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Your search for 'dc_creator:( "Gestrich, Andreas" ) OR dc_contributor:( "Gestrich, Andreas" )' returned 33 results. Modify search

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Elternliebe

(718 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Der Begriff kann sprachlich sowohl die Liebe der Eltern zu den Kindern als auch umgekehrt die der Kinder zu ihren Eltern bezeichnen [3]. Beide Bedeutungsebenen sind kulturübergreifend stark religiös-moralisch besetzt und im europ. Kontext seit der Antike Gegenstand religiöser und pädagogischer Reflexion. Wie der Begriff der Eltern wurde auch derjenige der E. in der Frühen Nz. zunächst wenig gebraucht. Stattdessen sprach man von Mutter- und Vater-Liebe. Dennoch ist deutlich, dass beide Elternteile gleichermaßen Quelle und Objekt der Liebe zu und von Kindern se…
Date: 2019-11-19

Kinderzimmer

(862 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Begriffsgeschichte und Definition»Kinderstube« oder »Kinderkammer« sind vereinzelt seit dem ausgehenden 16. Jh., breit seit dem 18. Jh. belegt [8. 589–593]; [5. 13]; [3]. Zedlers Universal-Lexikon definiert 1742 die Kinderstube als »dasjenige Gemach und Zimmer in dem Hause, allwo die kleinen Kinder mit denen Muhmen und Ammen sich befinden, und darinnen gepfleget werden« [1]. Dies verweist auf den Ursprung des K. als denjenigen Raum, in dem Kleinkinder gestillt wurden. Es war daher ebenso ein Rückzugsraum für Frauen wie ein Aufenthaltsort von Kindern (Kindheit). Dies kom…
Date: 2019-11-19

Heirat

(1,652 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. AllgemeinH. wird im Deutschen z. T. gleichbedeutend mit Eheschließung und Hochzeit benutzt. Ältere Konversationslexika verweisen unter diesem Stichwort oft nur auf diese Parallelbegriffe [2]. Zugleich ist H. jedoch auch Oberbegriff für Ehe (engl. marriage; franz. mariage; ital. matrimonio) und Hochzeit (engl. wedding; franz . les noces; ital. nozze). Sprachgeschichtlich enthält der dt. Begriff H. das gotische Wort »heiv« für Haus bzw. Familie und drückte zunächst »die besorgung, einrichtung, ordnung eines hausstandes« aus. H. wurde bis in…
Date: 2019-11-19

Großeltern

(716 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Der Begriff G. (engl. grandparents, franz. grand-parents) ist als substantivische Wortverbindung erst seit dem 16. Jh. belegt [1. 532]. Er entstand wohl in Anlehnung an die bereits seit dem 12. Jh. nachweisbaren Begriffe Großvater und Großmutter. G. stand allerdings zunächst wie die ahdt. Begriffe ano und ana (»Ahn«; »Ahnin«) als generelle Bezeichnung für Vorfahren. Erst seit dem 18. Jh. wurde das Bedeutungsspektrum auf die Eltern der Eltern eingegrenzt. Der Begriff G. differenziert nicht, wie manche älteren dt. Verwandtschaftsbezeichnungen (z. B. Oheim, …
Date: 2019-11-19

Haus, ganzes

(831 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Begriff und KonzeptDie Wortverbindung G. H. geht als wiss. Begriff auf den Kulturwissenschaftler und konservativen Sozialkritiker W. H. Riehl (1823–1897) zurück [10. 164]. Riehl interpretierte die aus zwei Generationen bestehende Kernfamilie als Verfallserscheinung der modernen Zivilisation und grenzte sie von dem älteren Begriff des Hauses (franz. maisonnée, ital . casa) ab, in dem nicht nur mehrere Generationen von Blutsverwandten, sondern auch Gesinde und andere Inwohner unter der Leitung eines Hausvaters zusammen gelebt und gewirtschaf…
Date: 2019-11-19

Kernfamilie

(848 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Bedeutung und BegriffsgeschichteK. (engl. nuclear family, franz. famille nucléaire) ist ein Fachbegriff aus der Familiensoziologie und der Histor. Demographie. Er bezeichnet zum einen die aus Eltern und Kindern bestehende familiale Einheit (Familie) innerhalb eines größeren genealogischen Zusammenhangs, zum anderen als Kurzform für »kernfamilialer Haushalt« (engl. nuclear family household) eine ausschließlich aus Eltern und Kindern bestehende Haushalts-Gemeinschaft. In der Forschung wurde der Begriff der K. seit den 1970er Jahren bewusst gegen den…
Date: 2019-11-19

Kiltgang

(709 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Bedeutung und VerbreitungK. ist eine v. a. im alemannischen Sprachraum geläufige Bezeichnung für einen nächtlichen Werbebrauch junger Männer (Partnerwahl). Das bereits ahdt. belegte Wort kilt bedeutete ursprünglich späte Abendzeit, dann auch das Wachbleiben oder Arbeiten bis in die späte Nacht. Die Verben kilten oder kelten bezeichneten z. B. im Elsass allgemein den Brauch, sich zum Feierabend zu Arbeit und Unterhaltung in der Licht- oder Spinnstube zu treffen, also für eine Tradition, die Mädchen und in manchen Regionen auch Erwachsene einschloss [1. 704].In der Volksku…
Date: 2019-11-19

Haushalt

(2,098 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. BegriffsgeschichteDer dt. Begriff H. (vgl. engl. household, franz. ménage) ist erst seit dem 16. Jh. als Substantivierung der Wortverbindung »Haus halten« gängig [4]; etwas früher belegt ist die den verbalen Aspekt stärker betonende »Haushaltung«. Beide wurden bis ins 19. Jh. parallel und im Wesentlichen bedeutungsgleich verwendet. Dabei stand zunächst die Tätigkeit der »führung eines hauswesens« [4] im Vordergrund oder – wie es in Krünitz' Enzyklopädie heißt, die nur »Haushaltung« als Lemma hat – die »Regierung einer häuslichen Gesellschaft, mi…
Date: 2019-11-19

Tischgemeinschaft

(1,017 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. AllgemeinIn allen Kulturen ist die T., das Teilen des Essens in gemeinsamen Mahlzeiten, ein wichtiges Element und Symbol von Gemeinschaftsbildung. Für soziale Institutionen wie Familie, Kloster, Internat, Herrscher-Hof, Zunft und Gilde gehörte daher in der Nz. die T. zum täglichen Ritual der Mitglieder. Die regelmäßige Teilnahme an wenigstens einer gemeinsamen Mahlzeit am Tag galt als wichtiges Charakteristikum für die Zugehörigkeit zu einem Haushalt. Beim Militär hat sich in der Bezeichnung der Kompanie (von lat. companium, »Brotgenossenschaft«) bis heute eine ursp…
Date: 2019-11-19

Mutter

(772 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. BegriffM. ist eine gemeinindoeurop. Verwandtschafts-Bezeichnung für den weiblichen Eltern-Teil eines Kindes (Kindheit). Der rechtliche und soziale Status der M.schaft (s. u.) wird in der Regel durch die Geburt eines Kindes begründet, kann aber auch auf dem Rechtsakt der Adoption oder entsprechenden sozialen Praktiken (Pflege-M., Stief-M.) beruhen (Legitimation des Kindes). Mit dem Begriff der M. waren in nzl. europ. Gesellschaften starke emotionale, bes. auf Fürsorge und Schutz (Mütterlichkeit) gerichtete Konnotationen verbunden, die in der christl. Kult…
Date: 2019-11-19

Zivilehe

(756 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. GrundlagenMit Z. wird eine Form der Eheschließung bezeichnet, die nicht auf einer relig. Ehe-Definition basiert und nicht nach relig. Ritus geschlossen wird. Während die Ehe nach dem Verständnis der kath. Kirche ein Sakrament und nach dem der protest. Konfessionen ein Symbol der Verbindung Christi mit der Kirche ist (vgl. Kasualien), basiert die Z. auf der Idee, dass die Ehe einen privatrechtlichen Vertrag zwischen zwei Personen darstellt. Er wird vor Vertretern der bürgerlichen Gesellschaft geschlossen sowie von ihnen bezeugt und kann von den Vertragsp…
Date: 2019-11-19

Ledige

(777 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
L. war in der Nz. im speziellen Sinn Kollektivbezeichnung für die unverheiratete Jugend eines Ortes, bes. in ländlichen Gemeinden (in süddt. Dörfern noch zu Beginn des 20. Jh.s üblich) [5. 76], im Alltagssprachgebrauch überwiegend für die Gesamtheit der unverheirateten männlichen Jugend (neben anderen regionalspezifischen Bezeichnungen wie Buben [1. 459], Burschen [2. 548], Knaben [3. 1313] oder Knechte [4. 1381] im dt.sprachigen Bereich, franz. garçons und varlets oder ital. garzóni). Dass es sich dabei um eine Bezeichnung für Jugendgruppen handelte, zeigen parallele B…
Date: 2019-11-19

Liebesbrief

(785 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Die Textgattung des L. (lat. littera amatoria, engl. love letter, franz. lettre d'amour oder billet doux; Letzteres seit dem 18. Jh. als franz. Lehnwort auch im Deutschen gebräuchlich) gibt es als Alltagstext wie auch als lit. Genre seit der Antike; dessen bekanntestes Werk, Ovids Sammlung von fiktiven Liebesbriefen berühmter Heldinnen der griech. Mythologie (lat. Heroides), hat die europ. Tradition des künstlerischen L. nachhaltig geprägt [4]. In ma. Handschriften finden sich als Kunstform gereimte L. [15]. Im 17. Jh. war in Frankreich Madame de Sévigné eine der berühmtes…
Date: 2019-11-19

Findelhaus

(943 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Ein F. (lat. hospitium expositorum, engl. foundling hospital, franz. hôpital des enfants trouvés) ist eine Anstalt, die ausgesetzte Kinder (sog. Findlinge) aufnimmt. War die Aussetzung kranker, überzähliger oder unerwünschter Neugeborener in der antiken griech. und röm. Gesellschaft die Entscheidung des Vaters, wurde sie im frühen Christentum von der Kirche zwar getadelt, seit dem ausgehenden 4. Jh. auch durch kaiserliche Gesetze verboten, im Falle der Aussetzung in Kirchen selbst aber nicht bestraft. Die Aufnahme solcher Säuglinge fiel in den Aufgabenbereich von Klöstern …
Date: 2019-11-19

Verwandtschaftsterminologie

(812 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Grundlagen und sprachliche TypologieEine wichtige Quelle für die Rekonstruktion des Struktur- und Bedeutungswandels von histor. Verwandtschafts (= Vw.)-Beziehungen ist die Terminologie. Insbes. die Anthropologie und Ethnologie (vgl. Ethnographie) zogen die V. früh für die Analyse von Sozialstrukturen heran [5]. Dabei wird davon ausgegangen, dass Veränderungen in der V. Folgen von sozialstrukturellem Wandel sind. Wenn in manchen Kulturen bestimmte Vw.-Grade nicht bezeichnet werden, so kommt ihnen dort vermutlich auch keine spezifis…
Date: 2019-11-19

Eltern

(3,274 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. BegriffsgeschichteSprachgeschichtlich handelt es sich bei dem Wort E. um einen substantivierten Komparativ von »alt«, der sich in allen westgerman. Sprachen als Bezeichnung für die direkten Vorfahren findet. E. ist somit verwandt mit lat. alere (»ernähren«, »wachsen lassen«) und bedeutet so viel wie »herangewachsen« [15. 16 f., 164]. Eine andere europ. Bezeichnung für E. leitet sich wie das engl. parents vom lat. parere (»hervorbringen«, »gebären«) ab. Das lat. Substantiv parentes erwarb jedoch im Laufe der Zeit ein breiteres Bedeutungsspektrum und bezeichnet…
Date: 2019-11-19

Trauung

(1,153 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Katholische EhelehreAls T. (kirchenlat. copulatio) wird seit dem 16. Jh. »der feierliche kirchl. trauact«, also »die zwischen braut und bräutigam von dem priester in der kirchen vor dem altar durch verwechselung der trauringe öffentlich verrichtete einsegnung« bezeichnet. Das Substantiv entwickelte sich aus dem Verb »anvertrauen«, das im mittel- und norddt. Bereich seit dem 13. Jh. auf Verlöbnis und Heirat angewandt und zu Beginn der Nz. auf den Trauakt des Priesters verengt wurde [1. 1349 f.]; [2. 1559].Die Ehe wurde zwar schon im antiken Christentum als eine von G…
Date: 2019-11-19

Clan

(671 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Das Wort C. stammt ursprünglich aus dem Angelsächsischen und wurde von dort ins Gälische ( clann) und Altirische ( cland) übernommen. C. war eine Bezeichnung für Nachkommenschaft bzw. Familie. Seit dem ausgehenden MA fand der Begriff im Englischen und Gälischen fast ausschließlich für schott. Familienverbände Verwendung; für das nzl. Irland ist er dagegen wenig belegt [1].In der modernen ethnologisch-anthropologischen Literatur wurde der Begriff C. von den schott. Familienverbänden auch auf andere Gesellschaften wie etwa die nordamerikan.-kanadischen tlingit [5] oder auf…
Date: 2019-11-19

Berufsfolge

(842 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Unter B. wird in der histor. Familienforschung primär die Übernahme des elterlichen Betriebs durch einen Sohn oder eine Tochter im Bereich des Handwerks oder der Industrie bezeichnet, z. T. auch allgemein das Ergreifen des gleichen Berufs. Der Begriff wird aber auch für die direkte Nachfolge von Söhnen in das Amt des Vaters in akademischen Berufen in der Frühen Nz. verwendet.Im Handwerk der Frühen Nz. basierten weder die Aufrechterhaltung des täglichen Betriebs noch die Altersversorgung der Eltern in der gleichen Weise auf der Mitarbeit und der Betriebs…
Date: 2019-11-19

Familienzyklus

(694 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Unter F. versteht die histor. Familienforschung die Tatsache, dass Familien im Zusammenhang mit dem Lebenszyklus ihrer Mitglieder verschiedene Phasen mit je spezifischen Aufgaben, Formen und Funktionen des familialen Zusammenlebens durchlaufen. Man unterscheidet heute generell eine Phase, in der ein Paar Kinder bekommt und aufzieht, von einer späteren, die durch das Zusammenleben mit heranwachsenden Kinder bestimmt ist, und von einer Zeit des »leeren Nests«, wenn die herangewachsenen Kinder das Haus verl…
Date: 2019-11-19
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