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Your search for 'dc_creator:( "Schiemann, Gottfried (Tübingen)" ) OR dc_contributor:( "Schiemann, Gottfried (Tübingen)" )' returned 305 results. Modify search

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Castigatio

(166 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Ausdruck für eine Erziehungsmaßnahme, wie bereits dem Wortsinn ( castum agere, “zum Reinen bringen”) zu entnehmen ist. Vielfach ist die Haftung des Züchtigenden gegenüber dem Gezüchtigten für die Folgen der c. ausgeschlossen, so beim Lehrherren gegenüber dem gemaßregelten Lehrling (z.B. Dig. 9,2,5,3). Dasselbe gilt für den Hausvater gegenüber den Kindern und für den Herrn gegenüber den Sklaven (Dig. 7,1,23,1; 48,19,16,2). Die c. als polizeiliche oder richterliche Maßnahme knüpft teilweise an solche private Herrschaftsverhältnisse an, so ge…

Aequitas

(630 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der Sinn des Wortes ae. ist mehrdeutig. Insbes. zum iustum ist der Übergang fließend. Letzteres bezeichnet meist eher die Treue zum positiven Recht, ae. eher die das Ganze des Rechts prägende und durchdringende Gerechtigkeit. Die sprachliche Verwandtschaft mit dem Waagerechten verweist auf die Gleichheit im Sinne der Entsprechung von Leistung und Gegenleistung, Fehlverhalten und Sanktion. Darüber hinaus enthält die ae. den Sinn einer sachgerechten Zuordnung von Sachverhalten als gleich oder ungleich zu den im positiven Recht bereits ents…

Partus suppositus

(266 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der p.s., das untergeschobene Kind, spielt in der Gesetzgebung und Rechtswiss. Roms eine erhebliche Rolle, was angesichts der Folgen legitimer Abstammung für Status, Bürgerrecht und Erbrecht leicht zu erklären ist. Bis in die frühe Kaiserzeit (1. Jh.n.Chr.) scheint das Problem der mangelhaften Abstammung freilich familienintern geregelt worden zu sein: Der Vater hatte als Teil seiner väterlichen Gewalt ( patria potestas ) das Recht, ein neugeborenes Kind auszusetzen (Kindesaussetzung). Ob darüber hinaus eine besondere …

Effractor

(65 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Im röm. Recht der Dieb, der seine Beute durch Einbruch erlangt. Nach Dig. 47,18 begeht er eine Straftat, die als crimen ( publicum) verfolgt wurde. In der Zeit der Republik handelte es sich noch um ein Privatdelikt. Als e. ( carceris) wird auch der Ausbrecher bezeichnet, der gleichfalls im Verfahren der cognitio extra ordinem als Täter eines crimen verfolgt wurde. Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Kataster

(344 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Im Unterschied zum Grundbuch als Register zur Sicherung des privaten Grundstücksverkehrs, das es - wohl nach altägypt. Vorbild [1] - im ptolem. und röm. Ägypten (und in der Ant. möglicherweise nur dort) gegeben hat, dienen K. oder ähnliche Register vornehmlich der Erhebung von Grundsteuern sowie der Verwaltung der Staatspachten und sind daher fast zwangsläufig genauso verbreitet wie diese staatlichen Einnahmen selbst. Voraussetzung für die Anlegung von Archiven oder Büchern mit A…

Minores

(643 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (vollständiger: m. viginti quinque annis; Sg.: minor) sind im röm. Recht die unter 25jährigen. In einem engeren (und urspr. technischen) Sinne werden als m. die 15- bis 24jährigen bezeichnet, in einem weiteren Sinne alle, die noch nicht volljährig (im röm. Recht also mindestens 25 Jahre alt) sind. Die gesetzliche Regelung für die m. im engeren Sinne betraf ihre Fähigkeit, Verträge und andere Rechtsgeschäfte vorzunehmen (Geschäftsfähigkeit). Von ihr zu unterscheiden ist die Rechtsfähigkeit, nämlich die Fähigkeit, für sich selbst Re…

Nuptiae

(153 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (von nubere, “sich verhüllen, einen Schleier anlegen”) bezeichnet die Heirat in der röm. Gesellschaft (Ehe III.B.). Ein Titel der Digesten ( Digesta , 23,2: De ritu nuptiarum) mit 68 Fr. ist den Hochzeitsbräuchen (III.)) gewidmet. Dies deutet darauf hin, daß die röm. Juristen sich eingehend mit den Voraussetzungen einer rechtmäßig geschlossenen Ehe ( iustum matrimonium ) befaßten. Da es für die rechtliche Anerkennung der Ehe entscheidend auf die Einhaltung der Ehevoraussetzungen z.Z. der n. ankam, wurde n. schließlich synonym mit matrimonium als Ausdruck für…

Nervus

(54 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Eine Eisenkette, mit der ein Schuldner an den Füßen gefesselt wurde ( ferreum vinculum, quo pedes impediuntur, Fest. 162,1-2). Nach den 12 Tafeln (Lex XII tab. 3,3) durfte der Gläubiger den Schuldner mit Hilfe des n. offenbar in eine Art Beugehaft nehmen, wenn er trotz Verurteilung nicht leistete. Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Paelex

(53 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Vom röm. Juristen Paulus (Dig. 50,16,144) wird als Bed. von p. (auch pelex, pellex, ähnlich der griech. pallakḗ ) die Lebensgefährtin, die nicht verheiratet ist (also nicht uxor, Ehe III.C.), angegeben. Die Rechtsstellung der p. wird im röm. Recht meist beim Konkubinat ( concubinatus ) behandelt. Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Delatio nominis

(366 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] “Den Namen (eines Verdächtigen) anzeigen”, ist zunächst nur der allererste Anlaß für eine öffentliche Strafverfolgung in Rom. So kommt der Ausdruck etwa bei Plaut. Aul. 416 im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Unterschicht-Kriminalität durch die tresviri capitales vor. Bei den Verfahren vor diesen Magistraten, einer Art Polizeijustiz, erschöpft sich die Bedeutung der d. n. - ganz im Sinne einer modernen Anzeige - offensichtlich darin, den kriminellen Vorgang überhaupt bekannt zu machen [1. 60, 78]. Nachdem neben die ältere, auf Privatklage beruhende…

Absolutio

(223 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] ist im röm. Gerichtsverfahren der Gegenbegriff zur “Verurteilung” ( condemnatio ): Im Zivilprozeß endet die Formel, in der die Prätoren das Programm für den iudex niedergelegt haben, stereotyp mit dem Judikationsbefehl ... condemnato. Si non paret, absolvito. Die a. führte ebenso wie die condemnatio zur Rechtskraft, also dazu, daß die Entscheidung - abgesehen vom Sonderfall der appellatio - unabänderlich war und daß der Streit definitiv beendet war, einer neuen Klage somit die exceptio rei iudicatae (Einrede der Rechtskraft) entgegenstand. Das Sprichwort omni…

Postliminium

(173 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (“Rückkehrrecht”, häufiger in der Verbindung ius postliminii) wird in Inst. Iust. 1,12,5 aus limen (Schwelle) abgeleitet, was bildlich auf die Grenze des röm. Staatsgebietes übertragen worden sei, so daß der Kriegsgefangene, der bei seiner Rückkehr die “Schwelle” des röm. Staates von jenseits ( post) her wieder überschritt, von Rechts wegen in seine frühere Stellung vor der Gefangennahme zurückkehrte. Mit der Gefangenschaft bei den Feinden (Kriegsgefangene) geriet ein röm. Bürger in Sklaverei. Wurde er z. B. freigekauft, stand ihm das ius p. als “Rückkehrrec…

Iurgium

(94 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] A term in the Law of the Twelve Tables ( c. 450 BC,   Tabulae duodecim ). Its significance in legal history is still very disputed. Iurgium is a milder form of dispute than the litigation before court (  lis ); otherwise a general term for a dispute. It is conceivable that iurgium meant an out-of-court settlement, perhaps with the support of the pontifices. In the classical period (1st cent. BC - 3rd cent. AD) this form of resolution had long fallen out of use. Schiemann, Gottfried (Tübingen) Bibliography M. Kaser, K. Hackl, Das röm. Zivilprozeßrecht, 21997, 58).

Law [2]

(4,230 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] I. General The most important foundations of later European conceptions of law were laid in OT Judaic law, in Greek law as practical counterpart to the beginnings of philosophical reflection on justice ( Pre-Socratics; Justice), and above all in Roman law as the defining authority for the development of secular European jurisprudence since the late Middle Ages ( Reception). Law always comprises regulation on the part of a sizeable community for the settlement of conflicts between…

Paelex

(65 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] From a statement by the Roman jurist, Paul (Dig. 50,16,144) the meaning of paelex (also pelex, pellex, different in Greek pallakḗ ) is that of a female partner to whom one is not married (i.e not uxor, Marriage III.C.). The legal status of paelex was treated in Roman law mainly in the context of concubinage ( concubinatus ). Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Scriptura

(124 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] (literally 'that which is written down'), in the field of law, denoted all Roman documents, and (as literacy increased) from the Principate, but esp. in late antiquity, e.g. the testament, the note of hand ( cheirógraphon ), generally the contract, but also a legal opinion or a legal ruling, provided that these were given in writing. In a narrower sense, probably arising from the fact that the Roman tax farmers ( publicani ) 'marked down' transactions of relinquishment of public pasture to private (sub-)lessees, scriptura was the payment the lessee had to make for…

Diffarreatio

(51 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The actus contrarius of a   confarreatio , which dissolved a marriage joined in this form and followed the same ceremony. At the same time it effected the termination of the (former) husband's spousal powers (  manus ). Schiemann, Gottfried (Tübingen) Bibliography 1 W. Kunkel, s.v. matrimonium, RE 14, 2277 2 Treggiari, 24.

Auctoratus, Auctoramentum

(202 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] An auctoratus is, according to Gai. Inst. 3,199, a dependent person, who is named together with the minor children and wives as well as the indentured servants ( iudicati). The position of the auctoratus probably rested on a willing subjection by oath ( auctoramentum), perhaps also on a duty of service on behalf of the   pater familias of the auctoratus to the employer. Since the end of the Republic, a free man could commit himself as auctoratus as a  gladiator, which did not protect him from the   infamia which was otherwise associated with the pos…

Concubinatus

(520 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] In Roman law a permanent union between man and woman without affectio maritalis, i.e. without the intention of both parties of permanently entering a legal bond for forming a household, procreating and raising children. Since the marital laws of Augustus, the concubinatus increasingly became a form of living together if marriage was prohibited. Thus, senators and their descendants were prohibited under the l. Iulia de maritandis ordinibus from marrying a freedwoman, actress or daughter of an actor. Freeborn Romans could not enter into a marriage…

Decollatio

(197 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] In Roman law the ‘simple’ death penalty by decapitation (whence also: capitis amputatio), as opposed to being burned alive (  crematio ) and crucifixion (  crux ). All three methods of execution appear in Paulus, Sent. 5,17,2 as summa supplicia (most severe punishments). Certainly from the time of Caligula capital punishment by damnatio ad bestias (animal combat in the arena) was also current practice. Decollatio was typically reserved for higher-status freemen (  honestiores ), while crematio and crux were carried out on ordinary freemen (  humiliores ) and slaves. D…
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