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Your search for 'dc_creator:( "Thür, Gerhard (Graz)" ) OR dc_contributor:( "Thür, Gerhard (Graz)" )' returned 361 results. Modify search

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Heliaia

(267 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἡλιαία). 1. Abgeleitet von ἁλίζω ( halízō, “versammeln”) bedeutet h. urspr. schlicht “Versammlung”. Im dor. Gebiet erhielt sich dieser Ausdruck für die Volksversammlung [1. 32ff.] und in Arkadien für ein vermutlich 50köpfiges Gremium, das polit. und gerichtliche Entscheidungen traf (IG V 2,6A 24 und 27; 3,20 = IPArk Nr. 2 und 3, beide aus Tegea [2. 36f]). 2. In Athen führte nach Aristot. Ath. Pol. 9,1 (vgl. dazu [3. 160]) Solon gegen gerichtliche Entscheidungen der Archonten die éphesis an die h. ein, damals entweder die gesamte Volksversammlung als Ger…

Eispraxis

(34 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (Εἴσπραξις). “Eintreiben” im weitesten Sinne, in Athen z.B. von Tributzahlungen für den Seebund (IG II2 1273, 24), in Ägypten jeglicher Steuer, aber auch von privaten Forderungen (Praxis). Thür, Gerhard (Graz)

Hedna

(122 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἕδνα, ep. ἔεδνα). Nur im kollektiven Plural gebräuchlich, sind h. bei Homer Geschenke des Bräutigams an den Vater der Braut (Idee der “Kaufehe”) oder an die Braut selbst (ähnlich dem german. Wittum), doch abweichend Hom. Od. 1,277 und 2,196: Ausstattung der Braut durch ihren Vater (verwandt mit den parápherna oder der phernḗ ), manchmal auch als “Mitgift” zu deuten ( proíx ), nicht eindeutig zu klären: Od. 2,53 (Verbum); Il. 13,382 (Nomen hiervon). Vermutlich liegt den h. der archa. Gedanke zugrunde, soziale Beziehungen durch Gaben und Gegengaben zu vermitteln. Thür…

Andrapodistes

(114 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀνδραποδιστής). Derjenige, der einen anderen zum Sklaven (ἀνδράποδον, andrápodon) machte, war a. (Aristoph. equ. 1030; Lys. 10,10). Die Straftat ἀνδραποδισμός ( andrapodismós) umfaßte zwei verschiedene strafbare Handlungen. Die eine bestand darin, daß der Täter sich eines Freien durch Gewalt oder List (vgl. für diese Plat. leg. 879a) bemächtigte, um ihn in die Sklaverei zu verkaufen (Freiheitsdelikt), die andere richtete sich gegen den Eigentümer eines Sklaven und bestand im Raub dieses Sklaven zwec…

Epiorkia

(84 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπιορκία). bedeutete seit Homer zu allen Zeiten “Meineid” (nur einmal in Solons Gesetzen “Eid”, Lys. 10,17). Jeder Eid endete gewöhnlich mit einer Verwünschung des Meineidigen. Da die e. kein weltliches Delikt war, blieb ihre Ahndung, die sich nicht nur auf den Täter, sondern auch auf dessen ganzes Haus erstrecken konnte, den Göttern überlassen, die Zeugen und Garanten des Eides waren (Xen. an. 2,5,21; Demosth. or. 23,68; 19,220; Lys. 32,13). Eid Thür, Gerhard (Graz) Bibliography K. Latte, s.v. Meineid, RE 15, 346ff.

Antitimesis

(94 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀντιτίμησις). Wenn das Gesetz in Athen die Strafe bei öffentlichen Prozessen nicht von vornherein festgelegt hatte (ἀγῶνες ἀτιμητοί, Atimetos agon), sondern Art und Höhe dem richterlichen Ermessen anheimgegeben waren (ἀγῶνες τιμητοί, Timetos agon), hatte der Kläger schon bei Einreichung der Klageschrift die Klage zu schätzen. Der Beklagte konnte dann nach seinem Schuldspruch in einer zweiten Verhandlung über das Strafmaß einen Gegenantrag über die Strafhöhe ( a.) stellen. Die Richter hatten zwischen diesen beiden Strafanträgen zu wählen. Thür, Gerhard (…

Mnemones

(240 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (μνήμονες). Wörtlich “Merker”, noch aus der Epoche vor der Schriftlichkeit (ab ca. 700 v.Chr.) stammende Bezeichnung für den Betreuer des Archivs einer griech. Polis, sonst wohl einfach γραφεύς ( grapheús, Schreiber) genannt. (In sakralem Zusammenhang zählt Aristot. pol. 1321 b 34 auch hieromnḗmones auf). Aus der schriftlosen Zeit stammt auch die Bezeichnung κατάκοοι ( katákooi, “Hörer” [2. 218]), vom Beginn der Schriftlichkeit zeugt ποινικαστάς ( poinikastás, “Kenner der phönikischen Buchstaben” [1. 180f.]). Inschr. sind m. seit dem 5. und 4. Jh.v.…

Dikastes

(166 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (δικαστής). In den griech. Stadtstaaten saßen nicht Berufsrichter zu Gericht, vielmehr wurde das dikastḗrion mit Laien besetzt. D. ist also am besten mit “Geschworener” zu übersetzen. Jeder unbescholtene männliche Bürger im Alter von über 30 Jahren konnte sich in Athen als d. melden. Er bekam als “Ausweis” ein Täfelchen ausgehändigt, das seinen Namen enthielt, und mußte zu Beginn jedes Jahres den “Heliastischen Eid” schwören, gemäß den Gesetzen abzustimmen (Dem. or. 24, 149-151). Für den Tag, den der d. zu Gericht saß, wurde er bezahlt ( dikastikós misthós

Asylia

(110 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀσυλία). Schutz von Personen und Sachen, zunächst im hl. Bereich des ἱερὸν ἄσυλον ( hierón ásylon). Bes. der Fremde, ξένος ( xénos), bedurfte der a., weil er einer anderen Rechtsordnung unterstand und im Gastland erst Rechtsschutz erhalten mußte, um vor gewaltsamen Übergriffen sicher zu sein. Vgl. hierzu den Rechtsgewährungsvertrag zwischen Oiantheia und Chaleion um 450 v.Chr. [1; 2]. Möglicherweise stammte alle profane A. und sogar die μετοικία ( metoikía) aus sakraler A. [3; 4]. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography 1 H. Bengtson, StV II, 21975, Nr. 146 2 H. van …

Epibole

(99 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπιβολή). In Athen konnte jeder Amtsträger ( Archaí , wozu auch die bulḗ zählte) innerhalb seiner Zuständigkeit eine e., eine geringe Geldbuße bis zu einer gesetzlich festgelegten Höhe als Ordnungsstrafe rechtskräftig verhängen, darüber hinaus war die e. der éphesis unterworfen. Ähnlich ist auch die E. in P.Zen. 51,15 (3. Jh.v.Chr.) zu verstehen. In den Papyri der röm. Zeit bedeutet e. (oder ἐπιμερισμός, epimerismós) die steuerliche Zuteilung von unbebaut gebliebenem Land an einzelne Bauern oder Gemeinden. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A.R.W. Harrison, …

Prosklesis

(93 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (πρόσκλησις), die Ladung, das “Rufen zum Gericht”. Sie geschah in Athen durch privaten Akt, indem der Kläger dem Beklagten die Klageschrift ( énklēma ) und den Tag, an dem er sich beim Gerichtsmagistrat einzufinden hatte, zur Kenntnis brachte. Die p. hatte vor ein oder zwei Ladungszeugen ( klētḗr ) zu erfolgen, die bei Nichterscheinen des Beklagten als Voraussetzung für ein Säumnisurteil die ordnungsgemäße p. bestätigten, bei falschem Zeugnis mit pseudoklēteías graphḗ (“Klage wegen Falschaussage”) hafteten. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A. R. W. Harrison,…

Epikleros

(182 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπίκληρος). Nicht ganz korrekt mit “Erbtochter” übersetzt. Hinterließ ein athenischer Bürger oder ein métoikos nur Töchter, so waren zwar nicht diese selbst, wohl aber deren ehelichen Söhne erbfähig, so daß der Nachlaß ( klḗros ) unter Umständen an einen fremden Familienverband fallen konnte. Wegen dieser Gefahr erlaubte das Gesetz dem nächsten Seitenverwandten des Erblassers (Anchisteia), vom Archon bzw. Polemarchos (Archontes I) durch epidikasía zugleich mit der Zuweisung des klḗros auch die einer noch kinderlosen Tochter, e., als Ehefrau zu erwirken…

Pseudokleteias graphe

(220 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ψευδοκλητείας γραφή). In Athen wurde die Ladung zu einem Prozeß ( prósklēsis ) privat in Anwesenheit von Ladungszeugen ( klētḗr ) durchgeführt. Wer trotz ordnungsgemäß bezeugter Ladung nicht zum Termin vor dem Gerichtsmagistrat erschien, wurde in Abwesenheit verurteilt. Konnte er Entschuldigungsgründe nachweisen, war Wiederaufnahme ( anadikía ) möglich; hatte der Kläger falsche klētḗres hinzugezogen, konnte sie jeder beliebige Bürger (s. graphḗ ) mit ps. g. verfolgen. Zuständig waren die thesmothétai , der Verfolger mußte eine Gebühr (παράστασις, parásta…

Engye

(310 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐγγύη). Bürgschaft, später auch als engýēsis bezeichnet. Ihre älteste Gestaltung, nämlich die der Geiselbürgschaft, zeigt Hom. Od. 8,266-366. Die E. bewirkte demnach eine Garantie des Bürgen für den Fall, daß der Hauptschuldner seiner Zahlungspflicht nicht nachkommen werde. Die Sicherheit bestand in dem Zugriff, den die Geisel, der ἔγγυος ( éngyos), dem Gläubiger auf seine Person einräumte. Er verfiel wie ein Pfand dem mit privater Eigenmacht vorgehenden Gläubiger, wenn der verbürgte Erfolg nicht eintrat, daher auch der postverbale Ausdruck e. von ἐγγυάω ( en…

Parapherna

(443 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (παράφερνα), wörtlich ‘neben der Mitgift ( phernḗ ) gegebene Vermögensstücke’, bezeichnen in der griech.-röm. Welt unterschiedliche Rechtseinrichtungen, jeweils Sondervermögen der verheirateten Frau. In den Rechten der griech. Poleis war die Frau grundsätzlich vermögensfähig, oft jedoch nur beschränkt geschäftsfähig. Ihre Güter gingen andere Wege als die des Mannes ([8. 26-130; 5. 64-70], zu IPArk Nr. 5, Z. 4f.: πατρῶια/ματρῶια, patrṓia/ matrṓia, väterliches/mütterliches Vermögen) s. [4]), doch gibt es keinen Terminus für das “neben e…

Hemiolion

(139 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἡμιόλιον), wörtlich “das Anderthalbfache”. H. bezeichnet einen Aufschlag von 50 % einer Geld- oder Warenleistung (berechnet durch Multiplikation des Grundbetrags mit eineinhalb). In hell. und röm. Zeit trat das h. stereotyp in den Strafklauseln von privaten Verträgen als Buße für Nichterfüllung auf (häufig neben Zinsen), sowohl in den Papyri Ägyptens als auch in den wenigen anderweitig inschr. erh. Urkunden. Das h. war an die Stelle des diplún (διπλοῦν, das Doppelte) der älteren Vertragsklauseln getreten, was die inschr. erhaltenen Bauverträg…

Diadikasia

(266 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (διαδικασία). In Athen ein gerichtliches Verfahren, das ohne eigentlichen Kläger und Beklagten auf Gestaltung der Rechtslage abzielte. Es wurde nicht im Wege der üblichen Privatklage (δίκη, díkē) eingeleitet und fand in zwei Hauptgruppen von Fällen statt, nämlich in Streitigkeiten, in denen zwei oder mehrere Gegner einen besseren Anspruch auf ein privates oder öffentliches Recht behaupteten, oder in solchen, in denen es um die Freiheit von einer öffentlich-rechtlichen Last ging. In der ersten Gruppe war d…

Exomosia

(154 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐξωμοσία), wörtlich “Freischwören”. 1) Im Prozeßrecht Athens konnte sich ein Zeuge der Pflicht, vor Gericht zu erscheinen (und damit das von einem der beiden Prozeßparteien vorformulierte Zeugnis zu bestätigen), dadurch entschlagen, daß er außergerichtlich einen feierlichen Eid leistete, die zu bezeugende Tatsache ‘nicht zu wissen’. Die e. zog keine rechtlichen Sanktionen nach sich, nur ein positives Zeugnis vor Gericht konnte mit Klage ( pseudomartyrías díkē ) angegriffen werden. Eine ähnliche Einrichtung ist als apōmosía im Rechtsgewährungsvertrag …

Epikrisis

(119 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπίκρισις). Der Terminus war in Athen unbekannt. In den Inschr. wird e. als gerichtliche Kontrolle von behördlich verhängten Strafen gebraucht (IPArk. 3, 19,50: Tegea; Syll.3 1075, 6: Epidauros) oder als Zustimmung eines objektiven Dritten zu einem von den Streitparteien ausgehandelten Vergleich [1. 190ff.]. In der hell. Kanzleisprache findet sich das Verbum ἐπικρίνεσθαι ( epikrínesthai) für “Entscheiden” (Sherk 194f.), in IPArk. 31 B 22 für decernere ( decretum) einer röm. Behörde. Im röm. Ägypten war die e. das Verfahren, um die Zugehörigkeit zu ein…

Katengyan

(129 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (κατεγγυᾶν). “Vom Beklagten für dessen Erscheinen vor Gericht Bürgen fordern”. In Athen war das in Privatprozessen gegen Nichtbürger möglich (Demosth. or. 32,29; Isokr. or. 17,12; Lys. 23,9), die vor dem árchōn polémarchos anzubringen waren. Andernfalls wurde der Beklagte in Haft genommen. Bürgern drohte Entsprechendes in Verfahren, die mit apagōgḗ , ephḗgēsis (Aufforderung an einen Magistrat zur Festnahme eines Delinquenten) oder éndeixis eingeleitet waren. Im Freiheitsprozeß konnte derjenige, der die umstrittene Perso…
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