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Ius iurandum

(463 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der auf das röm. Recht ( ius ) oder vor Gericht (beim Praetor oder iudex) zu leistende Eid. Die ältere Eidesart ist wohl das sacramentum , das aber seit der späten Republik mit dem Absterben der legis actio sacramento im wesentlichen den Soldateneid bezeichnete. Das i.i. wurde bei Iuppiter, allen Göttern oder beim Genius des Kaisers geschworen. Die Magistrate beschworen innerhalb von fünf Tagen nach ihrem Amtsantritt mit einem i.i. in leges die bestehenden Gesetze, abtretende Magistrate üblicherweise auch die Gesetzmäßigkeit ihrer Amtsführung [1. 94…

Instrumentum

(319 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der Begriff i. (“Errichtetes”, “Eingerichtetes”) hat in der röm. Rechtssprache sehr unterschiedliche Bed.: 1. In der Kaiserzeit, vor allem in der Spätant., ist das i. die von einem Urkundenschreiber ( tabellio ) über ein privates Rechtsgeschäft oder (als i. publicum) von einer Behörde über private oder öffentliche Angelegenheiten aufgenommene Urkunde. Das i. publicum und das von drei Zeugen schriftlich bestätigte und vom tabellio gleichfalls schriftlich als echt bezeugte i. des Urkundenschreibers hatten im spätant. Prozeß bis zum Beweis einer Fäl…

Partus ancillae

(171 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] das Sklavenkind, wird nach röm. Recht - ähnlich wie das Junge eines Haustiers ins Eigentum des Halters des Muttertieres fällt - als Sklave des dominus der Mutter geboren. Dies entspricht dem allg. Prinzip, daß ein Kind den Status seiner Mutter erwirbt (Gai. inst. 1,81f.). Zum Vater entsteht keinerlei rechtliche Beziehung. Erst bei Iustinianus [1] (527-565 n.Chr.) gibt es Ansätze dafür, zw. (freigelassenem oder von Geburt an freiem) Vater und Kind wenigstens erbrechtlich die Rechtsfolgen nichtehelicher Abstammung eintreten zu lassen ( naturales liberi

N. N.

(25 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Abkürzung des Blankettnamens N(umerius) N(egidius), der im röm. juristischen Schrifttum zur Bezeichnung des Beklagten dient; Korrespondenzbegriff zu A.A. Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Manumissio

(14 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der t.t. für die röm. Freilassung (C.). Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Orbi

(121 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Die “Kinderlosen”, die nach röm. Recht seit Augustus gewisse Rechtsnachteile erfuhren: Zur Förderung des Kinderreichtums wurden Frauen mit mehreren Kindern nach der lex Iulia de maritandis ordinibus und nach der lex Papia begünstigt ( ius liberorum ) und als “Kehrseite” hiervon Kinderlose (Frauen wie Männer) in ihrer Fähigkeit ( capacitas) zum Erwerb von Erbschaften und Vermächtnissen beschränkt: Was den o. testamentarisch hinterlassen war, fiel ihnen nur zur Hälfte (dem überlebenden Ehegatten sogar nur zu einem Zehntel) zu. Der verbleibende Rest wurde als cad…

Persona

(191 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] [1] s. Maske s. Maske Schiemann, Gottfried (Tübingen) [English version] [2] Juristisch Juristisch. P. ist zwar ein in die Gegenwartssprache eingegangenes Lehnwort aus dem Lat., hat dort aber noch überhaupt nicht die zentrale Bed. wie in der mod., nach-vernunftrechtlichen Rechtskultur (vgl. Person). Ulp. Dig. 50,17,22 pr. spricht zwar von einer p. versilis, also der Persönlichkeit (auch) eines Sklaven. Dies steht jedoch im Zusammenhang mit der Feststellung, daß den Sklaven gerade keine rechtlichen Ansprüche zustehen. Vielmehr war …

Carcer

(279 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der Ort der persönlichen Haft im röm. Recht wird von Varro ling. 5,151 von coercere abgeleitet, steht also in Zusammenhang mit der Befugnis des Magistrats zu unmittelbarer Gewaltanwendung ( coercitio ), nicht mit Sanktionen gegen strafbares Verhalten. ‘Der c. muß zur Verwahrung, nicht zur Bestrafung von Menschen unterhalten werden’: carcer enim ad continendos homines, non ad puniendos haberi debet (Ulp. Dig. 48,19,8,7). Für Privatdelikte wie für andere Obligationen, die zur Haftung des Schuldners mit seiner eigenen Person führten, regel…

Ignorantia

(167 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Von der i., auch ignoratio (Unkenntnis), handelt eine alte röm. Rechtsregel. Nach Paulus (3. Jh. n.Chr., Dig. 22,6,9 pr.) lautet sie: iuris i. nocet, facti vero i. non nocet (‘Rechtsunkenntnis schadet, Tatsachenunkenntnis aber nicht’). Seit dem MA spricht man eher von Irrtum ( error). Bei den Römern hat man error und i. vermutlich gleich bewertet: Der Rechtsirrtum hindert weder die Verantwortlichkeit für eigenes (“straf”- wie zivilrechtliches) Verhalten, noch die Wirksamkeit des consensus bei Rechtsgeschäften unter Lebenden oder …

Modus

(273 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] hat im röm. Recht zweifache Bed.: Zum einen bezeichnet es das “Maß” v.a. von Grundstücken, zum anderen - der Sache nach - dasselbe wie der mod. Begriff der Auflage (bei einer Schenkung oder einer testamentarischen Begünstigung). M. agri (die Grundstücksgröße) war Gegenstand einer aus Paul. sent. 2,17,4 bekannten Klage ( actio de modo agri): War der Preis für ein Grundstück nach der Größe seiner Fläche berechnet, konnte der Erwerber als Privatstrafe vom Veräußerer das Doppelte des anteiligen Preises verlangen, wenn sich herausstellt…

Dictio dotis

(219 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Im röm. Recht das einseitige Versprechen, eine Mitgift ( dos ) zu gewähren. Proculus (Dig. 50,16,125) gibt das Formular zu dieser Erklärung mit den Worten wieder: dotis filiae meae tibi erunt aurei centum (‘als Mitgift für meine Tochter werden dir 100 Goldstücke zur Verfügung stehen’). Außer dem Brautvater konnten auch andere männliche Vorfahren der Braut, die Braut selbst und gemäß ihrer Anweisung ihr Schuldner (z.B. ihr früherer Ehemann, der ihr die dos, die er seinerzeit bei der Eheschließung der Frau erhalten hatte, aufgrund der actio rei uxoriae herausgeben m…

Capitale

(84 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Das Wort c. verwendeten die Römer, wann immer es um die Todesstrafe (auch poena capitis) ging: für das Verbrechen selbst, das Strafverfahren und den Ausspruch und Vollzug der Strafe, aber auch bei Verlust der persönlichen Freiheit oder des Bürgerrechts ( deminutio capitis ) und insbes. beim Exil ( exilium ), seitdem diese in spätrepublikanischer Zeit tatsächlich an die Stelle der Todesstrafe für röm. Bürger getreten war. Schiemann, Gottfried (Tübingen) Bibliography E. Cantarella, I supplizi capitali in Grecia e a Roma, 1991.

Naturales liberi

(325 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (auch: liberi naturales), die “natürlichen Kinder”, waren in der Spätant. die Kinder aus einer nichtehelichen Gemeinschaft ( concubinatus ). Gegenüber anderen Kindern nichtehelicher Abkunft ( spurius ) waren sie vielfältig privilegiert. So gab es nur für die n.l. die Möglichkeit einer Legitimation, also des späteren Erwerbs der Rechtsstellung ehelicher Kinder ( legitimi). Zunächst wohl als Anreiz zur Eheschließung der Konkubinatspartner gedacht, bewirkte seit Constantinus [1] d.Gr. die Ehe der Eltern die volle Stellung ehelicher Kinder für die n.l. (Legit…

Elogium

(286 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] [1] Röm. Ehreninschrift für Verstorbene Eine röm. Ehreninschrift auf dem Grab eines vornehmen Verstorbenen, an Statuen, Wachsmasken in Gebäuden oder auf öffentlichen Plätzen. Die Zensoren des J. 158 v.Chr. haben die öffentlich sichtbaren e. weitgehend beseitigt. Das Überlieferte stammt aus der Kaiserzeit, dient aber teilweise der überhöhenden Rekonstruktion längst vergangener Zeiten. Dies gilt auch für das bei weitem bekannteste Beispiel des e., die Inschr. auf den Statuen des Marstempels am Forum Augustum. Augustus ließ sie mit den Statue…

Delator

(144 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Derjenige, der bei einer röm. Behörde etwas “anzeigt”, im engeren Sinne aber insbes. der Ankläger bei Erhebung der delatio nominis . Dem erfolgreichen d. winkten erhebliche Vorteile: In der Regel erhielt er eine Geldbelohnung in Höhe eines Bruchteils des Vermögens des Verurteilten ([1]; mit Ergänzungen bei [2]). Daraus ergab sich offenbar vielfältiger Mißbrauch (vgl. Cic. S. Rosc. 55: Roscius war wohl mit polit. Rückendeckung angeklagt worden, um sich sein Vermögen zu verschaffen). Erwies sich die Anklage als mutwillig, machte sich der d. selbst wegen calumnia

Fictio

(360 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Die noch in modernen Gesetzen angewendete Technik der Fiktion zur Anordnung von Rechtsfolgen für einen anderen als den urspr. geregelten Sachverhalt durch die Unterstellung, die Sachverhalte seien entgegen der Wirklichkeit identisch, geht auf die röm. Jurisprudenz zurück. Ausgangspunkt der Entwicklung ist die sakrale Regel simulacra pro veris accipiuntur (‘die Bilder werden als Wirklichkeit akzeptiert’): Die Priester als erste Experten des Rechts in der röm. Frühzeit haben die Vorstellung, die sich in der Sakralregel ausspric…

Calumnia

(251 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Im klass. röm. Recht die wissentlich grundlose und schikanöse Erhebung von Klagen und Anklagen. Im Formularverfahren für Streitigkeiten unter Privatleuten gewährt der Prätor ein bes. iudicium calumniae decimae partis, also eine Prozeßstrafe von 1/10 des Wertes der Klageforderung (Gai. inst. 4,175). Für den Freiheitsprozeß betrug die Sanktion gegen den treuhänderischen Kläger ( adsertor in libertatem ) sogar 1/3 des Wertes des Sklaven. Den vierfachen Wert ( quadruplum) konnte der Betroffene innerhalb eines Jahres vom calumniator verlangen, wenn dieser f…

Dispensator

(167 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] ( ab aere pendendo, Varr. ling. 5,183). In früherer Zeit hatte der d. wohl für einen Herrn oder die öffentliche Hand ungemünztes Edelmetall “abzuwägen”. Daraus entwickelte sich der d. zum Rechnungsführer, Kassenbeamten und Vermögensverwalter in gleicher Bed. wie griech. oikonómos. D. ist eine in röm. Inschr. sehr häufige Bezeichnung. Viele dispensatores waren Sklaven oder Freigelassene. Bei Gai. inst. 1,122 werden d. geradezu als eine bestimmte Art von Sklaven bezeichnet: servi, quibus permittitur administratio pecuniae, dispensatores appellati sunt (‘Sk…

Falsum

(168 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Das Fälschungsverbrechen im röm. Recht. Gell. 20,1,53 nennt die falsche Zeugenaussage, die schon nach den XII Tafeln mit dem Tode bestraft worden sein soll, testimonium falsum. Dies dürfte aber nichts mit den Straftaten zu tun haben, für die Sulla (wohl 81 v.Chr.) in der lex Cornelia testamentaria nummaria ein öffentliches Verfahren ( quaestio de falso) eingeführt hat (Digestentitel 48,10). Die Jurisprudenz der Kaiserzeit behandelt bei dem sullanischen Gesetz außer der Testaments- und Münzfälschung z.B. die Zeugen- und Richterbestec…

Mores

(450 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der Pl. von mos ( mos maiorum , “Sitte der Vorfahren”) bezeichnet einen ganzen Komplex normativer Anforderungen in der röm. Gesellschaft. Während aber bei dem Wort mos der ideologische Wert von Trad. und Konservatismus im Vordergrund steht, dachte man bei m. jedenfalls bis in die frühe Kaiserzeit in erster Linie an ein konkretes System von Normen und Sanktionen, das am klarsten in der “Sittengerichtsbarkeit” ( regimen morum) der Zensoren ( censores ) zu erkennen ist. Die zensorische Rüge ( nota censoria ) und auch die schärfere zensorische …

Auctoratus, Auctoramentum

(180 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] A. ist nach Gai. inst. 3,199 eine abhängige Person, die mit den gewaltunterworfenen Hauskindern und Ehefrauen sowie den Schuldknechten ( iudicati) zusammen genannt wird. Die Stellung des a. beruhte wohl auf einer freiwilligen Unterwerfung durch einen Eid ( auctoramentum), vielleicht auch auf einer Dienstverpflichtung durch den pater familias des a. gegenüber dem Dienstherrn. Seit Ende der Republik konnte sich ein Freier als a. zum Gladiator verpflichten, was ihn aber nicht vor der infamia bewahrte, die auch sonst mit der Gladiatore…

Concubinatus

(490 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Im röm. Recht die dauerhafte Geschlechtsgemeinschaft ohne affectio maritalis, also ohne das Bewußtsein beider Teile, auf Dauer eine rechtliche Bindung zur Hausgemeinschaft und Kinderzeugung und -erziehung eingehen zu wollen. Seit den Ehegesetzen des Augustus wurde der c. ferner zunehmend zur Form des Zusammenlebens, wenn die Eingehung einer Ehe verboten war. So durften nach der l. Iulia de maritandis ordinibus Senatoren und deren Nachkommen keine Freigelassene und auch keine Schauspielerin oder Schauspielertochter heiraten. Freigeborene…

Iactus

(148 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der t.t. des röm. Rechts für den “Seewurf”, das Abwerfen von Ladung aus einem in Seenot geratenen Schiff. Die sog. lex Rhodia de iactu sah in diesen Fällen eine Gefahrengemeinschaft zw. allen Beteiligten vor: dem Geschädigten, dem Schiffer ( nauta) und den Eigentümern der geretteten Ladung. Diese lex war in Wahrheit Gewohnheitsrecht, das im ganzen hell. Gebiet verbreitet war. Im einzelnen konnte der Geschädigte vom Schiffer anteiligen Ersatz mit der Werkvertragsklage ( actio locati) verlangen, der Schiffer dafür von den anderen Wareneigentümern einen …

Gestio

(243 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (auch gesta). Allg. ein Ausdruck für geschäftlich relevantes (nicht notwendig: rechtsgeschäftliches) Handeln. Im röm. Privatrecht sind bedeutsam: 1. die pro herede g. (Verhaltensweise als Erbe), das formlose Verhalten (z.B. die Besitzergreifung) zum Ausdruck des Willens, eine Erbschaft anzutreten (Erbrecht). 2. die negotiorum g. (modernrechtlich: Geschäftsführung ohne Auftrag). Sie betrifft im römischen Recht alle Verhältnisse zur Führung fremder Geschäfte, die nicht Auftrag ( mandatum ) oder Vormundschaft ( tutela ) sind. Dazu…

Divinatio

(220 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Römischer t.t. für das Verfahren der Zulassung eines von mehreren Bewerbern um die private Anklage ( delatio nominis ) vor dem öffentlichen Strafgericht ( iudicium publicum). Die Herkunft dieser Bezeichnung ist ungewiß. Was Gell. 2,4 zur Erklärung des Wortes anführt, wirkt hilflos, so daß offenbar den Römern des 2. Jh.n.Chr. die ältere Gesch. der d. nicht mehr bekannt war. Die Verwendung eines religiösen Begriffs spricht dafür, daß es eine d. schon sehr früh gegeben hat. Zu ihrer Rekonstruktion fehlen aber alle Grundlagen. [1] vermutet zu Recht, d…

Coemptio

(140 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Wohl der übliche Geschäftstyp zur Begründung einer Ehe, in der die Frau in dem Gewaltverhältnis der manus stand. Als Brautkauf - und sei es auch nur in einer sehr frühen Entwicklungsphase - wird man die c. nicht ohne weiteres deuten können, da sie an das Formalgeschäft der mancipatio anknüpft, das sich schon sehr früh von dem in der Form selbst abgebildeten Lebensvorgang gelöst hat. Urspr. dürfte der Brautvater die Gewalt über seine Tochter auf den Bräutigam “übertragen” haben. Später trat wohl die Frau sel…

Rescriptum

(211 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (das “Antwortschreiben”) ist eine der wichtigsten Quellen des röm. Kaiserrechts. Bei Gai. inst. 1,5 wird das r. noch einfach als epistula (“Brief”) bezeichnet, aber den constitutiones (“Kaisergesetze”) zugerechnet. Der Kaiser schon der Prinzipatszeit erhielt Anfragen und Anregungen von Beamten und Privatpersonen in allen erdenklichen Angelegenheiten. Darauf antwortete der Kaiser entsprechend der Vorbereitung in der Kanzlei ab epistulis mit einem r., dessen Entwurf archiviert wurde. Seit Hadrianus (Anf. des 2. Jh. n. Chr.) ersetzten die rescripta immer…

Decollatio

(195 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Im röm. Recht die “einfache” Todesstrafe der Enthauptung (daher auch: capitis amputatio) im Gegensatz zu Verbrennung bei lebendigem Leibe ( crematio ) und Kreuzigung ( crux ). Alle drei Hinrichtungsarten erscheinen in Paul. sent. 5,17,2 als summa supplicia (schwerste Strafen). Jedenfalls seit Caligula war ferner die Todesstrafe durch damnatio ad bestias (Tierkampf in der Arena) verbreitet. Typischerweise wird die d. an Freien der besseren Stände ( honestiores ), crematio und crux hingegen an einfachen Freien ( humiliores ) und Sklaven vollzogen. Die d. dürfte …

Crux

(332 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Herkunft und Verbreitung der Kreuzigung in den ant. Rechten sind wenig bekannt. Für das klass. Griechenland ist sie wohl nicht nachweisbar [1]. Herodot (1,128; 4,43; 202) berichtet über sie als Vollstreckungsart bei den Barbaren, Polybios (1,24,6) bei den Puniern. Wenig wahrscheinlich ist die Rezeption gerade des pun. Beispiels durch die Römer [2] (anders aber noch [3; 4]). C. als Todesstrafe kommt bei den Römern allerdings etwa seit 200 v.Chr. vor (vgl. Plaut. Mil. 359). Vermutlich haben damals die tresviri capitales zur Abschreckung der…

Manus

(598 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] M. wird im röm. Recht im Sinne der “beherrschenden und schützenden Hand” als Ausdruck für ein familienrechtliches Herrschaftsverhältnis verwendet. Urspr. dürfte m. die Hausgewalt des Familienoberhaupts ( pater familias ) sowohl über seine Kinder ( patria potestas ) als auch über seine Ehefrau bezeichnet haben. Schon im Zwölftafelgesetz (5. Jh.v.Chr.) wird aber die väterliche Gewalt gesondert behandelt. So verengt sich die Bedeutung von m. auf die Machtstellung des Mannes gegenüber der Ehefrau. Am besten unterrichtet werden wir über die m. durch die ‘Instit…

Institutiones

(371 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Aus dem Begriff institutio (Unterricht) haben wohl als erste die röm. Juristen I. im 2. Jh. als Werktitel für einführende Lehrbücher abgeleitet. Die Bed. dieser röm. Lit.-Gattung für die europ. Rechtsgesch. geht weit über diejenige hinaus, die man im allg. von ant. didaktischen Einführungswerken erwarten kann: Als die Arbeiten zur Kodifikation des röm. Juristenrechts in der Gestalt der Digesta so weit fortgeschritten waren, daß deren Gelingen sicher erscheinen mochte, beauftragte Kaiser Iustinian im J. 533 n.Chr. seinen Gesetzgebungsmi…

Concussio

(160 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Als c. (Erpressung) werden in den Dig. (Titel 47,13) Fälle einer erzwungenen Vorteilsgewährung an einen Amtsträger zusammengestellt. Möglicherweise handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Repetundenverfahrens ( repetundarum crimen ). Das strafbare Verhalten im Amt durch c. wurde aber nicht in einem iudicium publicum verfolgt, sondern durch extraordinaria cognitio . Es dürfte daher auch erst im Laufe des Prinzipats (2. Jh.n.Chr.) als eigenes Delikt erfaßt worden sein. Als Mittel der c. erwähnen die Quellen die Vorspiegelung einer (höheren) Amt…

Inscriptio

(117 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der t. t. für die Quellenangaben am Anf. der Frg. der Digesten ( Digesta ) und der Konstitutionen des Cod. Iustinianus (Codex II C). Bei den Digesta wird der Autor aus klass. Zeit (z.B. Ulpian), sein Werk (z.B. ad edictum = Ediktskomm.) und das “Buch” daraus (z.B. libro quinto für 5. B.) angegeben, beim Cod. Iustinianus - wie schon im Cod. Theodosianus - der Kaiser, der die Konstitution erlassen hat, und der Adressat. Die i. der Digesta waren die wichtigste Hilfe zur Rekonstruktion der klass. Juristenschriften aus dem 1. Jh. v.Chr. bis zur Mitte des 3. J…

Carmen famosum

(160 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Das c.f. (nach Paul. sent. 5,4,6) oder malum carmen (Schmähgedicht) steht neben der occentatio in den Straftatbeständen der XII Tafeln (8,1). Dieser Tatbestand war möglicherweise schon den ant. Schriftstellern (z.B. Cic. rep. 4,12) nur schwer verständlich, insbes. wegen der für eine bloße Beleidigung überaus schweren Sanktion: wahrscheinlich die Todesstrafe. Freilich handelte es sich um eine Privatstrafe, also um kaum mehr als eine rechtlich zugelassene Form privater Rache.…

Crematio

(319 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (Feuertod) war eine Vollstreckungsart der röm. Todesstrafe. Dabei mag urspr. dem Verletzten selbst und seinen Agnaten ( agnatio ) die Ausführung im Wege einer gleichsam “kanalisierten” Privatrache überlassen worden sein. Das gerichtliche Strafverfahren diente dann nur zur Feststellung der Berechtigung des Anklägers, die private Strafe vorzunehmen. In diesem Sinne dürfte der Bericht des Gaius in seinem Komm. zu den Zwölf Tafeln (Dig. 47,9,9) zu verstehen sein, wonach dieses Geset…

Latini Iuniani

(372 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Röm. Freigelassene, deren Freilassung ( manumissio ) aber Mängel aufwies, deretwegen der Freigelassene nicht das Bürgerrecht erhielt und auch sonst eine im Vergleich zu anderen Freigelassenen mindere Rechtsstellung erhielt. Die Bez. L.I. geht auf eine lex Iunia ( Norbana?), wahrscheinlich aus dem J. 19 n.Chr., zurück. Darin wurden bestimmte Gruppen von Freigelassenen rechtlich den Latini coloniarii (Inhabern des Bürgerrechts in einer latin. Kolonie) gleichgestellt. Sie hatten daher wie diese keine polit. Rechte (insbes. kein Wahlrech…

Crimen

(830 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] A. Öffentliche Strafverfolgung Die rechtstechnische Kategorie der klass. röm. Jurisprudenz der Prinzipatszeit für das im öffentlichen Strafverfahren ( iudicium publicum) auf Anklage ( accusatio ) verfolgte Verbrechen. Ähnlich wie privatrechtliche Rechtsfiguren im röm. Recht nicht als Merkmale alltäglicher Rechtsverhältnisse, sondern als Angriffs- und Verteidigungsmittel im Prozeß ( actio , exceptio ) aufgefaßt werden, gehört auch der Begriff des c. vor allem in ein prozessuales Bedeutungsfeld. Daher taucht c. in den Quellen am häufigsten im Zusa…

Interpolationenkritik

(394 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Mit I. bezeichnet man in der röm. Rechtsgesch. v.a. die Unt. der Texte des Corpus Iuris in der überlieferten Fassung auf Verfälschungen gegenüber dem Original. In bes. Maße betrifft dies die Frg. aus den Schriften klass. Juristen (1. Jh. v.Chr. 3. Jh. n.Chr.) in den Digesta , aber auch die Institutiones im Vergleich zu ihren Vorlagen und sogar die älteren Kaisergesetze, die im Codex Iustinianus zusammengestellt worden sind. Hinsichtlich der Digesten gab Kaiser Iustinian selbst schon in seinem Auftrag an die Gesetzgebungskommission aus dem J…

Freilassung

(1,150 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] A. Frühe Rechte Nicht für alle ant. Rechte ist die F. von Sklaven überliefert. So fehlen in den mesopotam. Gesetzen von Eschnunna und Hammurapi jegliche Regelungen [1. 161]. Auch von F. im hethit. Recht ist nichts bekannt. Für Ägypten hingegen wird die Existenz von F. angenommen, wobei freilich die Einordnung der nicht (voll) freien “Hörigen” als Sklaven überhaupt umstritten ist [2. 147]. Hiernach liegt es nahe, daß auch die Rechtsordnungen Griechenlands und Roms nicht von Anfang an die F. gekannt haben. Schiemann, Gottfried (Tübingen) [English version] B. Griec…

Nomen

(57 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (Pl. nomina). Im röm. Recht die Bezeichnung für Forderungen. Gai. inst. 128-133 unterscheidet zw. “Kassenforderungen” ( nomina arcaria), die z.B. aus Darlehen ( mutuum , s. auch condictio ) begründet sind, und “Buchforderungen” ( nomina transscripticia), die durch die Eintragung im “Hauptbuch” des Gläubigers selbständig als Verpflichtung aus einer litterarum obligatio entstehen. Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Castigatio

(166 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Ausdruck für eine Erziehungsmaßnahme, wie bereits dem Wortsinn ( castum agere, “zum Reinen bringen”) zu entnehmen ist. Vielfach ist die Haftung des Züchtigenden gegenüber dem Gezüchtigten für die Folgen der c. ausgeschlossen, so beim Lehrherren gegenüber dem gemaßregelten Lehrling (z.B. Dig. 9,2,5,3). Dasselbe gilt für den Hausvater gegenüber den Kindern und für den Herrn gegenüber den Sklaven (Dig. 7,1,23,1; 48,19,16,2). Die c. als polizeiliche oder richterliche Maßnahme knüpft teilweise an solche private Herrschaftsverhältnisse an, so ge…

Aequitas

(630 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der Sinn des Wortes ae. ist mehrdeutig. Insbes. zum iustum ist der Übergang fließend. Letzteres bezeichnet meist eher die Treue zum positiven Recht, ae. eher die das Ganze des Rechts prägende und durchdringende Gerechtigkeit. Die sprachliche Verwandtschaft mit dem Waagerechten verweist auf die Gleichheit im Sinne der Entsprechung von Leistung und Gegenleistung, Fehlverhalten und Sanktion. Darüber hinaus enthält die ae. den Sinn einer sachgerechten Zuordnung von Sachverhalten als gleich oder ungleich zu den im positiven Recht bereits ents…

Partus suppositus

(266 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der p.s., das untergeschobene Kind, spielt in der Gesetzgebung und Rechtswiss. Roms eine erhebliche Rolle, was angesichts der Folgen legitimer Abstammung für Status, Bürgerrecht und Erbrecht leicht zu erklären ist. Bis in die frühe Kaiserzeit (1. Jh.n.Chr.) scheint das Problem der mangelhaften Abstammung freilich familienintern geregelt worden zu sein: Der Vater hatte als Teil seiner väterlichen Gewalt ( patria potestas ) das Recht, ein neugeborenes Kind auszusetzen (Kindesaussetzung). Ob darüber hinaus eine besondere …

Effractor

(65 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Im röm. Recht der Dieb, der seine Beute durch Einbruch erlangt. Nach Dig. 47,18 begeht er eine Straftat, die als crimen ( publicum) verfolgt wurde. In der Zeit der Republik handelte es sich noch um ein Privatdelikt. Als e. ( carceris) wird auch der Ausbrecher bezeichnet, der gleichfalls im Verfahren der cognitio extra ordinem als Täter eines crimen verfolgt wurde. Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Kataster

(344 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Im Unterschied zum Grundbuch als Register zur Sicherung des privaten Grundstücksverkehrs, das es - wohl nach altägypt. Vorbild [1] - im ptolem. und röm. Ägypten (und in der Ant. möglicherweise nur dort) gegeben hat, dienen K. oder ähnliche Register vornehmlich der Erhebung von Grundsteuern sowie der Verwaltung der Staatspachten und sind daher fast zwangsläufig genauso verbreitet wie diese staatlichen Einnahmen selbst. Voraussetzung für die Anlegung von Archiven oder Büchern mit A…

Minores

(643 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (vollständiger: m. viginti quinque annis; Sg.: minor) sind im röm. Recht die unter 25jährigen. In einem engeren (und urspr. technischen) Sinne werden als m. die 15- bis 24jährigen bezeichnet, in einem weiteren Sinne alle, die noch nicht volljährig (im röm. Recht also mindestens 25 Jahre alt) sind. Die gesetzliche Regelung für die m. im engeren Sinne betraf ihre Fähigkeit, Verträge und andere Rechtsgeschäfte vorzunehmen (Geschäftsfähigkeit). Von ihr zu unterscheiden ist die Rechtsfähigkeit, nämlich die Fähigkeit, für sich selbst Re…

Nuptiae

(153 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (von nubere, “sich verhüllen, einen Schleier anlegen”) bezeichnet die Heirat in der röm. Gesellschaft (Ehe III.B.). Ein Titel der Digesten ( Digesta , 23,2: De ritu nuptiarum) mit 68 Fr. ist den Hochzeitsbräuchen (III.)) gewidmet. Dies deutet darauf hin, daß die röm. Juristen sich eingehend mit den Voraussetzungen einer rechtmäßig geschlossenen Ehe ( iustum matrimonium ) befaßten. Da es für die rechtliche Anerkennung der Ehe entscheidend auf die Einhaltung der Ehevoraussetzungen z.Z. der n. ankam, wurde n. schließlich synonym mit matrimonium als Ausdruck für…

Nervus

(54 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Eine Eisenkette, mit der ein Schuldner an den Füßen gefesselt wurde ( ferreum vinculum, quo pedes impediuntur, Fest. 162,1-2). Nach den 12 Tafeln (Lex XII tab. 3,3) durfte der Gläubiger den Schuldner mit Hilfe des n. offenbar in eine Art Beugehaft nehmen, wenn er trotz Verurteilung nicht leistete. Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Paelex

(53 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Vom röm. Juristen Paulus (Dig. 50,16,144) wird als Bed. von p. (auch pelex, pellex, ähnlich der griech. pallakḗ ) die Lebensgefährtin, die nicht verheiratet ist (also nicht uxor, Ehe III.C.), angegeben. Die Rechtsstellung der p. wird im röm. Recht meist beim Konkubinat ( concubinatus ) behandelt. Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Delatio nominis

(366 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] “Den Namen (eines Verdächtigen) anzeigen”, ist zunächst nur der allererste Anlaß für eine öffentliche Strafverfolgung in Rom. So kommt der Ausdruck etwa bei Plaut. Aul. 416 im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Unterschicht-Kriminalität durch die tresviri capitales vor. Bei den Verfahren vor diesen Magistraten, einer Art Polizeijustiz, erschöpft sich die Bedeutung der d. n. - ganz im Sinne einer modernen Anzeige - offensichtlich darin, den kriminellen Vorgang überhaupt bekannt zu machen [1. 60, 78]. Nachdem neben die ältere, auf Privatklage beruhende…

Absolutio

(223 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] ist im röm. Gerichtsverfahren der Gegenbegriff zur “Verurteilung” ( condemnatio ): Im Zivilprozeß endet die Formel, in der die Prätoren das Programm für den iudex niedergelegt haben, stereotyp mit dem Judikationsbefehl ... condemnato. Si non paret, absolvito. Die a. führte ebenso wie die condemnatio zur Rechtskraft, also dazu, daß die Entscheidung - abgesehen vom Sonderfall der appellatio - unabänderlich war und daß der Streit definitiv beendet war, einer neuen Klage somit die exceptio rei iudicatae (Einrede der Rechtskraft) entgegenstand. Das Sprichwort omni…

Postliminium

(173 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (“Rückkehrrecht”, häufiger in der Verbindung ius postliminii) wird in Inst. Iust. 1,12,5 aus limen (Schwelle) abgeleitet, was bildlich auf die Grenze des röm. Staatsgebietes übertragen worden sei, so daß der Kriegsgefangene, der bei seiner Rückkehr die “Schwelle” des röm. Staates von jenseits ( post) her wieder überschritt, von Rechts wegen in seine frühere Stellung vor der Gefangennahme zurückkehrte. Mit der Gefangenschaft bei den Feinden (Kriegsgefangene) geriet ein röm. Bürger in Sklaverei. Wurde er z. B. freigekauft, stand ihm das ius p. als “Rückkehrrec…

Iurgium

(94 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] A term in the Law of the Twelve Tables ( c. 450 BC,   Tabulae duodecim ). Its significance in legal history is still very disputed. Iurgium is a milder form of dispute than the litigation before court (  lis ); otherwise a general term for a dispute. It is conceivable that iurgium meant an out-of-court settlement, perhaps with the support of the pontifices. In the classical period (1st cent. BC - 3rd cent. AD) this form of resolution had long fallen out of use. Schiemann, Gottfried (Tübingen) Bibliography M. Kaser, K. Hackl, Das röm. Zivilprozeßrecht, 21997, 58).

Law [2]

(4,230 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] I. General The most important foundations of later European conceptions of law were laid in OT Judaic law, in Greek law as practical counterpart to the beginnings of philosophical reflection on justice ( Pre-Socratics; Justice), and above all in Roman law as the defining authority for the development of secular European jurisprudence since the late Middle Ages ( Reception). Law always comprises regulation on the part of a sizeable community for the settlement of conflicts between…

Paelex

(65 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] From a statement by the Roman jurist, Paul (Dig. 50,16,144) the meaning of paelex (also pelex, pellex, different in Greek pallakḗ ) is that of a female partner to whom one is not married (i.e not uxor, Marriage III.C.). The legal status of paelex was treated in Roman law mainly in the context of concubinage ( concubinatus ). Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Scriptura

(124 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] (literally 'that which is written down'), in the field of law, denoted all Roman documents, and (as literacy increased) from the Principate, but esp. in late antiquity, e.g. the testament, the note of hand ( cheirógraphon ), generally the contract, but also a legal opinion or a legal ruling, provided that these were given in writing. In a narrower sense, probably arising from the fact that the Roman tax farmers ( publicani ) 'marked down' transactions of relinquishment of public pasture to private (sub-)lessees, scriptura was the payment the lessee had to make for…

Diffarreatio

(51 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The actus contrarius of a   confarreatio , which dissolved a marriage joined in this form and followed the same ceremony. At the same time it effected the termination of the (former) husband's spousal powers (  manus ). Schiemann, Gottfried (Tübingen) Bibliography 1 W. Kunkel, s.v. matrimonium, RE 14, 2277 2 Treggiari, 24.

Auctoratus, Auctoramentum

(202 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] An auctoratus is, according to Gai. Inst. 3,199, a dependent person, who is named together with the minor children and wives as well as the indentured servants ( iudicati). The position of the auctoratus probably rested on a willing subjection by oath ( auctoramentum), perhaps also on a duty of service on behalf of the   pater familias of the auctoratus to the employer. Since the end of the Republic, a free man could commit himself as auctoratus as a  gladiator, which did not protect him from the   infamia which was otherwise associated with the pos…

Concubinatus

(520 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] In Roman law a permanent union between man and woman without affectio maritalis, i.e. without the intention of both parties of permanently entering a legal bond for forming a household, procreating and raising children. Since the marital laws of Augustus, the concubinatus increasingly became a form of living together if marriage was prohibited. Thus, senators and their descendants were prohibited under the l. Iulia de maritandis ordinibus from marrying a freedwoman, actress or daughter of an actor. Freeborn Romans could not enter into a marriage…

Decollatio

(197 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] In Roman law the ‘simple’ death penalty by decapitation (whence also: capitis amputatio), as opposed to being burned alive (  crematio ) and crucifixion (  crux ). All three methods of execution appear in Paulus, Sent. 5,17,2 as summa supplicia (most severe punishments). Certainly from the time of Caligula capital punishment by damnatio ad bestias (animal combat in the arena) was also current practice. Decollatio was typically reserved for higher-status freemen (  honestiores ), while crematio and crux were carried out on ordinary freemen (  humiliores ) and slaves. D…

Revocatio

(161 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] ('Revocation') occurs in two special senses in Roman law: (1) as revocatio in servitutem (' revocatio into slavery'), the revocation of manumission, probably only current in Late Antiquity (cf. Cod. Iust. 6,7,2 pr.); (2) in civil actions. There, the convicted party, having already paid, could demand retrial ( restitutio ) only with the risk of being compelled to pay the claimant for the litigation a second time by revocatio in duplum (' revocatio for double the value') if the restitution failed. This applied for the formula procedure ( formula ) and…

Tergiversatio

(193 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] (literally 'to turn your back'). In Roman law, the term refers to the turning away of the private accuser in a criminal trial ( accusatio , delatio nominis ) from the case he had brought against the defendant. Beginning with the SC Turpillianum (AD 61), the tergiversatio led to a case against the accuser himself. When the withdrawal was unjustified, the tergiversatio was punished with a fine (Dig. 47,15,3,3). Beyond that, the private accuser lost his right to hold an office as well as his civic honour ( infamia , Dig. 48,16,2). The defendant who had…

Nervus

(63 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] An iron chain used to tether a debtor's feet  ( ferreum vinculum, quo pedes impediuntur, Fest. 162,1-2). According to the Twelve Tables (Lex XII tab. 3,3),  a creditor was apparently permitted to use the nervus to take the debtor into a kind of coercive detention, if the latter did not pay his debts despite having been sentenced.  Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Indulgentia

(284 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The technical term from the beginning of the 3rd cent. AD for a criminal law pardon by the Roman emperor (e.g. Cod. Just. 9,23,5 of the year 225). However there had long been pardons in Rome. They could happen during criminal proceedings (e.g. Mod. Dig. 48,16,17) as well as after them in order to lift the sanction imposed, and even before the initiation of any prosecution. In this way, Julius Caesar ordered the people's tribune M. Antonius to arrange a plebiscite to pardon those condemned according to Pompey's law on electoral fraud (  ambitus ) (Caes. …

Synallagma

(288 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] (συνάλλαγμα/ synállagma, literally: 'mutual exchange'). Greek expression for a (business) transaction, sometimes for any type of legal obligation regardless of its creation, be it an offence or a contract. It did not have a precise juridicial meaning. Nevertheless, the Roman jurists M. Antistius [II 3] Labeo (about the time of the birth of Christ) and Titius Aristo (late 1st cent. AD) adopted the Greek word synallagma in Latin to refer to agreements that resulted in obligations for both parties. These might be so-called innominate contracts th…

Citations, law governing

(318 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The law known in modern literature as the law governing citations is an order by the Roman emperor declaring which jurists from earlier centuries should be drawn on and cited in legal decisions. With the crisis of the Roman empire in the mid 3rd cent. AD even Roman jurisprudence (  iuris prudentia ) lost the political, social and economical conditions for productive continuation. Legal literature from the 1st cent. BC, the beginning of its ‘classical’ period, therefore changed from being a fund for a discourse o…

Tabulae nuptiales

(226 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] (lit. 'marriage tablets'). Marriage contracts in Roman law, set out in documents from the Imperial period onwards (cf. Tac. Ann. 6,45,5 on Messalina [2] and Silius in AD 48). In Roman law, marriage itself was not a (formal) contract, it was sexual communion with the intention of living a married life ( affectio maritalis). The subject of the TN, by contrast, were question of property connected with marriage, primarily the pledging of a dowry ( Dos ) to the husband for the wife's maintenance, in Late Antiquity probably also the husband's…

Repudium

(187 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] In Roman law, initially the unilateral repudiation of a wife by her husband. From the literal sense (from pudor, 'shame', 'chastity'), repudium would have had serious misconduct (especially adultery, adulterium ) by the wife as a prerequisite. According to the Twelve Tables, as reported by Gai. Dig. 24,2,2,1, for repudium, the man had to call upon the woman to leave ( baete foras) and to take her things with her ( tuas res tibi habeto). As early as the 3rd cent. BC, repudium was possible without any fault committed by the woman (cf. Gell. NA 4,3,1 f.); no late…

Compensatio

(709 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] Compensatio (charging to account) was a rather complicated institution in Roman law. The basic idea, however, is simple: when two parties involved in a court case have claims against each other, the claims are not treated separately, but are offset one against the other -- as far as the amounts cover each other. Both claims are thereby paid off, so that the complaint becomes groundless and the defendant can no longer sue for his counter-claim. The complication in Roman law resulted from the different legal procedures connected to the different reasons leading to claims. Ga…

Partus ancillae

(220 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The offspring of a slave which, according to Roman law - similar to the young of a domestic animal which belonged to the owner of the female animal - were born as slaves of the dominus of their mother. This was in accordance with the general principle that a child acquired the status of its mother (Gai. Inst. 1,81f.). No legal relationship with the father existed. Only in the time of Justinian [1] (AD 527-565) attempts were made, regarding a (freed or freeborn) father and child to allow them the legal consequences in terms of succession accorded to illegitimate offspring ( natura…

Imaginarius

(208 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] (literally: ‘imaginary’) in Roman law the term for a legal transaction which expressed something other than what the parties actually intended. The most graphic example is the  mancipatio nummo uno, a transfer against, and by payment of, a merely symbolic copper coin ( aes). Its outward appearance was that of a cash purchase; its actual effect, however, was to enable transfer for any purpose, it could thus be ‘abstract’ - an imaginaria venditio (Gai. Inst. 1,113). In early Roman law, surety meant subjugation to the power of seizure vested in the creditor. Release ( solutio…

Dispensator

(169 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] ( ab aere pendendo, Varro, Ling. 5,183). In earlier times the dispensator would presumably weigh unminted precious metals for his master or the state. The post developed into that of bookkeeper, cashier and steward, much like the Greek oikonómos. It is frequently encountered in Roman inscriptions. Many dispensatores were slaves or freedmen. In Gaius Inst. 1,122 they are distinguished as a special type of slaves: servi, quibus permittitur administratio pecuniae, dispensatores appellati sunt (‘slaves entrusted with the management of money are called dispensatores…

Anquisitio

(149 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] is a part of Roman criminal proceedings of the republican period in crimes against the state. The comitia passed judgement on them in a iudicium publicum. The anquisitio preceded this: first of all the peoples' tribunes, as the magistrates responsible, pleaded the intended charge three times before the assembled people (  contio ). Contrary to the opinion of Mommsen [1], the comitia were not just a pardoning body which decided after a   provocatio against the sentence previously passed by the magistrate. As Brecht [2] and Kunkel [3] discovered from their studies, the anqu…

Nomen

(61 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] (pl. nomina). In Roman law, the term for debts. Gai. Inst. 128-133 distinguishes between ‘cash debts’ ( nomina arcaria), which arose e.g. from loans ( mutuum , see also condictio ), and ‘ledger debts’ ( nomina transscripticia), which arose by an entry in the ‘ledger’ of the creditor as an obligation from a litterarum obligatio . Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Instrumentum

(362 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The term instrumentum (an object that has been ‘erected’ or ‘set up’) has widely differing meanings in Roman legal terminology: 1. in the Imperial period, especially in late antiquity, instrumentum was the document recorded by a document writer (  Tabellio ) concerning a civil legal transaction or (as instrumentum publicum) by an authority regarding a private or public matter. The instrumentum publicum and the instrumentum of the document writer, which was attested as authentic by three witnesses and also by the tabellio in writing, had full status as proof in…

Lex, leges

(2,519 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] A. Concept Lex (‘law’, pl. leges) in Roman law denotes stipulation by a private individual, an office-bearer or a legislative body. The etymology is obscure. A derivation from legere (‘to read out’), referring to the method of stipulation by way of a ceremonial formula (cf. B. below on nuncupatio) remains speculative. Crucial to the lex is its mandatory character. On the other hand, in the original use of the term it lacks the ‘abstract’ (claiming general validity) and ‘general’ (directed at a large number of people) character of mod…

Institutiones

(404 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The Roman jurists were probably the first who derived institutiones as a title for elementary textbooks from the term institutio (teaching course) in the 2nd cent. The significance of this Roman genre for European legal history extends far beyond what one might expect of ancient introductory didactic works: when the work of codifying Roman juristic law in the form of the  Digesta had advanced to a point that their success seemed certain, in AD 533 emperor Justinian commissioned his minister of justice  Tribonianus as well as the Byzantine l…

Notary

(88 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] ( notarius). In legal cultures favouring the written record of acts of law, a notary is needed as an officially appointed scribe. This function was held, in Ptolemaic and Roman Egypt for example, by the agoranómoi , and in the Roman Imperial period and especially in Late Antiquity, the tabellio (documentary scribe). The Latin technical term notarius designates in Late Antiquity a senior official or officer with a special imperial mission, and also the secretary of the consistorium (as tribunus et notarius). Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Criminal procedure

(366 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] From a historical perspective it is only possible to speak of a criminal procedure (CP) in the technical sense if we can distinguish a field of criminal prosecution in the public (state) interest ( Punishment; Criminal law) from legal prosecution in the civil interest (including any civil law penalties, Lat.   poena ). The fact, for example, that private  revenge is channelled via the obligation to conduct a judicial procedure still does not constitute a CP: to protect public peace and state authority, only the …

Carmen famosum

(180 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The carmen famosum (CF) (according to Paulus, Sent. 5,4,6) or malum carmen (defamatory poem) is a criminal offence like the   occentatio placed beside each other in the Tabulae duodecim (8,1). It is possible that this crime was only barely comprehensible even for ancient writers (e.g. Cic. Rep. 4,12), particularly because of the extremely severe penalty for mere defamation: probably  death penalty. It was a matter of private punishment, though, so it was barely more than a legally p…

Litis contestatio

(653 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] A. Term In Roman legal language, lis is the expression for a dispute, in particular when it is taken to court. Litis contestatio (LC) thus refers to the ‘witnessing’ of such a dispute (Fest. p. 34,50 L.). The instigation of a claim (action) and defence (repudiation of action) in front of witnesses determined the course of a (civil) law suit. Until the predominance of the imperial cognitio procedure around AD 300, LC was the crucial point [1. 77] in the entire proceedings. Schiemann, Gottfried (Tübingen) [German version] B. Legis actio procedure The necessity of summonin…

Vincula

(309 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] (literally 'chains'). In legal provisions as early as the Twelve Tablets (Tab. 3,3; Tabulae Duodecim ) a creditor could place a debtor in vincula for the purpose of legal enforcement. In this way a culpability was established. Initially its goal was to force the payment of a debt by the debtor himself or a third party, but was also a transitional stage in taking control, after the expiry of a deadline, of the person of the debtor in order to sell him e.g into slavery or to have him work off the amount he was convicted of in bonded labour. This former function of vincula is alluded t…

Contumacia

(299 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] Derived from contemnere (to despise; this meaning of the word survives today in the contempt of court of British law). In Roman law the contumacia meant above all the defendant's failure to obey a legal summons in the exercise of extraordinaria  cognitio . No similar use of the word contumacia is encountered before the introduction of this procedure in the Principate and of the contumacia, probably under Claudius. Admittedly a comparable function existed in earlier civil proceedings after the XII Tables (5th cent. BC) in a judge's ruling for o…

Verdict

(105 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] In Greek and Roman Antiquity, the verdict was determined entirely by the preceding complaint or charge, e.g. in Athens by dike [2] (civil complaint) and graphe [1] (criminal charge). For a verdict to be pronounced, there then remained nothing further to be established; it was merely a question of counting the votes of the deciding committee. The function of the ‘judge’ ( iudex ) in Roman law was essentially confined to hearing evidence. The legal judgement was anticipated by the admission of the complaint ( actio [2]), in particular by the praetor . Pro…

Elogium

(352 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] [1] Roman honorary inscription for deceased men An honorary inscription placed by the Romans on the tombs of deceased men of rank, on statues and wax masks within buildings or on public places. Most of the elogia on public display were removed by the censors of 158 BC. Most extant material dates from the Imperial period, where it was at times employed in the exalted reconstruction of times long since past. This also applies to the most important and best known examples of elogia, i.e. the inscriptions on the marble statues of the Mars temple on the Forum Augustu…

Querela non numeratae pecuniae

(189 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] 'Claim owing to failure to make monetary payment', in Roman law a development of the corresponding exception ( exceptio ). With this querela, the debtor could annul the validity of an abstract promise to pay ( stipulatio ), if he had entered into the stipulatio in the expectation of a loan payment, but the monetary payment had then not been made. The QNNP was, like the exceptio non numeratae pecuniae from the end of the 2nd cent. AD, among the easements accorded to debtors by the Roman emperors in the proceedings of the cognitio extraordinaria (cf. Cod. …

Mores

(457 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The plural of mos ( mos maiorum , ‘custom of the ancestors’) describes an entire complex of normative requirements in Roman society. While the ideological value of tradition and conservatism stands in the foreground with the word mos, until the early Imperial period mores invoked in the first place a concrete system of norms and sanctions that is most clearly recognizable in the ‘moral jurisdiction’ ( regimen morum) of the censors ( censores ). The censor's reprimand ( nota censoria ) and the censor's harsh sanction of down-grading politica…

Manumission

(1,306 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] A. Early legal systems The manumission of slaves is not attested for all ancient legal systems. Thus the Mesopotamian statutes of Eshnunna and Hammurabi make no such stipulations [1. 161]. In Hittite law too, nothing is known of manumission. The existence of manumission is, however, assumed for Egypt, although categorisation of the unfree (or rather, not entirely free) ‘bondsmen’ as slaves as such is disputed [2. 147]. This circumstance suggests that the legal systems of Greece and Rome also did not know of manumission from their beginnings. Schiemann, Gottfried (Tü…

Ius

(4,952 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
A. Historical Overview [German version] 1. Ius in ancient Rome Ius, the Roman expression for law, went through considerable changes during the thousand-year history of the Roman state. Ius was originally the criterion by which the permitted exercise of liberty, particularly the legitimate exercise of power (over people and things) was distinguished from the disruptive exercise of force ( vis). Ius in modern terminology was thus subjective law. It attested its legal character ‘by observing a generally known and practised ritual’ [1. 253] in the way it was…

Verbera

(152 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] (literally 'strokes, lashes'), e.g. with a stick ( ferula) or a whip ( flagella), were a means of punishment ( castigatio) in Rome. They occurred as an independent (police) punishment primarily for slaves and members of the lower classes ( humiliores, see Honestiores ) in the framework of the policing powers of the magistrates ( Coercitio ), in particular of the Tresviri [1] capitales in the Republican period, then of the emperor and his agents and of the provincial governors. In Roman penal law - as is known from the flagellation of Jesus - verbera were also an 'additiona…

Coitio

(165 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] In Roman criminal law, a type of criminal association, e.g. between thieves and publicans, as mentioned by Ulpia (Dig. 4,9,1,1), but in particular, the punishable election alliance (a defined case of election fraud,   ambitus ). Election alliances between candidates were probably regarded as harmless as long as only personal relationships, friendships and clientele connections were combined for common success in an election. Distinctly different was the joint bribing of electors on a large scale, against which the lex Licinia by Crassus (55 BC) was directed,…

Ampliatio

(130 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] An ampliatio (continuation of the case at another date) happened in Roman criminal proceedings if part of the jury (e.g. according to the l. Acilia it had to be a third) by special declaration or withdrawing of vote in the question of guilt made it clear that they did not yet regard the case as ripe for judgement ( non liquet). Ampliatio should be distinguished from   comperendinatio , legally prescribed in certain cases. Republican legislation had, it seemed, already tried to oppose the proliferating use of ampliatio by threatening fines against the judges in the c…

Ignorantia

(193 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] An old Roman legal rule deals with ignorantia, also ignoratio (ignorance). According to Paulus (3rd cent. AD, Dig. 22,6,9 pr.) it reads: iuris ignorantia nocet, facti vero ignorantia non nocet (‘ignorance of the law is harmful, but not ignorance of the facts’). The preferred term since the Middle Ages is error. For the Romans error and ignorantia were probably synonymous. Error in law neither prevents responsibility for individual behaviour (under criminal and civil law), nor the effectiveness of the   consensus in legal transactions inter vivos or in declarations…

Petitio

(325 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The word petitio ('request') referred to a specific form of action used in the Roman formulary procedure ( formula ), for example for the actio (action), which arose out of a specific object or a specific sum of money (Dig. 12,1), or the action of the true heir against the possessor of an inheritance ( hereditatis petitio, Dig. 5,3; Cod. Iust. 3,31). Besides these, claims arising from the cognitio procedure ( cognitio ) were mostly referred to as petitio. A strong conceptual distinction between actio, petitio and persecutio (prosecution) did not exist in Roman legal…

Patria potestas

(908 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] The PP, which continued to exist as paternal power in the German Civil Code was only replaced in Germany following an interim stage of parental power with effect from 1.1.1980 by paternal care, in Rome referred to the extensive right of control which the pater familias exerted over the family. Originally the PP, like the manus over the wife (Marriage III.C.), probably had no legal boundaries, but merely moral and religious ones. The transgression of these could, for example lead to a loss of honour or an exclusion from the nobility or the equites. In Imperial times the PP…

Condictio

(1,036 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] A. Type of suit in the ius civile Sentencing to a particular payment could be achieved with the   legis actio per condictionem after the 3rd cent. BC: certa pecunia based on a lex Silia, other certae res based on a lex Calpurnia (cf. Gai. Inst. 4,17 b-19). The condictio (‘announcement’) is merely a procedural designation: the court date was not granted immediately but only after the expiry of an ‘announced’ term of 30 days to allow the debtor the option of compliance without court procedure. The certum in this suit is, in the first place, a payback guarantee for an …

International law

(1,438 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] I. Overview International law (IL) was established as a field in its own right during the early modern period (especially by Hugo Grotius, 1583-1645). The term   ius (A.2.) gentium, which originated in Roman law, established itself as its name. However, in antiquity this term did not mean IL but those concepts of  law in general that were assumed to be common to all peoples. This also included principles that belong to IL in its narrow sense such as the inviolability of diplomatic representatives (Dig. 50,7,18). Antiquity did not have a term for IL per se. However, ancient …

Castigatio

(189 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] Expression describing an educational measure, as can be inferred from the meaning of the word ( castum agere, ‘to make pure’). The person carrying out the punishment is often excluded from liability for the consequences of castigatio upon the punished: thus the master punishing his apprentice (e.g. Dig. 9,2,5,3). The same goes for the paterfamilias with regard to his children and the master to his slaves (Dig. 7,1,23,1; 48,19,16,2). Castigatio as a policing or juridical measure is partly linked to such private authority-based relationships: by the …

Effractor

(68 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] In Roman law the thief who obtains his loot through break and entry. According to Dig. 47,18 he commits a criminal act that is prosecuted as a   crimen ( publicum). In the Republic it was still a civil offence. An escapee was called an effractor ( carceris) and was also prosecuted as the perpetrator of a crimen in a   cognitio extra ordinem . Schiemann, Gottfried (Tübingen)

Gesta

(320 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[German version] In the Republican period in Rome the records (also   commentarii ) that a magistrate made or had made regarding the orders decreed by him (  acta ). They were personally archived by the magistrate after the end of his period in office (Cic. Sull. 42). From the 3rd cent. AD the term gesta superseded the expression commentarii for the official records. Apart from gesta the word cottidiana occurs in the same sense . With this meaning gesta can be found in all levels of the administration of late antiquity. Ultimately the recording of official files and negotiations by gesta was tr…
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