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Your search for 'dc_creator:( "S. Corsten" ) OR dc_contributor:( "S. Corsten" )' returned 509 results. Modify search

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Colonia, Johannes de

(116 words)

Author(s): S. Corsten
war seit 1471 in Venedig als Drucker und Verleger tätig. Nach anfänglicher Zusammenarbeit mit Wendelin von Speyer begründete er 1474 mit Johann Manthen von Gerresheim eine Gesellschaft, die bevorzugt kanonistische, theologische und philosophische Werke herausbrachte (insges. 84 Titel bekannt). Kurz vor seinem Tode (Sommer 1480) brachte der rührige Mann eine Sozietät großen Zuschnitts zustande, an der Venedigs bedeutendster Drucker, Nicolas Jenson, maßgeblich beteiligt war. Zur Vergrößerung der D…

Duodez

(56 words)

Author(s): S. Corsten
Zwölferformat, geschrieben 12° , ist ein Format, bei dem zwölf Blatt, das sind 24 Seiten, einen Druckbogen bilden. Auf die geringe Größe derartiger Bücher gehen seit dem 18. Jh. aufkommende Wortschöpfungen wie D.fürst, D.Staat und ähnliches zurück. S. Corsten Bibliography Neubürger, H.: Encyklopädie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND Leipzig 1984), S. 59, 85 – 88.

Vischer, Hans

(73 words)

Author(s): S. Corsten †
in Hagenau (Elsaß) für Thomas a Ans-helm tätiger Buchmaler, der um 1518 u. a. die liturgischen Drucke des Meisters mit qualitätsvollen Randleisten und Initialen ausstattete. Er bediente sich dabei venezianischer Vorlagen. Wegen des Monograms, das nur ein einziges Mal verwendet wurde, wird er auch als «Meister GZ» bezeichnet. Seine Familienzugehörigkeit ist umstritten. S. Corsten † Bibliography Handb. der Bibl.wissenschaft. 2. Aufl. Hrsg. von G. Leyh. Bd. 1. Wiesbaden 1952, S. 501.

Kautzsch, Rudolf

(119 words)

Author(s): S. Corsten
5. 12. 1868 in Leipzig, 26. 4. 1945 in Berlin, dt. Kunsthistoriker und Buchwissenschaftler. K. leitete 1897—1902 das 1885 eröffnete Museum des Dt. Buchgewerbevereins (heute: Dt. Buchund Schriftmuseum) in Leipzig und richtete dieses in dem 1900 bezogenen Buchgewerbehaus neu ein. Nach Lehrtätigkeit in Darmstadt (1903 — 1911) und Breslau (1911 —1915) wirkte er 1915—1929 als Professor in Frankfurt am Main. Er beschäftigte sich u. a. mit Fragen der Buchill. und Buchkunst (Die neue Buchkunst, 1902; Di…

Krakauer Funde

(273 words)

Author(s): S. Corsten
Im Jahre 1937 wurde von der Jagiellonischen UB in Krakau eine Mappe mit Inkunabelfragmenten (Signatur: Inc. 2267) zur Bearbeitung an die Geschäftsstelle der Kommission für den GW in Berlin übersandt. Angeblich enthielt die Mappe Fragmente der «Ars minor» des Aelius Donatus. Der Zustand der zehn Blätter gab eindeutig zu erkennen, daß sie aus Einbänden herausgelöst worden waren. In Berlin stellte man fest, daß fünf der Bruchstücke für die Frühgesch. der Erfindung des Buchdrucks von großer Bedeutun…

Laire, François–Xavier

(141 words)

Author(s): S. Corsten
* 10. 11. 1738 in Vadans bei Gray (Franche–Comté), † 27. 3. 1801 in Auxerre, franz. Bibliothekar. Nach einem längeren Aufenthalt in Italien wurde L. 1786 Bibliothekar des Kardinals Etienne–Charles Loménie de Brienne († 1794), der mit Sachverstand und großem Mitteleinsatz eine bedeutende Slg. zusammenbrachte. Diese mußte aber schon 1792 verkauft werden. Nach dem Tod seines Dienstherrn wurde L. Bibliothekar des Departements Yonne in Mittelfrankreich. Von seinen Veröff., die sich mit ital. und fran…

Hellinga, Wytze

(221 words)

Author(s): S. Corsten
(Gerbens) *20. 12. 1908 in Haarlem, † 16. 3. 1985 in London, niederl. Sprachwissenschaftler und Buchforscher. Als Inhaber des Lehrstuhls für Niederl. Sprachwissenschaft an der Univ. Amsterdam (seit 1946) wandte sich H. auch Fragen der Verbreitungsgesch. zu. Seine Forschungen galten u. a. dem Übergang von Lit. aus der Hs. in das gedruckte Buch. Als Frucht dieser Bemühungen ist sein Buch «Copy and Print in the Netherlands. An atlas of historical bibliography» (Amsterdam 1962) anzusehen. Seine zus.…

Soter (Heyl), Johannes

(169 words)

Author(s): S. Corsten
*um 1490 in Bensheim am Odenwald, † 1543 in Köln (?), dt. Druckerverleger. S. begann 1518 in Köln zu drucken («Psalterium in quatuor linguis»), seine Immatrikulation bei der dortigen Medizinischen Fakultät (25. 8. 1517) hängt wahrscheinlich mit der Gründung des Unternehmens zusammen. Tatsächlich brachte S. zahlreiche Werke antiker und zeitgenössischer Mediziner heraus. Seine bes. Aufmerksamkeit galt Lehrbüchern der lat., griech. und hebräischen Sprache, die wohl in Zusammenhang mit den Reformbem…

Scharteke

(96 words)

Author(s): S. Corsten
ist ein um 1540 bei Martin Luther und anderen belegter Ausdruck für das alte und wertlose Buch. Das Fremdwort stammt aus dem Lateinischen der Schüler und Studenten. Seine Etymologie ist umstritten. Als Erklärung kommen in Betracht u. a. das mittelniederdt. «scarteke» (für Urkunde) oder lat. «Chartae theca» (für Papierumschlag), d. h. die Bezeichnung des Einbandes ging auf das Buch über. S. Corsten Bibliography Kluge, F. / Götze, A.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 15. Aufl. Berlin 1951, S. 653 ders./Seebold, E.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 23. Aufl. Berlin / New…

Lombarden

(175 words)

Author(s): S. Corsten
sind einfarbige, meist rote oder blaue Initialen von unzialem Schriftcharakter (Unziale), die in vielen Gebrauchshss. des 14. und 15. Jh.s wesentliche Textabschnitte bezeichnen. Wo sie in aufwendig hergestellten Hss. (z. B. Liturgica oder Bibeln) neben mehrfarbig angelegten Initialen Vorkommen, haben sie die niedrigste Ordnung der Gliederungshierarchie inne. Sie können da auch den Beginn einzelner Sätze, Gebete u.a.m. hervorheben und werden auch für Seitenüberschriften verwendet. In den Ink. kom…

Lichtenstein, Peter

(119 words)

Author(s): S. Corsten
Neffe und Geschäftsnachfolger des Druckers Hermann Lichtenstein. Seine Firma, die auch bei anderen Werkstätten drucken ließ (z. B. bei Johann Hamann und Jacobus Pentius), bestand in Venedig 1498 bis 1567, hat aber möglicherweise ihren Inhaber überlebt. L. spezialisierte sich nach 1500 auf den Druck von Liturgica (Brevieren und Meßbüchern) und leistete auf diesem Gebiet, dem sich auch andere venezianische Firmen mit Erfolg zuwandten, Großes. Sein Signet zeigt drei Himmelskugeln. S. Corsten Bibliography Bohatta, H.: Bibliographie der Breviere 1501—1850. Leipzig 1937 (N…

Thierhaupten

(112 words)

Author(s): S. Corsten
In dem 1022 wiedererrichteten Benediktinerkloster T. (südwestlich von Neuburg / Donau) begründete Abt Benedikt Gaugenrieder 1591 eine Drukkerei und vertraute sie dem vorher in Augsburg tätigen Josias Wörli an. Die Klosterdruckerei erhielt am 28. 8. 1594 ein kaiserliches Privileg. Wörli brachte ca. 40 Werke, meist religiösen Inhalts heraus. Als er am 10. 6. 1599 starb, wurde die Offizin stillgelegt. An der an T. vorbeifließenden Ach entstand 1609 / 1610 eine Papiermühle, die bis ins 19. Jh. existierte. Die hier geschöpften Papiere hatten das Wappen der Abtei als Wasserzeichen. S. Co…

Verfassernamen

(232 words)

Author(s): S. Corsten
Die V. spielen für die alphabetischen Kat. eine wesentliche Rolle. Die Regelwerke widmen ihnen darum ihre bes. Aufmerksamkeit. Grundsätzlich gilt, das alle in einer Bibl. vorhandenen Werke eines Autors unter demselben Verfassernamen, unabhängig von der Vorlagenform, eingeordnet werden. Die Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl.en (PI) haben für die Ansetzungsformen zahlreiche Regeln und suchen dadurch möglichst jede Willkür auszuschlie-ßen. Der Name des Verf. wird «umges…

Rücktitel

(53 words)

Author(s): S. Corsten
heißt der auf der Rückseite einer geographischen Karte eingedr. oder aufgeklebte Titel, der bei der alphabetischen Katalogisierung ggf. zu berücksichtigen ist. S. Corsten Bibliography Instruktionen für die alphabetische Katalogisierung der Preußischen Bibl.en. 2. Ausg. Berlin 1915, Anlage VI § 1 Regeln für alphabetische Katalogisierung. Bd. 4: Sonderregeln für kartographische Materialien. Berlin 1983.

Ordnungsblock (OB)

(70 words)

Author(s): S. Corsten
Eine oder mehrere Ordnungsgruppen bilden zus. mit den Ordnungshilfen nach den Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) einen OB. Namen von Personen und Körperschaften sowie Sachtitel können OB bilden (§ 808). S. Corsten Bibliography Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK). Bd. 1: Regeln für wiss. Bibl.en. Wiesbaden 1983 Haller, K. / Popst, H.: Katalogisierung nach den RAK – WB. 5. Aufl. München usw. 1996, S. 292 — 297.

Schussenried

(269 words)

Author(s): S. Corsten
südwestlich von Biberach an der Riß, 1183 als Filiale von Weissenau gegr. Prämonstratenserkloster. Dieses erlebte im 15. Jh. eine Zeit der Blüte (1440 Erhebung zur Abtei), die u. a. durch den 1486 über dem Kreuzgang erbauten Bibl.saal akzentuiert wird. In der Folgezeit brachten Katastrophen wie die Plünderung und Brandschatzung durch aufständische Bauern (1525) und schwedische Truppen (1647) Einschränkungen für das geistlich-wiss. Leben der Abtei. Daß sich diese von den Schlägen mehr als erholt …

Titelkupfer

(46 words)

Author(s): S. Corsten
ist ein dem typographisch gesetzten Titelbl. hinzugefügte Kupferstich-Abb., für die ein bes. Arbeitsgang erforderlich war. Es kann thematisch auf den Inhalt des Buches abgestimmt sein oder ist als Titelvignette nur ein Zierstück. Das T. hatte seine Hauptblütezeit im 17. und 18. Jahrhundert. S. Corsten

Bartholomaeus Anglicus

(135 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1180, Todesdatum unbekannt, kam zu Beginn des 13. Jh.s aus England an den Hof der Erzbischöfe von Bremen, wo er als Kaplan und Notar wirkte. Er trat dann in den Minoritenorden ein, lehrte am Generalstudium des Ordens in Paris und wurde 1231 an das Studium der sächsischen Provinz nach Magdeburg berufen. Seine große Enzyklopädie «De proprietatibus rerum» war weitverbreitet und wurde auch in die Volkssprachen übertragen. Aus dem 15. Jh. sind, beginnend mit…

Rückentitel

(201 words)

Author(s): S. Corsten
gibt es erst seit dem 16. Jh., als es üblich wurde, die Bücher mit dem Rücken (Einbandbeschreibung) zum Betrachter hin ins Regal zu stellen. Bei Kunst- und Verlegerbdn. wird ein häufig stark verkürzter Titel (mit oder ohne Angabe des Verf.) auf den Rücken aufgepreßt, bei Broschüren meist gedr., was bes. Vorkehrungen in der Druckerei erforderlich macht. Es hängt von dem benötigten Platz ab, ob der R. als Längs- oderQuertitel angebr…

Maler(Pictor), Bernhard

(134 words)

Author(s): S. Corsten
aus Augsburg stammender Geschäftsgenosse von Peter Löslein und Erhard Ratdolt. Sein Name ist mit zwölf Drucken verbunden, die 1476 — 1478 in Venedig herauskamen. Daß M. 1478 auf eigene Rechnung noch eine Schrift des Basilius Magnus herausgebracht habe, trifft nicht zu. Er war allem Anschein nach der Schöpfer der schönen Initialen und Randleisten, welche die Ges. in ihren Drucken verwendete. M. wird zuletzt 1483 als Bevollmächtigter eines Augsburger Kaufmanns in Venedig erwähnt.…

Mevissen, Gustav von

(153 words)

Author(s): S. Corsten
20. 5. 1815 in Dülken, 13. 8. 1899 in Godesberg, Kölner Großindustrieller und Politiker. M. war nicht nur eine herausragende Persönlichkeit des rheinischen Wirtschaftslebens, er forderte auch wirkungsvoll Bildung und Wissenschaft. Seine Denkschrift «Über die Gründung einer Handelshochschule in Köln» von 1879 wurde 1901 realisiert. Er sammelte auch Bücher und schenkte 1885 zahlreiche Ink. und alte Drucke der StB Köln. In den folgenden Jahren erhielt diese von M. große Bestände an Lit. zur Wirtschafts–, Sozial– und Technikgesch.; nach seinem Tode beschenkte die Familie die Bibl, der neugegründeten Handelshochschule. Die Zahl der insgesamt geschenkten Bücher beläuft sich auf ca. 50 Tsd. Einheiten, die sich heute im Bestand der UuStB Köln befinden. S. Corsten Bibliography Keysser A.: Die StB in Köln. Köln 1886, S. 35—36 Steimel R.: Kölner Köpfe. Köl…

Schorbach, Karl

(174 words)

Author(s): S. Corsten
* 3. 10. 1851 in Kassel, † 11. 3. 1939 in Baden-Baden, dt. Bibliothekar und Inkunabelforscher. Nach geisteswiss. Studien an den Univ. Leipzig, Berlin und Straßburg wirkte S. seit dem 1. 4. 1887 an der UB Straßburg. Er verwaltete hier u. a. die Hss.- und Ink.-Bestände. 1911 erhielt er den Titel Professor. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 mußte er Straßburg verlassen und schied aus dem ak…

Getrennte Zählung

(119 words)

Author(s): S. Corsten
heißt die Paginierung eines Buches, wenn einzelne seiner Teile eine eigene Seitenzählung besitzen (z. B. Vorwort, Nachwort, Register). Hat ein zu katalogisierendes Buch mehr als drei Seiten- oder Blattzählungen, werden diese nach den meisten Regelwerken für die Katalogisierung nicht mehr einzeln in der Umfangsangabe aufgeführt. Statt dessen wird die Formel «Getr. Zählung» (so die RAK und die nach den Vorschlägen von H. Fuchs modifiz…

Symmen, Henric van

(123 words)

Author(s): S. Corsten
gen. Lettersteker, arbeitete An-fang der 1490er Jahre in Antwerpen als Letterschneider für den rührigen Drucker Gheraert Leeu, der 1489 seinem Betrieb eine neue Ausrichtung gab und seine Typenbestände wesentlich vergrößerte. S. werden drei Schriften zugeschrieben, deren Kleinbuchstaben von unterschiedlichem Charakter sind, jedoch mit einheitlichen Großbuchstaben kombiniert wurden. Als S. nicht mehr für Leeu tätig sein wollte, kam es Ende 1492 zum Streit, der für den Drucker tödlich endete. Umstritten ist, ob H. S. mit Hendrik Pieterszoon Lettersnijder identisch ist. S. Cor…

Wanderdrucker

(242 words)

Author(s): S. Corsten †
Aus Druckvermerken und anderen zeitgenössischen Quellen geht hervor, daß manche Drukker des 15. und 16. Jh.s den Ort ihrer Tätigkeit häufig gewechselt haben. Angesichts der umfangreichen und sperrigen Apparatur des Buchdrucks müssen diese W. mit großen technischen Problemen und beträchtlichen Risiken gekämpft haben. Manche dieser wandernden Typo-graphen haben auffallend viele umfangreiche und spezielle Bücher hergestellt, die ein ortsfremder und mit der Materie nicht vertrauter Techniker kaum vo…

Punkturen

(160 words)

Author(s): S. Corsten
Die Einstiche der Stifte, mit denen in den Frühzeiten des Buchdrucks der Papierbogen am Dekkel der Druckpresse festgehalten wurde, werden als P. bezeichnet. Sie ermöglichten das Registerhalten, d. h. die Deckungsgleichheit von Schön- und Widerdruck, indem beim Bedrucken der Bogenrückseite das Papier mit Hilfe der Einstiche in eine identische Position gebracht wurde. Anfangs hielten die Drucker sechs bis acht P. für erforderlich, sie wurden auf den Rändern, den Außenstegen, angebracht. Hier kann …

Bildertitel

(86 words)

Author(s): S. Corsten
Ein B. liegt vor, wenn der größere Teil des Titelblattes von einer bildlichen Darstellung eingenommen wird, in welche die Angaben über Verf., Sachtitel des Buches usw. eingefügt sind. Wurde das Titelblatt in Kupfer gestochen, spricht man von einem Kupfertitel. Häufig ist daneben auch noch ein typographisch gesetztes Titelblatt mit i. d. R. ausführlicheren Angaben vorhanden; dann wird der B. zum Nebentitel. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der Preußischen Bibl.en. 3. Aufl. Wiesbaden 1962 (u. ö.), S. 21.

Bibliotheksausschuß der DFG

(155 words)

Author(s): S. Corsten
Zu den fünf vom Hauptausschuß der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) berufenen Beratungsorganen gehört der B., dem 14 Mitglieder (fünf Vertreter der Wissenschaft, acht leitende Bibliothekare, ein Vertreter des Dokumentationswesens) angehören. Er berät die DFG bei allen die Förderung des wiss. Bibl, wesens betreffenden Fragen und macht Vorschläge für die Vergabe der zu diesem Zweck vorgesehenen Mittel (1986: 20,4 Mio. DM). Mit Denkschriften und Empfehlungen wendet er sich auch an die Öffentli…

Runde Klammern

(135 words)

Author(s): S. Corsten
( ), die im normalen Textsatz meist Erläuterungen oder Einschübe einschließen, haben in der Titelaufnahme bes. Funktionen. Nach den Instruktionen für die alphabetische Katalogisierung der preußischen Bibl.en (PI) werden die für eine sachgerechte Titelaufnahme nötigen Ergänzungen insoweit rund geklammert, als sie aus dem Buch selbst entnommen wurden. Auch der unter der Stücktitelaufnahme angefügte Gesamttitel wird in R. gesetzt. Das verlangen auch die Regeln für die alphabetische Katalogisierung …

Ordnungshilfe (OH)

(93 words)

Author(s): S. Corsten
Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) verstehen unter OH Zusätze, die zur Unterscheidung und Feinordnung von gleichlautenden Ordnungsgruppen dienen (§ 807). Solche Zusätze sind z.B. Titel, Länderangabe und Zählung bei regierenden Fürsten, Sprachbezeichnungen bei Übers, und Ortsund Länderangaben bei Körperschaften. OH werden in spitzen Klammern () gesetzt. S. Corsten Bibliography Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK). Bd. 1: Regeln für wiss. Bibl.en. Wiesbaden 1983 Haller, K. / Popst, H.: Katalogisierung nach den RAK — WB. 5. Aufl. Mü…

Zierikzee, Cornelius von

(163 words)

Author(s): S. Corsten †
um 1500 in Köln als Drucker tätig, Stadtschreiber in Middelburg (niederl. Insel Walcheren). Zu einem nicht genauer festzulegenden Zeitpunkt übernahm Z. von Johann Guldenschaff die Aufgabe des Kölner Univ.druckers. Als solcher war er Funktionär («suppositus») der Univ. und wirkte im Haus der Artistenfalkultät in der Stolkgasse («apud conventum praedicatorum»). Er verfügte über sechs Textschriften und umfangreiches Gerät für den Buchschmuck. Sein Verlagsprogramm ist von auffallender Vielseitigkeit, er verwertete auch Restaufl . anderer Firmen zu seinem Nutzen. Zierlinien.…

Abkürzungen im Frühdruck

(180 words)

Author(s): S. Corsten
Die Frühdrucker haben zusammen mit anderen mittelalterlichen Schreibgewohnheiten (Ligaturen, Doppelformen von Buchstaben u.a.m.) auch die Abkürzungen zunächst übernommen. Sie müssen aber bald gemerkt haben, daß die Ersparnisse in bezug auf den Buchumfang und die sonstigen Vorteile für den Satz den zusätzlichen Aufwand für das Schneiden der Stempel und den Typenguß nicht rechtfertigten. So kam es bald zu Vereinfachungen, die aber fälschliche Anwendung von A. auf die Dauer nicht verhindert haben. …

Quart

(154 words)

Author(s): S. Corsten
(Abk.: 4°) ist ein Buchformat, bei dem der Bogen zwei Mal gefalzt wurde und vier Bl. (= 8 S.) ergab. Die Zahl der zu einer Q.–Lage zusammengelegten Bogen war zunächst willkürlich. Im Laufe der Inkunabelzeit bildete sich dann die Gewohnheit aus, diese aus zwei Bogen zu bilden. Besteht eine Q.–Lage nur aus einem einzigen Bogen, hat also nur 4 Bl., dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Druck der Zeit nach 1500. Beim «bibliographischen», d. h. echten Q., verlaufen die Abdrücke …

Ten Raem, Gerhard

(101 words)

Author(s): S. Corsten
† 1493 / 1494 in Köln, Handels-herr und Akzisemeister in Köln. Sein Name erscheint nur ein einziges Mal in einem Kölner Druck vom 20. 10. 1478 (GW 1818). Vier weitere ungefähr gleichzeitige Werke sind ihm aufgrund des Typenvergleichs zugeschrieben worden. Die Umstände sprechen aber dafür, daß er nicht selbst eine Werkstatt besessen, sondern einen Lohndrucker beauftragt hat. S. Corsten Bibliography Voulliéme, E.: Der Buchdruck Kölns bis zum Ende des 15. Jh.s. Bonn 1903 (ND Düsseldorf 1979), S. xlii–xliii und cxvi Cor-sten, S.: Die Anfänge des Kölner Buchdrucks. Köln 1955, S. 49 bis 50 Ge…

Juchhoff, Rudolf

(254 words)

Author(s): S. Corsten
* 21. 3. 1894 in Lüdenscheid, 2. 8. 1968 in Köln, dt. Bibliothekar und Inkunabelforscher. J. beendete sein Studium der Germanistik und Romanistik 1921 mit Staatsexamen und Promotion, in demselben Jahr trat er als Volontär bei der UB Bonn ein. Noch vor Beendigung seiner bibliothekarischen Fachausbildung wurde er 1922 an die Redaktion des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke (GW) bei der SB Berlin berufen, 1925—1945 war er Mitglied der Kommission für den GW. 1928 übernahm er die Leitung des Preußischen…

Kommission für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke

(107 words)

Author(s): S. Corsten
gegr. 1904 zur Vorbereitung und Durchführung der Arbeiten am Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW). Ihr gehörte eine wechselnde Zahl von Fachleuten an (1933: 14, davon drei Ausländer; 1942: zehn, davon zwei Ausländer). Vorsitzende waren K. Haebler (1906 bis 1920) und E. von Rath (1920 — 1945). Die Preußidenten sche SB zu Berlin stellte eine Geschäftsstelle zur Verfü- gung, die in ihren Räumen untergebracht war und aus drei Bibliothekaren des höheren Dienstes und ebenso vie- len Diplombibliothekaren bestand. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hörte die Kommission zu bestehen auf. S. Corsten Bibliography Jb.der Dt. Bibl.en 23/24.1933, S. 12 —13; 33.1942, S. 9.

Cruse, Ludwig

(257 words)

Author(s): S. Corsten
(franz. Namensform: Louis Garbin oder Guerbin), Drucker in Genf, ist dort nachgewiesen für die Jahre 1479 – 1495. Der erste datierte Druck ist ein Brevier für das Bistum Genf (GW 5345). Es folgten zahlreiche theologische Werke in lat. Sprache. Das Verlags-programm erhält jedoch durch zahlreiche Titel für ungelehrte Leser seine bes. Note. In diesem Zusammenhang ist ein lat.-franz. «Vocabularius» (GW 6229) zu erwähnen. Der letzte datierte Druck ist ein «Fasciculus tem-porum» in franz. Sprache (H 6…

Oberrheinische Bastarda

(163 words)

Author(s): S. Corsten
In elsässischen Schreibstuben, u.a. auch in der des Diebolt Lauber, erhielt die Bastarda wahrend des 15. Jh.s einen steilen, in die Breite gezogenen Duktus. Charakteristisch sind auch die Schlingen der Oberlängen bei b, d, h und 1. Seit den 1480er Jahren wurde die Schrift auch von west– und südwestdt. Druckern verwendet; so von dem Kölner Ludwig Renchen (Seelentrost von 1484 C 5340)und Peter Schöffer in Mainz (Hortus sanitatis vom 28. 3. 1485 H 8944). Im Druck ist das Schriftbild größer als in d…

Winters von Homburg, Konrad

(131 words)

Author(s): S. Corsten †
1438–1482 in Köln nachweisbar, aus Homburg (Grafschaft Moers) am Niederrhein stammend. W. dürfte mit dem im Kölner Bürgeraufnahmebuch unter dem 25. 6. 1438 verzeichneten «Coynraet van Hoymburg» identisch sein. Seit Anfang der 1470er Jahre ist er als «Librarius» der Univ. wahrscheinlich, er handelte mit Büchern und druckte neben lat. Bibeln und Meßbüchern auch für den akademischen Lehrbetrieb benötigte Texte. Dazu verwendete er allem Anschein nach zunächst die unfirmierte Schrift des «Druckers de…

Martens, Dirk

(270 words)

Author(s): S. Corsten
(Theodoricus Martinus)* 1446 / 1447 in Aalst (Flandern), 28. 5. 1534 ebd., niederl. Humanist, Buchhändler und Druckerverleger. Nach einer Lehrzeit in Italien begründete M. in seiner Vaterstadt Aalst 1473 (1472?) zus. mit Johann von Westfalen eine bescheiden ausgestattete Werkstatt, in der bis zum Ende des Jahres 1474 sechs Titel gedr. wurden. Damit wurde Aalst zur ältesten Druckerstadt im heutigen Belgien. Die Geschäftsgemeinschaft der beiden Männer war nur kurz; Johann von Westfalen siedelte na…

Donatus, Aelius

(197 words)

Author(s): S. Corsten
*ca. 310, † 380, Grammatiker, als «grammaticus urbis Romae» für die Jahre 354–363 nachgewiesen. Neben einer «Ars grammatica» in vier Büchern schrieb er Kommentare zu Vergil und Terenz. Es waren aber vor allem seine dialogisch gestalteten grammatischen Lehrbücher, die seinen Namen für mehr als ein Jahrtausend zum Begriff werden ließen. Die ma. «Donate» unterschieden sich wesentlich von der Urfassung und gliederten sich in die «Ars minor» (für Anfänger) und die «Ars major» (für Fortgeschrittene). …

Buchwissenschaft

(383 words)

Author(s): S. Corsten
galt bis weit ins 20. Jh. hinein als wichtiges Teilgebiet der Bibliothekswissenschaft und befaßte sich in erster Linie mit der äußeren Form des Buches (Einband, Papier, Druck, Abbildungen u.ä.) und deren historischer Entwicklung. Auch die Verzeichnung von Büchern (Bibliographie) ist immer als zur B. gehörig angesehen worden. Gerade bei letzterer werden zuerst Bestrebungen erkennbar, den Begriff B. auszuweiten und inhaltliche Aspekte stärker zu berücksich 639 tigen. In diesem Sinne ist es z. B. z…

Aereis figuris impressum

(102 words)

Author(s): S. Corsten
weist in manchen Druckvermerken des 15 . Jh. (z.B. GW 2189 u. 2190) auf das neuartige Verfahren der Buchherstellung (Druck) hin. Eine ähnliche Formulierung findet sich in einem Brief des Guillaurne /' Fichet von 1470171 (GW 3691) an Robert Gaguin. Dort heißt es, dank der Erfindung Gutenbergs würden nicht mehr mit Schreibrohr und Feder, «sed aereis literis libri finguntun> (sondern mit ehernen Buchstaben werden Bücher geschaffen). S. Corsten Bibliography Widmann, H.: Der gegenwärtige Stand der Gutenberg-Forschung. Stuttgart 1972, S. 81 Widmann, H.: Die Übernahme antiker Facha…

Zedler, Gottfried

(265 words)

Author(s): S. Corsten †
* 5. 12. 1860 in Vegesack (Bremen), † Ende Januar 1945 bei Küstrin / Oder, dt. Bibliothekar und Buchhistoriker. Nach philologisch-historischen Studien in Tübingen und Leipzig (Promotion 1885) begann Z. seine berufliche Laufbahn 1887 als Volontär bei der UB Marburg, 1885 wurde er als Kustos bei der LB Wies-baden eingestellt. Hier erhielt er 1905 eine Professur und wurde 1908 zum Oberbibliothekar ernannt, 1929–1933 leitete er vertretungsweise die Bibliothek. Das so vorbildlich erscheinende Beamten…

Krieg, Werner

(162 words)

Author(s): S. Corsten
* 13. 6. 1908 in Halle (Saale), f 17. 1. 1989 in Koln, dt. Bibliothekar. Seit 1947 an der UStB Koln tatig, war K. 1948-1957 der erste Geschaftsfiihrer des 71 Verbandes der Bibl.en des Landes Nordrhein-Westfalen, 1964-1969 dessen Vorsitzender. Als Direktor der UStB Koln (1960 - 1971) leitete er im Nebenamt auch das Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen, dessen hauptamtliche Leitung er 1971 -1973 inne-hatte (seit 1981: Fachhochschule fur Bibl.- und Doku-mentationswesen). Veroff.…

Nebentitel

(116 words)

Author(s): S. Corsten
Die dt. Regelwerke für die alphabetische Katalogisierung bezeichnen Titel, die sich in Wortlaut oder Sprache vom Haupttitel unterscheiden, inhaltlich jedoch identisch sind, als N. Sie können zus. mit dem Haupttitel auf dem Haupttitelbl. stehen, sind häufig aber auch an anderen Stellen des Buches zu finden. Von ihnen sind Verweisungen bzw. eine Nebeneintragung zu machen. Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) schränken den Begriff ein und bezeichnen Titel in anderen Sprachen oder Schriften als Paralleltitel. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu de…

Doppelausgabe

(102 words)

Author(s): S. Corsten
Ein Verleger konnte seine Gründe haben, ein Werk gleichzeitig in verschiedenen Ländern oder an mehreren Orten erscheinen zu lassen. Das war z. B. der Fall, wenn Ausfuhrbeschränkungen, Zoll- oder Zensurbestimmungen den Absatz des Buches behinderten. Nach korrigierten Fahnen oder Aushängebogen der Originalausg. wurde das Buch neu gesetzt. Derartige D.n (zuweilen auch Doppelaufl. genannt) sind also ihrem Wesen nach Doppeldrucke. Sie täuschen jedoch nicht vor, mit der Vorlage identisch zu sein, und …

Ladenhüter

(42 words)

Author(s): S. Corsten
ist ein dem franz. «garde–boutique» nachgebildeter Ausdruck für unverkäufliche Ware, insbes. für im Sortiment liegengebliebene Bücher, der im 17. Jh. aufgekommen ist. S. Corsten Bibliography Kluge, F. / MnzKA, W.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 21. Aufl. Berlin 1975, S. 418.

Pannartz, Arnold

(289 words)

Author(s): S. Corsten
* in Prag, 1476 / 1477 in Rom (?), dt. Buchdrucker in Subiaco und Rom. Zus. mit Konrad Sweynheim begann P. im Benediktinerkloster Sancta Scholastica in Subiaco (in den Sabinerbergen westlich Rom gelegen) zu drucken. Der früheste datierte Druck, eine Werkausg. des Lactantius (H 9806), ist für den 29. 10. 1465 datiert, es dürften aber einige wenige Titel noch früher ersch. sein. 1467 verzogen P. und Sweynheim nach Rom, wo sie im Haus der Brüder Pietro und Francesco de Massimi ihr Unterkommen fande…

Wenig, Otto

(130 words)

Author(s): S. Corsten †
* 30. 4. 1911 in Schönebeck/Elbe, † 23. 4. 1972 in Bonn, Bibliothekar und Buchwissenschaftler. Nach Studium der Theologie, Religionswiss. und Indo-logie an mehreren Univ. promovierte W. 1940 in Halle / Saale mit einem kirchengesch. Thema. Dort begann er 1950 seine Fachausbildung zum wiss. Bibliothekar und übernahm 1956 die Leitung der Bibl. der Dt. Akad. d. Wiss. in (Ost-)Berlin. W. wechselte 1959 an die UB Bonn, wo er die Hss.abteilung neu ordnete und an der Forschungsstelle für Buchwiss. wesen…

Hain, Ludwig

(444 words)

Author(s): S. Corsten
* 5. 7. 1781 in Stargard/Pommern, † 27. 6. 1836 in München, dt. Privatgelehrter und Bibliograph. Nach Studium der klassischen und orientalischen Sprachen in Halle und Aufenthalten in Weimar (1802 bis 1805) und Leipzig (1805–1812) trat H. in die ienste des Brockhaus-Verlages (Altenburg/Thüringen), wo er schließlich zum Hauptredaktor des «Conversationslexikons» aufstieg. Er unterhielt auch Beziehungen zu F. A. Ebert und J. S. Ersch. Aus nicht völlig durchsichtigen Gründen ging H. 1820 nach Wien, w…

Typographus

(81 words)

Author(s): S. Corsten
ist eine aus dem Griech. entlehnte neulat. Bezeichnung für den Buchdrucker, deren früheste Verwendung für 1488 in Mailand festgestellt wurde. Das in der Gelehrtensprache bis heute übliche Wort wurde von etlichen europäischen Sprachen übernommen (dt. «Typograph»). Typographia für Buchdruckerkunst ist zuerst 1510 belegt. S. Corsten Bibliography Widmann, H.: Die Übernahme antiker Fachausdrücke in die Sprache des Frühdrucks. In: Antike und Abendland 20. 1974, S. 179–190 Wolf, L.: Terminologische Untersuchungen zur Einführung des Buchdrucks im franz. Sprachgebiet. …

Herbort, Johann

(220 words)

Author(s): S. Corsten
nannte sich auch Johannes Magnus bzw. Grandis, † 8. 10. 1484 in Venedig, aus Seligenstadt am Main stammender dt. Drucker. Seit 1474 in Padua tätig, wo er am 11. 8. dieses Jahres zum Bevollmächtigten des Typographen Konrad von Paderborn bestellt wurde. H. brachte nur wenige, aber meist sehr umfangreiche medizinische und juristische Werke heraus. Bei der sich lange hinziehenden Drucklegung des «Speculum iudiciale» von G. Duranti (GW 9154) kam es zu Streitigkeiten. Auf Veranlassung der Verlagsges. …

Birckmann, Franz

(204 words)

Author(s): S. Corsten
† 1530 in Köln, stammte aus Hinsbeck am Niederrhein. Seit 1504 ist er als Buchhändler und Verleger nachweisbar. Zus. mit seinem Bruder Arnold († 1541/1542) erwarb er in Köln 1511 das Geschäftshaus «Zur fetten Henne», das der sich bald entwickelnden Buchhandelsstraße « Unterfettenhennen » den Namen gab. B. hatte in Antwerpen und London Niederlassungen und pflegte geschäftliche Beziehungen mit Unternehmen in Paris und Basel. In Köln begründete er 1526 auch eine Druckerei, gleichzeitig nahm er die …

Wirtzburg, Heinrich

(150 words)

Author(s): S. Corsten †
aus Vach bei Fürth stammender dt. Geistlicher und Drucker, der zus. mit Adam Steinschaber am 25. 10. 1479 in Genf ein Kalendarium für das kommende Jh. auf den Markt brachte. Das Buch weist als erster franz. Druck ein Signet (Initialen H. W. in einem Doppelkreis) auf. W. wandte sich kurz darauf nach Rougemont (im heutigen schweizerischen Kanton Waadt), wo er in das zu Cluny gehörende Priorat eintrat. Hier veröff. er eine von ihm ergänzte Ausg. des «Fasciculus temporum» von Werner Rolevinck (HC 6930: 1481). S. Corsten † Bibliography Meyer, W. J.: Die franz. Drucker- und Verlegerzeichen…

Trevi

(94 words)

Author(s): S. Corsten
Stadt in Umbrien. Gefördert durch einen in T. ansässigen Gelehrten druckte der aus Eningen (Diözese Konstanz) stammende Johannes Reinhard hier 1470 / 1471 zwei Werke: «Historia quomodo S. Franciscus petivit indulgentias pro ecclesia S. Mariae de Angelis» (H 7336) und den Kommentar des berühmten Juristen Bartolus de Saxoferrato «Super prima parte Infortiati» (GW 3612). Reinhard verließ die Stadt bald wieder und ist seit 1473 in Rom nachweisbar. S. Corsten Bibliography Valenti, T.: La tipografia di T. e i suoi incunaboli. In: Accademie e Biblioteche 6. 1933, S. 529–548 Geldner Bd. 2,…

Inkunabelpreise

(316 words)

Author(s): S. Corsten
1. Über die Preise der Ink. zur Zeit ihrer Entstehung geben Eintragungen in manchen Ex. («Kaufvermerke») wie auch vereinzelt erhaltene Preislisten, vertragliche Abmachungen und andere zeitgenössische Quellen Auskunft. Die Auswertung dieser Angaben setzt aber Fingerspitzengefühl und gründliche Kenntnisse der komplizierten Währungsverhältnisse voraus. Moderne Inkunabelkat. geben Kaufvermerke meist wörtlich wieder und erschließen damit viel bisher unbekanntes Material. Seit langem schon bekannt sind List…

Teil

(67 words)

Author(s): S. Corsten
kann als Bezeichnung für die bibliographisch-selbständige Einheit eines mehrbändigen Werkes vorkommen und gehört nach den dt. Regeln für die alphabetische Katalogisierung zur Bandangabe, wo sie als Benennung (PI) oder Bandbezeichnung (RAK) vor der Zäh-lung erscheint. In einfachen Fällen kann sie ganz wegfallen, muß jedoch bei parallel verlaufenden Zählungen wie bei mehrstufig gegliederten Werken – ohne Abk. – übernommen werden (RAK-WB § 168, 1). S. Corsten

Pergamentdrucke

(471 words)

Author(s): S. Corsten
Die Erfindung des Buchdrucks hätte das Papier als verhältnismäßig billiger und in ausreichender Kanzleien und Schreibstuben allg. üblich gewesen. Dennoch wurde lange Zeit auch noch auf Pergament gedruckt. In der Anfangszeit des Buchdrucks dürften die P. von dem Bestreben der Typographen Zeugnis ablegen, die neue Kunst als gleichwertig den überkommenen Techniken gegenüber auszuweisen. Von vielen großen Werken der Inkunabelzeit sind daher neben der überwiegenden Zahl von Papierex. auch etliche auf…

Inkunabelforschung

(1,611 words)

Author(s): S. Corsten
1. Allgemeines. Die I. ist auf das gedr. Buch des 15. Jh.s spezialisierte Buchforschung. Die Inkunabel war im Formalen zunächst noch ganz der ma. Buchhs. verpflichtet. Die neuartige Technik brachte dann aber bald einen Entwicklungsprozeß in Gang, der sich z. B. in der Ausmerzung der vielen Abkürzungen und Ligaturen manifestiert und in das uns vertraute Erscheinungsbild des modernen Buches einmündete. Der Übergangscharakter der Ink. rechtfertigt einen eigenen Zweig der Buchwissenschaft, der mit bes…

Gesellschaft für Typenkunde des 15. Jahrhunderts (GfT)

(146 words)

Author(s): S. Corsten
Die GfT wurde 1906 zur Förderung der Inkunabelforschung und der Arbeit am Gesamtkat. der Wiegendrucke gegr., den Vorsitz übernahm der schwed. Bibliothekar I. Collijn (1875–1949). 1907 begannen die «Veröffentlichungen» der GfT zu erscheinen, die auf großformatigen Taf. zusätzlich zu K. Haeblers «Typenrepertorium» Anschauungsmaterial liefern. Bis 1939/1941 erschienen 2460 Taf. in 33 Bänden. Ziel des Unternehmens war, von jeder Druckletter des 15. Jh.s eine Probeseite und ein Typenalphabet in Origi…

Erscheinungsvermerk

(150 words)

Author(s): S. Corsten
Nach den Regelwerken für die Titelaufnahme versteht man unter E. auf dem Titelbl. oder an anderen Stellen des Buches befindliche Angaben über den Erscheinungsort (d.i. Veröffentlichungsort, Sitz des Verlages bzw. ersatzweise der Druckort), den (oder die) Verleger bzw. Drucker und die Zeit des Erscheinens. In der Titelaufnahme wird der E. unabhängig von der Vorlage in fester Formel wiedergegeben. Die Regelwerke sehen darum für die Abwandlung der Vorlagenformen detaillierte Bestimmungen vor. Der B…

Tortis, Baptista de

(116 words)

Author(s): S. Corsten
1481–1536 in Venedig tätiger Druckerverleger, zu dessen ungewöhnlich großer Produktion vor allem Klassikerausg. sowie umfangreiche juristische Handb. gehören. Hochangesehen unter den Fachgenossen wurde er häufig – auch mit falschem Impressum – nachgedruckt. Seine Druckermarke zeigt die Weltkugel, überragt von einem Doppelkreuz, in der oberen Hälfte die Initialen BT. S. Corsten Bibliography Husung, M. J.: Die Drucker- und Verlegerzeichen Italiens im 15. Jh. München 1929 (ND Hildesheim / New York 1970), S. 155–160 Borsa, G.: Clavis typographorum librariorumque Italiae …

Wirffel, Georg

(99 words)

Author(s): S. Corsten †
wurde am 9. 3. 1492 an der Univ. Ingolstadt immatrikuliert und druckte einige Jahre später zus. mit Marx Ayrer einige zur wiss. Gebrauchslit. gehörende Werke: u. a. die «Practica» auf das Jahr 1497 von dem Ingolstädter Astronomen Johannes Angeli (GW 1904) und das juristische Wb. «Flores legum» (GW 10058 = 1497). Der 1469 in Erfurt und 1474 in Ingolstadt immatrikulierte Pedell und Buchbinder desselben Na-mens war allem Anschein nach sein Vater. S. Corsten † Bibliography Schottenloher, K.: Buchgesch. Funde aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In: ZfB 29. 1912, S. 145–159 Geldner …

Rüger, Thomas

(88 words)

Author(s): S. Corsten
wird in zwei volkssprachigen Werken, einem Plenarium vom 1. 12. 1481 und einer volkstümli-chen Lebensgesch. Jesu und seiner Mutter von 1482 (H 6730 und GW 9250) zus. mit dem Augsburger Johann Schönsperger d. Ä. als Drucker erwähnt. Wahrscheinlich ist aber R. eher als Geldgeber anzusehen. Das gilt auch von seiner Witwe, Anna Rüger(in), die 1484 ebenfalls mit Schönsperger zusammenarbeitete. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 1, S. 146–147 Augsburger Buchdruck und Verlagswesen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hrsg. von H. Gier und J. Janota. Augsburg 1997.

Edfu

(122 words)

Author(s): S. Corsten
Kreisstadt in Oberägypten, nördlich von Assuan. In der Antike war der links des Nils gelegene Ort unter dem Namen Apollonopolis Zentrum des Horuskultus. Der aus der Ptolomäerzeit stammende Tempel des Horus (237–147 v. Chr.) gilt als das besterhaltene Gebäude des alten Ägypten. In ihm befindet sich seitlich des ersten großen Saales eine Kammer, die ohnejeden Zweifel als Bibl, angesehen werden darf. 1871 machte der Ägyptologe H. Brugsch (1827–1894) auf sie aufmerksam. In die Wände der Kammer ist e…

Gesamttitel

(115 words)

Author(s): S. Corsten
heißt nach den dt. Regelwerken für die alphabetische Katalogisierung (PI, RAK), der Titel eines mehrbändigen Werkes, dessen einzelne Teile («Stücke») bibliographisch und inhaltlich selbständig und eigene Titel («Stücktitel») haben. Der G. wird der Hauptaufnahme des Gesamtwerkes zugrundegelegt. Der G. kann auf einem eigenen Titelbl., meist neben dem Haupt-titelbl. des Stückes, stehen, er findet sich oft auch zus. mit dem Stücktitel auf demselben Bl. oder an anderen Stellen des Buches. Der Stücktitelaufnahme wird der G. in runden Klammern hinzugefügt. S. Corsten Bibliography F…

Votivbuchstaben

(46 words)

Author(s): S. Corsten
werden in § 2k der Instruktion für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl. (PI) ohne Definition zum Beiwerk gezählt, das bei der Titelaufnahme ohne Kennzeichnung übergangen wird. Es dürften auf wenige Buchstaben reduzierte sakrale Namen gemeint sein wie etwa IHS für Jesus. S. Corsten

Rath, Erich von

(167 words)

Author(s): S. Corsten
* 12. 6. 1881 in Krefeld, 31. 8. 1948 in Bonn, dt. Bibliothekar und Buchforscher. Nach Studium in Heidelberg, Berlin und Bonn wandte sich R. 1906 dem bibliothekarischen Beruf zu und wirkte nach Abschluß der Fachausbildung 1908 — 1917 an der SB Berlin, 1917 — 1921 leitete er die Bibl, des Reichsgerichts in Leipzig und war 1921 — 1942 Direktor der UB Bonn. Daneben war er seit 1911 für den Gesamtkat. der Wiegendrucke (GW) tätig, dessen erste Probedrucke er 1914 vorlegte. Als Nachfolger von Konrad H…

Löslein, Peter

(96 words)

Author(s): S. Corsten
stammte aus Langenzenn bei Nürnberg und war 1476—1478 in Venedig Geschäftspartner von Erhard Ratdolt und Bernhard Maler. Die Gemeinschaft druckte u. a. das «Calendarium» des Johannes Regiomontanus in einer lat. (H. 13 776) und ital. (H 13 789) Fassung. Die Namen der Gesellschafter stehen noch in einem «Breviarium Romanum» von 1478 (GW 5147) und in der «Cosmographia» des Pomponius Mela (H 11016) aus demselben Jahr. L. druckte in Venedig 1483 mit zwei gotischen und einer griech. Schrift zwei Bücher (H 9085 und 9279) auf eigene Rechnung. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 2, S. 72—80.

Selfisch, Samuel

(127 words)

Author(s): S. Corsten
* 1529 in Jena, † 1615 in Wittenberg, Verleger und Buchhändler. S. ließ seit 1554 bei verschiedenen Offizinen in Wittenberg drucken und bemühte sich mit Erfolg um Privilegien für die Herausgabe von Bibeln. 1596 kaufte er die Offizin des Druckers Matthäus Welack von dessen Witwe und führte den Betrieb weiter. Über die Tätigkeit S.s gibt ein «Catalogus oder Verz. der Bücher, welche S. S. verleget und drucken lassen von Anno 1554 biss auffs 1608. Jahr» (Wittenberg: M. Henckel) Auskunft. S. Corsten Bibliography Eichsfeld, E. G.: Relation vom Wittenbergischen Buchdrucker-Jubiläo 174…

Vitali, Bernardino

(68 words)

Author(s): S. Corsten †
1494–1539 in Venedig tätiger Drucker. Er arbeitete zwischendurch kürzere Zeit auch in Rom und Neapel. Am 26. 3. 1495 vollendete er für Hieronymus de Durantibus die «Metaphysik» des Avicenna (GW 3130, Faks. Frankfurt a. M./ New York/Löwen 1961). Gelegentlich arbeitete er auch mit seinem Bruder Matteo zusammen. S. Corsten † Bibliography Borsa, G.: Clavis typographorum librariorumque Italiae 1465 bis 1600.T. 1. Aureliae Aquensis 1980, S. 346.

Folio

(231 words)

Author(s): S. Corsten
(auch: in-folio; abgekürzt: foi., fo, 2o) ist ein Format, bei dem der Papierbogen einmal gefaltet wurde, so daß sich zwei Blätter = vier Seiten ergeben. Dieses sog. «bibliographische Format» gibt keine zuverlässige Auskunft über die Größe des Buches, weil bereits in der Inkunabelzeit mindestens vier Bogengrößen vorauszusetzen sind. Die für die rationelle Aufstellung der Bücher wichtige Höhe kann darum bei F. zwischen ca. 50 cm und ca. 28 cm liegen. Die Unterscheidung von Groß-, Mittel- und Klein-F. hat sich bei der bibliographischen Beschreibung nicht allg. durchg…

Velpius, Renier

(178 words)

Author(s): S. Corsten
* 1510 / 1515 in Diest (belgische Provinz Brabant), † um 1570 in Löwen, Drucker. Nach seiner Lehrzeit bei Servatius Sassen machte sich V. in der südniederländischen Univ.stadt Löwen (Leuven) selbständig. Er erhielt am 29. 1. 1552 eine amtliche Konzession (erneuert am 18. 10. 1570). Neben einer auf eigene Initiative fußenden umfangreichen und vielseitigen Produktion war er auch für die Univ. am Ort und als staatlich beauftragter Drucker tätig (seit 1560). Sein Sohn Rutger (* um 1540,† 1614 / 1615 in Brüssel) erhielt am 24. 10. 1564 die Konzession als Drucker und arb…

Winkeldrucker

(117 words)

Author(s): S. Corsten †
ist eine abwertende Bezeichnung für unbedeutende und wenig seriöse Vertreter der Schwarzen Kunst. Über seine urspr. Bedeutung weist das Bestimmungswort auf den abseitig-geheimen Tätigkeitsort des W.s hin, wie auch bei «Winkeladvokat». Diese Drucker produzierten nicht nur unwichtige Literatur, sie vervielfältigten auch – vor allem in der Reformationszeit – Kampf- und Schmähschriften, die sich gegen politische, religiöse und soziale Zustände der Zeit wendeten (Flugschrift, Pamphlet) und von der Ob…

Manthen, Johann

(122 words)

Author(s): S. Corsten
aus Gerresheim (bei Düsseldorf) stammender dt. Drucker in Venedig. M. arbeitete wohl zunächst in der Werkstatt des Johann von Speyer und seines Bruders Wendelin, denen er allem Anschein nach auch familiär verbunden war, wie u. a. aus seinem Testament vom 22. 8. 1474 geschlossen werden kann. Er übernahm zus. mit Johannes de Colonia 1474 die Offizin der Brüder Speyer. Die Genossen brachten vor allem juristische und theologische Lit. heraus. 1480 gehörte M. zu denjenigen, welche die Ges. «Nicolas Jenson sociique» neubegründeten. S. Corsten Bibliography Haebler, K.: Die dt. Buchdruc…

Kef(f)er, Heinrich

(90 words)

Author(s): S. Corsten
Buchdrucker, wird im Helmaspergerschen Notariatsinstrument (6. 11. 1455) als Diener und Knecht Gutenbergs erwähnt. Es spricht manches dafür, daß er nach 1459 in Bamberg am Druck der Bibel mit 36 Zeilen (B 36) beteiligt war. Als impressoriae artis magister wird er zus. mit Johann Sensenschmidt im Kolophon eines Druckes genannt, der am 8. 4. 1473 in Nürnberg erschienen ist (H 13 015). S. Corsten Bibliography Geldner, F.: Hat H. K. aus Mainz die 36zeilige Bibel gedruckt? In: Gut.–Jb. 1950, S. 100—110 Geldner Bd. 1, S. 48 und 161

Stahel (Chalybs), Konrad

(141 words)

Author(s): S. Corsten
aus Blaubeuren stammender Buchdrucker, wahrscheinlich mit dem am 27. 10. 1473 bei der Univ. Ingolstadt immatrikulierten «Conradus de Plabewrn» identisch. Als Gesellschafter von Benedikt Mayr in Passau war S. 1482 am Druck von drei Werken beteiligt. Dann wandte er sich nach Venedig, wo er mit zwei Gesellschaftern ein Brevier für das Bistum Olmütz (Mähren) (GW 5414) druckte. Für dieses Bistum arbeitete S. auch, nachdem er zus. mit Matthias Preinlein aus Ulm in Brünnden Buchdruck heimisch gemacht h…

Inkunabelkonkordanz

(79 words)

Author(s): S. Corsten
Inkunabeln sollten grundsätzlich mit den Nummern der den Gesamtbestand erfassenden Bibliographien (H, C, R und GW) zitiert werden. Um eine sichere Querverbindung von Kat. einzelner Slg., Länderverz. (Census) usw. zu diesen zu gewährleisten, werden den letzteren I.en beigegeben. Sie verweisen von den H(usw.)-Nummern auf die Nummer des jeweiligen Verz. Der GW hat in den ersten sieben Bdn. nur ein «Verz. der angeführten H-Nummern», seit Bd. 8 werden auch die wichtigsten übrigen Bibliographien in Konkordanzen erfaßt. S. Corsten

Siberch (Lair von Siegburg), John (Johann)

(194 words)

Author(s): S. Corsten
* 1476 in Sieglar, † vor 28. 9. 1554 in Siegburg, dt. Buchhändler, Drucker und Buchbinder. Nach Studium an der Univ. Köln (Immatrikulation vom 6. 12. 1492) war S. für seinen Schwager Franz Birckmann als Buchführer tätig. Dann machte er sich selbständig und ließ 1520 bei dem Kölner Drucker Eucharius Cervicornus die «Introductiones in rudimenta graeca» des Richard Croke drucken. Dieser war in Cambridge Professor für Griech. und scheint S. zur Niederlassung in der engl. Stadt veranlaßt zu haben. In…

Mallinckrodt, Bernhard von

(163 words)

Author(s): S. Corsten
* 29. 11. 1591 in Ahlen (Westfalen), 7. 3. 1664 Burg Ottenstein (Westfalen), Domdechant von Münster (1625 — 1664). Der gelehrte Jurist trat 1616 in Köln zum Katholizismus über und gehörte seit 1622 dem Domstift von Münster an. Seine polyhistorischen Interessen fanden ihren Niederschlag in einer Privatbibi, mit mehr als 5 Tsd. Titeln, darunter zahlreichen Inkunabeln. Anläßlich der Zweihundertjahrfeier der Erfindung des Buchdrucks (Gutenbergfeiern) veröffentlichte M. 1640 in Köln «De ortu et progr…

Wattenbach, Wilhelm

(208 words)

Author(s): S. Corsten †
* 22. 9. 1819 in Ranzau (Holstein), † 20. 9. 1897 in Frankfurt am Main, dt. Historiker und Archivar. Nach Abschluß philologischer und historischer Studien arbeitete W. seit 1843 im Rahmen der «Monumenta Germaniae Historica» (MGH) an Quellenveröff. mit, wurde 1854 Provinzialarchivar in Breslau und folgte 1862 einem Ruf auf den Lehrstuhl für Gesch. des MA an der Univ. Heidelberg. 1873–1888 nahm er bei den MGH leitende Funktionen wahr. W. hat der Paläographie durch Lehre und Veröff. den ihr zustehe…

Titel in gemischter Form

(71 words)

Author(s): S. Corsten
nennen die Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl. (PI) in § 206 Sachtitel, die von einem Titel in gewöhnlicher Form, d. h. aus Substantiven und ihren Erweiterungen bestehend, in einen Satztitel übergehen. Jeder Teil wird nach den für ihn vorgesehenen Regeln für die Ordnung herangezogen: 1Mais und 2wo 3er 4wächst. Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) benötigen den Begriff nicht mehr. S. Corsten

Stücktitel

(87 words)

Author(s): S. Corsten
nennen die dt. Regelwerke für die alphabetische Katalogisierung die Haupttitel von (i. d. R.) gezählten, bibliographisch und inhaltlich selbständigen Einzelwerken, die durch einen Gesamttitel zu einem mehrbändigen Werk vereint werden. Der S. erhält eine S.aufnahme, bei der in runder Klammer unter /hinter der Aufnahme der Gesamttitel angeführt wird. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl.en. 3. Aufl. Wiesbaden 1962 (u. ö.), S. 110–113 Haller, K. / Popst, H.: Katalogisierung nach den RAK-WB. 5. Au…

Zell, Ulrich

(404 words)

Author(s): S. Corsten †
aus Hanau am Main, † nach 31. 8. 1507 in Köln, Druckerverleger. Für 1453 wird er in der Univ.matrikel von Erfurt erwähnt. In Köln wurde er in den 1460er heimisch, wie aus der dortigen Matrikel unter dem 17. 6. 1464 hervorgeht. Er war Erstdrucker der Stadt und brachte «Liber Johannis Crysostomi super psalmo quinquagesimo» als Erstdruck heraus (1466 =H 5032, Faks.-Ausg. Köln 1896). Z. produzierte zunächst über Jahre hinweg nur wenig umfangreiche Quartos und kam damit den Wüschen der Geistlichkeit …

Waldvogel (Waldfoghel), Prokop

(186 words)

Author(s): S. Corsten †
1444–1446 in Avignon tätiger Silberschmied, der als Hussit aus Prag emigriert war. W. erteilte gegen Honorar verschiedenen Personen Unterricht in einem Verfahren «artificialiter scribendi» und verfügte dafür u. a. über Alphabete und Formen aus Stahl und Zinn sowie eine Spindel. Die Lehrverträge wurden vor einem Notar abgeschlossen, und die Schüler mußten sich zu strikter Geheimhaltung verpflichten. Die Parallelitäten zu Gutenbergs Straßburger Tätigkeit liegen auf der Hand und haben eine Fülle vo…

Turner, Heinrich

(98 words)

Author(s): S. Corsten
† Frühsommer 1477 in Toulouse, aus Basel stammender Drucker. T. wurde 1460 an der Univ. Basel immatrikuliert. Er arbeitete als Drucker, wie aus Aktenfunden hervorgeht, und mußte die Stadt 1475 wegen seiner Schulden verlassen. Er wandte sich nach Toulouse, wo er vor allem juristische Werke druckte. Bald ging er mit dem aus Heidelberg stammenden Kunstgenossen Johann a Parix eine Geschäftsverbindung ein. Dieser druckte nach T.s Tod mit dessen Material, einer gotischen Type, eine Zeit lang weiter. T…

Viotto

(152 words)

Author(s): S. Corsten †
Buchdruckerfamilie in Parma. Antonio V. (1508 bis 1544 tätig) verlegte u. a. Werke des ital. Renaissance-Dichters Graf Baldassare Castiglione (1478–1529) mit den Erscheinungsjahren 1530 und 1532. Er druckte auch Gedichte von Gräfin Vittoria Colonna (1492–1547)im Jahr 1538. Set Viotto, Neffe des Antonio, wirkte 1534 bis 1579; dessen Sohn Erasmus führte das Unternehmen bis 1611 weiter. Dieser brachte 1581 u.a. eine Ausg. von «La Gerusalemme liberta» des Torquato Tasso (1544–1595) heraus. Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc. Holzschnitt nach einer Zeichnung von V.: Notre…

Ratinck de Berka, Amplonius

(342 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1365 in Rheinberg (Niederrhein), um Ostern (17. 4.) 1435 in Köln, Mediziner und Bibliophile. Nach Studium in Prag (1387 Magister artium), Köln (1391) und Erfurt (1392 Doctor medicinae; 1394 Rektor der Univ.) lehrte er 1399 — 1435 als Professor der Medizin in Köln. Seit 1401 wirkte er als Hofarzt bei Erzbischof Friedrich von Saarwerden und gelangte in den Besitz von Pfründen an der Domkirche in Köln (1415) und dem St. Viktorstift in Mainz (1417 bis 1423 Dechant). R. sammelte in großem Stil H…

Registrum

(293 words)

Author(s): S. Corsten
kann in Ink. und Frühdrucken die inhaltliche Erschließung (Inhaltsverz., tabula im Sinne von Register) bezeichnen. Daneben kommt dem Wort eine bes. buchtechnische Bedeutung zu. Das R. war ein für den Käufer oder den Buchbinder bestimmtes Hilfsmittel, die richtige Reihenfolge der Lagen und ihre Vollständigkeit zu überprüfen. Es kommt vor allem in ital. Drucken des 15. Jh.s vor und hat hier die unterschiedlichsten Benennungen: R. quinternionum (quaternorum) oder auch R. foliorum bzw. chartarum u. a. m. Mannigfal…

Schurener, Johannes

(122 words)

Author(s): S. Corsten
1474–1478 in Rom wirkender dt. Druckerverleger. Der aus Boppard am Rhein stammende S. arbeitete zunächst mit Johannes Nicolai Hanheymer aus Oppenheim zus.; die Genossen brachten am 25. 11. 1474 ein «Formularium instrumentorum», d. i. eine später immer wieder gedr. Formularslg. des kanonischen Rechts, heraus (GW 10 197). Alsbald folgte die «Historia Bohemica» des Aeneas Silvius (H 255, 14. 7. 1475). Das Verlagsprogramm S.s zeichnete sich durch Reichhaltigkeit und Originalität aus. Als Erstdruck k…

Buchstabe

(104 words)

Author(s): S. Corsten
Als B. bezeichneten die germanischen Sprachen (ausgenommen das Gotische) das Einzelzeichen der lat. Schrift (littera). In der Runenschrift, die vorwiegend auf Holz, Stein oder Metall geschrieben wurde, hieß das einzelne Zeichen (Runen-) Stab, wofür es Belege im Altnordischen, Angelsächsischen und im Altsächsischen gibt. Der B. ist also das im Buch, d. h. in dem durch die christliche Mission zu den Germanen gekommenen Codex, verwendete Zeichen. Durch das Aussterben der Runenschrift wurde der B. s…

Limburg, Johann

(129 words)

Author(s): S. Corsten
aus Aachen stammender Erstdrucker von Munster in Westfalen, 1485 — 1488 nachweisbar. L. scheint auf keinen grünen Zweig gekommen zu sein. Er besaß nur zwei Text– und eine Auszeichnungsschrift und druckte überwiegend Kleinschrifttum. Sein bedeutendstes Werk ist das «Breviarium Monasteriense» (GW 5403), das allem Anschein nach 1488 vollendet wurde. L. blieb der einzige Drucker in Münster wahrend des 15. Jh.s. S. Corsten Bibliography Droz, E.: Die «Regule Remigü», eine unbekannte münsterische Ink. aus dem Jahre 1486. In: Ex officina literaria. Beiträge zur Gesc…

Esel

(57 words)

Author(s): S. Corsten
hieß in der alten Buchdruckersprache ein länglicher Klotz, mit dem man dem Papierstapel an der Presse die erforderliche Höhe gab, um das Ausstreichen und Wegnehmen der Bogen zu erleichtern. Das geschah, indem man den E. auf die Längs- bzw. die Breitseite stellte. S. Corsten Bibliography Neuburger, H.: Encyklopadie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND 1984), S. 63.

Koberger, Anton

(412 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1440/1445 in Nürnberg(?), † 3. 10. 1513 cbd., Buchhändler und Druckerverlcger. K. wurde reich vor allem durch seinen ausgedehnten und wohlorganisierten Buchhandel, für den er ein dichtes Netz von Agenturen schuf, das von den Niederlanden bis nach Polen, von Norddeutschland bis nach Oberitalien und Ungarn reichte. Er verstand es, die Produktion ital. Pressen über sein Unternehmen laufen zu lassen und den Handel damit für die Länder nördlich der Alpen an sich zu ziehen. Seit 1470 wohnte er in…

Wirsung, Max

(42 words)

Author(s): S. Corsten †
war ein begüterter Augsburger Kauf-mann. Er verband sich 1518 mit dem dortigen Stadtarzt und Apotheker Sigmund Grimm und betrieb eine Druckerei. Er schied aber schon im Frühjahr 1522 aus dem emeinschaftsunternehmen wieder aus. S. Corsten † Bibliography Benzing S. 16.
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