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Your search for 'dc_creator:( Eckart, AND Wolfgang AND Uwe ) OR dc_contributor:( Eckart, AND Wolfgang AND Uwe )' returned 58 results. Modify search

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Schmerz

(2,837 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionSch. (von ahdt. smerza/ smerzo und mhdt. smerze/ smerz; griech. álgos; lat. dolor, acerbitas) ist eine komplexe Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist, als chronischer Sch. diesen aber verloren hat. Nzl. Synonym zu Sch. ist Pein (von ahdt. pîna und mhdt. pîne/ pîn, abgeleitet aus lat. poena, »Buße, Strafe«; engl. pain), meist mit Strafe, Marter, Qual u.Ä. verbunden (z. B. bei der »peinlichen Befragung«; vgl. Folter). Im weiteren Wortsinn steht Sch. für allgemeines Leiden als kultur- und sozialkontextabhän…
Date: 2019-11-19

Physicus

(857 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Mittelalterliche UrsprüngeSeit dem hohen MA waren neben dem frei tätigen Arzt ( medicus) bei weltlichen und geistlichen Fürsten, in Klöstern sowie in Stadtverwaltungen Ärzte angestellt, die der jeweiligen Herrschaft unmittelbar dienten. Ihnen wurde die lat. Bezeichnung physicus (»der Natur kundig«) beigelegt. Die gelegentlich noch unklare Abgrenzung zwischen den allgemeinen ärztlichen Aufgaben eines medicus und den besonderen eines Ph. (ähnlich lat. physica und medicina für Medizin) wurde im Alten Reich vermutlich zuerst durch die Medizinalordnung Kaiser Karls IV. (…
Date: 2019-11-19

Naturhistorische Schule

(831 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDie N. Sch. war in der ersten Hälfte des 19. Jh.s eine Richtung der klinischen Medizin, die sich durch ihre streng empirische Vorgehensweise auszeichnete und auf die Anwendung allgemeiner Krankheits-Lehren (Humoralpathologie, Vitalismus, Broussaiismus, Brownianismus, Homöopathie etc.) bewusst verzichtete (Therapeutische Konzepte). Sie stand damit im gesuchten Gegensatz zu naturphilosophischen Denkschulen der Medizin (Naturphilosophie, etwa Schellings) und bemühte sich um exakte Forschung sowie eine Systematisierung der Nosologie durch die Bildung …
Date: 2019-11-19

Krankenkasse

(970 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und UrsprüngeUnter einer K. wird seit dem 19. Jh. die Einrichtung eines solidargemeinschaftlichen Versorgungssystems für Gesellen und Arbeiter verstanden, durch das wegen Krankheit in Not Geratene oder deren Familien versorgt werden konnten. Daneben wurden K. auch als Ausdruck sozialpaternalistischer Bestrebungen von Fabrikbesitzern und Unternehmern eingerichtet. Das Wort K. trat in der heutigen Bedeutung erst in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s auf (z. B. Kranken-Casse zu Paris für fremde evang. Sattlergesellen, um 1780). Geläufig wurde es in den 18…
Date: 2019-11-19

Zahnmedizin

(1,391 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und Traditionen Die Zahnheilkunde, auch Stomatologie (von griech. stóma, »Mund«), ist die Lehre von den Krankheiten der Mundhöhle, darunter Kiefer- und Z., während sich die Odontologie (lat. odontologia, von griech. odús, odont-, »Zahn«) mit der Anatomie und Physiologie des Zahnsystems der Wirbeltiere einschließlich des Menschen beschäftigt [1]; [2]; [9]; [4]; [8]; [7].Die ma. Z. blieb den antiken Vorstellungen von der Zahnanatomie und den säftebedingten Zahnerkrankungen, insbes. des Zahnschmerzes, verpflichtet. Extraktionen wurden von Badern und Wundärzte…
Date: 2019-11-19

Physiologie

(2,109 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionUnter Ph. (von griech. phýsis und lógos, ›Lehre von der Natur‹, ›Naturkunde‹) versteht man heute – im Gegensatz zur antiken Vorstellung (griech. physiológos, ›naturphilosophisch Kundiger‹) – ein Teilgebiet der Biologie und Medizin: die Lehre von den physikalischen, biochemischen und informationsverarbeitenden Funktionen der Lebewesen [6]. In der Frühen Nz. wurde Ph. zum einen sehr weit im Sinne physikalischer Wissenschaften verstanden (William Gilberts berühmtes Werk De magnete von 1600 trug den Untertitel Neue Ph. des großen Magneten des Erdkörpers; vgl. Ma…
Date: 2019-11-19

Gynäkologie

(1,705 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDer Begriff G. (Frauenheilkunde) ist modern und spiegelt die späte Etablierung der Subdisziplin an den Medizinischen Fakultäten des 19. Jh.s wider. Greifbar wird er, gegenüber dem älteren und umfassenderen Begriff gynaikeía (griech. »Frauensachen«), erst im frühen 18. Jh. in der Schrift des Dresdner Stadtphysikus Martin Schurig Gynaecologia (Dresden-Leipzig 1730). Im Titel eines dt. Lehrbuchs erschien der Ausdruck zuerst 1820 bei Carl Gustav Carus ( Lehrbuch der Gynaekologie). Im 16. und 17. Jh. war die Behandlung der klassischen Frauenkrankheiten – mit Ausna…
Date: 2019-11-19

Unfall

(1,006 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffUnter U. (mhdt. unval, ungeval; Synonym zu Unglück, Zufall, Schaden; engl./franz. accident) wird seit dem MA ein unvorhergesehenes Ereignis oder Missgeschick, meist verbunden mit Personen- oder Sachschaden, verstanden, des Weiteren kriegerische Niederlagen sowie sonderbare Lebens- und Sterbeumstände »berühmter Männer«, wie etwa 1570 in der dt. Übersetzung von Giovanni Boccaccios De casibus virorum illustrium (entstanden 1356–1373) durch Hieronymus Ziegler als »merckliche und erschröckliche unfahl … verderben unnd Sterben großmächtiger Kayser…
Date: 2019-11-19

Lepra [Hinzugefügt 2017]

(2,617 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und frühe Belege Die L. (griech. lépra) ist eine seit der Antike weit verbreitete Hautkrankheit, besser ein Komplex verschiedener möglicher Hautkrankheiten, der mit sehr abweichenden Namen bezeichnet wurde, im Deutschen bis heute mit der Sammelbezeichnung ›Aussatz‹ (mhdt. ûʒsetzel, ûʒsetzic, entsprechend lat. leprosus; frühneuhdt. ausseczickeit), aber im MA und in der Nz. auch in den Adjektiven ›schuppig‹, ›uneben‹, ›rau‹. Paläopathologisch ist heute geklärt, dass sich seit dem MA dahinter oft tatsächlich eine Infektion mit mycobacterium leprae verbarg. Al…
Date: 2021-06-18

Humorallehre

(714 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Grundlagen Gesundheit und Krankheit waren in der Nz. bis zur Mitte des 17. Jh.s im akademischen wie im allgemeinen Verständnis (in der Volks- und Alternativmedizin noch weitaus länger) wesentlich durch die antike Säftelehre (Humoralphysiologie/-pathologie; von lat. humores, »Säfte«) und die Diätetik geprägt. Erst mit der Ablösung humoralphysiologischer Vorstellungen in der zweiten Hälfte des 17. Jh.s wurden andere Gesundheitskonzepte bestimmend, die sich vom 18. bis ins frühe 19. Jh. v. a. aus Konzepten des Mechanismus (Iatromechan…
Date: 2019-11-19

Therapeutische Konzepte

(1,011 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionUnter Th. K. werden heilkundliche Theorien der Medizin verstanden, die aus dem jeweiligen Verständnis von Krankheit entsprechende Heilweisen ableiten; diese folgen dann in der Praxis nachvollziehbaren Theorien und Regeln. Prinzipiell kann für die Nz. zwischen magischen und rationalen Th. K. unterschieden werden (s. u. 2.). Den rationalen K. der Schulmedizin liegt die antike Dreiteilung der Therapie (diätetische, chirurgische, medikamentöse) zugrunde, wobei die Diätetik auch vorbeugende (prophylaktische) Ziele verfolgt und zugleich die dem Kö…
Date: 2019-11-19

Anatomie

(1,817 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Ausgangsbedingungen der neuzeitlichen AnatomieBereits in der ma. A. waren Sektionen menschlicher Körper keineswegs durchgängig verboten. Von einer autopsia im modernen Sinne, d. h. von einer eigenen Betrachtung und Interpretation der tatsächlichen Sektionsbefunde, konnte keine Rede sein, denn das in sich geschlossene Dogma der Humoralpathologie (Säftelehre) und der in diese Lehre eingebundenen A. und Physiologie bot für fast alle Erkrankungen ein nachvollziehbares Erklärungs- und Handlungskonzept. Nach neuen anatom.-physiologischen Er…
Date: 2019-11-19

Kräuterbücher

(957 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionUnter K. werden allgemein die gedruckten Pflanzenbücher der Frühen Nz. verstanden. In diesen Kompendien werden Pflanzen und Arzneidrogen im Detail beschrieben sowie ihre medizinischen Anwendungsbereiche erläutert. Häufig werden auch arzneilich verwendete Tiere, Tierprodukte und Mineralien dargestellt.Wolfgang Uwe Eckart2. Vorläufer und Entwicklung in der Frühen NeuzeitPflanzenbücher und K. der Antike dienten bis weit in die Frühe Nz. als wichtige Referenzquellen des medizinisch-pflanzenkundlichen Wissens (Pharmazie). Vorbilder waren v. a. die S…
Date: 2019-11-19

Vitalismus

(1,155 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. AllgemeinUnter V. (von lat. vita, »Leben«) ist eine mediz.-philosophische Strömung des 18. Jh.s zu verstehen, deren Anhänger die Existenz einer das Leben steuernden und erhaltenden Lebenskraft ( vis vitalis) propagierten. Der V. erhielt seine Impulse aus der antithetisch gegen den cartesianischen Mechanismus gerichteten Seelenlehre Georg Ernst Stahls (Animismus) [9. 293–310]; [7]; [8]. Im Vordergrund standen nun die antreibenden und lebenserhaltenden Kräfte jedes einzelnen Organs ( vita propria) und des Körpers insgesamt.Der von den franz. Ärzten Théophile de Bordeu…
Date: 2019-11-19

Solidarpathologie

(940 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition S. bezeichnet die systematische Ursachenerforschung der Krankheiten (griech. pathología, d. h. die Lehre von deren Entstehung, Verlauf und Zeichen) auf der Grundlage pathologisch-anatomischer Veränderungen einzelner Organe oder Körpergewebe (lat. solida, »feste Bestandteile«). Sie grenzt sich gegen die Humoralpathologie (Humorallehre) ab, in der das nichtflüssige morphologische Substrat des Organismus lediglich als Schauplatz säftephysiologischer Vorgänge gilt.Wolfgang Uwe Eckart2. Anfänge Morphologische Veränderungen der Gewebe und Organe des…
Date: 2019-11-19

Tuberkulose

(1,024 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Der Begriff T. (von lat. tuberculum, »Knötchen«; tuberculosis, »krankhafte Erscheinung«) taucht erstmals in mediz. Titeln des frühen 19. Jh.s neben griech./lat. phtisis auf; geläufiger war dt. Schwindsucht (Lungenauszehrung; vgl. engl. pulmonary consumption [15]): »phthisis heist zu teutsch die schwintsucht und kumpt von einem geschwer oder von einer feulnis der lungen und sie ist ein todtenliche sucht unnd ir ist auch muelich zu helffen« [1. 72]. Diese Begriffe standen für ein weites Spektrum auszehrender tödlicher Krankheiten, denen die Affektion der Lu…
Date: 2019-11-19

Psychiatrie

(1,895 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff und DefinitionDer Begriff P. (von griech. psych椃, ›Seele‹, und iatrós, ›Arzt‹) wurde 1808 als griech. Kunstwort vom Hallenser Arzt Johann Christian Reil geprägt (ursprgl. ›Psychiaterie‹ [4]; [5]; [12]), im Sinne von Seelen- oder Gemütsheilkunde. Bis zum 19. Jh. fiel darunter auch ein weites Spektrum neurologischer Krankheiten, etwa die Epilepsie oder der Veitstanz ( Chorea Huntington).Die P.-Geschichte kann von ihren Anfängen bis zum Beginn des 20. Jh.s in drei große Epochen gegliedert werden [14]; [6]: (1) Für die Zeit von der Antike bis zum Ende des 18. Jh…
Date: 2019-11-19

Syphilisschriften [Hinzugefügt 2017]

(1,753 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Das Gotteslästerer-Edikt Maximilians I.Die breite Berichterstattung der 1490er Jahre über eine neue Krankheit – erst seit Girolamo Fracastoros Lehrgedicht Syphilidis sive de morbi gallici (»Syphilis oder die französische Krankheit«, 1530) unter dem Namen Syphilis bekannt – ist bemerkenswert, aber nicht erstaunlich. Von einem der nahezu jährlich auftretenden Pest-Züge dahingerafft zu werden, galt als Gruppenschicksal, dem wenig mehr als die Flucht entgegengesetzt werden konnte. Sich aber die Syphilis – den »mal Franzos«…
Date: 2021-06-18

Gesundheit

(1,500 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDer G.-Begriff der Frühen Nz. war bis in die Mitte des 17. Jh.s noch wesentlich durch die antike Säftelehre (Humoralpathologie/-physiologie) und Diätetik geprägt. Mit der Ablösung humoralphysiologischer Vorstellungen in der zweiten Hälfte des 17. Jh.s wurden andere G.-Konzepte bestimmend, die sich vom 18. bis ins frühe 19. Jh. v. a. aus mechanistischen (Iatromechanik), animistischen und vitalistischen Vorstellungen vom Leben des Menschen in G. und Krankheit speisten (Animismus; Vitalismus). Vor der Folie der Naturheilkunde, der naturwiss. Physiologie, d…
Date: 2019-11-19

Medizinalordnung

(886 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und Vorgeschichte M. regelten im 16. und 17. Jh. als herrschaftliche Erlasse, Edikte und Verfügungen in erster Linie das Verhalten der verschiedenen mediz. Berufsgruppen und ihrer Vertreter (Medizinalpersonen) zueinander, bestimmten Ausbildungs- und Qualifikationskriterien und enthielten daneben gelegentlich hygienische (Seuchenvermeidung) und pharmazeutische Anweisungen; sie waren Ausdruck territorial gebundener herrschaftlicher (einschließlich städtischer) Sorge um das gesundheitliche Wohl der Untertanen und Bürger [1]. Der Übergang der M…
Date: 2019-11-19
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