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Iuniores

(214 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] In der Centurienordnung, die in der historiographischen Überlieferung dem König Servius Tullius zugeschrieben wurde, war das röm. Volk nach dem jeweiligen Vermögen der einzelnen Bürger in classes eingeteilt, die gleichzeitig polit. und mil. Zwecken dienten. Dabei bestand jede Klasse aus zwei Gruppen von Bürgern, den iuniores (Männern im Alter von 17-46 Jahren), die Militärdienst zu leisten hatten und kämpfen mußten, wo und wann immer es von ihnen verlangt wurde, während es die Aufgabe der seniores (46-60 Jahre) war, die Stadt gegen Angriffe zu verteidi…

Legio

(5,266 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] A. Republik In der Frühzeit bestand das Heeresaufgebot Roms wahrscheinlich aus insgesamt 3000 Soldaten, wobei jede der drei tribus der Königszeit 1000 Mann stellte (Varro ling. 5,89) - eine als “die Aushebung” ( legio) bezeichnete Streitkraft. Die Servius Tullius von der historiographischen Überl. zugeschriebene Einteilung des röm. Volkes in sechs Vermögensklassen (Liv. 1,42,4-43,13; Dion. Hal. ant. 4,15-18) hatte auch einen mil. Zweck: Es hing vom Besitz eines Bürgers ab, mit welchen Waffen er sich ausstatten konnte. Die Besitzlosen ( capite censi) waren vo…

Rekrutenausbildung

(880 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] I. Griechenland s. Ephebeia Campbell, J. Brian (Belfast) [English version] II. Rom ‘Seht Euch die Ausbildung der Legionen ( exercitatio legionum) an ... Daher rührt der Mut in der Schlacht und die Bereitschaft, Wunden zu empfangen.’ Cicero bringt hier den traditionellen Stolz der Römer auf ihre mil. Ausbildung zum Ausdruck (Cic. Tusc. 2,37). In der frühen röm. Republik fand die elementare mil. Ausbildung wahrscheinlich auf dem Campus Martius statt. Als später Bürger rekrutiert wurden, die weit entfe…

Exploratores

(287 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] E. waren die Späher des röm. Heeres. Sie kundschafteten die Bewegungen und Aufstellungen des Feindes ebenso wie das Gelände und Positionen von Lagern aus. Im frühen Prinzipat wurden ausgesuchte Soldaten der auxilia von ihren Einheiten für eine bestimmte Zeit abkommandiert und fungierten als Späher. Im Dakischen Krieg (105-106 n.Chr.) wurde Ti. Claudius Maximus, der damals in einer ala diente, von Traianus selbst als Späher ausgesucht und brachte dem princeps den Kopf des Königs Decebalus. Für die Mitte des 2. Jh. sind kleine Aufklärungseinheiten, die exploratio…

Comitatenses

(458 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Die c. waren die Einheiten, die das Feldheer des spätant. röm. Reiches ausmachten. Ihr Name leitet sich von dem comitatus ab, dem Verwaltungsapparat, der dem Princeps diente und ihn auf seinen Reisen begleitete. Die c. waren an kein bestimmtes Territorium gebunden und konnten Territorialtruppen, die ständig in bestimmten Prov. standen ( limitanei oder ripenses), zugefügt werden. Es ist wahrscheinlich, daß Diocletianus ein Feldheer aufgestellt hat, das allerdings nur eine begrenzte Größe hatte. Doch Constantinus vergrößerte die c. und verlieh ihnen eine n…

Gaesati

(155 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Nach Polybios (Pol. 2,22,1; 2,34) waren die G. ein gallischer Stamm, der in den Alpen und an der Rhône lebte; die G. verdingten sich als Söldner, worauf ihr Name zurückzuführen ist (Pol. 2,22,1). Sie nahmen an der gallischen Invasion in Italien 225 v.Chr. teil, wurden jedoch zurückgeschlagen und schließlich 222 v.Chr. erneut besiegt. Gaesum bezeichnete auch einen gallischen Wurfspieß (Caes. Gall. 3,4), den manchmal leichtbewaffnete röm. Truppen trugen (Liv. 8,8,5). Im frühen Pinzipat nannte man Auxiliartruppen, die in Raetia ausgeh…

Extraordinarii

(229 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Die e. waren Soldaten aus verbündeten ital. Städten; sie dienten im frühen röm. Heer als Eliteeinheiten von Fußtruppen und Reiterei. Zwölf von den consules ernannte Präfekten wählten die besten Soldaten aus den Kontingenten der Bundesgenossen - etwa ein Drittel der Reiterei und ein Fünftel der Fußtruppen - aus, um so die e. zu bilden (Pol. 6,26,6). Einige e. hatten die wichtige Aufgabe, die consules zu begleiten und als deren Leibwache zu fungieren. Sie nahmen allerdings auch als reguläre Truppen an Schlachten teil; so kämpften sie 209 v.Chr…

Principales

(336 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Die p. der röm. Legionen waren Soldaten, die eine bes. Dienstaufgabe erfüllten, dafür vom üblichen Lagerdienst befreit waren und den eineinhalbfachen oder doppelten Sold einfacher Soldaten erhielten (Veg. mil. 2,7); die immunes hingegen erhielten keinen erhöhten Sold. Die herausgehobene Stellung eines principalis verdeutlicht ein Brief von Iulius Appollinaris, einem röm. Soldaten in Äg.: ‘Ich danke Serapis und dem guten Glück dafür, daß ich, während alle anderen hart arbeiten und Steine hauen, nun p. bin, herumstehe und nichts tue’ (PMichigan VIII 46…

Contarii

(110 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] waren mit einer schweren, etwa 3,5m langen Lanze ( contus) bewaffnete Reiter der Auxiliartruppen. Sie hielten die Lanze quer über dem Widerrist des Pferdes entweder von unten oder von oben in beiden Händen, wobei sie nicht von einem Schild geschützt waren. Diese Lanze ist wahrscheinlich von den Sarmaten übernommen worden. Seit der Zeit des Traianus oder des Hadrianus gab es eigene Einheiten der c., wie beispielsweise die ala I Ulpia contariorum milliaria. Obwohl die c. zunächst keine schwere Rüstung trugen, haben sie wohl zur Entwicklung der gepanzerte…

Cohors

(468 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Während der frühen Republik unterstellten die Bundesgenossen der röm. Armee 500 Mann starke Einheiten, die später cohortes genannt wurden und dem Befehl eines Praefekten aus der betreffenden Stadt unterstanden. Es bleibt unklar, wann die c. als taktische Einheit in das Heer integriert wurde. Polybios bezeichnet eine c. als eine aus drei Manipeln bestehende Einheit (Pol. 11,23; Schlacht von Ilipa 206 v.Chr.), in seiner berühmten Beschreibung des röm. Heeres werden jedoch die c. nicht erwähnt. Livius erwähnt in seiner Darstellung der Feldzüge in Spani…

Meuterei

(1,289 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
( seditio militum). [English version] I. Militärdienst und Disziplin Die Disziplin der röm. Armee hat selbst Autoren wie Polybios und Flavios Iosephos [4], die nicht aus Rom stammten, beeindruckt; sie rühmten die durch eine gezielte Ausbildung erreichte Überlegenheit der röm. Soldaten, ‘die durch ihre Körperkraft und ihren Mut nahezu die gesamte Welt beherrschten’ (Ios. bell. Iud. 2,580). In der frühen Republik bestand das röm. Heer allerdings aus dem Aufgebot der Bürger, die ein bestimmtes Vermögen nach…

Bucellarii

(153 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] In der Spätant. bezeichneten b. Gruppen barbarischer Soldaten, die angesehenen Kriegern dienten und von diesen bisweilen im Interesse Roms eingesetzt wurden. Schließlich bekam der Begriff b. eine spezielle Bedeutung: bewaffnete Gefolgsleute, die reichen Großgrundbesitzern als Leibwache dienten, eine Praxis, die trotz des Verbots durch Leo häufig anzutreffen war. Auch findet man b. in der Umgebung von hohen Beamten, zumeist Offizieren; sie schworen ihrem Herrn und dem Kaiser einen Treueid, was auf eine offizielle Billigung hinzuwe…

Kataphraktoi

(322 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] (κατάφρακτοι). Der Begriff k. bezeichnete die gepanzerte Reiterei, mit der die Römer zuerst im Jahre 190 v.Chr. im Krieg gegen Antiochos III. konfrontiert wurden (Liv. 37,40,5). Bei Carrhae wurde das Heer des Crassus 53 v.Chr. von der parth. Reiterei, deren Reiter und Pferde gepanzert waren, besiegt (Plut. Crassus 24f.). Seit 69 n.Chr. hatten die Römer mit der gepanzerten Reiterei der Sarmaten an der unteren Donau zu tun (Tac. hist. 1,79). Im röm. Heer wurde die erste Einheit von gepanzerten Reitern wahrscheinlich unter Hadrianus aufgestellt ( ala I Gallorum et …

Equites singulares

(658 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Spätestens seit dem 2. Jh. v.Chr. hatten röm. Feldherren eine aus Reiterei und Fußtruppen bestehende Eliteeinheit, deren Angehörige unter den Kontingenten der ital. socii ausgewählt wurden, was auch für die extraordinarii zutraf. Gegen Ende der Republik wurden die Eliteeinheiten aus den auxilia rekrutiert; dabei ist unbekannt, ob diese auch einen besonderen Namen hatten. Ähnliche Einheiten scheint es auch zu Beginn des Prinzipats gegeben zu haben. Fabricius Tuscus kommandierte eine ala praetoria während des Germanienfeldzugs des Germanicus (11-14 …

Centurio

(350 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Der c. war abgesehen von den Senatoren und den equites der wichtigste Offizier in der röm. Armee. Im 1.Jh. v.Chr. gab es in einer Cohorte ( cohors ) sechs c., die jeweils eine centuria von 80 Mann befehligten und Titel trugen, die die alte Manipelordnung widerspiegelten: pilus prior, pilus posterior, princeps prior, princeps posterior, hastatus prior, hastatus posterior. Spätestens seit der flavischen Zeit befanden sich nur fünf c. in der ersten Cohorte, die jedoch die ranghöchsten in der Legion waren ( primi ordines), wobei es vier Beförderungsschritte zur Po…

Riparienses milites

(196 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] R.m. werden zuerst in einem Edikt des Constantinus I. von 325 n. Chr. (Cod. Theod. 7,20,4) erwähnt: Hier werden sie als ripenses bezeichnet und von den comitatenses , dem Feldheer, unterschieden; sie standen in der Rangordnung unmittelbar unter den comitatenses, aber über den Soldaten der alae und cohortes, der Einheiten der Auxiliartruppen ( auxilia ). Nach 24 Dienstjahren wurden die r.m. von der Kopfsteuer für die eigene Person und für ihre Ehefrau befreit, waren aber bei einer Entlassung aus gesundheitlichen Gründen weniger privilegiert als die comitatenses. E…

Praetorianer

(851 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] ( cohortes praetoriae). In der röm. Republik war die cohors praetoria ( c. p.) eine kleine mil. Einheit, die das praetorium bewachte und als Eskorte des Feldherrn fungierte. Nach Festus (Fest. 223M.) soll Cornelius [I 71] Scipio Africanus als erster zu seinem Schutz “die tapfersten Männer” ausgewählt haben, die von anderen Dienstpflichten befreit waren und einen höheren Sold bezogen. In der späten Republik besaßen mächtige Feldherren starke Leibwachen; so stellte M. Antonius [I 9] 44 v. Chr. aus seinen Veteranen eine Leibwache von 6000 Mann auf. 27 v. Chr. schuf…

Manipulus

(248 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Der m. (Manipel) wurde als taktische Einheit der röm. Legion im 4. Jh.v.Chr. eingeführt (Liv. 8,8,3: et quod antea phalanges similes Macedonicis, hoc postea manipulatim structa acies coepit esse); auf diese Weise konnten die Truppen für die Schlacht flexibler aufgestellt werden als in der Formation der Phalanx. Die Soldaten, die mit dem pilum (Wurfspeer) ausgerüstet waren, erhielten so mehr Raum für ihre Operationen. Die Legion wurde in drei Reihen zur Schlacht aufgestellt ( hastati, principes, triarii ), wobei jede der ersten beiden Reihen aus zehn manipuli mit…

Numerus

(214 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Im röm. Militärwesen allg. eine Anzahl von Soldaten oder speziell eine mil. Einheit; da dem Wort eine präzise Bed. fehlt, konnte es sowohl auf die auxilia als auch auf die Legionen angewendet werden (Tac. Agr. 18,2; CIL III 12257: cohors Lusitanorum). Gerade Einheiten, die keinen eigenen Namen trugen, wurden n. genannt, so etwa die equites singulares Augusti (ILS 2182-2184; 2129) oder die exploratores (ILS 2631; 2632; 9186; 9187). Dasselbe gilt für Einheiten, die an den Grenzen des Imperiums rekrutiert worden waren; oftmals wurden diese numeri nach ihrer Herkunf…

Praetorium

(216 words)

Author(s): Campbell, J. Brian (Belfast)
[English version] Das p. war während der Republik das Zelt des Befehlshabers einer röm. Armee; der Begriff zeigt, daß der Praetor urspr. der röm. Oberbefehlshaber war. Wenn ein Marschlager errichtet wurde, bestimmte man zunächst den Platz für das p. (Pol. 6,27; vgl. Caes. civ. 1,76,2); es nahm die zentrale Stelle des Lagers ( castra ) ein und wurde von einem offenen Platz für den Markt und vom Zelt des Quaestors flankiert. Die via praetoria und die porta praetoria waren wahrscheinlich Straße und Tor, die dem p. benachbart waren. Das Wort p. bezeichnete auch die Beratung der Offiziere…
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