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Your search for 'dc_creator:( "Behringer, Wolfgang" ) OR dc_contributor:( "Behringer, Wolfgang" )' returned 97 results. Modify search

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Pallamaglio

(860 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
P. gehörte zu den populärsten Ballspielen der Frühen Neuzeit, gleich nach dem Spiel mit dem kleinen Ball, dem jeu de paume bzw. kaetsspiel (aus denen das Tennis hervorging), dem Faustballspiel mit dem großen, aufblasbaren Ball ( pallone), sowie dem Fußball. P. war ein Schlagballspiel, bei dem eine Kugel (ital. palla) mit dem hölzernen Hammer ( maglio) getrieben wurde. Es erforderte eine sehr lange, gerade Spielfläche, an deren Ende ein kleines eisernes Tor stand. Ziel war es, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Tor zu bringen. Der ital. Begr…

Kultur, Alltag und Kommunikation

(1,656 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Gegenstand, zeitliche und räumliche Einordnung Ausgangspunkt der Kultur war nicht zufällig die Landwirtschaft, auf der die Entwicklung komplexer Zivilisationen beruht. Diese unterscheiden sich nicht nur auf der Ebene der polit. Verfassung und der Religionen, sondern auch und v. a. in der materiellen Kultur, im Alltagswissen und in der Organisation des täglichen Lebens. Obwohl im europ. Verständnis seit der Renaissance Kultur und Hochkultur als identisch gelten und vornehmlich Literatur, Musik, Wissenschaft und Religion als ihre wi…

Bulldogge/Bulldog [Hinzugefügt 2018]

(2,166 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Zucht von Bulldoggen Bei der B. (engl. bulldog) handelt es sich um einen massigen und muskulösen Kampfhund nach dem Typ der Molosser [22251f.]. Diese Hundegattung war von den Römern in Britannien eingeführt und durch Zucht weiterentwickelt worden ( Tierzucht). Welche Rolle dabei einheimische Rassen spielten, ist so umstritten wie die Annahme, dass sich der Begriff Mastiff von lat. mixtivus (»Mischling«) ableitet [4]. Die erste umfassende Klassifikation von Hunden in fünf Sektionen durch John Caius behandelt in der vierten Gruppe die canes rustici (»bäuerliche Hunde«; …
Date: 2018-11-21

Ortszeit

(728 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Die O. ist die auf den Meridian des Beobachtungsortes bezogene, für alle Orte gleicher geographischer Länge gleiche Zeit. Die »wahre O.«, wie sie etwa von einer Sonnenuhr angezeigt wird, wird täglich durch die Kulmination der Sonne festgelegt und schwankt im Rhythmus der Zeitgleichung. Während die »mittlere O.«, also die unter Einbeziehung der Ekliptik und der elliptischen Form der Erdbahn errechnete Sonnenzeit, noch keine praktische Rolle spielte, fiel mit der Beschleunigung der Kommunikation um 1800 die Abhängigkeit der O. vom geographischen Längengrad bereits ins Gewicht. Di…

Aktualität

(1,146 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Anfänge Die A. von Informationen war seit der Renaissance in steigendem Maße ein Erfordernis der Politik und des sich entwickelnden Handelskapitalismus. Dies führte zur Ausbildung von arbeitsteiligen Systemen der professionellen Übermittlung von Nachrichten. Städte, Höfe, Klöster und Kaufleute stellten Boten ein (Botenwesen). Reiterstafetten wurden nach Ausweis der Quellen erstmals von Herzog Giangaleazzo Visconti (reg. 1395–1402) in Mailand eingeführt. Dort haben sich erste Überreste jener » Stundenzettel« erhalten, mit denen die Geschwindigkeit der Nach…

Feen

(811 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Der Begriff F. leitet sich über das Französische von vulgärlat. fata (»Schicksalsgöttin«; fatum = Schicksal) ab. Die F.-Vorstellung, in die antike und indoeurop. Traditionen eingegangen sind, besitzt die intensivste Überlieferung in der kelt. Literatur, wo im Umkreis der Artussage die Fee Morgaine (von hier die »Fata Morgana«) ihre bekannteste Ausprägung darstellt. Das bereits bei G. Chaucer ( Canterbury Tales) im 14. Jh. aufscheinende F.-Thema wurde im 16. Jh. von neuem entdeckt und von E. Spenser ( The Faerie Queene) und Shakespeare ( A Midsummer Night's Dream) verarbeitet. Im …

Glocke

(1,011 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Der dt. Begriff G. leitet sich wie irisch cloch, fläm. klok, schwed. klocka, franz. cloche und vermutlich auch russ. kolokal vom mlat. clocca her. Ob dieses auf ein kelt. clocc zurückgeht, ist umstritten. Möglicherweise ist der Begriff lautmalend wie engl. bell oder lat. tintinnabulum (»Klingel«; »Schelle«). 2. Guss und Aufhängung Der G.-Guss als bevorzugte Herstellungsform reicht bis in die vorderasiat. Bronzezeit zurück. Er verbreitete sich seit dem 6. Jh. in ganz Europa, im Bereich der byz. und der russ. orthodoxen Kirche aber erst …

Postzeitung

(1,122 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Unter P. versteht man eine durch den Inhaber eines Postamtes ( Postmeister) herausgegebene gedruckte periodische Zeitung. Nach ersten titellosen Zeitungen begegnet der Begriff zuerst um 1621 im Titel der Unvergreifflichen continuierenden Post Zeittungen des Frankfurter Reichspostmeisters Johann von den Birghden. Mit der P. trat im Presse-Wesen erstmals eine Trennung von Verleger und Drucker auf; Postmeister kamen leichter an Informationen heran und verfügten als Strukturvorteil ohne Zusatzkosten über den Distributionsweg der Post. Das Erfolgsmodell der P. …

Schmutz

(968 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Sch. ist Materie zur falschen Zeit am falschen Ort, »etwas, das fehl am Platz ist« [5. 52], unerwünschter Überrest (zeitgenössische dt. Begriffe: Abfall, Dreck, Kehricht, Mist, Müll, Schutt, »Unlust« etc.) bzw. Verunreinigung, die durch mangelnde Hygiene sowie durch mechanische, biologische (z. B. Monatsblutung), physikalische oder chemische Prozesse (z. B. Oxydation, Rost) entsteht und einen Organismus oder ein System durch unerwünschte oder schädliche Stoffe kontaminieren kann. Darüber hinaus wird der Begriff in …

Tierverwandlung

(1,108 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Das Motiv der T. ist nicht nur in Märchen und Mythen verbreitet, sondern spielte auch im europ. Volksglauben und in der christl. Theologie bis in die Frühe Nz. hinein eine Rolle. Gestützt wurde die Idee einer durch Zauberkraft, göttliche Fähigkeit oder göttliches Verhängnis bewirkten physischen Verwandlung von Männern oder Frauen in Tiergestalt seit der Renaissance durch die Rezeption antiker Texte, etwa der Metamorphosen von Ovid und von Apuleius. Obwohl diese fiktionale Texte sind, wurden sie bis ins 17. Jh. als Beleg für die Möglichkeit der T. angeführt. 2. Schaman…

Jenseitskontakt

(782 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Der Begriff J. basiert auf einer binären Opposition zwischen dem Diesseits als der Welt der Lebenden und dem Jenseits als der Welt der Verstorbenen, aber auch der Geister und Götter bzw. in monotheistischen Religionen des einen Gottes. Die Grenzlinie zwischen diesen Welten wird durch den Tod bestimmt. Seit der Aufklärung wurde die Existenz der »anderen Welt« (engl. otherworld) in den Bereich der Phantasie verwiesen. In der christl. Vorstellung ruhen die Toten bis zum Tag des Jüngsten Gerichts, ihre Seelen gehen in die Hölle oder in das Paradi…

Herausforderung

(910 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Die H. war eine ritualisierte Form (Ritual) der privaten »Kriegserklärung«, mit der im Alltag die Bereitschaft von Konkurrenten zur Verteidigung ihrer Ehre getestet wurde. Sie war im nzl. Europa eine grundlegende Form des Austragens interpersonaler Konflikte und der sozialen Kontrolle. Quellen finden sich in einer Unzahl von Prozessen vor den herrschaftlichen Nieder-Gerichten. In lokalen Weistümern [7. 58–60], Dorfordnungen und Polizeiordnungen wurde die H. entweder unter »Freveln, Schlaghandlungen und Injurien« (Hochstift Augsburg 1534) [1. Bd. 1, 199f.] …

Fuggerzeitung

(919 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Überlieferungssituation Als F. wird eine Sammlung in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s verfasster Briefe mit Berichten und Meldungen ökonomischen wie politischen Inhalts bezeichnet, die an das Augsburger Handelshaus Fugger gesandt wurden. Mit 27 erhaltenen Bänden solcher Zeitungs-Briefe aus ganz Europa sind die F. die umfangreichste Sammlung dieser Art. In einem beim Tode Octavian Secundus Fuggers (1600) verfassten Inventar werden sie als »allerlay geschribne Zeitungen teutsch und welsch de anno 1569 bis anno 1599 alle in weiß Pergame…

Reichspost

(810 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Obwohl das mitteleurop. Post-Wesen keine Institution des Alten Reiches war, wurde es doch von Anfang an als kaiserlich empfunden. Ursache dafür war, dass der dt. König Maximilian I. (ab 1508 Kaiser) noch zu Lebzeiten seines Vaters, Friedrichs III., 1490 die lombardische Postbetreiberfamilie der Tassis/Taxis nach Innsbruck holte. Als die Post im frühen 16. Jh. zu einer öffentlichen Einrichtung wurde, erfolgte die Finanzierung bereits über Maximilians Sohn, Herzog Philipp den Schönen von Burgund. Die Zentrale des kaiserlichen Postwesens befand sich seit 1501 in Brüssel. Daran…

Lüge

(963 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Ein Zeitalter der Verstellung Wer es aus einer postmodernen Perspektive unternimmt, in der Frühen Nz. Diskurse auf der Grundlage von Texten zu vergleichen, ist verloren [1]. In einer Periode, die durch religiös motivierte Gewalt, absolutistischen Konformitätsdruck und schließlich die Vernunft-Ideologie der Aufklärung charakterisiert war, war es oft notwendig, die eigene Meinung zu verbergen. Als Leitfaden der Interpretation nzl. Texte sollte daher gelten, was Niccolò Machiavelli am 17. 5. 1521 an Francesco Guicciardini schrieb: »Seit langer Zeit habe ich wed…

Knappheit

(790 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Während K. in der modernen Wirtschafts-Theorie einen Zustand im Prozess der Preisbildung beschreibt, folgt die Gütermenge in traditionalen Gesellschaften nicht allein der Logik des Marktes. Vielmehr kann man K. als chronischen Zustand beschreiben, den man aus der Logik der Agrarverfassung, den geringen Ertragsziffern der Landwirtschaft und den gesellschaftlichen Vorstellungen von der Verteilung der Güter erklären kann. 2. Knappheitskrisen Dass das vormoderne Europa immer wieder von schweren agrarischen Versorgungskrisen ( Hungerkrisen und -revolten) he…

Grippe

(955 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Obwohl sich der Begriff influenza bereits 1504 in der Chronik des florent. Apothekers Luca Landucci findet, setzte sich eine kohärente Terminologie erst ab 1742/43 durch. Nach einem Bericht des London Magazine von 1743 ( News from Rome of a Contagious Distemper Raging There, Call'd the Influenza; »Neuigkeiten aus Rom über eine ansteckende dort wütende Krankheit, genannt die Influenza«) wurde der Begriff anlässlich der G.-Epidemie jenes Jahres ins Englische übernommen. Etwa gleichzeitig begann man in Frankreich, die Krankheit la grippe zu nennen. Während der ital. Be…

Presse, periodische

(663 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Unter P. P. versteht man die Publikation von Nachrichten mithilfe der Druckerpresse in regelmäßigen Intervallen. Das Phänomen der Periodizität entstand – von Kalendern abgesehen – erst in zeitlichem Abstand zur Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 und war abhängig von der Verregelmäßigung der Nachrichtenübermittlung aufgrund der Fortschritte in der Organisation des Post-Wesens seit der Mitte des 16. Jh.s. Der Begriff P. P. fasst verschiedene Frequenzen der Zeitungs-Publikation zusammen und trägt dem Umstand Rechnung, dass sich die seit de…

Pünktlichkeit

(860 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein P. gehört zu den zeitbezogenen sozialen Regeln, deren Einhaltung starken kulturellen Schwankungen unterliegt. Im Verlauf der Frühen Nz. wurde sie immer stärker mit Präzision (franz. accuratesse) und Verlässlichkeit, Verspätung dagegen mit mangelnder Höflichkeit und fehlendem Respekt assoziiert. Es wäre jedoch verfehlt, die Tugend der P. allein in den Kontext der Sozialdisziplinierung zu stellen, da die Fundamentalprozesse der Steigerung der Arbeitsteiligkeit und der Beschleunigung eine veränderte Wahrnehmung von Zeit bewirkten. 2. Urbanisierungsprozess W…

Karneval

(1,180 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff K. leitet sich von lat. carnislevamen bzw. ital. carnelevare (»Fleischwegnahme«) oder schlicht von der lat. Scherzformel carne vale (»Fleisch lebe wohl«) ab und bedeutet den Abschied von allen »fleischlichen« Genüssen zu Beginn der Fastenzeit. Die Bezeichnung K. ist in roman. Sprachen, im Englischen ( carnival) und seit dem 17. Jh. im Rheinland verbreitet. Im übrigen dt. Sprachraum sind »Fastnacht« oder »Fasnet« gebräuchlich, bayer. und österr. »Fasching« (von mhdt. »vast-schanc«, dem letzten Trunk vor der Fastenzeit). 2. Bedeutung im Kirchenjahr K., Fastnacht od…

Heizen

(1,254 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Die Notwendigkeit des H. variiert nach geographischer Breite; seine praktische Ausformung unterliegt großen regionalen und histor. Variationen. In den Kältejahren der Kleinen Eiszeit (ca. 1300–1900; insbes. 1560–1710) stellte sich die Notwendigkeit ausreichenden H. dringlich. Die Hypothermie, unter der die Armen litten, wenn das Brennmaterial (Holz, Torf, Holzkohle, in England schon Steinkohle) zu teuer wurde, trug zur Anfälligkeit für Krankheiten bei [3. 430 f., 456f.]. Im Zuge der allgemeinen kulturellen Entwicklung wurden die Standards des H.…

Kommunikation

(6,702 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Allgemein versteht man unter K. (lat. communicatio, »Mitteilung«) alle möglichen Formen des Austauschs innerhalb von und zwischen Systemen. Von der Biologie bis zur Soziologie wurden wiss. Konzepte entwickelt, doch nicht einmal innerhalb der Gesellschaftswissenschaften sind diese kompatibel. Die Geschichtswissenschaften haben sich dem Thema der K. spät zugewandt. K. findet im Mikrobereich ebenso statt wie in der Makrohistorie. In histor. Perspektive sind die Einführung neuer Medien der K. und die strukturellen Auswirkungen ihrer spe…

Luftreise

(960 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Theoretische Überlegungen und Experimente zur Luftfahrt wurden in der Nz. von Berichten über angebliche oder tatsächliche L. flankiert. Diese konnten als Rahmenhandlung für die Präsentation wiss. Beobachtungen oder einer Gesellschafts- Utopie dienen. Sie reflektierten die kosmologischen Vorstellungen ihrer Zeit und – speziell im Zeitalter der wissenschaftlichen Revolution – den Übergang vom geozentrischen zum kopernikanischen Weltbild (Kopernikanische Wende) bzw. von der aristotelischen Physik zu den Weltbildern Giordano Brunos und Isaac Newtons [3]. Mi…

Luftfahrt

(787 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Entwicklung der Theorie Bereits im 14. Jh. wurde auf der Basis der aristotelischen Physik mehrfach logisch geschlossen, dass der sublunare Luftraum mit Schiffen befahrbar sein müsste. Das Prinzip der Luftschifffahrt ( Aeronautik) wurde mangels Umsetzungsmöglichkeiten im 15. Jh. durch Versuche verdrängt, den Flug nach Art der Vögel zu verwirklichen ( Aviatik, mit Abb.). Zu Beginn des 16. Jh.s wies Leonardo da Vinci in seinem Manuskript Sul volo degli uccelli (1505; »Über den Vogelflug«) darauf hin, dass es dazu einer starken Antriebskraft bedürfe und dass di…

Materielle Kultur

(2,119 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Die M. K. ist konstitutiver Bestandteil der Alltags-Wirklichkeit, sie ist »das augenfälligste und greifbarste Moment von Kultur« [16]. Ihre Produktion ist an geistige und mentale Prozesse und letztlich an bestimmte Formen der sozialen Organisation (Gesellschaft), der Ökonomie, Sprache, Religion, der Ethik und des Rechts gebunden [16. 72]. Die M. K. umfasst so unterschiedliche Dinge wie Nahrung und Kleidung, Architektur und Wohnkultur, Werkzeuge und Waffen, Geräte und Maschinen, Schmuck und Luxus-Gegenstände, Medien und Fortbewegung…

Aviatik

(1,215 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
A. ist die Fähigkeit, sich mit Hilfe von Flügeln bzw. Tragflächen in der Luft zu halten, die Kunst also, nach Art der Vögel (lat. avis) zu fliegen. Bereits in der ma. Chronistik gibt es immer wieder Nachrichten über Individuen, die versuchten, den Vogelflug nachzuahmen. Solche »Flüge« von hohen Türmen endeten meist tragisch. Seit der zweiten Hälfte des 15. Jh.s besitzen wir vermehrt Nachrichten von Flugversuchen, die durch ihre Detailfülle an Glaubhaftigkeit gewinnen, wie im Fall des Giovanni Battista Danti (ca. 1477–1517), der 1496 Flugversuche am Trasimenersee und …

Netzwerk

(791 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Das Konzept des N., wie es von der Soziologie des ausgehenden 20. Jh.s entwickelt wurde [8], kann auch auf frühere Epochen angewendet werden und als Gradmesser der Strukturentwicklung bei der Organisation des Alltags dienen [7]. Unterschieden werden muss zwischen (1) N., die sich auf Personen oder Institutionen stützen, und (2) materiellen Formen der Infrastruktur, welche die Kommunikation insgesamt auf eine neue Grundlage stellten und Medienrevolutionen bewirkten [2]. Dabei kann nochmals zwischen organisatorischen und strukturell-materiellen Ebenen unterschi…

Postordnung

(665 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
P. waren in der Frühen Nz. ein wichtiges Instrument der Standardisierung, das zusätzlich zur Normierung von Distanzen und Zeiteinheiten auch deren Kalkulation in Geld sowie das Verhalten im Kommunikationsraum – sowohl der Funktionäre der Post als auch ihrer Kunden – regulierte. Oberstes Ziel der P. war das reibungslose Funktionieren der hoch arbeitsteiligen Reit- und Fahrposten, auf denen bis zur Einführung der Eisenbahn das europ. Kommunikations-System basierte. Während eine angebliche franz. P. des ausgehenden 15. Jh.s als spätere Fälschung erkannt wurde [5], begann die t…

Aeronautik

(1,254 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Der Begriff bedeutet wörtlich »Fahren mit dem Schiff (lat. nautare) durch die Luft« (lat. aer). Bereits Vertreter der aristotelischen Physik des 14. Jh.s (Albert von Sachsen und Nicole d’ Oresme) hatten, möglicherweise angeregt von mythischen Berichten, auf die Möglichkeit hingewiesen, dass nach der geltenden Elementelehre ein mit Feuermaterie gefülltes Schiff auf dem Meer der Luft fahren könne. Die Flugdiskussionen des 15. und 16. Jh.s orientierten sich dann aber ganz am Prinzip der Aviatik. Erst im…

Landespost

(932 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Die L. war eine für das Alte Reich charakteristische Form des Post-Wesens, die sich im Gegensatz zur Reichspost nur auf einzelne fürstliche Territorien bzw. Länder erstreckte. Die Konkurrenz zwischen den beiden war eine Folge der dualistischen Struktur des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und des Übergangs der meisten Regalien an die Landesfürsten. In Reichen oder Monarchien mit starker Zentralgewalt – dem Osmanischen Reich, China (Chinesische Welt), Russland (Russländische Welt), Englan…

Urlaub

(948 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriffsdefinition Wenn heute Schweizer, Österreicher oder Bayern in die Ferien, Engländer in die holidays, Franzosen in die vacances, die meisten Deutschen jedoch in den U. fahren, verbergen sich dahinter histor. Bezüge. Die frühnzl. Definition von U. unterscheidet sich grundlegend von heutigen, die mit Freizeit [10] und Ortsveränderung bzw. Reisen assoziiert werden. Der Begriff U. hängt etymologisch mit »Erlauben« zusammen und bedeutete laut Zedlers Universal-Lexicon »nichts anders als die Erlaubnis, Nachsicht oder Vergünstigung derer Obern, daß ihre Un…

News Book

(759 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Entstehung Mit dem Begriff N. B. werden in der engl. Forschungsliteratur Bücher bezeichnet, in denen Zeitungs-Meldungen am Jahresende systematisch gebunden präsentiert wurden [4]. Während manche Autoren davon ausgehen, dass diese Textgattung erst in den 1640er Jahren entstanden sei [7. 5], bezeichnen andere die wöchentlichen Londoner corantos der 1620er Jahre als » the first N. B.« [5]. Dem engl. N. B. entspricht das »Zeitungs-Buch« – diesen Begriff verwandte der an England orientierte Hamburger Verleger Georg Greflinger, als er Ende des Jahres 1665 …

Sonnenuhr

(1,212 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Obwohl es die scheinbare Einfachheit der Konstruktion nicht sofort vermuten lässt, ist die S. kein Chronometer ( Uhr), sondern ein astronomisches Instrument, das den Stand der Sonne zur Berechnung der geographischen Breite eines Ortes sowie zur Anzeige der Mittagszeit (Sonnenhöchststand), der Tages- und der Jahreszeit in Abhängigkeit von der Sonnendeklination, den Äquinoktien, Solstitien (Sonnwenden) und der Ekliptik nutzt. Ihre Gestaltung wurde durch Kenntnisse der Astronomie und künstlerische bzw. zeittypi…

Ballspiel

(1,113 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Erziehungsideal Seit der Renaissance versuchten humanistische Pädagogen, die Liebe zu B. in antiken Traditionen zu begründen (z. B. bei Galen), doch ist die moderne Begrifflichkeit von german. ball (ital. palla), nicht von lat. pila abgeleitet. Humanistische Pädagogen und Prinzenerzieher des 15. Jh.s wie Vittorino da Feltre oder Guarino da Verona adelten die B., indem sie sie neben die ritterlichen Übungen stellten. Mit Baldassare Castigliones Hofmann (Cortegiano, 1528) wurden sie in den Olymp der Adelserziehung erhoben: B. zielten auf das Herz des Erziehungsid…

Selbstzeugnisse

(1,308 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Gegenstand Im Unterschied zur Autobiographie umfassen S. auch nicht intentional überlieferte Zeugnisse von Individuen; sie greifen also von der bewussten Tradition in den Bereich der »Überreste« (J. G. Droysen) über. Dazu können im Zuge von Verwaltungsakten und Gerichtsverfahren entstandene Dokumente (z. B. Suppliken, Verhörprotokolle, Zeugenbefragungen) ebenso gehören wie Kunst- oder Handwerksprodukte. Zur Entschlüsselung der Sachüberreste sind oft Kenntnisse der Kunst-, Musik-, Liter…

Schlitten

(820 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Die Sch. (mhdt. slite; ital. slitta; engl. sleigh, sledge, slide, sled; schwed. släde) genannten Kufenfahrzeuge dienten in der Frühen Nz. weniger dem Hinabgleiten auf Abhängen (Rodel-Sch.) als dem Transport von Personen oder Sachen bei geschlossener Schnee- oder Eisdecke. Dies schloss aber die Verwendung zum Sport nicht aus. Sch. waren bis nach Norditalien verbreitet, weil in der Periode der Kleinen Eiszeit die Winter oft lang und andere Fortbewegungsformen außerhalb der Städte kaum möglich waren. Sch. wurden mit Muskelkraft von Menschen oder Tieren gezogen. Je nach Nutzer wu…

Schnelligkeit

(1,002 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Zum Thema Sch. (die in der Moderne als Gegensatz von Langsamkeit einen Wert an sich darstellt, etwa in Arbeitswelt, Kommunikationswesen oder Sport), bot Zedlers Universallexikon 1743 nur Bibelzitate an; der Artikel »Geschwindigkeit« (1735) hingegen ist von einem Physiker verfasst, der seinen Gegenstand durch die Formel v = s/t definiert: Als Beispiel dient der Lauf zweier Boten, von denen einer eine Meile in einer Stunde, der andere in zwei Stunden zurücklegt. Sch. spielte in der Frühen Nz. jedoch bereits in denselben Bereichen wie heute eine Rolle. 2. Sport In Zedlers…

Aviso

(778 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
A. (Pl. Avisi) ist ein Begriff des Kommunikationswesens, der im 16. Jh. aus dem Ital. ( avviso: Nachricht, Warnung, Ratschlag) in andere europ. Sprachen übernommen wurde. Er nahm bald in der Bedeutung »Begleitbrief« eine Schlüsselrolle im Postwesen (Post) ein und sollte sich im frühen 17. Jh. auch im neuen Medium der periodischen , gedruckten Zeitung im Sinne von »Nachrichten« einbürgern, bis er durch eine jüngere Begrifflichkeit überlagert wurde. Da das Postwesen durch die Familie de Tassis (seit 1651 Thurn und Taxis) nach Österreich, Deutschland,…

Piazza

(1,363 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Bedeutungswandel In den ital. Stadtstaaten nahm die P. (ital.; ›Platz‹) spätestens seit dem SpätMA eine öffentliche Bedeutung an, die weit über die bloße Funktion als Markt-Platz hinausging. Der umbaute offene Raum in der Stadt-Mitte war der Ort des öffentlichen Lebens, der polit. Öffentlichkeit der Stadt und ihres Umlandes (ital. contado), das von der Stadt aus beherrscht wurde, also der zentrale Ort der Kommunikation. Die Bedeutung der P. erschließt sich aus dem interkulturellen Vergleich: Nicht jede Zivilisation kannte die Einrichtung des zentralen Platzes a…

Alltag

(7,286 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Theoretische Aspekte 1.1. Alltag als historische Schlüsselkategorie A. ist gleichzeitig eine universelle und eine partikulare Kategorie. Sie umfasst die materiellen Gegebenheiten und deren subjektive Wahrnehmung und Interpretation in Denken und Fühlen ( Mentalität) sowie die wiederkehrenden Routinen des Verhaltens (Ritual, Spiel, Sport), ggf. verdichtet zum Habitus (Ehre, Fest, Volkskultur), sowie im weiteren Sinn die Medien der Wahrnehmung und die Symbolsysteme (u. a. Sprache, Religionen, Kunst, Kultur, Wissen). Das A.-Wissen erstreck…

Nachrichtenagentur

(848 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Der Nachrichtenmarkt der Renaissance N. im institutionellen Sinne gab es während der Frühen Nz. noch keine, wohl aber Schlüsselfiguren im Nachrichten-Wesen, die in die Rolle professioneller Agenten hineinwuchsen. Diese hatten ihren Sitz an Orten, an denen häufig Neuigkeiten im Sinne der frühnzl. Berichterstattung eintrafen (Hafenstädte, Hauptstädte) oder entstanden ( Rom, Höfe, Residenzen, Kriegsschauplätze etc.). Mit der Ausbildung des europ. Staatensystems und der europ. Weltwirtschaft, dem Staats-Bildungsprozess, dem Humanismus, den Ent…

Turnen

(923 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff T. ist ein von Friedrich Ludwig Jahn im frühen 19. Jh. geprägter, ideologisch belasteter Begriff (Turnerbewegung 1.); schon die Entsprechung in anderen Sprachen (engl. gymnastics, ital. ginnastica usw.) zeigt, dass die darunter subsumierten Sport-Arten auf eine lange Tradition zurückblicken können. Im Einzelnen geht es um das Boden- und Geräte-T., das Voltigieren sowie um akrobatische und allgemein gymnastische Übungen. Heute zählen der Dt. Turner-Bund und die Fédération Internationale de Gymnastique außerdem Tanzen, Ballspiele, Mehrkämpfe, Wandern und…

Straßburger Relation

(926 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Bedeutung Relation aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien war der Titel der weltweit ersten jemals gedruckten periodischen Zeitung: neben der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern die Inkarnation der frühnzl. Medienrevolution in der Frühen Nz. Die Aktualität der Neuigkeit (Aviso) verknüpfte der Drucker der R. bewusst mit der Nachhaltigkeit des Buchdrucks. Wie bereits der Erfinder der Messrelation war er nicht an Sensationen interessiert, sondern an seriöser Berichterstattung und…

Messrelation

(938 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Entstehung Die M. war eine neue Textgattung des 16. Jh.s, die zur Entwicklung einer politischen Öffentlichkeit beitrug: Nachrichten-Bücher (News Book), die für den Herbsttermin der Frankfurter Buchmesse, wenig später auch zum Ostertermin – also zweimal jährlich –, produziert wurden. Die M. knüpften nicht an das Genre der »Newen Zeitungen« an, sondern beförderten geschriebene Zeitungen (Aviso) von seriösen Korrespondenten oder Agenten (Nachrichtenagentur) zum Druck. Wie die Fuggerzeitungen zeichneten sie sich durch gehobenen Stil und…

Weihnachten

(1,067 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Bedeutung W. (wörtlich »geweihte« oder »heilige Nacht«) bezeichnet den Vorabend des Festes der »Geburt des Herrn« (lat. nativitatis Domini, natalis Domini). Seit 354 wird es am 25.12. gefeiert, vermutlich zwecks Verdrängung des Geburtstagsfestes des heidnischen Gottes Sol Invictus. Die W.-Liturgie ist geprägt vom Dank für die Geburt Jesu Christi und die damit verbundene christl. Hoffnung auf Erlösung. 2. Kirchenjahr Neben dem Osterzyklus spielt der W.-Zyklus eine herausragende Rolle im Kirchenjahr. Dem Fest gehen vier Sonntage voraus, die auf die Ankunft ( adventus) des He…

Sport

(6,481 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begrifflichkeit Der heutige Begriff S. geht auf das bereits in der Frühen Nz. gebräuchliche engl. Wort sport zurück, das sich vom anglo-normannischen se desportes (franz. se deporter, »sich vergnügen, zerstreuen«) herleitet. Es ging also um Aktivitäten, mit denen man sich die Zeit vertreibt. Im Deutschen wurden diese in der Frühen Nz. unter dem Begriff »Kurzweil« verbucht ( Vergnügung). Neben körperlichen Wettkämpfen [1] und Leibesübungen (lat. exercitia corporis) umfasste der S. auch Tierkämpfe (engl. blood sports) sowie kompetitive Spiele aller Art, darunter auch d…

Fluchen

(824 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Nach der Definition in Zedlers Universal-Lexicon ist F. »eine Rede, wodurch wir jemanden was böses anwünschen [sic]« [1. 1337]. Tatsächlich sind Segnen (lat. benedicere) und F. (lat. maledicere) verwandt; beide beruhen auf dem Glauben an die Macht des Wortes, insbes. wenn es von befähigten Personen unter Beachtung bestimmter Formeln und Riten eingesetzt wird. In diese Kategorie gehören sog. Fluchpsalmen und Fluchmessen. F. steht in kontrapunktischer Position zum Gebet, welches an Gott gerichtet eine positive Wirkung erzielen soll. Eine Nachbarschaft besteht zu Bann, Beschwö…

Bibliotheca Magica

(1,134 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Vorgeschichte des Aberglaubendiskurses Das Projekt einer B. M. (»Magischen Bibliothek«) gehört in den Kontext des Kampfes zwischen Wissenschaft (Wissen und Wissensideale) und Aberglaube. Ausgehend von Christian Thomasius, der 1696 als Gutachter noch die Hinrichtung einer Hexe befürwortet hätte, wenn er von Kollegen nicht zurückgehalten worden wäre, wurden zu Beginn des 18. Jh.s frühere Debatten über Hexerei gezielt für politische Zwecke aufbereitet (Abschaffung der Hexenprozesse und der Folter). Der Jurist Johann Reiche, von Thomasius mit der …

Periodizität

(848 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Im Unterschied zu den zyklischen Erscheinungen der Natur (vgl. Zyklizität) versteht man unter P. die künstliche Erzeugung eines Rhythmus, der mit gleichmäßigen Impulsen auf den Alltag Einfluss nimmt und als Taktgeber gesellschaftlicher Prozesse unabhängig von astronomischen Erscheinungen und kürzer als in Jahresfrist fungiert. P. wird üblicherweise mit der periodischen Presse assoziiert, doch liegt deren P. in der frühnzl. Konfiguration der Kommunikation begründet. 2. Der »annus mirabilis« des Kommunikationswesens 1534 war der annus mirabilis des Kommunikat…

Frühe Neuzeit

(3,100 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriffsdefinition Die F. N. (engl. early modern period, ital. prima età moderna; im Franz. fehlt ein entsprechender Begriff) ist begrifflich und inhaltlich eine Tochter der Neuzeit und hat mit ihr den Beginn und zahlreiche Merkmale gemeinsam. Dazu gehört als Voraussetzung die konzeptuelle Trias von glorreicher Antike, finsterem Mittelalter und strahlender Nz. – Letzterer zunächst als Wiedergeburt der Antike, dann als Zeitalter der Erfindungen und Entdeckungsreisen, das weit über das Wissen und Können der Alten hinauswächst. In diesem S…

Bier

(2,206 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Konsum Während in Südeuropa und in Frankreich in der Nz. der Wein-Konsum überwog, gehörte im Norden und Osten des Kontinents der B.-Konsum zu den Grundkonstanten des Alltagslebens (Alltag). B. galt hier als Grundnahrungsmittel und – stärker eingebraut – als Fastenspeise [1]. Seit dem SpätMA vollzog sich im mitteleurop. Raum ein tiefgreifender Wandel im Konsum-Verhalten, in dessen Verlauf der Wein als Alltagsgetränk durch B. ersetzt wurde. Voraussetzung dafür war ein technischer Innovationsprozess, infolgedessen sich der Hopfen als B.-Würze allgemein durchsetzte un…

Weltzeit

(743 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Bedeutung Unter W. versteht man eine auf dem ganzen Planeten Erde geltende Zeit in Abhängigkeit vom Umlauf der Erde um die Sonne. Auf der Washingtoner Meridiankonferenz 1884 einigte man sich außer auf den Nullmeridian durch das engl. Greenwich auch auf die Greenwich Mean Time ( GMT) als erste allgemein gültige W. (s. u. 2.). Diese durch astronomische Messungen bestimmte mittlere Ortszeit des durch die Sternwarte von Greenwich führenden Meridians wurde 1928 in Universal Time umbenannt; seit 1972 verwendet man als W. die durch Atomuhren dargestellte Universal Time Coordinated ( UTC…

Beschleunigung

(1,208 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Bei ersten Versuchen, B. als »histor. Erkenntniskategorie« zu etablieren, wurde auf die Jahre um 1800 hingewiesen, die von manchen Historikern als »Achsenzeit« begriffen werden [4. 368 f.]. Mittlerweile wird hingegen die gesamte Frühe Nz. als eine Periode betrachtet, in welcher die Geschwindigkeit des Lebens zunahm. Dabei könnte man zunächst an die schnelllebigen 1520er Jahre (die Zeit der Religionskriege), die revolutionären 1640er Jahre, oder an die »atlantischen« Revolutionen am Ausgang des 18. Jh.s denken, in denen rasch wechsel…

Vergnügung

(956 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Zedlers Universal-Lexicon definierte 1746 V. als »denjenigen Affect, der vom Anschauen oder aus dem Genusse der Vollkommenheiten entstehet«, sei es etwa in der Musik, in der Architektur oder in der wiss. Erkenntnis. Der Akt des Genusses stelle die V. dar, wobei des »Gemüths Vergnügungen die reinesten und nützlichsten sind«. Im Sinne der Philosophie der Aufklärung stehe die V. der Zielvorstellung der Glückseligkeit nahe [1. 748–750]. Krünitz' Oeconomische Encyclopädie assoziiert 1851 Vergnügen etwas körperhafter mit » Lust, Wollust, Freude, Ergötzung, etc.« u…

Kommunikationsrevolution

(809 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Der engl. Begriff communication revolution wurde in der ersten Hälfte des 20. Jh.s von amerikan. Wirtschaftshistorikern im Hinblick auf die eigene Nationalgeschichte geprägt [3] und seit den 1970er Jahren üblicherweise im Plural gebraucht ( communications revolutions) [7]. Nach der Übernahme ins Deutsche [11]; [9. 2, 51 f.] erfolgte der Versuch, den Begriff im Hinblick auf makrohistor. Prozesse neu zu definieren. Für die Nz. wurden nach dem Vorbild des Konzepts der »Industriellen Revolution« (vgl. Industrialisierung 1.3.) eine Reihe fundamentaler Um…

Mercuries

(999 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Herleitung Als M. wurden im 17. Jh. die politischen Zeitungen bezeichnet, da sie v. a. in England meist den Namen des röm. Götterboten Mercurius im Titel trugen. Während in den 1620er Jahren der Begriff coranto üblich war, dominierten dort seit 1641 Merkur-Titel so sehr, dass periodische Zeitungen summarisch als M. bezeichnet wurden. Erst nach der Restauration ab 1660 etablierten sich daneben die gazettes und nach den 1690er Jahren Zeitungstitel, die direkt auf das Post-Wesen Bezug nahmen (Postzeitung). In der internationalen Forschung wird die Einführung d…

Kurier

(708 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Der K. der Nz. wird heute häufig mit dem Post-Reiter oder dem Boten (Botenwesen) verwechselt. Alle drei – K., Postreiter und Bote – mussten unter dem Diktat der Geschwindigkeit (Schnelligkeit) Distanzen überwinden und Nachrichten überbringen. In der kommunikationshistor. Literatur wird zwischen Post und K.-Wesen klar unterschieden [6]. Der K. war weder Angestellter einer Botenanstalt noch einer Postorganisation, sondern vielmehr »eine Person, welche in wichtigen Angelegenheiten an entfernte Orte versendet wird, umständliche, mündliche oder …

Flight

(761 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Development of the theoryBy the 14th century, several thinkers had independently concluded, based on Aristotelian physics, that the sublunar airspace must be navigable by vessels. During the 15th century, the principle of aeronautics was sometimes replaced by attempts to achieve flight by imitating birds (see Aviatics, with fig.). At the beginning of the 16th century, in his manuscript Sul volo degli uccelli (1505; “On the Flight of Birds”), Leonardo da Vinci observed that bird flight required great powers of propulsion in order to take to the air f…
Date: 2019-03-20

Aviatics

(1,241 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Aviatics is the skill of using wings or other airfoils to stay up in the air, in other words the art of flying like a bird (Latin  avis). Medieval chronicles already contain many accounts of individuals who tried to imitate avian flight. Most such “flights” from high towers ended in disaster. Stories of attempted flights with a level of detail that enhances their credibility occur in increasing numbers from the second half of the 15th century, one example being the case of Giovanni Battista Danti (ca. 1477-1517), who mad…
Date: 2019-03-20

Afterlife, communication with

(670 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Concept The concept of communication with the afterlife depends on a binary opposition between “this world” as the world of the living and the afterlife, the world of the dead, of spirits, and gods - or in the monotheistic religions, the one God. Death marks the boundary between these worlds. Death marks the boundary between these worlds. The Enlightenment relegated the existence of the “otherworld” to the realm of fantasy. In the Christian view, the dead rest until the Day of Judgem…
Date: 2019-03-20

Bibliotheca Magica

(1,246 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Prior history of the superstition discourse The project of a Bibliotheca Magica (“Magical Library”) belongs in the context of the struggle between science (Knowledge) and superstition. On the initiative of Christian Thomasius, who as an expert witness as late as 1696 would have endorsed the execution of a witch had colleagues not restrained him, past debates about witchcraft were revisited early in the 18th century for political purposes (abolition of witchcraft trial and torture). The jurist Johann Reiche, whom Thomasius supervised in his doctoral dissertation, De crimine mag…
Date: 2019-03-20

Fuggerzeitung

(973 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Name and sources The Fuggerzeitung was a collection of letters, composed in the second half of the 16th century and containing reports and messages on political and economic matters, sent to the Augsburg merchant dynasty the Fugger family. With 27 surviving volumes of these letters from all over Europe, the Fuggerzeitung is the biggest collection of its kind.In an inventory written on the death of Octavian Secundus Fugger (1600), it was described as “a miscellany of German and Romance-language reports written between 1569 and 1599 on white parchme…
Date: 2019-03-20

Influenza

(890 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. TerminologyAlthough the term  influenza appears as early as 1504 in the chronicle of the Florentine apothecary Luca Landucci, a coherent terminology was not established until 1742/1743. According to a report in the  London Magazine of 1743 (“News from Rome of a Contagious Distemper Raging There, Call’d the Influenza”), the term was borrowed into English on the occasion of the influenza epidemic of that year. At roughly the same time, people in France began to call the illness  la grippe.While the Italian term focused on the supposed cause – the “influence of the stars” ( influenz…
Date: 2019-03-20

Aerial voyage

(845 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. General In the modern period, theoretical reflections and experiments devoted to flight were flanked by reports of supposed or actual aerial voyages, which could serve as a narrative framework for the presentation of scientific observations or a social utopia. They reflected the cosmological notions of the period and—especially in the era of the Scientific Revolution—the transition from the geocentric to the Copernican model of the world (Copernican Revolution) or from Aristotelian physics to the world view of Giordano Brunos and Isaac Newtons [3]. With the progress …
Date: 2019-03-20

Courier

(710 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Today the couriers of the early modern period are frequently confused with post riders (Mail) or messengers. All three – couriers, post riders, and messengers – had to overcome distances and bring news under the dictates of speed (Quickness)The literature on the history of communication makes a clear distinction between mail and the courier system [6]. A courier was not an employee of a messenger service or a postal organization, but was instead “a person dispatched to distant places to convey complex oral or written news regarding important matters” [1], in other words a…
Date: 2019-03-20

Everyday world

(7,635 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Theoretical aspects 1.1. The everyday world as a key historical categoryThe everyday world is both a universal and a particular category. It encompasses material circumstances and their subjective perception and interpretation in thought and feeling (Mentality), recurring behavioral routines (Rituals, games [Play, game], Sports), in some cases beings concentrated to become a habitus (Honors, Festivals, Popular culture); in a more extended sense, it also encompasses the media of perception and symbol sys…
Date: 2019-03-20

Bell

(1,128 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Term The English word “bell” is onomatopoeic, like the Latin  tintinnabulum. The corresponding German term Glocke derives, like Irish cloch, Flemish klok, Swedish klocka, French cloche and presumably also Russian kolokal from MLat. clocca. Whether the latter goes back to a Celtic clocc is disputed. It too may be onomatopoeic.Wolfgang Behringer 2. Casting and suspension The casting of bells as the preferred form of manufacture extends back into the ancient Near Eastern Bronze Age. From the 6th century it spread through the whole of Europe, but not …
Date: 2019-03-20

Frühe Neuzeit

(3,015 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition In German-language scholarship, Frühe Neuzeit (literally “early new era”; cf. Italian prima età moderna; French and English lack equivalent terms) is a term denoting a subdivision of the early modern period (in the definition followed in this encyclopedia, equivalent to the German  Neuzeit, from  neue Zeit, literally “new era”), with which it shares a common start date ( c. 1450) and many defining characteristics. Among these is the precondition of the conceptual triad of a splendid Antiquity ( aetas antiqua), dark Middle Ages ( media aetas), and a radiant pres…
Date: 2019-03-20

Ego documents

(1,336 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Concept and subject Unlike autobiographies, ego documents are not intentionally manufactured testimonies of individuals. They therefore encroach from the conscious tradition into the sphere of what J.G. Droysen called the Überreste (“remains”). The type can include documents created in the context of administrative procedures and legal proceedings (e.g. Supplication, interview records, witness interrogations) as well as products of arts and crafts. Decipherment of the factual “remains” often requires knowledge of the hist…
Date: 2019-03-20

Landespost

(958 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. DefinitionThe Landespost (“territorial mail”) was a form of mail service, peculiar to the Holy Roman Empire, that unlike the empire-wide Reichspost was limited to a single princely territory or group of territories. Competition between the two institutions was a consequence of the dualistic structure of the Holy Roman Empire and the transfer of most regalities to the territorial princes. The contradiction did not arise in empires or monarchies with strong central authority, such as the Ottoman …
Date: 2019-03-20

Challenge

(952 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. DefinitionThe challenge was a ritualized (Ritual) form of private “declaration of war,” to test the readiness of competitors in everyday life (Everyday world) to defend their honor. In early modern Europe it was a basic form for the settling of interpersonal conflicts and social control. Documentation is found in the huge number of trial procedures before the lower territorial courts of law.In local Weistum[7. 58–60], village orders and Police the challenge was subsumed either under “crimes, acts of violence, and injuries” (High Court of Augsburg 1534) [1. Bd. 1, 199f.] or under…
Date: 2019-03-20

Aviso

(848 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
The word aviso (plural: avisos) is a communications term that was introduced into several European languages in the 16th century from Italian ( avviso: news, warning, advice). It soon came to play a key part in the postal system (Mail) in the sense of a “cover letter” and became the usual term for “news” in the new medium of periodically printed newspapers, until it was supplanted by more recent terms. Since the postal system was introduced by the de Tassis family (from 1651 on, Thurn und Taxis) to Austria, Germany, t…
Date: 2019-03-20

Aeronautics

(1,286 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Terminology The term “aeronautics” means literally “traveling by ship [Latin  nautare] through the air [Latin  aer].” Possibly inspired by mythological accounts, 14th-century proponents of Aristotelian physics (Albert of Saxony and Nicole d’Oresme) had already suggested the possibility that the accepted theory of the elements implied that a ship filled with a fiery substance could sail upon the sea of the air. The discussions of flying in the 15th and 16th centuries were focused entirely on the principle of …
Date: 2019-03-20

Animal metamorphosis

(904 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Animal metamorphosis was not only widespread in fairy tales and myths, but also had a role to play in popular European belief and Christian theology until some way into the early modern period. From the Renaissance on, the idea of a physical transformation of men or women into animals, effected by magic, divine power, or divine imposition, was reinforced by the reception of ancient texts, such as the respective Metamorphoses of Ovid and Apuleius. Although these may be fictional texts, they were cited until the 17th century as evidence of the possibili…
Date: 2019-03-20

Beer

(2,527 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Consumption Whereas wine consumption dominated Southern Europe and France in the early modern period, the consumption of beer was a fundamental constant of everyday life in the north and east of the continent (Everyday world). In these regions, beer was a staple foodstuff and – when brewed to greater strength - Lenten fare [1]. From the Late Middle Ages, there was a profound shift in habits of consumption in Central Europe, with wine replaced by beer as an everyday beverage. The reason for this was a process of technological innovation ashops…
Date: 2019-03-20

Dirt

(1,031 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. ConceptDirt is matter in the wrong place at the wrong time, “something misplaced” [5. 52], undesirable remains (abundant synonyms including refuse, muck, rubbish, garbage, trash, detritus, feculence etc.), or pollution coming about through lack of hygiene and sanitation by mechanical, biological (e.g. menstruation), physical, or chemical processes (e.g. oxidation, rust) and capable of contaminating an organism or system with undesirable or harmful materials. The term is also used in metaphorical and symbolic senses.Wolfgang Behringer2. ReligionAccording to the B…
Date: 2019-03-20

Heating

(1,315 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. GeneralThe necessity for heating varies with geographical latitude; there were great regional and historical variations in its practical development. In the cold years of the Little Ice Age (ca. 1300-1900; especially 1560-1710), there was a pressing need for adequate heating. The hypothermia poor people suffered from when fuel (wood, peat, charcoal, in England also black coal) was too expensive made them more susceptible to illness [3. 430 f., 456f.]. Heating standards improved during the early modern era as part of a general cultural development. Wherea…
Date: 2019-03-20

Communications revolutions

(776 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. DefinitionThe term  communication revolution was coined in the first half of the 20th century by American economic historians with reference to their own national history [3]; since the 1970s, it has usually appeared in the plural (communications revolutions) [7]. It was subsequently borrowed by German scholars as  Kommunikationsrevolution [11]; [9. 2, 51 f.]; they have attempted to redefine it with reference to macrohistorical processes.Modeled after the concept of the industrial revolution (cf. Industrialization 1.3.), a series of fundamental rev…
Date: 2019-03-20

Communication

(5,266 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. ConceptIn a general sense, communication (Latin  communicatio, “making common,” “imparting”) denotes all possible forms of exchange within and between systems. Scholarly definitions have been developed in all fields from biology to sociology, but not even within the social sciences are such definitions transferable. Historiography turned its attention to the theme of communication only at a late date.Communication takes place on the microhistorical as on the macrohistorical scale. In a historical perspective, the introduction of new media of comm…
Date: 2019-03-20

Curse

(859 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
According to the definition of curse (German  Fluch) in Zedler's  Universal-Lexicon, a curse is “a speech by which we wish someone ill” [1. 1337]. In fact, to wish well (Latin  benedicere) and to wish ill (Latin  maledicere) are linked. Both rely on belief in the power of the word, particularly when that word is spoken by an authority adhering to particular formulae and rituals. To this category belong so-called “curse psalms” and “curse masses.” The curse is a counterpart to the prayer, which, directed to God, is intended to pro…
Date: 2019-03-20

Ball game

(1,106 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Educational ideal From the Renaissance on, Humanist pedagogues attempted to associate the love of ball games with ancient traditions (e.g. Galen), but the modern term derives not from the Latin pila but from the Germanic  ball (Italian  palla). Humanist teachers and princes’ tutors of the 15th century, like Vittorino da Feltre and Guarino da Verona, ennobled the ball game by placing it alongside equestrian exercises. Baldassare Castiglione’s Courtier ( Cortegiano, 1528) admitted it to the Olympus of noble education. Ball games went to the heart of the ed…
Date: 2019-03-20

Christmas

(1,158 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. MeaningChristmas, the festival of the “birthday of the Lord” (Latin: nativitatis Domini, natalis Domini), has been celebrated on December 25 since 354, probably in order to suppress the birthday festival of the pagan god Sol Invictus (the Unconquered Sun). The Christmas liturgy is informed by thanksgiving for the birth of Jesus Christ and the associated Christian hope for redemption. The English designation as “the mass of Christ” is attested since late Middle English ( Christes mæsse). The German word  Weihnachten (literally “consecrated” or “holy night”), though usu…
Date: 2019-03-20

Gymnastics

(930 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Terminology The German word for gymnastics, Turnen, was coined by Friedrich Ludwig Jahn in the early 19th century, with some ideological baggage (Gymnastics Movement 1.); the equivalents in other languages (Eng.  gymnastics, Ital.  ginnastica, etc.) show that the kinds of sport subsumed under the term can look back on a long tradition. Gymnastics includes floor exercises, apparatus work, vaulting, and acrobatic and general gymnastic exercises. Today the German Gymnastics Association and the  Fédération Internationale de Gymnastique also include dancing, ball gam…
Date: 2019-03-20

Carnival

(1,214 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Term Carnival is derived from the Latin carnislevamen and Italian carnelevare (‘removal of meat’) or simply the jocular Latin interjection carne vale (‘Meat, farewell!’), and denotes abstention from all “fleshly” pleasures at the beginning of the Lenten fast. The term carnival is widely used in the Romance languages and English, and since the 17th century in the Rhineland (German Karneval). Elsewhere in the German-speaking world, the usual terms are Fastnacht or Fasnet, and in Bavaria and Austria Fasching is commonplace (from MHG vast-schanc, the last drink before Lent).Wolfga…
Date: 2019-03-20

Fairy

(857 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
The term ‘fairy’ is derived, via French, from the Vulgar Latin fata (“goddess of destiny”; fatum = fate). The most intensive transmission of the fairy concept, which incorporates traditions from Classical Antiquity and elsewhere in the Indo-European world, has been in Celtic literature, where the enchantress Morgan le Fay (hence  “Fata Morgana”) in the world of Arthurian legend represents its most famous manifestation. The fairy tradition, already apparent in Geoffrey Chaucer’s Canterbury Tales (14th century), was rediscovered in the 16th century and given new dire…
Date: 2019-03-20

Rhythmus

(2,477 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Tischer, Matthias
1. Natürliche Rhythmen 1.1. Definition Der Rh. (von griech. rhythmós, »Fließen«, »Gleichmaß«) als gleichmäßig gegliederte Bewegung bzw. regelmäßige Wiederkehr bestimmter Merkmale ist ein wesentliches Element zur Gliederung von Zeit. Er gliedert astronomische oder »natürliche« (u. a. Jahreszeiten), physikalische (u. a. Pendel), biologische (u. a. Zellteilung, Herzschlag, Atmung), psychische (psychische Abläufe in Kongruenz zur Biorhythmik) und kulturelle Prozesse (vgl. Periodizität). Darüber hinaus ist er ein grundlegende…

Zeit

(9,722 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Busche, Hubertus
1. Allgemeines Etymologisch hängt das dt. Wort Z. mit tide zusammen, dem Wechsel der Gezeiten. Sie ist also anthropozentrisch konstruiert und spiegelt die Wahrnehmung der zyklischen oder linearen Veränderung der äußeren Welt wider. Wie beim lat. tempus oder dem engl. time (vgl. franz. temps, ital. tempo) ist eine begrenzte Z., ein Z.-Abschnitt gemeint. Zedlers Universal-Lexicon definiert Z. als »eine gewisse und determinierte Verweilung der Gestirne in ihrem Lauffe, wornach das Seyn und Dauern anderer Dinge gemessen wird« [2. 725]. Vielfach wurde die Z. bildlich dargestell…

Rathaus

(2,002 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Albrecht, Stephan
1. Allgemein Das R. (lat. domus consulum, ital. palazzo pubblico, franz. hôtel de ville, engl. town hall) setzt die Entstehung einer städtischen Selbstverwaltung (lat. consules; Rat) in Abgrenzung vom königlichen, bischöflichen oder adligen Stadtherrn voraus, wie sie in Europa seit dem hohen MA zu beobachten ist. R. als Ausdruck städtischen republikanischen Selbstbewusstseins traten erstmals im 13. Jh. in Nord- und Mittelitalien auf und verbreiteten sich in der Zeit der Renaissance (ca. 1300–1600) nach Norden. Repräsentative R. waren insbes. in Gebieten mit hoher st…

Drohung

(972 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Naphy, William
1. Drohung im Recht Im Bereich des Strafrechts bedeutete D. das Inaussichtstellen eines Übels, dessen Verwirklichung vom Verhalten des Bedrohten abhing. Diese Form der Nötigung oder Erpressung gehörte in der Nz. zum Tatbestandsmerkmal verschiedenster Verbrechen, z. T. mit direktem sprachlichen Niederschlag wie bei der »Notzucht« (Vergewaltigung), aber auch bei Raub oder Mord, gegen welche jede Form der Notwehr zulässig war [3. Art. 139–145]. D. spielten auch bei Verbrechen, die dem Landfriedens-Bruch subsumiert wurden, oder bei politischen Verbrechen wie…

Gefühl

(2,559 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Leppin, Volker
1. Allgemein 1.1. Probleme der Definition Unter »Fühlen, Gefühl« verstand noch Zedlers Universallexikon in der Mitte des 18. Jh.s »einen der fünf äußerlichen Sinne, der sich über den ganzen Leib ausbreitet« [1], also den Tastsinn (lat. tactus). Emotionen wie Liebe, Eifersucht, Neid, Melancholie oder Traurigkeit, die man heute unter dem Begriff G. subsumieren würde, werden hingegen als »Gemüths-Neigung«, als »Gemüths-Beschaffenheit« oder als »Gemüths-Bewegung« beschrieben. G. sind tief in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit verankert. Sie sind als Grun…

Auge

(1,329 words)

Author(s): Stolleis, Michael | Behringer, Wolfgang
In der platonischen Naturlehre (Platonismus) und in der Medizin des ant. Arztes Galen (Humoralpathologie) war das Sehen ein aktiver Vorgang. In den A. glühte kaltes Feuer, dessen Strahlen von den A. zu den Gegenständen ausgesandt wurden. Wie in Indien oder Arabien war auf dieser Grundlage auch in Europa die Vorstellung verbreitet, optische Wahrnehmung (Optik) entstehe dadurch, dass der vom A. ausgehende Strahl den Gegenstand beleuchte. Im Zusammenhang damit standen Vorstellungen vom scharfen Blick, mit dem be…

Emotion

(2,539 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Leppin, Volker
1. General 1.1. Problems of definitionEmotions are deeply rooted in human developmental history. As a fundamental phenomenon of subjective experience, they were common to humans and higher animals, and are based on a physiological state with measurable physical reactions (e.g. changes in pulse or breathing, motor expression in mime and gesture). However, they are characterized by cultural variation [4] in the expression and moral evaluation of emotions, as well as in their precise definition and frequency. To this extent, emotions are also subject …
Date: 2019-03-20

Eye

(1,356 words)

Author(s): Stolleis, Michael | Behringer, Wolfgang
Platonic natural science (Platonism) and the medical theory of the ancient physician Galen (Humoralism) held vision to be an active process. A cold fire glowed in the eye, and its rays were emitted towards objects. As in India and Arabia, the idea formed from this in Europe that optical perception (Optics) came about as the ray emitted by the eye illuminated the object. In this context, there also emerged ideas of the sharp gaze with which some people dominate others, see through them, or influence their mood, and superstitious notions of the evil eye (Latin  invidia), with which those w…
Date: 2019-03-20

Hexe

(5,663 words)

Author(s): Krampl, Ulrike | Behringer, Wolfgang | Schwerhoff, Gerd
1. Begriff und Hauptcharakteristik der neuzeitlichen Hexe Als H. bzw. Hexer werden Menschen bezeichnet, denen von ihrer sozialen Umwelt die Fähigkeit zugeschrieben wird, aufgrund ihrer verborgenen ( »magischen«) Kenntnisse und/oder ihrer Verbindung mit übernatürlichen Mächten Schaden an Mensch, Tier und menschlicher Gemeinschaft zu verursachen. H. als Personifikation des Bösen sind im christl. Europa ebenso bekannt wie im vorkolonialen und modernen Afrika und Amerika oder auch im klassischen (China) und gegenwärtigen Asien. D…

Calendar

(5,035 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Schostak, Désirée | Messerli, Alfred | Sieglerschmidt, Jörn
1. Term The word calendar derives from the name of the first day of the month in Ancient Rome (Latin Kalendae). From Latin kalendarium (‘debt-book’), it later came to refer to the whole system of reckoning time (Time, reckoning of). All known calendars are based on the alternation of day and night, the recurrent phases of the Moon (OE mona = “Moon”; monađ = “month”), and the course of the seasons through the solar year.Wolfgang Behringer 2. Chronology: early manifestations In all cultures, astronomical phenomena (Astronomy) determine the chronological units of year, month,…
Date: 2019-03-20

Fest

(8,610 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Kranemann, Benedikt | Leppin, Volker | Petzolt, Martin | Rode-Breymann, Susanne | Et al.
1. Allgemein 1.1. Anlässe F. (von lat. festus, »feierlich«, »festlich«) unterbrechen die Routine des Alltags, zu dem sie als zeitlich und räumlich begrenzte »Anti-Struktur« in Gegensatz stehen und dessen strukturierender Bestandteil sie sind [21]. In der Nz. markierten F. die Phasen natürlicher, sozialer oder individueller Zeitfolgen, die entweder zyklischer oder serieller Natur sein konnten: Ersteres z. B. beim landwirtschaftlichen Jahreszyklus, dem ökonomischen Zyklus, dem Kirchenjahr mit seinen wiederkehrenden Heiligentagen und Jahrmärkten, Letzteres z. B. b…

Festival

(8,815 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Kranemann, Benedikt | Leppin, Volker | Petzolt, Martin | Rode-Breymann, Susanne | Et al.
1. General 1.1. OccasionsFestivals (from Latin  festus, “joyful, festive”) interrupt the routine of the everyday world, to which they contrast as a temporally and spatially limited “anti-structure” of which they are the structuring element [21]. In the early modern period, festivals marked the phases of natural, social, or individual chronologies, which could be either cyclic or linear. Cyclic chronologies included the annual agricultural cycle, the economic cycle, the church year with its recurring saint's days (Saint), and …
Date: 2019-03-20
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