bezeichnung K. ist in roman. Sprachen, im Englischen ( carnival) und seit dem 17. Jh. im Rheinland verbreitet. Im übrigen dt. Sprachraum sind »Fastnacht« oder »Fasnet« gebräuchlich, bayer. und österr. »Fasching« (von mhdt. »vast-schanc«, dem letzten Trunk vor der Fastenzeit). 2. Bedeutung im Kirchenjahr K., Fastnacht od…

Heizen

(1,254 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Die Notwendigkeit des H. variiert nach geographischer Breite; seine praktische Ausformung unterliegt großen regionalen und histor. Variationen. In den Kältejahren der Kleinen Eiszeit (ca. 1300–1900; insbes. 1560–1710) stellte sich die Notwendigkeit ausreichenden H. dringlich. Die Hypothermie, unter der die Armen litten, wenn das Brennmaterial (Holz, Torf, Holzkohle, in England schon Steinkohle) zu teuer wurde, trug zur Anfälligkeit für Krankheiten bei [3. 430 f., 456f.]. Im Zuge der allgemeinen kulturellen Entwicklung wurden die Standards des H.…

Kommunikation

(6,702 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Allgemein versteht man unter K. (lat. communicatio, »Mitteilung«) alle möglichen Formen des Austauschs innerhalb von und zwischen Systemen. Von der Biologie bis zur Soziologie wurden wiss. Konzepte entwickelt, doch nicht einmal innerhalb der Gesellschaftswissenschaften sind diese kompatibel. Die Geschichtswissenschaften haben sich dem Thema der K. spät zugewandt. K. findet im Mikrobereich ebenso statt wie in der Makrohistorie. In histor. Perspektive sind die Einführung neuer Medien der K. und die strukturellen Auswirkungen ihrer spe…

Luftreise

(960 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Theoretische Überlegungen und Experimente zur Luftfahrt wurden in der Nz. von Berichten über angebliche oder tatsächliche L. flankiert. Diese konnten als Rahmenhandlung für die Präsentation wiss. Beobachtungen oder einer Gesellschafts- Utopie dienen. Sie reflektierten die kosmologischen Vorstellungen ihrer Zeit und – speziell im Zeitalter der wissenschaftlichen Revolution – den Übergang vom geozentrischen zum kopernikanischen Weltbild (Kopernikanische Wende) bzw. von der aristotelischen Physik zu den Weltbildern Giordano Brunos und Isaac Newtons [3]. Mi…

Luftfahrt

(787 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Entwicklung der Theorie Bereits im 14. Jh. wurde auf der Basis der aristotelischen Physik mehrfach logisch geschlossen, dass der sublunare Luftraum mit Schiffen befahrbar sein müsste. Das Prinzip der Luftschifffahrt ( Aeronautik) wurde mangels Umsetzungsmöglichkeiten im 15. Jh. durch Versuche verdrängt, den Flug nach Art der Vögel zu verwirklichen ( Aviatik, mit Abb.). Zu Beginn des 16. Jh.s wies Leonardo da Vinci in seinem Manuskript Sul volo degli uccelli (1505; »Über den Vogelflug«) darauf hin, dass es dazu einer starken Antriebskraft bedürfe und dass di…

Materielle Kultur

(2,119 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Die M. K. ist konstitutiver Bestandteil der Alltags-Wirklichkeit, sie ist »das augenfälligste und greifbarste Moment von Kultur« [16]. Ihre Produktion ist an geistige und mentale Prozesse und letztlich an bestimmte Formen der sozialen Organisation (Gesellschaft), der Ökonomie, Sprache, Religion, der Ethik und des Rechts gebunden [16. 72]. Die M. K. umfasst so unterschiedliche Dinge wie Nahrung und Kleidung, Architektur und Wohnkultur, Werkzeuge und Waffen, Geräte und Maschinen, Schmuck und Luxus-Gegenstände, Medien und Fortbewegung…

Aviatik

(1,215 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
A. ist die Fähigkeit, sich mit Hilfe von Flügeln bzw. Tragflächen in der Luft zu halten, die Kunst also, nach Art der Vögel (lat. avis) zu fliegen. Bereits in der ma. Chronistik gibt es immer wieder Nachrichten über Individuen, die versuchten, den Vogelflug nachzuahmen. Solche »Flüge« von hohen Türmen endeten meist tragisch. Seit der zweiten Hälfte des 15. Jh.s besitzen wir vermehrt Nachrichten von Flugversuchen, die durch ihre Detailfülle an Glaubhaftigkeit gewinnen, wie im Fall des Giovanni Battista Danti (ca. 1477–1517), der 1496 Flugversuche am Trasimenersee und …

Netzwerk

(791 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Das Konzept des N., wie es von der Soziologie des ausgehenden 20. Jh.s entwickelt wurde [8], kann auch auf frühere Epochen angewendet werden und als Gradmesser der Strukturentwicklung bei der Organisation des Alltags dienen [7]. Unterschieden werden muss zwischen (1) N., die sich auf Personen oder Institutionen stützen, und (2) materiellen Formen der Infrastruktur, welche die Kommunikation insgesamt auf eine neue Grundlage stellten und Medienrevolutionen bewirkten [2]. Dabei kann nochmals zwischen organisatorischen und strukturell-materiellen Ebenen unterschi…
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