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Fernhandel

(1,947 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Begriff und BedeutungDer F. oder »internationale« Handel (ein für das MA wie die Frühe Nz. etwas anachronistischer Begriff) bildete einen zentralen Anker des wirtschaftlichen Geschehens sowohl in Europa selbst als auch zwischen Europa und den außereurop. Wirtschaftsräumen. Im Gegensatz zum Lokal- und Regionalhandel oder gar zum Hausierhandel überwand der F. weite Strecken und sorgte für einen Waren- und Geldverkehr zwischen auch weit voneinander entfernten Region Europas, seit dem 16. Jh. zunehmend auch zwischen Europa und außereurop. Regionen ( Überseehandel).Der F. w…
Date: 2019-11-19

Spedition

(710 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Die S. wurde in der Nz. durchwegs als integrativer Teil des Handels betrachtet, wobei zwischen der »normalen« S., d. h. dem schlichten Transport zwischen zwei Orten, und dem sog. S.- oder Transithandel zu unterscheiden ist.Die S. als Teil des Handelsgeschäfts wurde in der Regel nicht professionistisch ausgeübt (vgl. Professionalisierung 4.2.). Die Fuhrleute, im Alpenraum Säumer, an größeren Flüssen Schiffer bzw. Flößer waren vielfach Bauern und Wirte, die im Nebengewerbe Transportaufgaben gegen Lohn übernahmen (Mischökonomie). Die Spezialisierung ganzer Dorfgemeinscha…
Date: 2019-11-19

Zollverein, Deutscher

(1,089 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Rechtsnatur, MitgliederDer Dt. Z. war seiner Rechtsnatur nach noch kein fester Staatenbund, stellte jedoch deutlich mehr als einen einfachen, auf einen zentralen Aspekt der Wirtschaft – das Zoll-Wesen sowie im weiteren Sinne den Außenhandel – ausgerichteten Handelsvertrag dar und kann daher seiner Funktionsweise nach als ein Vorläufer der (heutigen) internationalen Organisationen gelten. Im Z. schlossen sich durch den Zolleinigungsvertrag vom 22. 3. 1833 zum 1. 1. 1834 Staaten des Deutschen Bundes zum Zweck einer gemeinsamen Zoll- und Handelspolitik zusammen. In di…
Date: 2019-11-19

Regionalhandel

(639 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Unter R. versteht man kommerzielle Aktivitäten, die – aus geographischer Perspektive – zwischen dem im Wesentlichen lokal beschränkten Detail-Handel und dem weite Entfernungen überbrückenden Fernhandel lagen. R. bezeichnet somit den – vielfach durch die vorhandenen (vorindustriellen) Transportmöglichkeiten limitierten (Transport und Verkehr) – Handel innerhalb einer bzw. zwischen zwei oder mehreren Wirtschaftsregionen. Kaufleute spezialisierten sich oftmals auf den R., wenn sie ein größeres Unternehmerrisiko vermeiden wollten und …
Date: 2019-11-19

Fugger

(1,003 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Aufstieg der Dynastie bis zum 16. Jh.Unter den Unternehmern, die im dt. Raum in der Nz. Geschäfte tätigten, verfügen die Augsburger F. über einen der klangvollsten Namen. 1367 war Hans F. nach Augsburg eingewandert und etablierte sich dort als Barchentweber und Kaufmann; bereits sein Sohn Jakob I., der Stammvater der Linie F. von der Lilie, war vorrangig als Handelsherr tätig. V. a. dessen Sohn Jakob II. (genannt »der Reiche«) schuf aus den vergleichsweise bescheidenen Anfängen ein europ. agierendes Unternehmen. Nicht mehr nur die bisherigen Handelsgesch…
Date: 2019-11-19

Preiskurant

(953 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Definition und EntwicklungP., d. h. handgeschriebene, später gedruckte, formalisierte Preis-Listen oder Kurszettel, bildeten den ältesten Typus von Handels- und Finanzjournalen; sie umfassten jeweils nur eine oder zwei Seiten. Solche P. sind eine Hauptquelle für Preis-, Geld- und Wechselkursnotierungen auf den europ. und levantinischen Märkten zwischen dem späten 16. und dem 19. Jh. In der Regel sind P. exakt datiert und geben somit genaue Auskunft darüber, welcher Preis oder Kurs wann und wo notiert wurde. Sie liefern demnach sehr zu…
Date: 2019-11-19

Kontor

(650 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Unter K. versteht man traditionell das Schreib- bzw. Geschäftszimmer – modern: das Büro – ma. und nzl. Kaufleute. Die Bezeichnung geht zurück auf franz. comptoir (»Laden-/Zahltisch«, von lat. computare, »zählen«, »rechnen«), was auf die ursprüngliche Bedeutung als Schreib-, Laden- oder Zähltisch bzw. -pult hinweist. Das K. erlangte für die kaufmännische Geschäftstätigkeit zentrale Bedeutung, als der Handelsherr im HochMA nicht mehr mit seinen Waren reiste, sondern an einem Ort sesshaft wurde. Das K. wurde mit zunehmender S…
Date: 2019-11-19

Buchführung, doppelte

(1,475 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Entwicklung der Buchführung in Antike und MittelalterB. oder Rechnungslegung ist wohl annähernd so alt wie kaufmännisches Handeln selbst. Bereits im sumerischen Mesopotamien (3. Jahrtausend v. Chr.) wurden Geschäftsvorgänge auf Tontafeln aufgezeichnet. Diese seit der Antike gebräuchliche, einfache B. diente dabei der Dokumentation getätigter Geschäftsvorgänge zur Erinnerung für den Handelnden selbst und als Beweis gegenüber Anfeindungen vor Gericht. So musste etwa nach dem röm. Corpus iuris civilis die Rechnungslegung von Kaufleuten bei Streitigkeiten vor Ger…
Date: 2019-11-19

Einfuhr

(821 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. DefinitionE. (Import) ist derjenige Teil des Außenhandels, der die Verbringung von Gütern aus einem fremden (ausländischen) Wirtschaftsraum in den eigenen und die damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen (Lagerhaltung, Spedition etc.) betrifft und somit das Komplement zur Ausfuhr (Export) bildet.Markus A. Denzel2. EinfuhrbeschränkungenUnter E.-Verbot versteht man eine obrigkeitliche Anordnung, derzufolge z. B. keine Rohstoffe, Nahrungsmittel, Manufakturwaren oder Luxusgüter eingeführt werden dürfen. Derartige E.-Verbote waren…
Date: 2019-11-19

Handelskorrespondenz

(595 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Als im 12. und 13. Jh. im Gefolge der Kommerziellen Revolution die Wirtschafts- und Handels-Tätigkeit stark anstieg, die Geldwirtschaft sich (wieder) allgemein durchzusetzen begann und neue Techniken im Handel und Zahlungsverkehr entwickelt wurden (vgl. Wechsel), stieg das Bedürfnis nach Kommunikation unter den Kaufleuten erheblich an. Allerdings kommunizierten sie nun nicht mehr in erster Linie mündlich anlässlich persönlicher Begegnungen; mit der Herausbildung des sesshaften Kontor-Kaufmanns während der Kommerziellen Revolution (1…
Date: 2019-11-19

Handelsbörse

(639 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Die H. ist die ursprüngliche Form und Funktion der Börse. Man handelte hier seit dem frühen 15. Jh. ohne Besichtigung mit fungiblen Gütern wie Getreide, Kaffee, Zucker oder Gewürzen, aber auch mit Wechseln und Wertpapieren aller Art. Börsenveranstaltungen finden – anders als etwa Messen – in der Regel ganzjährig statt und sind zeitlich und räumlich konzentriert, d. h. die teilnehmenden Kaufleute, die vielfach bestimmten Statuten unterliegen, versammeln sich zu bestimmten Zeiten an einem bestimmten Ort.Nach dem Schwerpunkt ihrer Handelstätigkeit ist zwischen Wechsel-…
Date: 2019-11-19

Fair, annual

(1,349 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Introduction An annual fair (German Jahrmarkt), also called kermis, was a market with a regional catchment area, held once or several times a year and thereby distinguished both from the weekly market [9. 147, 149] and from the trade fair, whose focus was wider, even international. Like the trade fair (German  Messe), the annual fair - which took place at a designated marketplace and sometimes had its own specific market area, even its own buildings - was associated with a church festival (dedicated to Christ, Mary, or a saint) and took p…
Date: 2019-10-14

Counting-house

(826 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Traditionally a counting-house has been understood as the scriptorium or shop (in modern language, the office) of medieval and early modern merchants. The term goes back to French  comptoir (“counter,” from Latin  computare, “count,” “calculate”), which suggests an original reference to a table or desk used for writing or trading. The counting-house became a central feature of commercial activity in the high Middle Ages, when merchants no longer traveled with their merchandise but settled in one place. With increasing literac…
Date: 2019-10-14

Bookkeeping, double-entry

(1,601 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Bookkeeping in Antiquity and the Middle Ages Bookkeeping or accounting is probably almost as old as commercial activity itself. In Sumerian Mesopotamia (3rd millennium BCE), commercial transactions were already being recorded on clay tablets. This simple method of bookkeeping, in use since antiquity, served to document completed transactions as a reminder for the trader and as evidence in legal disputes. The Roman Corpus iuris civilis, for example, required the accounts of merchants to be presented publicly in court in case of disputes.Such documentation became especial…
Date: 2019-10-14

Interest (banking)

(1,037 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Definition and formsThe term  interest (French  intérêt; see  Interest), in earlier Latin sources often called  interesse, contrasts with German  Zins – from Latin  census, “valuation (of wealth),” “tribute.” Until well into the 18th century, it meant compensation for both the loan of money or movables (Loan for consumption [mutuum]) and the use of land or immovables (lease or rent interest, ground rent, rent charge; see Peasant property rights; Services, peasant), later it normally meant only the former (see also…
Date: 2019-10-14

Commercial revolution

(655 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
The term commercial revolution was introduced by Raymond de Roover in 1942 [2]; it is used in studies of economic history for epochal changes relating to the history of trade, when commercial innovations were concentrated in a short space of time, thus triggering an advance in the long-term development of trade. De Roover set the commercial revolution of the Middle Ages in the 13th century, while modern scholars prefer to speak of a period from the late 12th century to the 14th. During the medieval commer…
Date: 2019-10-14

Import

(890 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. DefinitionImport is the portion of external trade (Trade, external) that involves the transfer of goods from a foreign economic area into one’s own and the related services (warehousing, dispatch, etc.); it is thus complementary to export.Markus A. Denzel2. RestrictionsAn import ban or embargo is a government decree prohibiting (for example) the import of raw materials, foodstuffs, manufactured goods, or luxuries. Such bans have been common since antiquity, especially vis-à-vis hostile nations, but it was not until the era of mercantilism that they became an…
Date: 2019-10-14

Fugger family

(1,091 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Rise of the dynasty up to the 16th century The Fuggers of Augsburg were among the most famous of entrepreneurs doing business in the German area in the early modern era. In 1367, Hans Fugger immigrated to Augsburg and set himself up as a fustian weaver and merchant; his son Jakob I. Fugger, founder of the “Fuggers of the lily” branch of the family, was primarily known as a business magnate. His son Jakob II (nicknamed “the Rich”) was the one who created a Europe-wide enterprise from those comparatively…
Date: 2019-10-14

Export

(770 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Export is the portion of external trade that entails the delivering of goods from the home economic zone into another (foreign) one, and the services connected with this process (warehousing, dispatch, etcetera; on the details, see Trade, external).The export of goods was subject to a range of official regulations in the early modern period, primarily prohibitions. A prohibition on export was an official ban on the export of goods regarded as strategically important, such as weapons, raw materials, foodstuffs, manufactured or lux…
Date: 2019-10-14

Customs duties

(1,899 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. TerminologyThe term  duty (German  Zoll, from Late Latin  teloneum/ telonium, “toll house, customs house”) denotes a fee levied when goods are transported across a customs boundary – whether within a state (internal tariff) or between two states (external tariff). Internal tariffs were levied primarily in situations where bypassing a customs stations would have been very expensive or impossible for the dealer or carrier. In land transport, this took place at major bridges (bridge toll), fords, tunnels…
Date: 2019-10-14
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