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Calener Vasen

(132 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Sammelbegriff für unterital. Schwarzfirnisware (Reliefkeramik), geläufig von der 2. H. des 4.Jh. bis ins 2.Jh. v.Chr. Die Bezeichnung C.V. (Askoi, Schalen, Omphalosphialen, Gutti) hat sich für diese Gefäßgruppe eingebürgert, doch ist sicher, daß sie auch in anderen Regionen (Paestum, Sizilien, Tarent) produziert wurde. Bekannt sind v.a. Schalen mit Medaillons in mittelhohem Relief (“Arethusa-Schalen”), deren Herkunft durch Formschalen und Werkstattsignaturen aus Cales (Calenos) b…

Konopion

(64 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (τὸ κωνώπιον, lat. conopium, conopeum). Urspr. war das K. ein Schlafnetz zum Schutz gegen Mücken, Fliegen usw. (Anth. Pal. 9,764; Prop. 3,11,45), wozu nach Hdt. 2,95 die Ägypter sogar ihre Fischernetze nahmen; dann in vielfältiger Verwendung benutzter Begriff für Sänfte und Ruhebett (über das ma. canapeum zu “Kanapee”). Man nannte auch eine Wiege conopeum. Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography Lit.: s. Ruhebett.

Mazonomon

(74 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (μαζονόμον, μαζονόμιον, lat. mazonomus), aus μάζα/ máza (“Gerstenbrot”) und νέμω/ némō (“zuteilen”). Urspr. ein Teller aus Holz, um Gerstenbrot zu reichen (vgl. Athen. 5,202c), auch als Trageschüssel aus Bronze und Gold erwähnt (Athen. 4,149a; 5,197f); dann große Servierplatte für Geflügel (Hor. sat. 2,8,86; Varro rust. 3,4,3), die von den Scholiasten mit der röm. lanx gleichgesetzt wird (Porph. Hor. sat. 2,8,86). In der Kunst ist das m. nicht sicher nachgewiesen. Hurschmann, Rolf (Hamburg)

Peuketische Vasen

(185 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Gattung indigener Keramik, benannt nach dem ant. Peuketia, der Landschaft des östlichen Apennin zw. Bari und Egnazia (Peucetii). Die P.V. setzen mit dem beginnenden 7. Jh.v.Chr. ein und tragen zunächst eine von geom. Mustern geprägte Dekoration (Swastika, Rauten, waagerechte und senkrechte Linien), die bes. in der spätgeom. Phase (vor 600 v.Chr.) ein enges ornamentales Raster bildet. Leitformen der P.V. sind Krater, Amphora, Kantharos und Stamnos; seltener sind Schalen. Die zweit…

Pluteus

(198 words)

Author(s): Groß, Walter Hatto (Hamburg) | Hurschmann, Rolf (Hamburg)
(auch pluteum). Die Grundbed., aus Brettern oder Geflecht hergestellte Umzäunung, Schirm oder Schutzdach, fächert sich in verschiedene Gegenstände auf: [English version] [1] Brustwehr Als mil. t.t. eine besondere Brustwehr der testudo (Vitr. 10,15,1; vgl. Poliorketik). Groß, Walter Hatto (Hamburg) [English version] [2] Holzgitter Ein Holzgitter (Liv. 10,38,5) oder sogar ein Holztempelchen (Anth. Lat. 139, 158). Groß, Walter Hatto (Hamburg) [English version] [3] Brüstung Als architektonischer t.t. Schranken bzw. Brüstungen aus Holz oder Stein (Vitr. 4,4,1; 5,1,5 u.ö.). Gr…

Rudis

(102 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] [1] Dünner Stab Dünner Stab, Löffel zum Umrühren von Speisen, Arzneimitteln u. a. (griech. κύκηθρον/ kýkēthron, Aristoph. Pax 654), in kleiner Form rudicula (Plin. nat. 34,176) genannt, meist aus Holz, seltener aus Eisen gefertigt (Plin. nat. 34,170). Hurschmann, Rolf (Hamburg) [English version] [2] Degen aus Holz Stock, Degen aus Holz für die Fechtübungen der Soldaten und Gladiatoren. Daneben diente die r. als Abzeichen des lanista , um streitende Gladiatoren zu trennen oder ihren Kampf zu ordnen. Ausgediente Gladiatoren erhielten die r., wenn sie sich zur …

Geneleos

(218 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Bildhauer der archa. Zeit, berühmt durch die mit seiner Signatur versehene Familiengruppe im Heraion von Samos (560/550 v.Chr.). Die Gruppe besteht aus der gelagerten Stifterfigur ...ιλάρχος, drei stehenden Mädchen (unbekannter Name, Philippe, Ornithe), den Fragmenten einer Jünglingsfigur und der thronenden Mutter Phileia; bis auf Ornithe (Berlin, SM, Inv. 1739) befinden sich die anderen auf Samos (Vathy, Mus. Inv. 768). G. erweist sich als Meister der ion. Bildhauerei aufgrund d…

Lampe

(641 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] L. als Behälter für das brennbare Öl und Halter des Dochtes sind, ihrer Verwendung entsprechend, allgegenwärtige Funde aus der Ant., sofern sie aus Ton sind; weniger zahlreich sind L. aus Br., Marmor und Gips. Als Grundform der L. diente die Steinschale, die bereits in der Altsteinzeit als L. genutzt wurde. Frühe L. aus Ton folgen dieser Grundform; sie sind auf der Töpferscheibe gedreht, besitzen einen zur Mitte hin umgeknickten Rand und sind ein- oder mehrfach eingeknickt, um de…

Lasimos-Krater

(101 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Ein vom späten 18. bis zum frühen 20. Jh. aufgrund seiner Inschr., die einen weiteren unterital. Vasenmaler nennt, vielzitierter Volutenkrater (Paris, LV, Inv. K 66 [N 3147], [1]). Man diskutierte in der damaligen Forsch. die Schriftform der Buchstaben und die künstlerische Einordnung des angeblichen Vasenmalers Lasimos. Erst die neuere Forschung erwies die Inschr. als rezente Beifügung. Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography 1 Trendall/Cambitoglou, 914, Nr. 36. S. Reinach, Peintures de vases antiques recueillés par Millin (1813) et Millingen…

Dareios-Maler

(153 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Apulischer Vasenmaler der Zeit um 340/320 v.Chr., benannt nach der Hauptgestalt der Perservase. Auf seinen z.T. monumentalen Gefäßen (Volutenkratere, Lutrophoroi, Amphoren u.a.) behandelt er überwiegend Szenarien der klass. Tragödie (Euripides) bzw. Themen des griech. Mythos; davon sind einige nur in seinem Œuvre belegt. Andere Vasen zeigen Hochzeits-, Frauen-, Erosszenen und dionysische Motive, seltener sepulkrale Darstellungen (Naiskosvasen). Bemerkenswert ist seine Neigung, Personen und Darstellungen inschr. zu benennen ( Persai, Patroklu Táp…

Peniculus

(65 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (auch penicillum). Staubwedel, ein Stab mit dem haarigen Ende eines Tierschwanzes (Paul. Fest. 208; 231 M.), mit dem man Tische abwischte (Plaut. Men. 77f.), Schuhe putzte (Plaut. ebd. 391) oder landwirtschaftliche Geräte und Gefäße reinigte (Colum. 12,18,5). Der p. diente ferner als Pinsel zum Tünchen der Wände (Plin. nat. 28,235) und als Malpinsel (Plin. nat. 35,60f.; 103; 149). Hurschmann, Rolf (Hamburg)

Coae Vestes

(157 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Prachtgewänder (Kleidung) von der Insel Kos, die den Körper wie entblößt durchscheinen ließen. Sie waren schon Aristoteles (hist. an. 5,19; vgl. Plin. nat. 4,62) bekannt und werden dann bes. in der röm. Kaiserzeit erwähnt. Die C.V. galten als Luxusgewänder der Lebedamen (z.B. Hor. sat. 1,2,101; Tib. 2,3,57), sie wurden jedoch auch von Männern als leichte Sommerkleidung getragen. Man rühmte u.a. ihren Glanz, die Purpurfarbe und Verzierungen mit Goldfäden. Das Gewebe wurde aus der …

Chiton

(442 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (χιτών). Griech. Untergewand, urspr. aus Leinen, dann aus Wolle, wohl semit. Ursprungs (Kleidung). Die häufigen Erwähnungen bei Homer (z.B. Il. 2,42; 262; 416; 3,359; Od. 14,72; 19,242) zeigen, daß der Ch. schon recht früh Bestandteil der griech. Tracht war und bevorzugt von Männern getragen wurde. In der Frauentracht kam der Ch. während der 1. H. des 6.Jh. v.Chr. in Mode und löste später den Peplos ab (Vasenbilder, plastische Werke). Der Ch. besteht aus zwei rechteckig gewebten Stoffbahnen ( ptéryges, Flügel) von 150 bis 180 cm Breite und unterschiedliche…

Recta

(97 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Der röm. Knabe trug beim erstmaligen Anlegen der toga virilis als Untergewand die ( tunica) recta, die bei Ritter- und Senatorensöhnen mit dem Rangabzeichen ( latus clavus) versehen war. R. oder regilla hieß die lange, weiße tunica mit engen oberen Ärmeln der röm. Braut, die sie am Vorabend der Hochzeit anzog, in der sie schlief und die sie am Hochzeitstag trug (Plin. nat. 8,194). Kleidung; Toga Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography Blümner, PrAlt., 336, 350 f.  C. M. Wilson, The Clothing of the Ancient Romans, 1938, 138-145  D. Balsdon, Die Frau in der röm. Ant.…

Ballspiele

(552 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (σφαιρίσεις, pilae lusus). Bereits die homer. Gesellschaft erfreute sich an B. (Hom. Od. 6,110-118; 8,372-380), die auch in Zukunft von Personen aller sozialen Schichten (Athen. 1,14e, 15c; 12,548b; Plut. Alexander 39,5; Cic. Tusc. 5,60) und Altersgruppen ausgeübt wurden. Viele B. haben die Römer von den Griechen übernommen. Einige waren Mannschaftsspiele wie Harpaston oder ἐπίσκυρος, epískyros (Poll. 9,103f.; schol. Plat. Tht. 146 u.a.), bei dem die gegnerische Partei durch Weitwürfe allmählich aus dem Feld gedrängt wurde, vielleic…

Owl-Pillar-Gruppe

(153 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Nach einem ihrer Motive (stehende Eule auf Säule bzw. Pfeiler) benannte rf. kampanische Vasengruppe aus dem 2. und 3. Viertel des 5. Jh.v.Chr. Keramische Leitform ist die attische (“nolanische”) Amphora (Gefäßformen, Abb. A 5), ungleich seltener sind Kalpis (Gefäßformen, Abb. B 12), Krater und Kanne. In der Übernahme der besonderen Amphoren- und Kalpisform wie auch im Stil versuchen die Maler der O., die zeitgleichen att. Vasenmaler zu imitieren; hinzu kommt die auf den “nolanisc…

Apulische Vasen

(429 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Führende Gattung der rf. unteritalischen Vasenmalerei, ca. 430 - ca. 300 v. Chr., mit Produktionszentrum Tarent. Man unterteilt die a.V. in plain- und ornate-style, wobei in ersterem bei weitgehendem Verzicht auf Zusatzfarben vornehmlich Glocken-, Kolonettenkratere und kleinere Gefäßtypen mit einfachem Dekor und Kompositionen von einer bis vier Personen versehen werden (Sisyphos-, Tarporley-Maler). Myth. Themen bilden einen Schwerpunkt, daneben die Darstellung von Frauenköpfen, Kriegern (Kampf- und Abs…

Pedum

(246 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Uggeri, Giovanni (Florenz)
[English version] [1] Armlanger Stock (lat. für καλαῦροψ/ kalaúrops, κορύνη/ korýnē, λαγωβόλον/ lagōbólon, ῥάβδος καμπύλη/ rhábdos kampýlē, ῥόπαλον/ rhópalon, “Hasenholz”). Armlanger, knotiger Stock mit gekrümmtem Ende; letzteres konnte auch verziert sein (Verg. ecl. 5,888-892). Das p. war der Hirtenstab (z.B. Anth. Pal. 6,177; Theokr. 7,43), daneben diente es den Jägern als Wurfholz bes. bei der Hasenjagd (Anth. Pal. 6,188; 296). Von daher ist das p. in Darstellungen der Lit. und der Kunst Attribut von myth. Jägern wie Aktaion, den Kentauren und Orion, fern…

Armschmuck

(297 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Bereits in den alten Kulturen des Vorderen Orients und Ägyptens war das Tragen von A. üblich (Schmuck). Im ägäischen Bereich sind Beispiele aus frühkykladischer Zeit, der min. und myk. Epoche bekannt. Man trug A. am Unterarm, oberhalb des Handgelenks oder am Oberarm, wobei A. des öfteren an beiden Armen, bzw. Unter- und Oberarmen gleichzeitig getragen wurde. Als Grundform diente ein Reif, der für Verzierungen und Inschr. ausreichend Platz bot und entweder völlig geschlossen oder …

Paludamentum

(256 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Rechteckig geschnittener, meist purpurner, aber auch roter oder weißer röm. Umhang aus Leinen oder Wolle, der der griech. Chlamys entsprach; ungewöhnlich dagegen das goldurchwirkte P. der Agrippina (Plin. nat. 33,63). Das P. wurde zunächst nur von röm. Feldherren und höheren Offizieren getragen; es avancierte in der Kaiserzeit zu einem Insigne kaiserlicher Herrschaftsgewalt. Das P. gehörte zur Kriegstracht des Feldherren bzw. Kaisers (vgl. Varro ling. 7,37) und durfte nicht inner…

Beleuchtung

(642 words)

Author(s): Sievertsen, Uwe (Tübingen) | Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] I. Vorderer Orient und Ägypten Vorderer Orient: Die B. der Räume war im allg. gedämpft; an Außenwänden fanden sich gewöhnlich nur hochliegende Fenster, belegt vornehmlich durch Architekturdarstellungen, selten im Original. Bei Räumen an Höfen genügte vermutlich durch Türen einfallendes Licht. Innenliegende Räume speziell größerer Architekturkomplexe erforderten bes. B. mittels verschiedener Dachhöhen und hochgelegener Wandöffnungen oder durch verschließbare Oberlichter in den Decken. …

Latrunculorum ludus

(217 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Das Spiel, bei dem es darauf ankam, dem Gegner alle Steine durch geschicktes Setzen der eigenen zu schlagen, hat seinen Namen von lat. latro (“Söldner”, später auch “Bandit”); der Sieger erhielt den Titel Imperator (vgl. dazu SHA Proculus 13,2). Der Spielverlauf ist nicht völlig geklärt, doch aus den lit. Quellen (Varro ling. 10,22; Ov. ars 3,357f., vgl. 2,207; Sen. de tranquillitate animi 14,7; Laus Pisonis 190-208) ergibt sich ein ungefähres Bild: L.l. wurde von zwei Partnern an einem schachbrettähnlichem Spielbrett gespielt, das normalerweise 8 ×…

Hirschfeld-Maler

(210 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Att. Vasenmaler der geom. Zeit (Spätgeom. I b, nach 750 v.Chr.; geometrische Vasenmalerei), benannt nach Gustav Hirschfeld (1847-1897), der das 1870 ausgegrabene Hauptwerk, den sog. Hirschfeldkrater (Athen, NM Inv. Nr. 990), erstmalig beschrieb [1; 2]. Der H. und seine Werkstatt standen in der Nachfolge des Dipylon-Malers und stellten vorzugsweise monumentale Kratere her, von denen insbes. der eponyme Krater und ein weiterer in New York (MMA Inv. Nr. 14.130. 14) aufgrund der darg…

Lacerna

(155 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Fransenbesetzter (schol. Pers. 1,54), offener Mantel, eine Sonderform des sagum , wahrscheinlich im 1. Jh.v.Chr. eingeführt (erstmalige Erwähnung Cic. Phil. 2,30,76); diente zunächst als Soldatenmantel, den in der Dichtung auch mythische Könige und Heroen tragen konnten (z.B. Ov. fast. 2,743-747; Prop. 4,3,18). Die L. wurde schon bald zu einem Gewand des Alltags und war im 1. Jh.n.Chr. beliebt. Anfangs aus grober Wolle, verwandte man auch leichte Stoffe, die purpurn oder…

Klismos

(96 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (κλισμός, lat. cathedra). Der K. ist ein hoher Stuhl ohne Armlehnen mit breiter, ausladender Rückenlehne, seit Homer (z.B. Il. 8,436; Od. 4,136) als Sitz der Vornehmen, Götter und Heroen belegt. In der griech. und röm. Kunst findet dies Bestätigung, aber ebenso ist er in Hausgemach-, Schulszenen und weiteren Alltagsdarstellungen oft genug zu sehen. Mitunter legen die Sitzenden aus Bequemlichkeit und zur Entspannung einen Arm auf die Rückenlehne, häufig wird das entspannte Sitzen durch Fußschemel und Sitzkissen unterstützt. Diphros; Möbel Hurschmann, Rolf (H…

Möbel

(1,353 words)

Author(s): Cholidis, Nadja (Berlin) | Veigel, Isabell (Berlin) | Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] I. Alter Orient M. lassen sich für den alten Orient seit dem 6. Jt. v.Chr. nachweisen, so im Bildnis einer weiblichen Figur aus Çatal Hüyük, die auf einem von Feliden flankierten Stuhl thront. Fundiertere Aussagen sind jedoch erst ab dem 3. Jt.v.Chr. möglich, als schriftl. Quellen hinzukommen. Von den meist aus Holz, Schilfrohr, textilem Flechtwerk oder Leder gefertigten M. ist im Vorderen Orient aufgrund des aggressiven Klimas kaum etwas erh. geblieben. Kostbare Einzelstücke konnte…

Phlyakenvasen

(160 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Noch vor dem E. des 5. Jh.v.Chr. begannen die griech. Vasenmaler, groteske Komödienszenen der Phlyakenposse darzustellen; die ca. 250 erh. Vasen bzw. Vasen-Frg. zeigen ein reiches Repertoire aus der Götter- und Heldenburleske (z.B. Zeus und Hermes beim Liebesabenteuer, Herakles beim Opfer), Mythentravestie (Oidipus und die Sphinx) und dem täglichen Leben (Bestrafung eines Diebes, Liebesszenen, Hochzeit). In Griechenland selbst sind Ph. recht selten, dagegen häufig in der apulisch…

Pilos

(165 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (πῖλος). Eigentlich Filz als Unterfutter des Helmes (Hom. Il. 10,265), der Schuhe und Kappen (Hes. erg. 542-546) und schützender Teil der Rüstung (Thuk. 4,34,4), dann auch Begriff für Decken (Hdt. 4,73 und 75) und Schuhe aus Filz (Kratinos 100 CAF), bes. aber für eine kegelförmige Kopfbedeckung (Hes. erg. 546, Anth. Pal. 6,90 und 199, vgl. Hdt. 3,12; 7,61; 62; 92 zu den Filzmitren und -tiaren der östlichen Völker), der Hälfte eines Eies ähnlich (Lykophr. 506), mitunter mit einer Schlaufe an der Spitze zum Aufhängen und Tragen an einem Finger. Den p. trugen Handwerker …

Dipylon-Maler

(254 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Attischer Vasenmaler der geom. Zeit (Spätgeom. I, Mitte 8. Jh.v.Chr.; geometrische Vasenmalerei), benannt nach dem Friedhof am Dipylon-Tor in Athen, an dem sich seine Hauptwerke fanden. Der D.-M. und die Maler seiner Werkstatt schufen ca. 20 monumentale Vasen (Kratere; Amphoren), die als Spendegefäße auf das Grab gestellt wurden (Bestattung); von diesen ist die Amphora Athen, NM 804, mit einer Höhe von 155 cm (Fuß ergänzt und daher einst vielleicht noch höher) das bekannteste Wer…

Haartracht

(2,237 words)

Author(s): Colbow, Gudrun (Lüttich) | Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] I. Alter Orient Unterschiede bestanden im Alten Orient nicht nur zw. männlichen und weiblichen, sondern auch zw. Menschen- und Götterfrisuren. Die altoriental. H. basierten gewöhnlich auf langem Haar. Mit Ausnahme von Göttinnen, die en face mit langen Locken abgebildet werden konnten, trug man bis zum 1.Jt. meist Flechtfrisuren. Männer bevorzugten Knoten-, Frauen Kranzfrisuren. Form und Größe der Knoten bzw. Kränze bildeten ein Unterscheidungsmerkmal zw. Götter- und Menschenfiguren. Kahlköpfigkeit ist als bes. Fo…

Harpaston

(176 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (ἁρπαστόν, harpastum). Bezeichnung für einen kleinen, festen Ball, dann auch für ein Fangballspiel mit diesem (Poll. 9,105; Athen. 1,14f.), dem phainínda ähnlich (vgl. Clem. Al. 3,10,50 [und schol.]). Im zweiten Fall handelte es sich um ein körperbetontes Kampfspiel; Einzelheiten zum Spielverlauf sind nicht bekannt. Eine Spielpartei attackiert den gegnerischen, ballführenden Spieler und versucht, ihm den Ball abzunehmen (ἁρπάζειν, “[hastig] greifen”, “raffen”, “rauben”). Dieser ist bestrebt, seine e…

Lykurgos-Maler

(149 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Apulischer Vasenmaler des ornate style (Apulische Vasen) aus der Mitte des 4. Jh. v.Chr., Schüler des Iliupersis-Malers, benannt nach der Darstellung des ‘Wahnsinns des Lykurg auf einem Kelchkrater (London, BM Inv. F 271, [1. 415, Nr. 5, Taf. 147]). Der L. bemalte meist großflächige Gefäße (Kratere, Hydrien, Situlen), die er gerne mit myth. Themen zierte. Er entwickelte die Anwendung von räumlicher Tiefe und Perspektive weiter, verteilte seine myth. Darstellungen auf zwei oder drei E…

Lomentum

(135 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] [1] Kosmetikum Aus Bohnenmehl (Plin. nat. 18,117) hergestelltes Kosmetikum (Kosmetik), von den Römerinnen dazu verwandt, Hautfalten zu verdecken und zu glätten (Mart. 3,42; 14,60); mit dem Zusatz von in der Sonne getrockneten und zerriebenen Schnecken (Plin. nat. 30,127) machte l. die Haut weich und weiß. Ferner diente l. als Heilmittel bes. bei Geschwüren, Brandwunden oder Geschwulsten (Plin. nat. 20,127; 22,141). Hurschmann, Rolf (Hamburg) [English version] [2] Zwei Sorten blauer Farbe Zwei Sorten blauer Farbe, die aus dem “Himmelblau” ( caeruleum, vgl. […

Abolla

(191 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Manganaro, Giacomo (Sant' Agata li Battiata)
[English version] [1] röm. Mantel Röm. Mantel von unbekannter Form, der aus lit. Quellen bekannt ist, sich aber auf Denkmälern nicht mit Sicherheit nachweisen läßt. Die A. wird als Bauern- und Kriegsgewand der Toga gegenübergestellt (Non. 538,16) und bei Satirikern auch als Mantel der kynischen und stoischen Philosophen bezeichnet (Mart. 4,53; Iuv. 3,115). Offensichtlich war die A. im Aussehen und in der Tragweise der Chlamys (Serv. Verg. Aen. 5,421) ähnlich. Möglicherweise ist A. eine allg. Bezeichnung für den Schultermantel (vgl. Iuv. 4,76, als Mantel des praefectus urbi erwähn…

Mastix

(229 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (μαστίχη, lat. mastiche, mastix). Wohlriechendes Harz des M.-Baumes ( schínos; Pistacia lentiscus L.) und des aus den Beeren gewonnenen Öles. Name wohl von masásthai, “kauen”, da man das Harz wegen seines guten Geschmackes und seiner Härte zur Zahnpflege und Bekämpfung von Mundgeruch gerne kaute, wie man auch Stäbchen aus M.-Holz als Zahnstocher gebrauchte. Der immergrüne, niedrige M.-Baum (und -Strauch) wurde im ganzen Mittelmeergebiet angepflanzt und kultiviert, doch war sein Harz nicht überall von Q…

Fimbriae

(142 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (κροσσοί, krossoí; θύσανοι thýsanoi). Eigentlich die am Stoffrand stehengelassenen Fadenenden, die - mehrere zusammengeknotet oder einzeln hängend - Stoffe aller Art wie Tücher, Decken, Gewänder verzierten. Sie konnten auch gesondert gearbeitet und angenäht sein. So werden z.B. das ταραντῖνον ( tarantínon), ein Luxusgewand, oder die rica, ein röm. Kopftuch, ausdrücklich als mit f. besetzt definiert (Fest. 288,10; Non. 549,9). Bereits die oriental. und ägypt. Gewänder weisen f. auf; ebenso sind sie in der griech., etrusk. und röm. Kunst dargeste…

Herd

(621 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (ἐσχάρα, ἑστία, focus, ara, lar, vgl. auch Altar). Bei Griechen und Römern genießen H. und H.-Feuer bes. Verehrung (Hestia, Lares, Penates, Vesta, Feuer), da an ihm die Hausgötter Kult und Sitz hatten. Zudem war er die zentrale Stelle im Haus, an dem die Familie sich zum Mahle treffen konnte, ferner Licht- und Wärmequelle; von daher kann H. zu einem Synonym für Haus werden. Bei der Hochzeit (Hochzeitsbräuche) wird die in das Haus des Bräutigams geführte Braut um den H. geleitet und mit den katachýsmata überschüttet, vgl. die amphidrómia des neugeborenen Kindes (Ari…

Sakkos

(136 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (σάκκος). Eine geschlossene Haube, die sich insbesondere im 5. und 4. Jh. v. Chr. als Kopfbedeckung griech. Frauen großer Beliebtheit erfreute. Der s. wurde nach Ausweis der Vasenbilder und Grabreliefs der attischen Kunst vorwiegend von Dienerinnen getragen, dagegen konnte er in der unterital. Kunst als Kopfbedeckung jeder Frau dargestellt werden. Sákkoi hatten vielfach auf der Kalotte eine Schlaufe zum Aufhängen, dazu herabhängende Troddeln; manche s. waren unverziert oder mit einfachen Strichen versehen, andere dagegen mit einer reichen Or…

Acerra

(82 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Weihrauchbehälter, pyxís (πυξίς, κυλιχνίς, λιβανωτίς). Das auf den gr. Denkmälern runde (vgl. Seitenwange des Ludovisischen Throns [1. Abb. 118]) und im röm. oft rechteckige und reich dekorierte Kästchen (z. B. an der Ara Pacis) diente zur Entnahme des Weihrauchs während der Opferzeremonie, zu deren notwendigen Geräten es zählte (Suet. Tib. 44; Galba 8; Plin. nat. 35,70). turibulum Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography 1 R. Lullies, Gr. Plastik, 1979. F. Fless, Opferdiener und Kultmusiker auf stadtröm. histor. Reliefs, 1995, 16-19, 21.

Hausrat

(1,455 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (griech. τὰ ἔπιπλα, ἡ σκευή; lat. supellex, instrumentum). H. umfaßt die Gegenstände, die man zum täglichen Leben braucht und die den Hauptteil der beweglichen Habe ausmachen; dazu gehören in erster Linie Möbel, Koch- und Küchengeschirr, Beleuchtungsgerät, Teppiche, Decken, im weiteren Sinn auch Schmuck und Kleidung, ferner nach heutigem Verständnis Teile aus dem Bereich der Immobilien, z.B. die Türen und Dachziegel des Hauses. Daneben sind diejenigen Gegenstände als H. anzuführen, die …

Peplos

(503 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Baumbach, Manuel (Heidelberg)
(Πέπλος). [English version] [1] Tuch Decke, Tuch, auch Leichentuch (Hom. Il. 24,796; Eur. Tro. 627, vgl. Eur. Hec. 432); dann Obergewand oder Mantel von Frauen (Hom. Il. 5,734; Hom. Od. 18,292, vgl. Xen. Kyr. 5,1,6). Im Mythos legen die Troianerinnen dem Kultbild der sitzenden Athena einen P. auf die Knie (Hom. Il. 6,303). Des weiteren Bezeichnung für bes. prachtvolle Gewänder, v.a. für das Kleid der Hera von Olympia, das 16 Frauen alle vier Jahre neu webten (Paus. 5,16), sowie das der Athena Polias …

Kosymbe

(99 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (κοσ(σ)ύμβη, κόσ(σ)υμβος, auch θύσανος/ thýsanos, κρόσσος/ króssos). Bezeichnung für die am Gewandrand stehengebliebenen Kettfäden, dann Franse, Fransenkleid und Fransenfrisur (Poll. 2,30); vielfach wurde die K. als Schmuck des Gewandes gesondert hergestellt. Bereits bei Homer (Il. 14,181) für den Gürtel der Hera gen., hier als θύσανος/ thýsanos bezeichnet, in der Kunst oftmals an Kleidern und Tüchern angebracht. In den Mysterienkulten erlangte die K. symbolische Bed., bes. zeigen in der hell.-röm. Kunst die Darstellungen der Isis die K. an ihrem Mantel. …

Mitra

(356 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Renger, Johannes (Berlin)
[English version] [1] Teil der Rüstung (μίτρα, μίτρη). (1) Nach Homer (Hom. Il. 4,137; 187; 216; 5,857) zum Schutz des Unterleibes getragener Teil der Rüstung, der von der arch. Forsch. mit bes. auf Kreta gefundenen, halbkreisförmigen Bronzeblechen der früharcha. Zeit identifiziert wird. Ebenfalls m. heißt das in seiner Funktion entsprechende Rüstungsteil der Salier (Salii; Dion. Hal. ant. 2,70; Plut. Numa 13,4). (2) Gürtel der jungen Frauen (Theokr. 27,55, vgl. μιτροχίτων/ mitrochítōn, Athen. 12,523d) und Göttinnen (Kall. h. 1,120; 4,222, epigr. 39), nach einer s…

Perizoma

(188 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (περίζωμα, lat. perizoma). Griech. Schurz zur Bedeckung des Unterkörpers, der entweder um den Unterleib gelegt und von einem Gürtel gehalten, als Tuch um die Hüfte und dann zw. den Beinen durchgeführt oder in Form einer Shorts-ähnlichen Hose angezogen wurde. Das p. trugen Arbeiter, Handwerker, Opferdiener, Priester, Sklaven, aber auch Soldaten (vgl. Pol. 6,25,3; 12,26a 4) und Sportler als einziges Bekleidungsstück (Nacktheit C.) oder als Untergewand. Auf Darstellungen sind zumeist Männer mit dem P. bekleidet, seltener …

Mantele

(147 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] ( mantellum, mantelium, χειρόμακτρον/ cheirómaktron). Ein rechteckiges Tuch aus Leinen mit Borten und Fransen; es diente bei Kulthandlungen als Handtuch, das die Opferdiener bei sich trugen, bei Mahlzeiten zum Reinigen der Hände (z.B. Xen. Kyr. 1,3,5) und als Tischtuch (Mart. 12,28). Bei Sappho (99 Diehl) wird das cheirómaktron als Kopfschmuck erwähnt. In seinen hauptsächlichen Funktionen als Tisch- und Handtuch entspricht das m. der mappa, die zudem ein beliebtes Geschenk an den Saturnalien war (Mart. 5,18,1). Seit Nero (Suet. Nero 22) ist …

Badehose

(86 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (ᾤα λουτρίς, subligar). Beim gemeinsamen Bad in den Badeanstalten trugen Männer und Frauen einen Schamgürtel bzw. ein Badetuch (Poll. 7,66; 10,181, perizoma , subligaculum ) aus Schafsfell oder Stoff, Frauen auch eine Brustbinde (Vasenbilder, “Bikinimädchen” aus Piazza Armerina). Für Männer konnte die B. ( aluta, Mart. 7,35,1) aus Leder sein. Im Pap. Cair. Zen. 60,8 wird eine ἐκλουστρίς erwähnt. Ungewiß ist das Tragen einer Haube ( vesica). Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography R. Ginouvès, Balaneutikè, 1962, 223-225  W. Heinz, Röm. Thermen. Badewesen u…

Arca

(201 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (λάρναξ). Kasten, Kiste, Truhe, dann speziell die Geldtruhe aus Holz oder metallbeschlagenem Holz im Atrium (Iuv. 11,26; 14,259 u.ö.), von denen Exemplare bzw. deren Reste aus Pompeji bekannt sind. A. hießen eine große Anzahl sakraler, staatlicher und privater Geldkassen, z. B. die der virgines vestales. Die A. konnten so groß sein, daß sich eine Person darin verbergen konnte (App. civ. 4,44). Aus der Spätant. haben sich kleine A. erh., die als Geschenke mit Glückwunschformeln an die Frau überreicht wurden und auf ihrem Me…

Paragauda

(124 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (παραγαύδης). Eine erst im 3. Jh.n.Chr. belegte Bezeichnung für eine goldene oder purpurne Borte in Form eines griech. Gammas (Γ), die in ein Gewand eingewebt war (SHA Claud. 17,6); dann auch übertragen auf ein dem Ärmelchiton (Chiton) ähnliches Gewand ( paragaúdion) aus feinem Seidenstoff, das der röm. Kaiser je nach Verdienst mit einer bis fünf Borten als Auszeichnung vergab (SHA Aurelian. 15,4,46; SHA Probus 4,5). Von daher war das Tragen des Gewandes Privatpersonen verboten (Cod. Theod. 10,21,1 und 2). Aufgrund de…

Quadriga

(496 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (τετραορία/ tetraoría, τέθριππον/ téthrippon; lat. meist im Pl. quadrigae). Viergespann, der mit vier nebeneinander laufenden Pferden bespannte zweirädrige Wagen, der stehend gelenkt wurde, nach ant. Trad. von Trochilos oder Erichthonios [1] (Verg. georg. 3,113, vgl. Plin. nat. 7,202) erfunden. In den homerischen Epen werden Viergespanne recht selten erwähnt (z. B. Hom. Il. 8,185; 11,699), tauchen dann aber in der lit. Überl. z. B. bei myth. Wettfahrten (Oinomaos und Pelops, vgl. Philost…

Kranz

(621 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (στέφανος/ stéphanos, στεφάνη/ stephánē, lat. corolla, corona). Aus Blumen, Blättern und Zweigen geformt oder in deren Nachbildung (Bronze, Silber, Gold; s. z.B. [1]) gefertigt, ist der K. Bestandteil griech. und röm. Alltags- und Kulturlebens, ein Symbol der Weihung, Auszeichnung und des Schmuckes für Menschen und Götter; der K.-träger hob sich aus den anderen hervor (vgl. Apul. met. 11,24.4), und ihn anzugreifen war verwerflich (vgl. Aristoph. Plut. 21). K. werden seit mythischer Urzeit getragen (Tert. De corona 13). K. sind im Kult unerläßlich (FGrH 33…

Monopodium

(124 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (griech. trápeza monópus, Poll. 10,69). Runde oder viereckige Tische mit nur einer zentralen Stütze, deren Fuß aus floralen oder myth. Figuren gebildet sein konnte. Im Griech. sind solche Tische seit der Archaik bekannt, werden aber erst im Hell. häufiger; in Rom waren monopodia seit ihrem Bekanntwerden (erstmals im Triumph von 187 v.Chr. mitgeführt, Liv. 39,6,7; Plin. nat. 34,14) sehr beliebt und haben sich v.a. aus den Vesuvstädten erhalten. Varro (ling. 5,125) erwähnt das cartibulum, das im compluvium stand, um Geschirr aufzunehmen. Delp…

Cesnola-Maler

(175 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Benannt nach seinem ehem. in der Cesnola-Sammlung befindlichen Krater spätgeom. Zeit (H. 114,9 cm mit Deckel, aus Kourion/Zypern, jetzt New York, MMA, Inv. 74. 51. 965; geometrische Vasenmalerei). Der anonyme Vasenmaler verbindet in seinen Werken vorderasiatische mit mutterländischen und inselgriech. Motiven. Die ungewöhnliche Form des eponymen Kraters wie auch die Kombination der auf ihm angebrachten Motive führten in der Vergangenheit zu Diskussionen über die Datier. und Herkun…

Lukanische Vasen

(286 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Die Produktion der rf. L.V. setzt in den J. um 430 v.Chr. mit dem Pisticci-Maler ein, benannt nach einem Fundort seiner Vasen. Er steht noch ganz in att. Trad., die sich in der stilistischen Behandlung seiner Personen, der Ornamente und Gefäßformen äußert; er bevorzugt Glockenkratere, die er mit Verfolgungs- und Alltagsszenen oder dionysischen Bildern ziert. Seine Nachfolger, der Amykos- und der Kyklops-Maler, haben sich offenbar in Metapontium niedergelassen und hier eine Werkst…

Sabanum

(83 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Ein grobes leinenes röm. Tuch, das zum Abtrocknen und Abreiben des Körpers nach dem Bade (Apul. met. 1,23, vgl. Mart. 12,70) bzw. als Umhang diente, um nach einem Dampfbad ins Schwitzen zu kommen; des weiteren nutzte man das s. zum Auspressen der Honigwaben und Umhüllen der Speisen beim Kochen (Apicius 6,215; 239). In der Spätant. verstand man unter s. ein leinenes, mit Gold und Edelsteinen geschmücktes Gewand (Ven. Fort. vita S. Radegundis 9) bzw. einen Mantel. Hurschmann, Rolf (Hamburg)

Salutatio

(418 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (“Begrüßung”). Der morgendliche Empfang der Klienten ( cliens, clientes ) durch den patronus diente als Aufwartung, zur Entgegennahme von Ratschlägen (Hor. epist. 2,1,102) und von Unterstützung z. B. durch Geld ( sportula ). Er fand in den ersten beiden Morgenstunden statt (Mart. 4,8); hierbei hatte der Klient ( salutator) in der toga zu erscheinen (Iuv. 3,126 f.), weswegen Martial (3,46,1) den Klienteldienst auch togata opera nennt. Die Besucher versammelten sich im vestibulum oder atrium des Hauses ihres patronus und warteten auf Einlaß (Hor. epist. 1,5…

Epostrakismos

(56 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (ἐποστρακισμός). Knabenspiel, bei dem man eine Scherbe oder einen flachen Stein so auf das Wasser warf, daß er aufschlug und weiterhüpfte. Sieger war derjenige, dessen Stein oder Scherbe am weitesten flog und am häufigsten sprang (Poll. 9, 119; Hes. s.v. E.; Min. Fel. 3; Eust. in Hom. Il. 18,543). Hurschmann, Rolf (Hamburg)

Brattea

(232 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (πέταλον). In der arch. Terminologie ungebräuchlicher ant. Begriff; im Griech. urspr. nur als “Blatt, Laub eines Baumes” (Hom. Il. 2,312; Od. 19,520), bei Bakchyl. 5,186 “Kranz des Ölbaums von Olympia”, spätestens im 2.Jh. v.Chr. als artifizielles Erzeugnis für die Blätter des Goldkranzes (Kranz) verstanden. In röm. Quellen bezeichnet b. eine auf einen Gegenstand aufgelegte dünne Folie aus Metall, meist Silber oder Gold, auch Furniere aus kostbarem Holz (Plin. nat. 16,232) oder Schildpatt (Mart. 9,59,9), doch ist meist Blattgo…

Perücke

(263 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (φενάκη/ phenákē, πηνήκη/ pēnḗkē, lat. capillamentum, galerus). Die Verwendung der P. hat in Griechenland offenbar im ausgehenden 6. Jh.v.Chr. eingesetzt; die spätarcha. Koren zeigen Frisuren, die ohne angesetzte Haarteile nicht denkbar sind. Auch im Theater bediente man sich der P. im 5. Jh.v.Chr. (Aristoph. Thesm. 258) und nutzte auch falsche Bärte (Aristoph. Eccl.25), ebenso tragen Musiker und Gaukler P. und Haarteile (Ail. var. 1,26; Lukian. Alexandros 3). Der Gebrauch von P. und H…

Manicae

(278 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
(χειρίς/ cheirís). [English version] A. Ärmel Bereits die minoisch-myk. Kleidung wies sowohl bis an die Handwurzel als auch kürzere bis zur Ellenbeuge oder nur bis zum Oberarm reichende Ärmel auf; in der archa. und klass. Zeit war der Chiton mit Ärmeln bei “Barbaren” (Perser, Skythen u.a.) üblich, wurde aber auch von Griechen getragen. An der röm. Tracht waren M. anfänglich ein Zeichen der Verweichlichung (Tunica) - so wird noch Commodus gerügt, weil er eine Tunica mit Ärmeln trug (Cass. Dio 72,17, vg…

Plaga

(224 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] [1] Römisches Jagdnetz Röm. Jagdnetz, speziell Fangnetz, in das Wild (Hirsche, Eber) durch Hunde bei der Treibjagd hineingehetzt wurde (Hor. epod. 2,31-32; Hor. epist. 1,6,58; 1,18,45) im Gegensatz zu den retia (Schlagnetzen) und casses (Fall- und Sacknetzen); von den aus Stricken geflochtenen plagae waren die aus Cumae am meisten geschätzt (Plin. nat. 19,11). Die Treibjagd mit der p., schon früh in der ant. Kunst dargestellt (Becher von Vaphio), war dann v.a. ein Motiv der röm. Mosaik- und Sarkophagkunst. Der Terminus p. ist in der mod. arch. Forsch. nicht …

Geschicklichkeitsspiele

(488 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] wurden vor allem von Kindern veranstaltet. Bei einem Teil dieser Spiele dienten Astragale, Nüsse, kleine Steine, Münzen, kleine Kugeln oder Scherben als Spielzeug (Kinderspiel), bei anderen Stöcke, Scheiben, Räder usw. Beliebt war das πεντάλιθα ( pentálitha) genannte G. (Poll. 9,126), bei dem man fünf Steine (Nüsse, Kugeln o.ä.) hochwarf und mit der Handfläche oder dem Handrücken wieder auffing; bei einem anderen G., dem orca-Spiel, warf man in ein sich oben verengendes Gefäß Nüsse, Steine u.a. (Ps.-Ov. Nux 85f.; Pers. 3,50); diesem Spiel äh…

Armarium

(197 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (Schrank). Neben der arca das zweite wichtige Möbel zum Aufbewahren von Sachgütern. A. scheint ein typisch röm. Einrichtungsgegenstand gewesen zu sein, der den Griechen erst spät zur Kenntnis gelangte ( purgiskos). In seiner Grundfunktion bezeichnet A. den Geräteschrank, dann auch den Schrank für Speisen, Geld und Schmuck; auch die Bücherschränke bzw. -regale der Bibliotheken hießen A. Ein Grabrelief in Rom (TM 184) zeigt das A. in einer Schusterwerkstatt [3. 114-115 Taf. 117,1-2] bzw. als Einrichtungsgegenstand im Haushalt zusammen u.a. mit der arca (Leide…

Forum

(7,310 words)

Author(s): Höcker, Christoph (Kissing) | Paulus, Christoph Georg (Berlin) | Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Uggeri, Giovanni (Florenz)
I. Archäologisch-urbanistisch [English version] A. Definition und Funktion Lat. Begriff für Markt, Marktplatz; darüber hinaus in seltenen Fällen der Vorhof eines Grabes (im Sinne des griech. drómos, z.B. Cic. leg. 2,61) oder ein Teil der Weinkelter (Varro, rust. 1,54; Colum. 11,2,71). Als merkantiler und administrativer Mittelpunkt der röm. Stadt entsprach das als großer Freiplatz mit rahmender Bebauung gestaltete F. grundsätzlich der Agora griech. Städte; die Lage am Schnittpunkt von decumanus und cardo in der Stadtmitte ist bei allen neua…

Follis

(627 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Klose, Dietrich (München)
[English version] [1] Blasebalg (φῦσα, Blasebalg). Das bereits bei Homer (Il. 18, 372; 412; 468-70) erwähnte Arbeitsgerät des Schmiedes ist in der griech. Kunst vor allem mit Hephaistos verbunden (Schatzhaus von Siphnos, Delphi), jedoch auf Werkstattdarstellungen selten. In den Werkstätten befanden sich zwei (Hdt. I 68) oder mehrere (Hom. Il. 18,468-470) folles. In der röm. Kunst ist der f. ebenfalls relativ selten dargestellt; auf einem Grabstein eines Schmiedes in Aquileia (Mus. Inv. Nr. 166) hält der Arbeiter am f. einen Schutzschirm vor sich; ein Fresko im Vettier-Hau…

Pallium

(240 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Ein dem griech. Himation entsprechender röm. Mantel aus einer rechteckigen Stoffbahn; als Materialien dienten Wolle, Leinen oder Seide. Das P. konnte unterschiedlich gefärbt (weiß, diverse Rottöne, gelblich, schwarz), golddurchwirkt und mit Purpurstreifen versehen sein. Es ist seit dem 3. Jh.v.Chr. bekannt, und anfänglich trugen es nur Freunde der griech. Kultur, Philosophen u.a. (Liv. 29,10); doch es erfreute sich recht bald aufgrund seiner Bequemheit und einfachen Tragweise grö…

Gürtel

(651 words)

Author(s): Pingel, Volker (Bochum) | Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] I. Keltisch-Germanisch Seit dem E. des Neolithikums (3.Jt. v.Chr.) sind in Mitteleuropa G. im arch. Fundgut (meist Grabbeigaben) durchgängig nachgewiesen. Die G. selbst waren aus organischem Material (Leder usw.) und sind nicht erh., dagegen aber die (metallenen) Besatzstücke als Verschluß (G.-Haken/-Ringe) bzw. zur Verzierung (G.-Bleche). Aus der Frühphase (E. 3.Jt. v.Chr.) sind auch G.-Haken aus Knochen bekannt. In der Brz. (2.Jt. v.Chr.) wurden die G.-Teile meist aus Bronze gego…

Barbaron hyphasmata

(129 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (βαρβάρων ὑφάσματα). Als b.h. bezeichneten die Griechen die kostbaren medisch-persischen Gewänder, Stoffe, Decken u.a. mit bunten Ornamenten, detaillierten figürlichen Verzierungen, Misch- und Fabelwesen. Nach Griechenland gelangten b.h. durch Handel (Aristoph. Vesp. 1132ff.), als Beutegut (Hdt. 9,80) oder Geschenk (Athen. 2,48d). Als Weihung stiftete man b.h. in Heiligtümer (Paus. 5,12,4) oder man trug sie als Luxusgewänder zur Demonstration von Reichtum und Macht. Die b.h. führten zu Veränderungen der griech. Tracht (Zeira) und Textilien …

Bigae

(513 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Kurzform aus lat. biiugae (griech.: δίζυξ; συνωρίς); eigentlich zwei unter einem Joch gehende Tiere (Pferd, Rind, Maulesel), vornehmlich für Pferdegespanne verwandt. Neben den bereits aus der min.-myk. Kultur erh. Darstellungen auf Fresken, Sigelringen u.ä. bzw. den Modellen aus Ton oder Br., ist vor allem die lebendige Schilderung bei Homer (Il. 23,392f., Leichenspiele für Patroklos) eines Pferderennens im Zweigespann für die griech. Frühzeit zu erwähnen. Diese leichten Gespanne wu…

Nimbus

(1,386 words)

Author(s): Willers, Dietrich (Bern) | Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Renger, Johannes (Berlin) | Quack, Joachim (Berlin)
[English version] [1] Nimbus vitreus N. vitreus (“gläserne Wolke”), ein Wortspiel Martials (14,112), das seit Friedländers Erläuterungen [1. 322] zumeist und bis in jüngste Komm. [2. 174] mißverstanden wird und als ‘gläsernes Sprenggefäß mit zahlreichen Öffnungen’ übers. wird. Gemeint ist die Wirkung eines solchen Instruments, wenn Wein versprüht wird. Willers, Dietrich (Bern) Bibliography 1 L. Friedländer (ed.), M. Valerii Martialis epigrammaton libri (mit erklärenden Anm.), Bd. 2, 1886 2 T.J. Leary (ed.), Martial Book XIV. The Apophoreta, 1996 (mit Einführun…

Akazie

(177 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (ἀκακία, Dioskurides 1,133; ἄκανθα, Theophr. h. plant. 6,1,3). Der bereits bei Hdt. 2,96 gen. ägypt. Schotendorn oder Gummibaum gehört zur im Mittelmeergebiet weit verbreiteten Gattung der Mimosengewächse. Der von dem Baum ausgeschwitzte Saft ( kommì, Gummi) fand bei den Ägyptern Verwendung bei der Einbalsamierung von Leichen (Hdt. 2,86), dann aber auch in der Humanmedizin (Augenheilkunde) und wurde in röm. Zeit teuer gehandelt (Plin. nat. 13,63). Den A.-saft verarbeitete man zu Mundpastillen (Plin. nat. 24,109) …

Acetabulum

(104 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Von lat. acetum (Essig); das kelchförmige Gefäß mit eingeschnürter Wandung diente zur Aufnahme von Essig und Honig, als Tisch- und Kochgefäß bzw. zum Wachsschmelzen; auch Becher der Taschenspieler. Das A. bestand meist aus Ton oder Glas, seltener aus Edelmetall. Sein Volumen war sehr gering (0,068 l [1]); bei Apicius (6,8,3) und Apici excerpta a Vindario VI ist A. auch ein Kochgefäß. catinus Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography 1 F. Hultsch, s. v. A., RE I, 155 f. G. Hilgers, Lat. Gefäßnamen, BJ (Beih. 31), 1969, 33 f.  E. M. Stern, B. Schlick-Nolte, Frühes Glas d…

Kalathos

(276 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (ὁ κάλαθος; Dim. τὸ καλάθιον/ kaláthion und ὁ/τὸ καλαθίσκος, -ν/ kalathískos/-n; lat. calathus). Sich blütenartig öffnender Korb aus unterschiedlichen Materialien wie Ton, Holz, Edelmetall (Hom. Od. 4,125), der auch aus Ruten geflochten sein kann [1]. Er diente als Arbeitskörbchen der Wollspinnerinnen (z.B. Iuv. 2,54; Ov. ars 1,693 und 2,219) - so ist er Requisit der Frauengemachszenen (z.B. Rhyton London, BM E 773 [2]) - oder im Haushalt als Behältnis für Käse, Milch oder Öl; daher konnte d…

Kekryphalos

(226 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (κεκρύφαλος, -άλιον, lat. reticulum), Haarnetz, Haartuch. Bereits bei Hom. Il. 22,469 als Bestandteil der weiblichen Tracht erwähnt, diente der K. dazu, das Kopfhaar oder Teile desselben zu bedecken. Die griech. (vgl. z.B. Aristoph. Thesm. 257) und röm. Frau trug nicht nur nachts einen K., um die sorgfältig angeordneten Frisuren zusammenzuhalten, sondern auch bei Tag (Varro ling. 130; Non. 14,32 u.a.). Wenn vereinzelt Männer den K. trugen, war dies allerdings rügenswert (Athen. 15,6…

Matta

(84 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (ψίαθος/ psíathos). Matte oder grobe Decke aus Binsen und Stroh, in Ägypten auch aus Papyrus (vgl. Theophr. h. plant. 4,8,4). Sie diente den Bauern, Reisenden und armen Leuten zum Lagern auf dem Boden; in einer att. Inschr. auch unter dem Hausmobilar aufgeführt [1]. Nach Augustinus (contra Faustum 5,5) ist jemand, der auf der M. schläft, ein Anhänger einer Lehre, die Bedürfnislosigkeit predigt ( mattarius). Die Schlafmatte konnte auch χαμεύνη/ chameúnē genannt werden (Poll. 6,11). Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography 1 Hesperia 5, 1936, 382 Nr. 6 A.

Pergament

(334 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Zu einem der Beschreibstoffe der Ant. zählte das gereinigte, enthaarte und gegerbte Leder (Hdt. 5,58,3). P. entstand durch eine verfeinerte Bearbeitung der Tierhaut (von Esel, Kalb, Schaf, Ziege), bei der auf die Gerbung verzichtet wurde; statt dessen legte man die Tierhaut einige Tage in eine Kalklösung, entfernte sodann Fleischreste, Haare und Oberhaut, und legte sie danach in ein Kalkbad zur Reinigung (Kalzinierung). Anschließend spannte man die Haut in einen Rahmen, trocknete…

Epiblema

(78 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (ἐπίβλημα). Griech. Begriff für Decke, Tuch, Mantel (Poll. 7,49f.). In der modernen arch. Terminologie bezeichnet E. das Schultertuch der dädalischen, bes. der kretischen Frauenstatuetten. In der Regel wird das E. auf der Brust, aber auch über dem Hals und dem Schlüsselbein befestigt; der obere Rand ist mitunter verziert. Auf Denkmälern des 7. Jh.v.Chr. findet sich das E. häufig dargestellt. Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography C. Davaras, Die Statue aus Astritsi, 8. Beih. AK, 1972, 26-27, 59-64.

Fer(i)culum

(131 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] seltener feretrum (z.B. Ov. met. 3,508; 14,747). Damit werden Tragevorrichtungen unterschiedlicher Form bezeichnet, die zum Befördern von Sachgütern nötig waren, speziell aber solche Gerüste, auf denen bei Aufzügen (Triumph, Bestattung o.ä.) Gegenstände präsentiert wurden, z.B. Beutestücke, Gefangene, Götterbilder u.a. (Suet. Caes. 76); ferner diente das f. zum Transport des Verstorbenen oder der Dinge, die mit ihm bestattet oder verbrannt werden sollten (Stat. Theb. 6,126). F. nannte man auch (Hausrat) das Speisebrett, die flache Schüssel, m…

Petasos

(180 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (πέτασος). Griech. Hut aus Filz mit breiter Krempe, aufgrund seiner Herkunft auch als “thessalischer Hut” bezeichnet (Soph. Oid. K. 313); er wurde von Frauen und Männern getragen, die sich viel im Freien aufhielten (Fischer, Hirten, Jäger) oder auf Reisen waren; zu den bekanntesten myth. P.-Trägern zählen Hermes, Peleus, Perseus, Oidipus, Theseus. Weitere Träger sind - seltener - Wagenlenker (Athen. 5,200f.), Reiter (z.B. am Parthenonfries) und die att. Epheben ( ephēbeía ). Für einen sicheren Halt des p. sorgte ein Riemen, der unter das Kinn geführt wur…

Canosiner Vasen

(113 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Gattung der apulischen Vasen, zwischen ca. 350 und 300 v.Chr. wohl ausschließlich für den Grabgebrauch hergestellt. Als ihr besonderes Kennzeichen kann die in wasserlöslichen, verschiedenen Farben (blau, rot/rosa, gelb, hellviolett, braun) ausgeführte Bemalung auf weißem Grund gelten. Bevorzugte Gefäßformen sind Volutenkrater, Kantharos, Oinochoe und Askos, deren Gefäßkörper häufig mit auf kleinen Podesten stehenden Frauenfiguren und plastischem Dekor (geflügelte Köpfe, Gorgoneia…

Bustum

(90 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Der bereits im Zwölftafelgesetz (Cic. leg. 2, 64) als “Grab” definierte Terminus war nach Paul. Fest. 6, 78; 25,3; 27,11 und Serv. Aen. 11,201 der Ort, an dem die Leiche verbrannt und die Reste bestattet wurden, während die Brandstätte allgemein ustrinum heißt. Arch. ist diese Bestattungsform vielfach belegt. Bestattung Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography T. Bechert, Röm. Germanien zwischen Rhein und Maas, 1982, 244-246  M. Struck(Hrsg.), Römerzeitliche Gräber als Quellen zu Rel., Bevölkerungsstruktur und Sozialgesch., 1993 (Arch. Schrift…

Ring

(768 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (δακτύλιος/ daktýlios, ἀκαρές/ akarés; lat. anulus). Unter R. werden im folgenden ausschließlich Finger-R. verstanden (zu Ohr-R. s. Ohrschmuck). Bereits die R. der Aigina- und Thyreatis-Schatzfunde aus dem beginnenden 2. Jt. v. Chr. zeigen hervorragende Beherrschung der Technik und hohe künstlerische Qualität. Aus der frühmyk. Zeit sind Golddraht- und Silber-R. zu nennen, daneben auch die sog. Schild-R., die sich zu einer Leitform des myk. Schmucks entwickeln und ihren Namen nach der …

Astragal

(241 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Scheibler, Ingeborg (Krefeld)
(Ἀστράγαλος). [English version] [1] s. Ornament s. Ornament Hurschmann, Rolf (Hamburg) [English version] [2] Spielstein Spielstein ( talus). Fußwurzelknochen von Kälbern und Schafen/Ziegen, ebenso aus Gold, Glas, Marmor, Ton, Metallen und Elfenbein verfertigt, bereits bei Hom. Il. 23,85-88 als Spielgerät erwähnt. Man verwandte den A. als Zählmarke für Glücks-, Würfel- und Wurfspiele, wozu das Spiel “Grad oder ungrad” (Plat. Lys. 206e) oder πεντάλιθα ( pentálitha, Geschicklichkeitsspiele) gehörten. Beim A.-Spiel hatten die einzelnen Seiten unterschiedliche Zä…

Löffel

(269 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] L. fanden zunächst als Rühr- oder Koch-L. (griech. τορύνη/ torýnē, Aristoph. Equ. 984, vgl. Anth. Pal. 6,305; 306, lat. trua oder trulla) bei der Zubereitung von Speisen Verwendung. Zum Schöpfen von flüssigen Nahrungsmitteln oder Wein diente der κύαθος/ kýathos. Wenn der L. auch schon früh bekannt war, so fand er trotzdem beim Speisen wenig Verwendung, da man vornehmlich ausgehöhltes Brot (μυστίλη/ mystílē, μύστρον/ mýstron) zum Verzehr von Breien, Brühen oder Suppen u.ä. benutzte (Aristoph. Equ. 1168-1174). Der Römer unterschied Löffel mit ovaler Schale ( ligul…

Labrum

(339 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (aus lavabrum, Diminutiv labellum, griech. λουτήριον/ lutḗrion und λεκάνη/ lekánē). Das L., ein großes flaches Becken mit aufgewölbtem Rand und hohem Fuß, diente unterschiedlichen Zwecken. Als Material für das L. werden Marmor, Porphyr, Ton, Stein u.a. gen. Im griech. Bereich ist L. ein Waschbecken, an dem sich Männer und Frauen mit Wasser reinigten; auf unterital. Vasen findet dies häufig in Anwesenheit von Eros statt, mitunter tummeln sich Wasservögel (Schwan oder Gans) im Wasser des L.…

Pera

(142 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (πήρα/ pḗra, πηρίδιον/ pērídion, lat. pera). Ein Beutel oder Ranzen zum Tragen von Brot (Theokr. 1,49; Athen. 10,422b), Saatgut (Anth. Pal. 6,95; 104) oder Kräutern und Gemüse (Aristoph. Plut. 298), der zur Ausrüstung von Jägern (Anth. Pal. 6,176), Hirten (Anth. Pal. 6,177) oder Fischern gehörte und mittels eines Riemens über der Schulter an der Hüfte getragen wurde. Die p. war schon bei Hom. Od. 13,437; 17,197; 410; 466 Erkennungszeichen des Bettlers (vgl. Aristoph. Nub. 924) und galt später, zusammen mit dem Wanderstab ( báktron, lat. baculum, Stab), als Symbol…

Oscillum

(157 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Gruppe von runden oder peltaförmigen, d.h. nach der Form des Amazonenschilds gebildeten und reliefierten Schmuckscheiben aus der Zeit vom 1. Jh.v.bis zur Mitte des 2. Jh.n.Chr. aus Marmor. Die Oscilla stammen zum größten Teil aus den Vesuvstädten und wurden in Villen und Stadthäusern mit Gartenanlagen gefunden, in denen sie, an Ketten in den Interkolumnien des Gartenperistyls aufgehängt, zur Dekoration dienten. Andere fanden sich als Schmuckelemente in Theatern und in Tempelanlag…

Kemos

(83 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (κημός, spätgriech. χάμος; lat. c[h]amus, -um). Unter k. sind diverse Sachgüter zusammengefaßt, die offenbar von der Grundbedeutung des Umschlingens, Verhüllens usw. ausgehen. Darunter fallen der Maulsack der Pferde, aus dem sie ihr Futter zu sich nehmen (Hesych. s.v.), wie auch die Fischreuse, ferner ein Tuch, das sich die Bäcker um Mund und Nase banden (Athen. 12,548c) bzw. das die Frauen zur Verhüllung der unteren Gesichtshälfte in der Öffentlichkeit trugen. Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliography H. Schenkl, s.v. K., RE 11, 157-162.

Dienst- und Ehrentracht

(479 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Durch die D. wurde ihr Träger aus der Gesellschaft hervorgehoben und in seiner Funktion kenntlich gemacht. Dies trifft bes. auf Priesterinnen, staatliche Beamte, aber ebenso auf Gesandte (Heroldsstab) o.ä. zu. In Griechenland trugen die Priester ein weißes Gewand (Plat. leg. 12,965a), den ungegürteten Chiton, der auch rot, seltener safran- oder purpurgefärbt sein konnte. Ein Kennzeichen war auch der Kranz ( stephanophóroi, “Kranzträger”, hießen deshalb die Priester z.B. in Milet); ferner traten Priester mitunter mit den Attributen der jew…

Fasciae

(227 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] Bandagen, Binden, Gurte der unterschiedlichsten Art; sie waren aus verschiedenen Materialien (Filz, Leder, Leinen, Wollstoff) und konnten weiß oder bunt sein. Unter die f. fallen zum einen die Gurte des Bettes ( lectus, Kline), auf denen die Matratze auflag, ferner Windeln (σπάργανα, spárgana) und schließlich f. crurales, Binden, die die Unterschenkel ( f. tibiales) bzw. Oberschenkel ( feminalia) gegen Kälte schützen sollten. Bei Männern galt die Verwendung der f. als weibisch und war nur für Kränkelnde angebracht, doch trugen solche f. auch Augustus (Suet. …

Mörser

(232 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (ὅλμος/ hólmos, ἴγδις/ ígdis, θύεια/ thýeia, ὕπερον/ hýperon, lat. mortarium, pistillum, pila). M. und M.-Keulen oder -Stößel aus unterschiedlichen Materialien gehörten zu den notwendigen Utensilien des Haushaltes (Plaut. Aul. 94-95; Hausrat), um Teig zu kneten, Getreide zu mahlen, Früchte, Gewürze u.a. zu zerkleinern und zu mischen; des weiteren dienten M. zur Zubereitung von Kosmetika und Pharmaka, Farben oder Metallmischungen. Zu den M. gehören die kleineren Reibschalen (mit und ohne Tülle und rundem Reibstein, lat. coticula genannt, Plin. nat. 34,1…

Python

(1,046 words)

Author(s): Junk, Tim (Kiel) | Zimmermann, Bernhard (Freiburg) | Engels, Johannes (Köln) | Schmitt, Hatto H. (München) | Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Et al.
(Πύθων). [English version] [1] Von Apollon bei Delphi getöteter Drache Ein ungeheurer Drache, den Apollon bei Delphoi mit seinen Pfeilen tötet. Die älteste Fassung der Gesch. bietet Hom. h. 3,300-374: Apollon besiegt eine Drachin, die in der Nähe von Delphoi ihr Unwesen treibt und der Hera ihren Sohn Typhon in Obhut gegeben hat. Nach ihrem verfaulenden (πύθεσθαι/ pýthesthai) Leichnam erhalten der Ort und der Gott den Beinamen Pythṓ (vgl. auch den Namen der delphischen Seherin Pythía [1]). Nach Eur. Iph. T. 1245-1252 ist der Drache männlich und bew…

Kampanische Vasenmalerei

(579 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] In der k.V. des 5.-4. Jh. v.Chr. sind die Gefäße aus einem hellbräunlichen Ton hergestellt, häufig wird die Oberfläche mit einem rosafarbenen bis roten Überzug versehen. Allg. bevorzugen die Maler kleinere Gefäßtypen, daneben als Leitform die Bügelhenkelamphora, ferner Hydrien und Glockenkratere, nur selten erscheint die Pelike (Gefäße, Gefäßformen mit Abb.). Die für die apulische Vasenmalerei charakteristischen Voluten- und Kolonettenkratere, Lutrophoren, Rhyta oder Nestoriden f…

Apulian vases

(511 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] Leading genre of red-figured,  southern Italian vase painting, c. 430 - c. 300 BC, with its production centre in Taranto. Apulian vases (AV) are subdivided into plain and ornate style. The first hardly employs any additional colours and concentrates on bell-shaped and colonette craters as well as smaller vessel types, and applies simple decor and compositions of one to four figures to them (Sisyphus Painter, Tarporley Painter). Mythological themes are one of the focal points, furthermore the…

Fish-plate

(313 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] Archaeological research regards the fish-plate (FP) as a plate that is decorated with paintings almost exclusively of fish and other marine animals (mussel, cuttlefish, prawn, shrimp, electric ray, seahorse and many more); other motifs are rare (e.g. grasshopper, head of a woman or purely floral ornament). FP have a wide standing ring and a handle of varying height. Their dish, with an edge bent round to the outside, inclines in a trough shape towards the deepened centre. As a cer…

Kosmetes

(335 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg) | Rhodes, Peter J. (Durham)
(κοσμητής; kosmētḗs, ‘steward’). [German version] [1] Athenian official responsible for the training of the ephebes In Athens, the official responsible for the training of the ephebes after the reorganization of the ephēbeía around 335/334 BC. The kosmētes was chosen by the people, presumably from those citizens over 40 years of age ([Aristot.] Ath. Pol. 42,2). During the two-year training period, a kosmētes was probably responsible for a contingent of ephebes for both years. He is named in many lists of ephebes from the 4th cent. BC to the 3rd cent. AD; …

Anaxyrides

(128 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (ἀναξυρίδες; anaxyrídes). Iranian trousers worn by Scythians, Persians and neighbouring peoples (Hdt. 7,61 ff.) as well as mythical figures of the Orient (Amazons, Trojans, Orpheus, i.a.) who were characterized by these trousers. Anaxyrides were already known to the Greeks in the 6th cent. BC (various vase paintings; ‘Persian’ rider, Athens AM Inv. 606). In ancient art, anaxyrides are depicted as close-fitting along the legs, often in conjunction with a bodice resembling a leotard which covers the arms. This oriental attire is completed by the kandys (Iranian sl…

Centuripe vases

(160 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] Brightly painted ceramics of the 3rd/2nd cents. BC, named after the place of their discovery in Sicily. Vessel forms ( Pottery, shapes and types of ) are pyxis, lekanis and lebes, and infrequently other types such as lekythos. The painting, in tempera colours (white, pink, black, yellow, red, gold, with isolated instances of green and blue) on a ground of orange-coloured clay (friezes of acanthus, tendrils and architectonic forms, heads, busts) is executed only on one side of the vessel. The vessels are of considera…

Ball games

(585 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (σφαιρίσεις; sphairíseis, pilae lusus). Homeric society already enjoyed ball games (BG) (Hom. Od. 6,110-118; 8,372-380), which have also been practised by people of all social levels (Ath. 1,14e, 15c; 12,548b; Plut. Alexander 39,5; Cic. Tusc. 5,60) and age groups since then. The Romans took many BG over from the Greek. Some were team games, like   harpaston or ἐπίσκυρος, epískyros (Poll. 9,103f.; schol. Pl. Tht. 146 i.a.), during which the opposite party was gradually pushed off the field by long-range shots, perhaps depicted on the relie…

Rug

(602 words)

Author(s): A.NU. | Hurschmann, Rolf (Hamburg)
(τάπης, τάπις, ταπήτιον/ tápēs, tápis, tapḗtion; Lati. tapes, tapete). [German version] I. Ancient Near East and Egypt The only surviving rug (from kurgan V at Pazyrik, southern Siberia, 5th-4th cent. BC) is knotted in wool [1]. Otherwise, the existence of rugs in the ancient Near East can only be deduced from various pictorial representations. Owing to their similarity to modern rugs [2], the geometric motifs on wall paintings (7th cent.) at Çatal Hüyük (Turkey) are called 'kelim motifs'. However, definite evid…

Mourning dress

(253 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] In the first place mourning dress belonged in the personal area of family and friends, but it could also accompany public mourning. In Homer only mourning goddesses wore dark veils (Hom. Il. 24,93 f.; Hom. H. 2,42). The society described by Homer contented itself with dirtying their clothes with dust and ashes or tearing them (Hom. Il. 18,22 f.; 23,40 f.; 24,640; 28,25). Such behaviour was retained in the historical period by the Greeks and the Romans (e.g. Plut. Solon 21; Eur. El…
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