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Your search for 'dc_creator:( "Bendlin, Andreas (Erfurt)" ) OR dc_contributor:( "Bendlin, Andreas (Erfurt)" )' returned 73 results. Modify search

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Pantheos, Pantheios

(982 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
(Πάνθεος, Πάνθειος, lat. Pantheus). Als P. (“Allgott”) bezeichnete man in der Ant. (Auson. epigrammata 32 Green; CGL V 318,38) eine Gottheit, die innerhalb eines ausdifferenzierten polytheistischen Systems die Attribute, Eigenschaften und Identitäten mehrerer oder aller Götter auf sich vereint (Synkretismus). [English version] I. Antike Allgott-Vorstellungen Die in Mesopotamien, Griechenland und Rom übliche Strukturierung der Götterwelt in einem hierarchisierten Pantheon [1. 107-113; 177-181] analog zu hierarchischen menschlichen Sozialstr…

Rex sacrorum

(992 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Lit. auch r. sacrificulus (z. B. Liv. 2,2,1), “Opferkönig”, oder einfach r. (z. B. Varro ling. 6,12 f.). Das hohe Alter dieses röm. Priesteramtes zeigt sich in der Forderung, der r.s. müsse einer patrizischen gens angehören (Cic. dom. 38; Liv. 6,41,9; Ausnahme: MRR 1,284 Anm. 8), einer durch confarreatio geschlossenen Ehe entstammen und selbst durch diesen Ritus verheiratet sein (Gai. inst. 1,112). Der r.s. wurde vom Pontifikal-Collegium nominiert und, nach seiner Wahl, in den comitia calata inauguriert (Antistius Labeo fr. 22 Huschke bei Gell. 15,27,1;…

Patera, Patella

(295 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Die p. war eine flache, runde, grifflose und bisweilen verzierte Schale mit einem Buckel ( omphalós) in der Mitte (gleich der griech. phiálē : [1. 42-44]), die als Trinkgefäß (Plaut. Amph. 260; Prop. 4,6,85) und als Opferschale im röm. Kulturkreis Verwendung fand (Varro ling. 5,122; Abb. s. Opfer IV.): Aus der p. goß der Opfernde die libatio, das Trankopfer, bes. das Weinopfer (Trankopfer und Weingenuß: Verg. Aen. 1,728-740); mit ihr begoß man auch den Kopf des Opfertieres vor der Tötung und fing sein Blut auf [1. 40f.]. Das Trinken des Opferblutes aus der p. galt aber…

Lua

(319 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Göttin wahrscheinlich ital. (sabin.: [4. 166, 186]) Ursprungs, der, gemeinsam mit anderen Göttern, L. Aemilius [I 32] Paullus 167 v.Chr. nach dem Sieg über Perseus von Makedonien die Waffen der Feinde verbrannte (Liv. 45,33,1f.: L. mater; 8,1,6, L. mater als Adressatin einer Waffenverbrennung 341 v.Chr., ist vermutlich annalistische Fiktion). Die Wahl der Göttin mag sich aus der Ableitung ihres Namens von lat. luere erklären: Die Waffenverbrennung nach siegreich beendetem Kampf markiert als rite de passage die Phase der Entmilitarisierung; sie symbol…

Maiesta

(126 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Nach Calpurnius Piso fr. 42 Peter = 10 Forsythe die Gattin des Volcanus, sonst nicht belegt. Angenommener osk. Ursprung [1] trägt zur Klärung wenig bei. Möglich ist, daß Piso gegen eine zeitgenössische Identifizierung von Maia als Gattin des Volcanus und Namensgeberin des Monats Mai (faßbar bei Gell. 13,23; Cincius fr. 8 GRF bei Macr. Sat. 1,12,18; Ov. fast. 5,81-106) den Monatsnamen von einer Göttin M. herleitet, wobei M. ihrerseits wohl aus lat. maiestas (letzteres nennt Ov. fast. 5,11-53 als mögliches Eponym des Monatsnamens) gebildet ist. Weiterg…

Moneta

(583 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Beiname der Iuno. Ihr röm. Tempel auf der Arx (Capitolium) wurde nach der Überl. von L. Furius ([I 11], wohl kaum [I 12]) Camillus 345 v.Chr. gelobt (Liv. 7,28,4) und am 1. Juni 344 dediziert (Liv. 7,28,5f.; Ov. fast. 6,183f.; Fasti Venusini, InscrIt 13,2, p. 58). Die Trad., nach der das Heiligtum an der Stelle des Hauses des M. Manlius [I 8] Capitolinus errichtet wurde (Liv. 6,20,13; 7,28,5; Ov. fast. 6,185f. u.a.), beruht auf dessen fälschlicher Lokalisierung auf der Arx. Urspr…

Intertextualität

(1,054 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] A. Begriff In den 1960er Jahren fand die Kritik an der werkimmanenten Interpretation lit. Texte als abgeschlossener Systeme ihren Ausdruck in der Rezeptionsästhetik von H.R. Jauss und der von der Semiotikerin Julia Kristeva geprägten I. Beeinflußt wurde Kristeva von Michail Bachtins Konzeption des lit. Textes als eines offenen Systems: Kein Text entsteht in einem sozio-histor. Vakuum; er repräsentiert schon im Augenblick seiner Entstehung eine dialogische Auseinandersetzung mit and…

Mondgottheit

(1,060 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt) | Röllig, Wolfgang (Tübingen) | von Lieven, Alexandra (Berlin)
[English version] I. Allgemeines Die Stellung des Mondes in der ant. myth. Spekulation und kultischen Verehrung reflektiert seine zentrale Position in den kalendarischen, agrarischen und Monatszyklen in ihren unterschiedlichen Aspekten. Adressat von Kult kann der (personifizierte) Mond sein; Kult gilt auch den in ihrem Aspekt als M. mit dem Mond assoziierten männl. oder weibl., in den traditionellen Panthea verankerten Gottheiten. Während z.B. Selene/Luna ebenso wie Helios/Sol in der öffentl. Rel. d…

Manalis lapis

(256 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Gegenstand und Funktion sind schon im 1. Jh.v.Chr. obsolet und damit erklärungsbedürftig. Paul. Fest. 115 L. kennt zwei Erklärungen: (1) der m.l. sei ein Eingang zur Unterwelt gewesen, durch den die Seelen der Unterirdischen alias Di Manes in die Oberwelt “strömten” ( manāre); (2) der m.l. sei ein beim Tempel des Mars außerhalb der Porta Capena in Rom gelegener Stein (bzw. ein Wasserkrug: Varro bei Non. 547 mit fragwürdiger Rationalisierung) gewesen, den die Pontifices (Pontifex) bei Dürre in die Stadt zogen (vgl. Paul. Fest. 2 L. mit der Assoziation von m.l. und aqua…

Personifikation

(3,218 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt) | Shapiro, H. Alan (Baltimore)
I. Begriff [English version] A. Personifizierung in Rhetorik und Dichtung Der frühneuzeitliche Begriff der personificatio gibt das hell. rhetor. Konzept der προσωποποιία/ prosōpopoiía wieder, welche die Darstellung fiktiver Personen, konkreter Sachen oder abstrakter Begriffe als Redende und Handelnde bezeichnet (lat. conformatio: Rhet. Her. 4,66; personarum ficta inductio: Cic. de orat. 3,205; prosopopoeia: Quint. inst. 9,29-37). Als fiktionale Personifizierung v.a. von Begriffen ist die Prosopopoiie für die ant. Theorie ein Element des allegori…

Novensides, Di.

(487 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Eine Gruppe von Gottheiten, deren Verehrung sich inschr. in Marruvium (Vetter Nr. 225 = [1. 43-47 Nr. 36]: esos nouesede, 3. Jh.v.Chr.) und Pisaurum (CIL XI 6297 = ILLRP 20: deiu no[ u] esede, 3./2. Jh.v.Chr.) widerspiegelt. Calpurnius Piso (fr. 45 HRR = 35 Forsythe) will vom Ursprung und Kult der Di N. im sabinischen Trebula Mutuesca wissen. Als divi Novensiles (die Endung auf -ilis ist wohl sekundär) werden die Di N. auch in der Devotionsformel des P. Decius [I 1] Mus im J. 340 v.Chr. gemeinsam mit den Di Indigetes (s.u.) und weiteren Go…

Sagmen

(64 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Sagmina (Pl.) hießen die in Rom auf der Arx für die fetiales mitsamt der Erde aus dem Boden gerissenen Kräuter (Plin. nat. 22,5; 25,105; Fest. 424-426 L.), die bei der rituellen Einsetzung des pater patratus Verwendung fanden (Liv. 1,24,4-6) und von den fetiales auch auf ihren Missionen mitgeführt wurden (Liv. 30,43,9). Bendlin, Andreas (Erfurt) Bibliography J. Rüpke, Domi militiae, 1990, 100-103.

Nomioi Theoi

(164 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] (Νόμιοι Θεοί). Als Adj. zu νομεύς/ nomeús, “Hirte”, ist νόμιος/ nómios poetische Apostrophe oder reale Kultepiklese zur Bezeichnung von Göttergruppen (anon. N.Th. in Rom: IG XIV 1013) und einzelnen Göttern in ihrer Funktion als Hirtengottheiten. Als Νόμιος/ Nómios werden adressiert: Hermes (Aristoph. Thesm. 977f.); Pan (Hom. h. 19,5; Paus. 8,38,11: Kult bei Lykosura in Arkadia); die Nymphen (Orph. h. 51,11f.); Aristaios [1] in Kyrene (Pind. P. 9,65); Dionysos (Anth. Pal. 9,524); Zeus (Stob. 53,134); und v.a. Apollon…

Ritual

(7,433 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt) | von Lieven, Alexandra (Berlin) | Böck, Barbara (Madrid) | Haas, Volkert (Berlin) | Podella, Thomas (Lübeck) | Et al.
[English version] I. Begriff Der Begriff R. bezeichnet die komplexe Handlungssequenz einzelner, in einem logischen Funktionszusammenhang und nach einer festgelegten R.-Syntax miteinander verbundener Riten. R. finden sich nicht nur in rel., sondern auch in anderen gesellschaftlichen - polit. wie sozialen - Kontexten. Die Bed. von R. für die Teilnehmer läßt sich weder auf eine integrative (Legitimations-R.) noch auf eine die normale Ordnung temporär außer Kraft setzende Funktion - dies die beiden Extr…

Moles Martis

(143 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] In den republikanischen libri sacerdotum genannt als Adressaten von Gebeten in der röm. Rel. (Gell. 13,23,2). In augusteischer Zeit erhielten die M.M. jeweils am 12. Mai eine supplicatio (Feriale Cumanum, InscrIt 13,2, p. 279), die sicherlich mit dem natalis templi des Heiligtums des Mars Ultor im Forum Augustum und den ludi für Mars am selben Tag in Verbindung stand (Mars I.C.). Die Junktur moles belli, “die Gefahren” bzw. “Entbehrungen des Krieges”, vom mṓlos Árēos (seit Hom. Il. 2,401) inspiriert, ist bei den röm. Dichtern und Historikern seit dem …

Polytheismus

(1,196 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt) | Renger, Johannes (Berlin)
I. Allgemein und Klassische Antike [English version] 1. Begriffsgeschichte Das Adj. πολύθεος/ polýtheos bezeichnet in der griech. Dichtersprache das, was einer Mehrzahl von Göttern zukommt: der Altar als Sitz ( hédra) vieler Gottheiten (Aischyl. Suppl. 424) oder die von einer großen Zahl besuchte Götterversammlung (Lukian. Iuppiter Tragoedus 14). Erst die jüd. und christl. Lit. (Apologien) verwendet das Begriffsfeld zur Rechtfertigung der Herrschaft ( monarchía) eines einzigen Gottes: Philon [12] von Alexandreia prägt δόξα πολύθεος/ dóxa polýtheos (Phil. de decalogo 65…

Nerio

(433 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Göttin sabin. Ursprungs, deren Name in der Ant. mit virtus bzw. ἀνδρία/ andría, “Mannhaftigkeit”, und fortitudo, “Stärke”, “Tapferkeit”, übersetzt wurde (Gell. 13,23,7; Lyd. mens. 4,60). Herleiten läßt sich N. von indeur. * ner-, “Mann-”, das in zahlreichen ital. Dialekten bewahrt, im Lat. jedoch mit Ausnahme der Eigennamen N. und Nero durch uir- ersetzt ist [1. 438f.]. Daß M. Claudius [I 11] Marcellus bei der Neudedizierung des röm. Honos-Heiligtums außerhalb der Porta Capena als Tempel von Honos und Virtus (Liv. 27,25,7-9) an d…

Opfer

(9,655 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt) | Renger, Johannes (Berlin) | Quack, Joachim (Berlin) | Haas, Volkert (Berlin) | Podella, Thomas (Lübeck) | Et al.
I. Religionswissenschaftlich [English version] A. Allgemeines Das O. gehört zu den zentralen Begriffen für die Selbstbeschreibung von Ritual-Rel. in ant. und mod. Kulturen. Der O.-Begriff schließt in der europäischen Moderne oft (darin direkt oder indirekt von der christl. Theologie des die Menschen erlösenden O.-Todes Jesu Christi beinflußt) das Moment der individuellen Selbsthingabe (“Aufopferung”) ein. Die Spannbreite der mod. Bedeutungsnuancen reicht dabei bis zu den nicht mehr rel., sondern nun m…

Pudor

(144 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Als die soziale Kategorie des menschlichen “Schamgefühls” ist p. seit den frühen lit. Belegen (z. B. Plaut. Epid. 166) Element des röm. Wertediskurses, erscheint aber offenbar erst mit den intensivierten Moraldiskursen augusteischer Zeit - in Nachbildung der griech. Aidṓs - als Appellativum und Person. Bei den Dichtern mag die Nennung von P. bisweilen Pudicitia mitevozieren (Serv. auct. Aen. 4,27; Hor. carm. saec. 57; [1. 89]): Anders als die Personifikation der weiblichen Keuschheit wurde P. zwar …

Brettspiele

(800 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt) | Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] A. Alter Orient Nachgewiesen seit der 2. H. des 4. Jt. dienten B. dem Zeitvertreib, aber auch divinatorischen Praktiken (Divination; Kombination mit Lebermodellen [3]). Die Spielbretter mit 5 × 4 Feldern bestanden aus Holz (mit bunten Einlagen oder geschnitzt), Stein (bemalt oder mit Einlagen) oder gebranntem Ton, die Spielfiguren und Würfel aus Elfenbein oder Knochen; zum Spielverlauf sind keine Angaben möglich. Mit dem ägypt. 30-Felder Spiel (bereits prädynastisch) besteht vermutl…

Pythioi

(191 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] (Πύθιοι). Im Rahmen der nach der Trad. von Lykurgos [4] eingerichteten polit. Ordnung Spartas wählte jeder der beiden spartanischen Könige zwei Gesandte, die in ihrem Auftrag die Orakelsprüche des Apollon Pythios in Delphoi einholten. In den griech. Poleis hießen diese Gesandten für gewöhnlich theoprópoi bzw. theōroí, der Name P. in Sparta reflektiert die bes. Beziehung zw. dieser Polis und dem delphischen Orakel. Die P. waren berechtigt, in der skēnḗ dēmosía auf Kosten des dḗmos als Zelt- ( sýskēnoi) und Mahlgenossen ( sýssitoi) der Könige zu speisen (Hdt. 6…

Marcius

(4,586 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) | Bendlin, Andreas (Erfurt) | Frateantonio, Christa (Gießen) | Müller, Christian (Bochum) | Kierdorf, Wilhelm (Köln) | Et al.
Alter röm. Gentilname, abgeleitet vom Vornamen Marcus. Die Überl. kennt einen patrizischen Zweig mit dem (myth.) König Ancus M. [I 3] und Cn. M. Coriolanus als bedeutendsten Angehörigen. Die jüngeren Angehörigen der Familie (seit dem 3. Jh.) waren plebeisch, ohne daß die Verbindung zu den patrizischen Marcii deutlich ist. Bedeutende Familien waren die Rutili, dann die Censorini, Tremuli, Reges und Rallae. In der späten Republik berief sich die Familie auf ihre Herkunft von den Königen Ancus M. und Numa Pompilius (daher das Cogn. Rex, s. M. [I 5]; RRC 346; 425; Suet. Iul. 6,1…

Patrii di

(814 words)

Author(s): Bendlin, Andreas (Erfurt)
[English version] Die p.d. (griech. θεοὶ πάτριοι/πατρῷοι, theoí pátrioi ) sind keine im röm. Sakralrecht verankerte Kategorie, sondern repräsentieren den indigenen Versuch, rel. Pluralität in dem für die ant. Rel. typischen traditionalistischen Schema von in-group und out-group zu klassifizieren: Die “Götter der Väter” gewinnen einen Teil ihrer Legitimation dadurch, daß schon die Vorfahren sie in Einklang mit den tradierten Wertesystemen (lat. patrii mores ritusque; griech. pátrioi nómoi) verehrten. Als p.d. lassen sich deshalb alle Gottheiten begreifen, denen du…
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