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Your search for 'dc_creator:( "Graf, Friedrich Wilhelm" ) OR dc_contributor:( "Graf, Friedrich Wilhelm" )' returned 50 results. Modify search

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Sattelzeit

(325 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] . Der für die begriffsgesch. Forschung dt. Historiker zentrale Begriff wurde spontan von Reinhard Koselleck bei der Planung des vom »Arbeitskreis für moderne Sozialgesch.« verantworteten Lexikons »Gesch. Grundbegriffe. Hist. Lexikon zur polit.-sozialen Sprache in Deutschland« (Bde.1–8/2, 1972–1997) geprägt. Dabei mögen Assoziationen an das u.a. von H. Freyer und C. Schmitt entwickelte Konzept der sog. Achsenzeiten mitgespielt haben. Der 1923 geborene Koselleck, führender Theoreti…

Piper

(239 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Piper, Otto Alfred (29.11.1891 Lichte, Thüringen – 13.2.1982 Princeton, USA). Die von franz. Hugenotten abstammende Mutter vermittelte P. prägende Frankreichkontakte. Der Vordenker der Jugendbewegung vertrat die generationstypische Kritik an Kapitalismus und Individualismus. Bei freiwilligem Fronteinsatz schwer traumatisiert, engagierte sich der 1920 in Göttingen promovierte Sozialist für Pazifismus und Ökumene. Die von Religiösen Sozialisten und luth. Volksnomos-Theologen vertret…

Tittmann

(219 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Tittmann, Johann August Heinrich (1.8.1773 Langensalza – 30.12.1831 Leipzig). Der Sohn des späteren Dresdener Oberkonsistorialrats Karl Christian T. studierte Philos. und ev. Theol. in Wittenberg und Leipzig, wo er als a.o. Prof. zunächst in der Philos. Fakultät (1796), dann in der Theol. Fakultät (1800) lehrte und 1805 zum o. Prof. der Theol. ernannt wurde. T. übernahm eine Vielzahl kirchl. Ämter (u.a. 1815 Domherr in Meißen), prägte das kirchennahe Vereinswesen Leipzigs (u.a. Vors…

Zeitgeschichte, Kirchliche

(972 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] . Der schon Mitte des 17.Jh. nachweisbare, aber erst seit 1800 gebräuchliche dt. Begriff »Z.« wird nicht deckungsgleich mit Begriffen wie contemporary history oder histoire contemporaine verwendet. Im engl. u…

Schneckenburger

(214 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Schneckenburger, Matthias (17.1.1804 Thalheim bei Tuttlingen – 3.6.1848 Bern). Der ältere Bruder des Schriftstellers Max Sch., dessen 1840 vf. »Die Wacht am Rhein« zur wichtigsten dt. Kriegshymne im Krieg 1870/71 wurde, durchlief schnell die Institutionen der württembergischen Theologenausbildung. 1826 hörte er in Berlin F. Schleiermacher, Ph.K. Marheineke, A. Neander und G.W. F. Hegel. Als Tübinger Stiftsrepetent konnte der erst 23jährige die sog. Geniepromotion um D.F. Strauß, C…

Vischer

(200 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Vischer, Friedrich Theodor (ab 1870 v.; 30.6.1807 Ludwigsburg – 14.9.1887 Gmunden). Nach dem Studium der ev. Theol., Philos. und Philol. in Tübingen (Dr. theol. 1832; 1833 Stiftsrepetent) habilitierte sich der Pfarrerssohn, Schüler F. Ch. Baurs, Jugendfreund und zeitweilige theol. Sympathisant von D.F. Strauß dort 1836 für Ästhetik und dt. Lit. Als Prof. für Literaturgesch. (1844 Tübingen, unter »Pantheismus«-Verdacht zwei Jahre suspendiert; 1855 Zürich, 1866 Stuttgart) und einfluß…

Troeltsch

(2,016 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Troeltsch, Ernst Peter Wilhelm (17.2.1865 Haunstetten bei Augsburg – 1.2.1923 Berlin-Charlottenburg) T. gilt als führender theol. Krisendiagnostiker im Deutschland der klassischen Moderne um 1900. Mit einem thematisch weit gespannten Oeuvre entgrenzte er die Syst. Theol. zu einer Kulturwissenschaft des Christentums, die die distinkte »Zusammenbestehbarkeit« des christl. Glaubens mit modernen wiss. Rationalitätsstandards erweisen sollte. T. publizierte ideen- wie kulturhist. Studien zum Ne…

Ronge

(253 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Ronge, Johannes (16.10.1813 Bischofswalde, Schlesien – 26.10.1887 Döbling bei Wien). Der einflußreichste Vertreter des Deutschkatholizismus kam aus einer streng kirchl. Bauernfamilie. Im Breslauer Studium der Theol. und Philos. 1836–1839 begeisterte sich der Burschenschaftler für die Kulturideale von Aufklärung und dt. Idealismus sowie die Emanzipationsforderungen der Frühliberalen. Seit 1841 Kaplan in Grottkau, wurde er am 30.1.1843 wegen einer im »Sächsischen Vaterlandsblatt« Ro…

Sakraltransfer

(257 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] . Die Ursprünge des Begriffs transfert de sacralité liegen noch im dunkeln. Der früheste derzeit bekannte Beleg stammt aus Arbeiten der Historikerin Mona Ozouf, die seit 1976 die Symbolwelten, Riten und »impliziten Theologien« (Assmann) in den Festen der Französischen Revolution erforscht. Durch synkretistische Verknüpfung von paganen, christl. und maurerischen Symbolen und zeremoniellen Gesten sei ein nachchristl. polit.-rel. Kultus entworfen worden, in dem sich die revolutionär…

Robertson

(239 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Robertson, Frederick William (3.2.1816 London – 15.8.1853 Brighton). Der anglik. Theologe und Sozialreformer gilt als einer der großen, rel. Epoche machenden Prediger des 19.Jh. Nach der 1840 erfolgten Priesterweihe in Oxford wurde der sensible R. in den Armenvierteln von Winchester und Cheltenham so hart mit den katastrophalen Folgewirkungen schneller kapitalistischer Industrialisierung konfrontiert, daß er mehrere psychische Zusammenbrüche erlitt. Als Pfarrer der engl. Kirche in …

Vaterland

(586 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] I. Dogmatisch Begriffe wie V., Vaterlandsliebe, Patriotismus spielen seit dem 18.Jh. in der Verkündigung aller christl. Kirchen und in den Diskursen akademischer Theologen eine zentrale Rolle, beeinflussen aber spätestens seit M. Mendelssohn auch jüd. Selbstverständigungsdebat…

Nation

(723 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] . Der von lat. nasci, »geboren werden«, abgeleitete Begriff natio bez. die lokale Herkunft einer Person oder Sache. Natio ist die Göttin der Geburt. Im Lat. bedeutete der Begriff auch Volksstamm und Völkerschaft. Seit dem MA umfaßte N. ein vielschichtiges Feld heterogener Bedeutungen. Die ma. Universitäts-, Konzils-, Kaufmanns-, Kleriker- und Adels-Nationes stellen keine Vorläufer moderner Nationsideen dar, auch wenn Kleriker und Landadelige im Spät-MA Vorstellungen eines dt. Nat…

Strauß

(470 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Strauß, David Friedrich (27.1.1808 Ludwigsburg – 8.2.1874 eb…

Reuter

(304 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Reuter, Hermann

Religionskongresse

(691 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] …

Politische Religion

(763 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] . Die Ursprünge des analog zu »politische Theologie« gebildeten Begriffs liegen im dunkeln. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Neologismus der »Sattelzeit« des späten 18. und frühen 19.Jh. K.G. Bretschneider diente der Begriff zur Analyse von Vermittlungszusammenhängen zw. rel.-konfessioneller Fraktionierung und polit. Parteienbildung. Johann Christian Karl Herbig erklärte in seinem »Wörterbuch der Sittenlehre« 1834: »Rel., polit., ist eine solche, deren letzter Zweck sich auf den Staat bezieht, und die daher auch immer mit dem Staate innig verbunden ist« (221). Die weitere Begriffsgesch. ist kaum erforscht. In den 20er Jahren des 20.Jh. begegnete polit. Rel. im Streit um Faschismus und autoritären Staat. Eine prominente Rolle gewann der Begriff in den Totalitarismus-Diskursen der späten 30er Jahre. Der polit. Philosoph und Staatswissenschaftler E. Voegelin deutete Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus 1938 als »Die polit. Religionen«, die das Kollektiv Klasse, Staat oder Rasse zum sinngebenden »ens realissimum« »divinisiert« hätten. Sakralisierte »Teilinhalte der Welt« seien jeweils für einen »Mythos der Erlösung« »vergötzt« worden. Polit. Rel. wollten die dem Christentum eigene und in den modernen Verfassungsstaaten institutionalisierte Differenz von Polit. und Rel. in eine neue, archaisierend regressive rel.-polit. Einheitskultur aufheben. Sie änderten die Legitimationsstruktur polit. Handelns: Die den Rechtsstaat konstituierende Bindung ans Recht werde ersetzt durch den Rekurs auf quasirel., zu »Letztwerten« hypostasierte ideologische Gehalte. In seiner kulturpessimistischen, von konservativ-kath. Wertorientierungen normierten Geschichtssicht kennzeichnete der aus der korporatistischen polit. Rechten Österreichs stammende Schüler Othmar Spanns die Durchsetzung polit. Rel. im 20.Jh. als eine Folge krisenhafter Dechristianisierung, die mit der Aufklärung begonnen habe. Ein Jahr nach Voegelin sprach der franz. liberale Intellektuelle Raymond Aron mit entgegengesetzter Zielsetzung von »religion politique« bzw. später auch »religion se´culie`re«. Der von Aufklärungstraditionen geprägte Aron gab seinem Konzept der »religion politique« eine dezidiert religionskrit. Zuspitzung, sah er im starken Gemeinschaftskultus der Religionen doch die Quelle einer Totalvergemeinschaftung des Menschen, die die freiheitsdienliche Unterscheidung von privater und öfftl. Sphäre zerstöre. – Seit dem Zusammenbruch der UdSSR und anderer kommunistischer Staatssysteme haben mit der Konjunktur vergleichender Totalitarismusforschung auch die Konzepte polit. Rel. neues Interesse gefunden. In Untersuchungen zu weltanschaulichem Programm, »impliziter Theol.« (Jan Assmann), Symbolwelten, Divinisierungsstrategien, »Sakraltransfer« (Marc Bloch), Ritualen, Weihehandlungen, Mysterienkulten, Zeitordnungen, Festkalendern, Totenkult und Memorialkulturen werden rel. Dimensionen der äußerst gewalttätigen antiliberalen Ordnungssysteme des 20.Jh. zu erhellen versucht. Analysiert werden »Hitlers Gott«, die häufige Beschwörung der Vorsehung in seinen Reden, der mystizistische Okkultismus in NS-Eliten, die teils chiliastischen, teils apokalyptischen Elemente der NS-Ideologie, die messianischen Führervisionen, der Personenkultus der Kommunisten (Beispiel: W. Lenins Grablegung und Aeternisierung durch demonstrative Zurschaustellung der einbalsamierten Leiche), die Sinnkonstruktionen des starken faschistischen Selbst, die massenliturgische Ästhetisierung von Macht und Gewalt sowie das weltgesch. Sendungsbewußtsein der drei polit. Rel. Zugleich geht es um ihr Verhältnis zur jüd. und christl. Überlieferung sowie zu alten rel. Institutionen wie den Kirchen. Geprägt von der kulturalistischen Wende (Kulturwissenschaften) hat die neue Forschung zahlreiche bis dahin vernachlässigte rel. Elemente in Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus sichtbar werden lassen. Sie entwickelte innovative Deutungsmuster zur spezifischen Faszinationskraft dieser antiliberalen Ordnungsentwürfe unter den Bedingungen existentieller Orientierungsunsicherheit breiter Massen in den 20er bis 40er Jahren des 20.Jh. Im Begriff »Erlösungsantisemitismus« hat Saul Friedländer selbst dem Kerngehalt der NS-»Weltanschauung« eine rel. Qualität zuerkannt. Trotz breiter empirischer Forschung wird die analytische Leistungskraft der Modelle polit. Rel. aber kontrovers diskutiert (s. Burrin). Im Streit um Konzepte …

Patriotismus

(329 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] . Der seit dem 16.Jh. nachweisbare, aus dem Neulat. (abgeleitet von patria) und dem Franz. (patriotisme) übernommene Begriff stand in den klassischen polit. Tugenddiskursen für eine enge moralische Bindung des Bürgers an sein Vaterland, dem er Hingebung, Opferbereitschaft, Treue und Liebe schuldig sei. Die Konjunktur des Begriffs im 18.Jh., v.a. in den Moralischen Wochenschriften, war eng mit der Beschwörung von Gemeinsinn, Bürgertugend und Staatsmoral verbunden: Über die innerliche Bindung an d…

Trillhaas

(267 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Trillhaas, Wolfgang (31.10.1903 Nürnberg – 24.4.1995 Göttingen), studierte 1922–1926 Philos. und ev. Theol. in München, Erlangen und Göttingen, stark luth. beeinflußt durch P. Althaus, W. Elert, E. Hirsch und den Phänomenologen Alexander Pfänder. 1931 philos. Diss. über F. Nietzsche, 1932 Lic. Theol., 1933 Habil. über »Schleiermachers Predigt und das homiletische Problem«, die in 2. Aufl. 1975 zur praktisch-theol. Renaissance F. Schleiermachers beitrug. Nach Lehrstuhlvertretungen …

Religious economics

(223 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] (Religionsökonomie). In Studien zu den ökumenischen Bewegungen des 20.Jh. hatte der Soziologe Peter L. Berger 1963 »A Market Model for the Analysis of Ecumenicity« entwickelt. Seine These: Beendigung konfessioneller Kulturkämpfe und ökum. Kooperationsprozesse zw. traditionell rivalisierenden Konfessionskirchen folgten auch zweckrational pragmatischen Nutzenkalkülen. Inspiriert von der neoliberalen Chicago School der Wirtschaftswiss., machten Religionsökonomen wie Roger Finke, Lau…

Rosenstock-Huessy

(491 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
[English Version] Rosenstock-Huessy, Eugen (6.7.1888 Berlin – 23.2.1973 Norwich, VT, USA), Jurist, Kulturphilosoph, Soziologe. Der einer jüd. Bankiersfamilie entstammende R. war ein rel. Intellektueller von hoher Kreativität. Studien in sehr unterschiedlichen Feldern der Kulturwissenschaften verband er mit Sinnsuche, Moralpäd. und linksbürgerlicher Sozialreform. 17jährig konvertierte er 1905 zum Protestantismus. Nach dem Studium der Rechtswiss., Gesch. und Philol. in Zürich, Berlin und Heidelberg w…
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