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Your search for 'dc_creator:( "S. Corsten" ) OR dc_contributor:( "S. Corsten" )' returned 509 results. Modify search

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Stahel (Chalybs), Konrad

(141 words)

Author(s): S. Corsten
aus Blaubeuren stammender Buchdrucker, wahrscheinlich mit dem am 27. 10. 1473 bei der Univ. Ingolstadt immatrikulierten «Conradus de Plabewrn» identisch. Als Gesellschafter von Benedikt Mayr in Passau war S. 1482 am Druck von drei Werken beteiligt. Dann wandte er sich nach Venedig, wo er mit zwei Gesellschaftern ein Brevier für das Bistum Olmütz (Mähren) (GW 5414) druckte. Für dieses Bistum arbeitete S. auch, nachdem er zus. mit Matthias Preinlein aus Ulm in Brünnden Buchdruck heimisch gemacht h…

Inkunabelkonkordanz

(79 words)

Author(s): S. Corsten
Inkunabeln sollten grundsätzlich mit den Nummern der den Gesamtbestand erfassenden Bibliographien (H, C, R und GW) zitiert werden. Um eine sichere Querverbindung von Kat. einzelner Slg., Länderverz. (Census) usw. zu diesen zu gewährleisten, werden den letzteren I.en beigegeben. Sie verweisen von den H(usw.)-Nummern auf die Nummer des jeweiligen Verz. Der GW hat in den ersten sieben Bdn. nur ein «Verz. der angeführten H-Nummern», seit Bd. 8 werden auch die wichtigsten übrigen Bibliographien in Konkordanzen erfaßt. S. Corsten

Siberch (Lair von Siegburg), John (Johann)

(194 words)

Author(s): S. Corsten
* 1476 in Sieglar, † vor 28. 9. 1554 in Siegburg, dt. Buchhändler, Drucker und Buchbinder. Nach Studium an der Univ. Köln (Immatrikulation vom 6. 12. 1492) war S. für seinen Schwager Franz Birckmann als Buchführer tätig. Dann machte er sich selbständig und ließ 1520 bei dem Kölner Drucker Eucharius Cervicornus die «Introductiones in rudimenta graeca» des Richard Croke drucken. Dieser war in Cambridge Professor für Griech. und scheint S. zur Niederlassung in der engl. Stadt veranlaßt zu haben. In…

Mallinckrodt, Bernhard von

(163 words)

Author(s): S. Corsten
* 29. 11. 1591 in Ahlen (Westfalen), 7. 3. 1664 Burg Ottenstein (Westfalen), Domdechant von Münster (1625 — 1664). Der gelehrte Jurist trat 1616 in Köln zum Katholizismus über und gehörte seit 1622 dem Domstift von Münster an. Seine polyhistorischen Interessen fanden ihren Niederschlag in einer Privatbibi, mit mehr als 5 Tsd. Titeln, darunter zahlreichen Inkunabeln. Anläßlich der Zweihundertjahrfeier der Erfindung des Buchdrucks (Gutenbergfeiern) veröffentlichte M. 1640 in Köln «De ortu et progr…

Wattenbach, Wilhelm

(208 words)

Author(s): S. Corsten †
* 22. 9. 1819 in Ranzau (Holstein), † 20. 9. 1897 in Frankfurt am Main, dt. Historiker und Archivar. Nach Abschluß philologischer und historischer Studien arbeitete W. seit 1843 im Rahmen der «Monumenta Germaniae Historica» (MGH) an Quellenveröff. mit, wurde 1854 Provinzialarchivar in Breslau und folgte 1862 einem Ruf auf den Lehrstuhl für Gesch. des MA an der Univ. Heidelberg. 1873–1888 nahm er bei den MGH leitende Funktionen wahr. W. hat der Paläographie durch Lehre und Veröff. den ihr zustehe…

Titel in gemischter Form

(71 words)

Author(s): S. Corsten
nennen die Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl. (PI) in § 206 Sachtitel, die von einem Titel in gewöhnlicher Form, d. h. aus Substantiven und ihren Erweiterungen bestehend, in einen Satztitel übergehen. Jeder Teil wird nach den für ihn vorgesehenen Regeln für die Ordnung herangezogen: 1Mais und 2wo 3er 4wächst. Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) benötigen den Begriff nicht mehr. S. Corsten

Stücktitel

(87 words)

Author(s): S. Corsten
nennen die dt. Regelwerke für die alphabetische Katalogisierung die Haupttitel von (i. d. R.) gezählten, bibliographisch und inhaltlich selbständigen Einzelwerken, die durch einen Gesamttitel zu einem mehrbändigen Werk vereint werden. Der S. erhält eine S.aufnahme, bei der in runder Klammer unter /hinter der Aufnahme der Gesamttitel angeführt wird. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl.en. 3. Aufl. Wiesbaden 1962 (u. ö.), S. 110–113 Haller, K. / Popst, H.: Katalogisierung nach den RAK-WB. 5. Au…

Zell, Ulrich

(404 words)

Author(s): S. Corsten †
aus Hanau am Main, † nach 31. 8. 1507 in Köln, Druckerverleger. Für 1453 wird er in der Univ.matrikel von Erfurt erwähnt. In Köln wurde er in den 1460er heimisch, wie aus der dortigen Matrikel unter dem 17. 6. 1464 hervorgeht. Er war Erstdrucker der Stadt und brachte «Liber Johannis Crysostomi super psalmo quinquagesimo» als Erstdruck heraus (1466 =H 5032, Faks.-Ausg. Köln 1896). Z. produzierte zunächst über Jahre hinweg nur wenig umfangreiche Quartos und kam damit den Wüschen der Geistlichkeit …

Waldvogel (Waldfoghel), Prokop

(186 words)

Author(s): S. Corsten †
1444–1446 in Avignon tätiger Silberschmied, der als Hussit aus Prag emigriert war. W. erteilte gegen Honorar verschiedenen Personen Unterricht in einem Verfahren «artificialiter scribendi» und verfügte dafür u. a. über Alphabete und Formen aus Stahl und Zinn sowie eine Spindel. Die Lehrverträge wurden vor einem Notar abgeschlossen, und die Schüler mußten sich zu strikter Geheimhaltung verpflichten. Die Parallelitäten zu Gutenbergs Straßburger Tätigkeit liegen auf der Hand und haben eine Fülle vo…

Turner, Heinrich

(98 words)

Author(s): S. Corsten
† Frühsommer 1477 in Toulouse, aus Basel stammender Drucker. T. wurde 1460 an der Univ. Basel immatrikuliert. Er arbeitete als Drucker, wie aus Aktenfunden hervorgeht, und mußte die Stadt 1475 wegen seiner Schulden verlassen. Er wandte sich nach Toulouse, wo er vor allem juristische Werke druckte. Bald ging er mit dem aus Heidelberg stammenden Kunstgenossen Johann a Parix eine Geschäftsverbindung ein. Dieser druckte nach T.s Tod mit dessen Material, einer gotischen Type, eine Zeit lang weiter. T…

Viotto

(152 words)

Author(s): S. Corsten †
Buchdruckerfamilie in Parma. Antonio V. (1508 bis 1544 tätig) verlegte u. a. Werke des ital. Renaissance-Dichters Graf Baldassare Castiglione (1478–1529) mit den Erscheinungsjahren 1530 und 1532. Er druckte auch Gedichte von Gräfin Vittoria Colonna (1492–1547)im Jahr 1538. Set Viotto, Neffe des Antonio, wirkte 1534 bis 1579; dessen Sohn Erasmus führte das Unternehmen bis 1611 weiter. Dieser brachte 1581 u.a. eine Ausg. von «La Gerusalemme liberta» des Torquato Tasso (1544–1595) heraus. Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc. Holzschnitt nach einer Zeichnung von V.: Notre…

Ratinck de Berka, Amplonius

(342 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1365 in Rheinberg (Niederrhein), um Ostern (17. 4.) 1435 in Köln, Mediziner und Bibliophile. Nach Studium in Prag (1387 Magister artium), Köln (1391) und Erfurt (1392 Doctor medicinae; 1394 Rektor der Univ.) lehrte er 1399 — 1435 als Professor der Medizin in Köln. Seit 1401 wirkte er als Hofarzt bei Erzbischof Friedrich von Saarwerden und gelangte in den Besitz von Pfründen an der Domkirche in Köln (1415) und dem St. Viktorstift in Mainz (1417 bis 1423 Dechant). R. sammelte in großem Stil H…

Registrum

(293 words)

Author(s): S. Corsten
kann in Ink. und Frühdrucken die inhaltliche Erschließung (Inhaltsverz., tabula im Sinne von Register) bezeichnen. Daneben kommt dem Wort eine bes. buchtechnische Bedeutung zu. Das R. war ein für den Käufer oder den Buchbinder bestimmtes Hilfsmittel, die richtige Reihenfolge der Lagen und ihre Vollständigkeit zu überprüfen. Es kommt vor allem in ital. Drucken des 15. Jh.s vor und hat hier die unterschiedlichsten Benennungen: R. quinternionum (quaternorum) oder auch R. foliorum bzw. chartarum u. a. m. Mannigfal…

Schurener, Johannes

(122 words)

Author(s): S. Corsten
1474–1478 in Rom wirkender dt. Druckerverleger. Der aus Boppard am Rhein stammende S. arbeitete zunächst mit Johannes Nicolai Hanheymer aus Oppenheim zus.; die Genossen brachten am 25. 11. 1474 ein «Formularium instrumentorum», d. i. eine später immer wieder gedr. Formularslg. des kanonischen Rechts, heraus (GW 10 197). Alsbald folgte die «Historia Bohemica» des Aeneas Silvius (H 255, 14. 7. 1475). Das Verlagsprogramm S.s zeichnete sich durch Reichhaltigkeit und Originalität aus. Als Erstdruck k…

Buchstabe

(104 words)

Author(s): S. Corsten
Als B. bezeichneten die germanischen Sprachen (ausgenommen das Gotische) das Einzelzeichen der lat. Schrift (littera). In der Runenschrift, die vorwiegend auf Holz, Stein oder Metall geschrieben wurde, hieß das einzelne Zeichen (Runen-) Stab, wofür es Belege im Altnordischen, Angelsächsischen und im Altsächsischen gibt. Der B. ist also das im Buch, d. h. in dem durch die christliche Mission zu den Germanen gekommenen Codex, verwendete Zeichen. Durch das Aussterben der Runenschrift wurde der B. s…

Limburg, Johann

(129 words)

Author(s): S. Corsten
aus Aachen stammender Erstdrucker von Munster in Westfalen, 1485 — 1488 nachweisbar. L. scheint auf keinen grünen Zweig gekommen zu sein. Er besaß nur zwei Text– und eine Auszeichnungsschrift und druckte überwiegend Kleinschrifttum. Sein bedeutendstes Werk ist das «Breviarium Monasteriense» (GW 5403), das allem Anschein nach 1488 vollendet wurde. L. blieb der einzige Drucker in Münster wahrend des 15. Jh.s. S. Corsten Bibliography Droz, E.: Die «Regule Remigü», eine unbekannte münsterische Ink. aus dem Jahre 1486. In: Ex officina literaria. Beiträge zur Gesc…

Esel

(57 words)

Author(s): S. Corsten
hieß in der alten Buchdruckersprache ein länglicher Klotz, mit dem man dem Papierstapel an der Presse die erforderliche Höhe gab, um das Ausstreichen und Wegnehmen der Bogen zu erleichtern. Das geschah, indem man den E. auf die Längs- bzw. die Breitseite stellte. S. Corsten Bibliography Neuburger, H.: Encyklopadie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND 1984), S. 63.

Koberger, Anton

(412 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1440/1445 in Nürnberg(?), † 3. 10. 1513 cbd., Buchhändler und Druckerverlcger. K. wurde reich vor allem durch seinen ausgedehnten und wohlorganisierten Buchhandel, für den er ein dichtes Netz von Agenturen schuf, das von den Niederlanden bis nach Polen, von Norddeutschland bis nach Oberitalien und Ungarn reichte. Er verstand es, die Produktion ital. Pressen über sein Unternehmen laufen zu lassen und den Handel damit für die Länder nördlich der Alpen an sich zu ziehen. Seit 1470 wohnte er in…

Wirsung, Max

(42 words)

Author(s): S. Corsten †
war ein begüterter Augsburger Kauf-mann. Er verband sich 1518 mit dem dortigen Stadtarzt und Apotheker Sigmund Grimm und betrieb eine Druckerei. Er schied aber schon im Frühjahr 1522 aus dem emeinschaftsunternehmen wieder aus. S. Corsten † Bibliography Benzing S. 16.

Riederer, Friedrich

(96 words)

Author(s): S. Corsten
aus Mülhausen im Hegau stammender dt. Drucker. R. gründete 1493 in Freiburg im Breisgau eine Offizin, die bis 1499 arbeitete. Mit einem bescheiden ausgestatteten Typenapparat druckte er u.a. Briefsteller, Anleitungen zur Rhetorik und ein von ihm selbst verf. Formelbuch zur Abfassung von Briefen und Urkunden. R.s xylographisches Titelbl. zum «Spiegel der wahren Rhetorik» (H 13914) mit dem Signet des Druckers wird dem jungen Albrecht Dürer zugeschrieben. S. Corsten Bibliography Benziger, C.: Inkunabeldrucke der F. R.schen Offizin in Freiburg i.Br. In: ZfB 31. 1914, S. 108 — 113 Geld…

Pücher, Vitus

(125 words)

Author(s): S. Corsten
aus Moosburg an der Isar stammender dt. Drucker in Rom, dort 1471 — 1482 nachgewiesen. Da P. u.a. im Vorwort des «Digestum novum» von Johannes Guarinus (GW 7701) als Drucker juristischer Werke gepriesen wird, hat man ihm die in Rom «Apud sanctum Marcum» 1475 — 1478 arbeitende Offizin zugeschrieben, denn aus ihr sind zahlreiche große juristische Quellentexte und Kommentare hervorgegangen. Aus demselben Grunde könnte auch die 1473 — 1474 in Rom unter der Adresse «Apud sanctum Eustachium in domo An…

Trithemius, (Trittenheim), Johannes

(236 words)

Author(s): S. Corsten
* 1. 2. 1462 in Trittenheim bei Trier, † 13. 12. 1516 in Würzburg, Benediktinerabt und Humanist. T. trat 1482 in das Benediktinerkloster Sponheim bei Kreuznach ein und wurde schon bald dessen Abt. Er machte die Abtei zu einem Zentrum der Gelehrsamkeit und der von Bursfeld ausgehenden Reformbewegung des Ordens. Unter ihm wuchs die Bibl. des Klosters von 48 auf ca. 2 Tsd. Bde., manche schrieb er selbst. Seine Hochschätzung des mönchischen Schreibwesens brachte er in «De laude scriptorum» (Mainz 14…

Fuß

(83 words)

Author(s): S. Corsten
heißt in der Buchdruckersprache der untere Abschluß der Kolumne (daher auch Fußnote), der obere Abschluß wird dementsprechend Kopf genannt. Die Stützen unter der tischartig gestalteten Führung des Karrens werden bei der Tiegelpresse ebenso wie das Stück Holz, das an den senkrechten Streben zur Sicherung der Standfestigkeit angebracht ist, als Füße bezeichnet. S. Corsten Bibliography Neubürger, H.: Encyklopädie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND Leipzig 1984), S. 99–100 Wolf, L.: Terminologische Untersuchungen zur Einführung des Buchdrucks im franz. Sprachg…

Vivian, Mathieu

(88 words)

Author(s): S. Corsten †
franz. Drucker, brachte 31. 3. 1490/ 1491 in Orleans den «Manipulus curatorum» des Guido de Monte Rochen in einer lat.-franz. Ed. heraus (GW 11834). Sein Druckerzeichen weist als Monogramm MV in einer Herzform, überragt von einem Kreuz auf. Über dem waagerechten Kreuzbalken liest man IHS (= Jesus) und M (= Maria). Weitere Texte aus der Offizin von V. sind nicht überliefert. S. Corsten † Bibliography Meyer, W. J.: Die franz. Druck- und Verlegerzeichen des 15. Jahrhunderts. München 1926 (ND Hildesheim / New York 1970), S. 70.

Hauptaufnahme

(148 words)

Author(s): S. Corsten
Nach den Instruktionen für die alphabetischenKat. der preußischen Bibl.en (Preußische InstruktionPI) bietet die H. eine möglichst genaue Beschreibungder Veröff. und gliedert sich in den «Kopf» derAufnahme (mit den für die Einordnung maßgeblichenOrdnungswörtern) und in ihren Text. Dieser besteht ausder Wiedergabe des Titels und den bibliographischenAngaben. In bestimmten Fällen kann noch die Angabevon Besonderheiten hinzukommen. Von den H.n sinddie Verweisungen zu unterscheiden, die zum leichtere…

Typenvergleich

(229 words)

Author(s): S. Corsten
Das Schriftbild eines Druckes (Stil, Formen, Schriftgrad) sind ein wichtiges Hilfsmittel für die zeitliche und örtliche Herkunftsbestimmung. Hauptziel des T.s ist der Nachweis, daß die Schrift eines unfirmierten Druckes mit der eines firmierten identisch ist. In diesem Fall spricht vieles dafür, daß beide aus derselben Werkstatt stammen. Das gilt vor allem für die Frühdruckzeit, als die Drucker sich ihre Lettern selbst schufen und sich dabei an den Schreibtraditionen ihres Standortes orientierte…

Papierpreise

(579 words)

Author(s): S. Corsten
1. Frühdruckzeit Für die P. des ausgehenden MA fehlt es nicht an Quellenzeugnissen in Rechnungen und anderen Akten. Sie sind aber wegen der unübersichtlichen Währungsverhältnisse und der meist fehlenden Angaben über Format und Qualität schwierig miteinander zu vergleichen. Andererseits sind die P. von großem wiss. Interesse, weil sie einen wesentlichen Teil der Produktionskosten des Buches ausmachten. Eine Vorstellung davon kann die noch lange auf den Buchmessen übliche Regelung vermitteln, daß fü…

Überhänge

(114 words)

Author(s): S. Corsten
waren beim Bleisatz die den Schriftkegel oben oder seitlich überragenden Teile des Buchstabens. Bei den zur Seite überhängenden wie z. B. dem F / f dienten sie dem einwandfreien Anschluß. Über den Kegel hinausragende Ü. waren bei mit Akzenten oder punktierten Schriften sowie Schreibschriften hilfreich. Beim Satz war darauf zu achten, daß die überhängenden Teile des Buchstabens über dem Fleisch der benachbarten Letter platziert wurden. Überhänge. Sogenannte Stützschrift. 1892. Übergeordneter Titel. Sammelband mit Aufsätzen verschiedener Autoren. S. Corsten Bibliography Neub…

Gerson, Johannes

(154 words)

Author(s): S. Corsten
* 14. 12. 1363 in Gerson bei Rethel (Département Ardennes), † 12. 7. 1429 in Lyon, franz. Theologe und Kirchenpolitiker, «doctor christianissi-mus». In den Auseinandersetzungen der Zeit um eine Reform der Kirche vertrat er die «konziliaristische» Richtung, d. h. er sah in einem Konzil die höchste Autorität, der sich auch der Papst beugen müsse. Auf dem Konzil von Konstanz (1414—1418) übte er in diesem Sinne großen Einfluß aus. G. war ein überaus fruchtbarer Schriftsteller, der sich bes. für eine…

Denidel, Antonius

(99 words)

Author(s): S. Corsten
als Drucker in Paris nachgewiesen von 1495 bis 1501. D. brachte u. a. viele klassische Autoren heraus und arbeitete zeitweise mit den Kunstgenossen Nicolas de la Barre und Robert de Gourmont zusammen. Er war Magister artium und führte ein Signet, auf dem die Heiligen Nikolaus und Katharina einen Schild mit dem Monogramm A D halten. S. Corsten Bibliography Claudin A.: Histoire de l'imprimerie en France au XVe et auXVIe siècle. T. 2. Paris 1901, S. 261–262 Meyer W. J.: Die franz. Drucker- u. Verlegerzeichen des XV. Jh.s. München 1926 (ND Hildesheim/New York 1970), S. 83 u. 105

Tresser, Johannes

(86 words)

Author(s): S. Corsten
aus «Hoestet», d. i. Höchstädt an der Donau, stammender dt. Drucker, der als Mitglied der Druckergemeinschaft Germani fidelissimi in den 1480er und 1490er Jahren für Francesco del Tuppo in Neapel arbeitete. Am 17. 7. 1498 veröff. er zus. mit Martin von Amsterdam auf eigene Rechung «De liberalitate, de beneficentia, de magnificentia, de splendore, de convivantia» des Humanisten Johannes Jovianus Pontanus (H 13259). Die Schlußschrift des Werkes kündet als letzte von der Existenz des Mannes. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 2, S. 129–130 und 135–136

Weisweiler, Max

(123 words)

Author(s): S. Corsten †
* 17. 4. 1902 in Köln, † 2. 3. 1968 in Rheinbach (bei Bonn), dt. Orientalist und Bibliothekar. Nach dem Studium der orientalischen Sprachen an verschiedenen Univ. (Promotion: Tübingen 1923) trat er 1924 in den Bibl.dienst und legte 1927 die Fachprüfung für den höheren Dienst ab. 1932 wurde er zu Hss.studien in der Türkei beurlaubt, 1938 übernahm er die Leitung der Orientabt. an der Preußischen SB Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte er zur UB Bonn; an der dortigen Univ. wirkte er seit 19…

Koblenz

(700 words)

Author(s): S. Corsten
1. Buch- und Pressewesen. Das 1547 von dem Kölner Druckerverleger Eucharius Cervicomus gedruckte Missale Trevcrcnse nennt zwar K. im Erscheinungsvermerk; es ist aber fraglich, ob das Buch wirklich hier entstanden ist. Erst 1702 kam es zur Gründung einer Buch- und Zeitungsdruckerei durch Theodor Burggraf, dem 1704 sein SchwiegersohnJ. F. Krabben ( 1731) folgte. Seine Erben führten die Firma bis ins 19. Jh. hinein fort. Unter dem Einfluß der Aufklärung wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s weitere…

Vocabularius ex quo

(279 words)

Author(s): S. Corsten †
Die lat. Sprache spielte in der geistig-geistlichen Welt des MA eine überragende Rolle. Groß war der Bedarf an entsprechenden Nachschlagewerken, die den Zugang zu der damals noch nicht als tot geltenden Sprache erleichtern sollten. Schon 1460 ersch. in Mainz das gewichtige «Catholicon» des Johannes Balbus (GW 3182). Wenige Jahre später brachte im nahen Eltville Heinrich Bechtermünze am 4. 11. 1467 mit dem V. ein Handb. für weite Kreise heraus, das erklärtermaßen neben dem Catholicon aus einschlä…

Lage

(361 words)

Author(s): S. Corsten
Den Buchblock des ma. Codex und nach seinem Vorbild auch des modernen Buches bilden —zumindest einmal - gefalzte Bogen von Papyrus, Pergament und heute überwiegend Papier. Bei den größeren Formaten (2° und 4 0 ) werden mehrere Bogen ineinander gelegt. Bei den handschriftlichen Folianten waren das meist vier Doppelbl., so daß die dafür übliche lat. Bezeichnung «quaternio» auch die Sache an sich benannte. Der in der dt. Fachsprache übliche Begriff L. läßt dagegen die Zahl der zusammengehörigen Bog…

Henkis (Henckis, Hancquis), Konrad

(96 words)

Author(s): S. Corsten
†1481 in Frankfurt, Buchhändler. Der aus Godesberg stammende H.war Geschäftsgenosse von Peter Schöffer, der für diesen Forderungen in Paris und Lübeck eintrieb. Er heiratete nach dem Tod von Johann Fust († 30. 10. 1466) dessen Witwe und erwarb 1476 das Bürgerrecht von Frankfurt am Main. S. Corsten Bibliography Kapp, F. / Goldpriedrich, J.: Gesch. des dt. Buchhandels. Bd. I.Leipzig 1886 (ND Leipzig 1970), S. 69–73, 759–762 Zülch, W. K. / Mori, G.: Frankfurter Urkundenbuch zur Frühgesch. d.Buchdrucks. Frankfurt 1920, S. 18 Lehmann-Haupt, H.: Peter Schoeffer of Gernsheim and Mai…

Fußnoten

(94 words)

Author(s): S. Corsten
heißen die Anmerkungen, wenn sie unter die Kolumne (Textseite) gesetzt werden. Es ist anzustreben, daß die F. zus. mit dem erläuterten Text auf dieselbe Seite zu stehen kommen. Die jeweils letzte F. sollte zumindest auf derselben Seite beginnen. Die Einhaltung dieses Grundsatzes kann den Umbruch mitunter sehr erschweren. Im übrigen gelten für die F. dieselben Regeln wie für die Anmerkungen. Die F. können darüber hinaus dem Text gegenüber etwas eingezogen und von diesem durch eine Linie getrennt werden. S. Corsten Bibliography Neubürger, H.: Encyklopädie der Buchdruckerkunst.…

Verballhornen

(66 words)

Author(s): S. Corsten
(auch: Ballhornieren u. ä.). Dem Lübekker Buchdrucker Johann a Bal(l)horn d. J. (1575–1603) wurde vorgeworfen, die 1586 bei ihm gedr. hochdt. Bearbeitung des Lübischen Stadtrechts durch gutgemeinte, aber mißglückte Eingriffe in den Text verdorben zu haben. Von daher leitet sich die Bezeichnung für Verschlimmbessern ab. Kluge, F./Seebold, E.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 23. Aufl. Berlin / New York 1999, S. 854–855. S. Corsten

Westval, Joachim

(98 words)

Author(s): S. Corsten †
aus der märkischen Hansestadt Stendal stammender Drucker, arbeitete 1483 / 1484 zus. mit Albert Ravenstein in Magdeburg. Die Gesellschafter besaßen nur eine einzige Schrift und druckten bevorzugt theologische Gebrauchsliteratur, u. a. ein niederdt. Plenarium (H 6749 = 20. 12. 1484). Das gemeinsame Wirken war nicht von Dauer, und W. ist seit Weihnachten 1486 für drei Jahre in seiner Heimatstadt Stendal nachweisbar. Er arbeitete mit Typen, die er von Kunstgenossen bezog und veröff. 1488 einen niederdt. Sachsenspiegel (GW 9262). Sein Signet zeigt einen Löwen mit Wappenschild. S. Co…

Fragmentarischer Text

(70 words)

Author(s): S. Corsten
(auch fragmentarisches Werk) wird ein literarisches Werk genannt, das von seinem Autor nicht vollendet wurde. Typische Beispiele sind Schillers «Demetrius», der durch den Tod des Dichters unvollendet blieb, und Goethes «Faust. Ein Fragment», den Goethe 1790 unvollendet veröffentlichte. Nach den dt. Regelwerken für die alphabetische Katalogisierung gilt ein derartiger Text nicht als Fragment, sondern als normale Einzelschrift. Er erhält daher keine zusätzliche Bezeichnung zur Titelangabe. S. Corsten

Schulz, Ernst

(137 words)

Author(s): S. Corsten
* 8. 10. 1897 in Danzig, † 19. 12. 1944 in München, dt. Antiquar und Privatgelehrter. Nach mediävistisch ausgerichtetem Studium und Promotion (1923) arbeitete S. in dem Münchener Antiquariat Jacques Rosenthal, wo er gründliche Kenntnisse auf dem Gebiet der ma. Hss. und der Ink. erwarb. Nach einigen Jahren zog er sich ins Privatleben zurück und widmete sich lit. und buchkundlichen Studien. Die Kommission für den GW zog ihn als Berater heran, das Vorwort von Bd. 5 des GW rühmt seine Mitarbeit an d…

Colini, Johannes

(100 words)

Author(s): S. Corsten
Karmeliter, steht zus. mit Gerhardus de Nova civitate in der Schlußschrift der »«Ammonitiones ad spiritualem vitam utiles (H 9136), die 1482 in Metz gedruckt wurden. Verwendet wurde dafür aus Köln stammendes Typenmaterial, mit dem drei weitere Drucke gesetzt wurden (GW 70, H 14906, C 4513). Ob der Ordensmann auch für die 1481 mit derselben Texttype in Trier gesetzten Drucke verantwortlich gemacht werden darf, ist sehr fraglich. S. Corsten Bibliography Corsten, S.: Der Erstdrucker von Trier und Metz. In: Refugium animae bibliotheca. Festschrift für Albert Kolb. Wie…

Winterburger, Johannes

(180 words)

Author(s): S. Corsten †
*um 1460 in Winterburg bei Bad Kreuznach, † 1519 in Wien, Buchdrucker. Mit W. wurde die Druckkunst 1492 in Wien dauernd heimisch («Satirae» des Persius, H 12718). Er war ein tüchtiger und vielseitiger Typograph, der mit Textschriften, Initialen und Zierbuchstaben gut ausgestattet war und über umfangreiches Abb.material verfügte. Er druckte theologische und antike Literatur, veröff. Werke der zeitgenössischen Humanisten (z. B. Konrad Celtis, GW 6462, 6469 und 6470) und scheute auch vor den Schwie…

Linde, Antonius von der

(161 words)

Author(s): S. Corsten
* 14.11. 1833 in Haarlem, 13. 8. 1897 in Wiesbaden, Pfarrer und Bibliothekar. L. ist als äußerst streitbarer Verfechter der Ansprüche von Johannes Gutenberg auf die Erfindung der Buchdruckerkunst in die Gesch. eingegangen. Er führte nach eigenem Urteil seinen «persönlichen Kulturkampf» gegen die vor allem in den Niederlanden vertretene Ansicht, Laurens Janszoon Coster habe in Haarlem den Buchdruck erfunden. Das habe ihn, so L., «Heimat und Vermögen gekostet». Er fand 1871 eine Anstellung an der …

Interne Kollation

(194 words)

Author(s): S. Corsten
(für engl, internal collation) ist die Vergleichung von möglichst vielen Ex. der Ausg. eines Textes, welche die Grundlage für die «kritische» Edition eines Textes bildet. Sie tritt neben die sog. «historische Kollation», der es um die Untersuchung der verschiedenen Ausg. eines Werkes geht mit dem Ziel, den authentischen Wortlaut zu ermitteln. Die i. K. geht von der Feststellung aus, daß in der Handpressenzeit (und zuweilen auch noch später) meist keine vollst. identischen Ex. einer Ausg. oder Au…

Kölnische Chronik

(272 words)

Author(s): S. Corsten
(Die Cronica van der hilliger Stat van Coellen). Das annalistisch angelegte Werk, dessen Verf. sich nicht nennt, wurde am 23. 8. 1499 von Johann Koelhoff d.J. vollendet (daher auch: Koelhoffsche Chronik). Als dt.sprachiges Buch ist es in einer oberrheinischen Bastarda gesetzt, für Kapitelüberschriften usw. standen zwei gotische Auszeichnungsschriften zur Verfügung. Möglicherweise nach dem Vorbild der Weltchro-König Fnik von Hartmann Schedel (H 14508 u. 14510) ist die K. C. reich mit Holzschnitte…

Friburger, Michael

(108 words)

Author(s): S. Corsten
Drucker in Paris. F. stammte aus Kolmar und erwarb 1463 in Basel den Grad eines Magister artium. Zus. mit Martin Crantz und Ulrich Gering begann er 1470 in der Sorbonne zu drucken. Im Frühjahr 1473 verließen die Genossen die Univ. und gründeten in der Buchhändlerstraße St. Jacques ein neues Unternehmen. In einem Druck vom 30. 1. 1477 (H 6764) werden Crantz und F. zum letzten Mal erwähnt. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 2, S. 189–192 Veyrin-Forrer J. : Les premiers ateliers typographiques parisiens. In: Villes d'imprimerie et …

Sammelausgabe

(146 words)

Author(s): S. Corsten
Bes. im 18. Jh. kam es häufig vor, daß ein Verlag ein Werk gleichzeitig als Einzelausg. und als S. veröffentlichte. Dabei war der Satz in beiden Ausg. normalerweise identisch; nur die Titelbl. und meist auch die Paginierung mußten neu gesetzt werden. So liegen die beiden ersten Aufl. von Lessings «Minna von Barn-helm» (1767 und 1770) als Einzelveröff. und in der S. «Lustspiele» vor und zwar von demselben Satz (bei der 1. Aufl. überwiegend!). Wegen der Satzidentität sind beide Ausg. für die Textk…

Potthast, Franz August

(159 words)

Author(s): S. Corsten
* 13. 8. 1824 in Höxter (Westfalen), 13. 2. 1898 in Leobschütz (Oberschlesien), dt. Historiker und Bibliothekar. Nach Tätigkeit 1862 bis 1874 an der Kgl. Bibl. Berlin leitete P. 1874 — 1894 die Bibl, des Dt. Reichstags, deren gedr. Kat. er 1877 und 1882 herausgab. Bes. verdient machte sich P., der auch Mitarbeiter an den Monumenta Germaniae Historica war, durch seine große Quellenkunde «Bibliotheca historica medii aevi. Wegweiser durch die Geschichtswerke des europäischen MA 375 — 1500» (2 Bde. …

Schabeler (gen. Vatinsne, Battenschne u. ä.), Johannes

(151 words)

Author(s): S. Corsten
*um 1460 in Botwar bei Marbach, † um 1515 in Basel (?), dt. Verleger und Buchhändler. Der im Wintersemester 1473/1474 an der Univ. Basel immatrikulierte S. beteiligte sich 1483 und 1484 an zwei Werken, die Matthias Huß in Lyon gedr. hat: Boccaccio «De casibus virorum illustrium» in franz. Sprache (GW 4433) und dem «Breviarium totius juris canonici» des Paulus Florentinus (HC 7160). Er heiratete um diese Zeit in eine Lyoner Kaufmannsfamilie ein, hat aber auch weiterhin enge Beziehungen nach Basel…

Serienwerke

(241 words)

Author(s): S. Corsten
oder Schriftenreihen sind fortlaufende Veröff. mit einem Gesamttitel für das ganze Werk und einem Stücktitel für die einzelnen Teile («Stücke»). Diese stammen von verschiedenen Verf., sind bibliographisch selbständig und meist gezählt. Die Zusammengehörigkeit wird zudem durch ein einheitliches Erscheinungsbild (Format, Einband, Gestaltung des Titelblattes) augenfällig gemacht. S. stellen einen wichtigen Teil der Buchproduktion dar und finden ihre Erklärung in der Verkaufspolitik der Verlage. Die…

Fuchs (Alopecius, Vulpes), Hero

(153 words)

Author(s): S. Corsten
ist als Drucker in Köln 1520–1542 nachweisbar. Er war als Lohndrücker für Eucharius Cervicornus, Peter Quentel und Gottfried Hittorp tätig, druckte aber auch auf eigene Rechnung. Er brachte vor allem theologische Lit. heraus (insgesamt ca. 100 Titel bekannt). Zeitweise scheint er der neuen Lehre angehangen zu haben, wie u. a. aus den von ihm besorgten niederdt. bzw. niederl. Ausg. von Luthers Ubers, des NT geschlossen werden kann. Er führte vier Fassungen eines Signets mit seiner Handelsmarke. V…

Verstechen

(190 words)

Author(s): S. Corsten †
Wegen der komplizierten Münzverhältnisse und aus vielen anderen Gründen suchten die Verleger und Buchhändler während der Messen die Barzahlung zu vermeiden und tauschten lieber Ware gegen Ware auf der Basis des Umfangs (Bogen gegen Bogen). Dieser Tauschhandel hieß V. und wurde vor allem im 17. und 18. Jh. praktiziert. Er war aber wohl bereits früher üblich, der älteste Beleg für Namen und Verfahren ist von 1500. Auf diese Art und Weise konnten trotz der ungünstigen Zeitverhältnisse große Sortime…

Dibdin, Thomas Frognall

(266 words)

Author(s): S. Corsten
* 1776 in Kalkutta, † 18. II. 1847 in London, engl. Bibliograph. Als Bibliothekar (seit 1805) von G. J. Earl of Spencer, Lord Althorp (1758–1834), verwaltete er eine ungewöhnlich reiche Slg. an alten Drucken, insbes. von Erstausg. griech. und lat. Klassiker, und baute sie durch sachkundige Ankäufe aus. D. verfaßte zahlreiche bibliographische Arbeiten, darunter eine vierbändige «Bibliotheca Spenceriana» (1814–1815), zwei Bde. «Aedes Althorpianae» (1822) und den «Descriptive Catalogue of the Books…

Burgdorf

(50 words)

Author(s): S. Corsten
(Kanton Bern/Schweiz). In B. druckte 1475 bis 1476 ein Unbekannter sechs theologisch erbauliche Schriften, darunter drei Ausg. des Pseudo-Bcrnardus «Sermo de humana miseria» (GW 4065-4067). Er verwendete eine Schrift von süddt. Charakter, die insbes. durch ein «J mit aufgeworfenem Rüssel» auffallt. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. i, S. 223.

Uguleto, Angelo

(73 words)

Author(s): S. Corsten
war 1473–1500 in Parma als Buchdrucker tätig und brachte zahlreiche humanistische Werke heraus. Erwähnenswert sind die auf Pergament gedr. Statuten der Stadt Parma von 1494 (HC 15016). U. verwendete zwei unterschiedliche Druckerzeichen. Ihm folgte 1500–1526 Francesco U., sein Sohn. S. Corsten Bibliography Husung, M. J.: Die Drucker- und Verlegerzeichen Italiens im 15. Jh. München 1929, S. 54 Fava, D.: Libri membranacei stampati in Italia nel Quatrocento. In: Gut.-Jb. 1937, S. 55–78.

Skribent

(83 words)

Author(s): S. Corsten
von lat. scribens / scribentis = der Schreibende. Der Anfang des 16. Jh.s aufgekommene Begriff (Martin Luther) hatte zunächst die allg. Bedeutung «Schriftsteller, Autor, Verf.» und wurde vor allem für Dichter und Schriftsteller der Antike und kirchliche Autoritäten angewendet. Seit Mitte des 18. Jh.s entwickelte sich die heutige, abwertende Geltung «Vielschreiber, Schreiberling». Daneben kam im 19. Jh. die ironisch gemeinte Bezeichnung «Skribifax» auf. S. Corsten Bibliography Schulz, H. / Basler, O.: Dt. Fremdwb. Bd. 4. Berlin / New York 1978, S. 228–229.

Woensam von Worms, Anton

(309 words)

Author(s): S. Corsten †
* um 1495 in Worms (?), † 1541 in Köln, Maler und Holzschnittkünstler. Der seit 1517 in Köln nachweisbare W. war dort für Jahrzehnte der bedeutendste Vertreter seines Fachs, der das Stilgefühl der Renaissance am Rhein eingeführt hat. Neben zahlreichen Gemälden schuf er vor allem Buchschmuck (Titelholzschnitte, Abbildungen, Initialen und Signete). Damit erlebte der Holzschnitt auch in Köln eine Blütezeit, wenn auch viele von W.s Werken Übernahmen und bloße Nachschnitte von Schöpfungen anderer Kün…

Olpe, Johann Bergmann von

(201 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1460 in Olpe / Sauerland(?), †1532 in Basel, Humanist und Druckerverleger. Nach Studium an der Univ. Basel wurde O. zum Priester geweiht und gehörte seit 1482 dem Domkapitel Basel an. Seinen humanistischen und bibliophilen Neigungen kam er u.a. dadurch nach, daß er 1494–1499 eine Druckerwerkstatt betrieb. Dort ersch. sorgfältig gemachte Ausg. der Werke führender Humanisten (J. Reuchlin, J. Locher, J. Wimpheling), aber auch Flugschriften zu aktuellen Ereignissen. Ein Diurnale Basi-liense (GW…

Eckert van Homberch, Henrik

(187 words)

Author(s): S. Corsten
† zwischen 13. 11. 1523 und 27. 5. 1524, niederl. Druckerverleger und Buchhändler. Führte auch den Übernamen «Butzbach», was nicht auf seine Herkunft, sondern auf bes. Beziehungen zu dieser Stadt, insbes. zu dem dortigen Fraterherrenhaus, hinzuweisen scheint. E. stammte allem Anschein nach aus Homberg am Niederrhein (gegenüber Duisburg) und kam 1487 nach Köln, wo er in die Universitätsmatrikel eingetragen wurde. Seit 1498 ist E. in Delft als Nachfolger des Christian Snellært nachweisbar, er wand…

Wenssler, Michael

(303 words)

Author(s): S. Corsten †
*um 1445 in Straßburg, † 1512 (?) in Lyon, dt. Druckerverleger. W. wurde am 1. 5. 1462 bei der Univ. Basel immatrikuliert und erwarb am 8. 6. 1473 das Bürgerrecht der Stadt. Er gehörte der Safranzunft an, trat 1472 als Buchdrucker in Erscheinung. Er kam zu Vermögen und kaufte zus. mit seiner Ehefrau Margarete den «Hoffzu Ryn». Nachdem er 1476 / 1478 1.600 Gulden versteuert hatte, sank die zu versteuernde Summe von 1.480 auf 1.000 Gulden. Die darin zum Ausdruck kommende Verschlechterung seiner Ve…

Silber (Argentus, Franck), Eucharius

(214 words)

Author(s): S. Corsten
aus der Diözese Würzburg stammender Druckerverleger, der 1480–1510 in Rom am Campo di fiore seine Offizin betrieb. S. war ein vielseitiger Unternehmer, der u. a. auch der Kurie offiziöse Drucksachen wie Bullen und Ansprachen lieferte. Er druckte zahlreiche Ausg. von klassischen Auto-ren und beschäftigte dabei führende Humanisten als Hrsg. und Kommentatoren. Diese ließen auch eigene Schriften bei S. drucken, so z. B. der «poeta laureatus» Hermolaus Barbarus (1454–1493) seine «Castigationes Plinia…

Lempertz, Mathias

(247 words)

Author(s): S. Corsten
Buchhandlung in Bonn. Das von Johann Mathias Heberle in Köln 1802/1811 gegr. Antiquariat wurde seit 1840 von Heinrich L. geleitet. Dieser gründete 1844 in Bonn eine Filiale, die sein Bruder Mathias L. (* 1821, † 12. 4. 1886) seit 1854 unter seinem Namen und auf eigene Rechnung weiterführte. Das Unternehmen machte sich trotz starker Konkurrenz in der kleinen Universitätsstadt bald einen Namen mit der Versteigerung der Bücherslg. berühmter Zeitgenossen (u.a. der von A. W. von Schlegel, 1845; E. M.…

Ter Hoernen, Peter

(99 words)

Author(s): S. Corsten
Bruder von Arnold Ter Hoernen, erbte zus. mit dessen Witwe das Haus «Zum Lamm». Sein Name erscheint ein einziges Mal in einer Schluß-schrift: Johannes Gerson, Opusculum tripartitum, 20. 5. 1486 (GW 10782). Das Buch ist mit der Type 2 des Nikolaus Goetz gesetzt, die auf einen größeren Kegel gegossen wurde. Mit dieser Schrift wurden noch fünf weitere Werke gedruckt. Das Unternehmen T.s kann daher nur kurze Zeit existiert haben. S. Corsten Bibliography Voulliéme, E.: Der Buchdruck Kölns bis zum Ende des 15. Jh.s. Bonn 1903 (ND Düsseldorf 1978), S. lxiv–lxv, vxxix Geldner Bd. 1, S. 100–102.

Umschlagtitel

(65 words)

Author(s): S. Corsten
heißt der vom Verleger auf dem Originalumschlag oder -einband (daher auch Einbandtitel gen.) angebrachte Titel. In einem erweiterten Sinn ist auch der Rückentitel als U. zu verstehen. Für die Titelaufnahme wird er nur ausnahmsweise herangezogen (RAK-WB § 26,3). S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl.en. 3. Aufl. (u. ö.) Wiesbaden 1962, S. 20 und 37.

Heft

(114 words)

Author(s): S. Corsten
ist eine im 16. Jh. aufkommende Bezeichnung für ein buchbinderisches Produkt, das aus mehreren gefalteten Bogen besteht, die mit einem Umschlag aus Papier oder Karton versehen und in der Faltung mit Faden oder Draht zusammengeheftet sind. Für Schreibzwecke als Schreibh., Schulh. vor allem im Unterricht verwendet. Im Verlags- und Pressewesen heißen die einzeln ersch. Teile eines Zs.jahrgangs oder Lieferungswerkes H.e. Auch in sich abgeschlossene Veröff. (meist geringeren Umfangs) können als H.e V…

Solidi (Schilling), Johann

(196 words)

Author(s): S. Corsten
*um 1440 in Winternheim nahe Mainz, † nach 1478 in Toulouse (?), dt. Drucker. S. studierte in Basel (1460) und Erfurt (1465), erwarb den Magistergrad und kam Anfang der 1470er Jahre nach Köln. Hier druckte er mit der sog. «Dares-Type» (Zuwei-sung an ihn aufgrund von GW 3964), die zus. mit einigen eng verwandten Schriften wahrscheinlich von Johann Veldener geschaffen wurde. Es spricht einiges dafür, daß S. mit der weiterentwickelten «Dares-Type» auch die große Enzyklopädie des Bartholomaeus Angli…

Schöffer, Peter, d. J.

(317 words)

Author(s): S. Corsten
*um 1480 in Mainz, † ? 1. 1547 in Basel, dt. Schriftschneider und Druckerverleger. S., dritter Sohn Peter Schöffers d. Ä., begann 1512 in Mainz mit dem Druck von Musikalien im Typendoppeldruck (Musiknotendruck). Am 4. 8. desselben Jahres veräußerte er den ihm als väterliches Erbe zugefallenen Hof «Zum Korb», wahrscheinlich um Betriebskapital zu bekommen. Vom 20. 9. 1512 datiert sind die Kompositionen des kurpfälzischen Hoforganisten Arnold Schlick (ca. 1460–nach 1527) für Orgel und Laute, am 1. …

Helmasperger, Ulrich

(161 words)

Author(s): S. Corsten
Kleriker des Bistums Bamberg, kaiserlicher Notar und geschworener öffentlicher Schreiber des Mainzer Erzstuhls. Als Anhänger des in der Mainzer Bistumsfehde unterlegenen Diether von Isenburg wurde H. im Juni 1462 durch den päpstlichen Legaten gebannt. Sein Notariatssignet zeigt eine Hand, die eine Blume am Stengel zwischen Daumen und Zeigefinger hält. Der bekleidete Unterarm ragt aus einem turmartigen, oben offenen Bauwerk heraus. Darunter befindet sich ein Schriftband mit dem Text «vlricus helm…

Pafraet (Paffraet) Richard

(121 words)

Author(s): S. Corsten
auch Paffrod, Pafrat, 1477 bis 1511 in Deventer (Overijssel) tätiger Druckerverleger. Der aus einer Kölner Goldschmiedefamilie stammende P. entwickelte eine durch Sachkunde und günstige finan zielle Verhältnisse begünstigte Aktivität. Seine ca. 300 Druckwerke sind zu einem großen Teil umfangreiche Folianten, die in der bis 1485 reichenden ersten Schaffensperiode vor allem theologischen Inhalts sind. In der auch durch neues Typenmaterial gekennzeichneten, 1488 beginnenden Phase wandte er sich bev…

Wolgast

(133 words)

Author(s): S. Corsten †
ehemalige Hansestadt in Pommern. Die Bibl. der evangelischen Kirchengemeinde St. Petri wurde 1598 von Pastor Samuel Marcus begründet, der dabei ca. 140 Bde. aus den aufgehobenen Klöstern Eldena und Jasenik (bei Stettin) übernahm. Zum Grundbestand der Bibl. gehörten Ink. und wertvolle Drucke der Reformationszeit. Wegen finanzieller Schwierigkeiten sah sich die Kirchengemeinde genötigt, die Bibl. zu verkaufen. Am 15. 7. 1831 gingen 938 Bde. gegen eine Zahlung von 500 Talern an die UB Greifswald üb…

Weida (Stadt bei Gera)

(149 words)

Author(s): S. Corsten †
Kuno-Walther Bibliothek. Die evangelische Kirchengemeinde setzte mit ihrer Bibl. die Tradition des 1350 gegr. Franziskanerklosters W. fort. Dieses verfügte jedoch nur über eine bescheidene Slg. (1480: 17 Bände, 1525: Bände). Nach Einführung der Reformation wurde 1531 die Pfarrbibl. begründet. Sie übernahm die Bestände des Klosters, wurde aber wäh-rend des Dreißigjährigen Krieges zus. mit der Kirche zerstört. Um den 1654 begonnenen Wiederaufbau machte sich der Rektor der Lat.schule und Superinten…

Vulterris, Antonius et Raphael

(98 words)

Author(s): S. Corsten
lautet die Firmenangabe anonymer dt. (?) Drucker, die für zwei päpstliche Schreiber dieses Namens 1473–1474 etwa 15 meist juristische Texte herausbrachten. Das Haus, in dem sie arbeiteten, lag «apud Eustachium». Sie verwendeten Schriften im Stil von Ulrich Han und Sixtus Riessinger. S. Corsten Bibliography Geldner, F.: Vitus Pucher aus Moosburg und der älteste Buchdruck in Rom. Ein unbekanntes röm. Notariatsinstrument vom 20. 4. 1471. In: Gut.-Jb. 1956, S. 75–79 Modigliani, A.: La tipografia «apud sanctum Marcum» e Vito Puecher. In: Scrittua, biblioteche e stampa …

Gänsefüßchen

(79 words)

Author(s): S. Corsten
heißen seit der Zeit um 1800 die Anführungszeichen („ . .."). Der älteste Beleg ist von 1795 und wird Jean Paul verdankt: «Gänsefüße» (also noch ohne die Verkleinerungssilbe). Vorbild für die allem Anschein nach vom Dichter geschaffene Bezeichnung war offenbar das der Buchdruckersprache entnommene Wort «Gänseaugen», das J. C. Gottsched in seiner «Grundlegung einer dt. Sprachkunst» von 1749 erwähnt. S. Corsten Bibliography Kluge, F. / Mitzka, W.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 21. Aufl. Berlin 1975, S. 231.

Donat-Kalender-Type

(118 words)

Author(s): S. Corsten
heißt die in Mainz seit der Mitte der 1450er Jahre überwiegend für den Druck von Donaten und Kalendern verwendete gotische Missalschrift. Sie kommt auch als Auszeichnungsschrift im 3 Izeiligen Ablaßbrief vor. In einer entwickelten Form kam sie bei der Bibel zu 36 Zeilen (B 36) zum Einsatz. Wem die D. gehört hat, ist immer noch umstritten. Es spricht aber einiges dafür, daß J. Gutenberg nach dem Verlust der gemeinsam mit J. Fust betriebenen Bibeldruckerei mit ihr gearbeitet hat. Donat-Kalender-Type. Ausschnitt aus der ersten Seite des Türkenkalenders rur das Jahr 1455. Mainz 1454. S. Co…

Wider, Paul

(70 words)

Author(s): S. Corsten †
aus Hornbach in der Pfalz stammender erster mit Namen bekannter Drucker der Univ.stadt Erfurt. Er besaß nur eine kleine Werkstatt und benutzte je eine Text- und Auszeichnungstype. Damit brachte er am 26. 8. 1482 das «Exercitium librorum de anima» des Johannes de Lutrea (HC 10350) heraus. Die Form seiner Lettern machen Beziehungen zu dem Leipziger Typographen Martin Landsberg wahrscheinlich. S. Corsten † Bibliography Geldner Bd. 1, S. 216.

Kommentarsatz

(184 words)

Author(s): S. Corsten
Aus dem ma. Unterrichtsbetrieb stammt die Gewohnheit, den zu tradierenden Text zus. mit Erläuterungen und Kommentar auf dieselbe Seite zu schreiben, so daß ein Umblättern nicht erforderlich war. Die Drucker haben diesen Brauch übernommen und vervollkommnet. Je nach dem quantitativen Verhältnis zwischen Text und Erläuterung wurden unterschiedliche Arten des K.es angewendet (Anmerkungen im Frühdruck). Allen gemein ist der Grundsatz, daß die Glossen usw. in einem geringeren Schriftgrad als der Text…

Dünne, Hans

(148 words)

Author(s): S. Corsten
Goldschmied in Straßburg, trat als Zeuge auf in dem Prozeß, den die Brüder Dritzehn 1439 gegen Johann Gutenberg anstrengten. Er sagte aus, vor drei Jahren «oder dobij» (also um 1436) mit Aufträgen für Gutenberg ungefähr 100 Gulden verdient zu haben, «alleine das zu dem trucken gehöret». Das Wort «trukken» kann aber damals noch nicht die heutige Bedeutung gehabt haben, sondern muß mit «drücken, pressen» übersetzt werden. Es dürfen darum aus der Aussage D.s keine Schlußfolgerungen in bezug auf die Erfindung des Buchdrucks gezogen werden. S. Corsten Bibliography Schorbach, K.: Die urk…

Wild, Leonhard

(99 words)

Author(s): S. Corsten †
in Venedig tätiger, aus Regensburg stammender Drucker, der vor allem für einheimische Auftraggeber arbeitete. Am 13. 3. 1478 schloß er mit dem Verleger Nikolaus von Frankfurt einen Vertrag über den Druck einer lat. Bibel (GW 4233) in einer Aufl. von 930 Exemplaren. Für diesen stellte W. auch das umfangreiche Beichthandb. des Astesanus de Ast (GW 2757 0 28. 4. 1480) und andere theologische Werke her. Eine zweite lat. Bibel (GW 4247) war für Thomas Treviranus bestimmt. W. druckte – fast ausschließlich mit gotischen Schriften – auch humanistische Literatur. S. Corsten † Bibliography Geldn…

Sensenschmidt, Lorenz

(115 words)

Author(s): S. Corsten
(Laurentius), † nach 21. 5. 1522 in Eger (?), Buchdrucker und Notar. Der 1478 bei der Univ. Leipzig immatrikulierte S. führte zus. mit seinem Oheim Johann Pfeyl und Heinrich Petzensteiner die Offizin seines vor dem 13. 6. 1491 verstorbenen Vaters, Johann Sensenschmidt, für kurze Zeit weiter. Die Gesellschafter brachten eine Agenda für das Bistum Bamberg (31. 8. 1491 =GW 461) und ein Meßbuch für die Diözese Regensburg (1492 =C 4175) heraus. Dann aber gab S. den Buchruck auf und wirkte in Eger, woher seine Familie stammte, als Notar. S. Corsten Bibliography Geldner, F.: Die Buchdruckerku…

Jenson, Nicolas

(326 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1420 in Sommevoire bei Troyes (Champagne), † nach 7. 9. 1480 in Venedig, Stempelschneider, Drucker, Verleger und Buchhändler. In einer Ordonnanz Karls VII. von Frankreich vom 4. 10. 1458 wird J. als Stempelschneider der kgl. Münze erwähnt. Das Dokument, an dessen Echtheit kaum noch zu zweifeln ist, besagt, daB der Franzose nach Mainz entsandt wurde, um dort die Erfindung zu erforschen, die Johannes Gutenberg gemacht habe. Seit 1470 ist J. in Venedig belegt, wo er eine rührige Tätigkeit als …

Vadstena

(143 words)

Author(s): S. Corsten
(Östergötland / Südschweden), Mutterkloster der von der Mystikerin Birgitta gegr. Birgittiner. Nach Einsetzung der ersten Priester und Nonnen (1374/ 1384) wurde das in einem ehemaligen Schloß untergebrachte Kloster zu einem religiösen und kulturellen Mittelpunkt des Landes. Nach Einführung der Reformation wurden der Priesterkonvent 1545, die Gemeinschaft der Nonnen 1595 aufgelöst. Buchdruck. Die Buchdruckerkunst fand nur kurzzeitig in V. ein Unterkommen. Um 1495 wurde hier ein «Officium beatae Mariae virginis ad usum monasterii s.Birgittae in Vadstena» gedruckt. Bibliog…

Hic nullus est defectus

(137 words)

Author(s): S. Corsten
(hier ist nichts ausgefallen). Dieser Vermerk steht z. B. auf Bl. 130r eines frühen Mentelindruckes (HC 5034, nicht nach 1466) und besagt, daß an der im Druck freigebliebenen Stelle kein Text fehlt. Hinweise dieser Art finden sich auch bei anderen Druckern des 15. Jh.s. Sie verraten die Schwierigkeiten, die durch die Aufteilung größerer Werke in Setzerabschnitte verursacht wurden. Da das Ende eines solchen Abschnitts nicht genau berechnet und auch nicht immer durch lokkeren bzw. komprimierten und mit viele…

Koelhoff d. J., Johann

(151 words)

Author(s): S. Corsten
* nach 17. 1. 1502 in Köln, Druckerverleger. K. betrieb die von seinem gleichnamigen Vater 1493 übernommene Offizin mit nur geringem Eifer und widmete sich statt dessen stärker anderen Geschäften, wie z.B. dem Viehhandel. Er verzichtete auf eine Erneuerung des ererbten Lettcrnmaterials und druckte in acht Jahren (1493 — 1500) nur 27 Titel, darunter volkstümliche Kleinschriften und Amtsdrucksachen. Wenn sein Name trotzdem mit Achtung genannt wird, verdankt er das seinem wichtigsten Werk, der Köln…

Quentel

(401 words)

Author(s): S. Corsten
(Quentell), Kölner Buchdrucker– und Verlegerfamilie. Begründet wurde das Unternehmen durch Heinrich Q. († zwischen 31. 8. und 27. 10. 1501), der aus Straßburg nach Köln kam und dort seit 1478 nachweisbar ist. Zus. mit seinem Schwiegervater, dem Münzmeister und Notar Johann Helman, betrieb er in dessen Haus «Zum Pallas» am Domhof Buchhandel und Druckerei. Von politischen Gegnern der Stadt Köln 1482 gefangengenommen, entzog sich Q. weiteren Unannehmlichkeiten durch eine zeitweilige Umsiedlung (148…

Copinger, Walter Arthur

(145 words)

Author(s): S. Corsten
* 14. 4. 1847 in Clapham/London, † 13. 3. 1910 in Manchester, Rechtsgelehrter, Antiquar und Bibliograph. Während einer erfolgreichen Laufbahn als Jurist, die 1892 in einer Professur an der Victoria-Univ. (Manchester) gipfelte, schrieb er u. a. «Law of Copyright in works of literature and art» (4. ed. 1904). C. war Mitbegründer und erster Präsident (1895-1902) der Bibliographical Society London. Seine wichtigste bibliographische Arbeit ist das «Supplement to Hain's Repertorium bibliographicum» (L…

Wurster (Vurstar), Johann

(89 words)

Author(s): S. Corsten †
aus Kempten stammender dt. Drucker, der wegen seiner Schulden mehrfach den Ort seiner Tätigkeit wechseln mußte. Im Jahr 1472 druckte er zus. mit Thomas Septemcastrensis (Siebenbürgen) in Mantua, 1473 verzog er nach Bologna und ein Jahr später nach Modena. Hier fand er zwar einen einheimischen Geldgeber, geriet aber auch mit diesem aneinander und wurde am 26. 2. 1480 ein letztes Mal in Basel aktenkundig. Er verwendete Antiqua-Schriften im ital. Stil. S. Corsten † Bibliography Geldner Bd. 1, S. 121; Bd. 2, S. 156, 170–171 und 246.

Veldener, Johann

(323 words)

Author(s): S. Corsten
Typenschneider und Buchdrucker. V. stammte aus dem Bistum Würzburg und wurde am 30. 7. 1473 bei der Medizinischen Fakultät der Univ. Löwen immatrikuliert. Weitere Lebensdaten können ausschließlich den Schlußschriften seiner Drucke entnommen werden. Während seines ersten Aufenthaltes in Löwen, der bis 1478 währte, druckte V. vor allem vielgefragte Lit. (u. a. den «Fasciculus temporum» des Werner Rolevinck), scheint aber auch andere Werkstätten, wie die der Fraterherren in Brüssel, mit Letternmate…

Ibidem

(40 words)

Author(s): S. Corsten
(Abk.: ib., ibid.; lat. ftir: ebenda, ebendort) in der Gelehrtensprache Hinweis auf eine unmittelbar vor-her zitierte Belegstelle oder auch (zus. mit Angabe der Seitenzahl) auf eine andere Stelle in einem bereits herangezogenen wiss. Werk. Loco citato S. Corsten

Allianzsignet

(87 words)

Author(s): S. Corsten
ist ein nach Art eines Allianzwappens gestaltetes Signet, mit dem die gemeinsame Herstellung eines Buches durch zwei Drucker oder Verleger bekundet wird. Ältestes und bekanntestes Beispiel das A. von Johann Fust und Peter Schöffer (seit 1462). Wie hier zeigen meist zwei zueinandergewendete Schilde die Handelsmarken (oder andere Zeichen) der Partner. Weit häufiger kommen scheinbare A.e vor, die auf einem der Schilde das Wappen des Druckortes zeigen. Allianzsignet. Johann Fust & Peter Schöffer. S. Corsten Bibliography Grimm, H.: Dt. Buchdruckersignete d. 16. Jh.s. Wiesbad…

Papia Pavía), Gulielmus de

(55 words)

Author(s): S. Corsten
1491 als Gesellschafter von Leonardus Achates in einer Ausg. der «Elementa» des Euklid (GW 9429) und einem «Herbarius» (H 8451) genannt. Nach den Schlußschriften ist nicht zu entscheiden, ob es sich bei P. um einen Kunstgenossen des Achates oder einen gelehrten Auftraggeber handelt. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 2, S. 163.

Wendel, Carl

(153 words)

Author(s): S. Corsten †
* 2. 12. 1974 in Erfurt, † 16. 7. 1952 in Halle / Saale, Bibliothekar und Altertumswissenschaftler. Nach theologischen und philologischen Studien in Tübingen und Halle (Promotion: Halle 1899) entschied sich W. für den bibliothekarischen Beruf. Er arbeitete an den UB Halle, Breslau, Königsberg und wieder Halle; an den letztgenannten 1925–1927 bzw. 1927–1938 als Direktor. W. bewährte sich in den praktischen Aufgaben des Berufs ebenso wie als Wissenschaftler. Er widmete sich bibliotheksgesch. Theme…

Oudenaarde

(80 words)

Author(s): S. Corsten
Die südlich von Gent an der Schelde gelegene flandrische Handelsstadt gehört zu den fünf ältesten Plätzen, wo im heutigen Belgien gedr. wurde. Hier gründete Arend de Keysere (Arnoldus Caesaris) 1480 eine Offizin. Er zog aber schon 1483 nach Gent um. O. blieb dann bis weit ins 18. Jh. hinein ohne Druckerei. S. Corsten Bibliography Rouzet, A.: Dictionnaire des imprimeurs, libraires et éditeurs des XVe et XVIe siècles dans les limites géographiques de la Belgique actuelle. Nieuwkoop 1975, S. 260.

Planck, Stephan

(153 words)

Author(s): S. Corsten
aus Passau stammender dt. Buchdruk-ker, 1479-1500 in Rom nachgewiesen. P. trat die Nachfolge des Ulrich Han an und entwickelte eine überaus lege Tätigkeit: es werden ihm ca. 300 Titel zugeschrieben. Allerdings besteht ein Teil der Produktion aus Kleinschriften, amtlichen Drucksachen und ähnlichem Material. Fachliches Können bewies P. mit zwei Ausg. des Missale Romanum (HC 11377 und 11407). Er nahm sich auch der Bedürfnisse der in die Ewige Stadt strömenden Pilger an und brachte die «Mirabilia ur…

Ablaßbrief

(205 words)

Author(s): S. Corsten
ist eine Urkunde, die dem Begünstigten einmal im Leben und im Todesfall die Beichte auch der schwersten Sünden bei einem Priester seiner Wahl gestattete (daher besser: Beichtbrief) und ihm einen «vollkommenen» Ablaß gewährte. Diese in Zusammenhang mit der Verkündigung von Ablässen, die durch die Päpste für bestimmte Regionen und Fristen genehmigt werden mußten, benötigten Formulare wurden zunächst mit der Hand geschrieben. Seit der Erfindung des Buch- drucks (Mainzer A.e) sind sie immer wieder u…

Werden, Martin von

(93 words)

Author(s): S. Corsten †
* zwischen 1516 und 1518 in Köln, übernahm 1504 die seit 1497 existierende Kölner Offizin «Retro minores» (d. i. hinter dem Franziskanerkloster). Er verlegte sie in die Bürgerstraße (nahe dem Rathaus) und wurde vielleicht wegen dieser Nachbarschaft zur Stadtverwaltung auch als Ratsdrucker herangezogen. W. druckte u. a. manche dt.sprachige Titel und verwendete zwei Signete, darunter ein Stadtwappen von Köln. Nach W.s Tod brachte seine Witwe Elisabeth 1518 noch zwei Drucke heraus. S. Corsten † Bibliography Benzing S. 235 Wendland, H.: Signete. Dt. Drucker- und Verlegerzeiche…

Rab

(143 words)

Author(s): S. Corsten
(Corvinus), Christoph, * 1552 In Zürich, † 19· I. 1620 in Herborn, dt. Buchdrucker und Verleger. Nach Studien in Heidelberg, Wittenberg und Wien trat R. 1574 in das Frankfurter Unternehmen seines Vaters, Georg Rab, ein, das er nach dessen Tod (1580) übernahm. Im folgenden Jahr schloß er sich einer Verlagsgemeinschaft an, der u. a. Sigmund Feyerabend angehörte. Im Herbst 1585 erhielt er einen Ruf als Universitätsdrucker nach Herborn, wo er eine überaus fruchtbare Tätigkeit entfaltete. Aus seiner P…

Modus legendi abbreviaturas in utroque iure

(118 words)

Author(s): S. Corsten
Dieses Hilfsmittel zur Auflösung der zahlreichen Abk. in juristischen Hss. und Frühdrucken wurde seit der Mitte der 1470er Jahre sehr häufig gedr., man hat bis zum Jahre 1623 insgesamt 68 Ausg. gezählt. Als Verf. gilt nach einem Akrostichonim Text des Buches Werner von Schussenried, Kanoniker an St. German bei Speyer. Unter den Ausg. nehmen solche, die zus. mit anderen juristischen Traktaten gedr. wurden, zahlenmäßig einen bedeutenden Platz ein. S. Corsten Bibliography H 11460 — 11488 C 4312—4324 VD 16 M 5748 — M 5763 Cappelli A.: Lexicon abbreviaturarum. 6. Aufl. Milano 1961, S. 524 Sch…

Lambert, Jehan

(101 words)

Author(s): S. Corsten
franz. Drucker und Buchhändler, 1493 —1514 in der Pariser Buchhändlerstraße St. Jacques ansässig. Auf den Sitz seines Unternehmens weisen in seinem Signet Pilgerstäbe und –muscheln hin, die seine Handelsmarke flankieren. Er unterhielt Geschäftsbeziehungen zu Dionysius Roce, für den er ill. Bücher in franz. Sprache herstellte, sowie zu Felix Baligault, dessen Signet er, wenig abgeändert, ebenfalls verwendete. S. Corsten Bibliography Claudin, A.: Histoire de l'imprimerie en France au XVe et XVIe siècle. T. 2. Paris 1902 (ND Nendeln 1976), S. 221—234 Meyer, W. J.: Die franz. Dru…

Nachtrag

(86 words)

Author(s): S. Corsten
kann an die Stelle einer durchlaufenden Zählung die Bezeichnung eines bibliographisch selbständigen Teils (Bibliographische Einheit) eines zusammengehörigen Ganzen sein. Nach den dt. Regelwerken für die alphabetische Katalogisierung wird sie in die Bandangabe übernommen. Dasselbe gilt auch für gleichartige Bezeichnungen wie Beilage, Anhang, Supplement u. a. m. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl.en. 3. Aufl. Wiesbaden 1962, S. 25 und 46-47 Haller, K. / Popst, H.: Katalogisierung nach den RA…
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