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Your search for 'dc_creator:( "Thür, Gerhard (Graz)" ) OR dc_contributor:( "Thür, Gerhard (Graz)" )' returned 174 results. Modify search

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Blabes dike

(120 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (βλάβης δίκη). Im griech. Recht eine Privatklage wegen Vermögensschädigung. Bei absichtlicher Schädigung hatte der Verurteilte den vom Kläger in der Klageschrift geschätzten Schaden doppelt zu ersetzen. Die b.d. dürfte urspr. auf Grund des Gesetzes nur bei Verletzung des Nachbarrechts zuständig gewesen sein. Erst die Rechtssprechung mag den engen Tatbestand auch auf andere Fälle der Vermögensschädigung ausgedehnt haben. In dieser Deliktsklage ist nach vorherrschender Meinung der Ursprung des griech. Vertra…

Epobelia

(94 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπωβελία). In Athen mußte der unterlegene Kläger in einigen Privatprozessen eine Buße wegen mutwilligen Prozessierens in der Höhe des sechsten Teiles des Streitwertes, nämlich von der Drachme einen obolos (daher der Name e.) an den Beklagten zahlen. Das galt auch für die Partei, die mit einer paragraphḗ unterlegen war oder die eine diamartyría vergeblich angefochten hatte, hier allerdings nur unter der Voraussetzung, daß sie nicht einmal den fünften Teil der Richterstimmen für sich gewonnen hatte (Isokr. or. 18,12). Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A.R.W. Ha…

Hypoboles graphe

(81 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ὑποβολής γραφή). Popularklage gegen eine Person, die einem Bürger als dessen eigenes Kind unterschoben worden war. Untergeschobene Kinder, meist gekaufte Sklaven, werden in den att. Gerichtsreden und Komödien häufig erwähnt: Kinderlose Ehefrauen suchten so ihre Stellung im Hause zu festigen, doch ist die h.g. nur in den Lexica Segueriana V [2] überliefert. Die Sanktion gegen den Untergeschobenen war der Verkauf als Sklave. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography 1 I. Bekker (ed.), Anecdota Graeca I, 1814/1865, 311 2 Lipsius, 417.

Cheirographon

(87 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (χειρόγραφον), wörtl. “Handschreiben” (Handschein). Neben der Syngraphe die häufigste Form der Privaturkunde der Papyri Ägyptens. Das seit dem 3./2.Jh. v.Chr. bis in die röm. Zeit auftretende ch. ist am Stil des Privatbriefs orientiert und auf keinen bestimmten Geschäftstyp beschränkt. Zeugen waren dabei üblich. Gewöhnlich hatte der aus dem ch. Berechtigte die Urkunde in Händen. In röm. Zeit konnte das ch. durch δημοσίωσις ( dēmosíōsis: Einverleibung in ein amtliches Archiv) beweisrechtlich die Gleichstellung mit den vom agoranómos er…

Prytaneia

(155 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (πρυτανεία). In Athen (auch in Milet und Ilion) wurden die Gerichtsgebühren, die von beiden Prozeßparteien im voraus zu erlegen waren, aber der obsiegenden Partei von der unterlegenen letztlich vergütet wurden, p. genannt. Die p. waren in den meisten Privatprozessen zu zahlen (in Erbschaftssachen war jedoch die parakatabolḗ vorgesehen), in öffentlichen Prozessen zumeist die παράστασις ( parástasis). Die p. betrug 3 Drachmen bei einem Streitwert zw. 100 und 1000 Drachmen, darüber 30 Drachmen, darunter war keine p. zu entrichten. Ob sich das Wort vom Amt …

Dosis

(142 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] Das Substantiv leitet sich von διδόναι ( didónai) “geben” ab und hat wie auch das Verbum keine spezifisch juristische Bedeutung. Die Rechtsinstitute Schenkung und Stiftung lassen sich unter dem Terminus d. nur sehr unzulänglich erfassen: Die att. Redner gebrauchen διδόναι ( didónai) und διατιθέναι ( diatithénai; Diatheke) abwechselnd, wenn sie testamentarische Zuwendungen aus dem solonischen Gesetz rechtfertigen. In der großen Gesetzesinschrift von Gortyn bedeutet didónai “schenken” (col. IX 15-30, mit rechtlichen Beschränkungen). Beim Errich…

Antitimesis

(94 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀντιτίμησις). Wenn das Gesetz in Athen die Strafe bei öffentlichen Prozessen nicht von vornherein festgelegt hatte (ἀγῶνες ἀτιμητοί, Atimetos agon), sondern Art und Höhe dem richterlichen Ermessen anheimgegeben waren (ἀγῶνες τιμητοί, Timetos agon), hatte der Kläger schon bei Einreichung der Klageschrift die Klage zu schätzen. Der Beklagte konnte dann nach seinem Schuldspruch in einer zweiten Verhandlung über das Strafmaß einen Gegenantrag über die Strafhöhe ( a.) stellen. Die Richter hatten zwischen diesen beiden Strafanträgen zu wählen. Thür, Gerhard (…

Mnemones

(240 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (μνήμονες). Wörtlich “Merker”, noch aus der Epoche vor der Schriftlichkeit (ab ca. 700 v.Chr.) stammende Bezeichnung für den Betreuer des Archivs einer griech. Polis, sonst wohl einfach γραφεύς ( grapheús, Schreiber) genannt. (In sakralem Zusammenhang zählt Aristot. pol. 1321 b 34 auch hieromnḗmones auf). Aus der schriftlosen Zeit stammt auch die Bezeichnung κατάκοοι ( katákooi, “Hörer” [2. 218]), vom Beginn der Schriftlichkeit zeugt ποινικαστάς ( poinikastás, “Kenner der phönikischen Buchstaben” [1. 180f.]). Inschr. sind m. seit dem 5. und 4. Jh.v.…

Dikastes

(166 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (δικαστής). In den griech. Stadtstaaten saßen nicht Berufsrichter zu Gericht, vielmehr wurde das dikastḗrion mit Laien besetzt. D. ist also am besten mit “Geschworener” zu übersetzen. Jeder unbescholtene männliche Bürger im Alter von über 30 Jahren konnte sich in Athen als d. melden. Er bekam als “Ausweis” ein Täfelchen ausgehändigt, das seinen Namen enthielt, und mußte zu Beginn jedes Jahres den “Heliastischen Eid” schwören, gemäß den Gesetzen abzustimmen (Dem. or. 24, 149-151). Für den Tag, den der d. zu Gericht saß, wurde er bezahlt ( dikastikós misthós

Asylia

(110 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀσυλία). Schutz von Personen und Sachen, zunächst im hl. Bereich des ἱερὸν ἄσυλον ( hierón ásylon). Bes. der Fremde, ξένος ( xénos), bedurfte der a., weil er einer anderen Rechtsordnung unterstand und im Gastland erst Rechtsschutz erhalten mußte, um vor gewaltsamen Übergriffen sicher zu sein. Vgl. hierzu den Rechtsgewährungsvertrag zwischen Oiantheia und Chaleion um 450 v.Chr. [1; 2]. Möglicherweise stammte alle profane A. und sogar die μετοικία ( metoikía) aus sakraler A. [3; 4]. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography 1 H. Bengtson, StV II, 21975, Nr. 146 2 H. van …

Epibole

(99 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπιβολή). In Athen konnte jeder Amtsträger ( Archaí , wozu auch die bulḗ zählte) innerhalb seiner Zuständigkeit eine e., eine geringe Geldbuße bis zu einer gesetzlich festgelegten Höhe als Ordnungsstrafe rechtskräftig verhängen, darüber hinaus war die e. der éphesis unterworfen. Ähnlich ist auch die E. in P.Zen. 51,15 (3. Jh.v.Chr.) zu verstehen. In den Papyri der röm. Zeit bedeutet e. (oder ἐπιμερισμός, epimerismós) die steuerliche Zuteilung von unbebaut gebliebenem Land an einzelne Bauern oder Gemeinden. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A.R.W. Harrison, …

Prosklesis

(93 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (πρόσκλησις), die Ladung, das “Rufen zum Gericht”. Sie geschah in Athen durch privaten Akt, indem der Kläger dem Beklagten die Klageschrift ( énklēma ) und den Tag, an dem er sich beim Gerichtsmagistrat einzufinden hatte, zur Kenntnis brachte. Die p. hatte vor ein oder zwei Ladungszeugen ( klētḗr ) zu erfolgen, die bei Nichterscheinen des Beklagten als Voraussetzung für ein Säumnisurteil die ordnungsgemäße p. bestätigten, bei falschem Zeugnis mit pseudoklēteías graphḗ (“Klage wegen Falschaussage”) hafteten. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A. R. W. Harrison,…

Epikleros

(182 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπίκληρος). Nicht ganz korrekt mit “Erbtochter” übersetzt. Hinterließ ein athenischer Bürger oder ein métoikos nur Töchter, so waren zwar nicht diese selbst, wohl aber deren ehelichen Söhne erbfähig, so daß der Nachlaß ( klḗros ) unter Umständen an einen fremden Familienverband fallen konnte. Wegen dieser Gefahr erlaubte das Gesetz dem nächsten Seitenverwandten des Erblassers (Anchisteia), vom Archon bzw. Polemarchos (Archontes I) durch epidikasía zugleich mit der Zuweisung des klḗros auch die einer noch kinderlosen Tochter, e., als Ehefrau zu erwirken…

Pseudokleteias graphe

(220 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ψευδοκλητείας γραφή). In Athen wurde die Ladung zu einem Prozeß ( prósklēsis ) privat in Anwesenheit von Ladungszeugen ( klētḗr ) durchgeführt. Wer trotz ordnungsgemäß bezeugter Ladung nicht zum Termin vor dem Gerichtsmagistrat erschien, wurde in Abwesenheit verurteilt. Konnte er Entschuldigungsgründe nachweisen, war Wiederaufnahme ( anadikía ) möglich; hatte der Kläger falsche klētḗres hinzugezogen, konnte sie jeder beliebige Bürger (s. graphḗ ) mit ps. g. verfolgen. Zuständig waren die thesmothétai , der Verfolger mußte eine Gebühr (παράστασις, parásta…

Engye

(310 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐγγύη). Bürgschaft, später auch als engýēsis bezeichnet. Ihre älteste Gestaltung, nämlich die der Geiselbürgschaft, zeigt Hom. Od. 8,266-366. Die E. bewirkte demnach eine Garantie des Bürgen für den Fall, daß der Hauptschuldner seiner Zahlungspflicht nicht nachkommen werde. Die Sicherheit bestand in dem Zugriff, den die Geisel, der ἔγγυος ( éngyos), dem Gläubiger auf seine Person einräumte. Er verfiel wie ein Pfand dem mit privater Eigenmacht vorgehenden Gläubiger, wenn der verbürgte Erfolg nicht eintrat, daher auch der postverbale Ausdruck e. von ἐγγυάω ( en…

Parapherna

(443 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (παράφερνα), wörtlich ‘neben der Mitgift ( phernḗ ) gegebene Vermögensstücke’, bezeichnen in der griech.-röm. Welt unterschiedliche Rechtseinrichtungen, jeweils Sondervermögen der verheirateten Frau. In den Rechten der griech. Poleis war die Frau grundsätzlich vermögensfähig, oft jedoch nur beschränkt geschäftsfähig. Ihre Güter gingen andere Wege als die des Mannes ([8. 26-130; 5. 64-70], zu IPArk Nr. 5, Z. 4f.: πατρῶια/ματρῶια, patrṓia/ matrṓia, väterliches/mütterliches Vermögen) s. [4]), doch gibt es keinen Terminus für das “neben e…

Enktesis

(117 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (Ἔγκτησις). In den griech. Staaten war der Erwerb von Grundstücken ausschließlich den Bürgern vorbehalten. Einzelnen Ausländern wurde durch ehrenden Volksbeschluß das Privileg der E. verliehen, das Recht, “Land” oder “ein Haus” (oder beides) zu erwerben. In Athen wurden manche métoikoi damit ausgestattet, generell vielleicht die isoteleís . Im dorischen Bereich wurde statt e. der Terminus ἔμπασις/ἴμπασις ( émpasis/ ímpasis) verwendet. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography J. Pečirka, The Formula for the Grant of E. in Attic Inscriptions, 1966  A.R.W. Harrison,…

Kakotechnion dike

(104 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (κακοτεχνιῶν δίκη). Klage wegen “übler Machenschaften”, speziell in Athen gegen einen Prozeßgegner gerichtet, dessen Zeuge wegen falschen Zeugnisses ( pseudomartyrías díkē ) verurteilt worden war (Demosth. or. 47,1; 49,56). Zuständig war der Amtsträger, der auch den Hauptprozeß geleitet hatte. Den Zeugensteller traf eine an den Kläger zu bezahlende Geldbuße. Da dieser aber zumeist schon im Zeugnisprozeß eine Buße erstritten hatte, ist es wenig wahrscheinlich, daß die k.d. in jedem Fall ohne weitere Voraussetzung gegen den Zeugensteller zustand.…

Doron graphe

(152 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (Δώρων γραφή). In Athen Klage wegen Bestechlichkeit (Poll. 8,42), worunter auch die Richterbestechlichkeit fiel. Aktive Bestechung im Zusammenhang mit der Gerichtsbarkeit wurde mit dekasmú graphḗ verfolgt. Tathandlung war das Geben und Annehmen von Geschenken an und durch Amtsträger, wozu auch die Anwälte in öffentlichen und privaten Prozessen gerechnet wurden (Demosth. or. 46,26), zum Schaden des Staates (Lys. 21,22: ἐπὶ τῆς πόλεως κακῷ; Demosth. or. 21,113: ἐπὶ βλάβῃ τοῦ δήμου). Die Klage wurde in leichteren Fällen bei den logistaí , in schwereren bei den the…

Adeia

(75 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἄδεια). Allg. Freiheit von Furcht; juristisch Freiheit von Strafe bzw. Strafverfolgung, wobei der Staat auf an sich rechtmäßige Straf- bzw. Verfolgungsansprüche verzichtet. Dieser Verzicht wird in Athen durch Volksbeschluß ausgesprochen (Demosth. 24,45; And. 1,77; 1,12; Lys. 13,55; IG I3 52B16; 370,31+33; 370,64, ausnahmsweise durch Ratsbeschluß (And. 1,15). In den Papyri auch: Schutz vor Unrecht, Verfügungsfreiheit, Erlaubnis, Sicherheit. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A. R. W. Harrison, The Law of Athens II, 1971, 199.
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