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Zehnt

(914 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Die kirchenrechtlichen Grundlagen für die Erhebung des Kirchen-Z. (einer Naturalgabe, die in der Regel den zehnten Teil eines landwirtschaftlichen Produkts umfasste) wurden bereits im 6. und 7. Jh. gelegt. Spätestens im 12. Jh. war diese Abgabe europaweit ein fester Bestandteil des Kanons bäuerlicher Leistungen. Sie betraf als »großer Z.« Getreide und Wein; als »kleiner Z.« umfasste sie den sog. Blut-Z., der auf der Viehwirtschaft lastete, sowie den sog. grünen Z., der auf Garten-Produkte und auf andere Feldpflanzen erhoben wurde [9. 14]. Der große Z. wurde europaweit gef…
Date: 2019-11-19

Düngung

(850 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Begriff Unter D. versteht man die Zufuhr von Nährstoffen in den Boden. Im Ackerbau geschah dies durch Einbringung organischer und anorganischer Stoffe sowie durch Grün-D. (Leguminosen). Wiesen erhielten Dungstoffe v. a. durch Bewässerung.Werner Troßbach2. Tierische Fäkalien Stallmist wurde durch die Mischung von tierischen Fäkalien mit Einstreustoffen – neben Stroh vielfach mit Laub, Baumnadeln und -zweigen – gewonnen. Er enthält alle für den Anbau von Getreide erforderlichen Nährstoffe und reichert Humus im Boden an. Nährstoffverlust…
Date: 2019-11-19

Ländliche Gesellschaft

(8,859 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Begriffliche Abgrenzungen: Stadt und LandWährend der Begriff Agrargesellschaft – oft als Entwicklungsstufe gefasst – eine Gesamt- Gesellschaft charakterisiert, kann man von einer L. G. erst sprechen, wenn alternative Lebens- und Produktionsformen einem größeren Personenkreis zugänglich sind. Auf das Gebiet nördl. der Alpen trifft dies seit den Städtegründungen des HochMA zu. »Stadt« und »Land« können bis zu den Agrarreformen des 19. Jh.s u. a. durch rechtliche Kriterien voneinander abgegrenzt werden: So waren Formen personengebundener Abhäng…
Date: 2019-11-19

Saat

(947 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Der S.-Vorgang gliedert sich in die Auswahl des Saatguts (= Sg.), dessen Behandlung und dessen Ausbringung. Die Sg.-Auswahl hat als Kernelement landwirtschaftlicher Praxis seit dem Neolithikum zur Entstehung domestizierter Pflanzenarten beigetragen (vgl. Pflanzenzucht). Bei Getreide erfolgte sie in der Frühen Nz. vorwiegend innerbetrieblich, d. h. es wurden die jeweils kultivierten Sorten »nachgebaut«. In der Hausväterliteratur wurde z. T. empfohlen, die »schönsten« Körner für die S. zu selektieren [2. 38–42]. Für Buchweizen schlug ein schlesischer Ratgeber 15…
Date: 2019-11-19

Dorfgemeinde

(1,016 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. BegriffDie D. vertrat als juristische Person die Interessen des Dorfes gegenüber Nachbargemeinden, Grundherrschaft und Staat. D. entstanden im 12. Jh. zunächst in England, Nordfrankreich und Flandern, wurden in der Ostkolonisation in die Gebiete östl. der Elbe transferiert [14. 35–38] und breiteten sich seit dem 13. Jh. in allen europ. Ländern aus.Werner Troßbach2. Ursprüngliche AufgabenD. waren ursprünglich aus Haushalten zusammengesetzt, nicht aus Individuen. Aus der Zugehörigkeit zur D. konnten Allmende-Rechte abgeleitet werden. Voraussetzung w…
Date: 2019-11-19

Wiesenbau

(2,068 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Entwicklung und NutzungVor dem Übergang zur Landwirtschaft waren große Teile Europas mit Wald bedeckt. Offene Grasflächen bildeten sich erst im Neolithikum unter der Einwirkung menschlicher Tätigkeit, zunächst an Orten, an denen der Wald durch intensive Weidenutzung licht geworden war (Waldweide), später auch in Flusstälern, wo die andauernde Feuchtigkeit den Ackerbau erschwerte. Die Nutzung dieser Flächen als Wiese im engeren Sinne, d. h. durch die Grasmahd zur Gewinnung von Winterfutter, scheint sich jedoch erst in der Römerzeit entwickelt zu hab…
Date: 2019-11-19

Bauernkrieg

(4,208 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Zeitliche EinordnungDer Begriff B. bezeichnet unterschiedliche Ereignisse und Phänomene der Nz. Der Umschlag eines gegen die Türken geplanten Kreuzzuges in eine Erhebung gegen den Adel im Jahr 1514 ist als »ungarischer B.« in die Historiographie eingegangen. Im dt.sprachigen Raum werden Aufstände (Revolte) in Oberösterreich (1626) und Bayern (1705/6) als B. bezeichnet [19. 39 f.]. Es handelte sich dabei um landespatriotische Erhebungen, die gegen eine Besatzungsmacht gerichtet waren; ähnlich 1809 in Tirol. In Oberösterreich 1626 und in Bayern …
Date: 2019-11-19

Anspannung, tierische

(943 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Transport und Bodenbearbeitung wurden vor der Erfindung von Dampfmaschinen und v. a. Verbrennungsmotoren in den meisten europ. Ländern mit Pferden oder Ochsen als Zugtieren bewältigt. Im Mittelmeerraum konnten Maultiere, seltener auch Esel zum Einsatz kommen, manchmal mit Ochsen zusammengespannt [5. 21]. Um die tierische Zugkraft zu übertragen, gab es verschiedene Möglichkeiten. Bei Ochsen war seit dem FrühMA das Widerristjoch im Einsatz, meist als Doppeljoch ausgeführt. Unter diesem Joch zogen die Ochsen nicht, sondern sie »schoben«, wie der Volksmund richtig…
Date: 2019-11-19

Landwirtschaft

(8,842 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. DefinitionDurch L. wird eine Anpassung pflanzlicher und tierischer Populationen an menschliche Bedürfnisse herbeigeführt, die nicht nur eine Veränderung natürlicher Zusammensetzungen, sondern auch – viel stärker als durch Jagd und Sammelwirtschaft – die Steuerung von Eigenschaften der Bestände (Züchtung) beinhaltet (s. u. 5.5.). Im Ackerbau wurde das Ziel, Nahrungsmittel zu produzieren, seit dem FrühMA nicht mehr primär durch die Erschließung unerschöpfter Böden, sondern durch ausdifferenzierte Formen des Nährstoffmanagements erreicht…
Date: 2019-11-19

Viehwirtschaft

(2,361 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Rinder 1.1. AllgemeinUnter V. versteht man die wirtschaftliche Nutzung von Tieren und tierischen Produkten. In diesem Sinne war V. in der Nz. in ganz Europa integraler Bestandteil landwirtschaftlicher Betriebe. Rinder waren wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit als Zugtiere (Anspannung, tierische), Milch-, Fleisch- und Häutelieferanten sowie als Produzenten hochwertigen Düngers (Düngung) die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere, auf deren Haltung – von tropischen und subtropischen Gebieten abgesehen – kaum ein Betrieb verzichtete. Bis ins …
Date: 2019-11-19

Agrarkredit

(868 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Der A. war in den ländlichen Gesellschaften der Nz. weit verbreitet [3. 339, 343]; [6. 1340]. Kurzfristige Zahlungsaufschübe trugen dem Umstand Rechnung, dass die Bargeldausstattung von Bauern jahreszeitlichen Schwankungen unterlag [4. 285]. In den Quellen ist v. a. langfristig gewährter A. fassbar. Staatliche bzw. territoriale Verordnungen regelten die Rahmenbedingungen. Im Alten Reich beliefen sich die Zinsen bereits im 15. Jh. auf etwa 5 %, bevor dieser Prozentsatz im 16. Jh. [1. 6]; [3. 331] und in Frankreich im 17. Jh. [7. 91–95] für verbindlich erklärt wurde; Auss…
Date: 2019-11-19

Bodenbearbeitung

(827 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Die B. dient der Verbesserung der Nährstoffversorgung, der Unkraut-Regulierung und der Saatbeetbereitung ( Saat). Durch das Wenden der oberen Krume gelangen zuvor ungenutzte Nährstoffe in den Wurzelbereich der Nutzpflanzen und Unkrautsamen bzw. -pflanzen gleichzeitig in tiefere Bodenschichten. Die Struktur des Bodens muss so fein gekrümelt sein (»Gare«), dass der Transfer von Wasser und Nährstoffen in die Saaten ermöglicht wird.Während im GartenHandgeräte Verwendung fanden, war die Bodenvorbereitung im nzl. Ackerbau in der Regel mechanisiert; man setzte Pflüge und Eggen ein, die von Gespannen (Anspannung, tierische) gezogen wurden. Eine Mechanisierung der Hackvorgänge erfolgte im Ackerbau erst mit der Ausdehnung der entsprechenden Kulturen (Hackfrüchte), in England im zweiten Drittel des 18. Jh.s ( Landtechnik) [4. 129]. Die Ackerwalze (vgl. Abb. 1), die zur Einebnung und Bindung der Bodenstruktur diente, kam in der Nz. im Getreide-Bau selten, im Flachsanbau (Faserpflanzen) im 18. Jh. regelmäßig zum Einsatz.…
Date: 2019-11-19

Dorf

(2,264 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. DefinitionD. sind topographische, soziale und wirtschaftliche Einheiten. In der histor. Geographie wird ein D. als ländliche Gruppensiedlung definiert. Von einem Gut (vgl. Gutsbetrieb) unterscheidet sich eine dörfliche (= dörfl.) Siedlung durch ein wirtschaftsgeschichtliches Kriterium, nämlich durch die Existenz verschiedener Haushalte, die ihre Entscheidungen im Kern unabhängig voneinander treffen. D. bilde…
Date: 2019-11-19

Brache

(731 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Die B. war ein prägendes Element des Ackerbaus vor den epochalen Veränderungen, die als Agrarrevolution bezeichnet werden. In die Fruchtfolgen war meist ein Jahr integriert, in dem ein jeweils wechselnder, prozentual gleichbleibender Teil des Ackerlandes unbebaut blieb (in Zweifelderwirtschaften die Hälfte, in Dreifelderwirtschaften ein Drittel etc.) [2. 13 f.]. Die Ruhephase ermöglichte bodenbiologische Regenerationsprozesse und den Eintrag von Stickstoff aus der Atmosphäre (…
Date: 2019-11-19

Agriculture

(9,948 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Definition Agriculture is the adaptation of plant and animal populations to human needs, entailing not just the alteration of natural conditions, but – and to a far greater extent than in hunting and foraging - the manipulation of the qualities of the stock (see Plant breeding and Animal breeding) (see below, 5.5.). In arable farming, the aim of producing food was from the early Middle Ages no longer primarily achieved by the exploitation of unexhausted soil, but by sophisticated forms of nutrient management based on the alternation of fallow and cultivation periods and transfers, and especially on the combination of livestock and crop production (Land use system; see below 5.3.). The optimization and transformation of t…
Date: 2019-10-14

Meadow cultivation

(2,285 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Development and useBefore the transition to agriculture, large parts of Europe were covered in forest. Only during the Neolithic period did open grassland areas emerge as a result of human activity, initially in places where intensive grazing had thinned woodland (Woodland pasture), later also in river valleys, where persistently soggy ground hampered field cultivation. The use of these areas as meadows in the strict sense, however, that is, for harvesting grass for winter fodder, seems only to …
Date: 2019-10-14

Animal husbandry

(2,149 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Cattle 1.1. IntroductionAnimal husbandry is the economic use of animals and animal products. In this sense, animal husbandry was an integral element of agricultural operations throughout early modern Europe. Cattle were the most important agricultural livestock because of the wide range of uses to which they could be put as draft animals (Harness), sources of milk, meat, and leather, and producers of v…
Date: 2019-10-14

Manuring

(964 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Concept Manuring is the addition of nutrients to the soil. In arable farming, this was done by adding organic and inorganic substances, and by so-called green manuring (Leguminosae). Meadows received nutrients primarily through irrigation.Werner Troßbach 2. Animal feces Farmyard manure was obtained by mixing animal feces with strewing materials, such as straw, leaves, conifer needles, and twigs. It contains all the nutrients required for the cultivation of grain and enriches the soil humus. Degradation of nutrients can be slowed by storing manure in an airtight space, which was not well understood until the 18th cen…
Date: 2019-10-14

Fallow

(788 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Letting fields lie fallow was a defining element of agriculture prior to the epochal changes called the agricultural revolution. Generally a year was integrated into the crop rotation in which a fixed proportion of the acreage remained unplanted (half in two-field rotation, a third in three-field rotation, etc.) [2. 13 f.]. The dormant phase enabled soil-biological processes of regeneration and the introduction of nitrogen from the atmosphere (Soil). Plowing up the fallow (cf. German  Felge, “plowed-up fallow land”), carried on in June (also called fallow-month)…
Date: 2019-10-14

Harness

(1,057 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Before the invention of the steam engine and above all the internal-combustion engine, in most European countries transport and tillage were accomplished with horses or oxen as draft animals. In the Mediterranean world, mules could be employed, less frequently donkeys, sometimes teamed with oxen [5. 21]. There were various ways of harnessing the animal traction. In the case of oxen, the withers yoke had been in use since the early Middle Ages, usually in the form of a double yoke. Under such a  yoke, the oxen did not actually pull but pushed, as the German vernacular verb  schieben sug…
Date: 2019-10-14

Agricultural credit

(913 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Agricultural credit was a common phenomenon in the rural societies of the modern period [3. 339, 343]; [6. 1340]. Short-term payment deferrals took into account the circumstance that the financial resources of peasants were subject to seasonal fluctuations [4. 285]. The sources refer primarily to long-term agricultural credit. National or territorial regulations governed the general system. In the Holy Roman Empire, interest was generally set at around 5% by the 15th century; this percentage was made mandatory in the Empire in the 16th century …
Date: 2019-10-14

Kirchengut

(1,807 words)

Author(s): Weitzel, Jürgen | Troßbach, Werner
1. DefinitionK. (lat. bona ecclesiastica) meint das Vermögen einer Kirche. Es umfasst alle geldwerten Rechte – insbes. Eigentum, N…
Date: 2019-11-19

Farbstoffe

(2,497 words)

Author(s): Engel, Alexander | Troßbach, Werner
1. EinleitungF. sind lösliche Materialien, die sich im Gegensatz zu den unlöslichen, v. a. mineralischen Pigmenten (Maltechnik) zur dauerhaften Färbung von Textilien eignen. Vor der Erzeugung künstlicher F. aus Teerderivaten im späten 19. Jh. waren in Europa nur Natur-F. zumeist pflanzlichen Ursprungs bekannt. Das Färben war zwar für die Basisfunktionen der Kleidung wie den Schutz vor Nässe und Kälte unerheblich, doch im Rahmen soziokultureller Funktionen war die symbolische und ästhetische Wirkkraft der Farbigkeit unabdingbar. Vordefinierte T…
Date: 2019-11-19

Ernte

(2,498 words)

Author(s): Troßbach, Werner | Kopsidis, Michael
1. Ernteverfahren 1.1. Schneidegeräte bei der GetreideernteDie E.-Zeit begann im 18. Jh. in Deutschland mit der sog. Roggenmahd (Mitte bis Ende Juli) und endete um Michaelis (29.9.) mit der Flachseinbringung. Während man Flachs (…
Date: 2019-11-19

Unkraut

(854 words)

Author(s): Küster, Hansjörg | Troßbach, Werner
Als U. werden auf dem Kulturland unerwünschte Pflanzen bezeichnet. U. ist jedoch kein systematischer wiss. Begriff. Er ergibt sich aus den jeweiligen Zielen des Pflanzenbaus. Einige Arten verursachen wirtschaftlichen Schaden, andere sind aus ästhetischen Gründen unerwünscht. U. konkurriert mit den Kulturpflanzen um Licht, Wasser und Mineralstoffe. Einige U.-Arten beschatten die Kulturpflanzen durch große Blätter und Blüten oder winden sich um deren Stängel und Blätter. Die Samen der Kornrade ( Agrostemma githago) enthalten Saponine; durch unzureichende Reinigung d…
Date: 2019-11-19

Harvest

(2,903 words)

Author(s): Troßbach, Werner | Kopsidis, Michael
1. Methods 1.1. Cutting tools for harvesting grainIn the 18th century, harvest time in Germany began with the so-called rye mowing (mid to late July) and ended around Michaelmas (September 29) with the flax harvest. While flax (Fiber plants) was plucked up by the roots, the various kinds of grain were cut or mowed with a sickle or reaping hook (Cutting tools; see also the procedures for harvesting vegetables, fruit, and wine).In the early modern period, the primary implement used to harvest the summer grains oats and barley was the scythe (see fig. 1) – usuall…
Date: 2019-10-14

Dye

(2,692 words)

Author(s): Engel, Alexander | Troßbach, Werner
1. IntroductionDyes are soluble materials that, unlike the insoluble, mainly mineral pigments (Painting technique), are suitable for the permanent coloration of textiles. Prior to the development of artificial dyes from derivatives of tar in the late 19th century, only natural, mostly vegetable dyes were known in Europe. Although dyeing was of no real relevance to the basic functions of apparel - protection from moisture and cold - the symbolic and aesthetic role of color was a key one in the con…
Date: 2019-10-14

Church property

(1,968 words)

Author(s): Weitzel, Jürgen | Troßbach, Werner
1. DefinitionThe phrase church property (Latin bona ecclesiastica) denotes the assets of a church. It includes all rights with monetary value – especially property, usage rights, claims to taxes, other legal claims, and power of disposition over external things. Even in the Catholic Church, the proprietors of church property are not (only) the universal church or the Apostolic See (Papacy) but primarily individual ecclesiastical institutions (e.g. the church province, diocese, monastic order, Landeskir…
Date: 2019-10-14

Steuern

(4,617 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Troßbach, Werner
1. Begriff Im späten MA besaßen die städt. Kommunen (Stadt) in der Regel besser entwickelte Finanzsysteme als die Staaten ( Staatsfinanzen). Einige ital. Stadtstaaten entwickelten schon relativ früh ein fortschrittliches und ausgeklügeltes S.-Wesen. Die Kommune von Siena führte bereits zwischen 1168 und 1175 den alliramento als eine Form der Reichen-S. ein. Im 15. und 16. Jh. folgten allerdings immer mehr Flächenstaaten dem städt. Beispiel und begannen, selbst S. zu erheben.Man unterscheidet u. a. zwischen direkten und indirekten S. Die Bedeutung dieser Begriffe…
Date: 2019-11-19

Hofrecht

(1,311 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm | Pečar, Andreas | Troßbach, Werner
1. Fürstliches Hofrecht 1.1. AllgemeinDer Fürsten-Hof war nicht nur der Ort der höchsten Gerichtsbarkeit im Herrschafts-Bereich des Fürsten, er konstituierte auch einen eigenen Rechtsraum. In ihm galten spezifische, vom Fürsten erlassene Regeln und Normen, die das Verhalten sowohl der Hofmitglieder als auch der Hofbesucher innerhalb der höfischen Sphäre regelten. Kam es zu Verstößen gegen diese Regelungen, besaß der Fürstenhof eine eigene Gerichtsbarkeit. Häufig oblag die Aufgabe der Rechtsprechung dem obersten Hofmar…
Date: 2019-11-19

Pacht

(3,007 words)

Author(s): Löhnig, Martin | Sanz Lafuente, Gloria | Troßbach, Werner
1. Rechtliche Aspekte 1.1. BegriffUnter P. wird heute die auf einem P.-Vertrag beruhende Überlassung einer Sache oder eines Rechts gegen Geld (P.- Zins) auf Zeit zum Gebrauch und – hier liegt der Unterschied zur Miete und zur Leihe – zur Fruchtziehung verstanden. Im Gegensatz zum Mieter obliegt dem Pächter in weitem Umfang die Unterhaltung des P.-Gegenstandes. Von der durch Schuldvertrag (P.-Vertrag) begründeten P., die grundsätzlich jederzeit gekündigt werden kann und die mit dem Tod des Pächters endet, ist die aus dem rezipier…
Date: 2019-11-19

Lease

(3,292 words)

Author(s): Löhnig, Martin | Sanz Lafuente, Gloria | Troßbach, Werner
1. Legal aspects 1.1. DefinitionA lease (German Pacht) today is understood to be the contractual transfer of an object or right in exchange for money (cf. Interest [banking]), whereupon the recipient may use or – in contrast to rent and loans for use (commodatum) – enjoy the fruits of the object for a certain time. In contrast to a renter, the lessee is broadly responsible for the maintenance of the object of the lease. Leases based on loan contract, which could in theory be canceled at any time and la…
Date: 2019-10-14

Ius curiae

(1,499 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm | Pečar, Andreas | Troßbach, Werner
1. Court law 1.1. IntroductionA princely court was not just the site of the highest jurisdiction under the prince’s authority; it also constituted a legal space unto itself. Specific rules and norms issued by the prince were in force there that regulated the behavior of members of the court and visitors within the confines of the court. If these rules were violated, the prince’s court had its own jurisdiction. The task of administering justice at court often fell to the chief steward ( Hofmarschall). Members of court thus stood outside ordinary municipal jurisdiction. As a …
Date: 2019-10-14

Amt

(9,112 words)

Author(s): Carl, Horst | Schmidt, Patrick | Troßbach, Werner | Walter, Peter | Synek, Eva
1. Einleitung 1.1. Begriff und GrundlagenDen dt. Begriff A. zeichnet bis heute ein weites Bedeutungsspektrum aus, das die vielfältigen Bezüge und Kontexte vormodernen Verwaltungshandelns bewahrt ( Verwaltung). Es reicht von der Wahrnehmung einer spezifischen Funktion über die Bezeichnung eines territorialen Verwaltungsbezirks bis hin zu einer Behörde oder einem Gebäude, in dem nachgeordnete Verwaltungsbehörden residieren. Als Resultat frühnzl. Entwicklungen lässt sich diese semantische Vielfalt beispielsweise im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm dokumentie…
Date: 2019-11-19
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