Search

Your search for 'dc_creator:( "Nutton, Vivian (London)" ) OR dc_contributor:( "Nutton, Vivian (London)" )' returned 375 results. Modify search

Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Hippokratischer Eid

(632 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London) RWG
[English version] Die Belege für einen Gebrauch des H. E. in der Spätant. sind uneindeutig. Gregor von Nazianz (or. 7,10) berichtet, sein Bruder Caesarius habe als Medizinstudent in Alexandreia den Eid nicht abgelegt, womit impliziert ist, daß andere ihn sehr wohl geschworen haben. Doch findet sich für die byz. und muslimische Welt kein Nachweis für eine offizielle Verbindlichkeit, den Schwur zu leisten, auch wenn der Eid wohlbekannt war. In der Praxis trat er hinter dem galenischen Konzept zurück…

Krinas

(78 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] (Crinas) aus Marseille (Massalia), Arzt, der zu Neros Lebzeiten nach Rom kam (Plin. nat. 29,9). Er erwarb sich hohes Ansehen, als er die Astronomie mit der Medizin verband, indem er die Diätpläne für seine Patienten nach dem Lauf der Sterne ausrichtete. Als er starb, hinterließ er 10 Millionen Sesterzen, nachdem er einmal bereits die gleiche Summe aufgewandt hatte, um die Befestigungswälle und andere Anlagen in seiner Geburtsstadt wieder instandsetzen zu lassen. Nutton, Vivian (London)

Artorius, M.

(131 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] Arzt und Anhänger des Asklepiades von Bithynien (Caelius Aurelius morb. acut. 3,113), war mit Octavian in Philippi, wo ein Traum dem zukünftigen Kaiser das Leben rettete (Plut. Antonius 22; Brutus 47; Val. Max. 1,7,2; Vell. 2,70,1). Er wurde, wohl anläßlich einer Reise nach Delos (IDélos 4116), von den Athenern geehrt (IG II/III2 4116) und starb um 27 v.Chr. bei einem Schiffbruch (Hieron. chron. Olymp. 127). A. glaubte, daß Tollwut das Gehirn zuerst angreife, daß sie auf den Magen übergreife und Schlucken verursache, unstillbaren…

Diätetik

(1,107 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] I. Griechenland Die griech. Medizin hebt sich von der ägypt. oder babylon. entscheidend dadurch ab, daß sie der D. im weiten Sinn einer Eß-, Trink-, Bewegungs- und Badekultur innerhalb der Therapeutik eine zentrale Stellung einräumt [2. 395-402; 3]. Urspr. bedeutete D. die Verabreichung von aufeinander abgestimmten Nahrungsmitteln in flüssiger, breiiger oder fester Form je nach Grad der Erkrankung (Hippokr. de medicina vetere 5 [4. 241-257]). Um die Mitte des 5. Jh.v.Chr. wuchs sie…

Arabische Medizin

(1,939 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London) RWG
Nutton, Vivian (London) RWG [English version] A. Grundlagen (RWG) Spätestens um 500 n.Chr. basierte die griech. Medizin auf Galen (Galenismus). Konkurrierende medizinische Theorien waren kaum mehr in Umlauf, und sogar pragmatisch orientierte Ärzte wie Alexander von Tralleis lehnten galenische Theoreme nicht vollkommen ab. In Alexandreia selbst und auch sonst im byz. Reich, wo man der alexandrinischen Trad. folgte, z.B. in Ravenna, gab es ein Curriculum, das aus galenischen Texten, den sog. 16 Büchern Summaria Alexandrinorum sowie hippokratischen Texten bestand, die in…

Diätetik

(375 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London) RWG
[English version] Klass., auf den hippokratisch-galenischen Theoremen eines Säftegleichgewichts beruhende diätetische Vorstellungen spielten bis ins 20. Jh. hinein in der Medizin eine bedeutende Rolle (Säftelehre). In der Arabischen Medizin gilt, daß alle Nahrungsmittel Kräfte enthalten, die, einmal über die Nahrung aufgenommen, die Gesundheit des Körpers zum Guten wie zum Schlechten beeinflussen können. Daher gehörte es zu den Aufgaben des Arztes, Lebensordnungen für den Gesundheits- wie für den …

Akesias

(46 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] (Ἀκεσίας). Griech. Arzt des 3. Jh. v. Chr. (?). Einem vorsätzlich zweideutigen Sprichwort zufolge behandelte er nur die, die am schlimmsten (Leiden oder Arzt) litten (Aristoph. Byz., Zenob. 1,52). Möglicherweise schrieb er auch über die Kochkunst (Athen. 12, 516c). Nutton, Vivian (London)

Penis

(170 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] (φαλλός/ phallós, lat. mentula; zu Synonyma vgl. [1]). Um 250 v.Chr. hatte man seine Anatomie (Eichel, Hodensack und Hoden) verstanden, doch tat man sich mit der Erklärung seiner Physiologie, v.a. der Erektionsfähigkeit, schwer. Galenos (de usu partium 15,3) nannte ihn ein ‘nervenähnliches Teil’ und diskutierte in De motibus dubiis die mögliche Beteiligung des Vorstellungsvermögens an der Erektion. Wenn auch die circumcisio (Beschneidung) im wesentlichen auf jüdische Kreise beschränkt blieb, wurde die Infibulation (Vers…

Eryximachos

(81 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] Sohn des Akumenos, athenischer Arzt und Asklepiade, 5. Jh. v.Chr. Als Freund des Sophisten Hippias (Plat. Prot. 315A) und des Phaidros (Plat. Phaidr. 268A; symp. 177A) spielt er eine beachtliche Rolle in Platons Symposion, in dem er eine lange Rede zu Ehren des Eros hält (185E-188E). Seine leicht pedantische Art erntet bei den geladenen Gästen nicht mehr als wohlwollendes Gelächter, doch finden sich im Corpus Hippocraticum zeitgenössische Parallelen zu seiner Verknüpfung von Naturphilos. und Medizin. Nutton, Vivian (London)

Geschlechtskrankheiten

(380 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] Mangels eindeutiger diagnostischer Zeugnisse fällt es schwer, die ant. Geschichte der G. zu rekonstruieren. Harmlosere Infektionen wie der Herpes genitalis (Hippokr. De mulierum affectibus 1,90 = 8,214-8 L.) und die Chlamydieninfektion [2. 220] sind gut bezeugt, die beiden großen Geschlechtskrankheiten der Moderne, Gonorrhoe und Syphilis, lassen sich jedoch nur schwer im Überlieferungsmaterial ausmachen. Gonorrhoe, eine griech. Wortschöpfung vermutlich aus hell. Zeit, bezeichnet …

Anatomie

(1,823 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] A. Ägypten und alter Orient A. im Sinne eines durch Sektionen gewonnenen, systematischen Wissens über den menschlichen Körper scheint eine griech. Erfindung zu sein. Wir wissen zwar, daß babylon. (und später auch etr.) Hepatoskopie die Entnahme einer Tierleber umfaßte, doch abgesehen von einer relativ differenzierten Terminologie für dieses Organ und von der Zuordnung bestimmter Emotionen zu den Kardinalorganen schweigen babylonische Texte zum Thema A. [17]. Anfänge anatomischer Forsc…

Euryphon von Knidos

(315 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] Griech. Arzt, Mitte des 5. Jh. v.Chr. Die bei Soran. vita Hipp. 5 überlieferte Erzählung, derzufolge E. Perdikkas II. von Makedonien von einer Krankheit aufgrund unglücklicher Liebe geheilt haben soll, ist vergleichsweise spät entstanden und ziemlich phantastisch. Galen zufolge (17a,886) schuf er die wichtigsten Beiträge zu den sogenannten “Knidischen Sentenzen”, die nur in Fr. überliefert sind [1. 65-66; 2. 14-26]. Einige seiner Werke, bes. solche diätetischen Inhalts, sollen na…

Akron [aus Akragas]

(121 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] Sohn eines gleichnamigen Arztes (Diog. Laert. 8,65), älterer Zeitgenosse des Hippokrates. Er soll Athen durch das Anzünden großer Feuer im Jahre 430 v. Chr. von der Pest befreit haben (Plut. Is. 80 [vgl. 1]). Den Empirikern (Ps.-Gal. 14,638) galt A. als Begründer ihrer Schule und trat als solcher in die doxographische Tradition ein [2]. Er könnte sich an Debatten über den epistemologischen Wert der Sinneswahrnehmung beteiligt haben (er war mit Empedokles bekannt). Ob Philinos und…

Ausbildung (medizinische)

(565 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] In der Ant. lernten die meisten Heilkundigen ihr Handwerk von ihren Vorfahren oder als Autodidakten, doch gingen einzelne auch bei einem Meister in die Lehre (z.B. Pap. Lond. 43, 2.Jh. v.Chr.) oder reisten zu medizinischen Hochburgen, um dort Unterricht zu nehmen. Überreste solcher A.-Zentren finden sich in Babylonien [1] und in Ägypten, wo das unter Dareios um 510 v.Chr. wieder aufgebaute “Haus des Lebens” in Sais als ein solches Schulungszentrum und Skriptorium gedient haben ma…

Aderlaß

(345 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] In babylonischer, ägypt. wie auch griech. Medizin war der Blutentzug Teil der ärztlichen Behandlung. Der Eingriff wurde gelegentlich durch direktes Eröffnen einer Vene vorgenommen, durch Anritzen derselben oder durch Verwendung eines Schröpfkopfes, der das Blut zu einem kleinen Einstich saugte. Gemessen an der Häufigkeit, mit der Schröpfköpfe auf Ärztedarstellungen abgebildet wurden, scheint die letztgenannte Methode die verbreitetste gewesen zu sein [1]. Für den A. mögen zwei Vo…

Augenheilkunde

(954 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] A. Ägyptisch Ägyptische Augenärzte standen bereits in hohem Ansehen, als der persische König Kyros den Pharao Amasis um 540 v.Chr. um Vermittlung eines solchen Augenarztes bat (Hdt. 3,1; vgl. 2,84). In Ägypten waren Augenkrankheiten keine Seltenheit. Drei von sieben frühen medizinischen Papyri handeln von ihnen. Allein im Pap. Ebers finden sich über 100 Rezepte gegen Blindheit. Einige Rezepte verwenden Ingredienzen aus der Dreckapotheke, andere beispielsweise Leber, die reich an V…

Pneumatiker

(448 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] (πνευματικοί, lat. pneumatici). Medizinische Schule innerhalb der griech. Medizin, gegründet von Athenaios [6] von Attaleia unter dem Einfluß des Stoizismus. Galenos (de causis contentivis 2) erklärt Athenaios zum Schüler des Poseidonios [2], was auf eine Lebenszeit in der 2. H. des 1. Jh.v.Chr. hindeutet. Allerdings weiß Cornelius Celsus [7], der Mitte des 1. Jh.n.Chr. in Rom schrieb, offenbar nichts von dieser Schulrichtung, deren berühmteste Vertreter Agathinos, Herodotos [3], A…

Aeficianus

(82 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] Griech. Arzt und Philosoph, Lehrer des Galenos, lebte um 150 n. Chr. in Kleinasien (Gal. 19,58, CMG V 10,2,2, 287). Als langjähriger Schüler des Quintus (Gal. 18A, 575) und Anhänger des Hippokrates interpretierte er zumindest einige ihrer Lehren in stoischerem Sinne, z. B. aus dem Bereich der Psychologie, in der er dem Stoiker Simias folgte (Gal. 19,58; 18b, 654]. Die Hippokratesdeutung, die ihm in der Galenausgabe von Kühn bei Gal. 16,484 zugeschrieben wird, ist eine Renaissancefälschung. Nutton, Vivian (London)

Empiriker

(696 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] A. Geschichte Die E. sind eine griech. Ärzteschule, gegr. um 250 v.Chr. von Philinos von Kos, einem Schüler des Herophilos (Ps.-Galen Introductio; Gal. 14,683). Nach Celsus (De med. pr. 10) wurde sie hingegen etwas später von Serapion von Alexandria begründet. Nach einigen Doxographen war der Gründer Akron von Akragas (um 430 v.Chr.; fr. 5-7 Deichgräber). In den medizinischen Doxographien wird sie als eine der drei Hauptströmungen in der griech. Medizin noch zur Zeit des Isidorus v…

Fieber

(375 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] (πυρετός, febris) bezeichnet eigentlich ein Symptom, eine erhöhte Körpertemperatur, doch wird der Begriff von allen ant. medizinischen Autoren häufig zur Bezeichnung einer Krankheit oder einer Krankheitsklasse verwendet. Im mod. diagnostischen Sprachgebrauch deckt der Begriff eine Reihe von Zuständen ab, so daß die Identifizierung jedes antiken “F.” ohne weitere Untergliederung von F.-Arten oder ohne sonstige Symptombeschreibung zum Scheitern verurteilt ist. Solche Identifizierung…
▲   Back to top   ▲