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Fasan

(371 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Der als Hahn farbenprächtige F. (Phasianus colchicus, φασιανός sc. ὄρνις, phasianus bzw. phasiana sc. avis) stammt urspr. aus dem Gebiet um den namengebenden Fluß Phasis (h. Rioni, südl. des Kaukasus) in Kolchis (Agatharchides fr. 15 Jacoby FGrH 86 bei Athen. 9,387c, vgl. Mart. 13,72). Seit dem 5. Jh. v.Chr. wurde er - als einziger Hühnervogel erfolgreich - in die Wildbahn des griech.-röm. Kulturraums eingeführt. Aristophanes, der ihn als erster erwähnt (Nub. 108), verspottet den Fasanenzüchte…

Nasturtium

(139 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (lat.) entspricht nach Cic. Tusc. 5,99 dem κάρδαμον/ kárdamon und bezeichnet eine Kresseart, wahrscheinlich die Gartenkresse (Lepidium sativum), welche Xen. Kyr. 1,1,8 als Zukost der einfachen Perser zum Brot erwähnt. Gemeint sind wohl die Samen und nicht die h. in Griechenland und It. als Salat verzehrten Blätter. Theophr. h. plant. 1,12,1 erwähnt wie Plin. nat. 19,186 den senfartigen scharfen Geschmack des kárdamon und das auch von Plin. nat. 19,117 und 154 betonte schnelle Keimen. Colum. 11,3,14 empfiehlt für It. die Aussaat im Frühling…

Barba Jovis

(144 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die gelbblühende Hauswurzart Sempervivum tectorum (ἀείζωον) mit fleischigen, immergrünen und feuchten Blättern (Theophr. h. plant. 1,10,4 und 7,15,2) leitet ihren Namen von ihrer starken Behaarung ab. Nach Dioskurides 4,87-88 [1. 247ff.] = 4,88-89 [2. 418f.] dienten die Blätter ihrer beiden Arten (lat. sedum bei Plinius, nat. 25,160-163) u.a. äußerlich als kühlendes adstringierendes Mittel gegen Geschwüre und Wunden. Demokrit soll den Saft zur Behandlung von Saatgut empfohlen haben (Plin. nat. 18,159). Nat. 16,76 meint…

Maus

(1,028 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ὁ μῦς/ mýs, in Dialekten σμῦς/ smýs, σμίς/ smís, σμίνθος/ smínthos, σμίνθα/ smíntha; lat. mus, Dimin. musculus; dazu [4. 2,132]), Vertreter der artenreichen Familie Muridae der Nagetiere (Rodentia) mit ständig nachwachsenden Nagezähnen. Mit den gen. Bezeichnungen sind meistens die Langschwanzmäuse Haus-M. (Mus musculus L.), Wald-M. (Apodemus sylvaticus L.), die oberirdische Grasnester bauende Zwerg-M. (Micromys minutus Pallas) sowie die zu der Familie der Wühl-Mäuse (Arvicolidae) gehörende Feld…

Dachs

(168 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Ein den Griechen wahrscheinlich unbekanntes [1] nachtaktives Raubtier aus der Familie der Marder ( Mustelidae), das die Römer meles ( maeles, Varro rust. 3,12,3; melo, Isid. orig. 12,2,40) nannten. Plinius behauptet fälschlich (nat. 8,138), er verteidige sich durch Aufblasen gegen Mensch und Hund, und erwähnt ihn sonst nur im Vergleich mit anderen Tieren. Ohne die Hinweise des Mediziners Marcellus Empiricus (36,5) zu berücksichtigen, der unter der nach Isidoros (orig. 20,2,24 mit Zitat des Komikers Afranius) kelt. Bezeichnung adeps taxoninus das Fett des D…

Carbasus

(44 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (κάρπασος, καρπήσιον). Phönizischer bzw. ehemals indischer Name für Baumwolle, wie das aus Tarraco (heute Tarragona) in Spanien (Plin. nat. 19,10). Aber auch als Gegengift (Alexipharmaka) verwendete Pflanzen wie Helleborus- und Valeriana-Arten führten diese Bezeichnungen (vgl. Colum. 10,17). Hünemörder, Christian (Hamburg)

Lapis lazuli

(356 words)

Author(s): Wartke, Ralf-B. (Berlin) | Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Sumer. iagin > akkad. uqnû > griech. κύανος > lat. cyanus; äg. ḫsbḏ). Der Lasurstein ist ein kompliziertes Silikat, das mit dem künstlichen Ultramarin verwandt ist. Er zeichnet sich durch mehr oder weniger tiefblaue Farbe, oft mit goldgelben Einsprengseln von Eisenpyrit, aus. L. wurde im heutigen Afghanistan/Prov. Badaḫšān bzw. im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet (Quetta) gewonnen und gelangte von dort nach Vorderasien sowie über den Sinai nach Äg. Verhandelt wurde L. unbearbeitet, get…

Marder

(139 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Inwiefern die beiden Arten, der Haus- oder Stein-M. (Martes foina, mit weißem Kehlfleck) und der Baum-M. (M. martes, mit gelbem Kehlfleck), der Ant. bekannt waren, muß wegen fehlender Beschreibungen unsicher bleiben. Hom. Il. 10,335 und 458 κτιδέην κυνέην/ ktidéēn kynéēn könnte mit “Helm aus M.-Fell” [1. 1,160] übers. werden. Vielleicht ist ἴκτις/ íktis (Aristot. hist. an. 2,1,500b 24; wie bei Plin. nat. 29,60: mustelarum genus silvestre) ein Wiesel. Aristoph. Ach. 880 erwähnt Felle der íktis auf dem Markt in Athen, Nik. Ther. 196 schildert sie als ge…

Biber

(344 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (κάστωρ, fiber, altlat. feber und als Lehnwort castor). Der amphibische Sumpfbewohner ist etwas breiter als der Fischotter (ἔνυδρις), hat starke Zähne zum nächtlichen Abschneiden der Zitterpappeln (κερκίδαι) und ein hartes Fell. Er wurde, auch unter den Namen σαθέριον bzw. σατύριον und λάταξ, von Aristot. hist. an. 8,5,594b31-595a6 (= Plin. nat. 8,109; Ail. nat. 6,34) beschrieben. In der Ant. wurde er in It. und Griechenland wohl früh ausgerottet. In Gallien, Spanien, Mittel- und Osteur…

Onyx

(110 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ὄνυξ) bezeichnet einen von den Römern aus Indien, Syrien und Kleinasien eingeführten Stein vom Charakter des Alabaster (Plin. nat. 36,59-61) sowie einen Edelstein mit abwechselnden Farbstreifen (Achat, vgl. Theophr. de lapidibus 31 [1. 68]) in mehreren Varianten. Trotz der Behauptung bei Plin. nat. 37,90 (= Isid. orig. 16,8,3) ist der Name nicht von ónyx (“Fingernagel”) abgeleitet. Der alabasterähnliche Stein wurde zu Trinkgefäßen, Bettfüßen, Salbgefäßen und sogar Säulen verarbeitet. Der Edelstein dagegen schmückte Ringe oder die…

Cichorie

(195 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (κιχόριον, κιχόρη, κίχορα bei Theophr. h. plant. 1,10,7; 7,7,3 u.ö.; cichorium, cichoreum, cichora bei Plin. nat. 21,88, und ἐντύβιον, ἔντυβον, intybus bzw. intubus Colum. 11,3,27; Plin. nat. 19,129). Die Endivie, Name für zwei verwandte, am Mittelmeer heimische Compositenarten: 1) die meist mehrjährige Wegwarte ( Cicorium intybus L.) mit ihren mehr als meterhohen rauhhaarigen Sprossen; sie trägt viele Namen gemeinsam mit dem am gleichen Standort wachsenden Wegerich ( Plantago), der ebenso zu Sirup und Destillat verarbeitet wurde, sowie mit der …

Bockshornklee

(140 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Es handelt sich bei Trigonella foenum-graecum L. (βούκερας, αἰγόκερας, τῆλις) um eine einjährige, herb duftende und sowohl offizinell als auch als Viehfutter genutzte Kulturrasse nicht der mittelmeerischen Trigonella gladiata, sondern der mesopotamischen Unterart Tr. Haussknechtii. Der B. wurde im alten Babylonien und Ägypten kultiviert (ägypt. šbt, arab. ḥulba), und von dort exportiert, wie Samenfunde von ca. 3000 v.Chr. bei Kairo bezeugen. Dioskurides 2,102 ([1. 176f.] = 2,124 [2. 206f.]) empfiehlt das aus Samen gewonnene M…

Daphnoides

(108 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (δαφνοειδές bzw. χαμαιδάφνη). Name zweier Seidelbastarten bei Dioskurides (4,146 [1. 288 = 2. 444] bzw. 4,147 [1. 289f.= 2. 444]), wie Daphne laureola L. oder alpina L. aus der heutigen Familie der Thymelaeaceen mit lorbeerähnlichen, immergrünen Blättern. Diese sollten, getrunken, Brechreiz hervorrufen, schleim- und harntreibend sowie menstruationsfördernd sein. Sie wurden auch von ölbaumblättrigen Arten wie camelaiva (Dioskurides 4,171 [1. 320] = 4,169 [2. 464]), dem Bergseidelbast D. oleoides L., und thymelaia, und dem Südl. Seidelbast ( D. gnidi…

Löwe

(1,485 words)

Author(s): Fischer, Susanne (Tübingen) | Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] I. Alter Orient und Ägypten Das Vorkommen von L. (sumer. ur-maḫ, ur-gula, pirig; akkad. nēšu, labbu; äg. rw, mj) ist für Mesopotamien erstmals in der Ur III-Zeit (2112-2004 v.Chr.) belegt. Danach berichten die Quellen nur noch selten über ihr Auftreten in Babylonien; aus dem Gebiet des mittleren Euphrat und aus Assyrien gibt es dagegen viele Belege (Briefe aus Mari, Jagdberichte neuassyr. Könige). In Äg. wurden L. seit vorgesch. Zeit dargestellt und sind über das NR (1550-1070) hinaus belegt. Sowohl in Mesopot. als auch in Äg. war der L. in besonderer We…

Habicht

(615 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Es ist fast unmöglich, genau zu unterscheiden, ob ἱέραξ/ hiérax, homer. ἴρηξ, im speziellen Fall den H. (Accipiter gentilis), den Sperber (A. nisus) oder eine Falkenart bezeichnet. Synonym wurde κίρκος/ kírkos verwendet (z.B. Hom. Il. 22,139). Bei Hom. Il. 15,237 ist mit dem Taubentöter φασσοφόνος/ phassophónos offenbar der H., mit írēx jedoch der Sperber gemeint. Der lat. Name accipiter ( acceptor bei Lucil. 1130) leitete sich volksetym. von accipere her (Isid. orig. 12,7,55, vgl. Plaut. Persa 406f.). Aristot. hist.an. 8(9),3,592b 2f. unterscheidet nach …

Ingwer

(80 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Durch Plin. nat. 12,28 wissen wir, daß die Römer den Wurzelstock des zingiber oder zimpiber (Zingiber officinalis L.) nicht wie heute aus Asien, sondern aus Arabien und Troglodytien (dem südl. Ägypten) als bitter schmeckendes Gewürz importierten. Palladius würzte damit eingekochte Quitten (agric. 11,20,2). Dioskurides schreibt dem zingíberi eine erwärmende und magenfreundliche Wirkung zu (2,160 Wellmann = 2,189 Berendes). Es helfe bei grauem Star und in Gegengiften. Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography R. Stadler, s.v. I., RE 9, 1554.

Euphorbion

(118 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (εὐφόρβιον, euphorbea). Bezeichnung für das Gummiharz (Plin. nat. 25,77f.) aus kaktusartigen Wolfsmilcharten (Euphorbia resinifera, beaumeriana und antiquorum), welches König Iuba II. von Mauretanien auf dem Atlasgebirge gefunden und nach seinem Leibarzt Euphorbios benannt haben soll. Dioskurides 3,82 [1. 98f.] bzw. 3,86 [2. 320f.] nennt aber einen gleichnamigen König der Libyer als Erfinder. Nach Isidorus (orig. 17,9,26) ist der Name euphorbium vom Schärfen des Blicks durch seinen Saft abgeleitet: E. bewirkte angeblich - neben Heilun…

Gewürznelken

(119 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Über Indien und Griechenland gelangten die dem Pfefferkorn ähnlichen, getrockneten Blütenknospen des Syzygium aromaticum (früher Caryophyllus aromaticus L.) als garyophyllon von den Molukken nach Rom (Plin. nat. 12,7). Die Bezeichnung karyóphyllon bei spätant. Ärzten wie Aetius Amidenus u.a. (arab. karanful, it. garofalo bzw. garofano), wahrscheinlich abgeleitet von altind. katuphalam (“beißende Frucht”), ging bald auf die Nelken, bes. Dianthus caryophyllus L. über. Im MA wurden die gariophili nach dem salernitanischen Arzneidrogenbuch Circa instan…

Anchusa

(157 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἄγχουσα). Bei Aristophanes, Theophr. h. plant. 7,9,3 (mit rotem Rhizom), Dioskurides 4,23 [1.2.187 f. = 2.378] (vgl. 4,24-26), Plin., nat. u. a.; wird als die zum Rotfärben (wegen Alizaringehalt der Wurzel) und als adstringierende Heilpflanze benutzte mediterrane Boraginacee Alkanna tinctoria (L.) Tausch identifiziert [3.158]. Zur heutigen Gattung Anchusa L. gehören dagegen u. a. die Ochsenzungen (βούγλωσσον). Die ölbaumähnlichen Blätter der strauchigen offizinellen (vgl. Dioskurides 1,95 [1.1.86] = 1,124 [2.110 f.]) Lythracee Lawsonia inermis (κύπρ…

Hase

(1,117 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Lepus europaeus Pallas). Der H. ist von Mitteleuropa bis Vorderasien und Südafrika in der Kultursteppe und im Wald verbreitet. Name: λαγωός (homer.), λαγώς, λαγῶς/ lagōs (att.), λαγός (ion., dor.), λέπορις (aiol., sizil.: Varro rust. 3,12,6), lat. lepus bzw. die Ableitungen davon λαγίον, λαγίδιον, λαγιδεύς, ferner Sonderbezeichnungen nach charakterischen Merkmalen wie “Ducker” (πτώξ; Hom. Il. 17,676; Aischyl. Eum. 326; Theophr. h. plant. 4,3,5; Theokrit 1,110), “Rauhfuß” (δασύπους; in der Komödie, bei Xen. und Ari…

Koralle

(258 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg) | Pingel, Volker (Bochum)
(κοράλ(λ)ιον, κουράλ(λ)ιον im Hell., lat. curalium, corallium). [English version] A. Allgemein Daß es sich um die Kalkskelette von winzigen Blumentieren und nicht um Pflanzen handelt, weiß man erst seit dem 19. Jh. Theophrast (de lapidibus 38), Plinius (nat. 32,21-24, vgl. Isid. orig. 16,8,1) und Dioskurides (5,121 Wellmann = 5,138 Berendes) loben v.a. die rote K., die bei Neapel, Trapani sowie den Inseln von Huyères und den aiolischen Inseln gefunden wurde. Die dunklere K. wird als lace von Plin. nat. 32,21 für den Persischen Golf und das Rote Meer erwähnt. Ov. met. …

Amygdale

(283 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἀμύγδαλος, -η, -ον) ist der Mandelbaum, ἀμυγδαλέα usw. die Frucht (Mandel, it. mandorla) von Amygdalus communis L. aus der ca. 40 asiatische Arten umfassenden, früher nur als Untergattung von Prunus angesehenen Steinobstgattung Amygdalus L. Neben der seit der Ant. in Südeuropa kultivierten A. communis aus Vorderasien, deren Früchte Cato (agr. 8,2 nach Plin. nat. 15,90) nuces graecas nennt, wurde auch die Wildform ( Prunus webbii) verwendet [1.135 und Abb. 279]. Über den Anbau unterrichtet bes. Pall. agric. 2,15,6-13. Anders als bei den meist…

Agrostis

(122 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἄγρωστις, lat. gramen). Bereits bei Homer für Futtergräser belegt, aber nicht mit der über 100 Arten umfassenden gleichnamigen Gattung der Rispengräser identisch. Gemeint sind nach den botanischen Beschreibungen (Dioskurides 4,29 [1. 2,192] = 4,30 [2. 381], Apuleius u. a.) Ährengräser wie Quecke ( Agropyron = Triticum repens L. nach Sprengel [bei 2. 381]) oder Wucherndes Fingerkraut ( Cynodon Dactylon, Panicum Dactylum L.), nach Fraas [2. 381] das Hippagrostis der Kräuterbücher des 16. und 17. Jh., lästige Wildkräuter in Süd- und Mitte…

Leopard

(331 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (πάρδαλις/ párdalis oder πόρδαλις/ pórdalis; lat. panthera). Diese Großkatze kommt nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien vor. Im Festzug des Ptolemaios II. (3. Jh.v.Chr.) wurden dreißig L. ( pardáleis) und Geparde ( pánthēroi) mitgeführt (Athen. 5,201c). Plin. nat. 8,62f. beschreibt die augenähnliche Fellfleckung der panthera und behauptet, sie locke durch ihren angenehmen Geruch andere Vierfüßer als Beute an. Der zweite Name für die männlichen Tiere sei pardus (vgl. Lucan. 6,183). Isid. orig. 12,2,11 läßt aus zoolog. Unkenntnis den leopardus aus der …

Iltis

(162 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Ob mit γαλῆ/ galḗ bzw. ἰκτίς/ iktís, lat. mustela bzw. viverra das Große Wiesel (Mustela erminea L.) oder der Iltis (M. putorius L.) gemeint ist, bleibt unklar. Der I. kommt aber h. in Griechenland nicht vor [1. Bd. 1, 163]. Fest steht, daß dieses Tier bei den Römern als gefürchteter Räuber unter dem Federvieh bekannt war und deshalb schon bei Varro (rust. 3,12,3) als faelis (bei Colum. 8,14,9 sind es viverra, faelesve ... mustela) von deren Gehegen ferngehalten werden mußte. Aristoteles kennt die galḗ jedenfalls recht gut (knochige Rute: hist. an. 2,1,500b …

Asbest

(122 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἄσβεστος), nach [1. 171] bei Dioskurides 5,115 [2. 85f.] = 5,132 [3. 539] Name für gebrannten Kalk, auch λίθος ἀμίαντος bzw. nach Hauptfundort Καρύστιος, ist die bekannte faserige Abart der Hornblende, die man als feuerbeständig zu Geweben und Lampendochten verarbeitete. Nach Plin.nat. 19,19f. war diese angebliche Flachsart aus Indien sehr kostbar, nach Dioskurides 5,138 [2. 99] = 5,155 [3. 550] lieferte der Amiantstein aus Zypern durchs Feuer gereinigte Webstücke (ὑφάσματα). Solche wurden bei Ausgrabungen aufgefunden [3. 550]. Hünemörder, Christia…

Artemisia

(309 words)

Author(s): Högemann, Peter (Tübingen) | Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] [1] Herrscherin von Halikarnassos (um 480 v. Chr.) Tochter des Lygdamis; übernahm vor 480 v.Chr. die Herrschaft über ihre Vaterstadt Halikarnassos und über einige Inseln; stieß 480 mit ihren Schiffen zur Flotte des Xerxes (Hdt. 7,99). Herodot - mit ihr verwandt - rühmt ihren Mut in der Schlacht von Salamis und betont ihren Einfluß auf Xerxes (Hdt. 8,68-69). Högemann, Peter (Tübingen) [English version] [2] Königin von Groß-Karien (353-351 v.Chr.) Schwester und Gattin des Maussollos und nach dessen Tod Königin des satrapalen Königreiches von Groß-Ka…

Kastanie

(280 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die Edel-K. oder Marone (Castanea sativa Mill.) wuchs bereits in der Frühgesch. in Südeuropa. Theophrast nennt die Frucht εὐβοική ( euboikḗ sc. karýa) und beschreibt sie in h. plant. 1,11,3 als mit einer Lederhaut umhüllt. Der Baum war nach l.c. 4,5,4 sehr häufig auf Euboia und in der Umgebung von Magnesia. Sein von Natur aus gegen Fäulnis widerstandsfähiges Holz (5,4,2, nach 5,4,4 sogar im Wasser) wird als bes. geeignet für dem Wetter und dem Boden ausgesetzte Zimmermannsarbeit empfohlen (5,7,7). Bev…

Klee

(301 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (λωτός/ lōtós, τρίφυλλον/ tríphyllon, lat. lotus, trifolium). Diese teils wildwachsende, teils bereits angebaute wichtige Futterpflanze (auch als Nahrung für zahme Gänse bei Colum. 8,14,2) aus der Familie der Leguminosae wird schon bei Hom. Il. 2,776; 14,348; 21,351 und Hom. Od. 4,603 gen. Die Erwähnungen dieses lōtós bei Theophr. h. plant. 7,8,3 und 7,13,5 (bzw. lotus Verg. georg. 2,84; Colum. 2,2,20, als Anzeiger für guten Getreideboden) sowie Dioskurides 4,110 Wellmann = 4,109 Berendes sind nicht genau genug für eine Zuordnung de…

Mannus

(118 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( mannulus) oder buricus (nach Porph. Hor. comm. epod. 4,14; Veg. mulomedicina 3,2,2; zum Namen [1. 2, 29]) hieß das aus Gallien (zur Herkunft [2. 289]) im 1. Jh.v.Chr. nach Rom als Luxus-Tier importierte Kleinpferd oder Pony (Lucr. 3,1063; Plin. epist. 4,2,3: mannulus; Hier. epist. 66,8), v.a. für prunksüchtige Damen (Hor. carm. 3,27,7; Prop. 4,8,15; Ov. am. 2,16,49f.). Man spannte das kleine, schnelle und temperamentvolle Tier gerne vor die zweirädrige Kutsche (“Gig”, parva esseda, carpentum, covinnus; [3. 416, 464]: Mart. 12,24,8) oder ritt auf ih…

Ameise

(400 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (μύρμηξ; formica, zur Etym. s. Walde/Hofmann). Als soziale Insekten fast nur beim Nahrungstransport auf ihren Straßen beobachtet (Aristot. hist. an. 8(9),38,622b 24-27; Plin. nat. 11,108-110) und sonst nur selten erwähnt (Ail. nat. 6,43 [vgl. 1.2.417 f.] u. ö.), aber wegen ihrer angeblichen Fähigkeiten und ihres Verhaltens beachtet, vor allem Plut. de sollertia animal. 11 ( terrestriane an aquatilia animalia 967d-968b [vgl. 1.2.417 f.]) und im gr. Physiol. cap. 12 ([2.44-50], vgl. byz. Redaktor cap. 27 [2.255 f.] und ps.-basilianischen …

Bidens

(95 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Bezeichnung für diejenigen Wiederkäuer, welche beim Zahnwechsel die beiden mittleren Schneidezähne des Unterkiefers im Alter von 1 1/4 bis 2 Jahren zuerst durch größere Zähne ersetzt hatten (Paul. Fest. 4,17). Bereits Servius bezeichnet so nur noch Schafe als bevorzugte Opfertiere (Serv. Aen. 6,39: mactare praestiterit ... lectas ex more bidentes, ‘wäre es besser zu schlachten ... die nach der Sitte auserlesenen Zweizähner’; danach Isid. orig. 12,1,9; vgl. Serv. Aen. 4,57). Wiederkäuer Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography Nehring, Jb. für class.…

Hasel

(259 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die Gattung Corylus L. der Betulaceae ist in Europa v.a. durch den weit verbreiteten, Gebüsche bildenden (vgl. Verg. ecl. 1,14) Strauch-H. Corylus avellana ( abellana schon bei Cato agr. 8,2; corylus: H.-Holz für den Kelterdeckel ebd. 18,9; corulus Colum. 7,9,6) vertreten. Im Mittelmeerraum wachsen ferner der von Vorderasien bis in den Balkan verbreitete, bis zu 20 m hohe Baum-H.C. colurna L., die Byz. oder Zeller-Nuß C. pontica Koch und die Bart-, Lombard- oder Lambertsnuß C. maxima Mill. (= tubulosa Willdenow; vielleicht = nuces calvae, Cato agr. 8,2 = galbae Pli…

Raute

(270 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ῥυτή/ rhytḗ bei Nik. Alex. 306, πήγανον/ pḗganon u. a. bei Aristoph. Vesp. 480; lat. ruta). Eine etwa 60 Arten umfassende Gattung der Rutaceae im Mittelmeergebiet mit aromatischen, immergrünen (Theophr. h. plant. 1,9,4) Halbsträuchern. Die Blätter, Früchte und Wurzeln der Ruta graveolens waren - meist in Kombination mit menta (Minze) [1. 62] - beliebtes Speisegewürz (z. T. eingelegt in eine Brühe aus Essig und Salz, vgl. Colum. 12,7,1 f.) und wurden innerlich und äußerlich (v. a. bei Plin. nat. 20,134-143) gegen gynäkologisch…

Aron

(194 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἄρον), bei Hippokrates, Aristoteles, Theophr. h. plant.7,12,2 und Dioskurides 2,167 [1. 1. 233f.] = 2,197 [2. 245], auch ὄρον, ὀρόντιον, aron bei Plin.nat. 19,96; 24,142 u.ö., vertritt mehrere Arten der Araceengattungen Arum (bes. A. italicum), Arisarum (ἀρισάρον, Dioskurides 2,168 [1. 1. 234] = 2,198 [2. 245]), Dracunculus (δρακόντιον, Dioskurides 2,166 [1. 1. 231ff.] = 2,195-196 [2. 243ff.]: Aasgeruch des Blütenstandes tötet Embryo [3. Abb.365f., 371]) u.a. Nach Theophrast wurden Knollen und Blätter, mit Essig gekoc…

Arakos

(193 words)

Author(s): Welwei, Karl-Wilhelm (Bochum) | Hünemörder, Christian (Hamburg)
(Ἄρακος). [1] Spartiat, eponymer Ephor 409/08 v. Chr. Spartiat, eponymer Ephor 409/08 v. Chr.; 406 zum Nauarchos gewählt, trat er 405 dieses Amt faktisch an Lysandros ab (Xen. hell. 2,1,7; Plut. Lys. 7,3), der nun als Epistoleus fungierte, da die Nauarchie nicht iteriert werden durfte [1. 76,80]. Im Frühj. 398 wurde er mit zwei Spartiaten von den Ephoren zu Derkylidas nach Lampsakos gesandt, um ein Lagebild zu gewinnen und die dortigen Truppen zur Disziplin zu mahnen (Xen. hell. 3,2,6-9). Im Winter 370…

Salamander

(336 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (σαλαμάνδρα aus dem Persischen, lat. salamandra, früh mit dem Gecko, lat. stellio, identifiziert), verm. der schwarze, mit großen gelben Flecken versehene nachtaktive Feuer-S. Salamandra salamandra aus der Amphibien-Ordnung der Schwanzlurche (Urodela). Die gelbe Fleckung führte zu dem Aberglauben, er könne aufgrund seiner Kälte nicht nur im Feuer leben (z. B. Aug. civ. 21,4), sondern lösche dieses sogar aus (Aristot. hist. an. 5,19,552b 15-17; Plin. nat. 10,188; Geop. 15,1,34; vgl. Theophr.…

Finken

(340 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Da sowohl Griechen als auch Römer viele kleine Singvögel nicht beachteten, sind auch die Belege nicht eindeutig. Ma. Miniaturen zeigen beide bunten F.-Arten relativ häufig (Buchfink z.B. [2. fig. 37 b]; Stieglitz z.B. [2. fig. 10, 11 a-b, 15, 42, 44]. 1) Buchfink (Fringilla coelebs L.), σπίζα, σπιζίον, σπίνος, φρυγίλος (Aristoph. Av. 763), ποικιλίς (Deutung unsicher, Aristot. hist. an. 8(9),1,609a 6f.), fring(u)illa ( -us Mart. 9,5,7). Ein Singvogel mit einem traurig klingenden (Mart. ebd.) Gesang ( fringulire, friguttire Varro ling. 7,104; Paul. Fest. p…

Biremis

(88 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] [1] Schiff mit zwei Rudern Schiff mit 2 Rudern (δίκωπος, Eur. Alk. 252; Pol. 34,3,2; Lucan. 8,565; 10,56). Hünemörder, Christian (Hamburg) [English version] [2] Schiff mit zwei Ruderreihen Schiff mit zwei unterschiedlich langen seitlich herausragenden Ruderreihen (διήρης/ diḗres) und dementsprechend zwei synchronen Schlagreihen (δίκροτος/ díkrotos). Jeder Riemen wurde von einem Galeerensträfling bedient (Caes. civ. 3,40,4). Solche Zweireihenschiffe kannten die Phönizier bereits um 700 v.Chr. Schiffe Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography A. …

Ginster

(178 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( ginestra) umfaßt mehrere meist gelbblühende Sträuchergattungen der Tribus Genistae der Leguminosen. Es handelt sich um Genista L., die Stech-G. Ulex und Calycotome (Aspalathos) sowie bes. den Pfriemen-G. Spartium junceum L. (σπάρτον/ spárton: Hom. Il. 2,135; σπαρτίον/ spartíon und σπάρτη/ spártē: Dioskurides, 4,154 p. 2,300 Wellmann = 4,155 p. 454 Berendes; zur Anpflanzung Colum. 4,31,1 und 11,2,19). Von dieser Art nutzt man seit der Ant. die langen, kaum beblätterten Äste zu Flechtwerk, den Bast zu Tauen, z.B. für d…

Glykyrrhiza

(141 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (γλυκύρριζα, Süßholz). Aus den Wurzelstöcken bestimmter Vertreter der insgesamt 12 Arten umfassenden Gattung des Süßholzes (Leguminosae), bes. der G. glabra L. und echinata L., welche als Σκυθική oder γλυκεῖα (sc. ῥίζα) aus Skythien stammen soll (Theophr. h. plant. 9,13,2), gewann man ein durstlöschendes Asthma-, Hals- und Erkältungsmittel. Dioskurides 3,5 p. 2,8-10 Wellmann = p. 265 Berendes empfiehlt es auch bei Brust- und Leberleiden. Nach Plin. nat. 22,24-26, der mehrere Verordnungen kennt (vgl. 25,82 Scythice = Theophr. ebd.), kam die beste Sorte…

Erle

(150 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die in fast ganz Europa auf feuchten Standorten (Theophr. h. plant. 1,4,3; 3,14,3; Plin. nat. 16,77, vgl. 31,44) wachsende Schwarz-E., Alnus glutinosa (L.) Gaertn. (κλήθρα, klḗthra) vertritt die 17 Arten umfassende Gattung Alnus (vgl. idg. und kelt. aliza, Alausa) der Betulaceae in Griechenland. Der Baum wird als Frühblüher charakterisiert (Plin. nat. 16,97), angeblich soll er keine Früchte ausbilden (Plin. nat. 16,108, vgl. Theophr. h. plant. 3,3,6). Theophr. h. plant. 3,14,3 beschreibt die E. recht gut. Die κλήθ́ρη b…

Rosmarin

(186 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (lat. ros marinus oder rosmarinum, entstanden aus ῥὼψ μύριος/ rhōps mýrios; ῥουσμαρῖνος/ rhusmarínos; auch λιβανωτίς/ libanōtís, Dioskurides 3,75 Wellmann = 3,(89) Berendes, lat. libanotis, z. B. Plin. nat. 19,187), eine bei Griechen und Römern beliebte bläulich blühende, immergrüne Labiate (Rosmarinus officinalis). Sie wächst in der Macchie und war mit Wurzel, Saft, Blättern und Samen ein wichtiges Arzneimittel. Bes. für Leichenfeiern wurden auch Kränze daraus gewunden (vgl. Dioskurides l.c.). Der wei…

Akoniton

(161 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἀκόνιτον). Welche Giftpflanzen mit dem ἀκόνιτον λυκοκτόνον und κυνοκτόνον bei Dioskurides 4,77 [1. 2,238 f.] = 4,78 [2. 412 f.], Nik. Alex. 13,41 und aconitum, scorpion und myoctonon, Plin. nat. 27,4-7, gemeint sind, ist unsicher. Die als gefährliches Aphrodisiakum dienende ›Wolfesgelegena‹ der Hildegard von Bingen [3. 1,156 = 4. 47] ist wohl nicht die Arnika (Wolverlei), sondern eher wie die ›alexandria‹ des Konrad von Megenberg V. 36 (im Kap. Eleborus = Nieswurz) [5. 399] eine Art der giftigen Ranunculaceengattung Aconitum (Eisen- oder Sturmhut), vo…

Elch

(196 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( Alces alces). Eine große, urspr. über ganz Mitteleuropa [1] verbreitete Hirschart des Nordens, für die sich der erste ant. Beleg bei Plinius (nat. 8,39) findet. Er beschreibt ihn als einem Maultier ( iumentum) ähnlich, aber mit langem Hals und langen Ohren. Den anschließend für Skandinavien erwähnten ähnlichen achlis mit seiner vorspringenden Oberlippe, welche ihn zum Weiden im Rückwärtsgehen zwinge, kennt er ebenfalls nur vom Hörensagen. Seine (schlanken) Beine ohne Kniegelenke zwängen ihn zum Anlehnen an Bäume beim Schlafe…

Eisvogel

(343 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( Alcedo hispida, ἀλκυών, ἀλκυονίς; Bezeichnung für das ausgewachsene Männchen κηρύλος, Antigonos, mirabilia 27 und schol. Theokr. 7,57; alcedo seit Varro ling. 7,88, halcyo). Ein in Griechenland nur selten als Wintergast beobachteter (Stesich. fr. 12 B bei Aristot. hist. an. 5,9,542b 24f.), prächtig gefärbter, fischfressender Rakenvogel. Homer (Il. 9,563) nennt ihn zuerst im Zusammenhang mit der Alkyone [2]. Im Bericht des Aristoteles (hist. an. 5,8,542b 4-17; 9(7),14,616a 14-34) finden sich neben gut…

Arsenicum

(118 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἀρρενικόν bzw. ἀρσεν-). In der Ant. die gelbe Arsenblende, identisch mit dem auripigmentum, unterschieden vom gleichfalls in den Bergwerken gefundenen roten Schwefelarsen σανδαράκη [1. 158-160], im MA Realgar genannt. Neben der Verwendung beider als Farben dienten sie nach Dioskurides 5,104 und 105 [2. 74f.] = 5,120 und 121 [3. 531 f.], gebrannt und zerrieben, als ätzende und adstringierende Mittel, bes. zur Haarentfernung, sowie u.a. gegen Geschwüre (vgl. Plin.nat. 34,177f.). Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography 1 D. Goltz, Studien zur Gesc…

Frankolin-Huhn

(148 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Francolinus francolinus, ἀτταγήν/ attagḗn, att. ἀτταγᾶς). Dieses heute noch in Kleinasien und Afrika verbreitete steinhuhnähnliche Wildhuhn trägt lat. oft (wie bei Plin. nat. 10,133) den Beinamen Ionius. Nach Plinius hat es sich bes. in Gallien und Spanien vermehrt. Aristoph. Ach. 875 erwähnt F. in Böotien. Mit dem in den Alpen gefangenen attagḗn war wohl das Haselhuhn gemeint. Hor. epod. 2,53 und Mart. 13,61 preisen den vorzüglichen Geschmack. Alexandros von Myndos bei Athen. 9,387f bietet eine gute Beschreibung: Es sei größer …

Bienenfresser

(119 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Von den Böotiern μέροψ, mérops genannt (Aristot. hist. an. 6,1,559a3ff.); ein wärmeliebender bunter Rakenvogel Merops apiaster L., der seine Eltern bald nach dem Ausschlüpfen füttern soll (Plin. nat. 10,99; nach Ps.-Aristot. hist. an. 9,13,615b24-32 und Ail. nat. 11,30 [2]). Er soll in 6 Fuß tiefen Erdhöhlen brüten. Er wurde verfolgt, da er sich von Bienen ernährte (Ps.-Aristot. hist. an. 9,40,626a13). Servius leitet seinen lat. Namen apiastra von dieser Nahrung ab (Serv. georg. 4,14). In dt. Glossen des MA wird er oft wegen der ähnlichen Gefi…

Forelle

(167 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Diese räuberisch lebenden Süßwasserfische (Salmo trutta L.) wurden zuerst von Ambr. exam. 5,3,7 als ‘größere bunte Fische, die man F. nennt’ ( varii maiores, quos vocant troctas; v.l. tructas) erwähnt, die ihre Eier zur Selbstentwicklung dem Wasser anvertrauen ( ova generant ... et aquis fovenda committunt). Diese Ansicht übernahm Isidor (orig. 12,6,6) bei der Ableitung ihres Namens von ihrer Buntheit ( varii et varietate) und von diesem Hrabanus Maurus (De universo 8,5, PL 111,237). Alexander Neckam (De naturis rerum 2,39 [1. 152]) zieht ge…

Binsen

(96 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Unter den ant. Begriff σχοῖνος ( schoínos), lat. iuncus werden h. Schein- oder Sauergräser der Familien Juncaceae (bes. Juncus) und Cyperaceae (u.a. Schoenus und Scirpus) als B. und Simsen sowie Seggen zusammengefaßt. B. wurden im Alt. vielfach als Matten und im Falle des Papyrus Cyperus papyrus (Buch, Papyrus) als Beschreibstoff verwendet. Die mediterrane Art C. esculentus lieferte aus ihrer Knollenwurzel ein Speiseöl [1. 18]. Süß schmeckende Blätter wurden in Bier gekocht verzehrt (μαλιναθάλλη bei Theophr. h. plant. 4,8,12; vgl. anthalium Plin. nat. 21,8…

Circius

(68 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Dieser Name entspricht dem Wind Κιρκίας, der von Nord-Nordwest vom Kap der Kirke nach Cumae wehte und die Küstenfahrt der Phokäer von Sizilien nach Massalia behinderte. Als urspr. lokaler Wind des narbonensischen Gallien (Plin. nat. 2,121), der bis nach Ostia reichte, wurde er später in die Windrose aufgenommen (noch nicht bei Vitruv). Winde Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography W. Böker, s.v. Winde, RE 8 A, 2306ff.

Muräne

(522 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Mit (σ)μύραινα/ (s)mýraina, lat. murena war in der Ant. meist die Mittelmeer-M., Muraena helena L., gemeint, der langgestreckte, aalähnliche (vgl. Aischyl. Choeph. 994f.) Speisefisch, der sich durch seine Fleckung von der verwandten Art σμῦρος ( smýros, M. christini) unterscheidet. Diese M.-Art ( smýros) hielt man freilich für das Männchen (Aristot. hist. an. 5,10,543a 24-28; Plin. nat. 9,76). Andere glaubten an eine Paarung der M. mit Schlangen (Plin. l.c. und ebd. 32,14; ausführliche Beschreibung bei Opp. hal. 1,554-57…

Kormoran

(104 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Den zu den Ruderfüßern (Steganopodes) gehörenden gänsegroßen Fischfresser Phalacrocorax carbo (L.) mit dunklem Gefieder erwähnt Aristot. hist. an. 7(8),593b 18-22 als sog. “Raben” (κόραξ) und als Baumbrüter. Den damals auf den Balearen heimischen phalacrocorax (“kahlköpfiger Rabe”) bei Plin. nat. 10,133 deutete man früher als K. [1. 196f.], h. eher als den in Europa ausgestorbenen Waldrapp oder Schopfibis (Comatibis eremita). Als Synonym findet sich bei Plin. nat. 11,130 corvus aquaticus. Das mittelminoische Fresko von Hagia Triada auf Kreta zei…

Alaun

(156 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (στυπτηρία, alumen). Bezeichnung für eine Gruppe von bereits den Babyloniern [1.76 f.] bekannten Erdsalzen ( salsugo terrae, Plin. nat. 35,183), nämlich den Salzen der Schwefelsäure, die in sogen. A.werken (μέταλλα τῆς στυπτηρίας) nach Dioskurides 5,106 [2.3.75] = 5,122 [3.532] in Ägypten, Makedonien und u. a. auf gr. Inseln gefördert wurden und wegen ihrer Seltenheit und starken Nachfrage nach A. gewinnträchtig waren (vgl. Diod. 5,10; Strab. 6,2,10). Anwendung des A. z. B. als imprägnierende un…

Elster

(202 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Da im Griech. der gleiche Name (κίσσα oder κίττα) für die E. ( Pica pica) gilt wie für den Eichelhäher und diese beiden Rabenvögel zum Sprechen abgerichtet werden können, muß, wie bei Plin. nat. 10,78 mit der Erwähnung des langen Schwanzes, der jeweilige Kontext die Bestimmung sichern. Plin. nat. 10,98 berichtet über das Fortschaffen der Eier als Reaktion auf störende Beobachtung durch Menschen. Tatsächlich bauen E. zu ihrem Schutz mehrere Nester. Das beschriebene Anhängen von je zwei an einen…

Plantago

(123 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die von ihrem Aussehen abgeleiteten Namen ἀρνόγλωσσον/ arnóglōsson, κυνόγλωσσον/ kynóglōsson, ἑπτάπλευρον/ heptápleuron, πολύπλευρον/ polýpleuron, προβάτειον/ probáteion, ψύλλιον/ psýllion und lat. plantago bezeichnen alle den gut bekannten und deshalb von Plinius in seiner Wuchsform mit vielen anderen Pflanzen verglichenen Wegerich (Plantago) mit mehreren Arten. Plin. nat. 25,80 rühmt unter Berufung auf seinen Zeitgenossen Themison zwei Arten als hervorragend geeignet zur Austrocknung und Verdichtu…

Nardos

(213 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἡ νάρδος oder τὸ νάρδον, lat. nardus, -i f. und nardum, abgeleitet von hebr. nērd aus sanskrit nalada(m) [1. 657]). N. bezeichnete im Alt. nicht nur die echte indische Narde (Nardostachys jatamansi), sondern auch (nach Plin. nat. 13,16 und 12,45-47) bis zu neun andere Pflanzen (vgl. Aufstellung [2. 209f.]), darunter die beiden aromatischen Gräserarten aus Vorderasien, nämlich die syr. oder assyr. Narde, die Baldrianarten kelt. Narde und Bergnarde, die Haselwurz, das Zyperngras u.a. Von der echten …

Rauke

(163 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (εὔζωμον/ eúzōmon, lat. eruca), aus der Familie der Cruciferae mit wenigen Arten, v. a. der im Mittelmeergebiet angebauten Öl- oder Senfrauke (Eruca sativa) mit verholztem Stengel (Theophr. h. plant. 7,2,8). Nach Plin. nat. 19,117 gehen die Samen bereits nach drei Tagen auf (vgl. Theophr. h. plant. 7,1,3). Ihre Beliebtheit als Würzpflanze von Speisen trug der R. nach Plin. nat. 20,126 ihren griech. Namen ein (wörtlich “gut für die Suppe”). Roh und mit Zwiebeln genossen, galt sie als ein - nur vom gleichzeitig verzehrten Lattich ( lactuca [1], P…

Kalamos

(483 words)

Author(s): Vogeler, Joachim (Baton Rouge, LA) | Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] [1] Sohn des Maiandros (Κάλαμος). Sohn des Flußgottes Maiandros. Als sein Liebhaber Karpos ertrinkt, bittet K. Zeus ebenfalls um den vorzeitigen Tod. Dieser verwandelt K. in ein Schilfrohr, Karpos in eine Feldfrucht (Serv. ecl. 5,48; Nonn. Dion. 11,370ff.; [2. 279]). In einer anderen Sage ist K. Geliebter des Kissos [3. 168 Anm. 2]. Vogeler, Joachim (Baton Rouge, LA) Bibliography 1 H. Meyer, s.v. K., RE 10, 1538 2 J. Murr, Die Pflanzenwelt in der griech. Myth., 1880 3 E. Rohde, Der griech. Roman, 31914. [English version] [2] alle Rohr- und Schilfarten κάλαμος, lat. c…

Libs

(171 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Λίψ/ Lips). Der auf der zwölfstrichigen Windrose des Aristoteles vom Untergangspunkt der Sonne zur Wintersonnenwende her wehende WSW-Wind (Aristot. meteor. 2,6,363b 19f.; [1. 2347, Fig. 11]), den Aristoteles (de ventis 973b 11f.) und die Römer etym. mit Libyen in Verbindung brachten und daher Africus nannten (Plin. nat. 2,119f. und 18,336). Er galt als feucht und dem Aquilo entgegengesetzt (Plin. nat. 2,125f.), brachte Regen und Sturm und vernichtete durch seine Gluthitze die Triebe des Weinstocks [2]. Auf der Rose des Timosthenes befindet sich zw. dem L.-Afri…

Frosch

(702 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
(βάτραχος, ion. βάθρακος, βρόταχος; rana) ist der Sammelname für die F.-Lurche (βατράχων γένος, Aristot. hist. an. 7(8),2,589a 28f.), der die echten F.-Arten sowie die Krötenarten umfaßt. [English version] A. Die echten Froscharten Zu den echten F.-Arten gehören der grüne Wasser-F. (Rana esculenta), der braune Gras-F. (Rana temporaria L.; beide zuerst von Theophr. fr. 174,1 unterschieden; vgl. dioptes Plin. nat. 32,70 und 139) und der Laub-F. (Hyla arborea), den Plinius (nat. 32,75; 92; 122) als calamites präzise genug beschreibt (vgl. Ps.-Theophr. De signis tempestat…

Brombeerstrauch

(158 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Von der artenreichen und zur Bastardierung neigenden Gattung Rubus (Brombeere, βάτος, vgl. Dioskurides 4,37 [1. 196f.; 2. 384f.], μόρον, μορέα) sind im Mittelmeergebet Rubus ulmifolius und tomentosus am häufigsten. Die Himbeere Rubus idaeus ist nur bis zu den Bergen Makedoniens und Thessaliens verbreitet; sie wächst nicht auf dem Ida. Die Früchte ähneln den Maulbeeren, vor allem der um 400 v.Chr. aus dem Kaukasus nach Griechenland eingeführten Morus nigra (μορέα, μορέη), deren Farbe nach Ovid (met. 4,126f.) von dem Blut des Pyramus herrühren s…

Ente

(490 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Von der weltweit verbreiteten Familie der Anatidae waren im Mittelmeergebiet nach dem Zeugnis des Athenaios (9,395D-E, nach Alexandros aus Myndos, Περὶ ὀρνίθων, “Über Vögel”) mehrere Arten vorhanden, nämlich 1) die häufige vorkommende Stock-E. ( Anas platyrhynchos), νῆττα, anas (Deminutivformen νηττάριον, aneticula); 2) die kleinere βοσκάς, vielleicht der Zugvogel Knäk-E. ( Anas querquedula), nach Gossen [1. 418] aber die Kolben-E. ( Netta rufina); 3) die Krick-E. ( Anas crecca), φασκάς; 4) das unbestimmbare γλαύκιον, eine kleine Art mit bläuli…

Paionia

(135 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (παιωνία, lat. paeonia oder glycyside, vgl. Isid. orig. 17,9,48, Paeonia officinalis Rtz.). Die rot oder weiß blühende Pfingstrose wurde nicht wegen ihrer schönen Blüte angepflanzt, sondern wegen ihrer angeblichen Heilwirkung. Nach Dioskurides (3,140 Wellmann = 3,147 Berendes) hieß die Pflanze u.a. γλυκυσίδη ( glykysídē), die Wurzel aber p., vielleicht nach dem Heilgott Apollon Paionios (vgl. [1. 100]). Die Wurzel wird zur Beförderung der Menstruation und Reinigung nach der Geburt gegessen, sie hilft angeblich, in Wein getrun…

Nachtigall

(714 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Der Name ἡ ἀηδών/ aēdṓn (“Sängerin”, weitere Ableitungen ἀηδονίς/ aēdonís, ἀηδονιδεύς/ aēdonideús u.ä.) bzw. lat. luscinia, luscinius oder lusciniola bei Varro rust. 3,5,14 (vielleicht “Dämmerungssängerin” [1. 1,838]), oder poet. aedon, aedonius und philomela bezeichnet im allgemeinen die N. (Luscinia megarhynchos Brehm) aus der Unterfamilie der Drosseln, die um das Mittelmeer herum sehr verbreitet ist. Der unscheinbare und versteckt lebende grau-braune Vogel wird nicht näher beschrieben. Nur bezeichnet Aristo…

Erve

(200 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( ervum, Colum. 2,10,34 u.ö., Plin. nat. 18,57; 18, 139 u.ö.; ervilia, Plin. nat. 18,58 u.ö.; Colum. 2,13,1; ὄροβος, verwandt mit ἐρέβινθος “Erbsen”). Sammelname für kleinsamige Hülsenfrüchte. Diese gehören folgenden Gattungen an: a) Vicia mit der Untergattung Ervum L. (darunter V. ervilia (L.) Willd., die Linsenwicke, vgl. Colum. 8,8,6); b) Lens, Linse ( lens, Cato agr. 35,1; 116; 132,2; 158,1; Colum. 2,10,15 u.ö.; Plin. nat. 18,57 u.ö.; lenticula, Plin. nat. 18,123; Colum. 2,7,1; 11,10; 8,8,6; φακός, hebr. aḏāšah); c) Lathyrus, Platterbse (λάθυρος, κλύμε…

Mispel

(179 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (μεσπίλη/ mespílē, μέσπιλον/ méspilon, ἀρωνία/ arōnía: Dioskurides; lat. mespilus oder -a, die Frucht mespilum). Der wahrscheinlich in Südeuropa heimische Baum oder Strauch Mespilus germanica L. (Fam. Rosaceae) wurde als Wildapfelbaum wegen seiner kleinen, dreikernigen süßen Früchte in Griechenland mindestens seit der Zeit um 370 v.Chr. (Mittlere Komödie, Eubulos [2] bei Athen. 14,640c) angebaut. Theophrast (h. plant. 3,12,5f. = Plin. nat. 15,84) beschreibt unter dem Namen drei verschiedene Dornengewächse, von denen nur die Form μεσπίλη ἡ σατάνειος/ mesp…

Fliege

(479 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Unter der von Aristoteles zu den Zweiflüglern (δίπτερα) gerechneten μυῖα (μῦα, musca) wurde nicht nur die Stuben-F., sondern auch die Bremse oder Blinde F. (auch κυνόμυια) und die Schmeiß-F. verstanden. Bei Aristoteles, Plinius und Lukianos ( Muscae Encomium = ‘Lob der F.) ist meistens die Stuben-F. gemeint, aber auch der Stachel der Bremse (Aristot. hist. an. 1,5,490a 20; 4,7,532a 21; Plin. nat. 11,100; Lukian. Muscae Encomium 6) sowie das Summen im Flug (Aristot. hist. an. 4,9,535 b 9-11; Plin. nat. 11,266) werden…

Africus ventus

(131 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Lat. Bezeichnung für den Wind Λίψ oder νότος, der von SW aus Afrika (Libyen) nach Südeuropa weht. Bei Plin. nat. 2,119 wird der von Sen. nat. 5,16,5 und Hor. carm. 1,3,12; 3,29,57; epod. 16,22 und Verg. Aen. 1,85 f. als wild und stürmisch charakterisierte A. auf der astronomischen Strichrose (vgl. Vitr. 1,6,10 bzw. 12) mit insgesamt 15 Winden als Westsüdwest zwischen dem Westwind Favonius und der Südsüdwest Austroafricus (Λιβόνοτος) angesetzt. Bei Hor. carm. 3,23,5 heißt er pestilens. Nach Isid. nat. 37,4 bringt er Regen und Gewitter. Auf Denkmälern röm.…

Mullus

(398 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die als Speise beliebten Arten Streifen- (Mullus surmuletus) und Meerbarbe (Rotbart, M. barbatus) hießen τρίγλη/ tríglē bzw. lat. m. (nach einem Seefisch μύλλος/ mýllos: [1]). Erwähnt werden die rote Färbung (Sen. nat. 3,18; Opp. hal. 1,130; Athen. 4,135b und 7,325e), die Bartfäden an der Unterlippe (Plin. nat. 9,64; Cic. parad. 5,38: barbatulus; Cic. Att. 2,1,7; Varro rust. 3,17,7: barbatus) sowie die sogar vor Wasserleichen (Ail. nat. 2,41; Opp. hal. 3,432-442) nicht zurückschreckende Gefräßigkeit (Aristot. hist. an. 7(8), 2,591a 12f.…

Eppich

(171 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Damit wurden Doldenpflanzen mit großen, glänzenden und zum Kranzbinden geeigneten Blättern aus der Familie der Araliaceae, nämlich der dem Dionysos/Bacchus heilige Efeu (κισσός, ἕλιξ, hedera), und mehrere Umbelliferen bezeichnet. Gemeint sind v.a. folgende Gewürzkräuter: 1) Sellerie ( apium graveolens L.), als σέλινον ( sélinon) schon bei Hom. Il. 2,776 und Od. 5,72 erwähnt; als Garten-Sellerie, σέλινον κηπαῖον ( sélinon kḗpaíon), wird E. bei Dioskurides mit kühlender, schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkung angeführt (3,64 [1…

Flamingo

(153 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Phoenicopterus ruber L., φοινικόπτερος, phoenicopterus). Nach seinen z.T. scharlachroten Flügeln benannter Schreitvogel, unverwechselbarer, scheuer Brutvogel in Nordafrika und Südasien, heute auch in der Camargue (Südfrankreich). Als seltener Import wurde er zuerst von Aristophanes (Av. 270ff.) und auch von Kratinos (fr. 114 Kock = 108 Edmonds) erwähnt. Die Beobachtung gewaltiger Flüge durch den Alexanderhistoriker Kleitarchos (FGrH 137 F 21) findet sich als Reflex (ohne den F. expl…

Leucrocota

(155 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Möglichweise ist dieses Mischwesen (Größe eines Esels, Beine eines Hirsches, Dachskopf mit einer bis zu den Ohren aufgesperrten Schnauze und einem durchgängigen Knochen an Stelle der Zähne, Löwenähnlichkeit an Hals, Brust und Schwanz, zweigeteilten Hufen, Imitationsfähigkeit der menschlichen Stimme) in Äthiopien bei Plin. nat. 8,72f. und Solin. 52,34 als Schabrackenhyäne (Hyaena brunnea) [1. 154] zu deuten. Wahrscheinlich ist es aber doch ein Fabeltier, das durch die gen. Quellen und Honorius Augustodunensis 1,12 ( Ceucocrota) [2. 54] und Jakob von V…

Melone

(225 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Pflanze aus der Familie der Gurkengewächse (Cucurbitaceae) mit zwei Arten, der länglichen goldgelben Honig-M. (Cucumis melo L.) und der rundlichen Wasser-M. (Citrullus vulgaris Schrad.) mit rötlichem Fruchtfleisch. Ihre frühe Kultur in Ägypten und Griechenland steht fest. Die griech. Zeugnisse bieten jedoch, abgesehen von den eher beiläufigen Beschreibungen, wechselnde Namen (πέπων/ pépōn, σίκυος πέπων/ síkyos pépōn, σικύα/ sikýa). Nach Plinius (nat. 19,67) soll die von ihm als Gurke bezeichnete goldgelbe ( aureus) Honig-M. melopepo zuerst in Campani…

Argestes

(101 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Ἀργεστής). Der Nordwestwind, z. B. bei Aristot. meteor. 2,6,364a 14, der auf der astronomischen Windrose als mittlerer Wind zwischen dem Nord- und Westwind (ζέφυρος) in den Sonnenuntergangspunkt der Sommersonnenwende gesetzt wird. Er galt als kräftig, kühl, aufheiternd und trocken. Andere Namen: Skiron in Attika, bei den gr. Sizilienfahrern Iapyx und an der ital. Westküste Κερκίας. Bei Plin. nat. 2,119, Vitr. 1,6,1 und Sen. nat. 5,16,5 heißt er Corus. Aristot. Ανέμων θέσεις, 973b 13-15 gibt für den Ἰάπυξ die Lokalnamen Σκυλητῖνος, Φρυγίας und Φαραγγίτης an. Hün…

Disteln

(139 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Mit Stacheln versehene Kräuter der Compositen-Abteilung Cynareae mit etwa 70 Arten in 15 Gattungen. Verschiedene Arten werden von Theophr. h. plant. 6,4,3-11 (= Plin. nat. 21,94-97) unter Namen wie ἄκανθα oder κάκτος (lat. carduus bzw. cactus) behandelt, darunter die Artischocke ( Cynara). Dioskurides 3,12 ([1. 19f.] bzw. [2. 270f.]) empfiehlt die Wurzel einer weißen D. u.a. zu Einnahme gegen Blutspucken und Leibschmerzen. Auch z.T. ähnliche Pflanzen anderer Familien wie Umbelliferen ( Eryngium u.a.), Acanthaceen (Akanthos) und Dipsaceen zählen da…

Ahorn

(106 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( acer). Die meisten europ. Namen der je nach Artbegrenzung 100-200 Arten umfassenden Laubholzgattung Acer L., wozu u. a. griech. ἄκαστος, lat. acer und ornus gehören, gehen auf einen idg. Baumnamen mit a, nicht auf adjekt. acer mit ā zurück. Außer den mitteleurop. Acer pseudoplatanus L. (Berg-A.), platanoides L. (Spitz-A.) und campestre L. (Feld-A., Maßholder) gibt es in Südeuropa u. a. Acer opalus Mill., monspessulanum L. und orientale L. Da man zu den A. auch Laubbäume anderer Familien gerechnet hat, bleibt unklar, worauf sich griech. ἄκαστος …

Geier

(525 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (γύψ; voltur bzw. vultur, voltur[i]us, abgeleitet von vellere, rupfen, bzw. etr. Ursprungs). Aristoteles kennt nur den kleinen, hellen Schmutz-G. (Neophron percnopterus) und den bedeutend größeren, eher aschgrauen Mönchs-G. (Aegypius monachus) (hist. an. 7(8),3,592b 6-8). Αἰγυπιός ( aigypiós) bezeichnet bei ihm jedoch den in der Verwandtschaft zw. Adler und G. stehenden (Ail. nat. 2,46) Lämmer-G. (Aristot. hist. an. 8(9),1,610a 1). Der perknópteros (hist. an. 8(9),32,618b 31-619a 3) könnte mit seinem Spitznamen oreipélargos (schwarz-weißes Gefieder…

Möhre

(183 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Das in Europa wildwachsende zweijährige Gemüse Daucus carota L. aus der Familie der Umbelliferen nannte man σταφυλῖνος ( staphylínos), καρωτόν ( karōtón), δαῦκον ( daúkon: Theophr. h. plant. 9,15,5), lat. pastinaca, daucus. Durch Kultivierung wurde die urspr. trockene und holzige Wurzel wohlschmeckend, nahrhaft und süß. Dioskurides (3,52,1 Wellmann und Berendes) beschreibt die eine purpurfarbene Schmuckblüte der staphylínos ágrios in der Mitte der sonst weißen Blütendolde und empfiehlt (vgl. Plin. nat. 20,30f.) den Samen getrunken zur …

Nelke

(171 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Da wir keinen ant. Namen kennen, ist nicht zu klären, ob die N. im Alt. vorkam. Möglicherweise ist sie mit der Bezeichnung Διὸς ἄνθος/ Diós ánthos, “Zeusblume” lat. Iovis flos gemeint, von der sich auch der mod. Gattungsname Dianthus ableitet. Immerhin gelten von den 65 in Griechenland wachsenden Vertretern der 120 wilden europ. N.-Arten 20 als endemisch [1. 81]. Archäologen erblicken in der strauchartigen kretischen N. Dianthus arboreus das Vorbild für Waldmalereien im Palast von Knosos. Da Zeus auf Kreta g…

Cassius

(4,901 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) | Eder, Walter (Bochum) | Eck, Werner (Köln) | Giaro, Tomasz (Frankfurt/Main) | Birley, A. R. (Düsseldorf) | Et al.
Name einer plebeischen gens (vgl. Tac. ann. 6,15,1), deren Träger seit der Mitte des 3.Jh. v.Chr. histor. faßbar sind. Wichtigste Familie sind, bes. im 1.Jh. v.Chr., die Cassii Longini. Ein patrizischer C. (um 500 v.Chr., C. I 19) ist singulär. I. Republikanische Zeit [English version] [I 1] C., C. Statthalter von Asia 89-88 v. Chr. Praetor 90 v.Chr. (?), 89-88 Statthalter der Prov. Asia, wobei er mit M'. Aquillius [I 4] den Nikomedes von Bithynien zum Angriff auf Mithradates veranlaßte (MRR 2,34). Er mußte sodann vor dem siegreichen Mithradates na…

Bolbos

(178 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (βολβός, bulbus). Name für unterirdische Speicherwurzeln wie Zwiebeln und Knollen verschiedener Pflanzen, vor allem der Allium-Arten (vgl. Dioskurides 2,214ff. = 2,178-182 [2. 232-235]) (Lauch, πράσον), nämlich Allium cepa (Küchenzwiebel, κρόμμυον), Allium scorodoprasum (Knoblauch, σκόροδον) und Allium schoenoprasum (Schnittlauch, σχοινόπρασον). Das Zauberkraut μῶλυ der Odyssee, dessen Blätter Theophr. h. plant. 9,15,7 mit der σκίλλα (Meerzwiebel, Urginea maritima) vergleicht, gehört zu den breitblättrigen Allium-Arten, ebenso wie d…

Granit

(132 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Dieses weitverbreitete Urgestein aus dem Erdinnern erhielt seinen Namen erst in der Moderne durch die Ableitung von ital. “granito” (von lat. granum, “Korn”). Die Griechen bildeten ihre Bezeichnung lithotomíai Thēbaikṓn nach der Herkunft aus Steinbrüchen im ägypt. Theben (Theophr. lap. 6 [1. 58]; nach Plin. nat. 36,63 für die Herstellung von kleinen Handmörsern, coticulae, geeignet). Nach Hdt. 2,127 besteht die unterste Schicht der Chefren-Pyramide aus G. Damit konkurrierten wegen der Buntheit des G. πυρροποίκιλος ( pyrrhopoecilos, Plin. nat. 36,63), σ…

Hippomanes

(43 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἱππομανές). Von Dioskurides 2,173 Wellmann = 2,204 Berendes mit dem Kapernstrauch (κάππαρις) identifizierte Pflanze, deren Frucht u.a. als harntreibend galt. H. machte laut Theokr. 2,48f. und Serv. georg. 3,280 Thilo in Arkadien Stuten und Fohlen toll. Hünemörder, Christian (Hamburg)

Buchsbaum

(138 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Mehrere immergrüne Sträucher bilden die Gattung Buxus (πύξος), darunter zählt der in den Macchien Südeuropas (am Olymp bis 2200 m) verbreitete Buxus sempervirens (vgl. Theophr. h. plant. 1,5,4 u.ö.). Er ist, wie auch die Zypresse ( Cupressus sempervirens) und Eibe ( Taxus) eine seit der Ant. beliebte Friedhofspflanze. Das harte Holz diente zu Schnitzereien: hieraus wurden z.B. die danach benannten Büchsen (πυξίς), etwa für Medikamente (Dioskurides praef. 9 [1. I.5; = 2. 21] hergestellt, sowie das Apollonbild von Olympia, Käseformen ( buxeae formae bei Colum. …

Efeu

(456 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg) | Graf, Fritz (Princeton)
[English version] I. Botanisch E. (κισσός, ἕλιξ, hedera) vertritt die einzige europ. Gattung der Araliaceen. Der dt. Name ist wie auch engl. ivy und Eppich von ahd. ebihouui bzw. eboue abgeleitet. Plinius (nat. 16,145) unterscheidet infolge Verwechslung mit der bei Theophrastos gen. Zistrose (κίσθος, kísthos, h. plant. 6,2,1) eine männliche ( hedera mas) und eine etwas kleinere weibliche Form ( h. femina). Auch in seinen weiteren Aussagen zum E. lehnt er sich an Theophrastos an, der wiederum den E. in drei Formen, einer weißen, schwarzen und einer gewunde…

Chrysophrys

(127 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (χρυσόφρυς oder χρυσωπός bei Plut. soll. anim. 26,977f), aurata, Goldbrasse, die echte Dorade. Der maximal 60 cm große beliebte Speisefisch wird oft in Komödien erwähnt (Athen. 7,328a-b) und häufig abgebildet (Keller II, Abb. 120,124 und 147). Nach Aristoteles lebt er im Meer in Landnähe (hist. an. 8,13,598a10), laicht in Flüssen, hält im Sommer Dauerschlaf (Plin. nat. 9,58: 60 Tage), frißt Fleisch und wird mit dem Dreizack harpuniert oder im Schlaf gefangen. Die Römer hielten ihn in Zuc…

Krähe

(514 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Aus der Familie der Rabenvögel (Corvidae) wurden in der Ant. sieben Arten unterschieden: 1. der Kolkrabe (κόραξ/ kórax, lat. corvus; Corvus corax L.); 2. die Raben- und Nebel-K. (κορώνη/ korṓnē, lat. cornix, cornicula; C. corone L. und C. cornix L.) und wahrscheinlich auch die gesellig nistende Saat-K. (C. frugilegus L.); 3. die Dohle (κολοιός/ koloiós, βωμωλόχος/ bōmōlóchos, lat. monedula oder graculus; Coloeus monedula); 4. der Eichelhäher (κίσσα/ kíssa, κίττα/ kítta, lat. pica; Garrulus glandarius); 5. die sprachlich nicht von Nr. 4 unterschieden…

Aprikose

(177 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die A. ( Armeniaca vulgaris Lam. = Prunus armeniaca L.) stammt von einer in Ost- und Mittelasien mit 8-9 Arten vertretenen Kernobstgattung, die man wie Pfirsich und Mandel oft nur (wie Plin. nat. 15,41- 43) als Untergattung von Prunus ansieht. In ihrer chinesischen Heimat wird sie mindestens seit dem 3. vorchristl. Jh. kultiviert. Über Armenien gelangte der frühblühende Baum (Plin. nat. 16,103) durch den Feldzug 63 n. Chr. nach Griechenland und Italien und hieß daher μῆλον ἀρμενιακόν, malum Armeniacum (Isid. orig. 17,7,7), Armenia(ca). Dioskurides 1,115 [1.1.1…

Domestikation

(551 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Darunter versteht man die vom Menschen durchgeführte zielgerichtete, allmähliche Umwandlung von Wildtierarten in Haustiere. Auf Grund biologischer Voraussetzungen waren von den wildlebenden Säugetieren der Eis- und Nacheiszeit nur wenige für die D. geeignet. Nur 5 von 19 Säugetier-Ordnungen stellen Haustiere, nämlich die Lagomorpha (Kaninchen), Rodentia (Meerschweinchen), Carnivora (Hund, Katze, Frettchen), Perissodactyla (Pferd, Esel) und die Artiodactyla (Schwein, Schaf, Ziege, Rind, Kamel, Lama). Haustiere bilden aber keine eigene…

Cedrus

(207 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (κέδρος, Zeder). Die immergrüne Coniferengattung war in der Kreidezeit und im Tertiär weit über die Nordhalbkugel verbreitet, starb dort jedoch in der vorletzten Eiszeit weitgehend aus. Sie wächst nur noch in verwandten Arten im Himalaya ( C. deodara), im Libanon (nur noch etwa 400 Bäume) und Kleinasien ( C. libani = libanotica, im Taurus und Antitaurus), auf Zypern ( C. brevifolia) und im Atlas (bis 2700 m, C. atlantica). Das aromatische und dauerhafte Zedernholz wurde schon von ca. 2750 v.Chr. an vom Taurus und Libanon nach Ägypten exportiert. …

Rentier

(199 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Rangifer tarandus, ὁ τάρανδος/ tárandos, lat. tarand(r)us; parandrus: Solin. 30,25, dort [?] nach Äthiopien versetzt!). Das in der Eiszeit bis nach Nord-It. und Südfrankreich verbreitete hirschartige Tier kannten die Griechen nur aus dem Land der Skythen aufgrund glaubhafter Berichte bei Theophr. fr. 172,2-3; Ps.-Aristot. mir. 30,832b 7-16 und Aristot. fr. 317 (Antigonus Carystius 25) sowie Plin. nat. 8,123-124. Ein märchenhaftes Motiv in diesen Quellen wie auch bei Solin. 30,25 (dessen Ber. über den pirander im MA u. a. von Thomas von Cantimpré 4,88…

Möwe

(295 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die unterschiedlichen ant. Namen erlauben keine sichere Zuordnung zu bestimmten Arten. Immerhin bietet Plin. nat. 10,91 in Anlehnung an Aristot. hist. an. 5,9,542b 17 gavia als lat. Entsprechung zu λάρος/ láros (λαρίς/ larís) und mergus zu αἴθυα/ aíthya ( mergulus, mergunculus mit der Etym. bei Varro ling. 5,78: ‘weil er durch in das Wasser Tauchen seine Nahrung fängt’). Da die Gewohnheit zu tauchen aber viel charakteristischer für die Familie der Lappentaucher mit ebenfalls mehreren Arten ist, könnten diese sowohl bei…

Rose

(353 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (griech. τὸ ῥόδον/ rhódon, lat. rosa). Die durch ihre Blüte berühmte und nach Hehn [1. 253 f.] aus Medien eingeführte Pflanze erwähnt als erster der homerische Hymnus auf Demeter (Hom. h. 2,6) und - mit ihrer purpurroten Farbe - Pind. I. 3/4,36b. Nach Hdt. 8,138 (vgl. Nik. bei Athen. 15,683a-b) wuchsen die berühmten 60blütenblättrigen duftenden Rosen in den sog. “Gärten des Midas” in Makedonien zur Zeit des Königs Perdikkas [1]. Theophrast (h. plant. 6,6,4) kennt eine gefüllte, angebl…

Rizinus

(243 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (σιλλικύπριον/ sillikýprion, κίκι/ kíki, κρότων/ krótōn, lat. ricinus, was jedoch auch ein Name für eine Läuseart ist, z. B. bei Colum. 6,2,6 und 7,13,1), die Euphorbiacee Wunderbaum oder Christuspalme (Ricinus communis), aus Afrika stammend. Sie wuchs in Griechenland wild, wurde aber in Äg. in mehreren Sorten an den Ufern der Gewässer angebaut (vgl. Diod. 1,34,11). Von Hdt. 2,94 erfahren wir die Gewinnung des für Lampen geeigneten, aber unangenehm riechenden Öls durch kaltes Auspressen der zerschlagenen Frucht des kíki oder durch Rösten und Kochen (unter…

Opobalsamon

(178 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ὀποβάλσαμον/ opobálsamon, lat. balsamum, eigentlich der Balsamsaft, bzw. βάλσαμον/ bálsamon) hieß der durch sein kostbares Harz berühmte Balsambaum Commiphora opobalsamum, den die Griechen nur von den Plantagen in Syrien (bei Jericho und En Gedi) kannten. Tatsächliches Herkunftsland ist aber SW-Arabien und Somalia. Theophrast beschreibt die Pflanze für Syrien (Theophr. h. plant. 9,6,1-4) und die behutsame Gewinnung des wohlriechenden Harzes, das er nicht in reinem Zustand kennt (ebd. 9,1…

Erdbeerbaum

(223 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg) | Walde, Christine (Basel)
[English version] Zwei von insgesamt 20 immergrünen Arten vertreten in der Macchie der Mittelmeerländer die Ericaceengattung Arbutus L., nämlich a) der E. Arbutus unedo L. (κόμαρος) mit seinen erdbeerähnlichen, säuerlich schmeckenden, in einem Jahr reifenden Steinfrüchten ( arbuta Verg. georg. 3,301 und 4,181) und b) die von Griechenland ostwärts bis zur Küste des Schwarzen Meeres verbreitete Andrachle, Arbutus andrachle L. (ἀνδράχνη) mit kleinen, orangegelben ungenießbaren Früchten. Die Früchte des westlich bis an die Atlantikküste in Irland wachsende arbutus galten zus…

Pfeffer

(215 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (τὸ πέπερι, lat. piper) heißt bei Hippokr. gynaicia 1,81 (vgl. Hippokr. epidemiai 4,40; 5,67; 6,6,13; 7,64) die aus Indien eingeführte kostbare Gewürzpflanze Piper mit zwei Arten (P. album und nigrum). Die ungenügenden Beschreibungen bei Theophr. h. plant. 9,20,1, (zit. bei Athen. 2,66e), Dioskurides (2,159 Wellmann = 2,188 Berendes) und Plin. nat. 12,26f. verraten, daß die Samenkörner beim sogenannten P. longum in kleinen Schoten wachsen, was man auf den in Afrika verbreiteten Mohr…

Helenion

(178 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἑλένιον, helenium). Der Name ist laut Plin. nat. 21,59 und 159 von den Tränen der Helena (etwas anders Ail. nat. 9,21) abgeleitet. Röm. Autoren meinten mit der (h)enula oder inula im allg. den Alant (Inula helenium L.), eine große in Westasien und Osteuropa wachsende Composite. Sie wurde seit der Spätant. als Heilpflanze in Gärten kultiviert (vgl. Colum. 11,3,17 und 35). Bes. die bittere Wurzel (Beschreibung des Einmachens mit süßen Zusätzen: Colum. 12,48,1-5; Plin. nat. 19,91; Hor. sat. 2,8,51) sollte (Dio…
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