Search

Your search for 'dc_creator:( "Christes, Johannes (Berlin)" ) OR dc_contributor:( "Christes, Johannes (Berlin)" )' returned 10 results. Modify search

Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Artes liberales

(1,050 words)

Author(s): Christes, Johannes (Berlin)
[English version] A. Begriff A.l. ist der in der Spätant. kanonisch gewordene Ausdruck für ein Curriculum von Bildungsfächern, deren Studium für einen Freien standesgemäß war. Cassiod. inst. 2 praef. 3-4 und Isid. orig. 1,4,2 verstehen letzteres nicht mehr; sie leiten liberalis von liber, Buch, ab. In der Sache handelt es sich um die Übernahme der griech. ἐγκύκλιος παιδεία ( enkýklios paideía ) [1. 366-375; 2. 3-18]. Zu einem festen Namen kam es vorerst nicht [3. 196-206]. Der zuerst bei Cicero und bei ihm nur einmal (inv. 1,35) belegte Ausdruck a.l. ist in dieser Zeit kaum schon…

Paidagogos

(338 words)

Author(s): Christes, Johannes (Berlin)
[English version] (παιδαγωγός, lat. paedagogus). Dem Schulkind als Begleiter beigegebener Haussklave, erstmals für das J. 480 v.Chr. bezeugt (Hdt. 8,75), von geringem Ansehen (Plat. Alk. 1,122b; Plat. Lys. 223a-b). Vasenbilder und Terrakotten zeigen ihn als Ausländer mit Glatze, struppigem Bart und Stock [1. 28ff.]. Ständig an der Seite des Kindes, beschützte er es vor Gefahren und brachte ihm rechtes Benehmen und gesittetes Verhalten bei; mancher p. beaufsichtigte auch die Schulaufgaben [2. 276, 282; 3. 75]. In Rom wählte man im Zuge der Aneignung griech. B…

Bildung

(3,370 words)

Author(s): Christes, Johannes (Berlin)
[English version] A. Begriff Der griech. Begriff παιδεία ( paideía) bezeichnet einerseits wie παίδευσις (Aristoph. Nub. 986,1043) die zugleich intellektuelle und ethische Erziehung und B. als Vorgang (Aristoph. Nub. 961; Thuk. 2,39,1), andererseits die B. als Besitz und Ergebnis des Erziehungs- prozesses (Demokr. 180; Plat. Prot. 327d; Gorg. 470e; rep. 378e; Aristot. pol. 1338a30). Heute unterscheidet man üblicherweise zw. B. = Lernen mittels theoretischer Einsicht und Erziehung = Formung von Charakter …

Erziehung

(3,898 words)

Author(s): Christes, Johannes (Berlin)
[English version] A. Begriff Unter E. wird hier die Vermittlung von Techniken und Fertigkeiten, sittlich-charakterliche E. und geistiges Bilden - kurz: ‘die Summe der Reaktionen einer Gesellschaft auf die Entwicklungstatsache’ [1. 13] - verstanden, wodurch der heranwachsende Mensch dazu “erzogen” wird, seine Rolle in der Welt der Erwachsenen einzunehmen. Von dem Begriff “Sozialisation” unterscheidet sich der E.-Begriff darin, ‘daß die Intentionalität des Prozesses zum Entscheidungskriterium gemacht …

Paidotribes

(185 words)

Author(s): Christes, Johannes (Berlin)
[English version] (παιδοτρίβης, “Knabentrainer”). Der p. war urspr. (zeitl. Ansatz unsicher [1. 96]; erstmals Aristoph. Nub. 973f.; ein “solonisches” Gesetz bei Aischin. 1,12) für die sportliche Ertüchtigung der Knaben in der Palaistra (Ringschule, Sportplatz) zuständig. Seit Platon sind Palaistren bezeugt, die nach ihrem p. benannt wurden. Im Gymnasion angestellt [1. 247; 2. 2389f.], trainierte er vielleicht auch Berufsathleten [2. 2390]. Zur Unterscheidung vom gymnastḗs, Lehrer in den gymnischen Übungen, und dem aleíptēs (“Einsalber”), Lehrer der Athleten, s.…

Lucilius

(2,069 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) | Fündling, Jörg (Bonn) | Will, Wolfgang (Bonn) | Christes, Johannes (Berlin) | Eck, Werner (Köln) | Et al.
Name einer röm. plebeischen Familie, abgeleitet vom Vornamen Lucius, seit dem 2. Jh. v.Chr. verbreitet. Am bekanntesten der Satirendichter L. [I 6]. Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) I. Republikanische Zeit [English version] [I 1] Freund des M. Iunius [I 10] Brutus, den er 42 v.Chr. bei Philippi schützen wollte, indem er sich für ihn ausgab (App. civ. 4,542-545). Danach folgte er M. Antonius [I 9] ähnlich loyal bis zu beider Tod im Jahre 30. Fündling, Jörg (Bonn) [English version] [I 2] L., Sex. Volkstribun 87 v. Chr., als Gegner des Marius vom Tarpeischen Flesen gestürzt Volkstribun 8…

Paidonomoi

(192 words)

Author(s): Christes, Johannes (Berlin)
[English version] (παιδονόμοι, wörtl. “Knabenhüter”). Das griech. Amt der p. ist für Aristoteles (pol. 1300a 4-6) spezifisch aristokratisch. Es setzt staatliche Erziehung voraus. In Sparta (Xen. Lak. pol. 2,2; Plut. Lykurgos 17,2,50d) und auf Kreta (Ephoros FGrH 70 F 149) überwachten p. als Kommissare die Erziehung ( agōgḗ ) der 7-20Jährigen [1. 2387; 2. 60-63, 201 Anm. 8]. Aristoteles fordert (pol. 1336a 30-41) ihre Zuständigkeit auch für “Vorschulkinder”. In hell. Zeit nahm sich die Kommune der Erziehung an (Gymnasion). Vor allem für Kleinasien sind vom 3. Jh.v.Chr. an p. insc…

Grammaticus, Grammatikos

(221 words)

Author(s): Christes, Johannes (Berlin)
[English version] (γραμματικός). Im Laufe des 3. vorchristl. Jh. bildete sich der Berufsstand des g. heraus, der die Kinder des gehobenen Bürgertums vom Elementarlehrer ( grammatistḗs/ grammatodidáskalos) übernahm, um mit sprachlichem und lit. Unterricht die Grundlagen für die rhet. Bildung zu legen [1. 235-257]. In Rom entwickelte sich nach Übernahme der griech. Bildung im Laufe des 2. Jh. v.Chr. - röm. Erziehung war fortan zweisprachig - der Brauch, den Unterricht erst des g. Graecus, dann des g. Latinus zu besuchen [2. 47-64]. Sofern nicht in hell. oder kaiserzeitli…

Paideia

(614 words)

Author(s): Christes, Johannes (Berlin)
[English version] (παιδεία). Sieht man von Sparta ab ( agōgḗ ), so ist p., daneben paídeusis (παίδευσις), der zentrale griech. Begriff für die Erziehung und Bildung des Kindes ( pais, παῖς), dann vor allem des jungen Menschen, weshalb p. auch “Kindheit”, “Jugend” bedeutet. Dabei bezeichnet sie sowohl den Prozeß des Erziehens und Bildens als auch das Ergebnis, die Bildung, und als solche den unverlierbaren Besitz des erwachsenen Menschen. Bei Aischyl. Sept. 18 ist p. nicht von trophḗ (“Aufzucht”) unterschieden, im allg. wird sie aber als etwas begriffen, was zu dieser Au…

Enkyklios Paideia

(987 words)

Author(s): Christes, Johannes (Berlin)
(ἐγκύκλιος παιδεία). [English version] A. Begriff Der Begriff e.p. (u.ä., z.B. enkýklia mathḗmata/ paideúmata) ist erst seit ca. 50 v.Chr. belegt [1. 370-375; 2. 6-18; 3. 263-293]. Diogenes Laertios (2,79; 7,32) und Stobaios (2,206,26-28; 3,246,1-5) geben ihn als Ausdrucksweise hell. Philosophen aus, legen diesen damit aber vielleicht nur ihre eigene Terminologie in den Mund (anders [2. 6f.]). Die Vorstellung, e.p. bezeichne urspr. die im Kreis der zu Gesang und Reigentanz vereinten att. Bürger erworbene musische Erziehung [4], wird teils angenommen…