Search

Your search for 'dc_creator:( "Gippert, Jost" ) OR dc_contributor:( "Gippert, Jost" )' returned 15 results. Modify search

Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Sprachschichten

(646 words)

Author(s): Gippert, Jost | Binder, Vera
[English version] I. Allgemein Im Sinne einer synchronen Betrachtungsweise bildet “S.” den Überbegriff über die verschiedenen Ausprägungen, die eine gegebene Sprache (= Spr.) in ihrer Verwendung bei einzelnen Sprechern (Idiolekt), bei durch ihre soziale Stellung definierten Sprechergruppen (Soziolekt) oder bei geogr. bestimmbaren Sprechergemeinschaften (Dialekt) annimmt; im Sinne einer diachronen Betrachtungsweise ist S. Bezeichnung der unterschiedlichen histor. Strata, die sich in Form von lexikali…

Sprachkontakt

(485 words)

Author(s): Gippert, Jost
[English version] Das Aufeinandertreffen zweier oder mehrerer Sprachen (= Spr.), meist in geogr. Nachbarschaft und unter Vermischung der jeweiligen Sprechergemeinschaften, wodurch Kommunikation über die Sprachgrenzen hinweg bedingt oder ermöglicht wird. Typische Erscheinungsform eines intensiveren S. ist der Bilingualismus, bei dem einzelne Sprecher über ausreichende Kompetenz in zwei (oder mehreren) Spr. verfügen und diese (im Sinne von Zwei- oder Mehrsprachigkeit) wechselnd einsetzen (in der Spr…

Dual

(212 words)

Author(s): Gippert, Jost (Frankfurt/Main)
[English version] Numeruskategorie, die in Abgrenzung zum Sg. (Einzahl) und Pl. (Mehrzahl) eine (paarige oder akzidentielle) Zweizahl bezeichnet. Während der D. in der idg. Grundsprache noch über die gesamte nominale und verbale Flexion verbreitet war, ist er in den meisten idg. Einzelsprachen nur mehr rudimentär bezeugt. Das umfangreichste D.-System ist im Indoiran. erhalten geblieben, während z.B. das Lat. Reste einer dual. Flexion nur noch bei duo < duō “zwei” und ambō “beide” zeigt (Dat.-Abl. duōbus, ambōbus). Im älteren Griech. sind dual. Formen noch in größerem A…

Sprachwandel

(667 words)

Author(s): Gippert, Jost
[English version] I. Allgemeines Eine universale Tendenz der menschlichen Sprache (= Spr.) besteht darin, sich auf allen Ebenen stetig zu verändern, wobei teils äußere Faktoren (z. B. Sprachkontakt), teils innere Faktoren (z. B. Anomalien) verantwortlich gemacht werden können. Von einer gegebenen Spr. ausgehend, kann S. über längere Zeiträume hinweg zunächst zu einer dialektalen Diversifikation (Sprachschichten), dann, bes. bei geogr. Absonderung, zur Aufspaltung in verwandte, aber selbständige Spr.…

Lehnwort

(771 words)

Author(s): Gippert, Jost (Frankfurt/Main)
[English version] In der sprachwiss. Terminologie Bezeichnung für solche Wörter, die aus einer Sprache in eine andere (“entlehnende”) übernommen werden. Der Terminus überlappt sich mit demjenigen des Fremdworts; die Unterscheidung zw. beiden wird meist daran geknüpft, daß L. im Gegensatz zu Fremdwörtern eine weitergehende Anpassung an das System der übernehmenden Sprache zeigen, die zumeist mit einer länger andauernden Benutzung in der letzteren einhergeht. Die Existenz von L. setzt einen bestimmt…

Synkretismus

(1,756 words)

Author(s): Gordon, Richard L.; Ü:S.KR. | Gippert, Jost
I. Religionswissenschaftlich [English version] A. Allgemeines Im rel. Bereich kann S. als der Prozeß der friedlichen oder strittigen gegenseitigen Durchdringung von Elementen aus zwei oder mehr Traditionen definiert werden [1]. “Trad.” ist hierbei notwendigerweise ein mehrdeutiger Begriff; für die Ant. unterscheidet man herkömmlicherweise zw. “internem S.” und “Kontakt-S.”. Als “interner S.” wird die Übertragung von Erscheinungsformen, Namen und Epitheta von einer Gottheit auf eine andere innerhalb eines einzigen polytheistischen Systems beze…

Flexion

(981 words)

Author(s): Gippert, Jost (Frankfurt/Main)
[English version] Überbegriff über alle Arten von Veränderungen, die bei der Bildung von Formen zu einem gegebenen Stammwort (Lemma) auftreten; die F. umfaßt die Dekl. als die Bildung nominaler (subst., adj. und pronominaler) und die Konjugation als die Bildung verbaler Formen. Bei der F. treten verschiedene Verfahren zutage, die sich grob in affixale und eigentliche flexivische einteilen lassen; in den idg. Sprachen des Altertums, aber auch der Neuzeit sind beide gleichermaßen vertreten. Die affixalen Verfahren umfassen ihrerseits Präfixe (vorangestellte), Suffixe …

Sprache

(958 words)

Author(s): Gippert, Jost
[English version] Der Begriff bezeichnet zum einen das primäre Mittel menschlicher Kommunikation und die Fähigkeit dazu, zum anderen die Ausprägungen, die dieses Kommunikationsmittel bei einzelnen Sprechergemeinschaften angenommen hat (im Sinne von Einzel-S.). Im ersteren Sinne war S. schon in der Ant. Gegenstand wiss. Betrachtung (Sprachtheorie); herausragendes Produkt ist Platons Dialog ‘Kratylos, in dem u. a. die Frage diskutiert wird, ob “Namen” θέσει/ thései (d. h. “durch Festsetzung” oder “Übereinkunft” der Sprecher) oder φύσει/ phýsei (d. h. “aus der Natur” …

Anomalie

(171 words)

Author(s): Gippert, Jost (Frankfurt/Main)
[English version] Überbegriff für Unregelmäßigkeiten innerhalb eines sprachlichen Systems. A.en innerhalb der Morphologie (Flexionssystem) entstehen oft durch Lautwandel; sie tendieren dazu, durch Analogie [2] beseitigt zu werden. So konnte z. B. die gr.-homer. Form Ζῆν, die als Akk. Sg. von Ζεύς  di̯ēu̯s auf die in der uridg. Grundsprache durch Wirkung des sog. “Stangschen” Gesetzes entstandene Form di̯ēm zurückgeht, in verschiedener Weise “regularisiert” werden: durch “paradigmatischen Ausgleich” nach dem Gen. /Dat. Sg., Διός /Διί, entstand die F…

Volksetymologie

(303 words)

Author(s): Gippert, Jost
[English version] In der Mitte des 19. Jh. geprägter Begriff (zuerst wohl bei [1]), mit dem die bewußte oder unbewußte Deutung von Wörtern und ihre darauf beruhende Umgestaltung (im Sinne einer Angleichung an vermeintlich Bildungsverwandtes) durch Muttersprachler gemeint ist. Volksetymologische Umgestaltungen lassen sich im Wortschatz der klass. Sprachen vielfach nachweisen. So wird allg. angenommen, daß griech. κλόνις/ klónis (“Steißbein”) seinen dem altind. śróṇi- (“Schenkel”), lat. clūnis (“Hinterkeule”) entgegenstehenden Vokalismus (zu erwarten wäre †κλοῦνις) e…

Analogie

(826 words)

Author(s): Crubellier, Michel (Villeneuve d'Ascq) | Gippert, Jost (Frankfurt/Main)
[English version] [1] philosophisch Ἀναλογία, ἀνὰ λόγον bezeichnen urspr. die mathematische Proportion, d. h. die Gleichheit von Zahlen- oder Größenverhältnissen (Definition: Eukl. elem. 5, Def. 5 und 6; 7, Def. 20; Aristot. eth. Nic. 5,6; 1131 a 6-b9 poet. 21,11-14; 1457 b 16-30). Die Lehre von den Proportionen wurde zunächst als Problemlösungsinstrument benutzt, entwickelte sich jedoch sehr bald zu einer allg. theoretischen Konstruktion, die Euklid im fünften Buch der ›Elemente‹ darstellt. Platon …

Syntax

(593 words)

Author(s): Gippert, Jost
gleichbedeutend mit “Satzlehre” (σύνταξις bei Apollonios [11], lat. constructio bei Priscianus), beschäftigt sich mit dem Satz als der Grundform sinnvoller Äußerungen, seinem Aufbau und seinen Bestandteilen. [English version] I. Grundlagen Grundlegend für die synt. Analyse ist die Scheidung zw. Wortarten und Satzgliedern, die bereits von den ant. Grammatikern herausgearbeitet wurde (μέρη τοῦ λόγου/ mérē tu lógu, z. B. ὄνομα/ ónoma, ῥῆμα/ rhḗma; partes orationis, z. B. vocabulum, verbum; ὑποκείμενον/ hypokeímenon, subiectum; κατηγορημένον/ katēgorēménon, praedicatum…

Zahlwort

(428 words)

Author(s): Gippert, Jost
[English version] Die Grundlage des Systems der Zahlwörter (Numeralia) bilden in den idg. Sprachen die Cardinalia (“Grundzahlwörter”, z. B. lat. septem), denen Ordinalia (“Ordnungszahlwörter”, z. B. septimus) sowie Multiplikativa (“Zahladverbien”, z. B. septiēs) als abgeleitete Bildungen gegenüberstehen. Als elementare Bestandteile des Grundwortschatzes sind die niedrigen Kardinalzahlen in besonderem Maße resistent gegen Ersatz durch Entlehnung oder Neubildung und somit zum Nachweis von Sprachverwandtschaft geeignet. Von de…

Sprachverwandtschaft

(481 words)

Author(s): Gippert, Jost
[English version] Die Erkenntnis, daß verschiedene menschliche Sprachen (= Spr.) im Sinne eines genealogischen Verhältnisses miteinander verwandt sein können, geht bereits auf die Ant. zurück. Aus Zeugnissen griech. Grammatiker ist zu entnehmen, daß ihnen das Lat. nicht nur als eine von ihrer eigenen Spr. unterschiedene Varietät bekannt war, sondern daß sie auch über das gegenseitige Verhältnis beider reflektierten. Tatsächlich ist die Feststellung des Philoxenos [8], daß das Lat. ‘vom aiolischen …

Themavokal

(186 words)

Author(s): Gippert, Jost
[English version] Vok. Element, das (allein oder im Verbund mit vorangehenden Lauten) zur Bildung von Wortstämmen (griech. θέμα/ théma) dient. Für indogermanische Sprachen charakteristisch ist ein als e und o auftretender Th.; er kennzeichnet sowohl nominale (z. B. in dem dem Akk. Sg. lat. agrum, griech. ἀγρόν, altind. ájram zugrundeliegenden Stamm * h2aǵ-r=o- “Acker”, sog. “o”-Deklination) als auch verbale Stämme (z. B. den in lat. agite/agunt, griech. ἄγετε /ἄγουσι(ν), altind. ajata /ajanti “treibt / sie treiben” vorliegenden Präs.-Stamm * h2aǵ-e/o-). Ursprünglich dürf…