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Sakcharon

(224 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (σάκχαρον, lat. sacc[ h] aron). Aus dem Mark des Zuckerrohrs, einer im Mittelmeerraum nicht heimischen Pflanze, gewonnener Zucker. Die Griechen lernten das Zuckerrohr und seinen süßen Saft erst mit dem Indienfeldzug des Alexandros [4] kennen (Strab. 15,1,20; Theophr. h. plant. 3,15,5). In kristalliner Form scheint Zucker nicht vor Beginn des 1. Jh. n. Chr., als der direkte Seehandel von Äg. nach Indien in Gang kam, in den Mittelmeerraum gelangt zu sein (peripl. maris Erythraei 14 Casson). Jedenfalls fand in dieser Zeit das Wort s. in der Bed. “Zuckerkorn” Eing…

Modestus

(226 words)

Author(s): Franke, Thomas (Bochum) | Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] [1] Sab(inius?) M. Statthalter der Prov. Moesia Inferior im J. 241 n.Chr., belegt durch Mz. der Stadt Nikopolis [1. 504-518 Nr. 2040-2107]. Dementsprechend muß er vorher den Suffektkonsulat bekleidet haben. Franke, Thomas (Bochum) Bibliography 1 F. Imhoof-Blumer (Hrsg.), Die ant. Mz. Nord-Griechenlands, Bd. 1, 1898. PIR S 2  A. Stein, Die Legaten von Moesien, 1940, 100f. [English version] [2] Flavius Domitius M. Praefectus praetorio Orientis, 369/370 bis 378 (?) n.Chr. Praefectus praetorio Orientis 369/370 bis 378 (?) n.Chr. Aus Arabien stammend, b…

Muria

(186 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (griech. ἅλμη/ hálmē). Salzlake, die seit frühester röm. Zeit (Fest. 141) zur Konservierung verderblicher Nahrungsmittel genutzt wurde. Obwohl auch natürliche Salzsole Verwendung fand (Plin. nat. 31,83), wurde m. überwiegend aus Salz und Wasser angemischt. In die schärfere m. dura (Colum. 12,6) wurden Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst eingelegt, die dann mariniert ( salsamenta: Plin. nat. 31,83) verzehrt wurden. Eine mildere, gelegentlich mit Honig versetzte m. (Colum. 12,25,3) wurde an Wein und Milchprodukte gegeben, um deren Haltbarkeit zu ve…

Nebridius

(273 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster) | Groß-Albenhausen, Kirsten (Frankfurt/Main) | Schindler, Alfred (Heidelberg)
[English version] [1] Praefectus praetorio Orientis, 365 n.Chr. Praefectus praetorio Orientis im J. 365 n.Chr. N. wurde in Etrurien geb. Seine Laufbahn führte ihn über kleinere Ämter, die er vor 354 innehatte, über die comitiva Orientis 354-358 und die quaestura (sacri palatii) am Hof des Caesars Iulianus [11] 359(?)-360 schließlich zur gallischen Praetorianerpraefektur (Lib. epist. 1315). N. trat dieses Amt 360 an, zog sich aber - als loyaler Gefolgsmann des Constantius [2] II. 361 ins Privatleben zurück, als Iulianus zum Feldzug geg…

Käse

(514 words)

Author(s): Englund, Robert K. (Berlin) | Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] I. Alter Orient K. gehört mit Getreide und Fisch zu den wichtigsten Volksnahrungsmitteln im Alten Orient. Nach vollständiger Entfernung des Butteröls (sumer. ì.nun, akkad. ḫimētu) wurde die Buttermilch zu einem fettfreien und damit lange haltbaren K. verarbeitet; er entspricht dem im mod. Nahen Osten kašk genannten Hart-K.K. wurde auch mit verschiedenen Zutaten gemischt (u.a. Getreide, Datteln, Wein und zahlreichen Gewürzen) und dann den Göttern dargebracht, erwartungsgemäß oft zusammen mit Butteröl. K. wird in der babylon. Lit. selten erwähnt. Englund, Ro…

Obst

(313 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (ὀπῶραι/ opṓrai, lat. poma). Sammelbegriff für eßbare Früchte bzw. Samenkerne (Haselnuß, Mandel, Pinienkern u.ä.), zumeist von O.-Gehölzen. Ant. Autoren unterscheiden nach dem Reifezeitpunkt des O. Frühsommer-, Sommer- und Herbstfrüchte (z.B. Gal. de alimentorum facultatibus 2,2; 8). Die wichtigsten kultivierten Früchte in der röm. Kaiserzeit waren Apfel, Birne, Dattel, Feige, Granatapfel, Pflaume, Quitte und Weintraube (Wein) mit jeweils vielen Unterarten (eine Liste mit diesem und…

Gebäck

(280 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (griech. πλακοῦς, plakús, lat. placenta), meist süße Einzelstücke, die in der ant. Überlieferung je nach Region und Zeit, Mode und Zweck in vielen Arten begegnen (vgl. die Liste bei Athen. 14,643-648). Sie bestanden durchweg aus feinem Mehl (zunächst von Gerste, später überwiegend von Weizen), Wasser, Milch oder Fett sowie (meist) einem Treibmittel. Weitere Zutaten wie Eier, Früchte (Obst), Gewürze, (Frisch-)Käse, Nüsse oder Süßstoffe sorgten für den typischen Duft und Geschmack eine…

Opson

(157 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (ὄψον) bezeichnete jede Art von gekochter, gebratener oder roher Kost, die zum Grundnahrungsmittel (Ernährung) aus Getreide oder Hülsenfrüchten gereicht wurde, also Gemüse und Obst ebenso wie Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte (Hom. Od. 3,480; Athen. 7,277a; 14,648f); auch opsónion, lat. obsonium. In klass. Zeit erhielt der Begriff die Spezialbed. “Fisch” (Athen. 7,276e), weil dieser in den Küstengebieten des Mittelmeeres schlechthin die Zukost zum Grundnahrungsmittel war (Fischspeisen). Je nach Kontext konnte o. billige, oft eingelegte Fische,…

Probus

(1,194 words)

Author(s): Birley, A. R. (Düsseldorf) | Tinnefeld, Franz (München) | Gutsfeld, Andreas (Münster) | Schmidt, Peter L. (Konstanz)
[English version] [1] Imperator Caesar M. Aurelius Probus Augustus Kaiser Probus Röm. Kaiser 276-282 n. Chr. Geb. am 19.8.232 n. Chr. in Sirmium; Angaben zu seinem Vater in SHA Probus 3,2 und bei [Aur. Vict.] epit. Caes. 37,1 sind wohl fiktiv. P.' Laufbahn bis zu seiner Kaisererhebung im Sommer 276 im Osten (Zos. 1,64) ist unbekannt (in SHA Probus ist er mit dem dux Tenagino P. verwechselt). In seiner gut sechsjährigen Regierungzeit ( cos. I-III 277-279, cos. IV 281, cos. V 282) hatte er erst am Rhein gegen die Alamanni, dann gegen Franci, Burgundiones und Vandali zu kämpfen (Zos. 1,67-68; Got…

Praefectus praetorio

(1,137 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
(“Praetorianerpraefekt”; griech. ἔπαρχος bzw. ὕπαρχος τῆς αὐλῆς/ éparchos bzw. hýparchos tēs aulḗs). Inhaber eines der wichtigsten Ämter in der Reichsverwaltung der röm. Kaiserzeit. [English version] A. Prinzipat Das Amt wurde im J. 2 v. Chr. durch Augustus eingerichtet, als dieser zwei Männer aus dem Ritterstand ( equites Romani ) an die Spitze seiner Leibgarde, der Praetorianer ( cohortes praetorianae), stellte (Cass. Dio 55,10). Die urspr. Aufgabe des p.p. bestand im Kommando der kaiserl. Leibwache, die den Schutz des Kaisers im Hauptquartier ( praetorium

Most

(233 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (γλεῦκος/ gleúkos; [ vinum] mustum). Noch nicht vergorener oder gerade in Gärung befindlicher Saft von gepreßten Früchten wie Apfel, Birne, Dattel, Feige, Granatapfel, Kornelkirsche, Quitte und Speierlingsfrucht (Plin. nat. 13,44-45; 14,102-103. 125; 15,109). Die wichtigste Art des M. wurde aus Weintrauben hergestellt (Colum. 12,41; Plin. nat. 23,29); sie wurde lat. als vinum mustum bezeichnet, wovon sich das dt. Wort M. herleitet. Frischer M., dessen abführende und kräftigende Wirkung Ärzte schätzten (Cels. artes 4,26,5-6; Diosk…

Postumianus

(100 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] Praefectus praetorio Orientis 383 n. Chr. P., ein aus dem Westen stammender orthodoxer Christ, stieg über verschiedene, nicht näher bekannte Ämter zur Praetorianerpraefektur des Ostens auf (Greg. Naz. epist. 173). Er trat dieses Amt Anf. 383 an (Cod. Theod. 9,42,10), bekleidete es aber nur bis E. des Jahres (Cod. Theod. 16,5,12). Nach seiner Rückkehr in den Westen wurde er 395-396 mit einer Gesandtschaft des stadtröm. Senats zum Kaiser betraut (Symm. epist. 6,22,3; 6,26,2). Gutsfeld, Andreas (Münster) Bibliography W. Enßlin, s. v. P. (2), RE 22, 890  PLRE 1, 718 (…

Polenta

(137 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (ἄλφιτα). Gerstengraupen, -mehl, -brot. Der lat. Begriff p. bezeichnet zum einen die Grütze von enthülsten und gerösteten Gerstenkörnern, zum anderen den Brei, der aus dieser Grütze mit Wasser, Salz und anderen Zutaten gemischt oder gekocht wurde (Plin. nat. 18,72; Pall. agric. 7,12). Gerstenbrei, der zusammen mit Zukost wie Öl oder Gemüse auf den Tisch kam, gehörte in Griechenland bis in hell. Zeit zu den wichtigsten Gerichten. Dagegen bevorzugte man in It. - vielleicht mit Ausnahme der Gallia Cisalpina (Plin. nat. 18,85) - den Emmerbrei ( puls), das röm. Nation…

Neoterius

(127 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] Flavius N., praefectus praetorio Galliarum 390 n.Chr. N., ein novus homo , begann seine Laufbahn im Westen des Reichs. 366 ging er wohl als tribunus et notarius des Valentinianus I. nach Nordafrica (Amm. 26,5,14). Er wurde ein Vertrauter des Theodosius, der ihn nach seiner Ernennung zum Kaiser in seinen Reichsteil mitnahm und ihm von 380 bis 381 die Praetorianerpraefektur des Ostens übertrug. Obwohl Kritik an seiner Amtsführung laut geworden war (Lib. or. 2,72-73), hielt Theodosius I. an N. fest. Er schic…

Met

(194 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (griech. ὑδρόμελι/ hydrómeli, lat. [ aqua] mulsa). Getränk aus zumeist einem Teil Honig und zwei Teilen Wasser (Colum. 12,12; Dioskurides, De materia medica 5,9 Wellmann), das frisch, häufiger aber vergoren mit einem Alkoholgehalt von etwa 15% konsumiert wurde. Neben Bier war M. das älteste Rauschgetränk im Mittelmeerraum. Als in histor. Zeit der Wein aufkam, wurde M. zunächst in Griechenland, später auch in It. weitgehend verdrängt, nicht zuletzt deshalb, weil Trauben in größeren Meng…

Comissatio

(145 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] Das Trinkgelage der Römer, schloß regelmäßig an eine festliche cena an und dauerte oft bis tief in die Nacht. Lange Zeit blieb sie nur Männern vorbehalten, seit Ende der röm. Republik konnten aber auch Frauen am Trinkgelage teilnehmen. Die c., eine in sozialer Hinsicht höchst bedeutsame Form der Geselligkeit, drang spätestens Ende des 3. Jh.v.Chr. nach Rom. Ihr Name leitet sich vom griech. Wort für Gelage, κῶμος ( kṓmos), ab; ihre Struktur und Regeln entsprachen weitgehend denen des Symposions (Gastmahl). Neben dem Trinken bestand die Unterhaltun…

Gemüse

(479 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] Meist einjährige Pflanzen, deren Teile sich roh oder gekocht zum Verzehr eignen. In der ant. Welt gab es G. in großer Zahl; allein für das kaiserzeitliche It. sind fünfzig Garten- und fünfzig Wildg.-Sorten bezeugt. Heute vielfach unbekannt oder ungebräuchlich, wurden sie in ant. Quellen in drei große Gruppen eingeteilt: 1. legumina (vor allem die eiweißreichen Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Linsen, Lupinen; vgl. die Listen bei Colum. 2,7,1-2; Plin. nat. 18,117-136); 2. olera (insbes. die vitamin- und ballaststoffreichen Blatt-G., Kno…

Ei

(126 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (ᾠόν, ovum). In der ant. Küche wurden Eier von allen domestizierten Vögeln wie Enten, Fasanen, Gänsen, Hühnern, Pfauen, Rebhühnern und Tauben, gelegentlich auch von wilden Vögeln verwendet. Im allg. Sprachgebrauch verengte sich die Bed. von “Ei” aber auf das Hühnerei, das in Griechenland spätestens seit dem 6. Jh.v.Chr. bekannt war und später auch in der röm. Welt geschätzt wurde. Das Hühnerei war ein durchaus preiswertes Nahrungsmittel (Edictum Diocletiani 6,43), das während eines Mahls gern zur Vorspeise gereicht wurde (Hor. sat. 1,3,6f.: ab ovo usque ad mala).…

Deipnon

(305 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (δεῖπνον). In frühgriech. Zeit Bezeichnung jeder Mahlzeit am Tag. Wohl infolge der Verstädterung hatte sich die Bed. von d. aber im 5. Jh.v.Chr. in Athen auf die Hauptmahlzeit, die bei Sonnenuntergang begann, verengt. Das d. wies eine feste Ordnung auf. Es setzte sich aus dem eigentlichen Mahl mit mehreren möglichen Gängen und dem Nachtisch, der zum Trinkgelage ( sympósion) überleiten konnte, zusammen; erst im zweiten Teil des d. trank man mehr Wein. Da die Griechen das d. als Ausdruck der Verbundenheit mit den Göttern verstanden, begannen und beendeten sie jedes d. m…

Rufinus

(1,183 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) | Johne, Klaus-Peter (Berlin) | Gatti, Paolo (Trient) | Gutsfeld, Andreas (Münster) | Portmann, Werner (Berlin) | Et al.
Röm. Cogn., abgeleitet von Rufus, in republikan. Zeit in der Familie der Cornelii (Cornelius [I 62]), in der Kaiserzeit weitverbreitet (Antius [8], Aradius [1], Caecilius [II 19], Clodius [II 13], Cuspius [3], Fadius [II 1], Vibius), in der Spätant. auch häufiger Eigenname. Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) [English version] [1] Magister militum per Thracias um 515 n. Chr. Magister militum per Thracias um 515 n. Chr., wurde von Kaiser Anastasios [1] I. mit dem Kampf gegen den Söldnerführer Vitalianus betraut (Ioh. von Antiocheia fr. 214e = FHG 5, 34; Chr…
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