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Your search for 'dc_creator:( Eckart, AND Wolfgang AND Uwe ) OR dc_contributor:( Eckart, AND Wolfgang AND Uwe )' returned 58 results. Modify search

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Wahnsinn

(1,699 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionW. und Wahn (auch Wahnwitz) gehören zu den medizin- und kulturgeschichtlichen Begriffen, die seit dem ausgehenden MA starkem Bedeutungswandel unterworfen waren [6]. Sie umfassten in der Nz. ein weites Spektrum möglicher Erkrankungsformen: von der melancholisch-depressiven Verstimmung (Melancholie) und Trübung über die gestörte Meinungsbildung aufgrund reduzierter Vernunft bis hin zur Veränderung der Urteilskraft mit eigenem Krankheits-Wert im 19. Jh. Ihr Deutungswandel vollzog sich vor dem Hintergrund veränderter med…
Date: 2019-11-19

Brownianismus

(1,393 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Die Lehre und ihr HintergrundDie medizinische Reformbewegung des B. ging von der Reizbarkeitslehre des schott. Arztes John Brown (1736–1788) aus, nach der das Leben als ein durch innere und äußere Reize erregter und ebenso aufrechterhaltener Zustand zu verstehen ist. Grundkraft des Lebens sei das biologische Reiz- bzw. Erregbarkeitspotential. Als entscheidend für den Krankheits- oder Gesundheitszustand des menschlichen Körpers müsse man seine Irritabilität (»Reizbarkeit«; engl. excitability, lat. incitabilitas) ansehen, die Bereitschaft und Fähigkeit des Organismus…
Date: 2019-11-19

Epidemie

(1,364 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Krankheiten und SeuchenDie korrekte Zuordnung nzl. Seuchen durch die moderne Krankheitslehre ist durchweg problematisch; selbst die Evidenz übereinstimmender Symptome ist zweifelhaft. Dies gilt für die Vielzahl der pestilenzialischen Fieber ebenso wie für scheinbar eindeutig identifizierbare Krankheiten, hinter denen sich prinzipiell alle möglichen Infektionen mit Massencharakter verbergen konnten. Die gelehrte Welt des 15./16. Jh.s kannte zwar aus der antiken Überlieferung und aus frühen Drucken, etwa von Giovanni Boccaccios Decamerone (1348–1353), die bedr…
Date: 2019-11-19

Physiologie

(2,109 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionUnter Ph. (von griech. phýsis und lógos, ›Lehre von der Natur‹, ›Naturkunde‹) versteht man heute – im Gegensatz zur antiken Vorstellung (griech. physiológos, ›naturphilosophisch Kundiger‹) – ein Teilgebiet der Biologie und Medizin: die Lehre von den physikalischen, biochemischen und informationsverarbeitenden Funktionen der Lebewesen [6]. In der Frühen Nz. wurde Ph. zum einen sehr weit im Sinne physikalischer Wissenschaften verstanden (William Gilberts berühmtes Werk De magnete von 1600 trug den Untertitel Neue Ph. des großen Magneten des Erdkörpers; vgl. Ma…
Date: 2019-11-19

Gynäkologie

(1,705 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDer Begriff G. (Frauenheilkunde) ist modern und spiegelt die späte Etablierung der Subdisziplin an den Medizinischen Fakultäten des 19. Jh.s wider. Greifbar wird er, gegenüber dem älteren und umfassenderen Begriff gynaikeía (griech. »Frauensachen«), erst im frühen 18. Jh. in der Schrift des Dresdner Stadtphysikus Martin Schurig Gynaecologia (Dresden-Leipzig 1730). Im Titel eines dt. Lehrbuchs erschien der Ausdruck zuerst 1820 bei Carl Gustav Carus ( Lehrbuch der Gynaekologie). Im 16. und 17. Jh. war die Behandlung der klassischen Frauenkrankheiten – mit Ausna…
Date: 2019-11-19

Unfall

(1,006 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffUnter U. (mhdt. unval, ungeval; Synonym zu Unglück, Zufall, Schaden; engl./franz. accident) wird seit dem MA ein unvorhergesehenes Ereignis oder Missgeschick, meist verbunden mit Personen- oder Sachschaden, verstanden, des Weiteren kriegerische Niederlagen sowie sonderbare Lebens- und Sterbeumstände »berühmter Männer«, wie etwa 1570 in der dt. Übersetzung von Giovanni Boccaccios De casibus virorum illustrium (entstanden 1356–1373) durch Hieronymus Ziegler als »merckliche und erschröckliche unfahl … verderben unnd Sterben großmächtiger Kayser…
Date: 2019-11-19

Lepra [Hinzugefügt 2017]

(2,617 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und frühe Belege Die L. (griech. lépra) ist eine seit der Antike weit verbreitete Hautkrankheit, besser ein Komplex verschiedener möglicher Hautkrankheiten, der mit sehr abweichenden Namen bezeichnet wurde, im Deutschen bis heute mit der Sammelbezeichnung ›Aussatz‹ (mhdt. ûʒsetzel, ûʒsetzic, entsprechend lat. leprosus; frühneuhdt. ausseczickeit), aber im MA und in der Nz. auch in den Adjektiven ›schuppig‹, ›uneben‹, ›rau‹. Paläopathologisch ist heute geklärt, dass sich seit dem MA dahinter oft tatsächlich eine Infektion mit mycobacterium leprae verbarg. Al…
Date: 2021-06-18

Humorallehre

(714 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Grundlagen Gesundheit und Krankheit waren in der Nz. bis zur Mitte des 17. Jh.s im akademischen wie im allgemeinen Verständnis (in der Volks- und Alternativmedizin noch weitaus länger) wesentlich durch die antike Säftelehre (Humoralphysiologie/-pathologie; von lat. humores, »Säfte«) und die Diätetik geprägt. Erst mit der Ablösung humoralphysiologischer Vorstellungen in der zweiten Hälfte des 17. Jh.s wurden andere Gesundheitskonzepte bestimmend, die sich vom 18. bis ins frühe 19. Jh. v. a. aus Konzepten des Mechanismus (Iatromechan…
Date: 2019-11-19

Therapeutische Konzepte

(1,011 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionUnter Th. K. werden heilkundliche Theorien der Medizin verstanden, die aus dem jeweiligen Verständnis von Krankheit entsprechende Heilweisen ableiten; diese folgen dann in der Praxis nachvollziehbaren Theorien und Regeln. Prinzipiell kann für die Nz. zwischen magischen und rationalen Th. K. unterschieden werden (s. u. 2.). Den rationalen K. der Schulmedizin liegt die antike Dreiteilung der Therapie (diätetische, chirurgische, medikamentöse) zugrunde, wobei die Diätetik auch vorbeugende (prophylaktische) Ziele verfolgt und zugleich die dem Kö…
Date: 2019-11-19

Anatomie

(1,817 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Ausgangsbedingungen der neuzeitlichen AnatomieBereits in der ma. A. waren Sektionen menschlicher Körper keineswegs durchgängig verboten. Von einer autopsia im modernen Sinne, d. h. von einer eigenen Betrachtung und Interpretation der tatsächlichen Sektionsbefunde, konnte keine Rede sein, denn das in sich geschlossene Dogma der Humoralpathologie (Säftelehre) und der in diese Lehre eingebundenen A. und Physiologie bot für fast alle Erkrankungen ein nachvollziehbares Erklärungs- und Handlungskonzept. Nach neuen anatom.-physiologischen Er…
Date: 2019-11-19

Kräuterbücher

(957 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionUnter K. werden allgemein die gedruckten Pflanzenbücher der Frühen Nz. verstanden. In diesen Kompendien werden Pflanzen und Arzneidrogen im Detail beschrieben sowie ihre medizinischen Anwendungsbereiche erläutert. Häufig werden auch arzneilich verwendete Tiere, Tierprodukte und Mineralien dargestellt.Wolfgang Uwe Eckart2. Vorläufer und Entwicklung in der Frühen NeuzeitPflanzenbücher und K. der Antike dienten bis weit in die Frühe Nz. als wichtige Referenzquellen des medizinisch-pflanzenkundlichen Wissens (Pharmazie). Vorbilder waren v. a. die S…
Date: 2019-11-19

Vitalismus

(1,155 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. AllgemeinUnter V. (von lat. vita, »Leben«) ist eine mediz.-philosophische Strömung des 18. Jh.s zu verstehen, deren Anhänger die Existenz einer das Leben steuernden und erhaltenden Lebenskraft ( vis vitalis) propagierten. Der V. erhielt seine Impulse aus der antithetisch gegen den cartesianischen Mechanismus gerichteten Seelenlehre Georg Ernst Stahls (Animismus) [9. 293–310]; [7]; [8]. Im Vordergrund standen nun die antreibenden und lebenserhaltenden Kräfte jedes einzelnen Organs ( vita propria) und des Körpers insgesamt.Der von den franz. Ärzten Théophile de Bordeu…
Date: 2019-11-19

Solidarpathologie

(940 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition S. bezeichnet die systematische Ursachenerforschung der Krankheiten (griech. pathología, d. h. die Lehre von deren Entstehung, Verlauf und Zeichen) auf der Grundlage pathologisch-anatomischer Veränderungen einzelner Organe oder Körpergewebe (lat. solida, »feste Bestandteile«). Sie grenzt sich gegen die Humoralpathologie (Humorallehre) ab, in der das nichtflüssige morphologische Substrat des Organismus lediglich als Schauplatz säftephysiologischer Vorgänge gilt.Wolfgang Uwe Eckart2. Anfänge Morphologische Veränderungen der Gewebe und Organe des…
Date: 2019-11-19

Epidemiologie

(840 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die E. (von griech. epídēmos, »im Volk verbreitet«, und lógos, »Lehre«) beschreibt Auftreten, Ursachen und Verteilung von gesundheitsbezogenen Zuständen, Ereignissen und Risiken in Populationen und sucht Wege, mit diesem Wissen Gesundheit wiederherzustellen und zu fördern sowie Krankheiten durch Prävention zu verhindern. Das epidemiologische (= epid.) Wissen wird i. Allg. angewandt, um Gesundheitsprobleme der Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Erste Bemühungen um die E. im wiss. Sinne fanden im 17. Jh. statt.Wolfgang Uwe Eckart2. Demographische Epidem…
Date: 2019-11-19

Syphilis

(1,608 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition, Namen und UrsprungS. ist eine chronische Krankheit, die meist durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Die heutige Bezeichnung geht auf den ital. Arzt und Dichter Girolamo Fracastoro und sein vermutlich bereits 1521 entstandenes Lehrgedicht Syphilidis sive morbi Gallici libri tres zurück (»Drei Bücher von der S. oder der Franz. Krankheit«; gedr. Verona 1530; Rom 1531). Diese Bezeichnung (unabhängig von Bezügen zu Fracastoro) trat im 18. Jh. vereinzelt auf und setzte sich erst im 19. Jh. durch. Ältere Termini sind morbus Gallicus, mal Frantzos, Span. Pocken, mal…
Date: 2019-11-19

Cholera

(1,051 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionDer Begriff Ch. findet sich im Hebräischen als chaul rah (»böse Krankheit«). Ob die Krankheitsbezeichnung von griech. choládes (»Gedärme«) herrührt und Darmleiden bedeutet, in Anlehnung an die Viersäftelehre aus den griech. Worten für Galle ( chólos) und Fluss ( rhóos) zusammengesetzt ist (»Gallenfluss«) oder im Hinblick auf die profusen Diarrhoen mit cholédra (»Abflussrinne«) identifiziert wurde, ist etymologisch unklar. Anders als die in Europa seit langem bekannte Gallenruhr (lat. ch. nostras), die einheimische, unechte Ch., ein durch verschiedene …
Date: 2019-11-19

Irritabilität

(1,017 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff»Reizbarkeit«, von lat. irritabilis, irritabilitas (vgl. auch »Sensibilität« von lat. sensibilis, sensibilitas), ist eine medizinische Zustandsbeschreibung des Körpers hinsichtlich seiner Fähigkeit, äußere (Sinnes-)Reize zu empfangen und auf sie zu reagieren. Störungen der I. oder Sensibilität wurden als krankhafte Erscheinungen gedeutet.Um 1700 war das cartesianisch-mechanistische Lebenskonzept (Mechanismus) zunehmend in die Kritik geraten. Bei der Erklärung des menschlichen Körpers behielt zwar der physikalisch-mechanische Reduk…
Date: 2019-11-19

Medizinische Fakultät

(1,106 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Die M. F. (von lat. facultas medica; »mediz. Fähigkeit«, »mediz. Macht«, im übertragenen Sinne »mediz. Korporation«) findet sich bereits in ma. Universitäten. Sie war im Corpus der Universität autonomer Ort mediz. Ausbildung und Verleiherin mediz. Grade, im Wesentlichen also des Titels eines Lizentiaten (lat. licentia doctorandi; »Lehrbefugnis«) oder eines mediz. Doktortitels (lat. doctor medicinae) nach erfolgter Wissensprüfung (Examen), später auch Wächterin über die Ausbildungsqualifikation der Heilkundigen eines politischen Herrschaftsbereichs.W…
Date: 2019-11-19

Arbeitsmedizin

(1,353 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Ramazzini und seine VorläuferDie nzl. A. begann mit der grundlegenden Abhandlung des ital. Arztes Bernardino Ramazzini De morbis artificium diatriba (»Untersuchung der Krankheiten der Künstler und Handwerker«, Modena 1700), in ihrer Bedeutung für die frühe Gewerbehygiene durchaus mit Morgagnis De sedibus et causis morborum (»Orte und Ursachen der Krankheiten«, Bologna 1761) für die pathologische Anatomie vergleichbar. Ramazzini stellte darin die unterschiedlichen Krankheiten der wichtigsten Berufsgruppen seiner Zeit umfassend dar und brachte diese zum e…
Date: 2019-11-19

Gesundheitswesen, öffentliches

(2,293 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Das öffentliche Gesundheitswesen im MittelalterBemühungen um Regelungen im Ö.G. sind bereits im MA zu registrieren: Dazu zählen der Einfluss der Klöster in ihrem unmittelbaren Wirkungsbereich, die Anstrengungen der Ritterorden sowie die Regelungsversuche der Städte im Hinblick auf hygienische Verbesserungen (Hygiene) sowie auf die Einrichtung besonderer Institutionen der Krankenversorgung innerhalb (Hospitäler, Apotheken, Blatternhäuser) und außerhalb ihrer Mauern (Leprosorien; vgl. Epidemie). Von besonderer Bedeutung dürfte auch d…
Date: 2019-11-19
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