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Epidemie

(1,364 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Krankheiten und SeuchenDie korrekte Zuordnung nzl. Seuchen durch die moderne Krankheitslehre ist durchweg problematisch; selbst die Evidenz übereinstimmender Symptome ist zweifelhaft. Dies gilt für die Vielzahl der pestilenzialischen Fieber ebenso wie für scheinbar eindeutig identifizierbare Krankheiten, hinter denen sich prinzipiell alle möglichen Infektionen mit Massencharakter verbergen konnten. Die gelehrte Welt des 15./16. Jh.s kannte zwar aus der antiken Überlieferung und aus frühen Drucken, etwa von Giovanni Boccaccios Decamerone (1348–1353), die bedr…
Date: 2019-11-19

Physiologie

(2,109 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionUnter Ph. (von griech. phýsis und lógos, ›Lehre von der Natur‹, ›Naturkunde‹) versteht man heute – im Gegensatz zur antiken Vorstellung (griech. physiológos, ›naturphilosophisch Kundiger‹) – ein Teilgebiet der Biologie und Medizin: die Lehre von den physikalischen, biochemischen und informationsverarbeitenden Funktionen der Lebewesen [6]. In der Frühen Nz. wurde Ph. zum einen sehr weit im Sinne physikalischer Wissenschaften verstanden (William Gilberts berühmtes Werk De magnete von 1600 trug den Untertitel Neue Ph. des großen Magneten des Erdkörpers; vgl. Ma…
Date: 2019-11-19

Gynäkologie

(1,705 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDer Begriff G. (Frauenheilkunde) ist modern und spiegelt die späte Etablierung der Subdisziplin an den Medizinischen Fakultäten des 19. Jh.s wider. Greifbar wird er, gegenüber dem älteren und umfassenderen Begriff gynaikeía (griech. »Frauensachen«), erst im frühen 18. Jh. in der Schrift des Dresdner Stadtphysikus Martin Schurig Gynaecologia (Dresden-Leipzig 1730). Im Titel eines dt. Lehrbuchs erschien der Ausdruck zuerst 1820 bei Carl Gustav Carus ( Lehrbuch der Gynaekologie). Im 16. und 17. Jh. war die Behandlung der klassischen Frauenkrankheiten – mit Ausna…
Date: 2019-11-19

Unfall

(1,006 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffUnter U. (mhdt. unval, ungeval; Synonym zu Unglück, Zufall, Schaden; engl./franz. accident) wird seit dem MA ein unvorhergesehenes Ereignis oder Missgeschick, meist verbunden mit Personen- oder Sachschaden, verstanden, des Weiteren kriegerische Niederlagen sowie sonderbare Lebens- und Sterbeumstände »berühmter Männer«, wie etwa 1570 in der dt. Übersetzung von Giovanni Boccaccios De casibus virorum illustrium (entstanden 1356–1373) durch Hieronymus Ziegler als »merckliche und erschröckliche unfahl … verderben unnd Sterben großmächtiger Kayser…
Date: 2019-11-19

Lepra [Hinzugefügt 2017]

(2,615 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und frühe Belege Die L. (griech. lépra) ist eine seit der Antike weit verbreitete Hautkrankheit, besser ein Komplex verschiedener möglicher Hautkrankheiten, der mit sehr abweichenden Namen bezeichnet wurde, im Deutschen bis heute mit der Sammelbezeichnung ›Aussatz‹ (mhdt. ûʒsetzel, ûʒsetzic, entsprechend lat. leprosus; frühneuhdt. ausseczickeit), aber im MA und in der Nz. auch in den Adjektiven ›schuppig‹, ›uneben‹, ›rau‹. Paläopathologisch ist heute geklärt, dass sich seit dem MA dahinter oft tatsächlich eine Infektion mit mycobacterium leprae verbarg. Al…
Date: 2019-11-19

Quacksalber

(1,183 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff und UmfeldDer aus quack- (»schreien«, »quacken«) und - salver (von ahdt. salbari, »Arzt«, oder lat. salvare, »heilen«) zusammengesetzte Begriff Q. (engl. quack, franz. charlatan, ital. ciarlatano) steht meist für jemanden, der sich als Heilkundiger ausgibt und ohne Berechtigung praktiziert, gelegentlich auch für zugelassene Heiler, die marktschreierisch (lat. circumforaneus) [2] ihre Kunst oder Heilmittel feilbieten. Q. sind vereinzelt seit der ersten Hälfte des 16. Jh.s nachweisbar, so etwa in einem Rechtstext aus Rügen (1531; » arsten [Ärzte] und alle ander…
Date: 2019-11-19

Krankheit

(2,361 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Der nzl. K.-Begriff war bis in die Mitte des 17. Jh.s noch wesentlich durch die antike Humorallehre (Säftelehre) und Diätetik geprägt. Mit der Ablösung humoralphysiologischer Vorstellungen wurden andere K.-Konzepte bestimmend, die sich vom 18. bis ins frühe 19. Jh. v. a. aus mechanistischen (Iatromechanik), animistischen und vitalistischen Vorstellungen vom Leben des Menschen in Gesundheit und K. speisten. Angesichts der naturwiss. Physiologie, der Zellularpathologie und der Bakteriologie wurde K. um die Mitte des 19. Jh.s zunehmend al…
Date: 2019-11-19

Blutkreislauf

(1,068 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Vorstellungen bis in die Frühe NeuzeitDer kanonischen Blutbewegungslehre des griech.-röm. Arztes Galenos von Pergamon folgend herrschte von der Antike bis ins 17. Jh. die Auffassung einer zentrifugalen Bewegung des Blutes im Körper vor. Nach seiner Entstehung in der Leber gelange es über die Hohlvene in die rechte Herzkammer, von dort über die Herzscheidewand in die linke Herzkammer, von wo es sich in alle Teile des Körpers ausbreite, um schließlich in der Körperperipherie verbrannt zu werden. Erste Erwe…
Date: 2019-11-19

Naturwissenschaftliche Medizin

(695 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffUnter N. M. wird die Zugrundelegung und konsequente Anwendung naturwiss. Methoden und Ergebnisse aus der Physik und Chemie in der Medizin des 18. und 19. Jh.s verstanden (vgl. Experimentalmedizin). Mit ihr war die – zumindest intendierte – Abkehr von ganzheitlichen oder rein philosophischen Konzepten der M. verbunden, insbes. vom Vitalismus und in Deutschland von der romantischen NaturphilosophieSchellings sowie ihren Anwendungen auf die M.Wolfgang Uwe Eckart2. VoraussetzungenVon der Antike bis ins 17. Jh. war die M. in Diagnose und Therapie wesent…
Date: 2019-11-19

Iatrophysik

(745 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. GrundlagenI. (von griech. iatrós, »Arzt«; phýsis, »unbelebte Natur«) war eine medizinische Theorie und Praxis des 17. und 18. Jh.s, die alle Phänomene von Gesundheit und Krankheit in Abhängigkeit von der inneren physikalischen Struktur des Körpers, seiner äußeren Form sowie der mechanischen (= mech.) Veränderlichkeit interpretierte [5]. In reduktionistischer Vereinfachung sollten so die Erkenntnisse der jungen experimentellen Naturwissenschaften auf den Bereich des Lebendigen übertragen werden. Auch dort sollte alles physikalisch erklär…
Date: 2019-11-19

Anatomisches Theater

(783 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
Ein A. T. ist ein Ort öffentlicher anatomischer Zergliederung in der Frühen Nz. Das Konzept geht auf den ital. Arzt und Professor für Chirurgie und Anatomie in Padua, Alessandro Benedetti (1445–1525), zurück [5]. Er war wohl der Erste, der einen selbständigen Holzbau für anatomische Sektionen an der Universität von Padua (um 1490) errichten ließ. Benedettis erfolg- und einflussreiches anatomisches Hauptwerk Anatomice, sive Historia Corporis Humani (Venedig 1502; »Anatomie oder Geschichte des menschlichen Körpers«), dürfte zur Verbreitung der Idee des A. T. …
Date: 2019-11-19

Experimentalmedizin

(1,113 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. ÜberblickIm 17. Jh. wurden die alten Autoritäten der Universitätsmedizin überwunden; damit begann die Epoche der empirisch-experimentellen Medizin. William Harvey erschütterte durch seine experimentelle Erforschung und Beschreibung des Blutkreislaufs die antike Humorallehre (Humoralpathologie), deren angestammten Platz nun neue Konzepte des ärztlichen Denkens und Handelns einnahmen: die nachparacelsische Iatrochemie und die cartesianische Iatrophysik (Iatromechanik). Chemisches und mechanistisches Denken auf der Grundlage experimenteller Erkenntnis ge…
Date: 2019-11-19

Naturheilkunde

(842 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDie N. im engeren Sinne formierte sich im dt.sprachigen Raum im frühen 19. Jh. ausgehend vonRousseaus Forderung »Zurück zur Natur« (Rousseauismus). Sie richtete sich vehement gegen die allopathische Schul-Medizin, deren gefährliche Arzneimittel, exzessive Aderlass- sowie entleerende Therapiemethoden und propagierte stattdessen die Hinwendung zu natürlichen Heil- und Lebensweisen. Im Mittelpunkt standen zunächst nur die Hydrotherapie (Bäder, medizinische) und der Vegetarismus. Dieser Kernbereich wurde im Laufe des 19. Jh.s um die Faktoren Wärm…
Date: 2019-11-19

Fieber

(859 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionDie meist plötzliche, unerwartete und immer unnatürlich empfundene Temperaturerhöhung des eigenen Körpers, verbunden mit Schwitzen, mit scheinbar paradoxem Schüttelfrost, mit Schwäche und oft einhergehend mit Gliederschmerzen, gehört zu den wohl untrüglichsten und zeitlosesten subjektiven Krankheitsempfindungen und -zeichen überhaupt. Gleichwohl definierten die F.-Lehren seit der europ. Antike F. als bedeutendes, wenn nicht bestimmendes Element jeweils herrschender Krankheitskonzepte sehr unterschiedlich.Im 15. und 16. Jh. war zunächst noch die hi…
Date: 2019-11-19

Schmerz

(2,837 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionSch. (von ahdt. smerza/ smerzo und mhdt. smerze/ smerz; griech. álgos; lat. dolor, acerbitas) ist eine komplexe Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist, als chronischer Sch. diesen aber verloren hat. Nzl. Synonym zu Sch. ist Pein (von ahdt. pîna und mhdt. pîne/ pîn, abgeleitet aus lat. poena, »Buße, Strafe«; engl. pain), meist mit Strafe, Marter, Qual u.Ä. verbunden (z. B. bei der »peinlichen Befragung«; vgl. Folter). Im weiteren Wortsinn steht Sch. für allgemeines Leiden als kultur- und sozialkontextabhän…
Date: 2019-11-19

Physicus

(857 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Mittelalterliche UrsprüngeSeit dem hohen MA waren neben dem frei tätigen Arzt ( medicus) bei weltlichen und geistlichen Fürsten, in Klöstern sowie in Stadtverwaltungen Ärzte angestellt, die der jeweiligen Herrschaft unmittelbar dienten. Ihnen wurde die lat. Bezeichnung physicus (»der Natur kundig«) beigelegt. Die gelegentlich noch unklare Abgrenzung zwischen den allgemeinen ärztlichen Aufgaben eines medicus und den besonderen eines Ph. (ähnlich lat. physica und medicina für Medizin) wurde im Alten Reich vermutlich zuerst durch die Medizinalordnung Kaiser Karls IV. (…
Date: 2019-11-19

Humorallehre

(714 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Grundlagen Gesundheit und Krankheit waren in der Nz. bis zur Mitte des 17. Jh.s im akademischen wie im allgemeinen Verständnis (in der Volks- und Alternativmedizin noch weitaus länger) wesentlich durch die antike Säftelehre (Humoralphysiologie/-pathologie; von lat. humores, »Säfte«) und die Diätetik geprägt. Erst mit der Ablösung humoralphysiologischer Vorstellungen in der zweiten Hälfte des 17. Jh.s wurden andere Gesundheitskonzepte bestimmend, die sich vom 18. bis ins frühe 19. Jh. v. a. aus Konzepten des Mechanismus (Iatromechan…
Date: 2019-11-19

Therapeutische Konzepte

(1,011 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionUnter Th. K. werden heilkundliche Theorien der Medizin verstanden, die aus dem jeweiligen Verständnis von Krankheit entsprechende Heilweisen ableiten; diese folgen dann in der Praxis nachvollziehbaren Theorien und Regeln. Prinzipiell kann für die Nz. zwischen magischen und rationalen Th. K. unterschieden werden (s. u. 2.). Den rationalen K. der Schulmedizin liegt die antike Dreiteilung der Therapie (diätetische, chirurgische, medikamentöse) zugrunde, wobei die Diätetik auch vorbeugende (prophylaktische) Ziele verfolgt und zugleich die dem Kö…
Date: 2019-11-19

Anatomie

(1,817 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Ausgangsbedingungen der neuzeitlichen AnatomieBereits in der ma. A. waren Sektionen menschlicher Körper keineswegs durchgängig verboten. Von einer autopsia im modernen Sinne, d. h. von einer eigenen Betrachtung und Interpretation der tatsächlichen Sektionsbefunde, konnte keine Rede sein, denn das in sich geschlossene Dogma der Humoralpathologie (Säftelehre) und der in diese Lehre eingebundenen A. und Physiologie bot für fast alle Erkrankungen ein nachvollziehbares Erklärungs- und Handlungskonzept. Nach neuen anatom.-physiologischen Er…
Date: 2019-11-19

Kräuterbücher

(957 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionUnter K. werden allgemein die gedruckten Pflanzenbücher der Frühen Nz. verstanden. In diesen Kompendien werden Pflanzen und Arzneidrogen im Detail beschrieben sowie ihre medizinischen Anwendungsbereiche erläutert. Häufig werden auch arzneilich verwendete Tiere, Tierprodukte und Mineralien dargestellt.Wolfgang Uwe Eckart2. Vorläufer und Entwicklung in der Frühen NeuzeitPflanzenbücher und K. der Antike dienten bis weit in die Frühe Nz. als wichtige Referenzquellen des medizinisch-pflanzenkundlichen Wissens (Pharmazie). Vorbilder waren v. a. die S…
Date: 2019-11-19

Vitalismus

(1,155 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. AllgemeinUnter V. (von lat. vita, »Leben«) ist eine mediz.-philosophische Strömung des 18. Jh.s zu verstehen, deren Anhänger die Existenz einer das Leben steuernden und erhaltenden Lebenskraft ( vis vitalis) propagierten. Der V. erhielt seine Impulse aus der antithetisch gegen den cartesianischen Mechanismus gerichteten Seelenlehre Georg Ernst Stahls (Animismus) [9. 293–310]; [7]; [8]. Im Vordergrund standen nun die antreibenden und lebenserhaltenden Kräfte jedes einzelnen Organs ( vita propria) und des Körpers insgesamt.Der von den franz. Ärzten Théophile de Bordeu…
Date: 2019-11-19

Solidarpathologie

(940 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition S. bezeichnet die systematische Ursachenerforschung der Krankheiten (griech. pathología, d. h. die Lehre von deren Entstehung, Verlauf und Zeichen) auf der Grundlage pathologisch-anatomischer Veränderungen einzelner Organe oder Körpergewebe (lat. solida, »feste Bestandteile«). Sie grenzt sich gegen die Humoralpathologie (Humorallehre) ab, in der das nichtflüssige morphologische Substrat des Organismus lediglich als Schauplatz säftephysiologischer Vorgänge gilt.Wolfgang Uwe Eckart2. Anfänge Morphologische Veränderungen der Gewebe und Organe des…
Date: 2019-11-19

Tuberkulose

(1,024 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Der Begriff T. (von lat. tuberculum, »Knötchen«; tuberculosis, »krankhafte Erscheinung«) taucht erstmals in mediz. Titeln des frühen 19. Jh.s neben griech./lat. phtisis auf; geläufiger war dt. Schwindsucht (Lungenauszehrung; vgl. engl. pulmonary consumption [15]): »phthisis heist zu teutsch die schwintsucht und kumpt von einem geschwer oder von einer feulnis der lungen und sie ist ein todtenliche sucht unnd ir ist auch muelich zu helffen« [1. 72]. Diese Begriffe standen für ein weites Spektrum auszehrender tödlicher Krankheiten, denen die Affektion der Lu…
Date: 2019-11-19

Psychiatrie

(1,895 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff und DefinitionDer Begriff P. (von griech. psych椃, ›Seele‹, und iatrós, ›Arzt‹) wurde 1808 als griech. Kunstwort vom Hallenser Arzt Johann Christian Reil geprägt (ursprgl. ›Psychiaterie‹ [4]; [5]; [12]), im Sinne von Seelen- oder Gemütsheilkunde. Bis zum 19. Jh. fiel darunter auch ein weites Spektrum neurologischer Krankheiten, etwa die Epilepsie oder der Veitstanz ( Chorea Huntington).Die P.-Geschichte kann von ihren Anfängen bis zum Beginn des 20. Jh.s in drei große Epochen gegliedert werden [14]; [6]: (1) Für die Zeit von der Antike bis zum Ende des 18. Jh…
Date: 2019-11-19

Syphilisschriften [Hinzugefügt 2017]

(1,753 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Das Gotteslästerer-Edikt Maximilians I.Die breite Berichterstattung der 1490er Jahre über eine neue Krankheit – erst seit Girolamo Fracastoros Lehrgedicht Syphilidis sive de morbi gallici (»Syphilis oder die französische Krankheit«, 1530) unter dem Namen Syphilis bekannt – ist bemerkenswert, aber nicht erstaunlich. Von einem der nahezu jährlich auftretenden Pest-Züge dahingerafft zu werden, galt als Gruppenschicksal, dem wenig mehr als die Flucht entgegengesetzt werden konnte. Sich aber die Syphilis – den »mal Franzos« oder den »Morbus Gal…
Date: 2019-11-19

Gesundheit

(1,500 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDer G.-Begriff der Frühen Nz. war bis in die Mitte des 17. Jh.s noch wesentlich durch die antike Säftelehre (Humoralpathologie/-physiologie) und Diätetik geprägt. Mit der Ablösung humoralphysiologischer Vorstellungen in der zweiten Hälfte des 17. Jh.s wurden andere G.-Konzepte bestimmend, die sich vom 18. bis ins frühe 19. Jh. v. a. aus mechanistischen (Iatromechanik), animistischen und vitalistischen Vorstellungen vom Leben des Menschen in G. und Krankheit speisten (Animismus; Vitalismus). Vor der Folie der Naturheilkunde, der naturwiss. Physiologie, d…
Date: 2019-11-19

Medizinalordnung

(886 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und Vorgeschichte M. regelten im 16. und 17. Jh. als herrschaftliche Erlasse, Edikte und Verfügungen in erster Linie das Verhalten der verschiedenen mediz. Berufsgruppen und ihrer Vertreter (Medizinalpersonen) zueinander, bestimmten Ausbildungs- und Qualifikationskriterien und enthielten daneben gelegentlich hygienische (Seuchenvermeidung) und pharmazeutische Anweisungen; sie waren Ausdruck territorial gebundener herrschaftlicher (einschließlich städtischer) Sorge um das gesundheitliche Wohl der Untertanen und Bürger [1]. Der Übergang der M…
Date: 2019-11-19

Anatomical pathology

(1,069 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Anatomical (or Solid) pathology denotes the systematic search for the causes of illness (Greek pathología, i.e. the doctrine of the origin, course and symptoms of diseases) and is based on pathological anatomic changes of specific organs or tissues  (Latin solida, “solid constituents”). It is in opposition to humoral doctrine (Humoralism), which treats the non-fluid morphological substratum of the organism merely as the venue of processes based on humoral physiology.Wolfgang Uwe Eckart 2. Beginnings It was not until the 17th century that medical interest …
Date: 2019-10-14

Humoralism

(867 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Introduction Health and illness in the early modern period up to the mid-17th century were essentially understood, both by academics and the general public, in terms of the ancient theory of humors (humoral physiology/pathology, from Latin humores, “fluids”) and dietetics, and this view survived much longer in popular and alternative medicine. Only as the ideas of humoral physiology were superseded in the second half of the 17th century did other concepts of health emerge in their stead. During the 18th and early 19th centuri…
Date: 2019-10-14

Cholera

(1,183 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition The term cholera is found in Hebrew as chaul rah (“fierce sickness”). It is etymologically unclear whether the name of the disease comes from the Greek choládes (“intestines”) and refers to intestinal illness, or from the Greek words for “bile” ( chólos) and "river" ( rhóos) (“river of bile”), relating to the doctrine of the four humors, or whether in reference to profuse diarrhea it is related to  cholédra (“gutter," “drainpipe”). Unlike the cholera nostras that had long been known in Europe (so-called “English cholera” in England;  Gallenruhr or “bile flux” in the …
Date: 2019-10-14

Physicus

(945 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Medieval rootsSince the high Middle Ages, besides independent physicians ( medicus) there were also physicians employed by secular and ecclesiastical princes, monasteries, and urban administrations who served their employers directly. They were given the Latin title  physicus (informed about nature). The distinction, sometimes still vague, between the general medical duties of a  medicus and the special duties of a  physicus (similar to Latin  physica and  medicina for medicine) was probably first clarified in the Old Empire by the medical ordinance …
Date: 2020-10-06

Fever

(983 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition The most infallible and timeless subjective markers and symptoms in general are the sudden, unexpected, and even unnatural perceived increase in temperature in the body, accompanied by sweating, paradoxical-seeming fits of shivering, debility, and, often, aches and pains. Texts on fever from European Antiquity define fever as significant, even when there was no distinguishing criterion in the governing theory of disease of the time to allow for further differentiation.In the 15th and 16th centuries, the conception of fever originating with Hippocrat…
Date: 2019-10-14

Herbals

(1,063 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Herbals in the early modern period were printed books about plants. These compendia offered detailed descriptions of plants and herbal remedies with explanations of their medical applications. Works often also included animals, animal products, and minerals that were used in medicine.Wolfgang Uwe Eckart 2. Precursors and development in early centuries Ancient botanical works and herbals served as important sources for reference on medical and herbal knowledge until well into the early modern period (Pharmacy). The main authorities w…
Date: 2019-10-14

Clinical school

(809 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Beginnings in LeidenIn the history of European medicine, the clinical school made its first appearance in the late 17th century at the University of Leiden, which played a pioneering role in the birth of clinical medicine, when for the first time ever instruction was given alongside the sickbed (Greek klíne, “bed, couch”). Previously the faculty of medicine (Medicine, faculty of) had limited itself to theoretical instruction; including a hospital in the teaching was not considered.In the first half of the 17th century in Leiden, Otto van Heurne had already sou…
Date: 2019-10-14

Pain

(3,004 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionPain (from Latin  poena via Old French  peine; German  Schmerz from OHG  smerza/ smerzo and MHG  smerze/ smerz; Greek  álgos; Latin  dolor, acerbitas) is a complex sensory perception; as an acute event, it serves as a warning sign and guidepost, but chronic pain has lost this element. An early modern synonym of  Schmerz is Pein (from OHG  pîna and MHG  pîne/ pîn, from Latin  poena, “penance, punishment”; cf. English  pain), usually associated with punishment, torture, torment, and so on (cf. German  peinliche Befragung, “painful inquiry,” i.e. torture). In an…
Date: 2020-10-06

Blood, circulation of

(1,204 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Theories before Harvey From antiquity into the 17th century, people generally believed that the blood circulated centrifugally in the body, according to the canonical theory of the circulation of the blood of the Greco-Roman physician Galen of  Pergamum. Blood was produced by the liver, passed through the vena cava into the right ventricle, and then passed through the cadiac septum into the left ventricle, whence it was distributed throughout  the body; it was finally dissipated at the periphery …
Date: 2019-10-14

Brunonianism

(1,445 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. The theory and its background Brunonianism, a medical reform movement, was inspired by the Scottish physician John Brown (1736–1788), who considered life a condition aroused and maintained by internal and external stimuli. The fundamental life force, he maintained, was the biological potential for stimulus or excitation. The critical factor determining the sickness or health of the human body must be considered the individual’s excitability (Latin incitabilitas), the readiness and ability of the organism to respond to stimuli. After c. 1700, a variety of …
Date: 2019-10-14

Irritability

(1,087 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. The concept“Irritability,” from Latin  irritabilis, irritabilitas (see also “sensibility” from Latin  sensibilis, sensibilitas), is a medical description of the condition of the body with regard to its ability to respond to (external) sensory stimuli and to react to them. Abnormalities of irritability and sensibility were considered symptomatic of illness.Around 1700, the Cartesian-mechanistic conception of life came in for increased criticism (Mechanism). Although physical-mechanistic reductionism initially held great attraction as an expl…
Date: 2019-10-14

Anatomy

(2,104 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Starting points for early modern anatomy There was certainly no routine prohibition of dissections of human bodies in medieval anatomy. This was not what we might call an autopsia in the modern sense, i.e. in the sense of personal observation and interpretation of the findings of the dissection as actually found, because the self-contained dogma of humoral pathology (doctrine of humours; see also Humoralism) and of the anatomy and physiology associated with this doctrine offered a model of explanation and action that cou…
Date: 2019-10-14

Healthcare, public

(2,409 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Medieval forms of public healthAttempts to regulate public health date back to the Middle Ages. These included the influence of monasteries in their immediate environments, efforts on the part of the Orders of Knights, rudimentary regulations in cities aimed at improving hygiene, as well as the establishment of special institutions for care of the sick both inside the city walls (hospitals, apothecaries, smallpox foundations) and outside them (leprosariums; see epidemic). The medical regulations o…
Date: 2019-10-14

Preservative

(939 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Medicine Preservative (from Latin  praeservare, “preserve,” “prevent”) was originally a term from the technical language of medicine, which then was borrowed into other areas. German Präservativ in the sense of condom did not become common until the 19th century (see 3. below).Originally, a preservative was understood to be “a medicine that protects against diseases and forestalls them” (means of protection, Latin  remedium mali imminentis, “remedy against an imminent evil”) [2. 94]. In Krünitz, at the end of the 18th century, preservatives were means of s…
Date: 2021-03-15

Baths, therapeutic

(2,146 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. From the bath-house to the thermal spring The decline of the medieval urban bathing culture and the souring of its reputation probably came about primarily because of the rapid spread of syphilis from the late 15th century In many places, this led to the closure of town bath-houses (Bathkeeper), which were held to be dangerous reservoirs of infection (Illness). As this was happening, however, rising timber prices stimulated by increasing construction in towns and the growth of mining, which consumed …
Date: 2019-10-14

Epidemiology

(880 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. ConceptEpidemiology (from the Greek  epídemos, “spread among the people”, and   lógos, “doctrine”) describes the occurrence, causes, and distribution of health-related conditions, events, and risks in populations, and seeks ways of using this information to restore and promote health and to avert illness by prevention. Epidemiological knowledge is generally applied to keep health problems under control in the population. The first work on epidemiology in the scientific sense took place in the 17th century.Wolfgang Uwe Eckart 2. Demographic epidemiology …
Date: 2019-10-14

Infirmary

(996 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Basics In the course of the 17th century, the hospital of the ancient religious and charitable type was transformed into an institution devoted entirely to caring for the sick [4]; [6]. Special forms of the old hospitals decreased in number (leprosaria, pox houses) and new forms appeared (academic infirmaries, lying-in hospitals). In the 18th and 19th centuries, large municipal infirmaries sprang up in the cities, general infirmaries in the towns, and finally pavilion infirmaries in decentralized, multi-functional form. (see 3. below).Wolfgang Uwe Eckart2. Architectural …
Date: 2019-10-14

Addiction

(3,353 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Concept The term addiction (from the Latin addictus, “dedicated/devoted [to a thing]”) was originally a neutral equivalent to “penchant” or “inclination,” before acquiring its modern sense of inner compulsion in the context of opium in the 19th century. The German equivalent, Sucht (from the Gothic  saühts, etymologically related to the English “sick”) is found in glossaries dating back to around the 8th century, and lexicographic evidence shows it to have two fundamental senses up to the 19th century. Originally, it referred to outward…
Date: 2019-10-14

Physiology

(2,263 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionToday physiology (from Greek  phýsis and lógos, “theory of nature,” “nature study”) is a subdiscipline of biology and medicine: the theory of the physical, biochemical, and information-processing functions of living beings [6]. This meaning contrasts with its meaning in Greek antiquity (Greek  physiológos, “expert in natural philosophy”). At the beginning of the early modern period, physiology was understood very broadly in the sense of physical science (William Gilbert’s famous  De magnete [“On the Magnet”; 1600] had the subtitle A New Physiology of …
Date: 2020-10-06

Insanity

(1,882 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Insanity (Latin insania) is a term in the history of medicine and culture that has undergone dramatic changes in meaning since the end of the Middle Ages [6]. In the early modern period, it covered a broad spectrum of possible pathologies, from depressive melancholia (or melancholy) and low spirits to impaired reason and changes in one’s ability to form judgments - a spectrum that was seen as an entire complex of related illnesses in the 19th century. This shift in meaning took place against the backdrop of…
Date: 2019-10-14

Dentistry

(1,566 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition and traditions Dentistry, also called stomatology (from the Greek  stóma, “mouth”), is the branch of medicine dealing with conditions of the oral cavity, including the jaw and teeth, while odontology (Latin odontologia, from Greek  odús, odont-, “tooth”) is concerned with the anatomy and physiology of the vertebrate dental system, including the human [1]; [2]; [9]; [4]; [8]; [7].Medieval dentistry continued to owe much to ancient ideas of dental anatomy and humoral tooth ailments. Extractions were done by the bathkeeper or barber-surgeon (Surgery), if the usual  m…
Date: 2019-10-14

Experimental medicine

(1,240 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. IntroductionThe old authorities of university medicine were thrown out in the 17th century, and the era of empirical, experimental medicine began. William Harvey shook the foundations of the ancient doctrine of the humors (Humoralism) with his experimental research and description of the circulation of the blood, and new concepts of medical thought and action - post-Paracelsian iatrochemistry and Cartesian iatrophysics (iatromechanics) - usurped its traditional place. Chemical and mechanist thinking based on experimental findings now gained influence in medicine.W…
Date: 2019-10-14

Anatomical theater

(843 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
An anatomical theater was the site of public anatomical dissection in the early centuries of the modern period. The concept goes back to Alessandro Benedetti (1445-1525), an Italian physician and professor of surgery and anatomy in Padua [5]. He was probably the first to have a separate wooden structure built for anatomical dissections at the University of Padua (ca. 1490). Benedetti’s successful and influental major work,  Anatomice, sive Historia corporis humani (Venice 1502: “Anatomy, or, History of the Human Body”), probably contributed to the spread of the id…
Date: 2019-10-14

Naturopathy

(1,022 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. ConceptNaturopathy in the strict sense took shape in the German-speaking world in the early 19th century, inspired by Rousseau’s demand “back to nature” (Rousseauism). It vehemently opposed allopathic school medicine, its dangerous drugs, and its excessive use of bleeding and voiding therapies, and promoted instead a turn to natural methods of healing and living. To begin with, the focus was entirely on hydrotherapy (Baths, therapeutic) and vegetarianism. This core was expanded over the course…
Date: 2020-04-06

Medicine, faculty of

(1,239 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition There were already medical faculties (from the Latin  facultas medica; “medical faculty,” “medical power,” figuratively “medical corporation”) at medieval universities. Within the corporation of the university, they formed an autonomous venue of medical training that awarded medical degrees, that is, essentially the title of licentiate (Latin  licentia doctorandi; “licence to teach”) or a medical doctorate (Latin  doctor medicinae), following the passing of an examination. Later, they also acted as regulatory authorities for medical qual…
Date: 2019-10-14

Natural History School

(973 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Concept The Natural History School (German: Naturhistorische Schule) was a tendency of the first half of the 19th century in clinical medicine, distinguished by its strictly empirical procedures and rejecting on principle the use of general theories of illness (e.g. humoralism, vitalism, Broussaiism, Brunonianism, homeopathy, etc.; cf. Therapeutic concepts). It was therefore in conscious opposition to schools of medical thought based on natural philosophy (e.g. that of Schelling). Instead, it advocat…
Date: 2020-04-06

Gynecology

(1,945 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Concept The term gynecology is modern, and reflects the late establishment of the specialty at 19th-century medical faculties (Medicine, faculty of). It first emerged in competition with the older and more general term gynaikeía (Greek “women's matters”), only in the early 18th century in the treatise by the Dresden city physician Martin Schurig,  Gynaecologia (Dresden-Leipzig 1730). The term first appears in the title of a German-language textbook only in 1820, with Carl Gustav Carus’ Lehrbuch der Gynaekologie (“Textbook of Gynecology”). During the 16th and 17th ce…
Date: 2019-10-14

Psychiatry

(2,069 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionThe term psychiatry (from Greek  psychḗ, “soul,” “mind,” and  iatrós, “physician”) was coined in 1808 as a Greek neologism by Johann Christian Reil, a physician in Halle (originally Psychiaterie [4]; [5]; [12]), in the sense of the art or science of healing the soul or mind. Until well into the 19th century, the term also included a broad spectrum of neurological illnesses such as epilepsy and St. Vitus’ dance ( Huntington’s chorea).The history of psychiatry can be divided into three major periods from its beginnings to the early 20 century [14]; [6]. (1) For the pe…
Date: 2021-03-15

Health

(1,727 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Concept Until the mid-17th century, the concept of health in the early modern period was still dominated by the ancient doctrine of the humors (humoralism and physiology) and dietetics. In the second half of the 17th century, as humoral physiology lost ground, other ideas of health took its place from the 18th to the early 19th centuries, drawing primarily on mechanistic (iatromechanical), animistic, and vitalistic views of human life in health and illness (Animism; Vitalism). Against the backd…
Date: 2019-10-14

Homeopathy

(1,089 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionHomeopathy is a concept of illness and therapy developed by the German physician Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755–1843) based on the ideas of vitalism, though its therapeutic conclusions differ radically from the notions of illness in vitalism and earlier ideas. According Hahnemann’s theory, the holistic physical phenomenon of illness is a “disorder” of the vital force caused by pathogenic stimuli. The physician encourages the vital force in its resistance not – as in conventional medicine (allopathy) – by means of antagonists ( contraria contrariis; “o…
Date: 2019-10-14

Iatrophysics

(765 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BasicsIatrophysics (from Greek  iatrós, “Arzt”; physis, “inanimate nature”) was a 17th and 18th-century theory and practice of medicine that interpreted all phenomena of health and illness as dependent on the internal physical structure of the body, its external form, and mechanical alterability [5]. With reductionistic simplification, it attempted to apply the findings of the new experimental natural sciences to the realm of life, where everything must also be explicable physically, reconstructible mechanically (iatromechanics), …
Date: 2019-10-14

Medical code

(1,008 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition and background In the 16th and 17th centuries, medical codes in the form of government decrees, edicts, and ordinances primarily regulated the behavior of the various medical occupational groups and their representatives (Medic) towards each other, defined criteria for training and certification, and also occasionally included hygienic instructions (for avoiding epidemics) and pharmaceutical advice. They were an expression of territorially defined government care (including city and town governments) for the health of subjects and citizens [1]. The transi…
Date: 2019-10-14

Hygiene

(1,952 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Terminological history Hygíeia (or Hygeía, Latin Salus) in Greek mythology was the daughter of Asclepius and the goddess of health. The word “hygiene” derives from her name. During the early modern period, the sense of the term hygíeia expanded. Zedler’s  Universallexikon defines it as “health, good condition of the body, consisting in a good temperament (mixture of humors), evident from the fact that the individual can well do what is required of him, feels nothing untoward in himself, eats and drinks well, sleeps well, urinates and makes stool properly” ( guter Zustand des L…
Date: 2019-10-14

Health insurance

(1,068 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition and originsFrom the 19th century on, “health insurance” referred to a solidarity-based community healthcare system for journeymen and laborers that would take care of people who had fallen on hard times due to illness, and of their families. Thus, health insurance can be seen as an expression of social-paternalistic efforts on the part of factory owners and entrepreneurs. The phrase “health insurance” first appeared in today’s sense in the second half of the 18th century (e.g. Kranken-Casse zu Paris für fremde evang. Sattlergesellen, (“Health insurance in Pa…
Date: 2019-10-14

Medic

(1,643 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. General The term  medic (German Medizinalperson) here encompasses all the early modern non-academic medical practitioners who practiced their healing arts for the “common man” [16] in fixed locations or as itinerants. Medics ( Medizinalpersonen) “are individuals whose occupations focus on the ailing body and the recovery of the sick, including physicians, barber surgeons, obstetricians, midwives, apothecaries, and orderlies” [1]. In an extended sense, the term also included so-called Pfuscher (amateur practitioners), Storger (“mountebanks”),  Landfahrer (“dri…
Date: 2019-10-14

Epidemic

(1,474 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Diseases and plaguesThe correct identification of early modern plagues and epidemics in terms of modern pathology is highly problematical. Even evidence of symptom correlation is open to doubt. This is true of the plethora of pestilential fevers, but no less true in the case of illnesses that are apparently identifiable without difficulty, but behind which may lurk in principle any infection with epidemic propensity. The learned world of the 15th and 16th centuries certainly knew of the ominous …
Date: 2019-10-14

Illness

(2,447 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Concept Until the mid-17th century, the early modern concept of illness was still primarily shaped by classical humoralism and dietetics. The ideas of humoral physiology were gradually replaced by other concepts of illness, which from the 18th to the early 19th century were based on mechanistic, animistic, and vitalist notions of human life in health and illness. Around the middle of the 19th century, thanks to the development of scientific physiology, cellular pathology, and bacteri…
Date: 2019-10-14

Accident

(1,168 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Concept and terms The German term for accident,  Unfall (Middle High German unval, ungeval; compare chance; French  accident) means an unforeseen event or misadventure, generally relating to personal injury or material damage, and also military defeats as well as the special life and death circumstances of “famous men,” as for instance in the 1570 German translation of Giovanni Boccaccio’s De casibus virorum illustrium (orig. 1356-1373) by Hieronymus Ziegler as merckliche und erschröckliche unfahl . verderben unnd Sterben großmächtiger Kayser (“noteworthy and shockin…
Date: 2019-10-14

Quack

(1,430 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Concept and scopeThe term “quack,” short for “quacksalver” (Early New Dutch quacksalver, German  Quacksalber, composed of quacken, “to cry,” “to quack [like a duck],” and  salver/Salber, from the OHG salbari, “physician,” or Latin  salvare, “to heal”; French charlatan, Italian  ciarlatano), generally referred to someone pretending to be a healer and practicing without authority, or sometimes to certified healers who advertised their skills or remedies stridently (Latin circumforaneus, “around the marketplace”) [2]. First attested in English in the 1630s, Quacksalber i…
Date: 2021-03-15

Occupational medicine

(1,503 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Ramazzini and his precursors Early modern occupational medicine began with the seminal treatise of the Italian physician Bernardino Ramazzini,  De morbis artificium diatriba (Modena 1700; “Investigation of the Diseases of Artisans and Craftsmen”), clearly comparable in its significance for early industrial hygiene to Morgagni’s De sedibus et causis morborum (Bologna 1761; “On the Seats and Causes of Diseases”) for pathological anatomy. In it Ramazzini described in details the various illnesses of the most important occupational groups of…
Date: 2020-10-06

Naturhistorische Schule

(831 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDie N. Sch. war in der ersten Hälfte des 19. Jh.s eine Richtung der klinischen Medizin, die sich durch ihre streng empirische Vorgehensweise auszeichnete und auf die Anwendung allgemeiner Krankheits-Lehren (Humoralpathologie, Vitalismus, Broussaiismus, Brownianismus, Homöopathie etc.) bewusst verzichtete (Therapeutische Konzepte). Sie stand damit im gesuchten Gegensatz zu naturphilosophischen Denkschulen der Medizin (Naturphilosophie, etwa Schellings) und bemühte sich um exakte Forschung sowie eine Systematisierung der Nosologie durch die Bildung …
Date: 2019-11-19

Krankenkasse

(970 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und UrsprüngeUnter einer K. wird seit dem 19. Jh. die Einrichtung eines solidargemeinschaftlichen Versorgungssystems für Gesellen und Arbeiter verstanden, durch das wegen Krankheit in Not Geratene oder deren Familien versorgt werden konnten. Daneben wurden K. auch als Ausdruck sozialpaternalistischer Bestrebungen von Fabrikbesitzern und Unternehmern eingerichtet. Das Wort K. trat in der heutigen Bedeutung erst in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s auf (z. B. Kranken-Casse zu Paris für fremde evang. Sattlergesellen, um 1780). Geläufig wurde es in den 18…
Date: 2019-11-19

Zahnmedizin

(1,391 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und Traditionen Die Zahnheilkunde, auch Stomatologie (von griech. stóma, »Mund«), ist die Lehre von den Krankheiten der Mundhöhle, darunter Kiefer- und Z., während sich die Odontologie (lat. odontologia, von griech. odús, odont-, »Zahn«) mit der Anatomie und Physiologie des Zahnsystems der Wirbeltiere einschließlich des Menschen beschäftigt [1]; [2]; [9]; [4]; [8]; [7].Die ma. Z. blieb den antiken Vorstellungen von der Zahnanatomie und den säftebedingten Zahnerkrankungen, insbes. des Zahnschmerzes, verpflichtet. Extraktionen wurden von Badern und Wundärzte…
Date: 2019-11-19

Epidemiologie

(840 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die E. (von griech. epídēmos, »im Volk verbreitet«, und lógos, »Lehre«) beschreibt Auftreten, Ursachen und Verteilung von gesundheitsbezogenen Zuständen, Ereignissen und Risiken in Populationen und sucht Wege, mit diesem Wissen Gesundheit wiederherzustellen und zu fördern sowie Krankheiten durch Prävention zu verhindern. Das epidemiologische (= epid.) Wissen wird i. Allg. angewandt, um Gesundheitsprobleme der Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Erste Bemühungen um die E. im wiss. Sinne fanden im 17. Jh. statt.Wolfgang Uwe Eckart2. Demographische Epidem…
Date: 2019-11-19

Syphilis

(1,608 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition, Namen und UrsprungS. ist eine chronische Krankheit, die meist durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Die heutige Bezeichnung geht auf den ital. Arzt und Dichter Girolamo Fracastoro und sein vermutlich bereits 1521 entstandenes Lehrgedicht Syphilidis sive morbi Gallici libri tres zurück (»Drei Bücher von der S. oder der Franz. Krankheit«; gedr. Verona 1530; Rom 1531). Diese Bezeichnung (unabhängig von Bezügen zu Fracastoro) trat im 18. Jh. vereinzelt auf und setzte sich erst im 19. Jh. durch. Ältere Termini sind morbus Gallicus, mal Frantzos, Span. Pocken, mal…
Date: 2019-11-19

Cholera

(1,051 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionDer Begriff Ch. findet sich im Hebräischen als chaul rah (»böse Krankheit«). Ob die Krankheitsbezeichnung von griech. choládes (»Gedärme«) herrührt und Darmleiden bedeutet, in Anlehnung an die Viersäftelehre aus den griech. Worten für Galle ( chólos) und Fluss ( rhóos) zusammengesetzt ist (»Gallenfluss«) oder im Hinblick auf die profusen Diarrhoen mit cholédra (»Abflussrinne«) identifiziert wurde, ist etymologisch unklar. Anders als die in Europa seit langem bekannte Gallenruhr (lat. ch. nostras), die einheimische, unechte Ch., ein durch verschiedene …
Date: 2019-11-19

Irritabilität

(1,017 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff»Reizbarkeit«, von lat. irritabilis, irritabilitas (vgl. auch »Sensibilität« von lat. sensibilis, sensibilitas), ist eine medizinische Zustandsbeschreibung des Körpers hinsichtlich seiner Fähigkeit, äußere (Sinnes-)Reize zu empfangen und auf sie zu reagieren. Störungen der I. oder Sensibilität wurden als krankhafte Erscheinungen gedeutet.Um 1700 war das cartesianisch-mechanistische Lebenskonzept (Mechanismus) zunehmend in die Kritik geraten. Bei der Erklärung des menschlichen Körpers behielt zwar der physikalisch-mechanische Reduk…
Date: 2019-11-19

Medizinische Fakultät

(1,106 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Die M. F. (von lat. facultas medica; »mediz. Fähigkeit«, »mediz. Macht«, im übertragenen Sinne »mediz. Korporation«) findet sich bereits in ma. Universitäten. Sie war im Corpus der Universität autonomer Ort mediz. Ausbildung und Verleiherin mediz. Grade, im Wesentlichen also des Titels eines Lizentiaten (lat. licentia doctorandi; »Lehrbefugnis«) oder eines mediz. Doktortitels (lat. doctor medicinae) nach erfolgter Wissensprüfung (Examen), später auch Wächterin über die Ausbildungsqualifikation der Heilkundigen eines politischen Herrschaftsbereichs.W…
Date: 2019-11-19

Arbeitsmedizin

(1,353 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Ramazzini und seine VorläuferDie nzl. A. begann mit der grundlegenden Abhandlung des ital. Arztes Bernardino Ramazzini De morbis artificium diatriba (»Untersuchung der Krankheiten der Künstler und Handwerker«, Modena 1700), in ihrer Bedeutung für die frühe Gewerbehygiene durchaus mit Morgagnis De sedibus et causis morborum (»Orte und Ursachen der Krankheiten«, Bologna 1761) für die pathologische Anatomie vergleichbar. Ramazzini stellte darin die unterschiedlichen Krankheiten der wichtigsten Berufsgruppen seiner Zeit umfassend dar und brachte diese zum e…
Date: 2019-11-19

Gesundheitswesen, öffentliches

(2,293 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Das öffentliche Gesundheitswesen im MittelalterBemühungen um Regelungen im Ö.G. sind bereits im MA zu registrieren: Dazu zählen der Einfluss der Klöster in ihrem unmittelbaren Wirkungsbereich, die Anstrengungen der Ritterorden sowie die Regelungsversuche der Städte im Hinblick auf hygienische Verbesserungen (Hygiene) sowie auf die Einrichtung besonderer Institutionen der Krankenversorgung innerhalb (Hospitäler, Apotheken, Blatternhäuser) und außerhalb ihrer Mauern (Leprosorien; vgl. Epidemie). Von besonderer Bedeutung dürfte auch d…
Date: 2019-11-19

Sucht

(2,660 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. BegriffDer Begriff S. (aus got. saühts, etymologisch verwandt mit engl. sick, dt. siechen, Seuche) findet sich selbständig etwa seit dem 8. Jh. in Glossaren und ist lexikographisch bis ins 19. Jh. in zwei wesentlichen Bedeutungen nachweisbar. Ursprünglich verweist er auf äußerlich erkennbare Krankheiten, die nicht auf mechanische Ursachen zurückgeführt werden konnten und oft langwierig und aussichtslos verliefen. In seiner zweiten Bedeutung, die gegen Ende des 18. Jh.s die alte verdrängte, bezeichnete S. die unbeherrschte Begierde a…
Date: 2019-11-19

Wundarznei

(1,660 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionW. war in der Frühen Nz. die manuelle oder operative Behandlung von Krankheiten, im engeren Sinne die Wundbehandlung. Das Wort W. ist seit dem 14. Jh. belegt (mhdt. wunt-arzâtîe; auch wundartzat, wontarzte). Die Straßburger Zunftordnung berichtet 1461 über alle »artzote und artzotinne, wundeartzot, scherer und bader« [1]. Seit dem SpätMA waren synonym Chirurgie (= Ch.) bzw. chirurgus (von lat. chirurgia, griech. cheirurgikḗ [ téchnē], »handwerkliche Kunst«) sowie gelegentlich auch medicus vulnerarius (»Wundenarzt«) gebräuchlich [7]; [2]; [3]; [4]; [5]; [6]; [9…
Date: 2019-11-19

Medizinalpersonen

(1,528 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Allgemein Als M. wurden in der Nz. alle Angehörigen nichtakademischer mediz. Berufe gefasst, die ihre Heiltätigkeit für den »gemeinen Mann« [16] an festen Orten oder umherziehend ausübten: M. »sind solche Personen, deren Berufsgeschäfte auf den erkrankten Körper und die Genesung der Kranken abzwecken, als Aerzte, Wundärzte, Geburtshelfer, Hebammen, Apotheker und Krankenwärter« [1]. Im weiteren Sinne zählten auch sog. Pfuscher (nicht ordnungsgemäß Praktizierende), Storger (Marktschreier), Landfahrer (lat. circumforanei), Quacksalber (Charlatane, ital. ciarlatani)…
Date: 2019-11-19

Präservativ

(878 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. MedizinP. (von lat. praeservare, ›bewahren‹, ›vorbeugen‹) war zunächst ein Begriff der mediz. Fachsprache, der dann auf andere Felder übertragen wurde. Die mit dem Kondom gleichgesetzte Bedeutung setzte sich erst im 19. Jh. durch (s. u. 3.). Ursprünglich wurde unter einem P. ›ein Artzney‹ verstanden, ›so für Krankheiten bewahret, und denselben vorkömmt‹ (Bewahrungsmittel, lat. remedium mali imminentis, ›Mittel gegen ein drohendes Übel‹) [2. 94]. Noch bei Krünitz waren P. am Ende des 18. Jh.s ›Verwahrungsmittel‹ gegen Krankheiten – nahezu alles Stoffe, die der magischen Med…
Date: 2019-11-19

Krankenhaus

(889 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Grundlagen Im Verlauf des 17. Jh.s wandelte sich das Hospital des alten religiös-karitativen Typs zu einer Einrichtung ausschließlich der Krankenversorgung, zum nosocomium (von griech. nósos, »Krankheit«; komeín, »pflegen«) [4]; [6]. Sonderformen des alten Hospitals (Leprosorien, Blatternhäuser) traten zurück, neue Formen (Akademische K., Gebäranstalten) entstanden. Es entwickelten sich im 18./19. Jh. das urbane Groß-K. in den Metropolen, Allgemeine K. in den Städten und aus ihnen schließlich Pavillon-K. mit dezentraler …
Date: 2019-11-19

Klinische Schulen

(785 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Anfänge in LeidenVon K. S. kann man in der europ. Medizin erst seit dem Ende des 17. Jh.s sprechen, als an der Universität Leiden, der eine richtungsweisende Rolle in der entstehenden klinischen (= klin.) Medizin zukommt, erstmals überhaupt am Krankenbett (griech. klínē, »Liege«) unterrichtet wurde. Zuvor hatten sich die Medizinischen Fakultäten auf theoretischen Unterricht beschränkt; zu einer Einbeziehung der Hospitäler in den Unterricht war es nicht gekommen.Bereits in der ersten Hälfte des 17. Jh.s bemühte sich hier Otto van Heurne um die Einführung des klin. Un…
Date: 2019-11-19

Pestschriften [Hinzugefügt 2017]

(1,868 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Handschriften und frühe DruckeSchon bald nach 1350 beschäftigen sich viele Stadtchroniken [1]; [14] mit den Voraussetzungen und Bedingungen des ›Schwarzen Todes‹ um 1348/49, den Wegen seiner Verbreitung sowie v. a. mit den sozialen und polit. Folgen dieser Schlüsselkatastrophe des 14. Jh.s (Pest). Doch auch die Auseinandersetzung von Autoren medizinischer Fachprosa mit dem Thema setzte nahezu unmittelbar nach dem vorläufigen Abklingen der Epidemie ein. Ebenso wie das Seuchengeschehen ein gesamteurop. Phänomen war, wurden auch die frühen ma. Pesttraktate in…
Date: 2019-11-19

Bäder, medizinische

(1,839 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Von der Badestube zu den ThermalquellenFür den Niedergang und das sinkende Ansehen der ma. städtischen Badekultur dürfte in erster Linie die schnelle Verbreitung der Syphilis seit dem Ende des 15. Jh.s verantwortlich gewesen sein, die vielerorts zu Schließungen der städtischen Badestuben führte (Bader), weil man in ihnen gefährliche Ansteckungsherde für diese Krankheit vermutete. Gleichzeitig hatten aber auch steigende Holzpreise, bedingt durch die vermehrte Bautätigkeit in den Städten sowie durch den zunehmenden Bergbau, der Unmengen von Brennholz …
Date: 2019-11-19

Homöopathie

(1,004 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionDie H. ist ein durch den dt. Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755–1843) entwickeltes Krankheits- und Therapiekonzept, das auf Vorstellungen des Vitalismus aufbaut, sich in den therapeutischen Konsequenzen aber radikal von dessen und früheren Krankheitsvorstellungen unterscheidet. Das ganzheitliche Körperphänomen der Krankheit ist nach Hahnemanns Lehre »Affektion« der Lebenskraft durch pathogene (krankheitserregende) Reize. Der Arzt unterstützt die Lebenskraft bei ihrer Abwehr nicht – wie in der Schulmedizin (Allopathie) – durch Gegenmitt…
Date: 2019-11-19

Hygiene

(1,645 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriffsgeschichte Hygíeia (auch Hygeía, lat. Salus) ist in der griech. Mythologie die Tochter des Asklepios und Göttin der Gesundheit; von ihr ist das Wort H. abgeleitet. In der Frühen Nz. weitete sich das inhaltliche Begriffsfeld von hygíeia aus zu »Gesundheit, guter Zustand des Leibes, welcher in einem guten Temperament (Säftemischung) bestehet, sie ist aus diesen Zeichen abzunehmen, wenn der Mensch, was ihm oblieget, wohl verrichten kann, nichts widriges an sich verspüret, wohl isset und trinket, gut schläfft, richtig harnet und zu Stuhle gehet« [1]. Die abgeleitete Beze…
Date: 2019-11-19

Wahnsinn

(1,699 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. DefinitionW. und Wahn (auch Wahnwitz) gehören zu den medizin- und kulturgeschichtlichen Begriffen, die seit dem ausgehenden MA starkem Bedeutungswandel unterworfen waren [6]. Sie umfassten in der Nz. ein weites Spektrum möglicher Erkrankungsformen: von der melancholisch-depressiven Verstimmung (Melancholie) und Trübung über die gestörte Meinungsbildung aufgrund reduzierter Vernunft bis hin zur Veränderung der Urteilskraft mit eigenem Krankheits-Wert im 19. Jh. Ihr Deutungswandel vollzog sich vor dem Hintergrund veränderter med…
Date: 2019-11-19

Brownianismus

(1,393 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Die Lehre und ihr HintergrundDie medizinische Reformbewegung des B. ging von der Reizbarkeitslehre des schott. Arztes John Brown (1736–1788) aus, nach der das Leben als ein durch innere und äußere Reize erregter und ebenso aufrechterhaltener Zustand zu verstehen ist. Grundkraft des Lebens sei das biologische Reiz- bzw. Erregbarkeitspotential. Als entscheidend für den Krankheits- oder Gesundheitszustand des menschlichen Körpers müsse man seine Irritabilität (»Reizbarkeit«; engl. excitability, lat. incitabilitas) ansehen, die Bereitschaft und Fähigkeit des Organismus…
Date: 2019-11-19

Medikalisierung

(2,021 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Jütte, Robert
1. DefinitionDer Terminus M. geht auf die von der Annales-Schule beeinflusste franz. Medizingeschichtsschreibung zurück [4]. Erstmals wurde der Begriff von dem franz. Historiker Jean-Pierre Goubert definiert [9. 170]. Er verstand unter M. einen Vorgang von langer Dauer, der in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s einsetzte und in dessen Verlauf es den Ärzten gelang, ihr mediz. Angebot mit Hilfe des Staates breiten Bevölkerungs-Schichten zu oktroyieren. Es handelt sich also um einen Prozess der Erweiterung des mediz. Marktes, bei dem eine Berufsgruppe…
Date: 2019-11-19

Leopoldina (Akademie) [Hinzugefügt 2017]

(2,275 words)

Author(s): Müller, Uwe | Herausgeber: Wolfgang Eckart
1. Gründung und ProgrammGegründet 1652 in der Freien Reichsstadt Schweinfurt als Academia Naturae Curiosorum durch den Stadtphysikus Johann Laurentius Bausch und drei weitere Ärzte – Johann Michael Fehr, Georg Balthasar Metzger und Georg Balthasar Wohlfarth – ist die heutige Dt. Akademie der Naturforscher L. (seit 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften) die älteste ununterbrochen existierende naturwiss.-mediz. Akademie der Welt.Das Gründungsprogramm der L. ist geprägt sowohl von der Erfahrung der Beschränktheit der zeitgenössischen Medizin in der Notzeit des D…
Date: 2019-11-19

Organismus

(1,686 words)

Author(s): Toepfer, Georg | Eckart, Wolfgang Uwe
1. WortgeschichteDas Wort O. (von griech. órganon/lat. organum, »Werkzeug«, »Musikinstrument«) erscheint in lat. Form erstmals in Texten des HochMA. Bis zur zweiten Hälfte des 17. Jh.s sind allerdings nur zwei Nachweise des Ausdrucks bekannt, der eine aus dem 11. Jh. in alchemistischem, der andere aus dem 12. Jh. in kirchenmusikal. Kontext [7. 320]. Als Ableitung von »organisch« und »Organ«, die schon seit der Antike zur Bezeichnung der lebendigen gegliederten Körper und ihrer Teile dienten, rückte der Ausdruck O. seit Ende des 17. Jh.s in den Kontext der sich…
Date: 2019-11-19

Paracelsismus

(2,662 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Bergengruen, Maximilian
1. Begriff und Lehre 1.1. AllgemeinP. bezeichnet zum einen die naturkundliche, hermetisch-chemische, mediz., philosophische und theologische Lehre des Arztes und Naturforschers Theophrast von Hohenheim (genannt Paracelsus, 1493–1541) [2], zum anderen deren Rezeption durch eine fachlich heterogene Autorengruppe vom Ende des 16. bis ins frühe 18. Jh. (s. u. 2. und 3.) – überwiegend alchemisch orientierte Ärzte und Anhänger des häretischen Protestantismus, die Paracelsus mythisierend als »neuen Hippokrates« oder als Elias artista überhöhten. Ihre Lehre wurde von de…
Date: 2019-11-19

Medicine

(7,811 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Biesterfeldt, Hinrich
1. Europe 1.1. Renaissance 1.1.1. Medical Humanism and ReformationInfluenced by the Renaissance and Humanism, medicine, as part of the  studia humaniora from the 14th century, also undertook a philological and critical turn towards its ancient foundations and sources [1]; [2] (Humanism, medical). Knowledge in medical science was acquired by reading classical works now purged of real or supposed medieval and Arabic “corruptions” (Hippocrates, Celsus, Galen), but also – already – through the application of the principle of autopsía (“self-seeing,” i.e. direct obser…
Date: 2019-10-14

Paracelsism

(2,744 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Bergengruen, Maximilian
1. Concept and theory 1.1. IntroductionParacelsism on the one hand denotes the theories in natural history, hermetic alchemy/chemistry, medicine, philosophy, and theology of the physician and naturalist Theophrastus Bombastus von Hohenheim (called Paracelsus, 1493-1541) [2], and on the other the reception of those theories from the late 16th to early 18th centuries (see below, 2. and 3.) by a group of authors in various disciplines, most of them physicians sympathetic to alchemy and followers of heterodox forms of Protestantism…
Date: 2020-10-06

Organism

(1,837 words)

Author(s): Toepfer, Georg | Eckart, Wolfgang Uwe
1. Terminological historyThe word “organism” (from the Greek  órganon/Latin  organum, “implement”, “instrument [musical or surgical]”) first appeared in its Latin form in texts of the high Middle Ages. However, only two attestations of the term exist from before the mid-17th century, one from an alchemical context in the 11th century, the other from the context of church music in the 12th [7. 320]. The term “organism” as a derivative of “organic” and “organ,” both known since Greco-Roman antiquity as terms denoting the living structure of the body and its…
Date: 2020-10-06

Hospital

(2,061 words)

Author(s): Rotzoll, Maike | Eckart, Wolfgang Uwe
1. Concept The word “hospital” derives from “hospitality” (Latin  hospitalitas), a derivation found in various forms in a number of European languages (e.g. German hopitalhûs, Spital, Spittel; French hôpital; Spanish hospital; Italian  ospedale) [2]; [1]. From the outset, the concept reflected a double function of care for the sick and responsibility for all forms of need.Maike Rotzoll 2. Middle Ages The development of the hospital in the medieval west was for the most part closely associated with the principle of Christian caritas (Charity). From the early days of Christian…
Date: 2019-10-14

Blood

(3,317 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Jarzebowski, Claudia
1. Medicine 1.1. Humoral pathologyUntil the early 18th century, blood was thought of as the moist, well-tempered “sap that fills the blood vessels and is thought [by physicians] to consist of four particular humors: phlegm, yellow and black bile, and the blood proper” [1]. In the view of humoralism, the humors with their associated qualities (blood: warm, moist; yellow bile: warm, dry; phlegm: cold, moist; black bile: cold, dry) are produced by digestion (Latin coctio, literally “cooking”) of food; they are always present in whole blood in varying proportion. The o…
Date: 2019-10-14

Medicalization

(2,145 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Jütte, Robert
1. DefinitionThe term medicalization goes back to the French medical historiography of the  Annales school [4]. It was first defined by the French historian Jean-Pierre Goubert [9. 170]. He understood medicalization as a long-term process that began in the second half of the 18th century, in the course of which physicians succeeded in imposing their medical services on broad strata of the population with the help of the state. This was a process that expanded the medical marketplace, in which one professional group wa…
Date: 2019-10-14

Blut

(3,189 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Jarzebowski, Claudia
1. Medizin 1.1. Blut in der HumoralpathologieUnter B. wurde bis ins frühe 18. Jh. der feuchte, wohltemperierte »Safft« verstanden, der »sich in den B.-Adern aufhält, und nach [der Ärzte] Meynung aus vier besondern Feuchtigkeiten, nemlich Schleim, gelber und schwarzer Galle und dem eigentlich sogenanntem B.« bestehe [1. 207]. Die Säfte mit den ihnen eigenen Qualitäten (Blut: warm, feucht; gelbe Galle: warm, trocken; Phlegma/Schleim: kalt, feucht; schwarze Galle: kalt, trocken) entstehen aus Sicht der Humoralpathologie durch Kochung (lat. coctio) aus der Nahrung und sind …
Date: 2019-11-19
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