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Your search for 'dc_creator:( "Mohn, Jürgen" ) OR dc_contributor:( "Mohn, Jürgen" )' returned 7 results. Modify search

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Sonne

(2,413 words)

Author(s): Mohn, Jürgen | Hartenstein, Friedhelm | Cancik, Hubert | Schroer, Silvia | Wallraff, Martin | Et al.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Die S. markiert und akzentuiert aufgrund ihrer Omnipräsenz in der Wahrnehmungswelt die zeitlichen und räumlichen Verlaufsformen der natürlichen und kulturellen Lebenswelt des Menschen. Die hiermit einhergehenden möglichen Ordnungsstrukturen, Deutungspotentiale, aber auch Ambivalenzen (hell und dunkel, Leben spendend und zerstörend) prädestinieren die S. auf mannigfaltige Weise, rel. Symbolisierungs- und Orientierungsleistungen in den verschiedensten Bereichen zu übernehmen: 1. in der Zeit (kalendarischer Jahresrhythmus, Bestimmung von sakralen Festzeiten und ritueller Tageseinteilung), die 2. sekundär der Orientierung (Orientation) im Raum dient (Ostung von Ritualen wie Gebet und Liturgie), 3. in der sozialen Hierarchiebildung und Machtsymbolik (Differenz von oben und unten) und in Prozessen sozialer Inklusion und Exklusion (die nächtlich dunklen Chaosmächte werden im Gegensatz zur klaren Ordnungswelt des vertrauten Religionssystems, symbolisiert durch die Tageshelle des Sonnenlichtes, ausgeschlossen) und 4. im weitläufigen Bereich der S.-Metaphorik z.B. von Fruchtbarkeit und Zeugung, von der Überwindung des Todes, von der sonnengleichen Omnipräsenz des Herrschers, von der Klarheit der Erkenntnis (Aufklärung, platonisches Höhlengleichnis), von der myst. Schau (Erleuchtung), von der Zeugnisfunktion (Schwur bei der S.) usw. Die universale Möglichkeit der Solarisierung von zentralen Elementen (Sonnengottheiten wie Amaterasu im Shintō, Helios, Sūjaprabha im Buddhismus) und Funktionen (Herrschaft, Erkenntnis, Kalender) rel. Symbolsysteme können bis zu ausgeprägten Sonnenreligionen reichen, in der die S. selbst zum zentralen Sakralsymbol wird (Aton-Verehrung durch Echnaton, s.u. II.). Im sozial-polit. Bereich symbolisiert die Macht über die regelmäßige Wiederkehr der S. zugleich die Macht über die kosmische und damit auch polit. Ordnung. Hieraus erklärt sich die Sonnensymbolik im polit.-rel. Bereich der Herrschaft und bei rel. Spezialisten. Die ambivalente Funktion der S. kommt durch ihre polaren Symbolismen zur Nacht und zum Mond oder in der Zerstörungskraft des Feuers zum Ausdruck. Die S. in der rel. Kunst dient der visuellen Ästhetisierung zentraler Aussagen des Religionssystems und der metaphorischen Beschreibung von Herrschaft, Gerechtigkeit, Erlösung, Göttlichkeit usw. Hierzu werden die Sonnenscheibe (auf dem Sonnenwagen des indischen Sūryas), die Sonnenstrahlen (siebenstrahliger Sonnenkranz des Mithras [Mithrasreligion]), die Sonnenfarbe (Kostbarkeit des Goldes) eingesetzt. Aber auch Sakralbauten von den frühen Kreisanlagen wie Stonehenge über die mexikanischen Sonnenpyramiden bis hin zu den ma. Kathedralen sind nach dem Vorbild und dem Symbolgehalt der S. konstruiert. Die Religionsgesch. bezeugt somit von den archäologisch erschlossenen Zeugnissen (in Europa z.B. der Sonnenwagen aus Trundholm und die bronzezeitliche Himmelsscheibe von Nebra) bis zu den polit. Rel. der Neuzeit (Sonnenmythos der Franz. Revolution im Fest für das Höchste Wesen und in der Feuer- und Sonnensymbolik des Nationalsozialismus), daß die Sonnenme…

Neujahrsfest

(821 words)

Author(s): Mohn, Jürgen | Praßl, Franz Karl
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Die Jahresrhythmen sind grundlegende wirtschaftliche und sozial einschneidende Ereignisse in Gesellschaften, die sich in einer von markanten Wechseln de…

Riesen

(284 words)

Author(s): Mohn, Jürgen
[English Version] Riesen, religionsgeschichtlich. In den Mythologien (Mythos/Mythologie) unterschiedlichster rel. Traditionen spielen R. bzw. körperlich überdimensionierte, zumeist anthropomorphe Protagonisten als Mischwesen zw. Menschen und Göttern eine Rolle. Die Gestalt des R. kann positiv oder negativ konotiert sein, diese können sowohl häßlich als schön, bedrohlich oder beschützend, von roher Kraft als auch weise, weiblich oder männlich sein. Ihre Größe drückt mit physischer Überlegenheit das …

Tag und Nacht

(351 words)

Author(s): Mohn, Jürgen
[English Version] Tag und Nacht, religionsgeschichtlich. Die Einheit der Dualität von T. und N. ist eines der markanten und grundlegenden Phänomene in den Einteilungen des natürlichen Zeitverlaufs. Innerhalb der Einheit von T. und N. gibt es kulturvariante, durch sozialmythologische und geographisch-klimatische Voraussetzungen bedingte Möglichkeiten, wann der Beginn oder das Ende eines T. (in der N., am Morgen oder am Mittag) festgesetzt werden oder wie die Binnengliederung dieser Einheit strukturier…

Zeit/Zeitvorstellungen

(8,837 words)

Author(s): Mohn, Jürgen | Koch, Klaus | Frey, Jörg | Zachhuber, Johannes | Mesch, Walter | Et al.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich 1.Allgemein

Zwerge

(393 words)

Author(s): Mohn, Jürgen
[English Version] Zwerge, religionsgeschichtlich. Das Vorkommen kleinwüchsiger Gestalten in den Vorstellungen verschiedener Kulturen und Rel. findet seinen Anhaltspunkt im realen Vorkommen kleinwüchsiger Menschen. In der antiken und ma. Tradition sind die kleiner als Menschen gedachten Wesen zumeist am Rand der bekannten Welt angesiedelt. Im 3. Gesang der Ilias (Homer) wurden die Zwergvölker als Pygmäen bez., Megasthenes siedelte sie im fernen Indien an. Von Kartographen des 15.Jh. wie Klausen S…

Sonnenwende

(274 words)

Author(s): Mohn, Jürgen
[English Version] Sonnenwende, religionsgeschichtlich. Die Sommer-S. markiert auf der Nordhalbkugel die Umkehr in der Deklinationsbewegung der Sonne und damit zugleich den Sommeranfang (21./22.6. als die entsprechend längsten Tage) und die Winter-S. entsprechend am 21./22.12. den Winteranfang mit den kürzesten Tagen. Diese Umkehrpunkte werden auch Solstitien genannt. An diese Wendepunkte lehnt sich die Fixierung der chronologischen Ordnung des sich wiederholenden Jahresverlaufs (Jahreszeiten) in Form der …