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Pilum

(536 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In einer kurzen Erwähnung bei Servius (Serv. Aen. 7,664: pilum proprie est hasta Romana) wurde das p., ein Wurfspeer, für den typischen röm. Speer gehalten. Zu den frühsten Zeugnissen für die Verwendung des p. im röm. Heer gehört die Darstellung der Schlacht bei Panormos 250 v.Chr. (Pol. 1,40). Bei Livius werden die ersten beiden Schlachtreihen der Legionen der Zeit um 340 v.Chr. als antepilani (“Soldaten vor den Trägern des p.”) bezeichnet (Liv. 8,8). Polybios spricht in seiner Darstellung des röm. Heeres von γρόσφοι/ grósphoi als den Speeren der jüngsten Sold…

Feldzeichen

(800 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die F. des röm. Heeres erfüllten eine wichtige taktische Funktion: die Übermittlung der Befehle des Feldherrn; in diesem Falle wurden sie vom Klang des cornu begleitet (Veg. mil. 2,22). Aufgrund ihrer Bed. erlangten sie eine geradezu rel. Geltung (vgl. etwa Tac. ann. 1,39,4). Der Überl. nach soll Romulus an die erste Legion Tierzeichen wie den Adler, den Wolf, das Pferd, das Wildschwein und den Minotaurus vergeben haben (Plin. nat. 10,16). Jeder der dreißig Manipel erhielt damals angeblich ein signum (Ov. fast. 3,115; Plut. Romulus 8). In der Republik wurden die hasta…

Militärstrafrecht

(475 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Das im röm. Heer geltende Strafrecht kannte zwei unterschiedliche Kategorien von Vergehen. Die erste Kategorie betraf solche Delikte, die auch im zivilen Bereich geahndet wurden, etwa Diebstahl oder das crimen maiestatis ( maiestas ). Die zweite Kategorie umfaßte die spezifischen Verfehlungen im Militärdienst, vor allem Ungehorsam gegenüber den Vorgesetzten, unerlaubtes Entfernen von der Einheit, Desertion ( desertor ) und Verrat ( perduellio ). Die Zusammensetzung des Militärtribunals sowie die Strafen wandelten sich ent…

Dona militaria

(849 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Besonders verdienten Soldaten und Offizieren des röm. Heeres wurden Ehrenzeichen verliehen (Auszeichnungen, militärische), wobei der Dienstgrad der Empfänger eine wichtige Rolle spielte. Die Praxis der Verleihung solcher Ehrenzeichen veränderte sich im Verlauf der Republik und der Prinzipatszeit. Von der älteren Überlieferung wurde zwar über die Verleihung von Ehrenzeichen in der Zeit der frühen Republik berichtet (Plin. nat. 22,6-13), aber die ersten glaubwürdigen Hinweise finde…

Decanus

(126 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Als d. wurde ein Soldat bezeichnet, der ein contubernium befehligte; der d. tauchte in dem Moment auf, als die Stärke dieser Einheit von acht auf zehn Mann erhöht wurde (nach Ps.Hyg.). Die Inschr. IGR I 1046 erwähnt δεκανοί, die entweder Personen dieses Ranges waren oder aber Befehlshaber eines Geschwaders von zehn Schiffen, was nicht mehr genau zu klären ist. Der d. ist noch für das 4. Jh.n.Chr. belegt, manchmal mit dem Titel caput contubernii (Veg. mil. 2,8; 2,13). In anderen Zeugnissen bezeichnet dieser Begriff Personen, die der niedrigsten Stufe d…

Militärrecht

(605 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In Rom war der Militärdienst durch eine Vielzahl von Gesetzen geregelt, wobei die tradierten rel. Vorstellungen und kollektiven Mentalitäten die Rechtsentwicklung entscheidend beeinflußt haben. Die röm. Bürger waren seit der Frühzeit der Stadt zum Militärdienst verpflichtet; das Bürgeraufgebot wurde von den auxilia (Hilfstruppen) der socii verstärkt. Wenn ein Bürger als Soldat eingezogen wurde, unterstand er nicht mehr der väterlichen Gewalt ( patria potestas ), sondern er hatte sich der disciplina militaris unterzuordnen. Die Be…

Burgus

(87 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die Herkunft des Wortes b. ist in der Forsch. umstritten: Es wird sowohl ein german. (CIL XIII 6509) oder auch ein griech. Ursprung (πύργος; Ios. bell. Iud. 1,99-100) angenommen. Das Wort, das vor Mitte des 2.Jh. n.Chr. erscheint und noch unter Valentinianus I. nachgewiesen ist, bezeichnet einen kleinen befestigten Wachturm (ILS 396) oder wird als Diminutiv für castellum gebraucht (Veg. mil. 4,10).; der b. diente allg. der Überwachung (CIL VIII 2494-2495: b. speculatorius). Le Bohec, Yann (Lyon) Bibliography 1 D. Baatz, Bauten, MAVORS XI, 1994, 83-85.

Desertor

(268 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In der röm. Armee wurde als d. betrachtet, wer nicht beim Appell erschien (Liv. 3,69,7), wer sich während einer Schlacht aus der Reichweite des Trompetenschalles entfernte oder wer seine Einheit in Friedenszeiten ohne Erlaubnis, ohne commeatus (Suet. Oth. 11,1; SHA Sept. Sev. 51,5; Dig. 49,16,14), verließ (‘sich von den signa entfernte’). Die Strafen waren unerbittlich: je nach Fall drohte die Sklaverei (Frontin. 4,1,20), die Verstümmelung (SHA Avid. 4, 5) oder der Tod (der Verurteilte wurde mit Ruten geschlagen und daraufhin von dem Tarpeium saxum herabgeworfe…

Imaginiferi, Imaginifarii

(204 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Der imaginifer war ein Soldat, der zumindest bei Festen ein Bildnis ( imago) des Princeps trug (Veg. mil. 2,6; 2,7; Ios. ant. Iud. 18,55); sicherlich besaßen die i. keine direkt mil. Aufgaben. In jeder Legion gab es einen imaginifer, der jedoch nicht unbedingt der ersten Kohorte ( cohors ) angehörte (CIL III 2553: 3. Kohorte). Nach Vegetius (mil. 2,7) waren i. auch in anderen Einheiten vertreten. Inschriftlich sind i. für die cohortes urbanae und die vigiles in Rom sowie für die Legionen und die Einheiten der auxilia ( alae, cohortes und numeri), nicht aber für die Pra…

Auszeichnungen, militärische

(811 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Um die Tapferkeit und den Mut von Soldaten zu belohnen, wurden im röm. Heer - wie in allen anderen Heeren auch - A. vergeben, die den Vorteil hatten, daß sie das Gemeinwesen wenig kosteten und gleichzeitig das Bewußtsein soldatischer Ehre verstärkten (Pol. 6,39). Das starke Empfinden für hierarchische Strukturen hatte auch Einfluß auf derartige A., denn sie wurden abhängig vom Dienstgrad des Empfängers vergeben ( dona militaria ). Wie A. Büttner gezeigt hat, waren die röm. A. sicherlich ital., daneben aber auch kelt., griech. …

Contubernium

(149 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] bedeutete im eigentlichen Sinne des Wortes eine Gemeinschaftsunterkunft von Soldaten; entweder handelte es sich um ein Zeltlager während einer expeditio oder um Baracken in einem ständigen Lager (Tac. ann. 1,41,1). Daraus ergaben sich zwei weitere Wortbedeutungen: Der Begriff wurde auch für eine Gruppe von Soldaten benutzt, die eine Unterkunft teilten, und er bezeichnet außerdem ein daraus entstandenes Gefühl der Zusammengehörigkeit, des Vertrauens und der Solidarität (Suet. Tib. 14,4; Caes. civ. 2,29). Dies schloß auch die Offiziere ein. Das c. scheint ke…

Marschgepäck

(384 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Zwei lat. Wörter, impedimenta und sarcina, bezeichneten das M. der röm. Legionen. Bei den impedimenta handelte es sich um das schwere Gepäck, das der Versorgung und Ausrüstung der gesamten Legion diente und von Tragtieren befördert wurde (Pol. 6,27; 6,40; Liv. 28,45; Caes. Gall. 5,31,6). Es umfaßte die Zelte, das Gepäck der Offiziere, die Handmühlen für das Getreide, die Nahrungsmittel, die Waffen und, nach einem Sieg, das Geld und die Kriegsbeute. Anfangs bezog sich das Wort impedimenta nur auf Sachen, im Verlauf der Entwicklung wurde es auch für Mensc…

Beneficiarii

(113 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] wurden bereits bei Caesar (civ. 1,75,2; 3,88,5) erwähnt; nach Vegetius (mil. 2,7) handelte es sich um Soldaten, die ihre Beförderung einem beneficium ihrer Vorgesetzten verdankten und von den munera befreit waren. Sie waren einem Offizier zugeordnet, in dessen Diensten sie rechtliche und finanzielle Funktionen ausübten, die eine gewisse Kompetenz erforderten. Man findet die b. in allen Einheiten, in der Marine, in den auxilia, in den Legionen und in Rom. Einige von ihnen nahmen auch Aufgaben im zivilen Bereich wahr und wurden in den stationes zum Schutz der Fer…

Decimatio

(203 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die d. ist eine im röm. Heer selten angewandte Form der Bestrafung einer ganzen Einheit (Pol. 6,38; Frontin. strat. 4,1,34; 4,1,37; Quint. decl.348). Die Tribunen wählten durch Los jeden zehnten Mann aus; die Züchtigung konnte auch abgeschwächt werden, indem man nur einen Mann von hundert auswählte (SHA Opil. 12,2). Die auf diese Weise bestimmten Opfer wurden nicht durch das Beil, sondern durch Stockschläge hingerichtet (Tac. ann. 3,21,1). Diese als sehr streng geltende Strafe wur…

Pfeil und Bogen

(624 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Der Gebrauch von P. und B. in Jagd und Krieg ist sehr alt; sie waren bereits in prähistor. Zeit weit verbreitet. Im Vorderen Orient waren P. und B. wichtige Kriegswaffen. Wie Reliefs aus Mesopotamien zeigen, standen die assyrischen Bogenschützen oft in einem Streitwagen (Palast Assurnaṣirpals II. in Nimrūd (Kalḫu), 9. Jh.v.Chr.; London, BM); bei der Belagerung von Städten wurden Bogenschützen zu Fuß eingesetzt (Relief Tiglatpilesers III. in Nimrūd, 8. Jh. v.Chr.; London, BM); geg…

Labarum

(196 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Vor der Schlacht an der Milvischen Brücke ( pons Milvius ) gegen Maxentius 312 n.Chr. erhielt Constantinus I. in einem als Vision bezeichneten Traum den Rat, die ersten beiden Buchstaben des Namens Christus, griech. Chi und Rho (Χ und Ρ), auf die Schilde seiner Soldaten schreiben zu lassen, wenn er siegen wolle: τούτῳ νίκα (“In diesem Zeichen siege”; vgl. Lact. mort. pers. 44; Eus. vita Const. 1,26-31). Dieses Christogramm wurde in der folgenden Zeit an der Spitze einer Standarte befestigt, die aus einer langen La…

Accensi

(145 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Urspr. waren die a. (auch a. velati, “(nur) mit einem Stoffmantel bekleidet”) Armeeangehörige, die zu arm waren, um sich selbst auszurüsten. Sie begleiteten die Legionen und mußten, aufgestellt hinter den anderen Soldaten, in der Schlacht die Gefallenen mit deren Waffen ersetzen (Fest. 369 M; Liv. 8,8,8; Cic. rep. 2,40). Sie wurden entsprechend ihren Einkünften beim census ausgehoben. Seit der Einführung des Solds (nach unserer Überlieferung 406 v. Chr.) erscheinen sie in dieser Form nicht mehr. Der Begriff a. bezeichnete danach einen kleinen, wenig gesch…

Corvus

(136 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] [1] militärisch Die Erfindung des c. (“Rabe”) wird C. Duilius, cos. 260 v.Chr. und Sieger über die Karthager in der Schlacht bei Mylae, zugeschrieben. Es handelte sich um eine Enterbrücke, die am Bug des Schiffes angebracht war und mit Hilfe einer Rolle und eines Seils dirigiert wurde. Wenn man sie auf das feindliche Schiff niederfallen ließ, blieb ein Metallhaken fest im Verdeck stecken; so konnte die Takelage des Gegners beschädigt werden, die röm. Soldaten konnten das Schiff entern (Pol. 1,22,23). Mit der Erfindung des c. wurde der Taktik des Enterns der Vorz…

Disciplina militaris

(849 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Das lat. Wort disciplina bezeichnet a) ein Wissensgebiet oder eine Wissenschaft und b) Gehorsam. In Verbindung mit dem röm. Militärwesen erscheint disciplina meist in der zweiten Bed.; bei Frontinus wird die Kenntnis des Militärwesens rei militaris scientia genannt (Frontin. strat. 1 praef. 1). Die Wendung disciplina militaris wird von Valerius Maximus sowie Plinius gebraucht und ist überdies epigraphisch belegt (Val.Max. 2,7; Plin. epist. 10,29; S.c. de Cn. Pisone patre, 52; ILS 3809). Tacitus charakterisiert mit den Worten militia disciplinaque nostra de…

Exauctorare

(211 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Mit dem Verb e. wird der juristische Akt bezeichnet, durch den ein röm. Feldherr einen Soldaten oder eine ganze Einheit vom Fahneneid entband. Eine solche Handlung konnte zum gesetzlich vorgesehenen Zeitpunkt vorgenommen werden, in der Zeit der Republik etwa nach einem Sieg, in der Prinzipatszeit nach Ende der gesetzlich vorgeschriebenen Dienstzeit der Soldaten (Suet. Aug. 24,2; Suet. Tib. 30; Tac. ann. 1,36,4; Tac. hist. 1,20,6). Im Ausnahmefall konnte damit eine Belohnung verbunde…

Commeatus

(334 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] C. hat zwei verschiedene Bedeutungen: Es beschreibt entweder eine zeitlich begrenzte Beurlaubung (im Gegensatz zur endgültigen Entlassung, der missio) oder bestimmte Teile der Versorgung. Der Begriff stellatura bezeichnet den Mißbrauch beider Einrichtungen. 1. Die Beurlaubung bedeutete für die Soldaten, sich von den Feldzeichen entfernen zu dürfen (Tac. hist. 1,46,4). Fälschlicherweise wurde der c. mit der immunitas oder vacatio munerum verwechselt, die die Befreiung von den üblichen Arbeitsdiensten, die die Soldaten zu verrichten hatte…

Cornicines

(104 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die c. gehörten zu den Militärmusikern ( aeneatores), sie spielten auf dem cornu, einem kreisförmig gebogenem Blasinstrument aus Bronze; schwierig ist die Abgrenzung zur bucina. Diese Soldaten wurden unter den ärmsten Bürgern ausgehoben und waren bereits in der Servianischen Centurienordnung vertreten (Liv. 1,43). Allein gaben die c. die Befehle für die Feldzeichen, die Stellung zu wechseln, gemeinsam mit den tubicines die Signale im Kampf (Veg. mil. 2,22;3,5). Unter dem Prinzipat besaßen die c. ein höheres Ansehen als in der Republik, wie ihre Erwäh…

Corniculum, cornicularii

(173 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In der Zeit der Republik gehörte das c. zu den dona militaria (Liv. 10,44,5; Suet. gramm. 9; CIL I2 709 = ILS 8888); in der Prinzipatszeit sind die cornicula nur noch ein Rangabzeichen. Die genaue Bed. des Wortes ist umstritten. Entweder wird es von cornus (Kornellkirsche) oder von cornu(Horn) hergeleitet. Es handelte sich dementsprechend entweder um zwei kleine Speere (vgl. Pol. 6,39) oder aber um kleine Hörner, die von den Helmen herunterhingen. Die c. stellten die Elite der principales und erfüllten ohne Zweifel Verwaltungsaufgaben, denn es sind zivile c. nachgew…

Bucinatores

(116 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die b. waren neben den tubicines und cornicines Musiker im röm. Heer; die bucina war ein Blasinstrument aus Bronze (Veg. mil. 2,11; 3,5), dessen genaue Form strittig ist. Signale der bucina regelten in der Zeit der Republik den Wachdienst bei Nacht (Pol. 6,35; Liv. 7,36; Frontin. strat. 1,5,17). Während des Principats wurde im Lager das convivium durch das Signal der bucina beendet (Tac. ann. 15,30,1), in der Spätant. gaben die b. bei der Hinrichtung von Soldaten das Signal. aeneatores Le Bohec, Yann (Lyon) Bibliography 1 R. Meucci, Riflessioni di archeologia mus…

Militärschriftsteller

(474 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die intellektuelle Ausbildung der künftigen Offiziere des röm. Heeres beruhte auf der Lektüre und Erklärung der Schriften von Historikern wie Polybios und Livius sowie der mil. Dienstanweisungen, die unter Augustus und Hadrianus in Kraft gesetzt worden und noch unter Severus Alexander gültig waren (Veg. mil. 1,27: Augusti atque Hadriani constitutiones; Suet. Aug. 24f.; vgl. Cass. Dio 69,9,4). Daneben wurden auch Schriften von Cato, Marius [I 1], Rutilius Rufus (Val. Max. 2,3,2) und Arrius [II 5] Menander gelesen. Unter Constant…

Aeneatores

(104 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] waren die bereits in der servianischen Centurienordnung belegten Musiker der röm. Legionen; zu ihnen gehörten die tubicines, cornicines und bucinatores, die im Lager, auf dem Marsch und während der Schlacht die Befehle der Offiziere übermittelten. Das Wort a. erscheint in der Kaiserzeit nur einmal (CIL XIII 6503); im 4. Jh. n. Chr. werden sie bei Amm. 16,12,36 und 24,4,22 erwähnt. bucinatores, cornicines, tubicines Le Bohec, Yann (Lyon) Bibliography 1 A. Baudot, Musiciens romains de l'Antiquité, 1973 2 R. Meucci, Riflessioni di archeologia musicale, in: N…

Armamentaria

(167 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die a., Arsenale, die sich in der Frühzeit in Rom selbst befanden, wurden mit der Expansion des Imperium Romanum auch in die Städte nahe der Kriegsschauplätze verlagert. In den Legionslagern der Principatszeit befanden sich die a. in den principia, für die Marine in den Häfen (CIL VI 999, 2725; VIII 2563); in Rom existierte ein a. in den castra praetoria. Die Waffen wurden nach Typ, nicht nach Einheiten gelagert und von den armorum custodes bewacht; das a. unterstand einem curator operis armamentarii und einem magister, der von einem scriba armamentarii und einem archit…

War, consequences of

(1,115 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basle) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[German version] I. Greece The consequences of a war in Ancient Greece for individuals, cities or kingdoms depended on its duration and size, and a systematic or general assessment is thus not unproblematic. Several authors describe the terrible sight of a battlefield (Xen. Hell. 4,4,12; Xen. Ages. 2,14f.; Plut. Pelopidas 18,5; cf. Thuc. 7,84f.). During a hoplite battle in the classical period, on average 5% of the victors and 14% of the vanquished would fall [4]; in addition there would be the woun…

Sword

(862 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon) | Pingel, Volker (Bochum)
[German version] I. Classical Antiquity The sword used in Rome's early period is referred to as ensis or gladius in the transmission (Verg. Aen. 7,743; 9,431; 12,458; Liv. 1,43,2). According to Livy, the soldiers of the first three classes ('divisions') in the Servian order of centuriae were equipped with swords (Liv. 1,43,2). The Gallic sword was longer and had no pointed tip, the Hispanic sword was short, had a tip and was more suitable for thrusting than for slashing (Liv. 22,46,5). In the period of the 2nd Punic W…

Ala

(332 words)

Author(s): Höcker, Christoph (Kissing) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[German version] [1] Part of the Roman atrium house Part of the Roman atrium house ( House;  Atrium). The term ala designates two opposing rooms, open in their full width and height, that form the cross axis in front of the tablinum or main room of the house. Alae were very common in Roman home construction; Vitruvius lists the correct proportions for design (6,3,4). The origin of the design type is unclear. The conjecture that, in Vitruvius' description of the Tuscan temple (4,7,1), the term for the two outer cellae of the Etruscan temple ( Temple) is alae (instead of aliae, as the text has…

Armament

(2,356 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basle) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[German version] I. Greece The main literary source for the armaments of Greek armies of the Geometric period is the 'Iliad', and the main archaeological sources are weapon finds and vase depictions mostly from grave goods. These genres of source materials cannot always be demonstrated to be consonant, as Homer has some of his heroes use weaponry from the Mycenaean period, and these are no longer archaeologically attested (e.g. boar's tooth helmet, Il. 10,261-265; long or 'tower' shield, Il. 7,219-2…

Bewaffnung

(2,167 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Griechenland Die Bewaffnung griech. Heere in geom. Zeit ist lit. vor allem in der Ilias dokumentiert, arch. durch vornehmlich aus Gräbern stammenden Waffenfunde und Vasendarstellungen. Diese Quellengattungen sind nicht immer in Übereinstimmung zu bringen, da Homer einige seiner Helden Waffen aus myk. Zeit benutzen läßt, die arch. nicht mehr belegt sind (z.B. Eberzahnhelm, Il. 10,261-265; Lang- oder Turmschild, Il. 7,219-223; Streitwagen, die auf geom. Vasen oft dargestellt sind …

Kriegsfolgen

(1,039 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Griechenland Welche Folgen ein Krieg im ant. Griechenland für Individuen, Städte oder Königreiche hatte, hing von seiner Dauer und Dimension ab; eine Sytematisierung oder Verallgemeinerung der K. ist daher nicht unproblematisch. Mehrere Autoren beschreiben das schreckliche Aussehen eines Schlachtfeldes (Xen. hell. 4,4,12; Xen. Ag. 2,14f.; Plut. Pelopidas 18,5; vgl. Thuk. 7,84f.). Während einer Hoplitenschlacht fielen in klass. Zeit durchschnittlich 5% der Sieger und 14% der Verl…

Ala

(313 words)

Author(s): Höcker, Christoph (Kissing) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] [1] Teil des röm. Atriumhauses Teil des röm. Atriumhauses (Haus; Atrium). Zwei einander gegenüberliegende, auf ganzer Breite und Höhe offene Räume, die die Querachse vor dem Tablinum, dem Hauptraum des Hauses bilden, werden als a. bezeichnet. A. sind im röm. Hausbau weit verbreitet, geeignete Entwurfsproportionen nennt Vitruv (6,3,4). Die Herkunft des Typus ist unklar; die in Vitruvs Beschreibung des tuskanischen Tempels (4,7,1) oft konjizierten alae (anstelle des überlieferten aliae) als Terminus für die beiden äußeren cellae des etr. Tempels (Tempel) …

War booty

(1,607 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basle) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[German version] I. Ancient Near East In the ancient Near East, the procurement of WB was directed towards obtaining important raw materials (e.g. metals - Egypt: gold from Nubia, silver from Cilicia, copper from Cyprus (Middle Kingdom); Assyria: iron from Iran, silver from Cilicia; Cilices, Cilicia) and items required for further warfare (e.g. horses, chariots in Assyria, 1st millennium BC) or served to supply the royal court with luxury goods for purposes of prestige. WB must be distinguished from '…

War chariot

(855 words)

Author(s): Hausleiter, Arnulf (Berlin) | Le Bohec, Yann (Lyon) | Pingel, Volker (Bochum)
[German version] I. Ancient Orient and Egypt In both the Ancient Orient and Egypt the WC was a single-axle open chariot with spoked wheels pulled by horses. WCs were predominantly made of wood and in some cases clad in metal. The first evidence of WCs is on 2nd millennium BC seal rolls in Anatolia, and then in Syria (Seals). Their origin is disputed. In particular Hittite texts record the military significance of WCs (battle of Qadesh in 1275 BC between Muwatalli II and Ramses [2] II). There is also ev…

Armies

(3,413 words)

Author(s): Fuchs, Andreas (Jena) | Burckhardt, Leonhard (Basle) | Le Bohec, Yann (Lyon)
I. Ancient Orient [German version] A. General The multitude of countries and cultures in the Middle East and Egypt during the period from the 3rd to the 1st millennium BC, each with their own very individual set of conditions, is matched by the variety of their armies in terms of recruitment processes, composition, organization, fighting methods and size. Fuchs, Andreas (Jena) [German version] B. Reference sources The Ancient Orient did not produce any literature on the subject of military theory. Narrative sources are restricted to praising the ruler and his …

Prisoners of war

(1,665 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basle) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[German version] I. Ancient Orient In the early period (4th-3rd millennia), both in Egypt ( sqr-nḫ, 'those tied up for killing' [3]) and in Mesopotamia, POW were often killed on the battlefield. Killing - as a ritualized act - or parading POW and plunder before the ruler was ideological in character and hence a theme of pictorial representation  (southern Mesopotamia in 3100 BC: the killing of chained, naked POW in the presence of the ruler [5. 9]; 24th cent: naked male POW - probably immediately after their…

Heerwesen

(2,908 words)

Author(s): Fuchs, Andreas (Jena) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
I. Alter Orient [English version] A. Allgemein Der Vielzahl der Staaten und Kulturen des Vorderen Orients und Ägyptens in der Zeit vom 3. bis zum 1. Jt. v.Chr. mit jeweils ganz eigenen Voraussetzungen entspricht die unterschiedliche Rekrutierung, Zusammensetzung, Organisation, Kampfesweise und Größe ihrer Heere. Fuchs, Andreas (Jena) [English version] B. Quellen Der Alte Orient hat kein militärtheoretisches Schrifttum hervorgebracht. Erzählende Quellen dienen ausschließlich der Überhöhung des Herrschers und seiner Siege, gewähren daher nur selt…

Kriegsgefangene

(1,511 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Alter Orient K. sind sowohl in Äg. ( sqr-nḫ, “Gebundene zu Erschlagende” [3]) als auch in Mesopot. in der Frühzeit (4./3. Jt.) oft schon auf dem Schlachtfeld erschlagen worden. Das Töten - als ritualisierte Handlung - bzw. das Vorführen der K. und der Beute vor dem Herrscher hatte ideologischen Charakter und war daher Thema bildlicher Darstellung (Südmesopot. 3100 v.Chr.: Erschlagen gefesselter nackter K. in Gegenwart des Herrschers [5. 9]; 24. Jh.: nackte männl. K. - wohl unmittelbar…

Kriegsbeute

(1,470 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Alter Orient Im Alten Orient galt das Aufbringen von K. der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen (z.B. Metallen Äg.: Gold aus Nubien, Silber aus Kilikien, Kupfer aus Zypern (MR); Assyrien: Eisen aus Iran, Silber aus Kilikien; Kilikes, Kilikia) und für die weitere Kriegsführung benötigten Objekten (z.B. Pferde, Streitwagen im Assyrien des 1. Jt.v.Chr.) oder diente zur Versorgung der königl. Hofhaltung mit Luxusgütern zu Prestigezwecken. K. ist von Tributleistungen zu unterscheiden,…

Ordo

(1,047 words)

Author(s): Paulus, Christoph Georg (Berlin) | Galsterer, Hartmut (Bonn) | Le Bohec, Yann (Lyon) | Heimgartner, Martin (Halle)
in Latin referred both to an order (e.g. the marching order or that of a legal process) as well as to groups or corporations, into which several or many persons were organized (also in the plural ordines), e.g. the Roman equites ( ordo equester). [German version] I. Procedural law In a procedural context the term ordo is traditionally used in the composition of the ' ordo iudiciorum' (Cod. Iust. 7,45,4). It signified the proper types of legal procedure (cf. still today: 'proper' jurisdiction) both of the formulary procedure ( formula ) as well as of the actions at law proceedings ( legis actio

Ordo

(898 words)

Author(s): Paulus, Christoph Georg (Berlin) | Galsterer, Hartmut (Bonn) | Le Bohec, Yann (Lyon) | Heimgartner, Martin (Basel)
bezeichnet lat. sowohl eine Ordnung (z.B. eine Marsch- oder Prozeßordnung) als auch die Gruppe oder Körperschaft, in die mehrere oder viele eingeordnet waren (auch im Pl. ordines), z.B. die röm. Ritterschaft ( o. equester). [English version] I. Prozessrecht Im prozessualen Kontext wird o. herkömmlicherweise in der Zusammensetzung ›o. iudiciorum‹ (Cod. Iust. 7,45,4) verwendet. Damit werden die ordentlichen Verfahrenstypen (vgl. noch heute: ›ordentliche‹ Gerichtsbarkeit) sowohl des Formularprozesses ( formula ) als auch des Legisaktionenverfahrens ( legis actio

Castra

(2,134 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon) | Förtsch, Reinhard (Cologne) | Šašel Kos, Marjeta (Ljubljana) | Lombardo, Mario (Lecce) | Todd, Malcolm (Exeter) | Et al.
A. Military camp [German version] [I 1] General The Roman soldiers always made sure that they were protected by fortifications. This also applied when they only stopped for a night on campaigns. In the evening of their arrival the field camp had to be set up and destroyed again on the morning of departure. The plural castra was the name given to any kind of military camp, the singular castrum certainly existed but was not used in mil. vocabulary. Castellum is the diminutive form of castra (Veg. Mil. 3,8) and also had a civilian meaning. The origin of the Roman camps is uncertain; because …

Castra

(1,894 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon) | Förtsch, Reinhard (Köln) | Šašel Kos, Marjeta (Ljubljana) | Lombardo, Mario (Lecce) | Todd, Malcolm (Exeter) | Et al.
A. Militärlager [English version] [I 1] Allgemein Die röm. Soldaten sorgten immer dafür, durch Befestigungsanlagen geschützt zu sein. Dies galt auch, wenn sie auf Feldzügen nur für eine Nacht Halt machten. Abends bei der Ankunft mußte das Marschlager errichtet und morgens beim Aufbruch wieder zerstört werden. Der Plural c. bezeichnete jegliche Art von Militärlager, der Singular castrum existierte zwar, wurde im mil. Vokabular jedoch nicht benutzt. Castellum, das auch eine zivile Bed. hatte, ist Diminutiv zu c. (Veg. mil. 3,8). Der Ursprung der röm. Lager liegt im Ungewissen…
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