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Rhomphaia

(91 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (ῥομφαία). Ein hellebardenähnliches großes, zweischneidiges Schwert aus Eisen mit langem Holzgriff, das über der rechten Schulter getragen wurde. Sie war in hell. Zeit die charakteristische Waffe der Thraker (Plut. Aemilius 18,3; Liv. 31,39,11: rumpia); Phylarchos FGrH 81 F 57; Arr. FGrH 156 F 103; Gell. 10,25,4; Val. Fl. 6,98). In der jüd.-christl. Lit. bedeutet R. allg. ein großes zweischneidiges Schwert (LXX Gn 3,24; 1 Sam 17,51 (Goliaths Schwert); Lk 2,35; Ios. ant. Iud. 6,190). Burckhardt, Leonhard (Basel) Bibliography H. O. Fiebiger, s. v. ῥομφαία, RE …

Reiterei

(2,374 words)

Author(s): Starke, Frank (Tübingen) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Campbell, J. Brian (Belfast)
I. Alter Orient [English version] A. Entwicklungsgeschichte Mit der Entwicklung der Fahrkunst in der 1. H. des 2. Jt. v. Chr. waren auch die methodischen Grundlagen für das Reiten gegeben (Pferd III., Reitkunst). Obwohl der Einsatz berittener Kuriere und Späher bereits ab dem 14./13. Jh. v. Chr. sicher bezeugt ist (Akkadogramm LÚPETḪALLUM “Reiter” in hethit. Texten; äg. Bildzeugnisse [10]), bildete sich die R. als Waffengattung erst im Verlauf des 9./8. Jh. heraus. Ausschlaggebend hierfür war die Schwierigkeit, reitend zu kämpfen. Denn im Unt…

Idiotes

(72 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (ἰδιώτης). Als i. wurde ein Privatmann bezeichnet, der kein Amt ausübte und nicht am polit. Leben teilnahm; im mil. Bereich war i. bei den Historikern ein gebräuchlicher Begriff für den einfachen Soldaten im Gegensatz zu den Inhabern der Befehlsgewalt (Xen. an. 1,3,11; 3,2,32; Pol. 5,60,3; Diod. 19,4,3). In Mannschaftslisten der Armee des ptolem. Äg. wird der einfache Soldat als i. bezeichnet (z.B. Pap. Hib. 1,30,21). Burckhardt, Leonhard (Basel)

Kriegsgefangene

(1,511 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Alter Orient K. sind sowohl in Äg. ( sqr-nḫ, “Gebundene zu Erschlagende” [3]) als auch in Mesopot. in der Frühzeit (4./3. Jt.) oft schon auf dem Schlachtfeld erschlagen worden. Das Töten - als ritualisierte Handlung - bzw. das Vorführen der K. und der Beute vor dem Herrscher hatte ideologischen Charakter und war daher Thema bildlicher Darstellung (Südmesopot. 3100 v.Chr.: Erschlagen gefesselter nackter K. in Gegenwart des Herrschers [5. 9]; 24. Jh.: nackte männl. K. - wohl unmittelbar…

Prodromoi

(321 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg) | Burckhardt, Leonhard (Basel)
(πρόδρομοι, “die Vorauseilenden”). [English version] [1] Windereignis Die sieben Tage lang vor dem heliakischen Aufgang des Sirius im Mittelmeergebiet wehenden nördlichen Winde. Gegenüber den späteren Etesien sollten sie angeblich kühler sein. Die sieben Tage sind ebenso wie ihre behauptete Beziehung zum Sirius und die neun Tage von ihrem Beginn bis zu den Etesien willkürlich festgelegt [1; 2]. Ihre Datier. schwankt zw. dem 7. und 23. Juli des julianischen Kalenders (= 4.-20. Juli gregorianisch). Winde Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography 1 R. Böker, s. v. Windfris…

Kriegsfolgen

(1,039 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Griechenland Welche Folgen ein Krieg im ant. Griechenland für Individuen, Städte oder Königreiche hatte, hing von seiner Dauer und Dimension ab; eine Sytematisierung oder Verallgemeinerung der K. ist daher nicht unproblematisch. Mehrere Autoren beschreiben das schreckliche Aussehen eines Schlachtfeldes (Xen. hell. 4,4,12; Xen. Ag. 2,14f.; Plut. Pelopidas 18,5; vgl. Thuk. 7,84f.). Während einer Hoplitenschlacht fielen in klass. Zeit durchschnittlich 5% der Sieger und 14% der Verl…

Hetairoi

(248 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] H. (ἑταῖροι, “Gefährten”) bildeten in griech. Monarchien das Gefolge des Königs, auch im Feld (z.B. Hom. Il. 1,179). In klass. Zeit waren H. besonders in Makedonien wichtig: Vom König selbst ausgewählt, stellten sie als dessen nahe Umgebung seine engsten Berater und den Führungsnachwuchs. An ihrer Spitze zog der König in den Krieg, woraus wohl die eigentliche mil. Bedeutung des Begriffes resultierte. H. sind (oft mit dem Zusatz βασιλικοί, basilikoí) für die maked. Reiterei sicher erst für Alexander d.Gr. bezeugt. Ob bereits unter Alexander I. bzw…

Chelone

(82 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] Die ch. (χελώνη “Schildkröte”) wurden von Belagerern als meist fahrbare hölzerne Schutzvorrichtungen benutzt. Als χ. χωστρίδες ( ch. chōstrídes) deckten sie Mineure, die u.a. durch Aufschütten von Gräben das Gelände einebneten, als χ. ὀρυκτρίδες, oryktrídes (lat. musculi) solche, die Mauern einbrechen oder untergraben sollten. Die “Widderschildkröten” schützten Rammböcke. In Griechenland wohl seit dem 5.Jh. verwen det, waren sie in hell. und röm. Zeit bes. verbreitet. Befestigungswesen; Poliorketik Burckhardt, Leonhard (Basel) Bibliography O. Lendle,…

Heerwesen

(2,908 words)

Author(s): Fuchs, Andreas (Jena) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
I. Alter Orient [English version] A. Allgemein Der Vielzahl der Staaten und Kulturen des Vorderen Orients und Ägyptens in der Zeit vom 3. bis zum 1. Jt. v.Chr. mit jeweils ganz eigenen Voraussetzungen entspricht die unterschiedliche Rekrutierung, Zusammensetzung, Organisation, Kampfesweise und Größe ihrer Heere. Fuchs, Andreas (Jena) [English version] B. Quellen Der Alte Orient hat kein militärtheoretisches Schrifttum hervorgebracht. Erzählende Quellen dienen ausschließlich der Überhöhung des Herrschers und seiner Siege, gewähren daher nur selt…

Helepolis

(192 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] Die h. (ἑλέπολις, wörtl. “Städtenehmer”) war ein großer, mit Rädern versehener, bewegbarer Belagerungsturm, der Soldaten und Katapulte an die Mauern einer belagerten Stadt heranführen sollte. Der Begriff ist erst für einen von Poseidonios für Alexander d.Gr. gebauten Turm belegt (Biton 52f. Wescher; vgl. zur Belagerung von Tyros Arr. an. 2,18-24), helepóleis wurden aber wohl schon von Dionysios [1] I. von Syrakus benutzt (Diod. 14,51,1). Sie sind evtl. oriental. oder karthagischer Herkunft (Diod. 13,55). Schon in der Antike berühmte h. verwendete Demetri…

Kriegsbeute

(1,470 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Alter Orient Im Alten Orient galt das Aufbringen von K. der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen (z.B. Metallen Äg.: Gold aus Nubien, Silber aus Kilikien, Kupfer aus Zypern (MR); Assyrien: Eisen aus Iran, Silber aus Kilikien; Kilikes, Kilikia) und für die weitere Kriegsführung benötigten Objekten (z.B. Pferde, Streitwagen im Assyrien des 1. Jt.v.Chr.) oder diente zur Versorgung der königl. Hofhaltung mit Luxusgütern zu Prestigezwecken. K. ist von Tributleistungen zu unterscheiden,…

Argyraspides

(80 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] “Silberschildler”, ein Elitekorps schwerer maked. Infanterie, zu identifizieren mit den Hypaspisten Alexanders des Gr. Ob der Name schon gegen Ende seiner Herrschaft (frühestens beim Indienzug) gebräuchlich war oder erst unter den Diadochen, ist unklar. Als bes. königstreu geltend wurden sie 318/17 Teil des Heeres des Eumenes; nach dessen durch ihre Untreue mitverschuldetem Ende von Antigonos nach Arachosien gesandt und dann aufgelöst. Später wird eine Einheit der seleukidischen Armee nach ihrem Vorbild so genannt. Burckhardt, Leonhard (Basel)

Lipotaxiu graphe

(119 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (λιποταξίου γραφή) war im att. Recht die Klage wegen unerlaubten Verlassens der Schlachtreihe. Das Vergehen wurde wie die übrigen mil. Delikte mit atimía bestraft (Demosth. or. 15,32; vgl. zu Sparta Isokr. or. 8,143). Von Aischines wird das entsprechende Gesetz Solon zugeschrieben (Aischin. Ctes. 175f.), was jedoch unsicher bleibt. Nach Andokides (And. 1,74; vgl. Lys. 14,5-7) wurde die Verfolgung von Militärvergehen wie der graphḗ astrateías (Nichtbefolgung eines Aufgebots), die deilías graphḗ (Klage wegen Feigheit) und die graphḗ tu apoblēkénai tēn aspída

Epibatai

(181 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (ἐπιβάται) waren zunächst Schiffspassagiere (Hdt. 8,118,3) oder bewaffnete Begleitsoldaten, die auf ant. Kriegsschiffen Dienst taten; in Griechenland wurden die e. normalerweise aus den Hopliten rekrutiert. Ihre Zahl schwankte: 494 v.Chr. führten Schiffe aus Chios je 40 e. mit (Hdt. 6,15,1), 480 v.Chr. hatten pers. Schiffe 30 e. (Hdt. 7,184,2); während des Peloponnesischen Krieges waren auf der Flotte Athens 10 e. üblich (Thuk. 3,94,1 und 3,95,2; vgl. IG II2 1951,84f.: 11 e.). Auf den größeren hell. Schiffen wurden mehr e. benötigt. Ihre Aufgaben umfaßten …

Lochos

(286 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Ameling, Walter (Jena)
(λόχος). [English version] [1] mil. Einheit Der l. ist als mil. Einheit in vielen griech. Heeren belegt, wobei die Größe schwankt; Befehlshaber der lóchoi waren allgemein die Lochagen. Bei Mantineia 418 v.Chr. kämpften auf spartanischer Seite 7 l., die wohl jeweils 512 Mann stark waren (Thuk. 5,68,3; vgl. Hdt. 9,53,2f.; 9,57,1f.); im 4. Jh.v.Chr. verfügte Sparta über zwölf l. (Xen. hell. 7,5,10). Auch die boiot. Fußtruppen, die táxeis ( táxis ) der Athener und Söldnerheere waren in l. unterteilt (Thuk. 4,91; Xen. hell. 6,4,13; Xen. an. 1,2,25; 4,8,15; Plut. Dion 45,6). …
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