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Sklaverei

(4,188 words)

Author(s): Heesch, Matthias | Kessler, Rainer | Harrill, J. Albert | Luker, Ralph E. | Ludwig, Frieder
[English Version] I. AllgemeinUnter S. wird eine soziale Struktur (einschließlich deren rechtlichen und ethischen Normvorgaben) verstanden, in deren Rahmen (bestimmte) Menschen als Sachen verstanden und behandelt werden. Das beinhaltet außer dem Bestimmungsrecht über Tätigkeit, Aufenthalt, persönliche Verhältnisse etc. des Sklaven insbes. auch die absolute Verfügungsgewalt des Eigentümers über Leib und Leben des Sklaven sowie das Recht, diesen wie eine Sache zu veräußern. Diese implikationsreiche Bestimmung unterscheidet die S. von anderen Formen der Unfreiheit (Schuldknechtschaft, Leibeigenheit, Hörigkeit u.a.). – S. ist in der Antike weit verbreitet. Der Status als Sklave entsteht auf unterschiedliche Weise, insbes. durch Kriegsgefangenschaft, Raub (oft Schiffspiraterie), Überschuldung – obwohl Schuldknechtschaft nicht in allen Punkten der S. gleichkommt –, Strafverurteilung und unfreie Geburt. Armut und Abhängigkeit als solche – die in der Spätantike weit um sich greifen, sind auch dann keine S., wenn sie faktisch die von ihr Betroffenen weit unter die durchschnittliche Situation der Sklaven stellen. – Klassisch bestimmt Aristoteles den Sklaven als menschliches Werkzeug, dem personales Wesen im engeren Sinne abzusprechen sei. Vielmehr sei der Sklave dies »von Natur« (pol. 1254a 15ff.), denn nur »vernehmend« habe er Teil an der Vernunftnatur des Menschen (pol. 1254b 20ff.). Freilich verbindet Aristoteles diesen Gedanken mit dem einer wechselseitigen personalen Achtung: Herr und Sklave »verdienen ihren Stand von Natur«, dies anerkannt ist jedoch »eine gegenseitige Freundschaft (…) nützlich« (pol. 1255b 10ff.). Die Betonung der identischen menschlichen Natur führt in der Stoa jedoch zur immer stärkeren Betonung der Gleichheit, damit zur Hinterfragung der auf prinzipieller Ungleichheit beruhenden Institution S.: »Stets ist ja das Recht gesucht worden, das Gleichheit garantiert« (Cic.off. II 42). Die Verbindung derartiger stoischer und ntl.-christl. Motive in der frühchristl. Ethik hat die S. – theoretisch – im Einflußbereich des Christentums erschüttert und längerfristig deren Ende herbeigeführt (s.u. IV.). – Das AT (s.u. II.) kennt die S. als tendentiell lebensfeindliche Institution von Fremdvölkern (Gen 37,12–36), die sich freilich auch gegen die Angehörigen solcher Völker richten kann (Lev 25,44–56); Schuldknechtschaft und andere Formen der Unfreiheit sind spätestens im Erlaßjahr (alle fünfzig Jahre) aufzulösen (Lev 25,10f.). Schuldknechtschaft und S. werden ausdrücklich unterschieden (Lev 25,39). – Das NT (s.u. III.) kennt zwar die Bez. Sklave (doúlos) als Selbstbez. des Apostels Paulus (Röm 1,1 u. ö.), grundsätzlich fällt aber – da schon die Gottesbeziehung nicht mehr unter diesen Begriff, sondern unter den der Freundschaft fällt (Joh 15,15) – auch im Miteinander der Menschen die S. in ihrem Wesensgehalt dahin (Gal 3,28), was Paulus allerdings mit der Mahnung verbindet, im jeweiligen Stand zur Zeit der Berufung zu bleiben (1Kor 7,17–24; vgl. Phlm passim [Philemonbrief]). Der Gedanke, Christus sei die Personmitte der Glaubenden (Gal 2,20), enthält ein wirksames argumentatives Potential gegen die Unterstellung prinzipieller Ungleichheit, wie sie im Institut der S. vorausgesetzt wird. – Das christl. MA kannte zwar viele Formen (auch erblicher) Unfreiheit, kaum jedoch in größerem Umfang die S. Auch die Leibeigenschaft der Bauern, die angesichts weitgehender Verelendung des Bauernstandes immer wieder zu Erhebungen und 1525 schließlich zum Bauernkrieg führte, kann, trotz der drückenden Last für die von ihr betroffenen Bauern, nicht als S. im Sinne obiger Definition angesprochen werden. – S. tritt verstärkt auf seit der frühen Neuzeit mit Beginn der Kolonialisierung (Kolonialismus): V.a. auf den großen Plantagen und in Erzbergwerken der Kolonien werden zahlreiche, teils einheimische, teils…

Zins

(3,316 words)

Author(s): Grundmann, Stefan | Bayer, Stefan | Schneider, Helmuth | Kessler, Rainer | Strohm, Christoph | Et al.
[English Version] I. Zum BegriffDer Begriff Z. geht zurück auf census (lat. Steuerkataster). Konzeptuell dem heutigen Z. vergleichbar sind jedoch erst die ma. censuales oder censuarii, (anfangs noch abhängige) »Zinsleute«, die dem Herrn für die Nutzung von Land periodisch Abgaben entrichteten. Der Z. mochte hier noch immer eine (hoheitliche) Abgabe sein, entscheidend war jetzt jedoch erstmals und blieb seitdem: die Zahlung für die Nutzungsüberlassung, typischerweise periodisch, stets nutzungszeitabhängig. …