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Corvus

(136 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] [1] militärisch Die Erfindung des c. (“Rabe”) wird C. Duilius, cos. 260 v.Chr. und Sieger über die Karthager in der Schlacht bei Mylae, zugeschrieben. Es handelte sich um eine Enterbrücke, die am Bug des Schiffes angebracht war und mit Hilfe einer Rolle und eines Seils dirigiert wurde. Wenn man sie auf das feindliche Schiff niederfallen ließ, blieb ein Metallhaken fest im Verdeck stecken; so konnte die Takelage des Gegners beschädigt werden, die röm. Soldaten konnten das Schiff entern (Pol. 1,22,23). Mit der Erfindung des c. wurde der Taktik des Enterns der Vorz…

Auszeichnungen, militärische

(811 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Um die Tapferkeit und den Mut von Soldaten zu belohnen, wurden im röm. Heer - wie in allen anderen Heeren auch - A. vergeben, die den Vorteil hatten, daß sie das Gemeinwesen wenig kosteten und gleichzeitig das Bewußtsein soldatischer Ehre verstärkten (Pol. 6,39). Das starke Empfinden für hierarchische Strukturen hatte auch Einfluß auf derartige A., denn sie wurden abhängig vom Dienstgrad des Empfängers vergeben ( dona militaria ). Wie A. Büttner gezeigt hat, waren die röm. A. sicherlich ital., daneben aber auch kelt., griech. …

Ala

(313 words)

Author(s): Höcker, Christoph (Kissing) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] [1] Teil des röm. Atriumhauses Teil des röm. Atriumhauses (Haus; Atrium). Zwei einander gegenüberliegende, auf ganzer Breite und Höhe offene Räume, die die Querachse vor dem Tablinum, dem Hauptraum des Hauses bilden, werden als a. bezeichnet. A. sind im röm. Hausbau weit verbreitet, geeignete Entwurfsproportionen nennt Vitruv (6,3,4). Die Herkunft des Typus ist unklar; die in Vitruvs Beschreibung des tuskanischen Tempels (4,7,1) oft konjizierten alae (anstelle des überlieferten aliae) als Terminus für die beiden äußeren cellae des etr. Tempels (Tempel) …

Disciplina militaris

(849 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Das lat. Wort disciplina bezeichnet a) ein Wissensgebiet oder eine Wissenschaft und b) Gehorsam. In Verbindung mit dem röm. Militärwesen erscheint disciplina meist in der zweiten Bed.; bei Frontinus wird die Kenntnis des Militärwesens rei militaris scientia genannt (Frontin. strat. 1 praef. 1). Die Wendung disciplina militaris wird von Valerius Maximus sowie Plinius gebraucht und ist überdies epigraphisch belegt (Val.Max. 2,7; Plin. epist. 10,29; S.c. de Cn. Pisone patre, 52; ILS 3809). Tacitus charakterisiert mit den Worten militia disciplinaque nostra de…

Panzer

(645 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Bereits die Helden der homerischen Epen schützten sich mit P. aus Br. oder Leinen (Hom. Il. 3,830; 11,15-28). Der Brust-P. (θώραξ/ thṓrax ) gehörte in archa. Zeit zur Ausrüstung griech. hoplítai ; allerdings wurde der Metall-P. in der klass. Zeit zunehmend durch P. aus leichterem Material ersetzt. Im röm. Heer gehörte der P. ( lorica) zur Ausrüstung der prima classis (nach Liv. 1,43,2 in der röm. Frühzeit die Klasse der reichsten Bürger mit einem Vermögen von 100000 As oder mehr). Es wurden verschiedene Typen des Brust-P. verwendet, wobe…

Beneficiarii

(113 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] wurden bereits bei Caesar (civ. 1,75,2; 3,88,5) erwähnt; nach Vegetius (mil. 2,7) handelte es sich um Soldaten, die ihre Beförderung einem beneficium ihrer Vorgesetzten verdankten und von den munera befreit waren. Sie waren einem Offizier zugeordnet, in dessen Diensten sie rechtliche und finanzielle Funktionen ausübten, die eine gewisse Kompetenz erforderten. Man findet die b. in allen Einheiten, in der Marine, in den auxilia, in den Legionen und in Rom. Einige von ihnen nahmen auch Aufgaben im zivilen Bereich wahr und wurden in den stationes zum Schutz der Fer…

Kriegsbeute

(1,470 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Alter Orient Im Alten Orient galt das Aufbringen von K. der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen (z.B. Metallen Äg.: Gold aus Nubien, Silber aus Kilikien, Kupfer aus Zypern (MR); Assyrien: Eisen aus Iran, Silber aus Kilikien; Kilikes, Kilikia) und für die weitere Kriegsführung benötigten Objekten (z.B. Pferde, Streitwagen im Assyrien des 1. Jt.v.Chr.) oder diente zur Versorgung der königl. Hofhaltung mit Luxusgütern zu Prestigezwecken. K. ist von Tributleistungen zu unterscheiden,…

Ordo

(898 words)

Author(s): Paulus, Christoph Georg (Berlin) | Galsterer, Hartmut (Bonn) | Le Bohec, Yann (Lyon) | Heimgartner, Martin (Basel)
bezeichnet lat. sowohl eine Ordnung (z.B. eine Marsch- oder Prozeßordnung) als auch die Gruppe oder Körperschaft, in die mehrere oder viele eingeordnet waren (auch im Pl. ordines), z.B. die röm. Ritterschaft ( o. equester). [English version] I. Prozessrecht Im prozessualen Kontext wird o. herkömmlicherweise in der Zusammensetzung ›o. iudiciorum‹ (Cod. Iust. 7,45,4) verwendet. Damit werden die ordentlichen Verfahrenstypen (vgl. noch heute: ›ordentliche‹ Gerichtsbarkeit) sowohl des Formularprozesses ( formula ) als auch des Legisaktionenverfahrens ( legis actio

Commeatus

(334 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] C. hat zwei verschiedene Bedeutungen: Es beschreibt entweder eine zeitlich begrenzte Beurlaubung (im Gegensatz zur endgültigen Entlassung, der missio) oder bestimmte Teile der Versorgung. Der Begriff stellatura bezeichnet den Mißbrauch beider Einrichtungen. 1. Die Beurlaubung bedeutete für die Soldaten, sich von den Feldzeichen entfernen zu dürfen (Tac. hist. 1,46,4). Fälschlicherweise wurde der c. mit der immunitas oder vacatio munerum verwechselt, die die Befreiung von den üblichen Arbeitsdiensten, die die Soldaten zu verrichten hatte…

Kriegsfolgen

(1,039 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Griechenland Welche Folgen ein Krieg im ant. Griechenland für Individuen, Städte oder Königreiche hatte, hing von seiner Dauer und Dimension ab; eine Sytematisierung oder Verallgemeinerung der K. ist daher nicht unproblematisch. Mehrere Autoren beschreiben das schreckliche Aussehen eines Schlachtfeldes (Xen. hell. 4,4,12; Xen. Ag. 2,14f.; Plut. Pelopidas 18,5; vgl. Thuk. 7,84f.). Während einer Hoplitenschlacht fielen in klass. Zeit durchschnittlich 5% der Sieger und 14% der Verl…

Contubernium

(149 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] bedeutete im eigentlichen Sinne des Wortes eine Gemeinschaftsunterkunft von Soldaten; entweder handelte es sich um ein Zeltlager während einer expeditio oder um Baracken in einem ständigen Lager (Tac. ann. 1,41,1). Daraus ergaben sich zwei weitere Wortbedeutungen: Der Begriff wurde auch für eine Gruppe von Soldaten benutzt, die eine Unterkunft teilten, und er bezeichnet außerdem ein daraus entstandenes Gefühl der Zusammengehörigkeit, des Vertrauens und der Solidarität (Suet. Tib. 14,4; Caes. civ. 2,29). Dies schloß auch die Offiziere ein. Das c. scheint ke…

Militärstrafrecht

(475 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Das im röm. Heer geltende Strafrecht kannte zwei unterschiedliche Kategorien von Vergehen. Die erste Kategorie betraf solche Delikte, die auch im zivilen Bereich geahndet wurden, etwa Diebstahl oder das crimen maiestatis ( maiestas ). Die zweite Kategorie umfaßte die spezifischen Verfehlungen im Militärdienst, vor allem Ungehorsam gegenüber den Vorgesetzten, unerlaubtes Entfernen von der Einheit, Desertion ( desertor ) und Verrat ( perduellio ). Die Zusammensetzung des Militärtribunals sowie die Strafen wandelten sich ent…

Labarum

(196 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Vor der Schlacht an der Milvischen Brücke ( pons Milvius ) gegen Maxentius 312 n.Chr. erhielt Constantinus I. in einem als Vision bezeichneten Traum den Rat, die ersten beiden Buchstaben des Namens Christus, griech. Chi und Rho (Χ und Ρ), auf die Schilde seiner Soldaten schreiben zu lassen, wenn er siegen wolle: τούτῳ νίκα (“In diesem Zeichen siege”; vgl. Lact. mort. pers. 44; Eus. vita Const. 1,26-31). Dieses Christogramm wurde in der folgenden Zeit an der Spitze einer Standarte befestigt, die aus einer langen La…

Desertor

(268 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In der röm. Armee wurde als d. betrachtet, wer nicht beim Appell erschien (Liv. 3,69,7), wer sich während einer Schlacht aus der Reichweite des Trompetenschalles entfernte oder wer seine Einheit in Friedenszeiten ohne Erlaubnis, ohne commeatus (Suet. Oth. 11,1; SHA Sept. Sev. 51,5; Dig. 49,16,14), verließ (‘sich von den signa entfernte’). Die Strafen waren unerbittlich: je nach Fall drohte die Sklaverei (Frontin. 4,1,20), die Verstümmelung (SHA Avid. 4, 5) oder der Tod (der Verurteilte wurde mit Ruten geschlagen und daraufhin von dem Tarpeium saxum herabgeworfe…

Decanus

(126 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Als d. wurde ein Soldat bezeichnet, der ein contubernium befehligte; der d. tauchte in dem Moment auf, als die Stärke dieser Einheit von acht auf zehn Mann erhöht wurde (nach Ps.Hyg.). Die Inschr. IGR I 1046 erwähnt δεκανοί, die entweder Personen dieses Ranges waren oder aber Befehlshaber eines Geschwaders von zehn Schiffen, was nicht mehr genau zu klären ist. Der d. ist noch für das 4. Jh.n.Chr. belegt, manchmal mit dem Titel caput contubernii (Veg. mil. 2,8; 2,13). In anderen Zeugnissen bezeichnet dieser Begriff Personen, die der niedrigsten Stufe d…

Dona militaria

(849 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Besonders verdienten Soldaten und Offizieren des röm. Heeres wurden Ehrenzeichen verliehen (Auszeichnungen, militärische), wobei der Dienstgrad der Empfänger eine wichtige Rolle spielte. Die Praxis der Verleihung solcher Ehrenzeichen veränderte sich im Verlauf der Republik und der Prinzipatszeit. Von der älteren Überlieferung wurde zwar über die Verleihung von Ehrenzeichen in der Zeit der frühen Republik berichtet (Plin. nat. 22,6-13), aber die ersten glaubwürdigen Hinweise finde…

Corniculum, cornicularii

(173 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In der Zeit der Republik gehörte das c. zu den dona militaria (Liv. 10,44,5; Suet. gramm. 9; CIL I2 709 = ILS 8888); in der Prinzipatszeit sind die cornicula nur noch ein Rangabzeichen. Die genaue Bed. des Wortes ist umstritten. Entweder wird es von cornus (Kornellkirsche) oder von cornu(Horn) hergeleitet. Es handelte sich dementsprechend entweder um zwei kleine Speere (vgl. Pol. 6,39) oder aber um kleine Hörner, die von den Helmen herunterhingen. Die c. stellten die Elite der principales und erfüllten ohne Zweifel Verwaltungsaufgaben, denn es sind zivile c. nachgew…

Bewaffnung

(2,167 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Griechenland Die Bewaffnung griech. Heere in geom. Zeit ist lit. vor allem in der Ilias dokumentiert, arch. durch vornehmlich aus Gräbern stammenden Waffenfunde und Vasendarstellungen. Diese Quellengattungen sind nicht immer in Übereinstimmung zu bringen, da Homer einige seiner Helden Waffen aus myk. Zeit benutzen läßt, die arch. nicht mehr belegt sind (z.B. Eberzahnhelm, Il. 10,261-265; Lang- oder Turmschild, Il. 7,219-223; Streitwagen, die auf geom. Vasen oft dargestellt sind …

Imaginiferi, Imaginifarii

(204 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Der imaginifer war ein Soldat, der zumindest bei Festen ein Bildnis ( imago) des Princeps trug (Veg. mil. 2,6; 2,7; Ios. ant. Iud. 18,55); sicherlich besaßen die i. keine direkt mil. Aufgaben. In jeder Legion gab es einen imaginifer, der jedoch nicht unbedingt der ersten Kohorte ( cohors ) angehörte (CIL III 2553: 3. Kohorte). Nach Vegetius (mil. 2,7) waren i. auch in anderen Einheiten vertreten. Inschriftlich sind i. für die cohortes urbanae und die vigiles in Rom sowie für die Legionen und die Einheiten der auxilia ( alae, cohortes und numeri), nicht aber für die Pra…

Militärschriftsteller

(474 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die intellektuelle Ausbildung der künftigen Offiziere des röm. Heeres beruhte auf der Lektüre und Erklärung der Schriften von Historikern wie Polybios und Livius sowie der mil. Dienstanweisungen, die unter Augustus und Hadrianus in Kraft gesetzt worden und noch unter Severus Alexander gültig waren (Veg. mil. 1,27: Augusti atque Hadriani constitutiones; Suet. Aug. 24f.; vgl. Cass. Dio 69,9,4). Daneben wurden auch Schriften von Cato, Marius [I 1], Rutilius Rufus (Val. Max. 2,3,2) und Arrius [II 5] Menander gelesen. Unter Constant…
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