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Your search for 'dc_creator:( "Herms, Eilert" ) OR dc_contributor:( "Herms, Eilert" )' returned 171 results. Modify search

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Weltanschauung

(2,093 words)

Author(s): Herms, Eilert | Thiede, Werner
[English Version] I. Begriffsgeschichtlich Schon das erste Auftreten von »W.« bei I. Kant (Kritik der Urteilskraft, § 26) markiert die Differenz zw. der erfahrungswiss. Erkenntnis von Einzelphänomenen in der Welt bzw. einer Zusammenstellung solcher Phänomene und einer dieser Erkenntnis prinzipiell übersteigenden Auffassung der Welt als Totalität. Für den Inbegriff der ersteren hat sich überwiegend der Ausdruck »Weltbild« durchgesetzt, für letztere hingegen »W.« (aber gelegentlich begegnet auch »Weltbild« im Sinne von W.: R.H. L…

Wille

(3,258 words)

Author(s): Markschies, Christoph | Loos, Fritz | Herms, Eilert | Hühn, Lore
[English Version] I. Begriffsgeschichtlich Entwicklung und Verbreitung des Begriffs sind eng mit der Gesch. der christl. Theol. verbunden. Die klassische griech. Antike kannte noch keinen einheitlichen und distinkten Begriff des W. zur Bez. eines eigenständigen geistigen Vermögens. Die voluntative Dimension war in den Bez. für rationale Überlegung, Entscheidung, Bereitschaft sowie nicht-rationales Begehren enthalten. Für Aristoteles ist βουλη´/boulē´ ein Streben, das sich nach einer Überlegung und also auf der Basis von Wissen vernunftgeleitet einst…

Restriktion

(306 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] . Als »R.« bez. man diejenigen dauernden und/oder momentanen Bedingungen des menschlichen Handelns, die der jeweiligen Handlung so vorgegeben sind, daß sie von ihr bei ihrer Ziel- und Verhaltenswahl nicht übersprungen werden können, sondern von jeder »rationalen Wahl« (rational choice) in Rechnung gestellt werden müssen. – Die dauernden Bedingungen bestehen in dem gesamten Relationengefüge des Personseins in der Welt (d.h. in der Einheit des Verhältnisses eines Handlungsurhebers …

Sozialgeschichte

(4,188 words)

Author(s): Kaiser, Jochen-Christoph | Schaper, Joachim | Hezser, Catherine | Leutzsch, Martin | Herrmann, Ulrich | Et al.
[English Version] I. Zum Begriff; Theorieprobleme Alle Geschichtsschreibung zielt in ihrer wiss. Erforschung der Vergangenheit auf Synthese im Sinne einer gültigen Gesamtschau des Gewesenen. Doch kann ihr dies höchstens paradigmatisch und idealtypisch gelingen, weil jede Rekonstruktion einer histoire totale zum Scheitern verurteilt ist. Gleichwohl darf Historiographie nicht auf das Wagnis verzichten, Geschichte als Ganzes in den Blick zu nehmen, weil ihr angesichts unüberschaubarer Details sonst jede…

Schaden

(393 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] bez. den Inbegriff aller Effekte von natürlichen oder sozialen Ereignissen, die im Gegensatz zum Nutzen menschliche Lebensmöglichkeiten nicht erhalten oder steigern, sondern mindern. Gegenstand der ethischen Betrachtung können nicht von der Natur (: IV.) verursachte Sch., sondern nur Sch. als Folgen von menschlichem Handeln sein. Die vorsätzliche Herbeiführung von Sch. durch Handeln ist grundsätzlich zu verwerfen, die leichtfertige zu tadeln. Aber kein Handeln ist völlig dagegen …

Servum arbitrium

(1,019 words)

Author(s): | Herms, Eilert
[English Version] I. Dogmatisch Die Einsicht in das s.a. bildet das Zentrum von M. Luthers reformatorischer Ontologie des geschaffenen Personseins (Person). Ihr Kerngehalt ist die Erkenntnis der radikal passiven Konstitution der Bedingungen, die es für den Menschen möglich und notwendig (unvermeidlich) machen, selbstbewußt-frei (Freiheit: VII.), also vernünftig und verantwortlich, zu wollen und entsprechend zu handeln. Diese Bedingungen sind: a) das Affiziertsein des appetitus der Person (ihres Aus…

Versuchung

(1,762 words)

Author(s): Frenschkowski, Marco | Arneth, Martin | Feldmeier, Reinhard | Herms, Eilert
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichV. ist ein Theologumenon der jüd., christl. und isl., aber auch anderer Rel. Sie entsteht, wenn in einer Situation der Willensfreiheit das Böse als faszinierende, verlockende Überredung u. ä. auftritt (häufig als »Einflüsterung«). Zu unterscheiden sind die V. durch Menschen, durch die Gottheit, durch Dämonen, V. in einem nichttheistischen Kontext sowie der Gottheit durch Menschen. Oft wird V. als Werk einer dämonischen Macht interpretiert, die symbolische…

Pränatale Diagnostik

(457 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] . P. ist wie Präimplantationsdiagnostik (PID) ein Inbegriff von Diagnoseverfahren zur Feststellung von Krankheiten (Krankheit und Heilung) vor der Geburt von Menschen, die sich jedoch im Unterschied zur PID nur auf eingenistete Embryonen (Föten) erstrecken. Sie umfassen: Ultraschalluntersuchungen, Amniozentese, Chorionzottendiagnostik: gelegentlich auch Nabelschnurpunktation, Embryo- bzw. Fetoskopie, Leberbiopsie oder Hautbiopsie am Fetus. Das zuerst genannte Verfahren gehört inz…

Rechtswissenschaft

(3,267 words)

Author(s): Starck, Christian | Herms, Eilert
[English Version] I. Zum Begriff R. bedeutet wiss. Beschäftigung mit dem Recht und ist Schöpfung der dt. hist. Rechtsschule der 1. Hälfte des 19.Jh. Mit ihm sollte die Wissenschaftlichkeit der Rechtsgelehrtheit betont werden; R. (iuris scientia) sollte Jurisprudenz (Rechtsklugheit) ersetzen. Scientia und prudentia sind lat. Ausdrücke für die aristotelische Unterscheidung von ε᾿πιστη´μη/epistē´mē und ϕρο´n̆ησις/phrónēsis; letzterer ordnete Aristoteles die Gesetzgebung, Rechtsprechung und Rechtsberatung zu. Jurisprudenz und R. werden heute in Deutschland zu…

Verbindlichkeit

(648 words)

Author(s): Brandt, Reinhard | Herms, Eilert
[English Version] I. Dogmatisch V. kommt nach ev. Verständnis nur dem Wort Gottes (: VI.) zu, das in seiner selbst erschließenden Kraft auch zu tieferen Einsichten und »neuen Dekalogen« (Luther) führen kann; zu prüfen sind diese von der Kirche als Gemeinschaft in Bindung an den Kanon. Die Bekenntnisschriften beanspruchen V., sofern sie auf die Schrift als »einig Regel und Richtschnur« (BSLK 767,15) hinweisen; ferner abgeleitet, sofern in ihnen eine Verständigung über die sachgerechte Auslegung der Schrift erzielt wird, die aber ihrerseits stets an der Schrift zu überprüfen ist. U…

Notwendigkeit

(3,291 words)

Author(s): Evers, Dirk | Herms, Eilert
[English Version] I. Naturwissenschaftlich In naturwiss. Zusammenhängen erscheint N. zumeist als Implikat kausaler Naturgesetze, nach denen auf ein Ereignis A als Ursache ein Ereignis B als dessen Folge mit N. folgen muß. Dieser Notwendigkeitscharakter der Naturgesetze ist allerdings nicht unumstritten. Der bis auf D. Hume zurückgehende Empirismus leugnet die Möglichkeit menschlicher Einsicht in notwendige Kausalzusammenhänge und möchte den Begriff kausaler N. ersetzen durch den der Regelmäßigkeit,…

Voluntarismus

(922 words)

Author(s): Herms, Eilert | Schröder-Field, Caroline
[English Version] I. Religionsphilosophisch »V.« ist eine Beschreibungskategorie der Ideen- und Sozialgesch., die im vorletzten Jahrzehnt des 19.Jh. in Deutschland aufkam (erstmals bei F. Tönnies, VWPh 7, 1883, 169) und sich von hier aus auch in den franz. und engl. Sprachraum ausgebreitet hat. Der Begriff kann auf verschiedenste gesch. Erscheinungen angewendet werden: auf Haltungen von einzelnen oder von Kollektiven, auf metaphysische Anschauungen oder auf Modelle der Psychologie. Im Blick auf die…

Standesethik

(219 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] ist die theoretische Beschäftigung mit dem Ethos einzelner Stände (Adel, Beamtenschaft, Bürger, Geistlichkeit; Stand) oder Berufsgruppen bzw. Professionen. In der nachständischen Gesellschaft hat S. in der ersten Bedeutung ihren Gegenstand fast völlig verloren. Übrig geblieben ist allenfalls das Ethos bestimmter Berufe bzw. Professionen; dies allerdings auch nur insoweit, als in der Bevölkerung noch bestimmte einheitliche Kernerwartungen an Haltung und Leistung solcher Gruppen le…

Ritschl

(1,183 words)

Author(s): Herms, Eilert | Kaufmann, Thomas
[English Version] 1.Albrecht , (25.3.1822 Stettin – 20.3.1889 Göttingen). Nach Studium in Bonn (1839–1841 bei K.I. Nitzsch), Halle (1841–1843 bei F.A. G. Tholuck, Julius Müller, J.E. Erdmann, K. Schwarz), philos. Promotion daselbst (Expositio doctrinae Augustini de creatione mundi, peccato, gratia, 1843), erstem Examen 1844, weiterem Studium in Heidelberg (1845 bei R. Rothe) und Tübingen (1845/46 bei F. Ch. Baur, E. Zeller, A. Schwegler, F. Th. Vischer) Habil. in Bonn (1846 mit einer Arbeit über M…

Wirtschaftsethik

(1,607 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] I. Zur Geschichte Ethik als Reflexion des gelebten Ethos hat seit der Antike auch das Wirtschaften als essentiellen Teil des Ethos auf seine ethosgemäße Gestalt hin bedacht. Aristoteles beschränkt die Ökonomie auf die Sicherstellung der Autarkie des Hauses, von der er die Kaufmannskunst unterscheidet und, sofern sie mit Zinsgeschäften (Zins) Geld aus Geld erwirbt, verwirft (e.N., 1256 b 1–8). Die Bibel bietet v.a. im AT zahlreiche Regeln bzgl. der Unterstützung wirtschaftlich schwa…

Nächstenliebe

(2,259 words)

Author(s): Mühling-Schlapkohl, Markus | Mathys, Hanspeter | Avemarie, Friedrich | Lindemann, Andreas | Herms, Eilert
[English Version] I. Zum BegriffN. ist die Haltung der Liebe von geschöpflichen Personen zu konkreten nächsten geschöpflichen Personen als Ebenbildern Gottes (Gottebenbildlichkeit) und schließt die Feindesliebe (Mt 5,44=Lk 6,27; Feind/Feindesliebe) mit ein. Im Doppelgebot der Liebe (Mk 12,29–31 parr.), das Ausdruck der Wohlordnung der Schöpfung ist, bündeln sich nach reformatorischer Ansicht die Forderungen des Gesetzes (vgl. Luther, BSLK 586). Nach diesem Doppelgebot ist die N. dem Menschen nach d…

Verantwortung/Verantwortlichkeit

(656 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] . Verantwortlichkeit (V.) ist der wesentliche Partizipationsmodus von Personen an Interaktion. Drei Aspekte sind konstitutiv: a) der Träger von V. (wer?), b) ihre Foren (vor wem?), c) ihre Inhalte (für was?). Jeder dieser drei Aspekte ist in sich selbst relational verfaßt: Träger sind selbsterschlossen, somit willensfrei (Willensfreiheit), in innerweltl. Entscheidungsgegenwart existierende Personen, die Foren sind bezogen auf Normen, die Inhalte sind gewählte oder zu wählende Bes…

Teleologie

(3,334 words)

Author(s): Evers, Dirk | Hewlett, Martinez J. | Angehrn, Emil | Herms, Eilert
[English Version] I. Zum Begriff T. ist ein 1728 von Ch. Wolff geprägter Neologismus (Philosophia rationalis sive logica, 1728, § 85), der denjenigen Teil der Naturphilosophie bez., der die Dinge von ihrem Zweck (griech. τε´λος/télos, »Ende, Ziel«) her erklärt, und ist von hier aus in andere Sprachen gewandert. Sachlich hat der Begriff jedoch eine weit zurückreichende Vorgesch. Bei Aristoteles ist die Betrachtung der Erscheinungen gemäß des Worumwillen (ου῾˜ ε῞n̆εκα/hoú héneka, »worumwillen«) eine der vier Formen der Kausalität, vom lat. MA als causa finalis b…

Ordnung

(1,868 words)

Author(s): Kather, Regine | Sieckmann, Jan-R. | Herms, Eilert
[English Version] I. Philosophisch Der Begriff O. (griech. τα´ξις/ta´xis, κο´σμος/ko´smos; lat. ordo) wird in Naturphilosophie, Erkenntnistheorie und Kulturanthropologie verwendet. Als O. wird ein Gefüge von Elementen bez., die in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen und einen größeren Bereich strukturieren. Der Begriff O. hat v.a. in der Kosmologie eine fundamentale Bedeutung: Die Genese des Kosmos vollzieht sich für Hesiod in der »Theogonie« und für Plato im »Timaios« durch den Übergang von e…

Zwang

(291 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] (lat. coercitio) findet statt, wo einer Person gegen ihren erklärten Willen eine bestimmte Verhaltensweise unwiderstehlich aufgenötigt wird. Zwangsmittel sind der Inbegriff der Instrumente, die dafür zur Verfügung stehen. Die Verfügung über derartige Mittel ist für den Staat unverzichtbar, wenn er seine grundlegende Aufgabe der Friedenssicherung erfüllen können soll. Diese verlangt, der Rechtsordnung gerade auch denen gegenüber Nachachtung zu verschaffen, die deren Bestimmungen n…
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