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Nilpferd

(481 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Hippopotamus amphibius L., ὁ bzw. ἡ ἵππος ποτάμιος/ híppos potámios, wörtlich “Flußpferd”, lat. hippopotam(i)us bzw. equus fluvialis (Ambr. hexaemeron 5,1,4), equus Nili (Thomas von Cantimpré, Liber de natura rerum 6,19), das man vom Nil (Plin. nat. 8,95 und 28,121), von westafrikanischen Flüssen (Plin. nat. 5,10) und aus Palaestina kannte. Das von Onesikratos behauptete Vorkommen im Indus wird von Strab. 14,1,45 und Paus. 4,34,3 zurückgewiesen. In Äg. war das N. im späten Alt. durch den Fang für die…

Balsam

(184 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (βάλσαμον), auch Balsamsaft bzw. geringerwertiger Holzbalsam (ὀποβάλσαμον bzw. ξυλοβάλσαμον), der aromatische, im Sommer abgezapfte Harzsaft der Burseracee Commiphora (= Balsamodendron) opobalsamum (inclusive gileadensis). B. war seit Theophr. h. plant. 9,6 nur als Produkt zweier Gärten aus Palästina (Judäa bei Jericho) und aus Arabien bekannt (Strab. 16,2,763). Dioskurides (1,19,1-5 [1. 1.24ff.] = 1,18 [2. 45ff.]; nach Theophrast) beschreibt eingehend den kleinen, dem Weinstock ähnlichen Strauch, der…

Kreide

(165 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Dieser färbende, feinerdige Kalkstein wurde in der K.-Zeit u.a. aus Foraminiferen und Kokkolithen im Meer gebildet. Griech.: γύψος, λευκὴ γή. Der lat. Name creta ist vielleicht von cerno “gesiebte (Erde)” abgeleitet [1]. K. wurde in der Ant. für die Herstellung von Farbe und Farbstiften benötigt. Plin. nat. 35,44 kennt sowohl die Silber-K. ( creta argentaria) als auch die mit Purpur-Farbe ( purpurissimum) versetzte K. als Nebenprodukt der Tuchfärberei. Sieben Farben, u.a. Bleiweiß ( cerussa), verbinden sich nach Plin. nat. 35,49 mit trockener Kreide, …

Kamille

(72 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἀνθεμίς, lat. anthemis, Plin., später chamomilla, davon der dt. Name abgeleitet) ist wohl die heutige Kompositen-Gattung Matricaria L. Dioskurides 3,137 Wellmann = 3,144 Berendes (vgl. Plin. nat. 22,53f.) kennt drei Arten mit unterschiedlicher Blütenfarbe und erwärmender sowie verdünnender Kraft. Die K. wurde schon in der Ant. als Blütenaufguß äußerlich und innerlich als entzündungshemmendes und krampflösendes Mittel verwendet. Anthemis Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography P. Wagler, s.v. Anthemis (2), RE 1,2364f.

Birnbaum

(148 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die Kernobstgattung Pyrus L. (Birnen, lat. pirus, pirum) besteht aus etwa 20 Wildarten (ἀχράς, ἄχερδος), die im Bereich des Schwarzen Meeres und des Mittelmeeres vorkommen, und vielen Kultursorten (ὄγχνη, bei Homer ἄπιος), die aus Kreuzungen seit dem Neolithikum hervorgegangen sind. Meist aus Vorderasien nach Griechenland importiert, wurden sie bes. auf der deswegen Ἀπία benannten Peloponnes (Athen. 14,63,650bc) zur Herstellung von Most angebaut. Birnen waren der Hera, Aphrodite, Venus …

Pirol

(118 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Das prächtig gelb-schwarz gezeichnete Männchen von Oriolus oriolus L. mit dem melodischen Ruf ist wohl mit dem χλωρίων/ chlōríōn bei Aristot. hist. an. 8(9),22,617a 28 und chlorion bei Plin. nat. 10,87 gemeint. Dafür spricht außer der Färbung ( chlōrós = grünlich gelb) das späte Erscheinen dieses Zugvogels mit der Sommersonnenwende und das Verschwinden im Winter. Syn. Bezeichnungen scheinen icterus und galgulus bei Plin. nat. 30,94 für einen zur Heilung von Gelbsucht benutzten Vogel sowie virio (Plin. nat. 18,292) zu sein [1. 85f.]. Das kunstvoll an Zw…

Biene

(504 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] A. Zoologie In der Ant. haben nach unseren Quellen zur Verwendung des Honigs zuerst Griechen und Römer Bienen gezüchtet (Bienenzucht). Sie bezeichneten die Honig- oder Arbeitsbiene als δάρδα, μέλισσα, apis, die männliche Drohne als ἀνθρήνη, κηφήν, θρώναξ, fucus und die Königin als βασιλεύς, ἡγεμῶν, rex, dux oder imperator. In Griechenland galt dies für die dunkelbraun einfarbige Apis cecropia, in Italien hauptsächlich für die A. ligustica mit zwei gelbroten Hinterleibsringen. Zoologische Angaben über sie sind oft falsch. Nach Plinius (nat. 1…

Ranunculus

(136 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (βατράχιον/ batráchion = σέλινον ἄγριον/ sélinon ágrion bei Dioskurides), Hahnenfuß. Zu der weit verbreiteten Familie der Ranunculaceae gehören in Griechenland und It. über 100 Arten. Der Name der Pflanze scheint wegen ihrer Vorliebe für feuchte Standorte von “Frosch” (βάτραχος/ bátrachos, lat. rana) abgeleitet zu sein. Dioskurides (2,175 Wellmann = 2,206 Berendes) und Plinius (nat. 25,172 f.) beschreiben das Aussehen von vier h. kaum bestimmbaren Arten. Aufgelegte Blätter und Stengel sollen eine ätzende Wirkung haben und daher Aussatz ( lépra), Krätze ( psṓr…

Gramineen

(206 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Unter den Kräutern ( herbae, ποιώδη) stellen die Gramineae oder Poaceae die Familie der Gräser (Glumifloren, πόαι bei Theophr. h. plant. 7,8,3) dar, von denen man in der Ant. aber Sauergräser der Cyperaceae und Juncaceae (Binsen; Byblos) nicht unterschied. Zu den echten G. gehören neben den das eigentliche Gras bildenden Wiesengräsern (ἄγρωστις, z.B. Theophr. h. plant. 1,6,7 u.ö.) und dem Getreide ( frumenta) 1. der Rohrkolben Arundo (δόναξ, κάλαμος u.a. bei Theophr. h. plant. 4,11,11 u.a.), bes. das Pfahlrohr Arundo donax L., welches seit …

Argemone

(113 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἀργεμώνη), bei Dioskurides 2,177 [1. 1.245 f.] = 2,208 [2.253], die nach der Verwendung ihres Milchsaftes (ὀπός) u. a. gegen Leukom (ἄργεμα) heißen soll, wird ebenso wie μήκων ῥοιάς bei Dioskurides 4,63 [1.2.217 f.] = 4,64 [2.397] und wie argemonia bei Plin. nat. 25,102 (medizinische Verwendung z. B. gegen Angina bei Plin. nat. 26,23) mit dem Keulenmohn Papaver argemone L. identifiziert, von anderen mit dem ähnlich blühenden Herbst-Adonis ( Adonis autumnalis L.; vgl. adonium Plin. nat. 21,60). Mohn Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography 1 M. Wellmann (Hrs…

Byssos

(98 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (βύσσος). Pflanzliche und tierische Fasern, die zu weitgehend durchsichtigen Gewändern (βύσσινος, βύσσινον πέπλωμα) verarbeitet wurden. Dies sind vor allem wohl linum (λίνον, Lein, Flachs), später (offenbar schon bei Hdt. 2,86) Samenhaare der Baumwolle, vielleicht der aus Afrika eingeführten Asclepiadacee Gomphocarpus fruticosus, aber auch Fasern von Pilzen und Flechten. Auch die heute noch als B. bezeichneten Haftfasern im Meeresboden festsitzender Muscheln wie der großen mittelmeerischen Pinna nobilis waren Lieferanten für 3-8 cm lange Faser…

Equisetum

(125 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Vier verschiedene blattlose oder kleinblättige Pflanzengattungen tragen nach ihrer Wuchsform seit der Ant. die Bezeichnung equisetum, equisaeta, cauda equina bzw. caballina, ἱπποχαίτη oder ἵππουρις, Roß- oder Katzenschwanz. Dies gilt für Equisetum L. mit Hippochaete Milde, Schachtelhalm, Schaftheu oder Zinnkraut, für Ephedra L., ἔφεδρον oder ἵππουρις, den Rutenstrauch mit seinen nacktsamigen, z.T. kletternden Vertretern, ferner bei den Wasserpflanzen für die Armleuchteralge Chara, von C. Bauhin noch im 16. Jh. als E. foetidum bezeichnet, und schlie…

Far

(345 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Urspr. wohl “Korn” im Sinne von Getreide [1]. In gesch. Zeit zielte der Name aber speziell auf Speltweizen im Gegensatz zu Dreschweizen ( triticum). Synonyme sind ador und alicastrum, offenbar eine Abkürzung für f. adoreum. Plin. nat. 18,82 behauptet, daß sich die Anbaugebiete von far (Emmer) und ζειά/ zeiá (ζέα/ zéa) ausschließen. Nach Dion. Hal. ant. 2,25,2 sind jedoch beide Getreidearten ebenso wie die in Gallien, It. und anderswo angebaute arinca (ὄλυρα) identisch. Vom gegen Kälte sehr widerstandsfähigen (Plin. nat. 18,83, vgl. Colum. 2, 8,5) f. (= semen adoreu…

Alausa

(68 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Vom wahrscheinlich kelt. Baumnamen alausa, aliza oder alisa sind roman. und german. Namen für 2 Rosaceengattungen abgeleitet, nämlich die Mehl- und Elsbeere ( Sorbus aria und torminalis) und die Traubenkirsche oder Aletschbeere ( Prunus padus = Padus racemosa). Ob dazu auch ἄλιζα (Hesychios) gehört, das auch alnus (Erle) und populus (Pappel) bedeuten soll, ist fraglich. Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography Bertoldi, in: Zschr. für Celtische Philol. 17, 1927.

Hund

(1,352 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] [1] als Tier (κύων, κυνίδιον, κυνίσκος, σκύλαξ, σκυλάκιον, canis, canicula, catellus). Hünemörder, Christian (Hamburg) [English version] A. Rassen Eines der ältesten, wahrscheinlich schon im Mesolithikum, an verschiedenen Stellen der Erde aus h. ausgestorbenen Wildhund-Arten gezüchtetes Haustier. Die Ableitung vom Goldschakal (Canis aureus) [2] ist heute wieder aufgegeben. Aus Knochenresten und Abbildungen können mehrere Frührassen, von denen die heutigen Rassen abzuleiten sind, erschlossen werden: 1. Canis familiaris Putjatini Studer, dingo-ähn…

Bimsstein

(90 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (κίσ(σ)ηρις, pumex). Das weichere Eruptivgestein vulkanischer Ausbrüche bzw. poröser Tropfstein. Er wurde als Baustoff verwendet. In der Kosmetik diente er als Schabemittel zur Glättung der Haut (vgl. Plin. nat. 36, 154-156). Ein Pulver aus dreifach gebranntem B. half bei Augengeschwüren, wurde zur Zahnpflege und zum Abstoppen gärenden Weins (vgl. Dioskurides 5,108 [1. 78f.] = 5,124 [2. 534f.]) benutzt. Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography 1 M. Wellmann (Hrsg.), Pedanii Dioscurides de materia med., Bd. 3, 1914, Ndr. 1958 2 J. Berendes (Hrsg.),…

Minze

(281 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Für die von den Griechen nicht genau beschriebenen, angenehm riechenden Arten der Gattung Mentha (Fam. Labiatae) existieren die Namen μίνθη/ mínthē (Theophr. h. plant. 2,4,1), καλαμίνθη/ kalamínthē, σισύμβριον/ sisýmbrion, ἡδύσμον/ hēdýsmon (z.B. bei Theophr. ebd. 7,7,1), βλήχων/ blḗchōn bzw. γλήχων/ glḗchōn sowie bei den Römern menta, mentastrum, pule(g)ium und nepeta. Die Wasser-, Wald-, Polei- und Katzen-M. wurden in der Ant. angebaut, die offenbar spontan aus der Wasser-M. (M. aquatica) und der Grünen M. (M. spicata) entsta…

Aalraupe

(113 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] oder Quappe ( Lota lota L.), ein auf dem Grund lebender Süßwasserfisch aus der Dorschfamilie, von Plin. nat. 9,63 (wohl wegen seiner Gefräßigkeit) als mustela (Wiesel) bezeichnet und wegen seiner Leber als Leckerbissen aus dem Bodensee (lacus Brigantinus) geschätzt. Columella empfiehlt die avidae mustelae 8,17,8, hier wohl Seequappen [vgl. 1. 177 f.], als lohnenden Besatz für Fischteiche ( piscinae) an klippenreicher Küste. Deren ( mustelae marinae) Leber galt als Mittel gegen Epilepsie (Plin. nat. 32,112). Auson. Mos. 107 ff. beschreibt die …

Hippokampos

(297 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Ἱππόκαμπος, equus marinus). Das Seepferdchen, das Paus. 2,1,9 als ‘Pferd, welches von der Brust an einem Seeungeheuer (κῆτος) gleicht’ erklärt (vgl. Serv. georg. 4,387: im ersten Teil ein Pferd, im letzten in einen Fisch übergehend). Der H. ist nicht identisch mit dem von Plin. nat. 32,58 u.ö. als Heilmittel erwähnten gleichnamigen Mittelmeerfisch (z.B. dem gefleckten Seepferdchen, Hippocampus guttulatus [1. 138]). Lit. Erwähnungen sind selten (z.B. Strab. 8,7,2 [384]). Nach Ail. …

Grille

(104 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Unter dem Namen gryllus bei Plin. nat. 29, 138 ist wahrscheinlich eine Feld-G., Gryllus campestris, zu verstehen, welche (so Nigidius Figulus) rückwärts läuft, die Erde durchbohrt und nachts mit den Flügeln zirpt ( stridere). Eine solche (mit ihrer Erde ausgegrabene) G. helfe aufgestrichen gegen Ohrenschmerzen. Sie wird mit Hilfe einer an ein Haar gebundenen Ameise als Köder aus ihrer Erdhöhle herausgezogen [1. 132]. Diese Angaben überliefert Isid. orig. 12,3,8 dem MA. Ob mit dem flügellosen heuschreckenähnlichen Insekt trixalis bei Plin. nat. 30,49 eine…

Feige

(463 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] In Südeuropa ist die F. mindestens seit dem Neolithikum heimisch, wie Fruchtfunde aus Lerna, Argolis und aus der Bronzezeit am Mincio dokumentieren. Die ersten lit. Erwähnungen finden sich in der Odyssee (z.B. Hom. Od. 11,588; 12,103). Die F. wird durch zwei sommergrüne Arten der Gattung Ficus der Moraceae vertreten: (a) Ficus carica L. als ἐρινεός ( erineós), die Ziegen-F. als Wildform neben der συκῆ ( sykḗ), der kultivierten Eß-F., die durch eine männliche Pflanze ( caprificus) von (a) bestäubt wurde. (b) die Sykomore oder Maulbeer-F., Ficus sycomorus…

Papageifisch

(184 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (σκάρος/ skáros, lat. scarus). Der bis zu 49 cm lange farbige Scarus cretensis (= Sparisoma cretense) war nach Plin. nat. 9,62f. im 1. Jh.n.Chr. der von den Römern geschmacklich meistgeschätzte Seefisch, auch von griech. Dichtern (Athen. 7,319f-320c) beachtet. Als zoologische Besonderheit erwähnt Plinius seine ausschließlich pflanzliche Nahrung (φυκίον/ phykíon, Tang, bei Aristot. hist. an. 7(8),2,591a 14f.; herbae bei Plin. nat. 9,62) und - damit zusammenhängend - das angebliche Wiederkäuen (Aristot. hist. an. 7(8),2,591b 22: μηρυκάζειν/ mērykázein = r…

Alaternus

(91 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Unter lat. a. (Plin. nat. 16,108: mit Blättern zwischen Steineiche, Ilex, und Ölbaum, Oliva) werden immergrüne Bäume und Sträucher des Mittelmeergebietes mit Steinfrüchten (Plinius: ohne Frucht!) aus den Familien der Rhamnaceen ( bes. Rhamnus alaternus L., Kreuzdorn) und der Oleaceen ( Phillyrea media L. und angustifolia L.) verstanden. Zu Phillyrea scheint κήλαστρος ( celastrus) bei Theophr. h. plant. 1,9,3 zu gehören, da die Celastreengattung Celastrus L. am Mittelmeer fehlt. Hort [1] übers. die dort folgende φιλύκη mit a. Hünemörder, Christian (Hamburg) Bi…

Eupatorium

(146 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (εὐπατόριος, Dioskurides 4,41; [1. 198f.] bzw. [2. 386]; eupatoria, Plin. nat. 25,65). Diese Rosacee Agrimonia eupatoria L., der Odermennig, mit gelben Blütenständen (vgl. [3. Abb. 222]), war bei Dioskurides ein geschätztes Mittel gegen Dysenterie (Ruhr), Leberleiden und Schlangenbisse. Die Ableitung der Namensvariante hepatoria vom Leberleiden [4] (sowie der synonymen Bezeichnng ἡπατῖτις in der recensio Vindobonensis des Dioskurides) findet keine Stütze bei Plinius; die Zuweisung von regia auctoritas an die Pflanze spielt auf die angebliche…

Hecht

(159 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Dieser mitteleurop. Raubfisch (Esox lucius L.) mit reich bezahntem breiten Maul war den Griechen unbekannt. Auson. Mos. 120-124 dagegen erwähnt den H. ( lucius) als in Teichen zw. Algen lauernden Feind der Frösche, der in der Küche nicht geschätzt werde. Der griech. Arzt Anthimos [1] (De observatione ciborum 40; [1. 18]) teilt dagegen ein german. Kochrezept mit. Bei Thomas von Cantimpré 7,48 [2. 264f.] wird er nach einer zeitgenössischen Quelle des 13. Jh. ( Liber rerum, vgl. Alexander Neckam 2,32 [3. 147]) mit dem lupus marinus identifiziert und als bes. gra…

Assel

(377 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ὄνος, πολύπους, ὀνίσκος, κούβαρις, κύαμος, τύλον, centi-, mille- (oder mili-) und multipedium). Die zu den Krebstieren gehörende Mauer-, Keller- oder Rollassel (schon Soph. fr.363 N2), bei Aristot. hist. an. 5,31,557a 24f. (Ähnlichkeit von Fischläusen mit vielfüßigen ὄνοι), Dioskurides 2,35 [1. 1. 133] (vielfüßige, sich bei Berührung zusammenrollende ὄνοι unter Wasserbehältern helfen z.B. bei Gelbsucht und als Bestandteil einer Injektion bei Mittelohrentzündung) = 2,37 [2. 164f.] (hier κουβαρίδες) = Pl…

Meise

(139 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (αἰγίθαλ(λ)ος/ aigíthal(l)os, αἰγιθάλος/ aigithálos; lat. vitiparra). Die Singvogelfamilie der Paridae, von der Aristot. hist. an. 7(8),3,592b 17-21 drei würmerfressende (σκωληκοφάγα/ skōlēkophága) Arten mit vielen Eiern (8(9),15,616b 2f.) als Feinde der Bienen (8(9),40,626a 8; Ail. nat. 1,58) unterscheidet: 1. die Kohl-M. (Parus maior) von Finkengröße (σπιζίτης/ spizítēs), 2. eine mittelgroße M. mit langem Schwanz (ὀρεινός/ oreinós), vielleicht die Schwanz-M. (Aegithalos caudatus), und 3. eine unbestimmbare kleine ohne bes. Namen, …

Camara

(108 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (καμάρα), richtige Lesart für camera, verwandt mit camurus (“gekrümmt”). Bezeichnung für die Wölbung eines Zimmers oder einer Barke bzw. das Schiff selbst. Dieser Typ von Barken mit einwärts geneigten Seitenwänden und mit einem runden Bauch, mit dem man im Kreis und in beide Richtungen fahren konnte, wurde an der NO-Küste des Schwarzen Meeres vor allem für Piraterie verwendet (Strab. 11,2,12, 495f.; Tac. hist. 3,47,3). Die Seitenwände konnten bei hohem Seegang so erhöht werden, daß sie …

Mücke

(390 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἡ ἐμπίς/ empís, ὁ κώνωψ/ kṓnōps, Deminutiv κωνώπιον/ kōnṓpion, lat. culex, culicellus, culiculus; conops: Dioscurides Longobardus 3,23) ist die allg. Bezeichnung für summende und durch Blutsaugen lästige Insekten. Aristoteles schildert hist. an. 5,19,551b 27-552a 8 und 1,1,487b 3-5 (so [1]) offenbar mit der Verwandlung der empís die Entwicklung einer Zuck-M. der Gattung Chironomus. Die der Bestäubung der Feigen dienenden culices ficarii sind die Wespen der Art Blastophaga psenes (Plin. nat. 11,118; 15,80 und 17,255). Gewöhnlich ist die G…

Gemse

(112 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( rubicapra). Wie die Steinböcke ( ibex) lebt die zu der Rinderfamilie gehörige G. in den Alpen (Plin. nat. 8,214). Ihre Hörner sind rückwärts gebogen ( cornua in dorsum adunca) im Gegensatz zu den nach vorne gerichteten der dammae (Gazellen; Plin. nat. 11,124, vielleicht aus eigener Anschauung). Für die angebliche Heilung von Schwindsucht durch in gleichem Verhältnis mit Milch gemischtes G.-Fett beruft sich Plin. nat. 28,231 jedoch auf einen Autor, der möglicherweise G. mit Wildziegen verwechselte. Diese Verwechslun…

Aal

(269 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἔγχελυς, anguilla), kaum vom Meer-A. (γόγγρος, conger/congrus) unterschieden. In der Ilias (21,203; 353) als Wassertier den Fischen entgegengesetzt. Lebens- und Verhaltensweisen sind dem Aristoteles gut bekannt (hist. an. 8,2,591 b 30-592 a 24; 1,5,489 b 26 f.; 2,13,504 b 30 f.; part. an. 4,13,696 a 3 f.: nur 2 Flossen). Theophr. fr. 171,4 führt die Fähigkeit zum Landleben auf kleine Kiemen und geringen Wasserbedarf zurück und glaubt (fr. 171,9) wie Plin. nat. 9,160 an ungeschlechtlic…

Artischocke

(162 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Der über spanisch “alcarchofa”, it. “articiocco, carciofo” von arab. “al-haršūf” abgeleitete Name bezeichnet die im Mittelmeergebiet wegen ihrer eßbaren Hüllschuppen viel angebaute Cynara scolymus L., eine Unterart der als Blattgemüse noch früher kultivierten Cynara cardunculus L. (it. “cardoncello”). Sie ist wohl identisch mit der σκόλυμος bei Hes.erg. 582ff. und Alk. fr.94 D. (zit. bei Plin.nat. 22,86f.), Theophr. h. plant.6,4,7 (eßbare Wurzel; vgl. Plin.nat. 21,96), Dioskurides 3,14 [1. 2. 21 = 2. 271] (Wurzel …

Erve

(200 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( ervum, Colum. 2,10,34 u.ö., Plin. nat. 18,57; 18, 139 u.ö.; ervilia, Plin. nat. 18,58 u.ö.; Colum. 2,13,1; ὄροβος, verwandt mit ἐρέβινθος “Erbsen”). Sammelname für kleinsamige Hülsenfrüchte. Diese gehören folgenden Gattungen an: a) Vicia mit der Untergattung Ervum L. (darunter V. ervilia (L.) Willd., die Linsenwicke, vgl. Colum. 8,8,6); b) Lens, Linse ( lens, Cato agr. 35,1; 116; 132,2; 158,1; Colum. 2,10,15 u.ö.; Plin. nat. 18,57 u.ö.; lenticula, Plin. nat. 18,123; Colum. 2,7,1; 11,10; 8,8,6; φακός, hebr. aḏāšah); c) Lathyrus, Platterbse (λάθυρος, κλύμε…

Mispel

(179 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (μεσπίλη/ mespílē, μέσπιλον/ méspilon, ἀρωνία/ arōnía: Dioskurides; lat. mespilus oder -a, die Frucht mespilum). Der wahrscheinlich in Südeuropa heimische Baum oder Strauch Mespilus germanica L. (Fam. Rosaceae) wurde als Wildapfelbaum wegen seiner kleinen, dreikernigen süßen Früchte in Griechenland mindestens seit der Zeit um 370 v.Chr. (Mittlere Komödie, Eubulos [2] bei Athen. 14,640c) angebaut. Theophrast (h. plant. 3,12,5f. = Plin. nat. 15,84) beschreibt unter dem Namen drei verschiedene Dornengewächse, von denen nur die Form μεσπίλη ἡ σατάνειος/ mesp…

Fliege

(479 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Unter der von Aristoteles zu den Zweiflüglern (δίπτερα) gerechneten μυῖα (μῦα, musca) wurde nicht nur die Stuben-F., sondern auch die Bremse oder Blinde F. (auch κυνόμυια) und die Schmeiß-F. verstanden. Bei Aristoteles, Plinius und Lukianos ( Muscae Encomium = ‘Lob der F.) ist meistens die Stuben-F. gemeint, aber auch der Stachel der Bremse (Aristot. hist. an. 1,5,490a 20; 4,7,532a 21; Plin. nat. 11,100; Lukian. Muscae Encomium 6) sowie das Summen im Flug (Aristot. hist. an. 4,9,535 b 9-11; Plin. nat. 11,266) werden…

Africus ventus

(131 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Lat. Bezeichnung für den Wind Λίψ oder νότος, der von SW aus Afrika (Libyen) nach Südeuropa weht. Bei Plin. nat. 2,119 wird der von Sen. nat. 5,16,5 und Hor. carm. 1,3,12; 3,29,57; epod. 16,22 und Verg. Aen. 1,85 f. als wild und stürmisch charakterisierte A. auf der astronomischen Strichrose (vgl. Vitr. 1,6,10 bzw. 12) mit insgesamt 15 Winden als Westsüdwest zwischen dem Westwind Favonius und der Südsüdwest Austroafricus (Λιβόνοτος) angesetzt. Bei Hor. carm. 3,23,5 heißt er pestilens. Nach Isid. nat. 37,4 bringt er Regen und Gewitter. Auf Denkmälern röm.…

Mullus

(398 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die als Speise beliebten Arten Streifen- (Mullus surmuletus) und Meerbarbe (Rotbart, M. barbatus) hießen τρίγλη/ tríglē bzw. lat. m. (nach einem Seefisch μύλλος/ mýllos: [1]). Erwähnt werden die rote Färbung (Sen. nat. 3,18; Opp. hal. 1,130; Athen. 4,135b und 7,325e), die Bartfäden an der Unterlippe (Plin. nat. 9,64; Cic. parad. 5,38: barbatulus; Cic. Att. 2,1,7; Varro rust. 3,17,7: barbatus) sowie die sogar vor Wasserleichen (Ail. nat. 2,41; Opp. hal. 3,432-442) nicht zurückschreckende Gefräßigkeit (Aristot. hist. an. 7(8), 2,591a 12f.…

Eppich

(171 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Damit wurden Doldenpflanzen mit großen, glänzenden und zum Kranzbinden geeigneten Blättern aus der Familie der Araliaceae, nämlich der dem Dionysos/Bacchus heilige Efeu (κισσός, ἕλιξ, hedera), und mehrere Umbelliferen bezeichnet. Gemeint sind v.a. folgende Gewürzkräuter: 1) Sellerie ( apium graveolens L.), als σέλινον ( sélinon) schon bei Hom. Il. 2,776 und Od. 5,72 erwähnt; als Garten-Sellerie, σέλινον κηπαῖον ( sélinon kḗpaíon), wird E. bei Dioskurides mit kühlender, schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkung angeführt (3,64 [1…

Flamingo

(153 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Phoenicopterus ruber L., φοινικόπτερος, phoenicopterus). Nach seinen z.T. scharlachroten Flügeln benannter Schreitvogel, unverwechselbarer, scheuer Brutvogel in Nordafrika und Südasien, heute auch in der Camargue (Südfrankreich). Als seltener Import wurde er zuerst von Aristophanes (Av. 270ff.) und auch von Kratinos (fr. 114 Kock = 108 Edmonds) erwähnt. Die Beobachtung gewaltiger Flüge durch den Alexanderhistoriker Kleitarchos (FGrH 137 F 21) findet sich als Reflex (ohne den F. expl…

Leucrocota

(155 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Möglichweise ist dieses Mischwesen (Größe eines Esels, Beine eines Hirsches, Dachskopf mit einer bis zu den Ohren aufgesperrten Schnauze und einem durchgängigen Knochen an Stelle der Zähne, Löwenähnlichkeit an Hals, Brust und Schwanz, zweigeteilten Hufen, Imitationsfähigkeit der menschlichen Stimme) in Äthiopien bei Plin. nat. 8,72f. und Solin. 52,34 als Schabrackenhyäne (Hyaena brunnea) [1. 154] zu deuten. Wahrscheinlich ist es aber doch ein Fabeltier, das durch die gen. Quellen und Honorius Augustodunensis 1,12 ( Ceucocrota) [2. 54] und Jakob von V…

Melone

(225 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Pflanze aus der Familie der Gurkengewächse (Cucurbitaceae) mit zwei Arten, der länglichen goldgelben Honig-M. (Cucumis melo L.) und der rundlichen Wasser-M. (Citrullus vulgaris Schrad.) mit rötlichem Fruchtfleisch. Ihre frühe Kultur in Ägypten und Griechenland steht fest. Die griech. Zeugnisse bieten jedoch, abgesehen von den eher beiläufigen Beschreibungen, wechselnde Namen (πέπων/ pépōn, σίκυος πέπων/ síkyos pépōn, σικύα/ sikýa). Nach Plinius (nat. 19,67) soll die von ihm als Gurke bezeichnete goldgelbe ( aureus) Honig-M. melopepo zuerst in Campani…

Argestes

(101 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Ἀργεστής). Der Nordwestwind, z. B. bei Aristot. meteor. 2,6,364a 14, der auf der astronomischen Windrose als mittlerer Wind zwischen dem Nord- und Westwind (ζέφυρος) in den Sonnenuntergangspunkt der Sommersonnenwende gesetzt wird. Er galt als kräftig, kühl, aufheiternd und trocken. Andere Namen: Skiron in Attika, bei den gr. Sizilienfahrern Iapyx und an der ital. Westküste Κερκίας. Bei Plin. nat. 2,119, Vitr. 1,6,1 und Sen. nat. 5,16,5 heißt er Corus. Aristot. Ανέμων θέσεις, 973b 13-15 gibt für den Ἰάπυξ die Lokalnamen Σκυλητῖνος, Φρυγίας und Φαραγγίτης an. Hün…

Disteln

(139 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Mit Stacheln versehene Kräuter der Compositen-Abteilung Cynareae mit etwa 70 Arten in 15 Gattungen. Verschiedene Arten werden von Theophr. h. plant. 6,4,3-11 (= Plin. nat. 21,94-97) unter Namen wie ἄκανθα oder κάκτος (lat. carduus bzw. cactus) behandelt, darunter die Artischocke ( Cynara). Dioskurides 3,12 ([1. 19f.] bzw. [2. 270f.]) empfiehlt die Wurzel einer weißen D. u.a. zu Einnahme gegen Blutspucken und Leibschmerzen. Auch z.T. ähnliche Pflanzen anderer Familien wie Umbelliferen ( Eryngium u.a.), Acanthaceen (Akanthos) und Dipsaceen zählen da…

Ahorn

(106 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( acer). Die meisten europ. Namen der je nach Artbegrenzung 100-200 Arten umfassenden Laubholzgattung Acer L., wozu u. a. griech. ἄκαστος, lat. acer und ornus gehören, gehen auf einen idg. Baumnamen mit a, nicht auf adjekt. acer mit ā zurück. Außer den mitteleurop. Acer pseudoplatanus L. (Berg-A.), platanoides L. (Spitz-A.) und campestre L. (Feld-A., Maßholder) gibt es in Südeuropa u. a. Acer opalus Mill., monspessulanum L. und orientale L. Da man zu den A. auch Laubbäume anderer Familien gerechnet hat, bleibt unklar, worauf sich griech. ἄκαστος …

Geier

(525 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (γύψ; voltur bzw. vultur, voltur[i]us, abgeleitet von vellere, rupfen, bzw. etr. Ursprungs). Aristoteles kennt nur den kleinen, hellen Schmutz-G. (Neophron percnopterus) und den bedeutend größeren, eher aschgrauen Mönchs-G. (Aegypius monachus) (hist. an. 7(8),3,592b 6-8). Αἰγυπιός ( aigypiós) bezeichnet bei ihm jedoch den in der Verwandtschaft zw. Adler und G. stehenden (Ail. nat. 2,46) Lämmer-G. (Aristot. hist. an. 8(9),1,610a 1). Der perknópteros (hist. an. 8(9),32,618b 31-619a 3) könnte mit seinem Spitznamen oreipélargos (schwarz-weißes Gefieder…

Möhre

(183 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Das in Europa wildwachsende zweijährige Gemüse Daucus carota L. aus der Familie der Umbelliferen nannte man σταφυλῖνος ( staphylínos), καρωτόν ( karōtón), δαῦκον ( daúkon: Theophr. h. plant. 9,15,5), lat. pastinaca, daucus. Durch Kultivierung wurde die urspr. trockene und holzige Wurzel wohlschmeckend, nahrhaft und süß. Dioskurides (3,52,1 Wellmann und Berendes) beschreibt die eine purpurfarbene Schmuckblüte der staphylínos ágrios in der Mitte der sonst weißen Blütendolde und empfiehlt (vgl. Plin. nat. 20,30f.) den Samen getrunken zur …

Nelke

(171 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Da wir keinen ant. Namen kennen, ist nicht zu klären, ob die N. im Alt. vorkam. Möglicherweise ist sie mit der Bezeichnung Διὸς ἄνθος/ Diós ánthos, “Zeusblume” lat. Iovis flos gemeint, von der sich auch der mod. Gattungsname Dianthus ableitet. Immerhin gelten von den 65 in Griechenland wachsenden Vertretern der 120 wilden europ. N.-Arten 20 als endemisch [1. 81]. Archäologen erblicken in der strauchartigen kretischen N. Dianthus arboreus das Vorbild für Waldmalereien im Palast von Knosos. Da Zeus auf Kreta g…

Bolbos

(178 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (βολβός, bulbus). Name für unterirdische Speicherwurzeln wie Zwiebeln und Knollen verschiedener Pflanzen, vor allem der Allium-Arten (vgl. Dioskurides 2,214ff. = 2,178-182 [2. 232-235]) (Lauch, πράσον), nämlich Allium cepa (Küchenzwiebel, κρόμμυον), Allium scorodoprasum (Knoblauch, σκόροδον) und Allium schoenoprasum (Schnittlauch, σχοινόπρασον). Das Zauberkraut μῶλυ der Odyssee, dessen Blätter Theophr. h. plant. 9,15,7 mit der σκίλλα (Meerzwiebel, Urginea maritima) vergleicht, gehört zu den breitblättrigen Allium-Arten, ebenso wie d…

Granit

(132 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Dieses weitverbreitete Urgestein aus dem Erdinnern erhielt seinen Namen erst in der Moderne durch die Ableitung von ital. “granito” (von lat. granum, “Korn”). Die Griechen bildeten ihre Bezeichnung lithotomíai Thēbaikṓn nach der Herkunft aus Steinbrüchen im ägypt. Theben (Theophr. lap. 6 [1. 58]; nach Plin. nat. 36,63 für die Herstellung von kleinen Handmörsern, coticulae, geeignet). Nach Hdt. 2,127 besteht die unterste Schicht der Chefren-Pyramide aus G. Damit konkurrierten wegen der Buntheit des G. πυρροποίκιλος ( pyrrhopoecilos, Plin. nat. 36,63), σ…

Hippomanes

(43 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἱππομανές). Von Dioskurides 2,173 Wellmann = 2,204 Berendes mit dem Kapernstrauch (κάππαρις) identifizierte Pflanze, deren Frucht u.a. als harntreibend galt. H. machte laut Theokr. 2,48f. und Serv. georg. 3,280 Thilo in Arkadien Stuten und Fohlen toll. Hünemörder, Christian (Hamburg)

Buchsbaum

(138 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Mehrere immergrüne Sträucher bilden die Gattung Buxus (πύξος), darunter zählt der in den Macchien Südeuropas (am Olymp bis 2200 m) verbreitete Buxus sempervirens (vgl. Theophr. h. plant. 1,5,4 u.ö.). Er ist, wie auch die Zypresse ( Cupressus sempervirens) und Eibe ( Taxus) eine seit der Ant. beliebte Friedhofspflanze. Das harte Holz diente zu Schnitzereien: hieraus wurden z.B. die danach benannten Büchsen (πυξίς), etwa für Medikamente (Dioskurides praef. 9 [1. I.5; = 2. 21] hergestellt, sowie das Apollonbild von Olympia, Käseformen ( buxeae formae bei Colum. …

Chrysophrys

(127 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (χρυσόφρυς oder χρυσωπός bei Plut. soll. anim. 26,977f), aurata, Goldbrasse, die echte Dorade. Der maximal 60 cm große beliebte Speisefisch wird oft in Komödien erwähnt (Athen. 7,328a-b) und häufig abgebildet (Keller II, Abb. 120,124 und 147). Nach Aristoteles lebt er im Meer in Landnähe (hist. an. 8,13,598a10), laicht in Flüssen, hält im Sommer Dauerschlaf (Plin. nat. 9,58: 60 Tage), frißt Fleisch und wird mit dem Dreizack harpuniert oder im Schlaf gefangen. Die Römer hielten ihn in Zuc…

Krähe

(514 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Aus der Familie der Rabenvögel (Corvidae) wurden in der Ant. sieben Arten unterschieden: 1. der Kolkrabe (κόραξ/ kórax, lat. corvus; Corvus corax L.); 2. die Raben- und Nebel-K. (κορώνη/ korṓnē, lat. cornix, cornicula; C. corone L. und C. cornix L.) und wahrscheinlich auch die gesellig nistende Saat-K. (C. frugilegus L.); 3. die Dohle (κολοιός/ koloiós, βωμωλόχος/ bōmōlóchos, lat. monedula oder graculus; Coloeus monedula); 4. der Eichelhäher (κίσσα/ kíssa, κίττα/ kítta, lat. pica; Garrulus glandarius); 5. die sprachlich nicht von Nr. 4 unterschieden…

Aprikose

(177 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die A. ( Armeniaca vulgaris Lam. = Prunus armeniaca L.) stammt von einer in Ost- und Mittelasien mit 8-9 Arten vertretenen Kernobstgattung, die man wie Pfirsich und Mandel oft nur (wie Plin. nat. 15,41- 43) als Untergattung von Prunus ansieht. In ihrer chinesischen Heimat wird sie mindestens seit dem 3. vorchristl. Jh. kultiviert. Über Armenien gelangte der frühblühende Baum (Plin. nat. 16,103) durch den Feldzug 63 n. Chr. nach Griechenland und Italien und hieß daher μῆλον ἀρμενιακόν, malum Armeniacum (Isid. orig. 17,7,7), Armenia(ca). Dioskurides 1,115 [1.1.1…

Domestikation

(551 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Darunter versteht man die vom Menschen durchgeführte zielgerichtete, allmähliche Umwandlung von Wildtierarten in Haustiere. Auf Grund biologischer Voraussetzungen waren von den wildlebenden Säugetieren der Eis- und Nacheiszeit nur wenige für die D. geeignet. Nur 5 von 19 Säugetier-Ordnungen stellen Haustiere, nämlich die Lagomorpha (Kaninchen), Rodentia (Meerschweinchen), Carnivora (Hund, Katze, Frettchen), Perissodactyla (Pferd, Esel) und die Artiodactyla (Schwein, Schaf, Ziege, Rind, Kamel, Lama). Haustiere bilden aber keine eigene…

Cedrus

(207 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (κέδρος, Zeder). Die immergrüne Coniferengattung war in der Kreidezeit und im Tertiär weit über die Nordhalbkugel verbreitet, starb dort jedoch in der vorletzten Eiszeit weitgehend aus. Sie wächst nur noch in verwandten Arten im Himalaya ( C. deodara), im Libanon (nur noch etwa 400 Bäume) und Kleinasien ( C. libani = libanotica, im Taurus und Antitaurus), auf Zypern ( C. brevifolia) und im Atlas (bis 2700 m, C. atlantica). Das aromatische und dauerhafte Zedernholz wurde schon von ca. 2750 v.Chr. an vom Taurus und Libanon nach Ägypten exportiert. …

Rentier

(199 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (Rangifer tarandus, ὁ τάρανδος/ tárandos, lat. tarand(r)us; parandrus: Solin. 30,25, dort [?] nach Äthiopien versetzt!). Das in der Eiszeit bis nach Nord-It. und Südfrankreich verbreitete hirschartige Tier kannten die Griechen nur aus dem Land der Skythen aufgrund glaubhafter Berichte bei Theophr. fr. 172,2-3; Ps.-Aristot. mir. 30,832b 7-16 und Aristot. fr. 317 (Antigonus Carystius 25) sowie Plin. nat. 8,123-124. Ein märchenhaftes Motiv in diesen Quellen wie auch bei Solin. 30,25 (dessen Ber. über den pirander im MA u. a. von Thomas von Cantimpré 4,88…

Möwe

(295 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die unterschiedlichen ant. Namen erlauben keine sichere Zuordnung zu bestimmten Arten. Immerhin bietet Plin. nat. 10,91 in Anlehnung an Aristot. hist. an. 5,9,542b 17 gavia als lat. Entsprechung zu λάρος/ láros (λαρίς/ larís) und mergus zu αἴθυα/ aíthya ( mergulus, mergunculus mit der Etym. bei Varro ling. 5,78: ‘weil er durch in das Wasser Tauchen seine Nahrung fängt’). Da die Gewohnheit zu tauchen aber viel charakteristischer für die Familie der Lappentaucher mit ebenfalls mehreren Arten ist, könnten diese sowohl bei…

Rose

(353 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (griech. τὸ ῥόδον/ rhódon, lat. rosa). Die durch ihre Blüte berühmte und nach Hehn [1. 253 f.] aus Medien eingeführte Pflanze erwähnt als erster der homerische Hymnus auf Demeter (Hom. h. 2,6) und - mit ihrer purpurroten Farbe - Pind. I. 3/4,36b. Nach Hdt. 8,138 (vgl. Nik. bei Athen. 15,683a-b) wuchsen die berühmten 60blütenblättrigen duftenden Rosen in den sog. “Gärten des Midas” in Makedonien zur Zeit des Königs Perdikkas [1]. Theophrast (h. plant. 6,6,4) kennt eine gefüllte, angebl…

Rizinus

(243 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (σιλλικύπριον/ sillikýprion, κίκι/ kíki, κρότων/ krótōn, lat. ricinus, was jedoch auch ein Name für eine Läuseart ist, z. B. bei Colum. 6,2,6 und 7,13,1), die Euphorbiacee Wunderbaum oder Christuspalme (Ricinus communis), aus Afrika stammend. Sie wuchs in Griechenland wild, wurde aber in Äg. in mehreren Sorten an den Ufern der Gewässer angebaut (vgl. Diod. 1,34,11). Von Hdt. 2,94 erfahren wir die Gewinnung des für Lampen geeigneten, aber unangenehm riechenden Öls durch kaltes Auspressen der zerschlagenen Frucht des kíki oder durch Rösten und Kochen (unter…

Opobalsamon

(178 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ὀποβάλσαμον/ opobálsamon, lat. balsamum, eigentlich der Balsamsaft, bzw. βάλσαμον/ bálsamon) hieß der durch sein kostbares Harz berühmte Balsambaum Commiphora opobalsamum, den die Griechen nur von den Plantagen in Syrien (bei Jericho und En Gedi) kannten. Tatsächliches Herkunftsland ist aber SW-Arabien und Somalia. Theophrast beschreibt die Pflanze für Syrien (Theophr. h. plant. 9,6,1-4) und die behutsame Gewinnung des wohlriechenden Harzes, das er nicht in reinem Zustand kennt (ebd. 9,1…

Pfeffer

(215 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (τὸ πέπερι, lat. piper) heißt bei Hippokr. gynaicia 1,81 (vgl. Hippokr. epidemiai 4,40; 5,67; 6,6,13; 7,64) die aus Indien eingeführte kostbare Gewürzpflanze Piper mit zwei Arten (P. album und nigrum). Die ungenügenden Beschreibungen bei Theophr. h. plant. 9,20,1, (zit. bei Athen. 2,66e), Dioskurides (2,159 Wellmann = 2,188 Berendes) und Plin. nat. 12,26f. verraten, daß die Samenkörner beim sogenannten P. longum in kleinen Schoten wachsen, was man auf den in Afrika verbreiteten Mohr…

Helenion

(178 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἑλένιον, helenium). Der Name ist laut Plin. nat. 21,59 und 159 von den Tränen der Helena (etwas anders Ail. nat. 9,21) abgeleitet. Röm. Autoren meinten mit der (h)enula oder inula im allg. den Alant (Inula helenium L.), eine große in Westasien und Osteuropa wachsende Composite. Sie wurde seit der Spätant. als Heilpflanze in Gärten kultiviert (vgl. Colum. 11,3,17 und 35). Bes. die bittere Wurzel (Beschreibung des Einmachens mit süßen Zusätzen: Colum. 12,48,1-5; Plin. nat. 19,91; Hor. sat. 2,8,51) sollte (Dio…

Quitte

(194 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die Gleichsetzung der “kydonischen Äpfel” (μῆλα κυδώνια/ mḗla kydṓnia) oder der lat. mala cotonea - it. cotogna bezeichnet die Q. - mit der Q. (Cydonia oblonga) ist zumindest zweifelhaft. Die in den Beschreibungen seit Alkman (fr. 90 Bergk) und Stesichoros (fr. 27 Bergk) genannten Merkmale der Früchte (Wohlgeruch, Eignung zur Herstellung von Konfitüren und der Vergleich ihrer runden Form mit weiblichen Brüsten) können sich auch auf andere Apfelsorten beziehen. Auch die Vorschrift des Solon (Plut…

Ocker

(220 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ὤχρα/ ṓchra, lat. ochra, sil: Plin. nat. 33,158), verwitterte tonhaltige Eisenoxidverbindung, bildete die wichtigste braun-gelbe, manchmal wie Ochsenblut aussehende Malfarbe der Antike. O. wurde in vier Sorten verbreitet (Plin. nat. 33,158-160), wovon die beste nach Erschöpfung der Silbergruben von Laureion in Attika (vgl. Vitr. 7,7,1) nicht mehr zur Verfügung stand. Die marmorhaltige, körnige zweitbeste Sorte, die der Ätzung durch gebrannten Kalk widerstand, diente als Wandfarbe (V…

Myrrhe

(219 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (μύρρα/ mýrra, σμύρνα/ smýrna oder σμύρνη/ smýrnē als Lehnwort aus dem Semit.; lat. murra, murrha, myrrha). Das aus Südarabien, Erythraea und Nordabessinien importierte aromatische Harz des in 300 bis 2000 m Höhe wachsenden echten M.-Baumes Commifera abyssinica Endl. gewinnt man aus Wundstellen der jüngeren Zweige. Bei Erhitzen verströmt es einen seit jeher bei den Völkern im südöstl. Mittelmeerraum beliebten Wohlgeruch (vgl. u.a. Spr 7,17; HL 1,12 u.ö.; Mt 2,11). Theophr. h. plant. 9,4,2-9 bie…

Mistel

(289 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἰξία/ ixía und ἰξός/ ixós, gleichzeitig Name für den Vogelleim aus den M.-Beeren, auch στελίς/ stelís und ὑφέαρ/ hyphéar in griech. Dialekten, lat. viscus bzw. viscum). Theophrast (h. plant. 3,7,6 und 3,16,19) kennt von beiden Arten aus der Familie der Loranthaceen als ixía nur die sommergrüne Echte Eichen-M. oder Riemenblume (Loranthus europaeus L.). Als hyphéar unterscheidet er dort von ihr die immergrüne Weiße oder Nordische M. (Viscum album L.) mit weißen Beeren, die u.a. auf Apfel- und Nadelbäumen (vgl. Theophr. h. plant. 2,17…

Granatapfel, Granatapfelbaum

(252 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die Art Punica granatum L. (ῥόα, σίδη, malum punicum oder granatum, ihre κύτινος genannten Blüten finden sich als Lehnwort bei Plin. nat. 23,110ff. mit sonderbarer Heilwirkung) wächst im Vorderen Orient von Kurdistan bis Afghanistan wild. In Ägypten ist sie mindestens seit der 16. Dynastie (um 1600 v.Chr.) und in Südeuropa seit der Jungsteinzeit wahrscheinlich durch die Phoiniker eingebürgert. Dafür spricht, daß der G. als Fruchtbarkeitssymbol (aufgrund der vielen Samen im saftigen Fruchtf…

Hummer

(157 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Diese edle Krebsart (Homarus vulgaris) gehörte nach Aristoteles (hist. an. 1,6,490b 12) unter dem Namen ἀστακός/ astakós (nach Frisk “mit Knochen versehen”) zu den Weichschalern (μαλακόστρακα), nach Ailianos (nat. 9,6) aber zu den Schaltieren (ὀστρακόδερμα). Seine präzise Beschreibung (schwarze Sprenkelung auf weißem Grunde, acht Füße, große Scheren mit Zähnen darauf, aus verschiedenen Teilen zusammengesetzter Schwanz) bei Aristot. hist. an. 4,2,526a 11-b 18 ermöglicht die Bestimmung. Man findet…

Kirschbaum

(203 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (κέρασος, lat. cerasus mit ungeklärter Etym., da der Name der Stadt Kerasos anders als bei Isid. orig. 17,7,16 von dem K. abgeleitet ist; die Kirschen heißen κεράσια, lat. cerasia). Den Wild-K. gab es in Europa mindestens seit der mittleren Steinzeit [1. 112]. Die veredelte Süßkirsche führte 74 v.Chr. Licinius Lucullus vom Schwarzen Meer nach It. ein (Plin. nat. 15,102ff.). Sie verbreitete sich schnell bis nach Britannien. Plinius kennt bereits mehrere, h. kaum mehr bestimmbare Sorten (Plin. nat. 15,102ff.,…

Käfer

(703 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Von der Ordnung der K., deren Namen κολεόπτερα/ koleóptera Aristoteles (hist. an. 1,5,490a 13-15 und 4,7,552a 22f.) davon ableitet, daß sie ihre Flügel unter einer Decke (ἔλυτρον, élytron; crusta: Plin. nat. 11,97) haben, wurden nur wenige Arten unterschieden. Volkstümlich hießen sie κάνθαροι, kántharoi, lat. scarabaei. Sie bilden sich aus Larven (κάμπαι, Aristot. hist. an. 5,19,551b 24) oder Würmern (σκώληκες, 5,19,552b 3, lat. vermes). Die wichtigsten der durch näherere Angaben über sie wahrscheinlich identifizierten 112 Arten sind folgende: A. Lauf-K.:

Kranich

(324 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Γέρανος ( géranos), lat. grus oder gruis, ist der gewöhnliche K. (Grus grus); die grus Balearica bei Plin. nat. 11,122 ist hingegen der Jungfern-K. (Grus virgo [1. 131f.]; vgl. auch 10,135 grues minores oder vipiones). Charakteristisch sind die langen Beine (Lucil. 168). Sein Frühjahrs- und Herbstzug wurde im Mittelmeerraum stark beachtet, da er das Gebiet überfliegt, dort aber nicht brütet (Hom. Il. 2,460; Aristot. hist. an. 8(9),10,614b 18-26; Plut. Lucullus 39,5; Keilformation bei Cic. nat. deor. 2,49; Mart. …

Auerochs

(160 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Urus (οὖρος bei Hadrianos in Anth. Pal. 6,332,3). Das ausgestorbene Wildrind bos primigenius, wurde zuerst von Caes.Gall. 6,28 (interpoliert) für die Hercynia silva beschrieben (Abb. bei [1. 1,342]). Von Plin.nat. 8,38 [2. 55f.] durch Kraft und Schnelligkeit ausdrücklich vom Bison oder Wisent und vom Büffel unterschieden, nennt ihn Hdt. 7,126 als erster für Makedonien. Er kam in Germanien, den Berggebieten Galliens und an der unteren Donau vor. Die großen Hörner als nach Caesar [3. 137f.] ge…

Kuckuck

(288 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (κόκκυξ/ kókkyx, seit Hes. erg. 486; Suda s.v. κοῦκκος/ kúkkos, lat. cucul(l)us zuerst bei Plaut. Trin. 245, dann bei Plin. nat. 18,249; 28,156 und 30,85; coccyx: Plin. nat. 10,25), der bekannte Brutschmarotzer und in Griechenland früh erscheinende (Dionysios, Ixeutika 1,13, [1. 11]) Zugvogel. Der namengebende Ruf (Verbum: κοκκύζειν/ kokkýzein, Hes. l.c.) war ebenso auffallend wie die Ablage des Eis (selten sind es zwei) in die Nester verschiedener Kleinvögel (bei Aristot. hist. an. 6,7,564a 2 der ὑπολαΐς/ hypolaḯs, wahrscheinlich einer Grasmücke). Aris…

Ammoniacum

(88 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἀμμωνιακόν). Nach Dioskurides 3,84 [1.2.100 ff.] = 3,88 [2.322 f.] Bezeichnung für ein pflanzliches Gummiharz (vgl. Plin. nat. 12,107) von dem Doldengewächs Ferula tingitana L. aus Libyen, das erwärmende, krampflösende und sogar abtreibende Kraft haben soll. Bei anderen Autoren ist es auch ein Steinsalz aus gleicher Gegend mit adstringierender und reinigender Wirkung. Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography 1 M. Wellmann (Hrsg.), Pedanii Dioscuridis de materia medica Bd. 2, 1906 Ndr. 1958 2 J. Berendes (Hrsg.), Des Pedanios Dioskurides Arzneim…

Hamster

(121 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Der nur nördlich der Alpen an Getreidefeldern vorkommende H. (Cricetus cricetus) war weder Griechen noch Römern bekannt. Der früher mit dem H. gleichgesetzte [1] Winterschlaf haltende μυωξός/ myōxós bei Opp. kyn. 2,574 und 585 bezeichnet jedoch den Siebenschläfer ( glis). Der crichetus bei Thomas von Cantimpré 4,26 (nach dem bisher unentdeckten Liber rerum) wird zwar recht gut beschrieben, doch passen die Beschreibung seiner Größe (wie ein Eichhörnchen) und des Lebensraumes ( Apulea) nicht dazu. Albertus Magnus, De animalibus 22,47 [3. 1375] sichert…

Bitterklee

(110 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Ein im Alt. unbekanntes Enziangewächs ( Menanthes trifoliata L.), das von den Kräuterbüchern des 16. und 17.Jh. irrtümlich als Bitter- oder Fieberklee ( Trifolium fibrinum) bezeichnet wird. Es ist auf Sumpfwiesen weitverbreitet und wird heute wegen seiner Bitterstoffe u.a. als Fiber- und Wurmmittel gebraucht. In der Ant. bezeichnete μινυανθές bei Dioskurides 3,109 [1. 119f.] = 3,113 [2. 336f.] und Plin. nat. 21,54 (zum Kranzbinden verwendet) ebenso wie ἀσφάλτιον aber die Leguminose Harz- oder Asphaltklee ( Psoralea bituminosa L.). Kleearten Hünemörder, Ch…

Melde

(226 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἀδράφαξυς/ adráphaxys: Theophrastos, ἀνδράφαξυς/ andráphaxys: Dioskurides, ἀνδράφαξις/ andráphaxis: Hippokr.; lat. atriplex), eine spinatähnliche Gemüsepflanze aus der Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae), die nur in einer Art (Theophr. h. plant. 7,4,1 = Plin. nat. 19,123), nämlich Atriplex rosea L., in Griechenland kultiviert wurde. Nach Theophr. h. plant. 1,14,2 und 7,3,4 bildete sie ihre blattartigen, breiten und nur zwei bis drei Jahre keimfähigen (Theophr. h. plant. 7,5,5 = …

Perlhuhn

(254 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Die ant. Bezeichnungen (μελεαγρίς/ meleagrís, lat. meleagris, Syn.: gallinae Africanae oder Numidicae) meinten - trotz Colum. 8,2,2 (vgl. [1. 19]) - von den insgesamt 23 über Süd- und Vorderasien sowie Nord- und Westafrika verbreiteten Arten tatsächlich nur das gemeine P. (Numida meleagris L.). Das P. wurde wohl im 4. Jh.v.Chr. nach Griechenland und erst im 1. Jh. v.Chr. nach It. (Varro rust. 3,9,18, vgl. Plin. nat. 10,74: ‘die als letzte von den südländischen Vögeln auf die Tafel gebrachte…

Bohnen

(216 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Hülsenfrüchte ( legumina) wie Erbsen (πίσον, pisum), Kichererbse (ἐρέβινθος, cicer) und Linsen (φακός, lens) wurden im Mittelmeerraum mindestens genauso lange schon als Kulturpflanzen vorderasiatischer Herkunft angebaut wie Getreide, d.h. seit ungefähr 6000 Jahren. Von ihnen wurden Spottnamen angesehener röm. Familien abgeleitet (Fabius, Lentulus, Cicero). Die urspr. kleinsamigen B.-Sorten (κύαμος, πύανος, faba, slav. bob), die schon vor über 4000 J. angebaut wurden, stammten von Vicia faba L., aus denen die großsamigen Sau- oder Pferde-B. (Varietät eq…

Myrte

(467 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ὁ μύρτος/ mýrtos, ἡ μυρσίνη/ myrsínē, μυρρίνη/ myrrínē und ὁ μύρρινος/ mýrrinos, die Beere τὸ μύρτον/ mýrton bzw. ἡ μυρτίς/ myrtís, wohl semitischen Ursprungs, aber kaum mit μύρρα/ mýrra (Myrrhe) verwandt; lat. murtus, myrtus, myrta, murta (jeweils fem.), die Beere murtum) ist der wärmeliebende, immergrüne und im ganzen Mittelmeergebiet v.a. in der Macchie sowie in Vorderasien verbreitete Baum mit weißen Blüten. Seit hell. Zeit wurde er in Gärten kultiviert. Bei Homer begegnet die Pflanze selbst zwar nicht, jedoch der Ortsname Mýrsinos (Hom. Il. 2,616) und …

Pfau

(358 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (der in Indien heimische, gut zähmbare Hühnervogel Pavo cristatus). Er hieß mit ungeklärter Etym. [1. Bd. 2, 862; 2. Bd. 2, 267] ὁ ταώς, ταῶς/ taṓs und lat. pavo oder pava. Die Einführung erfolgte wohl im 7./6. Jh.v.Chr. über Babylon (Pfauenthron) nach Palästina und über den Iran (daher Μηδικὸς ὄρνις/ Mēdikós órnis, “medischer/persischer Vogel”; Diod. 2,53 u.ö.) und Vorderasien nach Samos. Dort war der P. hl. Tier im Heratempel (Antiphanes bei Athen. 14,655b; aber auf samischen Mz. erst im 2. Jh.v.Chr. [3. Taf. 5,51]). Nach …

Rabe

(532 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Der urspr. in ganz Europa und in Äg. (Ail. nat. 2,48; in Äg. kleiner nach Aristot. hist. an. 9(8),28, 606a 23 f.) verbreitete, mindestens bussardgroße Kolk-R., Corvus corax (κόραξ/ kórax, offenbar abgeleitet von korós, “schwarz”; der Jungvogel κορακῖνος/ korakínos z. B. bei Aristoph. Equ. 1053; lat. corvus), ist der größte europäische Singvogel mit dem charakteristischen Ruf “korrk” bzw. “rrab”, sonst aber sehr variabler Stimme (64 Laute nach Fulg. 1,13, zit. bei Thomas von Cantimpré 5,31, [1. 191]). In Äg. kommen h. nur die…

Adler

(661 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (ἀετός, aquila). Vornehmster Vogel der Ant. (Il. 8,247; 24,315; Aischyl. Ag. 112; Pind. P. 1,6 al.; Plin. nat. 10,6). Beschreibung der 6 Arten bei Aristot. hist. an. 8(9),32,618 b 18-619 b 12 und mit Änderungen bei Plin. nat. 10,6-8. (1) πύγαργος, νεβροφόνος (“Hirschkalbtöter”) (bei Plin. Nr. 2), mit weißem Schwanz, in Ebenen, Wäldern, Bergen und bei Städten lebend, vielleicht Schlangen-A. [1. 208]. (2) πλάγγος, νηττοφόνος ( anataria) oder μορφνός, homer. (= περκνός, Il. 24,316), in feuchten Niederungen bzw. an Seen, ein großer und starker V…

Fische

(352 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Aristoteles kennt die Fische (ἰχθύς, Pl. ἰχθύες), die heutige Klasse der Wirbeltiere, als Untergruppe der Wassertiere (ἔνυδρα) fast noch besser als die der Vögel und bietet in der Historia animalium etwa 133 Namen. Davon müssen jedoch viele Meeres-F. unidentifiziert bleiben. Seine Informanten waren erfahrene Fischer, die er z.B. auf dem reichen F.-Markt in Athen ausfragte. Deutlich unterscheidet er die im Dunkeln phosphoreszierenden Knorpel-F. als σελάχη (von σέλας, “Licht”) [1. 55], nämlich Haie und Rochen,…

Linse

(153 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (abgeleitet von lat. lens, lentis oder lenticula; griech. φακός/ phakós), Ervum Lens L., eine seit Jahrtausenden, bes. in Äygpten (zwei Arten bei Plin. nat. 18,123), angebaute Hülsenfrucht. Für deren Brei (φακῆ/ phakḗ) opferte Esau sein Erstgeburtsrecht (Gn 25,34). Bei den Griechen erwähnen Solon fr. 26,3 und Hdt. 4,17 (Anbau bei den Skythen) die L. zuerst. Bei Aristoph. (z.B. Equ. 1002 und Vesp. 811) sowie Athen. 4,158a-d ist das L.-Gericht Speise der Armen. Theophrast (h. plant. 2,4,2 und 8,5,1ff.), Cato (ag…

Affe

(317 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (πίθηκος, simia, vulgärlat. clura), nur in Afrika und Südasien; früher Vorkommen auf Pithekusa (Ischia) (Xenagoras fr. 13) von Plin. nat. 3,82 bestritten (vgl. die Sage Ov. met. 14,92 ff.). In der Ant. bekannt (Aristot. hist. an. 2,8,502 a 16-b 24; Plin. nat. 8,216) waren: 1. der schwanzlose türk. A. (πίθηκος), 2. die geschwänzte Meerkatze (κῆβος, κερκοπίθηκος), 3. Mantelpavian (κυνοκέφαλος, lat. satyrus). Die Arten 1 und 2 waren beliebte, vielfach abgebildete [vgl. 1, Kap. 3 und Abb. 13-15] und (wegen seines Nachahmungstriebs, s. Ail. na…

Lachs

(150 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Aus der Familie der Salmonidae kannte man in der Ant.: 1. den eigentlichen L., Salmo salar L., als ἴσοξ/ ísox ( isox Isid. orig. 20,2,30), den Plin. nat. 9,44 für den Rhein und Sulp. Sev. dialogi 2,10,4 für den Liger (die Loire) erwähnen. Auson. Mos. 97-105 beschreibt ihn genau; 2. die Meer-Forelle, Salmo trutta trutta, (Forelle) als fario (Auson. Mos. 128-130 und Isid. orig. 12,6,6: varii) bzw. salmo marinus (Plin. nat. 9,68, nach [1. 119] aber Nr. 1); 3. die Bach-Forelle, Salmo trutta fario, ist vielleicht mit salmo fluviatilis (Plin. nat. 9,68) in Aquitanien ge…

Fliegenfänger

(201 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Diese Singvogelfamilie ist im Mittelmeerraum nur durch zwei Arten vertreten: (a) den Grau- (Muscicapa striata Pall.) und (b) den Trauerschnäpper (M. albicollis Temminck). Beide werden in der Ant. nicht unterschieden, ihre Identifizierung ist daher weder in zoologischen Angaben noch in den ant. Abbildungen (etwa auf Mosaiken [1. Bd. 2, 119]) möglich. Der ant. Name συκαλλίς/ sykallís, ficedula leitet sich von der bereits von Aristoteles (hist. an. 8(9),3,592b 21f. und 28f.) indirekt widerlegten Ansicht ab, er fresse Feigen. Aristoteles'…

Channe

(83 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (χάννη, χάννα). Ein Fisch aus der Familie der Barsche, vielleicht der Sägebarsch ( Serranus cabrilla), nach Aristot. hist. an. 8,13,598a 13 ein Seefisch, der nach 8,2,591a 10 Fleischfresser war. Sein großes Maul und die schwarz-rote Bänderung hebt Athen. 7,327f ebenso wie 8,355c sein zartes Fleisch hervor. Da keine Männchen bekannt waren - er ist tatsächlich Zwitter -, glaubte man an eine Selbstbefruchtung der Weibchen (Aristot. hist. an. 4,11,538a 19; Plin. nat. 9,56 und 32,153, nach Ov. halieutica 108). Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography Leitner…

Rübe

(249 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (γογγυλίς/ gongylís, ῥάπυς/ rhápys, ῥάφυς/ rháphys, βουνιάς/ buniás, lat. rapum, napus). Aus der wilden R. Beta vulgaris wurde die Runkel-R. (var. rapa) gezüchtet. Wahrscheinlich hängt die weiße R. der Ant. mit dem R.-Kohl Brassica rapa L. aus der Familie der Cruciferae zusammen. Theophrast erwähnt h. plant. 1,6, 6-7 die fleischige Wurzel der gongylís und im 7. B. Einzelheiten des Aussäens. Unter napus scheint Colum. 2,10,22-24 (= Pall. agric. 8,2,1-3) die Steck-R. zu verstehen, unter rapum die weiße R. Er empfiehlt die Aussaat nach der Sommersonnenwen…

Hafer

(113 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Der wilde und der kultivierte H. (Avena sativa L., βρόμος/ brómos, avena) fand in der Ant. im Gegensatz zur Gerste (Getreide) in der Ernährung nur gelegentlich, etwa als Mehl für Graupen und diätetischen Brei (Hippokr. De victu 2,7(= 43) und Plin. nat. 22,137), meist jedoch als Viehfutter (grün oder in Form von Heu: Colum. 2,10,32) Verwendung. Dioskurides (mit guter Beschreibung 2,94 p. 1, 172f. Wellmann = 2,116 p. 203 Berendes) empfiehlt den Brei gegen Durchfall und den Schleim daraus gege…

Casia

(103 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( cassia, κασσία) bezeichnete urspr. Cinnamomum-Arten, bes. C. zeylanicum (Zimt, κιννάμωμον bei Hdt. 3,107) und C. cassia (aus Südchina, vgl. Theophr. h. plant. 9,5,1 und 3; Dioskurides 1,13 [1. 1,17f.] = 2.1,12 [2. 35ff.]), aber auch schon im Alt. Arten der Leguminosengattung Cassia, bes. die schwarzen über Alexandreia eingeführten Hülsen von C. fistula ( C. solutiva, κασσία μέλαινα, γλυκοκάλαμος). Deren eßbares, abführend wirkendes Mark (genannt Sennesmus) wurde auch im MA häufig verwendet. Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography 1 M. Wellmann …

Conger

(108 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (γόγγρος, manchmal, z.B. Athen. 8,356a: γρύλλος), Meeraal, der wie der Aal beliebte und deshalb teure Seefisch (Plaut. mil. 760; Persa 110; vgl. die Angaben bei Athen. 7,288c). Aristoteles erwähnt u.a. zwei farblich unterschiedliche Arten (hist. an. 8,13, 598a13), seine ungewöhnliche Länge, Dicke und Glätte, den großen Magen und das talgartige Fett. Der C. lebt von Fischen, auch der eigenen Art, und Polypen und wird selbst Beute von Muränen und Krabben (vgl. Plin. nat. 9,185). Na…

Lerche

(259 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Aus der Familie der Alaudidae kannte das klass. Alt. von zwei Gattungen nur je eine Art: Die Hauben-L. (Galerida cristata L.), ἡ κόρυδος/ kórydos, κορύδαλος/ korýdalos, lat. corydalus (Marcellus, De medicamentis 29,30), galerita (Plin. nat. 10,137), cassita (Gell. 2,29,3), kelt. alauda (Plin. nat. 11,121; Marcellus, ebd. 28,50), unterscheidet sich von der in Griechenland nur als Wintergast auftretenden Feld-L. (Alauda arvensis L.) nach Aristot. hist. an. 8(9),25,617b 19-23 durch die Federhaube. Die Hauben-L. hat die Größe des Grünlings (χλωρίς/ chlōrís; Ar…

Lärche

(91 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Dieser im Herbst seine Nadeln verlierende Nadelbaum, Larix europaea oder Larix decidua Mill., kommt in Griechenland nicht vor, ist aber von den Römern aus den Alpen und den Karpaten als larix importiert und in Oberitalien angepflanzt worden. Erst im 18. Jh. kam die L. ins westl. Mitteleuropa. Vitr. 2,9,14 erwähnt ihr gegen Fäulnis und Feuer (vgl. Pall. agric. 12,15,1) resistentes Holz zuerst, danach Plin. nat. 16,43 und 45. Ihr festes, harzreiches, rötliches Holz wurde zum Haus- und Schiffsbau verwendet. Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography R. Stadler, …

Chamaeleon

(168 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (χαμαιλέων). Ein in Indien und Ägypten vorkommendes Reptil (Plin. nat. 11,188). Man kannte seine Gestalt, seine Scheu und die Drehbewegung der Augen, ließ es aber nur von Luft leben. Die Fähigkeit des schlanken (Aristot. part. an. 4,11,692a20-24) Tieres, seine Farbe wechseln zu können, wird in der Ant. kontrovers diskutiert: Aristoteles führt sie auf Furcht und Blutarmut zurück, Theophrast (?, bei Plut. soll. an. 27,978e-f) nur auf Furcht und (bei Phot. bibl. 278; wie Plin. nat. …

Apfel

(237 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Wildäpfel ( Malus silvestris, pumila, tomentosa u. a., ἀγριομηλέα z. B. bei Dioskurides 1,115,4 [1.1.108] = 1,163 [2.136]) wurden schon in der asiatischen und europ. Steinzeit gesammelt. Kulturformen mit größeren Früchten gelangten im Neolithikum in das Alpen- und Ostseegebiet [3.94-104]. Im kaiserzeitlichen Rom kannte man etwa 30 Apfelsorten (vgl. Plin. nat. 15,51 f. u. ö.), die man u. a. durch verschiedene Pfropfverfahren (vgl. Colum. de arboribus 26; Plin. nat. 17,99) erzielte. Nicht alle z.T. eingehenden Berichte über den Baum (μηλέα, malus) und die Fruc…

Büffel

(127 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (βοῦς ἄγριος, bubalus; βούβαλος dagegen ist die Gazelle!). In Südasien beheimatet und daher urspr. den Mittelmeerländern fremd. Hiob 39,9ff. bezeichnet mit diesem Namen vermutlich den assyr. Wildochsen, der auch auf dortigen Reliefs dargestellt ist (Luther übersetzt falsch mit “Einhorn”). Die kurze Beschreibung des Aristot. hist. an. 2,1,499a4ff. (vgl. Plin. nat. 8,38: Africa vituli potius cervique quadam similitudine, ‘da Afrika jenes Tier eher mit einer gewissen Ähnlichkeit mit einem Kalb und einem Hirsch hervorbringt’) bezieht sich…

Rhabarber

(112 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( reubarbarum sive reuponticum bei Isid. etym. 17,9,40, gewöhnlich ῥᾶ/ rhá, ῥῆον/ rhḗon bei Dioskurides 3,2 Wellmann und Berendes, rhecoma bei Plin. nat. 27,128, im MA rhabarber), das Knöterichgewächs (Polygonaceae) Rheum rhabarbarum L., Rh. officinale L., Rh. rhaponticum L., nach dem Fluß Rha (= Wolga) am Schwarzmeer rha ponticum genannt (Amm. 22,8) und daher wohl aus Asien eingeführt. Plin. nat. 27,128-130 (ähnlich Dioskurides 3,2) empfiehlt wegen ihrer erwärmenden und adstringierenden Wirkung die zerriebene Wurzel äußerlich…
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