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Your search for 'dc_creator:( "S. Corsten" ) OR dc_contributor:( "S. Corsten" )' returned 509 results. Modify search

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Mevissen, Gustav von

(153 words)

Author(s): S. Corsten
20. 5. 1815 in Dülken, 13. 8. 1899 in Godesberg, Kölner Großindustrieller und Politiker. M. war nicht nur eine herausragende Persönlichkeit des rheinischen Wirtschaftslebens, er forderte auch wirkungsvoll Bildung und Wissenschaft. Seine Denkschrift «Über die Gründung einer Handelshochschule in Köln» von 1879 wurde 1901 realisiert. Er sammelte auch Bücher und schenkte 1885 zahlreiche Ink. und alte Drucke der StB Köln. In den folgenden Jahren erhielt diese von M. große Bestände an Lit. zur Wirtschafts–, Sozial– und Technikgesch.; nach seinem Tode beschenkte die Familie di…

Schorbach, Karl

(174 words)

Author(s): S. Corsten
* 3. 10. 1851 in Kassel, † 11. 3. 1939 in Baden-Baden, dt. Bibliothekar und Inkunabelforscher. Nach geisteswiss. Studien an den Univ. Leipzig, Berlin und Straßburg wirkte S. seit dem 1. 4. 1887 an der UB Straßburg. Er verwaltete hier u. a. die Hss.- und Ink.-Bestände. 1911 erhielt er den Titel Professor. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 mußte er Straßburg verlassen und schied aus dem aktiven Dienst aus. Von seinen zahlreichen Veröff. zur Frühgesch. des Buchdrucks sind zu nennen: Zu der im…

Marchand (Marchant, Mercator), Guy

(170 words)

Author(s): S. Corsten
1483 – 1506 tätiger ffanz. Drucker, der in Paris unter wechselnden Adressen sein Unternehmen betrieb. Er druckte u.a. viele volkstümliche Werke, darunter von 1485 — 1492 sechs Ausg. eines «Danse macabre» mit Holzschnitten (GW 7943 — 7945, 7947, 7950, 7957) und das weitverbreitete Hausbuch «Calendrier des bergers», das er seit 1491 in mehreren Ausg. und mit zahlreichen Holzschnitten ausgestattet herausbrachte (GW 5906 — 5907, 5909 — 5911, 5914 — 5915). Als Verleger dieses Buches wird z.T. Jean Pe…

Getrennte Zählung

(119 words)

Author(s): S. Corsten
heißt die Paginierung eines Buches, wenn einzelne seiner Teile eine eigene Seitenzählung besitzen (z. B. Vorwort, Nachwort, Register). Hat ein zu katalogisierendes Buch mehr als drei Seiten- oder Blattzählungen, werden diese nach den meisten Regelwerken für die Katalogisierung nicht mehr einzeln in der Umfangsangabe aufgeführt. Statt dessen wird die Formel «Getr. Zählung» (so die RAK und die nach den Vorschlägen von H. Fuchs modifizierten PI) eingesetzt. Die Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl.en (PI) sahen dafür urspr. «Getr. Pag.(inierung)» vor. S…

Richolff d.Ä., Georg

(165 words)

Author(s): S. Corsten
1516 in Lübeck, dt. Drucker. R. arbeitete 1499 noch als Geselle bei Lucas Brandis und machte sich 1500 in Lübeck selbständig. Er druckte Schulbücher und Erbauungsschriften. Erwähnenswert ist die Lobpreisung des Rosenkranzgebets von Alanus de Rupe (VD 16 Nr. A 1232), das der schwedische Reichsverweser Sten Sture d.J. 1506 in Auftrag gegeben hatte. R. verzog nach Münster, Westfalen, wo er zus. mit Laurenz Bornemann acht Titel druckte. Diese Zusammenarbeit endete in einem Rechtsstreit, den das Lübe…

Symmen, Henric van

(123 words)

Author(s): S. Corsten
gen. Lettersteker, arbeitete An-fang der 1490er Jahre in Antwerpen als Letterschneider für den rührigen Drucker Gheraert Leeu, der 1489 seinem Betrieb eine neue Ausrichtung gab und seine Typenbestände wesentlich vergrößerte. S. werden drei Schriften zugeschrieben, deren Kleinbuchstaben von unterschiedlichem Charakter sind, jedoch mit einheitlichen Großbuchstaben kombiniert wurden. Als S. nicht mehr für Leeu tätig sein wollte, kam es Ende 1492 zum Streit, der für den Drucker tödlich endete. Umstritten ist, ob H. S. mit Hendrik Pieterszoon Lettersnijder identisch ist. S. Cor…

Wanderdrucker

(242 words)

Author(s): S. Corsten †
Aus Druckvermerken und anderen zeitgenössischen Quellen geht hervor, daß manche Drukker des 15. und 16. Jh.s den Ort ihrer Tätigkeit häufig gewechselt haben. Angesichts der umfangreichen und sperrigen Apparatur des Buchdrucks müssen diese W. mit großen technischen Problemen und beträchtlichen Risiken gekämpft haben. Manche dieser wandernden Typo-graphen haben auffallend viele umfangreiche und spezielle Bücher hergestellt, die ein ortsfremder und mit der Materie nicht vertrauter Techniker kaum vo…

Punkturen

(160 words)

Author(s): S. Corsten
Die Einstiche der Stifte, mit denen in den Frühzeiten des Buchdrucks der Papierbogen am Dekkel der Druckpresse festgehalten wurde, werden als P. bezeichnet. Sie ermöglichten das Registerhalten, d. h. die Deckungsgleichheit von Schön- und Widerdruck, indem beim Bedrucken der Bogenrückseite das Papier mit Hilfe der Einstiche in eine identische Position gebracht wurde. Anfangs hielten die Drucker sechs bis acht P. für erforderlich, sie wurden auf den Rändern, den Außenstegen, angebracht. Hier kann …

Bildertitel

(86 words)

Author(s): S. Corsten
Ein B. liegt vor, wenn der größere Teil des Titelblattes von einer bildlichen Darstellung eingenommen wird, in welche die Angaben über Verf., Sachtitel des Buches usw. eingefügt sind. Wurde das Titelblatt in Kupfer gestochen, spricht man von einem Kupfertitel. Häufig ist daneben auch noch ein typographisch gesetztes Titelblatt mit i. d. R. ausführlicheren Angaben vorhanden; dann wird der B. zum Nebentitel. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der Preußischen Bibl.en. 3. Aufl. Wiesbaden 1962 (u. ö.), S. 21.

Bibliotheksausschuß der DFG

(155 words)

Author(s): S. Corsten
Zu den fünf vom Hauptausschuß der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) berufenen Beratungsorganen gehört der B., dem 14 Mitglieder (fünf Vertreter der Wissenschaft, acht leitende Bibliothekare, ein Vertreter des Dokumentationswesens) angehören. Er berät die DFG bei allen die Förderung des wiss. Bibl, wesens betreffenden Fragen und macht Vorschläge für die Vergabe der zu diesem Zweck vorgesehenen Mittel (1986: 20,4 Mio. DM). Mit Denkschriften und Empfehlungen wendet er sich auch an die Öffentli…

Runde Klammern

(135 words)

Author(s): S. Corsten
( ), die im normalen Textsatz meist Erläuterungen oder Einschübe einschließen, haben in der Titelaufnahme bes. Funktionen. Nach den Instruktionen für die alphabetische Katalogisierung der preußischen Bibl.en (PI) werden die für eine sachgerechte Titelaufnahme nötigen Ergänzungen insoweit rund geklammert, als sie aus dem Buch selbst entnommen wurden. Auch der unter der Stücktitelaufnahme angefügte Gesamttitel wird in R. gesetzt. Das verlangen auch die Regeln für die alphabetische Katalogisierung …

Ordnungshilfe (OH)

(93 words)

Author(s): S. Corsten
Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) verstehen unter OH Zusätze, die zur Unterscheidung und Feinordnung von gleichlautenden Ordnungsgruppen dienen (§ 807). Solche Zusätze sind z.B. Titel, Länderangabe und Zählung bei regierenden Fürsten, Sprachbezeichnungen bei Übers, und Ortsund Länderangaben bei Körperschaften. OH werden in spitzen Klammern () gesetzt. S. Corsten Bibliography Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK). Bd. 1: Regeln für wiss. Bibl.en. Wiesbaden 1983 Haller, K. / Popst, H.: Katalogisierung nach den RAK — WB. 5. Aufl. Mü…

Zierikzee, Cornelius von

(163 words)

Author(s): S. Corsten †
um 1500 in Köln als Drucker tätig, Stadtschreiber in Middelburg (niederl. Insel Walcheren). Zu einem nicht genauer festzulegenden Zeitpunkt übernahm Z. von Johann Guldenschaff die Aufgabe des Kölner Univ.druckers. Als solcher war er Funktionär («suppositus») der Univ. und wirkte im Haus der Artistenfalkultät in der Stolkgasse («apud conventum praedicatorum»). Er verfügte über sechs Textschriften und umfangreiches Gerät für den Buchschmuck. Sein Verlagsprogramm ist von auffallender Vielseitigkeit, er verwertete auch Restaufl . anderer Firmen zu seinem Nutzen. Zierlinien.…

Abkürzungen im Frühdruck

(180 words)

Author(s): S. Corsten
Die Frühdrucker haben zusammen mit anderen mittelalterlichen Schreibgewohnheiten (Ligaturen, Doppelformen von Buchstaben u.a.m.) auch die Abkürzungen zunächst übernommen. Sie müssen aber bald gemerkt haben, daß die Ersparnisse in bezug auf den Buchumfang und die sonstigen Vorteile für den Satz den zusätzlichen Aufwand für das Schneiden der Stempel und den Typenguß nicht rechtfertigten. So kam es bald zu Vereinfachungen, die aber fälschliche Anwendung von A. auf die Dauer nicht verhindert haben. …

Quart

(154 words)

Author(s): S. Corsten
(Abk.: 4°) ist ein Buchformat, bei dem der Bogen zwei Mal gefalzt wurde und vier Bl. (= 8 S.) ergab. Die Zahl der zu einer Q.–Lage zusammengelegten Bogen war zunächst willkürlich. Im Laufe der Inkunabelzeit bildete sich dann die Gewohnheit aus, diese aus zwei Bogen zu bilden. Besteht eine Q.–Lage nur aus einem einzigen Bogen, hat also nur 4 Bl., dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Druck der Zeit nach 1500. Beim «bibliographischen», d. h. echten Q., verlaufen die Abdrücke …

Ten Raem, Gerhard

(101 words)

Author(s): S. Corsten
† 1493 / 1494 in Köln, Handels-herr und Akzisemeister in Köln. Sein Name erscheint nur ein einziges Mal in einem Kölner Druck vom 20. 10. 1478 (GW 1818). Vier weitere ungefähr gleichzeitige Werke sind ihm aufgrund des Typenvergleichs zugeschrieben worden. Die Umstände sprechen aber dafür, daß er nicht selbst eine Werkstatt besessen, sondern einen Lohndrucker beauftragt hat. S. Corsten Bibliography Voulliéme, E.: Der Buchdruck Kölns bis zum Ende des 15. Jh.s. Bonn 1903 (ND Düsseldorf 1979), S. xlii–xliii und cxvi Cor-sten, S.: Die Anfänge des Kölner Buchdrucks. Köln 1955, S. 49 bis 50 Ge…

Juchhoff, Rudolf

(254 words)

Author(s): S. Corsten
* 21. 3. 1894 in Lüdenscheid, 2. 8. 1968 in Köln, dt. Bibliothekar und Inkunabelforscher. J. beendete sein Studium der Germanistik und Romanistik 1921 mit Staatsexamen und Promotion, in demselben Jahr trat er als Volontär bei der UB Bonn ein. Noch vor Beendigung seiner bibliothekarischen Fachausbildung wurde er 1922 an die Redaktion des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke (GW) bei der SB Berlin berufen, 1925—1945 war er Mitglied der Kommission für den GW. 1928 übernahm er die Leitung des Preußischen…

Kommission für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke

(107 words)

Author(s): S. Corsten
gegr. 1904 zur Vorbereitung und Durchführung der Arbeiten am Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW). Ihr gehörte eine wechselnde Zahl von Fachleuten an (1933: 14, davon drei Ausländer; 1942: zehn, davon zwei Ausländer). Vorsitzende waren K. Haebler (1906 bis 1920) und E. von Rath (1920 — 1945). Die Preußidenten sche SB zu Berlin stellte eine Geschäftsstelle zur Verfü- gung, die in ihren Räumen untergebracht war und aus drei Bibliothekaren des höheren Dienstes und ebenso vie- len Diplombibliothekaren bestand. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hörte die Kommission zu bestehen auf. S.…

Lichtenstein(de Levi Lapide), Hermann

(230 words)

Author(s): S. Corsten
†Sommer 1494 in Venedig, aus Köln stammender ital. Drucker. L. lernte die Schwarze Kunst in Venedig und arbeitete 1475—1480 als Lohndrücker für finanzstarke Auftraggeber in Vicenza. Dort erschien als erster Druck aus seiner Presse die «Cosmographia» des antiken Geographen Ptolemaeus (H 13536). Humanistische Kreise scheinen L. für kurze Zeit nach Treviso geholt zu haben, wo eine Ausg. der weit verbreiteten «Orthographia» des Johannes Tor-tellius (H 15565) und einige Klassikertexte ersch. sind. An…

Cruse, Ludwig

(257 words)

Author(s): S. Corsten
(franz. Namensform: Louis Garbin oder Guerbin), Drucker in Genf, ist dort nachgewiesen für die Jahre 1479 – 1495. Der erste datierte Druck ist ein Brevier für das Bistum Genf (GW 5345). Es folgten zahlreiche theologische Werke in lat. Sprache. Das Verlags-programm erhält jedoch durch zahlreiche Titel für ungelehrte Leser seine bes. Note. In diesem Zusammenhang ist ein lat.-franz. «Vocabularius» (GW 6229) zu erwähnen. Der letzte datierte Druck ist ein «Fasciculus tem-porum» in franz. Sprache (H 6…

Oberrheinische Bastarda

(163 words)

Author(s): S. Corsten
In elsässischen Schreibstuben, u.a. auch in der des Diebolt Lauber, erhielt die Bastarda wahrend des 15. Jh.s einen steilen, in die Breite gezogenen Duktus. Charakteristisch sind auch die Schlingen der Oberlängen bei b, d, h und 1. Seit den 1480er Jahren wurde die Schrift auch von west– und südwestdt. Druckern verwendet; so von dem Kölner Ludwig Renchen (Seelentrost von 1484 C 5340)und Peter Schöffer in Mainz (Hortus sanitatis vom 28. 3. 1485 H 8944). Im Druck ist das Schriftbild größer als in d…

Winters von Homburg, Konrad

(131 words)

Author(s): S. Corsten †
1438–1482 in Köln nachweisbar, aus Homburg (Grafschaft Moers) am Niederrhein stammend. W. dürfte mit dem im Kölner Bürgeraufnahmebuch unter dem 25. 6. 1438 verzeichneten «Coynraet van Hoymburg» identisch sein. Seit Anfang der 1470er Jahre ist er als «Librarius» der Univ. wahrscheinlich, er handelte mit Büchern und druckte neben lat. Bibeln und Meßbüchern auch für den akademischen Lehrbetrieb benötigte Texte. Dazu verwendete er allem Anschein nach zunächst die unfirmierte Schrift des «Druckers de…

Martens, Dirk

(270 words)

Author(s): S. Corsten
(Theodoricus Martinus)* 1446 / 1447 in Aalst (Flandern), 28. 5. 1534 ebd., niederl. Humanist, Buchhändler und Druckerverleger. Nach einer Lehrzeit in Italien begründete M. in seiner Vaterstadt Aalst 1473 (1472?) zus. mit Johann von Westfalen eine bescheiden ausgestattete Werkstatt, in der bis zum Ende des Jahres 1474 sechs Titel gedr. wurden. Damit wurde Aalst zur ältesten Druckerstadt im heutigen Belgien. Die Geschäftsgemeinschaft der beiden Männer war nur kurz; Johann von Westfalen siedelte na…

Donatus, Aelius

(197 words)

Author(s): S. Corsten
*ca. 310, † 380, Grammatiker, als «grammaticus urbis Romae» für die Jahre 354–363 nachgewiesen. Neben einer «Ars grammatica» in vier Büchern schrieb er Kommentare zu Vergil und Terenz. Es waren aber vor allem seine dialogisch gestalteten grammatischen Lehrbücher, die seinen Namen für mehr als ein Jahrtausend zum Begriff werden ließen. Die ma. «Donate» unterschieden sich wesentlich von der Urfassung und gliederten sich in die «Ars minor» (für Anfänger) und die «Ars major» (für Fortgeschrittene). …

Buchwissenschaft

(383 words)

Author(s): S. Corsten
galt bis weit ins 20. Jh. hinein als wichtiges Teilgebiet der Bibliothekswissenschaft und befaßte sich in erster Linie mit der äußeren Form des Buches (Einband, Papier, Druck, Abbildungen u.ä.) und deren historischer Entwicklung. Auch die Verzeichnung von Büchern (Bibliographie) ist immer als zur B. gehörig angesehen worden. Gerade bei letzterer werden zuerst Bestrebungen erkennbar, den Begriff B. auszuweiten und inhaltliche Aspekte stärker zu berücksich 639 tigen. In diesem Sinne ist es z. B. z…

Aereis figuris impressum

(102 words)

Author(s): S. Corsten
weist in manchen Druckvermerken des 15 . Jh. (z.B. GW 2189 u. 2190) auf das neuartige Verfahren der Buchherstellung (Druck) hin. Eine ähnliche Formulierung findet sich in einem Brief des Guillaurne /' Fichet von 1470171 (GW 3691) an Robert Gaguin. Dort heißt es, dank der Erfindung Gutenbergs würden nicht mehr mit Schreibrohr und Feder, «sed aereis literis libri finguntun> (sondern mit ehernen Buchstaben werden Bücher geschaffen). S. Corsten Bibliography Widmann, H.: Der gegenwärtige Stand der Gutenberg-Forschung. Stuttgart 1972, S. 81 Widmann, H.: Die Übernahme antiker Facha…

Zedler, Gottfried

(265 words)

Author(s): S. Corsten †
* 5. 12. 1860 in Vegesack (Bremen), † Ende Januar 1945 bei Küstrin / Oder, dt. Bibliothekar und Buchhistoriker. Nach philologisch-historischen Studien in Tübingen und Leipzig (Promotion 1885) begann Z. seine berufliche Laufbahn 1887 als Volontär bei der UB Marburg, 1885 wurde er als Kustos bei der LB Wies-baden eingestellt. Hier erhielt er 1905 eine Professur und wurde 1908 zum Oberbibliothekar ernannt, 1929–1933 leitete er vertretungsweise die Bibliothek. Das so vorbildlich erscheinende Beamten…

Krieg, Werner

(162 words)

Author(s): S. Corsten
* 13. 6. 1908 in Halle (Saale), f 17. 1. 1989 in Koln, dt. Bibliothekar. Seit 1947 an der UStB Koln tatig, war K. 1948-1957 der erste Geschaftsfiihrer des 71 Verbandes der Bibl.en des Landes Nordrhein-Westfalen, 1964-1969 dessen Vorsitzender. Als Direktor der UStB Koln (1960 - 1971) leitete er im Nebenamt auch das Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen, dessen hauptamtliche Leitung er 1971 -1973 inne-hatte (seit 1981: Fachhochschule fur Bibl.- und Doku-mentationswesen). Veroff.…

Nebentitel

(116 words)

Author(s): S. Corsten
Die dt. Regelwerke für die alphabetische Katalogisierung bezeichnen Titel, die sich in Wortlaut oder Sprache vom Haupttitel unterscheiden, inhaltlich jedoch identisch sind, als N. Sie können zus. mit dem Haupttitel auf dem Haupttitelbl. stehen, sind häufig aber auch an anderen Stellen des Buches zu finden. Von ihnen sind Verweisungen bzw. eine Nebeneintragung zu machen. Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) schränken den Begriff ein und bezeichnen Titel in anderen Sprachen oder Schriften als Paralleltitel. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu de…

Doppelausgabe

(102 words)

Author(s): S. Corsten
Ein Verleger konnte seine Gründe haben, ein Werk gleichzeitig in verschiedenen Ländern oder an mehreren Orten erscheinen zu lassen. Das war z. B. der Fall, wenn Ausfuhrbeschränkungen, Zoll- oder Zensurbestimmungen den Absatz des Buches behinderten. Nach korrigierten Fahnen oder Aushängebogen der Originalausg. wurde das Buch neu gesetzt. Derartige D.n (zuweilen auch Doppelaufl. genannt) sind also ihrem Wesen nach Doppeldrucke. Sie täuschen jedoch nicht vor, mit der Vorlage identisch zu sein, und …

Ladenhüter

(42 words)

Author(s): S. Corsten
ist ein dem franz. «garde–boutique» nachgebildeter Ausdruck für unverkäufliche Ware, insbes. für im Sortiment liegengebliebene Bücher, der im 17. Jh. aufgekommen ist. S. Corsten Bibliography Kluge, F. / MnzKA, W.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 21. Aufl. Berlin 1975, S. 418.

Pannartz, Arnold

(289 words)

Author(s): S. Corsten
* in Prag, 1476 / 1477 in Rom (?), dt. Buchdrucker in Subiaco und Rom. Zus. mit Konrad Sweynheim begann P. im Benediktinerkloster Sancta Scholastica in Subiaco (in den Sabinerbergen westlich Rom gelegen) zu drucken. Der früheste datierte Druck, eine Werkausg. des Lactantius (H 9806), ist für den 29. 10. 1465 datiert, es dürften aber einige wenige Titel noch früher ersch. sein. 1467 verzogen P. und Sweynheim nach Rom, wo sie im Haus der Brüder Pietro und Francesco de Massimi ihr Unterkommen fande…

Wenig, Otto

(130 words)

Author(s): S. Corsten †
* 30. 4. 1911 in Schönebeck/Elbe, † 23. 4. 1972 in Bonn, Bibliothekar und Buchwissenschaftler. Nach Studium der Theologie, Religionswiss. und Indo-logie an mehreren Univ. promovierte W. 1940 in Halle / Saale mit einem kirchengesch. Thema. Dort begann er 1950 seine Fachausbildung zum wiss. Bibliothekar und übernahm 1956 die Leitung der Bibl. der Dt. Akad. d. Wiss. in (Ost-)Berlin. W. wechselte 1959 an die UB Bonn, wo er die Hss.abteilung neu ordnete und an der Forschungsstelle für Buchwiss. wesen…

Hain, Ludwig

(444 words)

Author(s): S. Corsten
* 5. 7. 1781 in Stargard/Pommern, † 27. 6. 1836 in München, dt. Privatgelehrter und Bibliograph. Nach Studium der klassischen und orientalischen Sprachen in Halle und Aufenthalten in Weimar (1802 bis 1805) und Leipzig (1805–1812) trat H. in die ienste des Brockhaus-Verlages (Altenburg/Thüringen), wo er schließlich zum Hauptredaktor des «Conversationslexikons» aufstieg. Er unterhielt auch Beziehungen zu F. A. Ebert und J. S. Ersch. Aus nicht völlig durchsichtigen Gründen ging H. 1820 nach Wien, w…

Typographus

(81 words)

Author(s): S. Corsten
ist eine aus dem Griech. entlehnte neulat. Bezeichnung für den Buchdrucker, deren früheste Verwendung für 1488 in Mailand festgestellt wurde. Das in der Gelehrtensprache bis heute übliche Wort wurde von etlichen europäischen Sprachen übernommen (dt. «Typograph»). Typographia für Buchdruckerkunst ist zuerst 1510 belegt. S. Corsten Bibliography Widmann, H.: Die Übernahme antiker Fachausdrücke in die Sprache des Frühdrucks. In: Antike und Abendland 20. 1974, S. 179–190 Wolf, L.: Terminologische Untersuchungen zur Einführung des Buchdrucks im franz. Sprachgebiet. …

Herbort, Johann

(220 words)

Author(s): S. Corsten
nannte sich auch Johannes Magnus bzw. Grandis, † 8. 10. 1484 in Venedig, aus Seligenstadt am Main stammender dt. Drucker. Seit 1474 in Padua tätig, wo er am 11. 8. dieses Jahres zum Bevollmächtigten des Typographen Konrad von Paderborn bestellt wurde. H. brachte nur wenige, aber meist sehr umfangreiche medizinische und juristische Werke heraus. Bei der sich lange hinziehenden Drucklegung des «Speculum iudiciale» von G. Duranti (GW 9154) kam es zu Streitigkeiten. Auf Veranlassung der Verlagsges. …

Birckmann, Franz

(204 words)

Author(s): S. Corsten
† 1530 in Köln, stammte aus Hinsbeck am Niederrhein. Seit 1504 ist er als Buchhändler und Verleger nachweisbar. Zus. mit seinem Bruder Arnold († 1541/1542) erwarb er in Köln 1511 das Geschäftshaus «Zur fetten Henne», das der sich bald entwickelnden Buchhandelsstraße « Unterfettenhennen » den Namen gab. B. hatte in Antwerpen und London Niederlassungen und pflegte geschäftliche Beziehungen mit Unternehmen in Paris und Basel. In Köln begründete er 1526 auch eine Druckerei, gleichzeitig nahm er die …

Wirtzburg, Heinrich

(150 words)

Author(s): S. Corsten †
aus Vach bei Fürth stammender dt. Geistlicher und Drucker, der zus. mit Adam Steinschaber am 25. 10. 1479 in Genf ein Kalendarium für das kommende Jh. auf den Markt brachte. Das Buch weist als erster franz. Druck ein Signet (Initialen H. W. in einem Doppelkreis) auf. W. wandte sich kurz darauf nach Rougemont (im heutigen schweizerischen Kanton Waadt), wo er in das zu Cluny gehörende Priorat eintrat. Hier veröff. er eine von ihm ergänzte Ausg. des «Fasciculus temporum» von Werner Rolevinck (HC 6930: 1481). S. Corsten † Bibliography Meyer, W. J.: Die franz. Drucker- und Verlegerzeichen…

Trevi

(94 words)

Author(s): S. Corsten
Stadt in Umbrien. Gefördert durch einen in T. ansässigen Gelehrten druckte der aus Eningen (Diözese Konstanz) stammende Johannes Reinhard hier 1470 / 1471 zwei Werke: «Historia quomodo S. Franciscus petivit indulgentias pro ecclesia S. Mariae de Angelis» (H 7336) und den Kommentar des berühmten Juristen Bartolus de Saxoferrato «Super prima parte Infortiati» (GW 3612). Reinhard verließ die Stadt bald wieder und ist seit 1473 in Rom nachweisbar. S. Corsten Bibliography Valenti, T.: La tipografia di T. e i suoi incunaboli. In: Accademie e Biblioteche 6. 1933, S. 529–548 Geldner Bd. 2,…

Inkunabelpreise

(316 words)

Author(s): S. Corsten
1. Über die Preise der Ink. zur Zeit ihrer Entstehung geben Eintragungen in manchen Ex. («Kaufvermerke») wie auch vereinzelt erhaltene Preislisten, vertragliche Abmachungen und andere zeitgenössische Quellen Auskunft. Die Auswertung dieser Angaben setzt aber Fingerspitzengefühl und gründliche Kenntnisse der komplizierten Währungsverhältnisse voraus. Moderne Inkunabelkat. geben Kaufvermerke meist wörtlich wieder und erschließen damit viel bisher unbekanntes Material. Seit langem schon bekannt sind List…

Teil

(67 words)

Author(s): S. Corsten
kann als Bezeichnung für die bibliographisch-selbständige Einheit eines mehrbändigen Werkes vorkommen und gehört nach den dt. Regeln für die alphabetische Katalogisierung zur Bandangabe, wo sie als Benennung (PI) oder Bandbezeichnung (RAK) vor der Zäh-lung erscheint. In einfachen Fällen kann sie ganz wegfallen, muß jedoch bei parallel verlaufenden Zählungen wie bei mehrstufig gegliederten Werken – ohne Abk. – übernommen werden (RAK-WB § 168, 1). S. Corsten

Pergamentdrucke

(471 words)

Author(s): S. Corsten
Die Erfindung des Buchdrucks hätte das Papier als verhältnismäßig billiger und in ausreichender Kanzleien und Schreibstuben allg. üblich gewesen. Dennoch wurde lange Zeit auch noch auf Pergament gedruckt. In der Anfangszeit des Buchdrucks dürften die P. von dem Bestreben der Typographen Zeugnis ablegen, die neue Kunst als gleichwertig den überkommenen Techniken gegenüber auszuweisen. Von vielen großen Werken der Inkunabelzeit sind daher neben der überwiegenden Zahl von Papierex. auch etliche auf…

Inkunabelforschung

(1,611 words)

Author(s): S. Corsten
1. Allgemeines. Die I. ist auf das gedr. Buch des 15. Jh.s spezialisierte Buchforschung. Die Inkunabel war im Formalen zunächst noch ganz der ma. Buchhs. verpflichtet. Die neuartige Technik brachte dann aber bald einen Entwicklungsprozeß in Gang, der sich z. B. in der Ausmerzung der vielen Abkürzungen und Ligaturen manifestiert und in das uns vertraute Erscheinungsbild des modernen Buches einmündete. Der Übergangscharakter der Ink. rechtfertigt einen eigenen Zweig der Buchwissenschaft, der mit bes…

Gesellschaft für Typenkunde des 15. Jahrhunderts (GfT)

(146 words)

Author(s): S. Corsten
Die GfT wurde 1906 zur Förderung der Inkunabelforschung und der Arbeit am Gesamtkat. der Wiegendrucke gegr., den Vorsitz übernahm der schwed. Bibliothekar I. Collijn (1875–1949). 1907 begannen die «Veröffentlichungen» der GfT zu erscheinen, die auf großformatigen Taf. zusätzlich zu K. Haeblers «Typenrepertorium» Anschauungsmaterial liefern. Bis 1939/1941 erschienen 2460 Taf. in 33 Bänden. Ziel des Unternehmens war, von jeder Druckletter des 15. Jh.s eine Probeseite und ein Typenalphabet in Origi…

Erscheinungsvermerk

(150 words)

Author(s): S. Corsten
Nach den Regelwerken für die Titelaufnahme versteht man unter E. auf dem Titelbl. oder an anderen Stellen des Buches befindliche Angaben über den Erscheinungsort (d.i. Veröffentlichungsort, Sitz des Verlages bzw. ersatzweise der Druckort), den (oder die) Verleger bzw. Drucker und die Zeit des Erscheinens. In der Titelaufnahme wird der E. unabhängig von der Vorlage in fester Formel wiedergegeben. Die Regelwerke sehen darum für die Abwandlung der Vorlagenformen detaillierte Bestimmungen vor. Der B…

Tortis, Baptista de

(116 words)

Author(s): S. Corsten
1481–1536 in Venedig tätiger Druckerverleger, zu dessen ungewöhnlich großer Produktion vor allem Klassikerausg. sowie umfangreiche juristische Handb. gehören. Hochangesehen unter den Fachgenossen wurde er häufig – auch mit falschem Impressum – nachgedruckt. Seine Druckermarke zeigt die Weltkugel, überragt von einem Doppelkreuz, in der oberen Hälfte die Initialen BT. S. Corsten Bibliography Husung, M. J.: Die Drucker- und Verlegerzeichen Italiens im 15. Jh. München 1929 (ND Hildesheim / New York 1970), S. 155–160 Borsa, G.: Clavis typographorum librariorumque Italiae …

Wirffel, Georg

(99 words)

Author(s): S. Corsten †
wurde am 9. 3. 1492 an der Univ. Ingolstadt immatrikuliert und druckte einige Jahre später zus. mit Marx Ayrer einige zur wiss. Gebrauchslit. gehörende Werke: u. a. die «Practica» auf das Jahr 1497 von dem Ingolstädter Astronomen Johannes Angeli (GW 1904) und das juristische Wb. «Flores legum» (GW 10058 = 1497). Der 1469 in Erfurt und 1474 in Ingolstadt immatrikulierte Pedell und Buchbinder desselben Na-mens war allem Anschein nach sein Vater. S. Corsten † Bibliography Schottenloher, K.: Buchgesch. Funde aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In: ZfB 29. 1912, S. 145–159 Geldner …

Rüger, Thomas

(88 words)

Author(s): S. Corsten
wird in zwei volkssprachigen Werken, einem Plenarium vom 1. 12. 1481 und einer volkstümli-chen Lebensgesch. Jesu und seiner Mutter von 1482 (H 6730 und GW 9250) zus. mit dem Augsburger Johann Schönsperger d. Ä. als Drucker erwähnt. Wahrscheinlich ist aber R. eher als Geldgeber anzusehen. Das gilt auch von seiner Witwe, Anna Rüger(in), die 1484 ebenfalls mit Schönsperger zusammenarbeitete. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 1, S. 146–147 Augsburger Buchdruck und Verlagswesen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hrsg. von H. Gier und J. Janota. Augsburg 1997.

Edfu

(122 words)

Author(s): S. Corsten
Kreisstadt in Oberägypten, nördlich von Assuan. In der Antike war der links des Nils gelegene Ort unter dem Namen Apollonopolis Zentrum des Horuskultus. Der aus der Ptolomäerzeit stammende Tempel des Horus (237–147 v. Chr.) gilt als das besterhaltene Gebäude des alten Ägypten. In ihm befindet sich seitlich des ersten großen Saales eine Kammer, die ohnejeden Zweifel als Bibl, angesehen werden darf. 1871 machte der Ägyptologe H. Brugsch (1827–1894) auf sie aufmerksam. In die Wände der Kammer ist e…

Gesamttitel

(115 words)

Author(s): S. Corsten
heißt nach den dt. Regelwerken für die alphabetische Katalogisierung (PI, RAK), der Titel eines mehrbändigen Werkes, dessen einzelne Teile («Stücke») bibliographisch und inhaltlich selbständig und eigene Titel («Stücktitel») haben. Der G. wird der Hauptaufnahme des Gesamtwerkes zugrundegelegt. Der G. kann auf einem eigenen Titelbl., meist neben dem Haupt-titelbl. des Stückes, stehen, er findet sich oft auch zus. mit dem Stücktitel auf demselben Bl. oder an anderen Stellen des Buches. Der Stücktitelaufnahme wird der G. in runden Klammern hinzugefügt. S. Corsten Bibliography F…

Votivbuchstaben

(46 words)

Author(s): S. Corsten
werden in § 2k der Instruktion für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl. (PI) ohne Definition zum Beiwerk gezählt, das bei der Titelaufnahme ohne Kennzeichnung übergangen wird. Es dürften auf wenige Buchstaben reduzierte sakrale Namen gemeint sein wie etwa IHS für Jesus. S. Corsten

Rath, Erich von

(167 words)

Author(s): S. Corsten
* 12. 6. 1881 in Krefeld, 31. 8. 1948 in Bonn, dt. Bibliothekar und Buchforscher. Nach Studium in Heidelberg, Berlin und Bonn wandte sich R. 1906 dem bibliothekarischen Beruf zu und wirkte nach Abschluß der Fachausbildung 1908 — 1917 an der SB Berlin, 1917 — 1921 leitete er die Bibl, des Reichsgerichts in Leipzig und war 1921 — 1942 Direktor der UB Bonn. Daneben war er seit 1911 für den Gesamtkat. der Wiegendrucke (GW) tätig, dessen erste Probedrucke er 1914 vorlegte. Als Nachfolger von Konrad H…

Löslein, Peter

(96 words)

Author(s): S. Corsten
stammte aus Langenzenn bei Nürnberg und war 1476—1478 in Venedig Geschäftspartner von Erhard Ratdolt und Bernhard Maler. Die Gemeinschaft druckte u. a. das «Calendarium» des Johannes Regiomontanus in einer lat. (H. 13 776) und ital. (H 13 789) Fassung. Die Namen der Gesellschafter stehen noch in einem «Breviarium Romanum» von 1478 (GW 5147) und in der «Cosmographia» des Pomponius Mela (H 11016) aus demselben Jahr. L. druckte in Venedig 1483 mit zwei gotischen und einer griech. Schrift zwei Bücher (H 9085 und 9279) auf eigene Rechnung. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 2, S. 72—80.

Selfisch, Samuel

(127 words)

Author(s): S. Corsten
* 1529 in Jena, † 1615 in Wittenberg, Verleger und Buchhändler. S. ließ seit 1554 bei verschiedenen Offizinen in Wittenberg drucken und bemühte sich mit Erfolg um Privilegien für die Herausgabe von Bibeln. 1596 kaufte er die Offizin des Druckers Matthäus Welack von dessen Witwe und führte den Betrieb weiter. Über die Tätigkeit S.s gibt ein «Catalogus oder Verz. der Bücher, welche S. S. verleget und drucken lassen von Anno 1554 biss auffs 1608. Jahr» (Wittenberg: M. Henckel) Auskunft. S. Corsten Bibliography Eichsfeld, E. G.: Relation vom Wittenbergischen Buchdrucker-Jubiläo 174…

Vitali, Bernardino

(68 words)

Author(s): S. Corsten †
1494–1539 in Venedig tätiger Drucker. Er arbeitete zwischendurch kürzere Zeit auch in Rom und Neapel. Am 26. 3. 1495 vollendete er für Hieronymus de Durantibus die «Metaphysik» des Avicenna (GW 3130, Faks. Frankfurt a. M./ New York/Löwen 1961). Gelegentlich arbeitete er auch mit seinem Bruder Matteo zusammen. S. Corsten † Bibliography Borsa, G.: Clavis typographorum librariorumque Italiae 1465 bis 1600.T. 1. Aureliae Aquensis 1980, S. 346.

Folio

(231 words)

Author(s): S. Corsten
(auch: in-folio; abgekürzt: foi., fo, 2o) ist ein Format, bei dem der Papierbogen einmal gefaltet wurde, so daß sich zwei Blätter = vier Seiten ergeben. Dieses sog. «bibliographische Format» gibt keine zuverlässige Auskunft über die Größe des Buches, weil bereits in der Inkunabelzeit mindestens vier Bogengrößen vorauszusetzen sind. Die für die rationelle Aufstellung der Bücher wichtige Höhe kann darum bei F. zwischen ca. 50 cm und ca. 28 cm liegen. Die Unterscheidung von Groß-, Mittel- und Klein-F. hat sich bei der bibliographischen Beschreibung nicht allg. durchg…

Velpius, Renier

(178 words)

Author(s): S. Corsten
* 1510 / 1515 in Diest (belgische Provinz Brabant), † um 1570 in Löwen, Drucker. Nach seiner Lehrzeit bei Servatius Sassen machte sich V. in der südniederländischen Univ.stadt Löwen (Leuven) selbständig. Er erhielt am 29. 1. 1552 eine amtliche Konzession (erneuert am 18. 10. 1570). Neben einer auf eigene Initiative fußenden umfangreichen und vielseitigen Produktion war er auch für die Univ. am Ort und als staatlich beauftragter Drucker tätig (seit 1560). Sein Sohn Rutger (* um 1540,† 1614 / 1615 in Brüssel) erhielt am 24. 10. 1564 die Konzession als Drucker und arb…

Winkeldrucker

(117 words)

Author(s): S. Corsten †
ist eine abwertende Bezeichnung für unbedeutende und wenig seriöse Vertreter der Schwarzen Kunst. Über seine urspr. Bedeutung weist das Bestimmungswort auf den abseitig-geheimen Tätigkeitsort des W.s hin, wie auch bei «Winkeladvokat». Diese Drucker produzierten nicht nur unwichtige Literatur, sie vervielfältigten auch – vor allem in der Reformationszeit – Kampf- und Schmähschriften, die sich gegen politische, religiöse und soziale Zustände der Zeit wendeten (Flugschrift, Pamphlet) und von der Ob…

Manthen, Johann

(122 words)

Author(s): S. Corsten
aus Gerresheim (bei Düsseldorf) stammender dt. Drucker in Venedig. M. arbeitete wohl zunächst in der Werkstatt des Johann von Speyer und seines Bruders Wendelin, denen er allem Anschein nach auch familiär verbunden war, wie u. a. aus seinem Testament vom 22. 8. 1474 geschlossen werden kann. Er übernahm zus. mit Johannes de Colonia 1474 die Offizin der Brüder Speyer. Die Genossen brachten vor allem juristische und theologische Lit. heraus. 1480 gehörte M. zu denjenigen, welche die Ges. «Nicolas Jenson sociique» neubegründeten. S. Corsten Bibliography Haebler, K.: Die dt. Buchdruc…

Kef(f)er, Heinrich

(90 words)

Author(s): S. Corsten
Buchdrucker, wird im Helmaspergerschen Notariatsinstrument (6. 11. 1455) als Diener und Knecht Gutenbergs erwähnt. Es spricht manches dafür, daß er nach 1459 in Bamberg am Druck der Bibel mit 36 Zeilen (B 36) beteiligt war. Als impressoriae artis magister wird er zus. mit Johann Sensenschmidt im Kolophon eines Druckes genannt, der am 8. 4. 1473 in Nürnberg erschienen ist (H 13 015). S. Corsten Bibliography Geldner, F.: Hat H. K. aus Mainz die 36zeilige Bibel gedruckt? In: Gut.–Jb. 1950, S. 100—110 Geldner Bd. 1, S. 48 und 161

Stahel (Chalybs), Konrad

(141 words)

Author(s): S. Corsten
aus Blaubeuren stammender Buchdrucker, wahrscheinlich mit dem am 27. 10. 1473 bei der Univ. Ingolstadt immatrikulierten «Conradus de Plabewrn» identisch. Als Gesellschafter von Benedikt Mayr in Passau war S. 1482 am Druck von drei Werken beteiligt. Dann wandte er sich nach Venedig, wo er mit zwei Gesellschaftern ein Brevier für das Bistum Olmütz (Mähren) (GW 5414) druckte. Für dieses Bistum arbeitete S. auch, nachdem er zus. mit Matthias Preinlein aus Ulm in Brünnden Buchdruck heimisch gemacht h…

Inkunabelkonkordanz

(79 words)

Author(s): S. Corsten
Inkunabeln sollten grundsätzlich mit den Nummern der den Gesamtbestand erfassenden Bibliographien (H, C, R und GW) zitiert werden. Um eine sichere Querverbindung von Kat. einzelner Slg., Länderverz. (Census) usw. zu diesen zu gewährleisten, werden den letzteren I.en beigegeben. Sie verweisen von den H(usw.)-Nummern auf die Nummer des jeweiligen Verz. Der GW hat in den ersten sieben Bdn. nur ein «Verz. der angeführten H-Nummern», seit Bd. 8 werden auch die wichtigsten übrigen Bibliographien in Konkordanzen erfaßt. S. Corsten

Siberch (Lair von Siegburg), John (Johann)

(194 words)

Author(s): S. Corsten
* 1476 in Sieglar, † vor 28. 9. 1554 in Siegburg, dt. Buchhändler, Drucker und Buchbinder. Nach Studium an der Univ. Köln (Immatrikulation vom 6. 12. 1492) war S. für seinen Schwager Franz Birckmann als Buchführer tätig. Dann machte er sich selbständig und ließ 1520 bei dem Kölner Drucker Eucharius Cervicornus die «Introductiones in rudimenta graeca» des Richard Croke drucken. Dieser war in Cambridge Professor für Griech. und scheint S. zur Niederlassung in der engl. Stadt veranlaßt zu haben. In…

Mallinckrodt, Bernhard von

(163 words)

Author(s): S. Corsten
* 29. 11. 1591 in Ahlen (Westfalen), 7. 3. 1664 Burg Ottenstein (Westfalen), Domdechant von Münster (1625 — 1664). Der gelehrte Jurist trat 1616 in Köln zum Katholizismus über und gehörte seit 1622 dem Domstift von Münster an. Seine polyhistorischen Interessen fanden ihren Niederschlag in einer Privatbibi, mit mehr als 5 Tsd. Titeln, darunter zahlreichen Inkunabeln. Anläßlich der Zweihundertjahrfeier der Erfindung des Buchdrucks (Gutenbergfeiern) veröffentlichte M. 1640 in Köln «De ortu et progr…

Wattenbach, Wilhelm

(208 words)

Author(s): S. Corsten †
* 22. 9. 1819 in Ranzau (Holstein), † 20. 9. 1897 in Frankfurt am Main, dt. Historiker und Archivar. Nach Abschluß philologischer und historischer Studien arbeitete W. seit 1843 im Rahmen der «Monumenta Germaniae Historica» (MGH) an Quellenveröff. mit, wurde 1854 Provinzialarchivar in Breslau und folgte 1862 einem Ruf auf den Lehrstuhl für Gesch. des MA an der Univ. Heidelberg. 1873–1888 nahm er bei den MGH leitende Funktionen wahr. W. hat der Paläographie durch Lehre und Veröff. den ihr zustehe…

Titel in gemischter Form

(71 words)

Author(s): S. Corsten
nennen die Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl. (PI) in § 206 Sachtitel, die von einem Titel in gewöhnlicher Form, d. h. aus Substantiven und ihren Erweiterungen bestehend, in einen Satztitel übergehen. Jeder Teil wird nach den für ihn vorgesehenen Regeln für die Ordnung herangezogen: 1Mais und 2wo 3er 4wächst. Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) benötigen den Begriff nicht mehr. S. Corsten

Stücktitel

(87 words)

Author(s): S. Corsten
nennen die dt. Regelwerke für die alphabetische Katalogisierung die Haupttitel von (i. d. R.) gezählten, bibliographisch und inhaltlich selbständigen Einzelwerken, die durch einen Gesamttitel zu einem mehrbändigen Werk vereint werden. Der S. erhält eine S.aufnahme, bei der in runder Klammer unter /hinter der Aufnahme der Gesamttitel angeführt wird. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl.en. 3. Aufl. Wiesbaden 1962 (u. ö.), S. 110–113 Haller, K. / Popst, H.: Katalogisierung nach den RAK-WB. 5. Au…

Zell, Ulrich

(404 words)

Author(s): S. Corsten †
aus Hanau am Main, † nach 31. 8. 1507 in Köln, Druckerverleger. Für 1453 wird er in der Univ.matrikel von Erfurt erwähnt. In Köln wurde er in den 1460er heimisch, wie aus der dortigen Matrikel unter dem 17. 6. 1464 hervorgeht. Er war Erstdrucker der Stadt und brachte «Liber Johannis Crysostomi super psalmo quinquagesimo» als Erstdruck heraus (1466 =H 5032, Faks.-Ausg. Köln 1896). Z. produzierte zunächst über Jahre hinweg nur wenig umfangreiche Quartos und kam damit den Wüschen der Geistlichkeit …

Waldvogel (Waldfoghel), Prokop

(186 words)

Author(s): S. Corsten †
1444–1446 in Avignon tätiger Silberschmied, der als Hussit aus Prag emigriert war. W. erteilte gegen Honorar verschiedenen Personen Unterricht in einem Verfahren «artificialiter scribendi» und verfügte dafür u. a. über Alphabete und Formen aus Stahl und Zinn sowie eine Spindel. Die Lehrverträge wurden vor einem Notar abgeschlossen, und die Schüler mußten sich zu strikter Geheimhaltung verpflichten. Die Parallelitäten zu Gutenbergs Straßburger Tätigkeit liegen auf der Hand und haben eine Fülle vo…

Turner, Heinrich

(98 words)

Author(s): S. Corsten
† Frühsommer 1477 in Toulouse, aus Basel stammender Drucker. T. wurde 1460 an der Univ. Basel immatrikuliert. Er arbeitete als Drucker, wie aus Aktenfunden hervorgeht, und mußte die Stadt 1475 wegen seiner Schulden verlassen. Er wandte sich nach Toulouse, wo er vor allem juristische Werke druckte. Bald ging er mit dem aus Heidelberg stammenden Kunstgenossen Johann a Parix eine Geschäftsverbindung ein. Dieser druckte nach T.s Tod mit dessen Material, einer gotischen Type, eine Zeit lang weiter. T…

Viotto

(152 words)

Author(s): S. Corsten †
Buchdruckerfamilie in Parma. Antonio V. (1508 bis 1544 tätig) verlegte u. a. Werke des ital. Renaissance-Dichters Graf Baldassare Castiglione (1478–1529) mit den Erscheinungsjahren 1530 und 1532. Er druckte auch Gedichte von Gräfin Vittoria Colonna (1492–1547)im Jahr 1538. Set Viotto, Neffe des Antonio, wirkte 1534 bis 1579; dessen Sohn Erasmus führte das Unternehmen bis 1611 weiter. Dieser brachte 1581 u.a. eine Ausg. von «La Gerusalemme liberta» des Torquato Tasso (1544–1595) heraus. Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc. Holzschnitt nach einer Zeichnung von V.: Notre…

Ratinck de Berka, Amplonius

(342 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1365 in Rheinberg (Niederrhein), um Ostern (17. 4.) 1435 in Köln, Mediziner und Bibliophile. Nach Studium in Prag (1387 Magister artium), Köln (1391) und Erfurt (1392 Doctor medicinae; 1394 Rektor der Univ.) lehrte er 1399 — 1435 als Professor der Medizin in Köln. Seit 1401 wirkte er als Hofarzt bei Erzbischof Friedrich von Saarwerden und gelangte in den Besitz von Pfründen an der Domkirche in Köln (1415) und dem St. Viktorstift in Mainz (1417 bis 1423 Dechant). R. sammelte in großem Stil H…

Registrum

(293 words)

Author(s): S. Corsten
kann in Ink. und Frühdrucken die inhaltliche Erschließung (Inhaltsverz., tabula im Sinne von Register) bezeichnen. Daneben kommt dem Wort eine bes. buchtechnische Bedeutung zu. Das R. war ein für den Käufer oder den Buchbinder bestimmtes Hilfsmittel, die richtige Reihenfolge der Lagen und ihre Vollständigkeit zu überprüfen. Es kommt vor allem in ital. Drucken des 15. Jh.s vor und hat hier die unterschiedlichsten Benennungen: R. quinternionum (quaternorum) oder auch R. foliorum bzw. chartarum u. a. m. Mannigfal…

Schurener, Johannes

(122 words)

Author(s): S. Corsten
1474–1478 in Rom wirkender dt. Druckerverleger. Der aus Boppard am Rhein stammende S. arbeitete zunächst mit Johannes Nicolai Hanheymer aus Oppenheim zus.; die Genossen brachten am 25. 11. 1474 ein «Formularium instrumentorum», d. i. eine später immer wieder gedr. Formularslg. des kanonischen Rechts, heraus (GW 10 197). Alsbald folgte die «Historia Bohemica» des Aeneas Silvius (H 255, 14. 7. 1475). Das Verlagsprogramm S.s zeichnete sich durch Reichhaltigkeit und Originalität aus. Als Erstdruck k…

Buchstabe

(104 words)

Author(s): S. Corsten
Als B. bezeichneten die germanischen Sprachen (ausgenommen das Gotische) das Einzelzeichen der lat. Schrift (littera). In der Runenschrift, die vorwiegend auf Holz, Stein oder Metall geschrieben wurde, hieß das einzelne Zeichen (Runen-) Stab, wofür es Belege im Altnordischen, Angelsächsischen und im Altsächsischen gibt. Der B. ist also das im Buch, d. h. in dem durch die christliche Mission zu den Germanen gekommenen Codex, verwendete Zeichen. Durch das Aussterben der Runenschrift wurde der B. s…

Limburg, Johann

(129 words)

Author(s): S. Corsten
aus Aachen stammender Erstdrucker von Munster in Westfalen, 1485 — 1488 nachweisbar. L. scheint auf keinen grünen Zweig gekommen zu sein. Er besaß nur zwei Text– und eine Auszeichnungsschrift und druckte überwiegend Kleinschrifttum. Sein bedeutendstes Werk ist das «Breviarium Monasteriense» (GW 5403), das allem Anschein nach 1488 vollendet wurde. L. blieb der einzige Drucker in Münster wahrend des 15. Jh.s. S. Corsten Bibliography Droz, E.: Die «Regule Remigü», eine unbekannte münsterische Ink. aus dem Jahre 1486. In: Ex officina literaria. Beiträge zur Gesc…

Esel

(57 words)

Author(s): S. Corsten
hieß in der alten Buchdruckersprache ein länglicher Klotz, mit dem man dem Papierstapel an der Presse die erforderliche Höhe gab, um das Ausstreichen und Wegnehmen der Bogen zu erleichtern. Das geschah, indem man den E. auf die Längs- bzw. die Breitseite stellte. S. Corsten Bibliography Neuburger, H.: Encyklopadie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND 1984), S. 63.

Koberger, Anton

(412 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1440/1445 in Nürnberg(?), † 3. 10. 1513 cbd., Buchhändler und Druckerverlcger. K. wurde reich vor allem durch seinen ausgedehnten und wohlorganisierten Buchhandel, für den er ein dichtes Netz von Agenturen schuf, das von den Niederlanden bis nach Polen, von Norddeutschland bis nach Oberitalien und Ungarn reichte. Er verstand es, die Produktion ital. Pressen über sein Unternehmen laufen zu lassen und den Handel damit für die Länder nördlich der Alpen an sich zu ziehen. Seit 1470 wohnte er in…

Wirsung, Max

(42 words)

Author(s): S. Corsten †
war ein begüterter Augsburger Kauf-mann. Er verband sich 1518 mit dem dortigen Stadtarzt und Apotheker Sigmund Grimm und betrieb eine Druckerei. Er schied aber schon im Frühjahr 1522 aus dem emeinschaftsunternehmen wieder aus. S. Corsten † Bibliography Benzing S. 16.

Riederer, Friedrich

(96 words)

Author(s): S. Corsten
aus Mülhausen im Hegau stammender dt. Drucker. R. gründete 1493 in Freiburg im Breisgau eine Offizin, die bis 1499 arbeitete. Mit einem bescheiden ausgestatteten Typenapparat druckte er u.a. Briefsteller, Anleitungen zur Rhetorik und ein von ihm selbst verf. Formelbuch zur Abfassung von Briefen und Urkunden. R.s xylographisches Titelbl. zum «Spiegel der wahren Rhetorik» (H 13914) mit dem Signet des Druckers wird dem jungen Albrecht Dürer zugeschrieben. S. Corsten Bibliography Benziger, C.: Inkunabeldrucke der F. R.schen Offizin in Freiburg i.Br. In: ZfB 31. 1914, S. 108 — 113 Geld…

Pücher, Vitus

(125 words)

Author(s): S. Corsten
aus Moosburg an der Isar stammender dt. Drucker in Rom, dort 1471 — 1482 nachgewiesen. Da P. u.a. im Vorwort des «Digestum novum» von Johannes Guarinus (GW 7701) als Drucker juristischer Werke gepriesen wird, hat man ihm die in Rom «Apud sanctum Marcum» 1475 — 1478 arbeitende Offizin zugeschrieben, denn aus ihr sind zahlreiche große juristische Quellentexte und Kommentare hervorgegangen. Aus demselben Grunde könnte auch die 1473 — 1474 in Rom unter der Adresse «Apud sanctum Eustachium in domo An…

Trithemius, (Trittenheim), Johannes

(236 words)

Author(s): S. Corsten
* 1. 2. 1462 in Trittenheim bei Trier, † 13. 12. 1516 in Würzburg, Benediktinerabt und Humanist. T. trat 1482 in das Benediktinerkloster Sponheim bei Kreuznach ein und wurde schon bald dessen Abt. Er machte die Abtei zu einem Zentrum der Gelehrsamkeit und der von Bursfeld ausgehenden Reformbewegung des Ordens. Unter ihm wuchs die Bibl. des Klosters von 48 auf ca. 2 Tsd. Bde., manche schrieb er selbst. Seine Hochschätzung des mönchischen Schreibwesens brachte er in «De laude scriptorum» (Mainz 14…

Fuß

(83 words)

Author(s): S. Corsten
heißt in der Buchdruckersprache der untere Abschluß der Kolumne (daher auch Fußnote), der obere Abschluß wird dementsprechend Kopf genannt. Die Stützen unter der tischartig gestalteten Führung des Karrens werden bei der Tiegelpresse ebenso wie das Stück Holz, das an den senkrechten Streben zur Sicherung der Standfestigkeit angebracht ist, als Füße bezeichnet. S. Corsten Bibliography Neubürger, H.: Encyklopädie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND Leipzig 1984), S. 99–100 Wolf, L.: Terminologische Untersuchungen zur Einführung des Buchdrucks im franz. Sprachg…

Vivian, Mathieu

(88 words)

Author(s): S. Corsten †
franz. Drucker, brachte 31. 3. 1490/ 1491 in Orleans den «Manipulus curatorum» des Guido de Monte Rochen in einer lat.-franz. Ed. heraus (GW 11834). Sein Druckerzeichen weist als Monogramm MV in einer Herzform, überragt von einem Kreuz auf. Über dem waagerechten Kreuzbalken liest man IHS (= Jesus) und M (= Maria). Weitere Texte aus der Offizin von V. sind nicht überliefert. S. Corsten † Bibliography Meyer, W. J.: Die franz. Druck- und Verlegerzeichen des 15. Jahrhunderts. München 1926 (ND Hildesheim / New York 1970), S. 70.

Hauptaufnahme

(148 words)

Author(s): S. Corsten
Nach den Instruktionen für die alphabetischenKat. der preußischen Bibl.en (Preußische InstruktionPI) bietet die H. eine möglichst genaue Beschreibungder Veröff. und gliedert sich in den «Kopf» derAufnahme (mit den für die Einordnung maßgeblichenOrdnungswörtern) und in ihren Text. Dieser besteht ausder Wiedergabe des Titels und den bibliographischenAngaben. In bestimmten Fällen kann noch die Angabevon Besonderheiten hinzukommen. Von den H.n sinddie Verweisungen zu unterscheiden, die zum leichtere…

Typenvergleich

(229 words)

Author(s): S. Corsten
Das Schriftbild eines Druckes (Stil, Formen, Schriftgrad) sind ein wichtiges Hilfsmittel für die zeitliche und örtliche Herkunftsbestimmung. Hauptziel des T.s ist der Nachweis, daß die Schrift eines unfirmierten Druckes mit der eines firmierten identisch ist. In diesem Fall spricht vieles dafür, daß beide aus derselben Werkstatt stammen. Das gilt vor allem für die Frühdruckzeit, als die Drucker sich ihre Lettern selbst schufen und sich dabei an den Schreibtraditionen ihres Standortes orientierte…

Papierpreise

(579 words)

Author(s): S. Corsten
1. Frühdruckzeit Für die P. des ausgehenden MA fehlt es nicht an Quellenzeugnissen in Rechnungen und anderen Akten. Sie sind aber wegen der unübersichtlichen Währungsverhältnisse und der meist fehlenden Angaben über Format und Qualität schwierig miteinander zu vergleichen. Andererseits sind die P. von großem wiss. Interesse, weil sie einen wesentlichen Teil der Produktionskosten des Buches ausmachten. Eine Vorstellung davon kann die noch lange auf den Buchmessen übliche Regelung vermitteln, daß fü…

Überhänge

(114 words)

Author(s): S. Corsten
waren beim Bleisatz die den Schriftkegel oben oder seitlich überragenden Teile des Buchstabens. Bei den zur Seite überhängenden wie z. B. dem F / f dienten sie dem einwandfreien Anschluß. Über den Kegel hinausragende Ü. waren bei mit Akzenten oder punktierten Schriften sowie Schreibschriften hilfreich. Beim Satz war darauf zu achten, daß die überhängenden Teile des Buchstabens über dem Fleisch der benachbarten Letter platziert wurden. Überhänge. Sogenannte Stützschrift. 1892. Übergeordneter Titel. Sammelband mit Aufsätzen verschiedener Autoren. S. Corsten Bibliography Neub…

Gerson, Johannes

(154 words)

Author(s): S. Corsten
* 14. 12. 1363 in Gerson bei Rethel (Département Ardennes), † 12. 7. 1429 in Lyon, franz. Theologe und Kirchenpolitiker, «doctor christianissi-mus». In den Auseinandersetzungen der Zeit um eine Reform der Kirche vertrat er die «konziliaristische» Richtung, d. h. er sah in einem Konzil die höchste Autorität, der sich auch der Papst beugen müsse. Auf dem Konzil von Konstanz (1414—1418) übte er in diesem Sinne großen Einfluß aus. G. war ein überaus fruchtbarer Schriftsteller, der sich bes. für eine…

Denidel, Antonius

(99 words)

Author(s): S. Corsten
als Drucker in Paris nachgewiesen von 1495 bis 1501. D. brachte u. a. viele klassische Autoren heraus und arbeitete zeitweise mit den Kunstgenossen Nicolas de la Barre und Robert de Gourmont zusammen. Er war Magister artium und führte ein Signet, auf dem die Heiligen Nikolaus und Katharina einen Schild mit dem Monogramm A D halten. S. Corsten Bibliography Claudin A.: Histoire de l'imprimerie en France au XVe et auXVIe siècle. T. 2. Paris 1901, S. 261–262 Meyer W. J.: Die franz. Drucker- u. Verlegerzeichen des XV. Jh.s. München 1926 (ND Hildesheim/New York 1970), S. 83 u. 105

Tresser, Johannes

(86 words)

Author(s): S. Corsten
aus «Hoestet», d. i. Höchstädt an der Donau, stammender dt. Drucker, der als Mitglied der Druckergemeinschaft Germani fidelissimi in den 1480er und 1490er Jahren für Francesco del Tuppo in Neapel arbeitete. Am 17. 7. 1498 veröff. er zus. mit Martin von Amsterdam auf eigene Rechung «De liberalitate, de beneficentia, de magnificentia, de splendore, de convivantia» des Humanisten Johannes Jovianus Pontanus (H 13259). Die Schlußschrift des Werkes kündet als letzte von der Existenz des Mannes. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 2, S. 129–130 und 135–136

Weisweiler, Max

(123 words)

Author(s): S. Corsten †
* 17. 4. 1902 in Köln, † 2. 3. 1968 in Rheinbach (bei Bonn), dt. Orientalist und Bibliothekar. Nach dem Studium der orientalischen Sprachen an verschiedenen Univ. (Promotion: Tübingen 1923) trat er 1924 in den Bibl.dienst und legte 1927 die Fachprüfung für den höheren Dienst ab. 1932 wurde er zu Hss.studien in der Türkei beurlaubt, 1938 übernahm er die Leitung der Orientabt. an der Preußischen SB Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte er zur UB Bonn; an der dortigen Univ. wirkte er seit 19…

Koblenz

(700 words)

Author(s): S. Corsten
1. Buch- und Pressewesen. Das 1547 von dem Kölner Druckerverleger Eucharius Cervicomus gedruckte Missale Trevcrcnse nennt zwar K. im Erscheinungsvermerk; es ist aber fraglich, ob das Buch wirklich hier entstanden ist. Erst 1702 kam es zur Gründung einer Buch- und Zeitungsdruckerei durch Theodor Burggraf, dem 1704 sein SchwiegersohnJ. F. Krabben ( 1731) folgte. Seine Erben führten die Firma bis ins 19. Jh. hinein fort. Unter dem Einfluß der Aufklärung wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s weitere…

Vocabularius ex quo

(279 words)

Author(s): S. Corsten †
Die lat. Sprache spielte in der geistig-geistlichen Welt des MA eine überragende Rolle. Groß war der Bedarf an entsprechenden Nachschlagewerken, die den Zugang zu der damals noch nicht als tot geltenden Sprache erleichtern sollten. Schon 1460 ersch. in Mainz das gewichtige «Catholicon» des Johannes Balbus (GW 3182). Wenige Jahre später brachte im nahen Eltville Heinrich Bechtermünze am 4. 11. 1467 mit dem V. ein Handb. für weite Kreise heraus, das erklärtermaßen neben dem Catholicon aus einschlä…

Lage

(361 words)

Author(s): S. Corsten
Den Buchblock des ma. Codex und nach seinem Vorbild auch des modernen Buches bilden —zumindest einmal - gefalzte Bogen von Papyrus, Pergament und heute überwiegend Papier. Bei den größeren Formaten (2° und 4 0 ) werden mehrere Bogen ineinander gelegt. Bei den handschriftlichen Folianten waren das meist vier Doppelbl., so daß die dafür übliche lat. Bezeichnung «quaternio» auch die Sache an sich benannte. Der in der dt. Fachsprache übliche Begriff L. läßt dagegen die Zahl der zusammengehörigen Bog…

Henkis (Henckis, Hancquis), Konrad

(96 words)

Author(s): S. Corsten
†1481 in Frankfurt, Buchhändler. Der aus Godesberg stammende H.war Geschäftsgenosse von Peter Schöffer, der für diesen Forderungen in Paris und Lübeck eintrieb. Er heiratete nach dem Tod von Johann Fust († 30. 10. 1466) dessen Witwe und erwarb 1476 das Bürgerrecht von Frankfurt am Main. S. Corsten Bibliography Kapp, F. / Goldpriedrich, J.: Gesch. des dt. Buchhandels. Bd. I.Leipzig 1886 (ND Leipzig 1970), S. 69–73, 759–762 Zülch, W. K. / Mori, G.: Frankfurter Urkundenbuch zur Frühgesch. d.Buchdrucks. Frankfurt 1920, S. 18 Lehmann-Haupt, H.: Peter Schoeffer of Gernsheim and Mai…

Fußnoten

(94 words)

Author(s): S. Corsten
heißen die Anmerkungen, wenn sie unter die Kolumne (Textseite) gesetzt werden. Es ist anzustreben, daß die F. zus. mit dem erläuterten Text auf dieselbe Seite zu stehen kommen. Die jeweils letzte F. sollte zumindest auf derselben Seite beginnen. Die Einhaltung dieses Grundsatzes kann den Umbruch mitunter sehr erschweren. Im übrigen gelten für die F. dieselben Regeln wie für die Anmerkungen. Die F. können darüber hinaus dem Text gegenüber etwas eingezogen und von diesem durch eine Linie getrennt werden. S. Corsten Bibliography Neubürger, H.: Encyklopädie der Buchdruckerkunst.…

Verballhornen

(66 words)

Author(s): S. Corsten
(auch: Ballhornieren u. ä.). Dem Lübekker Buchdrucker Johann a Bal(l)horn d. J. (1575–1603) wurde vorgeworfen, die 1586 bei ihm gedr. hochdt. Bearbeitung des Lübischen Stadtrechts durch gutgemeinte, aber mißglückte Eingriffe in den Text verdorben zu haben. Von daher leitet sich die Bezeichnung für Verschlimmbessern ab. Kluge, F./Seebold, E.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 23. Aufl. Berlin / New York 1999, S. 854–855. S. Corsten

Westval, Joachim

(98 words)

Author(s): S. Corsten †
aus der märkischen Hansestadt Stendal stammender Drucker, arbeitete 1483 / 1484 zus. mit Albert Ravenstein in Magdeburg. Die Gesellschafter besaßen nur eine einzige Schrift und druckten bevorzugt theologische Gebrauchsliteratur, u. a. ein niederdt. Plenarium (H 6749 = 20. 12. 1484). Das gemeinsame Wirken war nicht von Dauer, und W. ist seit Weihnachten 1486 für drei Jahre in seiner Heimatstadt Stendal nachweisbar. Er arbeitete mit Typen, die er von Kunstgenossen bezog und veröff. 1488 einen niederdt. Sachsenspiegel (GW 9262). Sein Signet zeigt einen Löwen mit Wappenschild. S. Co…

Fragmentarischer Text

(70 words)

Author(s): S. Corsten
(auch fragmentarisches Werk) wird ein literarisches Werk genannt, das von seinem Autor nicht vollendet wurde. Typische Beispiele sind Schillers «Demetrius», der durch den Tod des Dichters unvollendet blieb, und Goethes «Faust. Ein Fragment», den Goethe 1790 unvollendet veröffentlichte. Nach den dt. Regelwerken für die alphabetische Katalogisierung gilt ein derartiger Text nicht als Fragment, sondern als normale Einzelschrift. Er erhält daher keine zusätzliche Bezeichnung zur Titelangabe. S. Corsten
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