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Your search for 'dc_creator:( Eckart, AND Wolfgang AND Uwe ) OR dc_contributor:( Eckart, AND Wolfgang AND Uwe )' returned 58 results. Modify search

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Quacksalber

(1,183 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff und UmfeldDer aus quack- (»schreien«, »quacken«) und - salver (von ahdt. salbari, »Arzt«, oder lat. salvare, »heilen«) zusammengesetzte Begriff Q. (engl. quack, franz. charlatan, ital. ciarlatano) steht meist für jemanden, der sich als Heilkundiger ausgibt und ohne Berechtigung praktiziert, gelegentlich auch für zugelassene Heiler, die marktschreierisch (lat. circumforaneus) [2] ihre Kunst oder Heilmittel feilbieten. Q. sind vereinzelt seit der ersten Hälfte des 16. Jh.s nachweisbar, so etwa in einem Rechtstext aus Rügen (1531; » arsten [Ärzte] und alle ander…
Date: 2019-11-19

Krankheit

(2,361 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Der nzl. K.-Begriff war bis in die Mitte des 17. Jh.s noch wesentlich durch die antike Humorallehre (Säftelehre) und Diätetik geprägt. Mit der Ablösung humoralphysiologischer Vorstellungen wurden andere K.-Konzepte bestimmend, die sich vom 18. bis ins frühe 19. Jh. v. a. aus mechanistischen (Iatromechanik), animistischen und vitalistischen Vorstellungen vom Leben des Menschen in Gesundheit und K. speisten. Angesichts der naturwiss. Physiologie, der Zellularpathologie und der Bakteriologie wurde K. um die Mitte des 19. Jh.s zunehmend al…
Date: 2019-11-19

Blutkreislauf

(1,068 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Vorstellungen bis in die Frühe NeuzeitDer kanonischen Blutbewegungslehre des griech.-röm. Arztes Galenos von Pergamon folgend herrschte von der Antike bis ins 17. Jh. die Auffassung einer zentrifugalen Bewegung des Blutes im Körper vor. Nach seiner Entstehung in der Leber gelange es über die Hohlvene in die rechte Herzkammer, von dort über die Herzscheidewand in die linke Herzkammer, von wo es sich in alle Teile des Körpers ausbreite, um schließlich in der Körperperipherie verbrannt zu werden. Erste Erwe…
Date: 2019-11-19

Naturwissenschaftliche Medizin

(695 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffUnter N. M. wird die Zugrundelegung und konsequente Anwendung naturwiss. Methoden und Ergebnisse aus der Physik und Chemie in der Medizin des 18. und 19. Jh.s verstanden (vgl. Experimentalmedizin). Mit ihr war die – zumindest intendierte – Abkehr von ganzheitlichen oder rein philosophischen Konzepten der M. verbunden, insbes. vom Vitalismus und in Deutschland von der romantischen NaturphilosophieSchellings sowie ihren Anwendungen auf die M.Wolfgang Uwe Eckart2. VoraussetzungenVon der Antike bis ins 17. Jh. war die M. in Diagnose und Therapie wesent…
Date: 2019-11-19

Epidemiologie

(840 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die E. (von griech. epídēmos, »im Volk verbreitet«, und lógos, »Lehre«) beschreibt Auftreten, Ursachen und Verteilung von gesundheitsbezogenen Zuständen, Ereignissen und Risiken in Populationen und sucht Wege, mit diesem Wissen Gesundheit wiederherzustellen und zu fördern sowie Krankheiten durch Prävention zu verhindern. Das epidemiologische (= epid.) Wissen wird i. Allg. angewandt, um Gesundheitsprobleme der Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Erste Bemühungen um die E. im wiss. Sinne fanden im 17. Jh. statt.Wolfgang Uwe Eckart2. Demographische Epidem…
Date: 2019-11-19

Syphilis

(1,608 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition, Namen und UrsprungS. ist eine chronische Krankheit, die meist durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Die heutige Bezeichnung geht auf den ital. Arzt und Dichter Girolamo Fracastoro und sein vermutlich bereits 1521 entstandenes Lehrgedicht Syphilidis sive morbi Gallici libri tres zurück (»Drei Bücher von der S. oder der Franz. Krankheit«; gedr. Verona 1530; Rom 1531). Diese Bezeichnung (unabhängig von Bezügen zu Fracastoro) trat im 18. Jh. vereinzelt auf und setzte sich erst im 19. Jh. durch. Ältere Termini sind morbus Gallicus, mal Frantzos, Span. Pocken, mal…
Date: 2019-11-19

Cholera

(1,051 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionDer Begriff Ch. findet sich im Hebräischen als chaul rah (»böse Krankheit«). Ob die Krankheitsbezeichnung von griech. choládes (»Gedärme«) herrührt und Darmleiden bedeutet, in Anlehnung an die Viersäftelehre aus den griech. Worten für Galle ( chólos) und Fluss ( rhóos) zusammengesetzt ist (»Gallenfluss«) oder im Hinblick auf die profusen Diarrhoen mit cholédra (»Abflussrinne«) identifiziert wurde, ist etymologisch unklar. Anders als die in Europa seit langem bekannte Gallenruhr (lat. ch. nostras), die einheimische, unechte Ch., ein durch verschiedene …
Date: 2019-11-19

Irritabilität

(1,017 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff»Reizbarkeit«, von lat. irritabilis, irritabilitas (vgl. auch »Sensibilität« von lat. sensibilis, sensibilitas), ist eine medizinische Zustandsbeschreibung des Körpers hinsichtlich seiner Fähigkeit, äußere (Sinnes-)Reize zu empfangen und auf sie zu reagieren. Störungen der I. oder Sensibilität wurden als krankhafte Erscheinungen gedeutet.Um 1700 war das cartesianisch-mechanistische Lebenskonzept (Mechanismus) zunehmend in die Kritik geraten. Bei der Erklärung des menschlichen Körpers behielt zwar der physikalisch-mechanische Reduk…
Date: 2019-11-19

Medizinische Fakultät

(1,106 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Die M. F. (von lat. facultas medica; »mediz. Fähigkeit«, »mediz. Macht«, im übertragenen Sinne »mediz. Korporation«) findet sich bereits in ma. Universitäten. Sie war im Corpus der Universität autonomer Ort mediz. Ausbildung und Verleiherin mediz. Grade, im Wesentlichen also des Titels eines Lizentiaten (lat. licentia doctorandi; »Lehrbefugnis«) oder eines mediz. Doktortitels (lat. doctor medicinae) nach erfolgter Wissensprüfung (Examen), später auch Wächterin über die Ausbildungsqualifikation der Heilkundigen eines politischen Herrschaftsbereichs.W…
Date: 2019-11-19

Ungeziefer

(1,623 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Sieglerschmidt, Jörn
1. BegriffDer Begriff U. (franz. vermine, engl. vermin) ist seit dem 12. Jh. bezeugt, wobei sich das ahdt. Stammwort zebar zu nhdt. ziefer (»Tier«) wandelte. Möglicherweise bezeichnete der Stamm im engeren Sinne das Opfertier, sodass das doppelte Peiorativ-Präfix un- und ge- auf nicht zur Opferung geeignete Tiere verweisen dürfte. Synonyme waren u. a. »Geschmeiß« (von mhdt. smeiszen und smîszen; mlat. cacare, »mit Kot beschmutzen«), das Martin Luther auch antijüd. sinnbildlich verwendete (»die Jüden mit jrem geschmeis und lere«; s. u. 5.) oder »Gezüchte«, das seit Konrad von …
Date: 2019-11-19

Organismus

(1,686 words)

Author(s): Toepfer, Georg | Eckart, Wolfgang Uwe
1. WortgeschichteDas Wort O. (von griech. órganon/lat. organum, »Werkzeug«, »Musikinstrument«) erscheint in lat. Form erstmals in Texten des HochMA. Bis zur zweiten Hälfte des 17. Jh.s sind allerdings nur zwei Nachweise des Ausdrucks bekannt, der eine aus dem 11. Jh. in alchemistischem, der andere aus dem 12. Jh. in kirchenmusikal. Kontext [7. 320]. Als Ableitung von »organisch« und »Organ«, die schon seit der Antike zur Bezeichnung der lebendigen gegliederten Körper und ihrer Teile dienten, rückte der Ausdruck O. seit Ende des 17. Jh.s in den Kontext der sich…
Date: 2019-11-19

Medikalisierung

(2,021 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Jütte, Robert
1. DefinitionDer Terminus M. geht auf die von der Annales-Schule beeinflusste franz. Medizingeschichtsschreibung zurück [4]. Erstmals wurde der Begriff von dem franz. Historiker Jean-Pierre Goubert definiert [9. 170]. Er verstand unter M. einen Vorgang von langer Dauer, der in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s einsetzte und in dessen Verlauf es den Ärzten gelang, ihr mediz. Angebot mit Hilfe des Staates breiten Bevölkerungs-Schichten zu oktroyieren. Es handelt sich also um einen Prozess der Erweiterung des mediz. Marktes, bei dem eine Berufsgruppe…
Date: 2019-11-19

Paracelsismus

(2,662 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Bergengruen, Maximilian
1. Begriff und Lehre 1.1. AllgemeinP. bezeichnet zum einen die naturkundliche, hermetisch-chemische, mediz., philosophische und theologische Lehre des Arztes und Naturforschers Theophrast von Hohenheim (genannt Paracelsus, 1493–1541) [2], zum anderen deren Rezeption durch eine fachlich heterogene Autorengruppe vom Ende des 16. bis ins frühe 18. Jh. (s. u. 2. und 3.) – überwiegend alchemisch orientierte Ärzte und Anhänger des häretischen Protestantismus, die Paracelsus mythisierend als »neuen Hippokrates« oder als Elias artista überhöhten. Ihre Lehre wurde von de…
Date: 2019-11-19

Blut

(3,189 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Jarzebowski, Claudia
1. Medizin 1.1. Blut in der HumoralpathologieUnter B. wurde bis ins frühe 18. Jh. der feuchte, wohltemperierte »Safft« verstanden, der »sich in den B.-Adern aufhält, und nach [der Ärzte] Meynung aus vier besondern Feuchtigkeiten, nemlich Schleim, gelber und schwarzer Galle und dem eigentlich sogenanntem B.« bestehe [1. 207]. Die Säfte mit den ihnen eigenen Qualitäten (Blut: warm, feucht; gelbe Galle: warm, trocken; Phlegma/Schleim: kalt, feucht; schwarze Galle: kalt, trocken) entstehen aus Sicht der Humoralpathologie durch Kochung (lat. coctio) aus der Nahrung und sind …
Date: 2019-11-19

Hospital

(1,805 words)

Author(s): Rotzoll, Maike | Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDer Begriff H. ist dem Lateinischen entlehnt (von hospitalitas, »Gastfreundschaft«) und in verschiedenen Abwandlungen in den europ. Sprachen nachzuweisen (dt. hopitalhûs, Spital, Spittel; franz. hôpital; engl.-span. hospital) [2]; [1]. Von Beginn an wurde damit die Doppelfunktion von Krankenversorgung und Zuständigkeit für alle Formen der Bedürftigkeit bezeichnet.Maike RotzollWolfgang Uwe Eckart2. MittelalterDie Entwicklung des H.-Wesens im westl. MA wird meist in engen Zusammenhang mit dem Prinzip der christl. caritas gestellt (Nächstenliebe). So wurde…
Date: 2019-11-19

Iatrochemie

(909 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Müller-Jahncke, Wolf-Dieter
1. Begriff und GrundlagenWährend die Iatroastrologie ebenso wie die Iatromagie ab dem 17. Jh. an Einfluss verlor, verstärkte sich nach dem Erscheinen von Paracelsus' Schriften ab 1560 die Bedeutung der Chemie als tragender Säule des neuen Lebenskonzeptes (Paracelsismus; Chemische Wissenschaften). Die Kernaussage, dass alle Lebensvorgänge essentiell chemisch determiniert seien, verfestigte sich zum Denksystem der I. (von griech. iatrós, »Arzt« und neulat. ( al) chemía, »Chemie«; auch Chemiatrie, Chymiatrie) [7]; [3]; [6].Die I. des 16. und 17. Jh.s ist Ausdruck ei…
Date: 2019-11-19

Tier

(4,838 words)

Author(s): Smith, Justin E.H. | Eckart, Wolfgang Uwe | Sieglerschmidt, Jörn
1. Naturphilosophie 1.1. Abgrenzung zum MenschenDer Begriff des Tierischen wird in der Nz. häufig direkt oder indirekt mit dem des Menschlichen kontrastiert [10]. Anfänglich wurde er verwendet, um das Gebiet der philosophischen Anthropologie abzugrenzen (Mensch, Menschheit); erst später bezeichnete »T.« die Studienobjekte der Zoologie. Diese anthropozentrische Perspektive findet sich deutlich etwa in den renaissancezeitlichen Druckausgaben von ma. Bestiarien, die alle bekannten T.-Arten aus der realen Welt und dem Reich von Phantasie und Fabel meist i…
Date: 2019-11-19

Psychologie

(3,002 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Greve, Ylva | Klippel, Diethelm | Walther, Gerrit
1. Allgemein 1.1. Definition und frühe BegriffsgeschichteDer Begriff P. stammt aus dem Griechischen (von psych椃, ursprgl. ›Atem‹, ›Seele‹; d. h. ›Seelenkunde‹). Die moderne empirische Wissenschaft der P. begründete ihr weltweit erstes Forschungsinstitut 1879 in Leipzig. In philosophischer Perspektive setzte die europ. P. als Beschäftigung mit den Eigenschaften der Seele jedoch schon mit den Vorsokratikern im 5. Jh. v. Chr. ein.Der kroat. Humanist Marcus Marulus (Marulić) soll 1510/17 einen (verschollenen) Traktat Psichiologia de ratione animae humanae (›Seelenkunde …
Date: 2019-11-19
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