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Zeit

(5,852 words)

Author(s): Goldberg, Sylvie Anne
Das jüdische Zeitverständnis beruht auf biblischen Grundlagen und wurde durch antike rabbinische Gelehrte und mittelalterliche Denker und Mystiker geformt. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels (70 d. Z.), vor allem aber nach der Redaktion des babylonischen Talmud (6. oder 7. Jh. d. Z.) setzte sich eine Normierung und Vereinheitlichung der Begrifflichkeit und der mit ihr verbundenen Vorstellungen durch. Mittels rechtlicher und exegetischer Auslegung der in der Bibel entha…

Ḥevra Kaddisha

(3,104 words)

Author(s): Goldberg, Sylvie Anne
Der hebräisch-aramäische Begriff Ḥevra Kaddisha bedeutet wörtlich »heilige Bruderschaft« oder auch »heilige Gesellschaft«; er bezeichnet ursprünglich eine exklusive Gruppe von Männern innerhalb der Gemeinde, der die Krankenpflege und die Bestattung der Toten vorbehalten war. »Heilige Gesellschaften« kamen zunächst im Mittelalter unter sephardischen Juden auf. Mit Beginn der frühen Neuzeit verbreiteten sie sich in allen Gemeinden Europas. Die Auffassungen von der »letzten Pflicht« wandelten sich im K…

Kalender

(3,249 words)

Author(s): Goldberg, Sylvie Anne
Bereits in biblischer Zeit bestanden im Judentum unterschiedliche Kalender. Zum älteren lunaren Kalender trat der – in nachbiblischer Zeit zunehmend exakte – auf astronomischen Beobachtungen beruhende lunisolare Kalender babylonischen Ursprungs hinzu. Letzterer wurde sowohl im Land Israel als auch in der gesamten Diaspora, in deren nichtjüdischer Mehrheitskultur konkurrierende Kalender in Gebrauch waren, zur einheitlichen exakten Einhaltung der religiösen Feste im Jahreslauf verwendet. Der jüdis…

Exil

(6,343 words)

Author(s): Goldberg, Sylvie-Anne
Mehr noch als die tatsächliche historische Zerstreuung (hebr. pizur) des jüdischen Volks, die gewöhnlich mit dem griechischstämmigen Wort » Diaspora« bezeichnet wird, stellt das Exil (hebr. galut) eines der maßgeblichen Konzepte der jüdischen Religion dar. Der biblischen Deutung des babylonischen Exils als Strafe für Sünden fügte das rabbinische Judentum die mystisch inspirierten Sinndeutungen der Immanenz Gottes im Exil (aram. shekhinta ba-galuta) und des »verborgenen Angesichts [Gottes]« (hebr. hester panim) hinzu. Mit dem modernen, dem Geist der Emanzipation …

Jahreslauf

(4,913 words)

Author(s): Goldberg, Sylvie Anne
Die ursprüngliche Bedeutung von rituellen Zeremonien des jüdischen Jahreslaufs als Vegetationsfeste wurde bereits in biblischer Zeit von religiösen und historischen Interpretationen überlagert. Diese Tendenz verstärkte sich in der Diaspora, wo den jüdischen Festen im religiösen wie sozialen Leben der Juden erhebliche Bedeutung zugemessen wurde. In der jüngeren Geschichte, nach der Gründung des Staats Israel, wurde auf säkular-zionistische Initiative hin zum einen der jahres…

Tod

(2,280 words)

Author(s): Goldberg, Sylvie Anne
Die Haltung zum Tod ist ein wesentlicher Teil des jüdischen Selbstverständnisses. Angeleitet vom Glauben an die körperliche Auferstehung in einer kommenden Welt, entwickelte sich ein besonderer Bezug zur Physis, der sowohl den Leichnam als auch die Lebenden betrifft. Die mit dem Tod verbundenen Glaubenslehren und Rituale beförderten eine »Gedenktheologie«, die den Tod und alles ihn Betreffende ins Zentrum ritueller Vorgaben stellt. Obwohl Emanzipation und …

Tish’a be-Av

(1,791 words)

Author(s): Goldberg, Sylvie Anne
Seit der Antike ist der 9. Aw (hebr. tish’a be-Av) einer der bedeutendsten jüdischen Trauer-, Klage- und Fastentage. Der Tradition zufolge ereigneten sich an diesem Tag die größten Katastrophen und Tragödien der jüdischen Geschichte, weshalb viele historische Ereignisse nachträglich auf diesen Tag datiert wurden. Auch die mit Tish’a be-Av verbundenen liturgischen Gebräuche weisen diesem Tag eine besondere Bedeutung im jüdischen Kalender zu. Tish’a be-Av ist der neunte Tag des fünften Monats im religiösen beziehungsweise des elften Monats im zivilen jüdisch…