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Synagoge

(1,644 words)

Author(s): Reeg, Gottfried | Börner-Klein, Dagmar
[English Version] I. Antike 1. Das griech. Wort συn̆αγωγη´/synagōgē´ (vgl. LXX) bedeutet urspr. wie כְּנֶסֶת/kneset »Versammlung« und erst später »Ort der Versammlung« (hebr. בֵּית הַכְּנֶסֶת/bet ha-kneset); so ist es z.B. strittig, ob Apg 6,9 Gemeinden hell. Juden oder deren S. gemeint sind. Daneben sind noch andere synonyme Termini gebräuchlich: προσευχη´/proseuchē´ (»Gebet/Gebetsstätte«) – fast ausschließlich in der griech. Diaspora verwendet – und (α῞γιος) το´πος/(hágios) tópos bzw. aram. אַתרָא קְדֽישָׁא/'atra qedisha (»hl. Ort«) – v.a. in Israel in Inschri…

Sünde/Schuld und Vergebung

(16,230 words)

Author(s): Krötke, Wolf | Hock, Klaus | Grund, Alexandra | Metzner, Rainer | Holze, Heinrich | Et al.
[English Version] I. BegrifflichkeitSünde (S.) ist der Bruch des Gottesverhältnisses durch den Menschen. Dieser Begriff wird entleert, wenn er nur auf moralische Verfehlungen angewandt wird. Nur sofern ein innerweltl. moralisches Fehlverhalten als Dimension der Abwendung des Menschen von Gott begriffen wird, kann es mit Recht S. genannt werden. Der Grundakt der S. ist der Unglaube. Im Unglauben verschließen sich Menschen dagegen, daß sie Gott ihr Dasein verdanken und er sich ihnen zuwendet. Sie we…

Reinigung

(2,202 words)

Author(s): Stausberg, Michael | Cancik, Hubert | Seidl, Theodor | Kollmann, Bernd | Schneider-Ludorff, Gury | Et al.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichWie bei vielen anderen Tierarten (Tier) ist R. ein elementarer Bereich menschlichen Verhaltens. Gegenseitiges Reinigen impliziert und generiert Erwartungen, Vertrauen, Solidarität und Hierarchie. Rel. Handlungen (z.B. das Reinigen von Götterstatuen und -bildern) rekurrieren auf identische Strukturen.Reinigen ist ein Grundbestandteil ritueller Handlungssequenzen: Gereinigt werden Requisiten, aber nicht zuletzt die Akteure selbst. Der Prozeß ist dabei oft selbstreferentiell: Gereinigt wir…

Trauung

(3,649 words)

Author(s): Idelberger, Petra | Grethlein, Christian | Hofhansl, Ernst W. | Steck, Wolfgang | Winter, Jörg | Et al.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich Das Wort »T.« bzw. »trauen« wird im dt. Sprachraum seit dem 13.Jh. auch im Sinne von »anvertrauen«, »ehelich verbinden«, urspr. »dem Manne zur Frau geben« verwendet. Im christl. Kontext wurde die Vermählung bis ins MA als weltl. Akt betrachtet, bevor die Ehe zum Sakrament erklärt wurde (1184). In vielen Rel. wird die Ehe als rel. Pflicht angesehen, und die Hochzeitsriten (rite de passage/rite de confirmation; s.u. III.) haben häufig einen geheiligten Char…

Rein und unrein

(3,405 words)

Author(s): Stausberg, Michael | Seidl, Theodor | Kollmann, Bernd | Schneider-Ludorff, Gury | Wandrey, Irina | Et al.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichIn differenzierten rel. Systemen bzw. Kulturen stellen die Kategorien r. und u. eine klassifikatorisch-kommunikative Leitdifferenz dar. Diese regelt Grenzen nach Innen (z.B. zw. Klerikern und Laien [Klerus/Klerus und Laien], Frauen und Männern [Frau und Mann]) sowie nach außen (z.B. zw. Gläubigen und »Heiden«, in-group/out-group). Bes. Plausibilität genießt sie im Rahmen dualistischer Modelle wie z.B. dem Zoroastrismus (Zarathustra; Williams). Ihr norm…

Speisegebote/Speiseverbote/Speisegesetze

(3,798 words)

Author(s): Borgeaud, Philippe | Willi-Plein, Ina | Ebner, Martin | Puza, Richard | Reichman, Ronen | Et al.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichAnhand der Speisegebote (S.) und -verbote einer menschlichen Gemeinschaft läßt sich der Zusammenhang zw. symbolischen und rituellen Handlungen ablesen. Die Wahl der Nahrung (Vorlieben und Verbote) ist eng verbunden mit dem Gesamtbild, das eine Kultur von sich entwirft und mit dem sie anderen Kulturen gegenübertritt und das seinerseits ein spezifisches Verhältnis zur Natur und Transzendenz voraussetzt. Die S. haben somit identitätsstiftende Funktion; si…