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Freskotechnik

(331 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] Von ital. fresco, affresco intonaco, “auf den frischen Putz”. Wand- und Deckenmalerei, bei der die Farben rein oder mithilfe eines speziellen Bindemittels, z.B. Leimwasser, Kasein oder Marmormehl, auf einen feuchten Untergrund aufgetragen werden. Die Beschaffenheit des Bewurfs kann variieren; meist handelt es sich jedoch um Kalkmörtel mit verschiedenen Beischlägen, nacheinander in mehreren Schichten aufgetragen. Im Prinzip besteht die F. darin, daß während des Trockenprozesses des Ve…

Agatharchos

(234 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] Griech. Maler aus Samos, wirkte in Athen in der 2. H. des 5. Jh. v. Chr. Ant. Quellen verbinden A. mit chronologisch divergierenden hist. Ereignissen. Vitr. 7 praef. 11 bezeichnet A. im Zusammenhang mit der Bühnenmalerei als den “Erfinder” der Perspektive in der Malerei und erwähnt eine theoretische Schrift darüber. Das negative Urteil des Zeitgenossen Zeuxis über seine rasche Malweise (Plut. Perikles 13), die Nachricht, Alkibiades [2] habe A. zur Ausmalung seines Hauses dort ein…

Historienmalerei

(628 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] In der ägypt. Kunst stellen Illustrationen histor. Ereignisse eine seltene Ausnahme dar; typisierte Motive, wie z.B. das Erschlagen der Feinde durch den König, sind hier überzeitlich zu verstehen und werden über Jahrhunderte unverändert als Topoi in verschiedenen Bildmedien verwandt. Die unzureichende materielle und kunsttheoretisch-lit. Überl. zur ant. griech. H. erlaubt keine eng umrissene Definition einer ant. H. im Sinne einer Analogie zum seit der Renaissance bis ins 19. Jh.…

Marmorbilder

(417 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] In der griech. und röm. Malerei war Stein, bes. Marmor, ein beliebter Malgrund, geeignet für Darstellungen unterschiedlicher Zweckbestimmung. Bilder für den Totenkult, h. meist nur noch rudimentär erh., gab es seit archa. Zeit bis in den Hell. in vielen Gebieten des Mittelmeerraumes auf marmornen Grabplatten. Sie standen, wie die ebenfalls farbig gefaßten Reliefstelen (Polychromie), in den Nekropolen. Man kombinierte auch Relief und Malerei, indem entweder Details und Attribute a…

Farben

(616 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] Die in der Renaissance aufkommende Vorstellung einer “weißen Antike” erreichte mit J.J. Winkkelmanns Ästhetik im Klassizismus ihren Höhepunkt und änderte sich erst in der 1. H. des 19. Jh. langsam, z.B. durch Werke wie De l'Architecture polychrome chez les grecs des Architekten J. Hittorf von 1830 (Entdeckung der architektonischen Polychromie). Diese Auffassung war, neben der schlechten Erhaltung von Farbresten an Skulptur und Architektur und dem fast völligen Fehlen originaler griech. Malerei, mit ein Grund für die …

Pauson

(145 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] (Παύσων). Griech. Maler aus Athen (?), Schaffenszeit gegen E. des 5. Jh.v.Chr. nur indirekt zu erschließen. Das konservativ anmutende, v.a. moralisch wertende, miserable Urteil der Schriftquellen des 4. Jh. v.Chr. über seine Bildinhalte - z.B. bei Aristoteles und Aristophanes - scheint durch eine ebensolche Einschätzung seiner Person geprägt worden zu sein (oder umgekehrt?). Man kann nur vermuten, daß neuartige Thematik oder Darstellungsweise radikal unzeitgemäß gegen die hehren …

Alexandermosaik

(978 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] Monumentales Fußbodenmosaik (5,82 × 3,13 m), das eine Schlacht zwischen Makedonen und Persern, angeführt von Alexander d. Gr. und Dareios, darstellt. Im Oktober 1831 in der “Casa del Fauno” in Pompeji entdeckt (Regio VI,12; jetzt Neapel, NM). Das unvollständig erh. Werk in opus vermiculatum (Mosaik) besteht aus über 1,5 Mio. mineralisch gefärbten Steinchen. Große, mit Stuck gefüllte Fehlstellen v. a. der l. Hälfte und Ausbesserungen mit gröberen Steinchen sind ant. Reparaturen nach dem Erdbeben von 62 n. Chr.; außerdem kl…

Nikophanes

(109 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] (Νικοφάνης). Maler der 2. H. des 4. Jh. v.Chr., Schüler des Pausias und damit zur sikyonischen Malschule gehörig (Plin. nat. 35,111; 137). Er zählte zu den dekorativen Genremalern, deren Bed. in dieser Zeit zunahm; die Wirkung seiner Kunst wurde unterschiedlich beurteilt und war offenbar v.a. dem Kenner einsichtig. Seine Manier war gefällig und fein, wenn auch - wegen der Verwendung von viel Ocker - von harter Farbwirkung. Überl. ist das Bild einer Hetäre in Sikyons Bildergalerie (Athen. 13,567b), außerdem malte er erotische oder pornographische Szenen. Hoesch,…

Nealkes

(121 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] (Νεάλκης). Hell. Vertreter der seit klass. Zeit berühmten Sikyonischen Malschule, wirkte im späteren 3. Jh.v.Chr. als angesehener und einflußreicher Hofkünstler seines Freundes Aratos [2]. Plin. nat. 35, 141f. überl. Bilder einer Aphrodite, eines schnaubenden Pferdes samt Bändiger sowie einer Schiffsschlacht zw. Persern und Ägyptern auf dem Nil. Über den Stil des N. wissen wir nichts Näheres, doch wird seine Kunstfertigkeit durch eine mehrfach auch auf andere Maler angewandte Anekdote betont (Plin. nat. 35, 103f.). Hoesch, Nicola (München) Bibliography EA…

Bühnenmalerei

(501 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] (griech. σκηνογραφία, lat. scaenographia). Entstehung und Erscheiungsweise der nur in der ant. Lit. und in bildlichen Sekundärquellen überlieferten Gattung (vgl. auch Malerei) werden kontrovers beurteilt und sind, trotz verschiedener Synopsen der Ergebnisse aus unterschiedlichen Forschungszweigen zu Form und Entwicklung des griech. Theaters und seiner Spielstätten, weiterhin ungeklärt. Der Wandel von Architektur und Inszenierungsform hat auch den Charakter der B. geprägt. Der Begrif…

Mumienporträts

(527 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] Holztafeln mit gemalten Köpfen oder Büsten von Frauen, Männern und Kindern, als oberste, sichtbare Lage in Höhe des Gesichts einer Mumie in die dort ausgesparte Hülle integriert. Viele der ca. 900 bisher bekannten Stücke, deren Datier. von der Zeitenwende bis ins 3. Jh.n.Chr. reicht, kommen aus Nekropolen des Fajum, einer Oase sw von Kairo, doch fand man sie auch andernorts entlang des Nils. M. wurden Ende des 19. Jh. zufällig entdeckt und, ihrer besonderen Ästhetik wegen, bald z…

Aglaophon

(130 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
Zwei gleichnamige griech. Maler. [English version] [1] der Ältere bildender Künstler aus Thasos, E. 6. Jh. v. Chr. aus Thasos, Vater und Lehrer des Polygnotos [1], wohl schon seit E. des 6. Jh. v. Chr. tätig, nach Quint. inst. 12,10,3 geschätzt wegen der “Archaik” und des schlichten Kolorits seiner Bilder. Ihr Stil ist nicht faßbar, dürfte dem klassizistischen Rhetoren-Urteil zufolge aber eher einfach gewesen sein. Hoesch, Nicola (München) [English version] [2] der Jüngere bildender Künstler, um 420 v. Chr. vielleicht Enkel von [1], von Plin. nat. 35,60 um 420 v. Chr. dat…

Pausias

(297 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] (Παυσίας). Griech. Maler aus Sikyon, zur dortigen “Schule” gehörend, Schüler des Pamphilos [2], wirkte zw. 380 und 330 v.Chr. Vertreter einer gefälligen, dekorativen Genremalerei, die in dieser Zeit beliebt wurde und sich von den historisch-myth. Themen der Klassik absetzte. Mit dem Wandel der Sujets geht die Vorliebe für überwiegend kleinformatige Szenen in vortrefflicher Enkaustik einher. Die Quellen (Plin. nat. 35,123ff.) heben P.' anmutige Blumenstilleben hervor, von deren Wi…

Enkaustik

(254 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] Von griech. ἐγκαίειν, einbrennen, erhitzen. Maltechnik mit Wachs als Bindemittel für die Pigmente. Die Farbemulsion wird kalt oder erwärmt aufgetragen oder durch nachträgliches Erhitzen mit dem Bildgrund verschmolzen. Das bei Plinius (nat. 35,122f.; 149) nur ungenau beschriebene Verfahren, das v.a. im 4. Jh.v.Chr. von griech. Tafelmalern geschätzt wurde und den Bildern brillante Qualität sowie Haltbarkeit gab, war langwierig, kompliziert und teuer. Trotz vieler, auch experimentel…

Malerei

(3,144 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
(ζωγραφία/ zōgraphía, lat. pictura bzw. ars pingendi). [English version] I. Griechische Malerei Die frühesten Zeugnisse ant. M. finden sich auf den qualitätvollen monumentalen Wandfresken (Wandmalerei, Freskotechnik) des kret.- myk. Kulturkreises in Palästen und Häusern auf Kreta und Thera [1]. Die spätesten Beispiele stammen aus byz. Zeit [2]. Hoesch, Nicola (München) [English version] A. Quellenlage und Forschungsgeschichte Bes. nachteilig für die Beurteilung und Erforschung gerade der “großen” griech. M. ist die spärliche und, wenn überhaupt, meis…

Mikon

(340 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] (Μίκων). Griech. Maler und Bildhauer (Plin. nat. 34,88) aus Athen, tätig zw. 475 und 440 v.Chr. Er gehörte mit Polygnotos zur ersten bedeutenden Generation der attischen Malschule der Frühklassik, die wegweisend für die Entwicklung der großen griech. Malerei wurde. Keines der für ihn aus zahlreichen Schriftquellen verschiedener Epochen überl. Wandgemälde in Athen ist erh., doch läßt ihre häufige Erwähnung auf seine große Bed. schließen. Sein Hauptauftraggeber war Kimon [2] von At…

Protogenes

(369 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] (Πρωτογένης). Hell. Maler und Bronzebildner von Athleten- und Kriegerstatuen (Plin. nat. 34,91; 35,101-106) aus Kaunos, zusammen mit anderen führenden Meistern der Alexanderzeit als Vollender der Malerei gerühmt (Cic. Brut. 18,70). Seine Schaffensperiode, etwa zw. 330 und 290 v. Chr., ist nur durch Kombination histor. Daten und Personen aus oft anekdotisch gefärbten Schriftquellen (z. B. Plut. Demetrios 22) erschließbar. Angeblich kam er erst im fortgeschrittenen Alter zur Tafelm…

Ktesidemos

(53 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] Griech. Maler zweiter Kategorie (nach Plin. nat. 35,140), wirkte um und nach 350 v.Chr. und war Lehrer des Antiphilos [4]. Überl. sind ein Schlachtengemälde, die Einnahme von Oichalia, und ein Porträt der Laodameia, über den Stil ist nichts bekannt. Hoesch, Nicola (München) Bibliography G. Lippold, s.v. K., RE 11, 2077.

Iphion

(75 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] Griech. Maler aus Korinth, durch zwei rühmende Epigramme aus Anth. Pal. 9,757 und 13,17 namentlich überliefert. Seine Schaffenszeit, nur aus der Quellenkritik zu rekonstruieren, ist umstritten, lag jedoch vermutlich in der 1. H. des 5. Jh. v.Chr. Über sein Werk wissen wir nichts, doch genoß die korinth. Malerschule dieser Zeit, der er entstammte, hohes Ansehen. Hoesch, Nicola (München) Bibliography L. Guerrini, s.v. I., EAA 4, 178  G. Lippold, s.v. I., RE 9, 2023.

Monochromata

(255 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] (“einfarbige Gemälde”, von griech. μονόχρως/ monóchrōs bzw. μονοχρώματος/ monochrṓmatos, “einfarbig”). Plinius (nat. 35,15; 35,56) charakterisiert mit dem Ausdruck die Farbgebung einer frühen Entwicklungsstufe der griech. Malerei, die aber auch noch zu seiner Zeit gepflegt wurde [3]. Dazu nennt er einige Künstler - einer, durch Belege der gleichzeitigen Vasenmalerei, in die Mitte des 7. Jh., ein anderer, Kimon [4], E. des 6. Jh.v.Chr. zu datieren. Die früher gängige Forsch.-Meinung zu Ar…
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