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Haebler, Konrad

(638 words)

Author(s): S. Corsten
* 29. 10. 1857 in Dresden, † 13. 12. 1946 in Dorf Wehlen/Sachsen, dt. Bibliothekar und Buchforscher. Nach philologischen und historischen Studien trat H. 1879 als Wiss. Hilfsarbeiter bei der Kgl. Bibl, in Dresden ein, 1907 wurde er an die Kgl. Bibl, in Berlin berufen, wo er bis 1921 (seit 1914 als Direktor der Hss.abt.) tätig war. H. beschäftigte sich seit seiner Diss. (1882) bevorzugt mit der Gesch. Spaniens und legte bald den Schwerpunkt seiner Forschungen auf wirtschaftsgeschichtliche Fragen.…

Paulus de Colonia

(55 words)

Author(s): S. Corsten
dt. Buchdrucker in Sevilla, der zus. mit drei Kunstgenossen 1490- 1493 das Gemeinschaftsunternehmen «Cuatro Compañeros Alemanes» betrieb, aus dem vor allem Drucke in span. Sprache hervorgegangen sind. Nach dem Ausscheiden des P arbeiteten die übrigen Gesellschafter in deutlich begrenztem Umfang noch einige Jahre weiter. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 2, S. 280-282.

Formverweisung

(137 words)

Author(s): S. Corsten
Die dt. Regelwerke für die alphabetische Katalogisierung kennen den Begriff F. nicht; dennoch spielt die Verweisung von den verschiedenen Formen des Namens einer Person oder einer Körperschaft, eines sachlichen Ordnungswortes oder eines Titels auf die für die Einordnung herangezogene Form eine große Rolle. Die Abweichungen von dieser können orthographischer und sprachlicher Natur sein. Dem Benutzer wird dadurch zielloses, langwieriges Suchen erspart. Die F. ist i.d.R. eine allg. Verweisung, d.h.…

Proctor, Robert

(340 words)

Author(s): S. Corsten
* 13. 5. 1868 in Budleigh Salterton (Devonshire), † nach 5. 9. 1903 (auf einer Bergwanderung in Tirol verschollen), engl. Bibliothekar und Inkunabelforscher. Nach Studium der klassischen Philologie und anfänglicher Tätigkeit an der Bodleiana (Oxford) trat P. in den Dienst der Bibl, des Britischen Museums (London). Bei der Inventarisierung der reichen Inkunabelbestände dieser Bibl, übernahm er Anregungen von H. Bradshaw und baute den Typenvergleich zu einer exakten wiss. Methode aus. Sein «Index …

Eltville

(151 words)

Author(s): S. Corsten
Die unweit von Wiesbaden am Rhein gelegene Stadt gehört zu den fünf ältesten Druckorten der Welt. Die Brüder Bechtermünze betrieben hier 1467–1476 eine Werkstatt, deren Typenmaterial vor allem aus Mainz kam. Die frühe Ausbreitung des Buchdrucks nach E. hat man mit direkten Beziehungen der Bechtermünze zu Johann Gutenberg zu erklären versucht. Es gibt dafür aber keine zwingenden Beweise. Ebensowenig kann bewiesen werden, daß Gutenberg zeitweise in E. gewohnt und sich als junger Mann sogar nach der Stadt («Johannes de Altavilla» u.ä.) benannt hat. S. Corsten Bibliography Ruppel, A.:…

Datierung

(724 words)

Author(s): S. Corsten
ist die zeitliche Fixierung eines Ereignisses und der damit in Zusammenhang stehenden Dokumente. Aus der ma. Urkundensprache stammt der Begriff «Datum» als der Zeitpunkt, an dem die schriftliche Bestätigung eines Rechtsgeschäftes «gegeben» wurde. Das Bedürfnis, Daten festzuhalten, ist im Menschen zu allen Zeiten wirksam gewesen; Art und Weise der D. waren abhängig von den wiss. Möglichkeiten und kulturellen Vorgegebenheiten; auch Politisches spielte häufig hinein. Es hat daher im Laufe der Mensc…

Elbing (poln. Elblng)

(280 words)

Author(s): S. Corsten
1. Buchdruck. Als erster Drucker ließ sich 1558 in E. Wolfgang Dietmar nieder, der bis 1563 eine wenig bedeutende Produktion hervorbrachte. Auch der 1604 durch Wendelin Bodenhausen verursachte Neubeginn hatte nur lokale Bedeutung (bis 1617, Erben bis 1625; der gleichnamige Sohn bis 1642, Erben bis 1646). Dann ging die Offizin an die Familie Corell (Achatius Corell bis 1659, Erben bis 1669; der gleichnamige Sohn bis 1696) über. Die «heruntergekommene Druckerei» brachte dann Samuel Preuß (1661 bis 1731) an sich und vererbte sie an seinen Sohn Christian Kaspar. Bibliography Benzing S. …

Oertel, Dieter

(150 words)

Author(s): S. Corsten
* 17. 1. 1929 in Leipzig, 12. 11. 1983 in Bonn, dt. Bibliothekar. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in Leipzig absolvierte O. die bibliothekarische Fachausbildung und war 1953—1957 an der Dt. SB in (Ost–)Berlin tätig. Nach seiner Übersiedlung in die BRDeutschland fand er 1960 eine Anstellung beim Bibliotheksreferat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn–Bad Godesberg. Am 1. 1. 1966 übernahm er dessen Leitung. Während seiner Dienstzeit, die bis zu seinem plötzlichen Tod währte, …

Rückseite

(75 words)

Author(s): S. Corsten
Bei der Beschreibung von ma. Hss. und Ink. ist Blattzählung (Foliierung) üblich. Dabei wird die R. meistens durch ein hochgestelltes v (= verso) gekennzeichnet, während ein r neben der Blattzahl auf die Vorderseite (r = recto) verweist. Anstelle von r und v kommen auch (z. B. beim GW) die Buchstaben a und b vor. Rekto S. Corsten Bibliography GW Bd. 3, S. xiii Dt. Forschungsgemeinschaft. Richtlinien Hss.katalogisierung. 3. Aufl. Bonn-Bad Godesberg 1983, S. 11.

Cohen, Fritz

(135 words)

Author(s): S. Corsten
* 6. 7. 1872 in Bonn, 1. 4. 1927 ebd., Buchhändler und Verleger, wurde vom Vater, Friedrich C., 1903 zum Inhaber des 1829 in Bonn begründeten Unternehmens bestellt. Er erweiterte das übernommene Verlagsprogramm zur Philosophie hin, viele bedeutende Philosophen der Zeit waren Autoren des Verlags (u. a. M. Heidegger, M. Scheler), 1925 wurde der Philosophische Anzeiger begründet. Als C. plötzlich starb, führte seine Witwe, Hedwig C. – Bouvier (2. 8. 1960), das Unternehmen erfolgreich weiter. Wegen …

Sedez

(54 words)

Author(s): S. Corsten
(geschrieben 16°) ist ein Format, bei dem durch viermaliges Brechen (Falzen) des Bogens 16 Bl. (= 32 S.) entstehen. Häufig angewendet wird auch das Verfahren, zwei Halbbogen je drei Mal zu brechen (falzen) und zusammenzulegen. S. Corsten Bibliography Waldow, A.: Ill. Encyklopädie der graphischen Künste. Leipzig 1884 (ND München usw. 1993), S. 738.

Sédanoise

(103 words)

Author(s): S. Corsten
heißt im Didotsystem die zweitkleinste Schrift von 4 Punkt, sie wurde später mit der nächstgrö-ßeren Schrift, der «Parisienne» von 5 Punkt, zusammengefaßt. Der Name erinnert an den Schriftgießer Jean Jeannon in Sedan, der die wegen ihrer Feinheit bewunderte Schrift 1623 geschaffen hat. S. Corsten Bibliography Neubürger, H.: Encyclopädie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND ebd. 1984), S. 203 Waldow, A.: Ill. Encyklopädie der graphischen Künste. Leipzig (ND München usw. 1993), S. 733 Sachs, K.: Enzyklopädisches franz.-dt. und dt.-franz. Wb. Hand- und Schulausg. 3. …

Ortwin, Gaspar

(150 words)

Author(s): S. Corsten
1489–1502 als Drucker in Lyon nachgewiesen. Seine Werkstatt hatte O. im Haus seines Schwagers, des Pelzhändlers Claude Perret, in der Rue neuve. Als Drucker war er wenig bedeutend, manche Einzelheit ist unklar und umstritten. Eine «Melusine» in franz. Sprache brachte er zus. mit Peter Schenck heraus (H 11 059). Großen Wert legte er auf die Beigabe von Abb.; die am 18. 2. 1489/90 herausgekommene franz. Übers, der «Peregrinatio in terram sanctam» des Bernhard von Breidenbach (GW 5079) ist mit den …

Uhlendahl, Heinrich

(271 words)

Author(s): S. Corsten
* 4. 3. 1886 in Essen-Borbeck, † 28. 12. 1954 in Leipzig, dt. Bibliothekar. Nach Studium der Germanistik, Gesch. und Philosophie, abgeschlossen durch Staatsexamen (1914) und Promotion (1912 /1919), begann U. die bibliothekarische Fachausbildung an der Berliner SB und machte nach der Fachprüfung (1920)an dieser Bibl. schnell Karriere. 1924 wurde er zum Direktor der Dt. Bücherei in Leipzig ernannt (1938: Generaldirektor). Er behielt den Posten trotz anfänglicher Schwierigkeiten in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft und nach dem Zweiten Weltkrieg auch in der DDR. U…

Vallée, Léon Alexandre

(78 words)

Author(s): S. Corsten
* 28. 1. 1850 in Evreux (Nordfrankreich), † 19. 11. 1919 in Les Lilas (bei Paris), franz. Bibliothekar, Mitarbeiter der NB. Er gab u. a. eine «Bibliographie des bibliographies» in zwei Bdn. und einem Suppl. (Paris 1883–1887) heraus. Dieses sehr umfangreiche Werk fußte auf den Beständen der NB, wurde aber wegen der angewendeten Ordnungskriterien (Verf.-Alphabet und Schlagwörter) beanstandet. S. Corsten Bibliography Schneider, G. / Nestler, F.: Handb. der Bibliographie. 6. Aufl. Stuttgart 1999, S. 49–50.

Illustrationsangabe

(141 words)

Author(s): S. Corsten
Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) sehen vor (§ 152 bzw. 153), daß die im Buch vorhandenen 111. unabhängig von den Vorlageverhältnissen in kürzester Form aufgeführt werden. Das geschieht im Rahmen des Kollationsvermerks, d. h. hinter der Umfangsangabe. Es wird zwischen 111. (= Abb.), graphischen Darstellungen, Karten und Notenbeispielen unterschieden. Entgegen der älteren Praxis wird auf die Angabe einer genauen Zahl verzichtet. Die Instruktionen für die alphabetischen Kat. d…

Vertreter (Buchvertreter) in Bibliotheken

(102 words)

Author(s): S. Corsten †
Für von den Regalen entnommene Bde. können V. zur Markierung der Ausleihe eingelegt werden. Diese haben für nur vorübergehend entfernte Bücher – etwa in der normalen Ausleihe – eine einfache Form und bestehen meist aus einem bloßen Streifen Pappe oder festem Papier. Werden Bde. für längere Zeit innerhalb der Bibl. an einen anderen Standort verbracht (Handbibliothek, Speziallesesaal u. ä.), sind für die Dauer bestimmte V. aus aufwendigerem Material angebracht, die Angaben über den derzeitigen Sta…

Fest- und Heiligenkalender

(158 words)

Author(s): S. Corsten
Nördlich der Alpen geschah die Datierung seit dem 14. Jh. überwiegend durch Angabe des auf den Tag fallenden Festes. Das gilt für Urkunden und Chroniken, aber auch für die Drucke des 15. und frühen 16. Jh.s (Datierung in Frühdruk-ken). Die beweglichen Feste des Kirchenjahres orientieren sich nach dem Ostertermin (Computus). Manche Herrenfeste (wie z. B. Weihnachten) und alle Heiligenfeste sind mit bestimmten Tagen des bürgerlichen Jahres verbunden. Sie fallen i. d. R. mit dem Todestag des Heilig…

Heynlin de Lapide, Johann

(313 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1435 in Stein (am Rhein), † 1496 in Basel, Hochschullehrer und Humanist. H. begann sein Studium 1452 in Leipzig, ging dann nach Paris, wo ihm 1459 die Leitung des Collège de Bourgogne anvertraut wurde, 1462 wurde er «socius» an der Sorbonne. Seit 1463 an der Univ. zu Basel, erwarb er dort im nächsten Jahr den Magistergrad und setzte sich für die Einführung des Realismus Pariser Prägung ein. Seit 1467 war H. wieder in Paris, wo er Prior der Sorbonne und im Wintersemester dieses Jahres auch R…

Sweynheim, Konrad

(289 words)

Author(s): S. Corsten
* ca. 1430 / 1440 in Schwanheim an der Bergstraße, † 1477 in Rom, Kleriker der Mainzer Diözese (seit etwa 1470) und Buchdrucker. Zus. mit Arnold Pannartz begründete S. in der Abtei Santa Scolastica zu Subiaco eine Druckerei (1464 / 1465–1467), die 1467 nach Rom verlegt wurde. Anfang der 1470er Jahre nahm er die Tonsur an, wohl um sich als Kleriker um Pfründen bewerben zu können, was er 1472 mehrfach getan hat. Wahrscheinlich brachte ihm der Buchdruck nicht den erwarteten Gewinn. Von den großen w…

Repräsentanten

(123 words)

Author(s): S. Corsten
Ehe die gedr. Initiale die nachträgliche Einfügung des Buchschmucks durch den Rubrikator bzw. den Buchmaler überflüssig machte, ließen die Drucker beim Setzen des Textes entsprechenden Raum frei. Um Irrtümer zu vermeiden, bürgerte es sich ein, den Lautwert der Initiale — meist als Kleinbuchstaben — in dem Freiraum anzugeben. Solche R. kommen bereits in einem Druck des Nicolas Jenson von 1470 (GW 9940) vor und wurden bald von anderen ital. Drukkern, seit 1472 auch von dt. Typographen angewendet. …

Doctrinale puerorum

(125 words)

Author(s): S. Corsten
heißt die Grammatik der lat. Sprache, die der franz. Gelehrte Alexander de Villa Dei (1160/1170–1240/1250) im Jahre 1199 in 2645 Hexametern niederschrieb. Sie war für die Hand des fortgeschrittenen Schülers gedacht, während die Anfangsgründe der «Ars minor» des Aelius Donatus überlassen wurden. Das Buch war weitverbreitet; geachtete Gelehrte bearbeiteten und kommentierten es. Der Buchdruck hat die Verbreitung außerordentlich gefordert, der GW verzeichnet 280 Ausg.; es dürften aber weit mehr gewe…

Legenda aurea

(245 words)

Author(s): S. Corsten
ist der Titel einer 1263/1267 verf. Slg. von Heiligenlegenden, die nach dem Ablauf des Kirchenjahres gegliedert ist (darum oft auch eine Teilung in «Winter-Teil» und «Sommer-Teil»), Verf. war der aus Varazze bei Genua stammende Jacobus de Voragine (Varagine) (1226– 1298), der dem Dominikanerorden angehörte und 1292 zum Erzbischof von Genua geweiht wurde. Die zur Predigtvorbereitung und persönlichen Erbauung der Geistlichkeit geschätzte Slg. fand vor allem durch den frühen Buchdruck weite Verbrei…

Beigabenvermerke

(81 words)

Author(s): S. Corsten
befinden sich häufig auf dem Titelblatt eines Werkes und betreffen Abbildungen, Tafeln, Karten u. ä., aber auch Beigaben textlicher Art (Register, Tabellen, Anmerkungen, beigefugte Schriften). Die Regelwerke haben unterschiedliche Bestimmungen über die Berücksichtigung der B. bei der Titelaufnahme, tendieren aber überwiegend dahin, sie im Anschluß an die Umfangsangabe, u. U. auch in Form einer Illustrationsangabe, aufzuführen. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der Preußischen Bibliotheken. W…

Goldschmidt, Ernst Daniel

(181 words)

Author(s): S. Corsten
* 9. 12. 1895 in Königshütte (Oberschlesien), † 10. 12. 1972 in Jerusalem, dt. Bibliothekar und Inkunabelforscher. Nach Studium der klassischen und orientalischen Philologie und Promotion trat G. am 1. 10. 1926 als Volontär bei der Preußischen SB Berlin ein und wurde am 1. 11. 1928 als planmäßiger Bibliothekar übernommen. Seit dem 1. 4. desselben Jahres gehörte er der Geschäftsstelle der Kommission für den Gesamtkat. der Wiegendrucke (GW) an und beschrieb zahlreiche Ink., darunter alle in hebräi…

Gedankenstrich

(142 words)

Author(s): S. Corsten
ist ein Satzzeichen, das bei sorgfältig durchgeführtem Satz fur den Druck vom kürzeren und früher oft doppelt ausgeführten Bindestrich (Divis) — anders als etwa bei Verwendung der Schreibmaschine — zu unterscheiden ist. Nach den Duden-Richtlinien ist der G. anzuwenden zwischen zwei Sätzen, wenn das Thema oder der Sprecher wechseln, oder im Satz bei eingeschobenen Satzstücken oder ganzen Sätzen (wie oben). Er kann auch eine längere Pause oder statt des Kommas einen bes. Gegensatz kennzeichnen. Di…

Fortlaufende Veröffentlichung

(163 words)

Author(s): S. Corsten
Als F. V. gilt eine Schrift, für die grundsätzlich keine Beendigung vorgesehen ist und die allenfalls durch äußere Umstände oder Erschöpfung des Themas zum Abbruch gezwungen werden kann. F. V.en «hören auf, aber sie schließen nicht» (Fuchs). Als von der Sache her mehrbändige Werke haben sie eine durchgehende Zählung, die unter Umständen auch eine Jahresangabe sein kann. Die Instruktionen für die alphabetischen Kat. der preußischen Bibl.en (PI) kennen den Begriff nicht, setzen ihn aber stillschwe…

Donum Dei

(45 words)

Author(s): S. Corsten
Traktat alchemistischen Inhalts, in der ersten Hälfte des 15. Jh.s entstanden. Der Verf. ist unbekannt. Unter demselben Titel wurde um 1500 eine medizinische Abhandlung über das Fieber in Mailand (?) gedruckt. S. Corsten Bibliography GW 9044; Lex. d. MA Bd. 3, Sp. 1252–1254.

Preller, Christian

(124 words)

Author(s): S. Corsten
aus Bayern stammender Buchdrukker in Neapel. P. arbeitete zunächst in der Werkstatt des Sixtus Riessinger und schloß sich dann dem Gemeinschaftsunternehmen der «Germani fidelissimi» an. Er machte sich 1487 selbständig und brachte humanistische Titel und solche in der Volkssprache heraus. Darüber hinaus machte sich P. einen Namen als Drucker liturgischer Bücher. Auf Wunsch des Bischofs von Capua siedelte er 1488 nach dorthin und vollendete am 10. 3. 1489 ein «Breviarium Capuanum» (GW 5300). Wiede…

Renchen, Ludwig von

(117 words)

Author(s): S. Corsten
1482—1505 in Köln tätiger Buchhändler und Drucker. Von den für ihn gesicherten 60 Drucken entfallen auf eine erste Phase seiner Wirksamkeit (1482 — 1492) zahlreiche liturgische Titel (Breviere, Meßbücher, Ordinarien u.a.), sie sind möglicherweise in Zusammenarbeit mit Johann Koelhoff d.Ä. entstanden. Spater scheint er sich mehr dem Akzidenzdruck gewidmet und amtliche Verlautbarungen für die Stadt Köln und rheinische Territorialherren gedr. zu haben. Seine volkssprachigen Erbauungs– und Andachtss…

Aderlaßkalender auf das Jahr 1457

(67 words)

Author(s): S. Corsten
wurde Ende 1456 von Gutenberg mit der sog. / Donat- und Kalendertype gedruckt. Der Einblattdruck, von dem nur ein in Paris aufbewahrtes Bruchstück (Januar-Juli, Anfang) erhalten ist, macht in lat. Sprache Angaben über die für Aderlässe und Einnahme von Abführmitteln (daher auch: Laxierkalender) günstigen Tage. S. Corsten Bibliography Zedler, G.: Die älteste Gutenbergtype. Mainz 1902, S. 36-41 u. Taf. V.; GW 1286.

Habelt, Rudolf, Verlag GmbH

(105 words)

Author(s): S. Corsten
Am 1. 10. 1948 gründete Dr. R. H. (* 30. 9. 1916 in Braunau/Schlesien) in Bonn Buchhandlung und Antiquariat, denen er am 1. 1. 1954 einen Fachverlag für Archäologie, Vor- und Frühgesch., Klassische Philologie, antike Rechtsgesch. und Volkskunde angliederte. Als Kommissionsverleger angesehener wiss. Institutionen im In- und Ausland und in eigener Verantwortung veröffentlichte H. zahlreiche wichtige Zss. und Serien sowie Einzeltitel: «Intern, volkskundliche Bibliographie», «Jb. des Röm.-Germanisch…

Creussner (Kreuszner), Friedrich

(137 words)

Author(s): S. Corsten
Druckerverleger in Nürnberg, dort nachgewiesen für die Jahre 1472 – 1497. Er begann seine fruchtbare Tätigkeit (ca. 140 Bücher und ca. 40 Einblattdrucke) mit dem Ehebüchlein des Albrecht von Eyb (1472; GW 9521). Unter der deutschsprachigen Produktion verdienen außerdem Erwähnung: die Reiseberichte des Marco Polo (1477; HC 13245) und das Zeitglöcklein des Bertholdus (6. 4. 1493; GW 4169). Letzteres ist mit 24 Holzschnitten ausgestattet, die bereits in der lat. Ausg. des Erbauungsbuches vom II. 5.…

Cammerlander, Jakob

(134 words)

Author(s): S. Corsten
*1510 in Mainz, nach 1548 in Straßburg(?), Druckerverleger in Straßburg. In Mainz erwarb C. an der dortigen Univ. den Magistergrad, scheint aber wegen seiner lutherischen Gesinnung die Vaterstadt verlassen zu haben. 1528 war er bei dem Drucker Wilhelm Seltz in Hanau tätig. Mit von diesem übernommenem Gerät machte sich C. 1531 in Straßburg selbständig. Seine Verlagsproduktion (es wurden ca. 140 Titel bekannt) war betont volkstümlich ausgerichtet und zeichnet sich durch z. T. beachtlichen Buchschm…

Jordan, Peter

(119 words)

Author(s): S. Corsten
war 1531–1535 in Mainz als Drucker tätig. Vorher scheint er in der Offizin des Jakob Köbel in Oppenheim gearbeitet zu haben. J. veröff. bevorzugt volkstümliche Lit. und betätigte sich als Lohndrücker. Für den Kölner Druckerverleger Peter Quentel druckte er die Bibelübers. des Mainzer Dominikanerpriors Johann Dietenberger, die erste dt. ill. Bibel von katholischer Seite (erschienen am 27. 6. 1534). Nach 1535 hat sich J. nach Köln gewendet. Er trat dort in Beziehungen zu dem Druckerverleger und Schriftsteller Jaspar von Gennep, auf dessen Presse er 1552 noch einml ein Buch druckte. S. …

Trechsel, Johann

(254 words)

Author(s): S. Corsten
† zwischen 14. 4. und 18. 7. 1498 in Lyon, dt. Druckerverleger in Lyon. T. machte sich durch Heirat mit der Witwe seines Prinzipals Nicolas Philippi 1488 selbständig. Er druckte mit mehr als zehn Schriften, die er z. T. selbst geschaffen hatte, die gängige theologisch-philosophische Lit. seiner Zeit. Seit 1492 war Ascensius Jodocus Badius, der spätere Pariser Drucker, sein wiss. Berater und Korrektor. Dieser gab T.s Ausg. der «Comoediae» des Terenz (H 15424) heraus, die wegen ihrer qualitätsvoll…

Winkelhaken

(132 words)

Author(s): S. Corsten †
(franz. composituer; engl. composing-stick). Der W. ist ein im 16. Jh. aufgekommenes Gerät aus Holz, Messing oder Eisen für den Handsatz, das die einzelne Zeile aufnimmt, bevor sie auf dem Setzschiff zur Seite zusammengefügt wird. Es ist auf die jeweils benötigte Satzbreite, d. i. Zeilenlänge, zu verstellen. Ein beweglicher Schieber wird durch eine Schraube fixiert. Im 19. Jh. bemühte man sich um eine Verbesserung der Technik. Winkelhaken. S. Corsten † Bibliography Neubürger, H.: Encyklopädie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND ebd. 1984), S. 252–253 Waldow, A.: Ill. Encyklo…

Stützsatz

(141 words)

Author(s): S. Corsten
Blieben in Inkunabeln und Frühdrucken Teile einer Seite oder bei Formendruck eine ganze Seite frei, wurden diese mit Blindmaterial gefüllt, um ein Kippen des Tiegels beim Druckvorgang zu verhüten. Als S. dienten meist die noch nicht abgelegten Typen aus früheren Teilen des Buches. Mitunter wurde auch der Satz eines gleichzeitig in Arbeit befindlichen anderen Buches dafür genommen. Wenn der S. als Blinddruck zu lesen ist oder gar irrtümlich eingefärbt und gedr. wurde, kann er für die Analyse und Bestimmung des Druckes nützlich sein. S. Corsten Bibliography Schmidt, A.: Technische B…

Marlborough, John Churchill, i st Duke of

(61 words)

Author(s): S. Corsten
1650 Ash bei Axminster, 16. 6. 1722 Cranbourne Lodge bei Windsor, engl. Feldherr. Entgegen älterer Ansicht war M. kein Sammler von Büchern und kommt auch als Begründer der Bibl, von Blenheim Castle (Oxfordshire) nicht in Betracht. Es dürfte sich um eine Verwechslung mit seinem Schwiegervater, Charles Spencer, Earl of Sunderland, handeln. S. Corsten

Loeffs de Driel, Rodolphus

(114 words)

Author(s): S. Corsten
während der 1480er Jahre tätiger niederl. Buchhändler und Drucker. L. stand in Geschäftsbeziehungen zu Aegidius van der Heerstraten (22. 5. 1481) und Hermannus de Nassau. Er produzierte in Löwen bevorzugt Texte für den Gebrauch der Univ. und verwendete dabei eine Type, die mit der des flämischen Druckers Arend de Keysere (Arnoldus Caesaris) identisch ist und vielleicht von demselben ostflämischen Typenhersteller herrührt. Nicht mehr als zehn Drucke werden ihm zugeschrieben. S. Corsten Bibliography Machiels J.: Meester Arend de Keysere 1480—1490 Gent 1973, S. 78—86, 204—211 Rouz…

Personalangaben

(132 words)

Author(s): S. Corsten
Unter P. verstehen die dt. Regelwerke für die alphabetische Katalogisierung Zusätze zur Verfasserangabe, die sich auf Stand, Beruf, akademische, geistliche und militärische Titel und ähnliches beziehen. Sie werden i.d. R. ohne bes. Kennzeichnung weggelassen; es sei denn, daß dadurch sprachliche Härten oder sachliche Unklarheiten entstehen. Nicht übergangen werden Titulaturen von Fürsten und Angehörigen von Fürstenhäusern sowie von geistlichen Würdenträgern, wenn diese, wie z.B. Päpste, unter ihr…

Thurneysen, Johann Jakob

(91 words)

Author(s): S. Corsten
* 15. 6. 1636 in Basel, † 15. 2. 1711 ebd., schweiz. Kupferstecher. T. ließ sich nach einer Lehrzeit in Straßburg 1656 in Lyon nieder, vonwoer 1681 wegen seines Glaubens in seine Geburtsstadt zurückkehrte. 1695–1699 schuf er zusammen mit seinem gleichnamigen Sohn für den Wiener Kaiserhof einige seiner Hauptwerke. Er stach Porträts, Allegorien, Titelbl. und Exlibris, befaßte sich aber auch mit Gold-schmiedearbeiten. S. Corsten Bibliography Brun, C.: Schweiz. Künstler-Lexikon. Bd. 4. Frauenfeld 1917 Dt. Biographische Enzyklopädie (DBE). Hrsg. von W. Killy/R. Vierhaus. …

Sonderabdruck

(141 words)

Author(s): S. Corsten
(Sonderdruck, Separatum). Mitarbeiter an wiss. Zss. und Jb. sowie Sammelwerken erhalten üblicherweise eine von Fall zu Fall wechselnde Anzahl von S.en ihres Beitrages vom Verlag, die durch den Weiterdruck der betreffenden Bogen zustanden kommen. Sie sind zur Weitergabe an Fachgenossen und andere Interessenten bestimmt. Auch Bibl.en mit speziellen Sammelgebieten sind häufig an S.en interessiert. Im allg. jedoch üben Bibl.en bei der Beschaffung dieser Veröff. Zurückhaltung, zumal wenn das Gesamtwerk ohnehin im Bestand ist. Regelwerke zur alphabetischen Titelaufnahme sc…

Trechsel, Melchior und Kaspar (Gaspart)

(99 words)

Author(s): S. Corsten
Drucker in Lyon und Söhne von Johann Trechsel († 1498). Die Brüder brachten 1538 den Totentanz von Hans Holbein d. J. («Les simulacres de la mort») mit Überschriften in lat. und Versen in franz. Sprache heraus. Die schon früher in Basel geschaffenen Abb. wurden von Hans Lützelburger meisterhaft in Holz geschnitten. In dasselbe Jahr gehört auch das AT der T. mit 91 Holzschnitten von Holbein («Historiarum veteris instrumenti icones». S. Corsten Bibliography Vial, J.: Destináe de quelques dessins d’Holbein. In: Gut.-Jb. 1957, S. 258–246 Funke, F.: Buchkunde. 5. Aufl. München usw. 1…

Deo gratias

(95 words)

Author(s): S. Corsten
in der lat. Meßliturgie der röm.-katholischen Kirche Antwort der Gemeinde auf die Entlassungsworte des Priesters. Der Stoßseufzer «Gott sei Dank» floß manchem ma. Schreiber in die Feder, wenn er ein umfangreiches Buch nach langwieriger Arbeit abgeschlossen hatte. Die Frühdrucker haben ebenfalls die Worte häufig neben anderen Bekundungen des Dankes und der Erleichterung in ihre Schlußschriften gesetzt. Der älteste Beleg dafür findet sich im Mainzer Catholicon von 1460 (GW 3182), (Abb. oben S. 81). Deo gratias. Schlußschrift aus Augustinus: De civitate dei. Subiaco 1467. S. Cors…

Salins

(169 words)

Author(s): S. Corsten
Badeort im franz. Département Jura, lag während des MA in der Freigrafschaft Burgund. Die Stadt beherrschte eine wichtige Paßstraße in die Schweiz und gelangte wegen ihrer Salinen zu Wohlstand. Als die Franzosen nach dem Tode Karls des Kühnen († 1477) die Hauptstadt Dôle zerstört hatten, nahm S. 1479–1493 diese Funktion wahr. In dieser Blütezeit ließ sich der Drucker Jean Dupré hier nieder. Von ihm stammen ein Ablaßbrief von 1483 zugunsten des naheliegenden Dominikanerklosters Poligny (GW 7073) …

Aalst

(105 words)

Author(s): S. Corsten
(franz.: Alost) ist der älteste Druckort im heutigenBelgien. Der in A. gebürtige Humanist Dirk Martens (1446/47-1534) gründete hier zus. mit dem dt. Drucker Johann von Westfalen 1473 eine Offizin, in der einige Quartos von geringem Umfang gedruckt wurden. Im Sommer 1474 trennten sich die beiden, Martens brachte im Herbst des Jahres noch zwei Schriften heraus. Von 1486 bis 1492 druckte er erneut in A. und siedelte dannnach Antwerpen über. A. blieb seitdem bis ins 17. Jh. hinein ohne Druckerei. S. Corsten Bibliography Tentoonstelling Dirk Martens 1473 - 1973. Aalst 1973 Le cinquième ce…

Formatmesser

(117 words)

Author(s): S. Corsten
ist eine ältere Bezeichnung für eine Lehre, d. h. eine Meßhilfe, zur Ermittlung der Formatklasse während der bibliothekarischen Bearbeitungsvorgänge. Auf einem Brett oder einer starken Pappe werden die in dem benutzten Regelwerk vorgeschriebenen Formate (4°, 8°, kl8°) eingekerbt oder sonstwie markiert. Das Meßgerät entspricht in seiner Länge dem zweitgrößten Format, also i.d.R. 2°. Hält man den zu bestimmenden Band an den F., so läßt sich das sog. «gemessene» Format auf einen Blick bestimmen. Da…

Setzschiff

(89 words)

Author(s): S. Corsten
zur Aufnahme des gerade in Arbeit befindli-chen Bleisatzes bestimmtes Gerät aus Holz, Zink oder Eisen. Es besteht aus einer an zwei oder drei Seiten mit einer Leiste eingefaßten Platte, deren Maße von dem für den Druck gewählten Format bestimmt ist. Das Ausschießen großer Kolumnen wird durch eine zusätzliche Platte («Zunge») erleichtert, die in Nuten der Begrenzungsleisten läuft. S. Corsten Bibliography Neubürger, H.: Encyclopädie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND ebd. 1984), S. 193 Waldow, A.: Ill. Encyklopädie der graphischen Künste. Leipzig 1884 (ND München 1…

Dalen von Köln, Heinrich

(175 words)

Author(s): S. Corsten
(Henricus de Colonia und ähnlich), als Buchdrucker und Buchhändler nachweisbar von 1474 bis 1500, f vor 1505. Stammte aus einer Kölner Kaufmannsfamilie und lernte in Venedig. D. ließ sich dann in Brescia nieder, wo er am 24. 9. 1474 eine Ausg. der «Ilias» in lat. Sprache (H 8774) vollendete. In späterer Zeit brachte er bevorzugt, z. T. zus. mit Gesellschaftern und Verlegern, juristische Werke heraus. 1477 siedelte er mit Familie und zwei Gesellen nach Bologna über, 1486 verlegte er sein Unterneh…

Satzinterne Varianz

(94 words)

Author(s): S. Corsten
ist die Folge von beabsichtigten und ungewollten Änderungen am Satz während des Druckvorgangs. Weil das an den in der Druckpresse befindlichen Formen geschah, spricht man auch von Preß-korrekturen. Dadurch entsteht jedoch zu Unrecht der Eindruck, als handele es sich bei den Varianten stets um Verbesserungen oder Berichtigungen. Die S., die in Drucken des 15.–19. Jh.s vorkommt, stellt die Textkritik deswegen vor bes. Probleme. Sie kann mit Hilfe des Hinman-Collators zuverlässig festgestellt werden. S. Corsten Bibliography Boghardt, M.: Analytische Druckforschung. Ein met…

Niederländische Prototypographie

(93 words)

Author(s): S. Corsten
ist die heute meist verwendete Bezeichnung für jene undatierten und unfirmierten niederl. Drucke, die man früher in der Diskussion um den Erfinder des Buchdrucks L. J. Coster zuschreiben wollte. Es handelt sich um Texte verschiedenen Charakters, darunter auffallend viele Schulbücher fur den Lateinunterricht (Donate, Ausg. des Doctrinale von Alexander de Villa Del). Neuere papierkundliche Untersuchungen schließen mit ziemlicher Sicherheit aus, daß diese Drucke in die Zeit um 1450 gehören. Costeriana S. Corsten Bibliography Hellinga-Querido, L. / De Wolf, C: Laurens Janszoo…

Speyer (Spira), Johannes von

(158 words)

Author(s): S. Corsten
† 1469/1470 in Venedig, dt. Drucker. S. ist wahrscheinlich mit dem «Hans von Spyre» identisch, der in Mainzer Urkunden der Jahre 1460 und 1461 vorkommt. Er begann 1469 als erster in Venedig zu drucken, war aber wohl schon einige Zeit dort ansässig; aus der Ehe mit einer Einheimischen hatte er zwei Kinder. Auf seinen ersten Druck hin, einem Cicero «Epistulae ad familiares» (GW 6800) in einer Aufl. von 300 Ex., erhielt er am 18. 9. 1469 vom Stadtregiment das Privileg der ausschließlichen Ausübung …

Rubrikator

(172 words)

Author(s): S. Corsten
Die Fertigstellung eines ma. Ms. übernahm i.d.R. der R., der mit roter (lat. = ruber) Tinte Initialen (Lombarden), Seiten- und Kapitelüberschriften sowie anderes Beiwerk (Paragraphenzeichen, Markierung von Satzanfängen u. a. m.) hinzufügte. Da solche Zutaten nur mit großem technischen Aufwand gedr. werden konnten (Rotdruck), überließen viele Drucker derartige Arbeiten weiterhin dem R. oder nahmen sie in bestimmten Fällen selber von Hand vor. Wo ein R. sich mit Namen nennt und den Abschluß seiner…

Wiegendruckgesellschaft

(188 words)

Author(s): S. Corsten †
Um die Erforschung der Ink. zu fördern, wurde 1924 von etlichen Kennern und Freunden des alten Buches die W. gegründet. Sie nahm zunächst eine bibliographische Übersicht der Forschungslit. zum Buchdruck des 15. Jh.s in Angriff. Obwohl die Bibliographie in Lief. veröff. wurde, stand die Ges. bald vor «unvorhersehbaren Hemmungen», die nicht zuletzt finanzieller Natur waren. Das Erscheinen der auf 500 Ex. angesetzten Aufl. zog sich über die Jahre 1929 bis 1936 hin. Für die Ges. legte Erich von Rath…

Monterrey(Galicien, Spanien)

(98 words)

Author(s): S. Corsten
In der span. Stadt brachten die Gesellschafter Gonzalo Rodríguez de la Pasera und Juan de Porras am 3. 2. 1494 ein Missale Auriense heraus. Wenig später druckte in M. Johann Gherlinc ein «Manuale sacramentorum» (H 10734) von 1496 sowie eine Bulle von Papst Innocenz VIII. zugunsten der Bruderschaft vom «heiligsten Christus» in der Bischofsstadt Orense. S. Corsten Bibliography López,A.: La imprenta en Galicia en el siglo XV. In: Gut.-Jb. 1935, S. oo – iii Odriozola, A.: Una probable impresión de la segunda imprenta incunable de M. (Orense). In: Boletín Auriense 6. 1977, S. 265 — 284

Welker, Konrad

(98 words)

Author(s): S. Corsten †
aus Boppard stammender Kölner Drucker. W. heiratete vor dem 29. 1. 1482 Gertrud, die Witwe Arnolds Ter Hoernen, dessen Geschäftsnachfolger er 1482–1488 war. In dieser Funktion ist er von Dietrich Molner, dem Sohn aus einer früheren Verbin-dung der Gertrud, nicht zu unterscheiden. W. und Molner kommen für den Druck von zwei Brevieren der Diözese Köln (GW 5307–5308) und einige für den Lehrbetrieb der Univ. bestimmte Titel infrage. S. Corsten † Bibliography Voulliéme, E.: Der Buchdruck Kölns bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Bonn 1901 (ND Düsseldorf 1978), S. LVII–LXIV und CXXIX Geldner…

Blinddruck in Inkunabeln und Frühdrucken

(139 words)

Author(s): S. Corsten
Blieben beim Setzen eines Buches Seiten teilweise ohne Text (z.B. am Buchende), wurde beim Ausdrucken Stützsatz erforderlich, um das Abkippen des Tiegels zu verhindern. Zum Auffüllen der Seite wurde meist früher verwendeter Satz, der noch nicht abgelegt war, benutzt. Er wurde nicht eingefärbt und mit einem Stück Papier abgedeckt. Trotzdem lassen sich häufig derartige Satzteile als B. lesen. Wurden die für den Stützsatz verwendeten Materialien nicht aus demselben Buch, sondern aus einem, das soeb…

Solger, Adam Rudolph

(142 words)

Author(s): S. Corsten
(1693–1770), dt. Bibliophile, Pfarrer und Bibliothekar. S. bekleidete als Geistlicher an St. Sebaldus in Nürnberg 1759–1770 auch das Amt des Stadtbibliothekars. Er sammelte privat in großem Stil Bücher und orientierte sich dabei an dem zu seinen Lebzeiten mehrfach (Hamburg 1732, 1738, 1747 und 1753) gedr. «Catalogus historico-criticus librorum rariorum» des Johannes Vogt sowie an Bibl.katalogen. S. kaufte auf Auktionen in Leipzig und Nürnberg und veröff. 1760 bis 1762 seine «Bibliotheca sive sup…

Schöpflin, Johann David

(263 words)

Author(s): S. Corsten
* 24. 9. 1694 in Salzburg, † 7. 8. 1771 in Straßburg, dt.-franz. Historiker. Seit 1720 in Straßburg lehrend, nahm S. im Wissenschaftsbetrieb seiner Zeit eine führende Position ein. In Mannheim regte er die Gründung der Akad. d. Wiss. an (1763) und blieb bis zu seinem Tode ihr Präsident. Goethe zeigt sich in «Dichtung und Wahrheit» (Buch 11) von ihm tief beeindruckt, rühmt seine große, mit Leutseligkeit gepaarte Gelehrsamkeit. Sein großes Werk zur Gesch. des Elsaß «Alsatia illustrata» (2 Bde., 17…

Koch gen. Meister, Johann

(153 words)

Author(s): S. Corsten
† vor dem 13. 10. 1487 in Basel, Buchdrucker. Der aus Feldkirch (Vorarlberg) stammende K. ist seit 1462 in Basel nachweisbar (Immatrikulation an der Univ.). Daß er sich Ende der 1470er Jahre ohne spürbaren Erfolg mit dem Druck liturgischer Bücher befaßte, geht vor allem aus Gerichtsakten der Stadt hervor. Zus. mit Peter Kollicker gab er am 4. n. 1484 ein Breviarium Cisterciense (GW 5198) heraus. In diesem Buch erscheint er ein einziges Mal in einer Schlußschrift. Weil er zu Beginn der 1480er Jah…

Diplomatisch getreu

(108 words)

Author(s): S. Corsten
heißt eine Titelaufnahme, wenn sie um eine möglichst getreue Wiedergabe der Vorlage in bezug auf Orthographie, Abkürzungen, typographische Eigentümlichkeiten und Zeilenabschlüsse bemüht ist, um eine einwandfreie Identifizierung zu ermöglichen. Die Methode wurde zuerst von Ludwig Hain in seinem «Repertorium bibliographicum» (1826–1837) angewendet und ist seitdem vor allem bei der bibliographischen Verzeichnung von alten Drucken üblich. Da es aber nicht immer zum Erkennen von Nach- und Doppeldruck…

Wiborada

(124 words)

Author(s): S. Corsten †
* um 880 auf Burg Klingen (Aargau), † 2. 5. 926 Sankt Gallen, Klausnerin. Die aus altem Adelsgeschlecht stammende W. lebte seit 916 als Einsiedlerin an der Magnuskirche in Sankt Gallen. Beim Volk genoß sie wegen ihrer Frömmigkeit und Prophetengabe hohes Ansehen. Vor dem Ungarn-Einfall von 926 riet sie dem Abt des Klosters, vor allem die Bücher in Sicherheit zu bringen. W. fand durch die Ungarn den Märtyrertod und wurde 1047 von Papst Clemens II. heilig gesprochen. Sie wird als die Schutzpatronin der Bibl.en und der Bibliophilie verehrt. S. Corsten † Bibliography Torsy, J.: Lexikon der d…

Stöckel (auch: Müller), Wolfgang

(190 words)

Author(s): S. Corsten
*um 1473 in Obermünchen (nordwestl. von Landshut), † 1540 / 1541 in Dresden, dt. Buchdrucker. S. arbeitete nach dem Studium in Erfurt (1489–1490) bei Arnold Neumarkt von Köln in Leipzig und wurde 1497 dessen Nachfolger, am 29. 5. dieses Jahres erwarb er das Bürgerrecht von Leipzig. Seine umfangreiche, aber wenig bedeutende Produktion war auf die Bedürfnisse der Univ. ausgerichtet, seine Ausstattung mit Druckgerät entsprechend bescheiden. Bemerkenswert ist ein Titelbl. zu A. Hund: «Introductorium…

Lempertz, Heinrich

(157 words)

Author(s): S. Corsten
(Kaspar Joseph) * 2. 10. 1816 in Köln, † 7. 2. 1898 in Weiden bei Köln, Buchhändler, Antiquar und Sammler. L. übernahm um die Mitte des 19. Jh.s das Kölner Antiquariat von Johann Mathias Heberle (1775 - 1840), in dem er gelernt hatte und als Mitarbeiter tätig gewesen war. Er erweiterte das Unternehmen durch Filialen in Bonn (gegr. 1844, ging später an seinen Bruder Mathias L.) und Brüssel (1849) und erwarb sich einen Namen durch die Versteigerung von Bibl.en berühmter Zeitgenossen (u.a. der des …

Präsentationstitel

(119 words)

Author(s): S. Corsten
(Dedikations– oder Widmungstitel), gibt den Anlaß für eine Veröff. an; er ist von einer bloßen Widmung, die i. d. R. hinter dem Haupttitelbl. angetroffen wird, zu unterscheiden. Ist der P. der einzige Titel wie z. B. bei einer Festschrift, wird er der bibliothekarischen Titelaufnahme zugrundegelegt. Folgt auf einen P. nur eine einzige Abh., wird diese nach den dt. Regelwerken für die alphabetische Katalogisierung für die Hauptaufnahme herangezogen. Vom P. wird verwiesen bzw. eine Nebeneintragung gemacht. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für…

Ordnungselement (OE)

(110 words)

Author(s): S. Corsten
Der Begriff wurde von den Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) eingeführt und bezeichnet die 26 Buchstaben des dt. Alphabets sowie Zahlzeichen (§ 803). Die OE bestimmen nach der Buchstabenfolge des dt. Alphabets die Einordnung der Ordnungswörter. Zahlen werden i. d. R. nach ihrem Zahlenwert geordnet (RAK §§ 805 und 809). Für Buchstaben mit Akzenten, diakritischen Zeichen, Umlaute, ß und nichtlat. Schriftzeichen, die in Sprachen mit lat. Schrift Vorkommen können, gelten bes. Bestimmungen. S. Corsten Bibliography Regeln für die alphabetische Katalogisierung …

Schöffer, Johann

(283 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1475 in Mainz, † 1531 ebd., dt. Druckerverleger. Als zweiter Sohn von Peter Schöffer († 1502 / 1503) folgte S. seinem Vater in der Leitung der Mainzer Offizin «Zum Humbrecht», nachdem er an der Univ. Leipzig (Immatrikulation Sommersemester 1492) studiert hatte. Er stand in lebhaftem Verkehr mit humanistischen Kreisen und bekleidete seit 1510 auch städtische Ämter. Dank eigener Sachkunde und einer glückli-chen Hand bei der Auswahl seiner Mitarbeiter konnte er die Leistungen seiner Offizin au…

Koelhoff d. Ä., Johann

(227 words)

Author(s): S. Corsten
Anfang 1493 in Köln, Druk–kerverleger. Der aus Lübeck stammende K. brachte von Venedig, wo er bei Wendelin von Speyer gelernt und gearbeitet hatte, eine rundgotische Letter mit nach Köln. Hier begann er 1471 zu drucken (Ex. der BN Paris von H 12888 hat eine für dieses Jahr datierte Besitzeintra-gung). Als weitere bahnbrechende Neuerung führte er gedr. Lagensignaturen ein. K. war ein rühriger und wagemutiger Geschäftsmann, dessen Aktivitäten sich nicht auf das Buchwesen beschränkten. Seine Agente…

Polyglotte

(78 words)

Author(s): S. Corsten
(von griech. πολύγλωττoς = mehrsprachig) wer urspr. der Name eines vergleichenden Wb.s mehrerer Sprachen, dann wurden auch vielsprachige Inschriften und Texte so bezeichnet. Im engeren Sinne versteht man unter P. eine große kritische Bibelausg. mit hebräischem, griech., lat. und anderem Text, wie sie zuerst in Alcalá de Benares 1514 — 1517 ersch. ist. BibeldruckComplutenser Polyglottenbibel Polyglottenbibel S. Corsten Bibliography Lexikon des Bibliothekswesens. Hrsg, von H. Kunze und G. Rückl. 2. Aufl. Bd. 2. Leipzig 1975, Sp. 1100.

Topié, Michel

(164 words)

Author(s): S. Corsten
† nach 1512 in Lyon, aus Mondovi in Piemont (nicht Pyrmont!) stammender Setzer und Drukker, der 1488–1490 in Lyon zus. mit Jacques Heremberck arbeitete und eine ins Franz. übers. Ausg. von Bernhard Breidenbachs «Peregrinatio in terram sanctam» (GW 5080) herausbrachte. Das Buch ist reich bebildert, u. a. mit sieben Kupferstichen. Auch der 1490 ersch. «Recueil des histoires troyennes» des Roul Le Fèvre (HC 7045) ist an Abb. reich. 1495 verband sich T. mit Johannes Numeister, mit dem er etliche lit…

Praefatio

(36 words)

Author(s): S. Corsten
(lat. = Vorrede) eröffnet häufig in Drucken des 15. Jh.s den Text eines Buches (so z. B. GW 228 bis 229). Das Wort wird gleichsinnig mit «Prologus» verwendet (GW 227 und 230). S. Corsten

Götz, Nikolaus

(204 words)

Author(s): S. Corsten
*um 1440 in Schlettstadt (Unterelsaß), Kölner Drucker. G. nahm sein Studium 1456 in Erfurt auf und ließ sich Ende des Jahres 1470 bei der Juristischen Fakultät der Univ. Köln immatrikulieren. Er scheint aber auch eine handwerkliche Ausbildung genossen zu haben; denn er wird 1460/1461 in Mainzer Quellen zus. mit dem Erstdrucker von Venedig, Johann von Speyer, als Goldschmied aufgeführt. Der offenbar vielseitig begabte Mann vollendete seinen ersten Druck am 30. 4. 1474 (H 10291) und brachte in den…

Reyser, Georg

(199 words)

Author(s): S. Corsten
1504 (?) in Würzburg, aus Ensingen (bei Vaihingen an der Enz) stammender dt. Drucker und Buchhändler. R. war nach jüngeren Forschungen zunächst in Straßburg tätig, wo er zus. mit seinem Bruder Michael die wegen mangelnder Firmierungen mit dem Notnamen «Drucker des Henricus Ariminensis» bezeich–nete Offizin betrieb (1468–1478) und überwiegend theologische Fachlit. sowie ein Straßburger Brevier (GW 5260) und ein ebenfalls für das Bistum Straßburg bestimmtes Directorium (GW 8437) herausbrachte. Dam…

Reichling, Dietrich

(156 words)

Author(s): S. Corsten
* 25.2.1845, f 24. 2. 1921 in Münster, Westfalen (?), dt. Philologe und Bibliograph. Als Studienprofessor am Gymnasium Paulinum in Münster brachte R. die ma. Sprachlehre des Alexander de Villa Dei in einer kritischen Ausg. heraus (Das Doctrínale des Alexander de Villa-Dei. Berlin 1893) und stellte dabei auch eine Übersicht der ihm bekannten Hss. und Drucke vor. Nachdem er am 1. 4. 1904 für wiss. Arbeiten beurlaubt worden war, widmete er sich seinem bis heute nicht ganz überholten Werk: Appendice…

Obertitel

(29 words)

Author(s): S. Corsten
ist eine in den wichtigsten dt. Regelwerken für die alphabetische Katalogisierung (PI und RAK) nicht verwendete Bezeichnung für den Sachtitel, die diesen vom Untertitel unterscheidet. S. Corsten

Xanten

(164 words)

Author(s): S. Corsten †
Während der Karolingerzeit wurde über dem Grab des heiligen Victor eine Klerikergemeinschaft gegründet. Das am linken Ufer des unteren Niederrheins gelegene Stift war wegen seiner Reliquienschätze Ziel zahlreicher Wallfahrer, es spielte auch in der Pfarrorganisation des Kölner Erzbistums eine wichtige Rolle: der Probst von X. war Archidiakon für fünf niederrheinische Dekanate. Eine gewiß schon vorhandene Bibl. dürfte 1109 zus. mit dem Stiftsarchiv durch einen Brand vernichtet worden sein. Seit 1…

Fichet, Guillaume

(201 words)

Author(s): S. Corsten
* 16. 9. 1433 in Villard (Le PetitBornand- les-Glieres/Haute Savoie), † nach 1480 in Rom, franz. Theologe und Humanist. Nach ersten Studien in Chambery und Avignon kam F. an die Univ. Paris, wo er am 12. 12. 1461 Mitglied der Sorbonne wurde und am 7. 4. 1468 eine Professur für Rhetorik und Philosophie erhielt. F. veranlaßte 1469/r470 zus. mit seinem Kollegen Johann Heynlin de Lapide die Gründung einer Druckerei in der Sorbonne, der ersten auf franz. Boden. Die drei dt. Druckergesellen Martin Cra…

Urach

(204 words)

Author(s): S. Corsten
Stadt östlich von Reutlingen, bei Teilung der Grafschaft Württemberg (1441 / 1442) zur Residenzstadt erhoben. Wohl auf Veranlassung von Graf Eberhard V. «im Barte» (1445–1496) siedelte 1478/1479 der Esslinger Drucker Conrad Fyner nach U. über und nahm hier eine fruchtbare Tätigkeit auf. Neben aufwendig ill. volkstümlichen Werken stehen wiss. Texte und Amtsdrucksachen. Seit 1477 stand am Ort auch eine Papiermühle zur Verfügung. Als Graf Eberhard 1482 die Residenz nach Stuttgart verlegte, verlor die Druckerei offensichtlich ihre Existenzgrundlage und stellte ihre Arbeit ein. Um…

Reinhard(i), Johannes

(98 words)

Author(s): S. Corsten
aus Eningen (Schwäbische Alb) stammender dt. Drucker, der 1470 in Trevi (Umbrien) eine Offizin begründete und mit einer großen Antiqua zwei Titel (H 7336 und GW 3612) druckte. Dann zog R. nach Rom weiter, wo er mit Wendelin de Wila, Theobald Schenkbecher und dem Kleriker des Bistums Lüttich Paul Leenen in den Jahren 1473—1476 zusammenarbeitete, aber auch auf eigene Rechnung druckte. Daß er in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit mehrfach neue Lettern in Gebrauch nahm, legt die Vermutung nahe, daß er die Kunst des Stempelschnitts beherrschte.; Geldner Bd. 2, S. 48 und 100. S. Corsten

Rot, Adam

(109 words)

Author(s): S. Corsten
Kleriker der Diözese Metz, 1471–1474 in Rom tätiger dt. Drucker. R., der sich bereits 1465 bei der Kurie um eine Pfründe bemühte, war möglicherweise zunächst in der Werkstatt von Konrad Sweynheim und Arnold Pannartz als Geselle tätig, machte sich aber 1471 selbständig. Er druckte vor allem kanonistische Werke, aber auch einige klassische Autoren und Handb. für Rompilger. Er besaß nur eine einzige Schrift, eine Antiqua. Wie aus den päpstlichen Reg. hervorgeht, suchte R. sich durch den Erwerb von einträglichen Pfründen wirtschaftlich abzusichern. S. Corsten Bibliography Geldner Bd…

Wallraf, Ferdinand Franz

(221 words)

Author(s): S. Corsten †
* 20. 7. 1748 in Köln, † 18. 3. 1824 ebd., Kunst- und Büchersammler. Der aus einfachen Verhältnissen stammende W. brachte es an der 1388 gegr. Kölner Univ. zu einer Professur an der Medizinischen Fakultät und wurde am 17. 12. 1793 zum (letzten) Rektor gewählt. An der von den Franzosen eingerichteten Zentralschule vertrat er die Fächer Gesch. und «Belles Lettres». Für seine Lehrtätigkeit begann W. 1790 in großem Stil Fachlit. anzuschaffen. Nach der Auflösung der Klöster (1802) nützte er das dadur…

Sammelband

(433 words)

Author(s): S. Corsten
Als S. wird ein Buchbinderbd. bezeichnet, der mehr als drei bibliographisch selbständige Schriften (Bibliographische Einheit) vereinigt. Maßgeblich ist dabei ausschließlich der Wille des Besitzers. Häufig finden sich in einem S. Schriften ähnlichen oder verwandten Inhalts. Wo derartiges nicht zu erkennen ist, müssen andere Ursachen für die Vereinigung zum S., etwa ein gleichzeitiger Zugang in eine Bibl., vermutet werden. In ma. Bibl.en haben S.e zahlenmäßig den bei weitem größten Teil des Bestandes ausgemacht. Nach einem 1409 angelegten Kat. enthielt d…

Missale speciale

(265 words)

Author(s): S. Corsten
hieß im MA die für den Gottesdienst in Filialkirchen und Kapellen bestimmte Kurzfassung des Meßbuches, wie sie nach 1490 auch mehrfach gedr. worden ist (H 11 248—11 251). Die älteste Ausg. eines solchen M. (C 4075) gehört zu den am stärksten umstrittenen Büchern der Druckgeschichte. Sie ist in einer Type gedr., die der kleinen Letter des Mainzer Psalters von 1457 sehr nahesteht. Es sind z. Z. (1995) vier Ex. bekannt, außerdemgibt es eine verkürzte Fassung (Missale abbrevia-tum). O. Hupp der in d…

Leeu, Gheraert

(392 words)

Author(s): S. Corsten
* um 1450 in Gouda, zur Weihnachtszeit 1492 in Antwerpen, niederl. Druckerverleger. Der aus einer in Gouda angesehenen Familie stammende L. begann 1477 in seiner Vaterstadt mit einer noch unvollkommenen Type regionalen Charakters zu drucken und brachte zuerst die «Epistelen en evangelien», ein für den Gottesdienst benötigtes Lektionar in mittelniederl. Sprache, heraus (HC 6647 = 6748). Auch andere Drucke der ersten Jahre verraten die kirchliche Behörde als Auftraggeber oder Anreger: So z.B. das …

Textband

(42 words)

Author(s): S. Corsten
kann der nicht gezählte, sondern bezeichnete, bibliographisch selbständige Teil eines Ganzen neben einem reinen Abb.-, Karten-, Zahlenwerk u. ä. sein. Für die Berücksichtigung bei der alphabetischen Titelaufnahme haben die Regelwerke bes. Bestimmungen (PI § 13,1; RAK-WB § 820). S. Corsten

Canon missae

(279 words)

Author(s): S. Corsten
heißt der im großen und ganzen stets gleiche Abschnitt in der Meßliturgie der römisch–katholischen Kirche mit der Wandlung der Opfergaben und den einleitenden und abschließenden Gebeten. Seit dem Hoch–MA wird der C. m. durch das Gebet «Te igitur clementissime pater» eröffnet, das meist durch eine große, reichgeschmückte Initiale (Te–igitur–Initiale) und das Kanonbild ausgezeichnet ist. Schreiber und Drukker haben den C. m. außerdem durch eine bes. Schrift in zwei Größen (Kanonschrift, Kanon–Chor…

Satzidentität

(123 words)

Author(s): S. Corsten
ist bei älteren Veröff., bes. solchen des 18.Jh.s, festzustellen, wenn dieselbe Druckform für Einzelausg. und Gesamtausg. eines Autors verwendet worden ist (Sammelausg.). Es kommt auch vor, daß derselbe Satz für unterschiedliche Formate benutzt wurde. In einem solchen Fall mußten die Formen umgeordnet und neu «ausgeschlossen» werden. So existieren die beiden ersten Bde. von Klopstocks Werken, die 1798 bei Göschen herauskamen, mit identischem Satz in Quart und Oktav. Zuweilen beschränkten sich di…

Bandzahl

(60 words)

Author(s): S. Corsten
Die Angabe der B. ist in der Bibliotheks-statistik für die BestandsgröBe, die Zugänge und Ent-leihungen blich. Es ist dabei stets klarzustellen, ob die genannten Zahlen für bibliographische Einheiten oder Buchbinderbande gelten. Problematisch ist, ob und wie Non-Book-Materials in die B. einbezogen wer-den. Unter B. wird auch die Zahl der zu einem mehr-bandigen Werk gehorenden Teile verstanden. S. Corsten

Amsterdam, Martin von

(140 words)

Author(s): S. Corsten
Buchdrucker, brachte zus. mit dem aus Höchstädt (bei Donauwörth) stammenden Johann Tresser am 17. 7. 1497 in Neapel ein Werk des Humanisten J. J. Pontanus heraus (HC 13259). Für das «Officium b. Mariae virginis» vom 15. 1. 1499 zeichnet er allein verantwortlich. Wahrscheinlich ist A. aus der Werkstatt hervorgegangen, die seit Mitte der 80er Jahre Francesco del Tuppo betrieb. Nach Rom übergesiedelt, arbeitete A. mit Johann Besicken zus. Die Ges. veröffentlichte Erbauungsschriften, Predigten und ä…

Astronomischer Kalender

(118 words)

Author(s): S. Corsten
heißt ein aus 6 Bl. zusammengeklebtes Plakat mit Angaben über den Ort der Planeten für 1448. Erhalten sind 2 Bruchstücke auf Pergament, die 1901 in der LB Wiesbaden entdeckt wurden, sowie seit 1937 bekannte Probedrucke («Bürstenabzüge»), die zufällig denselben Teil der Tafel (Januar bis April) betreffen. Da es sich um eine Planetentafel für einen «primitiv publizistischen Zweck» (Wehmer) handelt, delt, aus dem Inhalt nicht auf die Entstehungszeit geschlossen werden. Die der Schrift der 36zeilige…

Te-igitur-Initiale

(183 words)

Author(s): S. Corsten
Im ma. Sakramentar oder Mis-sale eröffnet die T. den Kanon, dessen hervorragende liturgische Bedeutung i. d. R. durch einen größeren Schriftgrad betont wird und mit den Worten «Te igitur clementissime pater» beginnt. Die in enger Beziehung zur Liturgie stehende Initiale wurde sehr kunstvoll gestaltet und nimmt mitunter einen großen Teil der Seite ein. Wegen der Ähnlichkeit des Buchstabens T mit einem Kreuz, wurde die T. seit etwa dem 10. Jh. mit dem Bild des Gekreuzigten versehen. Seit dem 12. J…

Ravenstein, Albert

(75 words)

Author(s): S. Corsten
Der wahrscheinlich aus der gleichnamigen Herrschaft an der unteren Maas stammende Drucker betrieb 1483 -1484 zus. mit Joachim Westvalin Magdeburg eine Druckerei. Obwohl sie sich in einem nie-derdt. Plenarium (HC 6749) «brodere» nennen, dürften sie keine leiblichen Brüder gewesen sein. Vielleicht gehörten sie zu den Brüdern vom gemeinsamen Leben. Dafür spricht auch, daß sie mit einer einzigen Rotunda-Type ausschließlich Liturgica und religiöse Schriften gedr. haben. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 1, S. 237-238.

Renner, Franz

(183 words)

Author(s): S. Corsten
aus Heilbronn stammender dt. Drucker, 1471 — 1483 in Venedig tätig. R., der 1473 — 1477 mit Nicolaus von Frankfurt und 1477 — 1478 mit Petrus de Bartua assoziiert war, druckte zahlreiche theologische und homiletische Schriften sowie zwei lat. Bibeln in Folio (GW 4216=1475 und GW 4223 = 1476). Den zus. mit Nicolaus von Frankfurt herausgebrachten Ausg. der Heiligen Schrift folgten 1480 und 1483 zwei Bibeln (GW 4241 und 4253) in 4 0 (teilweise in 8°). Kleinformatige Breviere wurden seit 1477 eine S…

Schöner, Johann

(159 words)

Author(s): S. Corsten
* 1477 in Karlstadt am Main, † 1547 in Nürnberg, dt. Mathematiker und Kartograph. Der als Stiftsherr in Bamberg lebende sehr fruchtbare Gelehrte richtete sich dort eine Hausdruckerei ein, auf der er 1521 bis 1523 einige eigene Werke druckte. Wegen Vernachlässigung des Chorgebetes als «Frühmesser» (d. h. Frühmeßherr) in das nahegelegene Dorf Kirchehrenbach versetzt, hat er seine Druckpresse 1524 und 1525 hier eben-falls genutzt, um Selbstgeschriebenes zu vervielfältigen. Den unattraktiven Erschei…

Viterbo

(88 words)

Author(s): S. Corsten †
Hauptstadt der gleichnamigen ital. Provinz (Latium). In V. brachte ein anonymer Drucker den «Libellus de ultimis syllabis» des Honoratus Servius Maurus unter dem Datum 12. 1. 1488 (H 14710) heraus. Wäh-rend des folgenden Jh.s arbeiteten die Typographen Antonio Blado (1546), Agostino Colaldo (1568–1573, 1577–1601) und Ottavino Gabrielli (1595) in der Stadt. S. Corsten † Bibliography Fumagalli, G.: Lexikon typographicum Italiae. Florence 1905, S. 522 Borsa, G.: Clavis typographorum librariorumque Italiae 1465–1600.T. 2. Aureliae Aquensis 1980, S. 405 Rhodes, D. E.: La stampa…

Formatbücher

(245 words)

Author(s): S. Corsten
ist eine im dt. Sprachbereich während des 17./18. Jh.s übliche Bezeichnung für eine Art von Lehrbüchern der Buchdruckerkunst, die sich vor allem an den Setzer wandten. Die F. beschreiben die Einteilung des Setzkastens und wenden das Hauptaugenmerk auf die Einrichtung des Satzes für die unterschiedlichen Formate (Formatmachen). Im Anhang finden sich häufig Lobgedichte auf die Schwarze Kunst oder Anleitungen zur «Deposition», d.h. zur Aufnahme der Lehrlinge in den Gesellenstand (Depositio Cornuti)…

Santritter, Johann Lucilius

(143 words)

Author(s): S. Corsten
aus Heilbronn stammender dt. Druckerverleger, 1480–1498 in Venedig nachweisbar. S. scheint sich zunächst ausschließlich dem Verlagsgeschäft gewidmet zu haben. Als Verleger nennt er sich in einer Vers-Schlußschrift zur Erstausg. der «Gram-matica brevis» des Franciscus Niger vom 21. 3. 1480 (H 11 858). Auch Erhard Ratdolt druckte für ihn mathematisch-astronomische Werke. 1488 druckte er aber zus. mit Hieronymus de Sanctis mehrere Titel. Obwohl das Signet der Offizin die Gemeinschaft der beiden bet…

Barge, Hermann

(47 words)

Author(s): S. Corsten
* 2. 6. 1870 in Leipzig, †1941, Historiker und Oberstudiendirektor, der sich insbes. mit der Reformationsgesch. befaßte. Zum 500. Jubiläum der Erfindung des Buchdrucks erschien 1940 bei Philipp Reclam jun. in Leipzig seine «Geschichte der Buchdruckerkunst von ihren Anfängen bis zur Gegenwart». S. Corsten

Mylius, Arnold

(227 words)

Author(s): S. Corsten
*16. 10. 1540 in Friemersheim (Herrschaft Moers), †17. 11. 1604 in Köln, Buchdrucker und Verleger. Der aus einer niederrheinischen Beamtenfamilie stammende M. vertrat 1565 — 1577 die Interessen der ivon Franz Birckmann begründeten Firma in Antwerpen. Hier kam er mit den führenden Vertretern der niederl. Kartographie in Berührung, mit Abraham Ortelius arbeitete er zus. an dessen «Synonyma geographica» (Antwerpen 1578), einem Lexikon von antiken Autoren :279 überlieferter Ortsbezeichnungen. Durch …
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