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Aeneatores

(104 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] waren die bereits in der servianischen Centurienordnung belegten Musiker der röm. Legionen; zu ihnen gehörten die tubicines, cornicines und bucinatores, die im Lager, auf dem Marsch und während der Schlacht die Befehle der Offiziere übermittelten. Das Wort a. erscheint in der Kaiserzeit nur einmal (CIL XIII 6503); im 4. Jh. n. Chr. werden sie bei Amm. 16,12,36 und 24,4,22 erwähnt. bucinatores, cornicines, tubicines Le Bohec, Yann (Lyon) Bibliography 1 A. Baudot, Musiciens romains de l'Antiquité, 1973 2 R. Meucci, Riflessioni di archeologia musicale, in: N…

Feldzeichen

(800 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die F. des röm. Heeres erfüllten eine wichtige taktische Funktion: die Übermittlung der Befehle des Feldherrn; in diesem Falle wurden sie vom Klang des cornu begleitet (Veg. mil. 2,22). Aufgrund ihrer Bed. erlangten sie eine geradezu rel. Geltung (vgl. etwa Tac. ann. 1,39,4). Der Überl. nach soll Romulus an die erste Legion Tierzeichen wie den Adler, den Wolf, das Pferd, das Wildschwein und den Minotaurus vergeben haben (Plin. nat. 10,16). Jeder der dreißig Manipel erhielt damals angeblich ein signum (Ov. fast. 3,115; Plut. Romulus 8). In der Republik wurden die hasta…

Heerwesen

(2,908 words)

Author(s): Fuchs, Andreas (Jena) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
I. Alter Orient [English version] A. Allgemein Der Vielzahl der Staaten und Kulturen des Vorderen Orients und Ägyptens in der Zeit vom 3. bis zum 1. Jt. v.Chr. mit jeweils ganz eigenen Voraussetzungen entspricht die unterschiedliche Rekrutierung, Zusammensetzung, Organisation, Kampfesweise und Größe ihrer Heere. Fuchs, Andreas (Jena) [English version] B. Quellen Der Alte Orient hat kein militärtheoretisches Schrifttum hervorgebracht. Erzählende Quellen dienen ausschließlich der Überhöhung des Herrschers und seiner Siege, gewähren daher nur selt…

Pfeil und Bogen

(624 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Der Gebrauch von P. und B. in Jagd und Krieg ist sehr alt; sie waren bereits in prähistor. Zeit weit verbreitet. Im Vorderen Orient waren P. und B. wichtige Kriegswaffen. Wie Reliefs aus Mesopotamien zeigen, standen die assyrischen Bogenschützen oft in einem Streitwagen (Palast Assurnaṣirpals II. in Nimrūd (Kalḫu), 9. Jh.v.Chr.; London, BM); bei der Belagerung von Städten wurden Bogenschützen zu Fuß eingesetzt (Relief Tiglatpilesers III. in Nimrūd, 8. Jh. v.Chr.; London, BM); geg…

Exauctorare

(211 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Mit dem Verb e. wird der juristische Akt bezeichnet, durch den ein röm. Feldherr einen Soldaten oder eine ganze Einheit vom Fahneneid entband. Eine solche Handlung konnte zum gesetzlich vorgesehenen Zeitpunkt vorgenommen werden, in der Zeit der Republik etwa nach einem Sieg, in der Prinzipatszeit nach Ende der gesetzlich vorgeschriebenen Dienstzeit der Soldaten (Suet. Aug. 24,2; Suet. Tib. 30; Tac. ann. 1,36,4; Tac. hist. 1,20,6). Im Ausnahmefall konnte damit eine Belohnung verbunde…

Militärschriftsteller

(474 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die intellektuelle Ausbildung der künftigen Offiziere des röm. Heeres beruhte auf der Lektüre und Erklärung der Schriften von Historikern wie Polybios und Livius sowie der mil. Dienstanweisungen, die unter Augustus und Hadrianus in Kraft gesetzt worden und noch unter Severus Alexander gültig waren (Veg. mil. 1,27: Augusti atque Hadriani constitutiones; Suet. Aug. 24f.; vgl. Cass. Dio 69,9,4). Daneben wurden auch Schriften von Cato, Marius [I 1], Rutilius Rufus (Val. Max. 2,3,2) und Arrius [II 5] Menander gelesen. Unter Constant…

Decimatio

(203 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die d. ist eine im röm. Heer selten angewandte Form der Bestrafung einer ganzen Einheit (Pol. 6,38; Frontin. strat. 4,1,34; 4,1,37; Quint. decl.348). Die Tribunen wählten durch Los jeden zehnten Mann aus; die Züchtigung konnte auch abgeschwächt werden, indem man nur einen Mann von hundert auswählte (SHA Opil. 12,2). Die auf diese Weise bestimmten Opfer wurden nicht durch das Beil, sondern durch Stockschläge hingerichtet (Tac. ann. 3,21,1). Diese als sehr streng geltende Strafe wur…

Bucinatores

(116 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die b. waren neben den tubicines und cornicines Musiker im röm. Heer; die bucina war ein Blasinstrument aus Bronze (Veg. mil. 2,11; 3,5), dessen genaue Form strittig ist. Signale der bucina regelten in der Zeit der Republik den Wachdienst bei Nacht (Pol. 6,35; Liv. 7,36; Frontin. strat. 1,5,17). Während des Principats wurde im Lager das convivium durch das Signal der bucina beendet (Tac. ann. 15,30,1), in der Spätant. gaben die b. bei der Hinrichtung von Soldaten das Signal. aeneatores Le Bohec, Yann (Lyon) Bibliography 1 R. Meucci, Riflessioni di archeologia mus…

Militärrecht

(605 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In Rom war der Militärdienst durch eine Vielzahl von Gesetzen geregelt, wobei die tradierten rel. Vorstellungen und kollektiven Mentalitäten die Rechtsentwicklung entscheidend beeinflußt haben. Die röm. Bürger waren seit der Frühzeit der Stadt zum Militärdienst verpflichtet; das Bürgeraufgebot wurde von den auxilia (Hilfstruppen) der socii verstärkt. Wenn ein Bürger als Soldat eingezogen wurde, unterstand er nicht mehr der väterlichen Gewalt ( patria potestas ), sondern er hatte sich der disciplina militaris unterzuordnen. Die Be…

Ala

(313 words)

Author(s): Höcker, Christoph (Kissing) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] [1] Teil des röm. Atriumhauses Teil des röm. Atriumhauses (Haus; Atrium). Zwei einander gegenüberliegende, auf ganzer Breite und Höhe offene Räume, die die Querachse vor dem Tablinum, dem Hauptraum des Hauses bilden, werden als a. bezeichnet. A. sind im röm. Hausbau weit verbreitet, geeignete Entwurfsproportionen nennt Vitruv (6,3,4). Die Herkunft des Typus ist unklar; die in Vitruvs Beschreibung des tuskanischen Tempels (4,7,1) oft konjizierten alae (anstelle des überlieferten aliae) als Terminus für die beiden äußeren cellae des etr. Tempels (Tempel) …

Disciplina militaris

(849 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Das lat. Wort disciplina bezeichnet a) ein Wissensgebiet oder eine Wissenschaft und b) Gehorsam. In Verbindung mit dem röm. Militärwesen erscheint disciplina meist in der zweiten Bed.; bei Frontinus wird die Kenntnis des Militärwesens rei militaris scientia genannt (Frontin. strat. 1 praef. 1). Die Wendung disciplina militaris wird von Valerius Maximus sowie Plinius gebraucht und ist überdies epigraphisch belegt (Val.Max. 2,7; Plin. epist. 10,29; S.c. de Cn. Pisone patre, 52; ILS 3809). Tacitus charakterisiert mit den Worten militia disciplinaque nostra de…

Panzer

(645 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Bereits die Helden der homerischen Epen schützten sich mit P. aus Br. oder Leinen (Hom. Il. 3,830; 11,15-28). Der Brust-P. (θώραξ/ thṓrax ) gehörte in archa. Zeit zur Ausrüstung griech. hoplítai ; allerdings wurde der Metall-P. in der klass. Zeit zunehmend durch P. aus leichterem Material ersetzt. Im röm. Heer gehörte der P. ( lorica) zur Ausrüstung der prima classis (nach Liv. 1,43,2 in der röm. Frühzeit die Klasse der reichsten Bürger mit einem Vermögen von 100000 As oder mehr). Es wurden verschiedene Typen des Brust-P. verwendet, wobe…

Beneficiarii

(113 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] wurden bereits bei Caesar (civ. 1,75,2; 3,88,5) erwähnt; nach Vegetius (mil. 2,7) handelte es sich um Soldaten, die ihre Beförderung einem beneficium ihrer Vorgesetzten verdankten und von den munera befreit waren. Sie waren einem Offizier zugeordnet, in dessen Diensten sie rechtliche und finanzielle Funktionen ausübten, die eine gewisse Kompetenz erforderten. Man findet die b. in allen Einheiten, in der Marine, in den auxilia, in den Legionen und in Rom. Einige von ihnen nahmen auch Aufgaben im zivilen Bereich wahr und wurden in den stationes zum Schutz der Fer…

Pilum

(536 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In einer kurzen Erwähnung bei Servius (Serv. Aen. 7,664: pilum proprie est hasta Romana) wurde das p., ein Wurfspeer, für den typischen röm. Speer gehalten. Zu den frühsten Zeugnissen für die Verwendung des p. im röm. Heer gehört die Darstellung der Schlacht bei Panormos 250 v.Chr. (Pol. 1,40). Bei Livius werden die ersten beiden Schlachtreihen der Legionen der Zeit um 340 v.Chr. als antepilani (“Soldaten vor den Trägern des p.”) bezeichnet (Liv. 8,8). Polybios spricht in seiner Darstellung des röm. Heeres von γρόσφοι/ grósphoi als den Speeren der jüngsten Sold…

Kriegsgefangene

(1,511 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Alter Orient K. sind sowohl in Äg. ( sqr-nḫ, “Gebundene zu Erschlagende” [3]) als auch in Mesopot. in der Frühzeit (4./3. Jt.) oft schon auf dem Schlachtfeld erschlagen worden. Das Töten - als ritualisierte Handlung - bzw. das Vorführen der K. und der Beute vor dem Herrscher hatte ideologischen Charakter und war daher Thema bildlicher Darstellung (Südmesopot. 3100 v.Chr.: Erschlagen gefesselter nackter K. in Gegenwart des Herrschers [5. 9]; 24. Jh.: nackte männl. K. - wohl unmittelbar…

Armamentaria

(167 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die a., Arsenale, die sich in der Frühzeit in Rom selbst befanden, wurden mit der Expansion des Imperium Romanum auch in die Städte nahe der Kriegsschauplätze verlagert. In den Legionslagern der Principatszeit befanden sich die a. in den principia, für die Marine in den Häfen (CIL VI 999, 2725; VIII 2563); in Rom existierte ein a. in den castra praetoria. Die Waffen wurden nach Typ, nicht nach Einheiten gelagert und von den armorum custodes bewacht; das a. unterstand einem curator operis armamentarii und einem magister, der von einem scriba armamentarii und einem archit…
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