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Your search for 'dc_creator:( "Kierdorf, Wilhelm (Köln)" ) OR dc_contributor:( "Kierdorf, Wilhelm (Köln)" )' returned 56 results. Modify search

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Imagines maiorum

(721 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] A. Begriff Obwohl imago grundsätzlich jedes Abbild, häufig auch Porträtbüsten aus verschiedenem Material bezeichnet, versteht man unter i.m. (oft einfach imagines) vornehmlich die Wachsbilder (daher auch cerae: Ov. am. 1,8,65; Iuv. 8,19) der Ahnen, die im Atrium vornehmer röm. Häuser aufbewahrt wurden. Ob aus Cicero (Verr. 2,5,36 ius imaginis ad memoriam posteritatemque prodendae) mit Mommsen [7. 442-4] gefolgert werden darf, daß solche Bilder nur von kurulischen Magistraten existierten, ist nicht gesichert (kritisch [3. 108; 9. 3…

Conclamatio

(158 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] Altes Element des röm. Totenbrauchs: Wenn dem Verstorbenen die Augen geschlossen worden sind, rufen die anwesenden Verwandten ihn mehrfach laut beim Namen (Serv. Aen. 6,218; Lucan. 2,23; Sen. dial. 9,11,7; dasselbe meint Ov. trist. 3,3,43 clamor supremus; Ps.-Quint. decl. mai. 8,10 conclamata suprema). Da das Wort auch zur Bezeichnung normaler Totenklage dient (z.B. Tac. ann. 3,2,2; Oratio imperatoris Hadriani in CIL 14, 3579, 19; Sen. epist. 52,13 u.ö.), lassen sich viele Zeugnisse nicht eindeutig zuordnen. Der offenbar…

Lucumo

(228 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
(latinisierte Form zu etr. lau χ ume u.ä. [1. 827]). [English version] A. Amtsbezeichnung Lucumones hießen die Könige (Serv. Aen. 2,278; 8,475), die in archa. Zeit über die zwölf etr. populi herrschten und die höchste Gewalt als Feldherren, Richter und Priester ausübten [4. 296-299]; einer von ihnen soll den Vorsitz im etr. Städtebund geführt haben. Seit dem Ende des Königtums bezeichnete der Titel wohl den Träger eines hohen Priesteramtes nach Art des rex sacrorum [2. 64; 4. 297]; vgl. schon [5. 145f.]. In Mantua sollen die Vorsteher der zwölf curiae Lucumones geheißen haben (Se…

Fenestella

(242 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] Röm. Historiker der frühen Kaiserzeit; die genauen Lebensdaten sind unsicher: Nach Hieronymus starb er siebzigjährig 19 n.Chr. (chron. p. 172 Helm), nach Plinius erst ‘am Ende der Herrschaft des Tiberius’ ( novissimo Tiberii Caesaris principatu; nat. 33,146). F. schrieb ein annalistisches Geschichtswerk in mehr als 22 Büchern (fr. 21 Peter aus B. 22 [= HRR 2, 85f.] betrifft 57 v.Chr.), das von der röm. Frühzeit bis zur späten Republik reichte oder sogar die augusteische Zeit einschloß (fr. 24 Peter [= HRR 2, 86])…

Prothesis

(221 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] (πρόθεσις, zuerst [1. 22B], 6. Jh. v. Chr.; lit. zuerst Plat. leg. 947b 3; 959e 5). Bezeichnung für die Aufbahrung von Verstorbenen, die in Griechenland seit ältester Zeit unentbehrlicher Teil jeder Bestattung war. Der oder die Tote lag dabei auf einer klínē , meist von einem Bahrtuch (φᾶρος/ pháros) bedeckt, und wurde von den Angehörigen sowie fremden Trauernden beweint und beklagt. P.-Szenen werden in den homer. Epen beschrieben (bes. Hom. Il. 18,352-355; 24,719-776). Die rituelle Trauergestik wird in Bildern bes. der attischen Keramik…

Pollinctor

(182 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] (urspr. auch pollictor: Plaut. Poen. 63; Varro Men. 222,2) hieß in klass. röm. Zeit der Sklave (Dig. 14,3,5,8) oder freie Angestellte des Begräbnisunternehmers ( libitinarii ), dessen Aufgabe es war, Leichname für Aufbahrung und Begräbnis vorzubereiten (Non. 157,21: pollinctores sunt qui mortuos curant; ähnlich, aber mit abwegiger Etym.: Fulg. p. 112 Helm), indem er sie wusch (Serv. Aen. 9,485), mit Substanzen einbalsamierte, die die Verwesung aufhielten (bes. Salz, Zedernöl, Myrrhe: [1. 484, bes. Fußnote 7]), einkleidete und schmückte. Einen p. erkennt ma…

Nenia

(289 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] A. Trauerlied Neben anderen Arten des Lieds (Zauberlied: Hor. epod. 17,29; Ov. ars 2,102; Kindervers: Hor. epist. 1,1,63; allg. Lied: Hor. carm. 3,28,16) bezeichnet n. in Rom als t.t. ein Trauerlied, das beim Begräbniszug unter Flötenbegleitung zum Lob des Toten gesungen wurde (Fest. 154/5 L.; Quint. inst. 8,2,8; vgl. Cic. leg. 2,62). Herkunft und Ableitung des vermutlich onomatopoetischen (vgl. schon [1. 386]) Wortes ist ungeklärt: Griech. Ursprung wird (wegen Cic. leg. 2,62) akzeptiert von [2], abgelehnt von [3. 221]. Mit der n., einem kunstlosen Singsang…

Mos maiorum

(592 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] (“Vätersitte”, manchmal auch mos patrius: Cic. rep. 5,1; Cic. Cato 37; vetus mos: Cic. rep. 5,1; Tac. ann. 14,42,2; mos antiquus: Varro Men. fr. 303; Tac. dial. 28,2; interpretierende Umschreibung z.B. Liv. 27,11,10: mos traditus a patribus) ist der Kernbegriff des röm. Traditionalismus. Da in Rom wenig durch positives Recht geregelt war, folgte man in allen Lebensbereichen in vielem dem Herkommen ( mos; manchmal verbunden mit disciplina, z.B. Cic. Flacc. 15; mit consuetudo, z.B. Gell. 15,11,2; mit institutum, Cic. Mur. 1; Cic. dom. 56) bzw. der althergeb…

Laudatio Turiae

(259 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] nennt man (seit [1]) die umfangreichen Reste (CIL VI 1527; VI 37053; AE 1951, 2) einer stadtröm. Grabinschr. augusteischer Zeit (spätestens 9 v.Chr.: [2. 42]); sie gibt den Text der Grabrede für eine Frau der röm. Oberschicht wieder, die - wegen Ähnlichkeiten mit Val. Max. 6,7,2 - hypothetisch mit Turia, der Frau des Q. Lucretius Vespillo (cos. 19 v.Chr.) identifiziert wurde. Der Lobredner, der mindestens die Grundlagen der Rhet. beherrscht [2. 124; 3], preist (konsequent in der …

Laudatio funebris

(881 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] A. Allgemeines L.f. heißt nach röm. Sprachgebrauch die Lobrede auf Verstorbene, die im Zusammenhang der Bestattung ( funus) gehalten wurde (Quint. inst. 3,7,2; Gell. 13,20,17; meist nur laudatio: Cic. Mil. 33; Liv. 27,27,13; Tac. ann. 13,3,1; verdeutlichend laudatio pro rostris: Tac. ann. 3,76,2 u.ö.). Bei Begräbnissen der Oberschicht machte (vermutlich seit dem E. des 4. Jh.v.Chr.) der Leichenzug auf dem Forum halt, wo ein Sohn oder anderer naher Verwandter auf der Rednerbühne ( pro rostris: Sen. dial. 6,15,3; Tac. ann. 3,5,1 u.ö.) die Rede hielt, di…

Funus imaginarium

(173 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] nannte man in Rom (ILS 7212 II 4-5, datiert 136 n.Chr.; SHA Pert. 15,1) eine bes. Form der Bestattung: Da beim Leichenzug der Tote sichtbar auf der Bahre zu liegen pflegte, behalf man sich mit einem Ersatzleib aus Wachs ( imago bzw. effigies), wenn der Leichnam nicht zur Verfügung stand, z.B. bei Tod auf See oder nach Einäscherung im Krieg oder im Ausland. Tac. ann. 3,5,2 rechnet den Brauch richtig zu den “Gebräuchen alter Zeit” ( veterum instituta; vorausgesetzt schon in der Lex XII tab. 10,5: [1. 80]). Besondere Bed. erlangte das f.i. beim Begräbnis der Kaiser und ih…

Libitinarii

(178 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] hießen in Rom wegen ihres Sitzes im hl. Hain der Libitina die Leichenbestatter ( qui libitinam faciunt, ILS 6085,94). Sie organisierten im Auftrag der betroffenen Familien (oder des Staates: Sen. dial. 9,11,10) Bestattungen und stellten die dazu notwendigen Utensilien sowie das Personal (teilweise Sklaven: Ulp. Dig. 14,3,5,8) bereit, z.B. pollinctores , Leichenträger, Musikanten (vgl. Petron. 78,6), Spezialisten für die Leichenverbrennung ( ustores). Das Bestattungswesen der röm. Städte Italiens war anscheinend ähnlich geordnet (ILS 6726 be…

Rogus

(202 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] (lat. rogus, daneben bes. poetisch auch das griech. Fremdwort pyra, z. B. Verg. Aen. 6,215; Ov. fast. 2,534). In Rom Bezeichnung des Scheiterhaufens zur Verbrennung der Leichen. Er wurde aus Holzstücken und Kleinmaterial auf einem Brandplatz ( ustrina) nahe der Begräbnisstätte aufgeschichtet und glich in der Form einem quadratischen Altar (Serv. Aen. 6,177; daher poetisch auch ara genannt: Ov. trist. 3,13,21 u.ö.). Urspr. schmucklos (die Tabulae duodecim verboten, die Holzscheite mit der Axt zu glätten, Cic. leg. 2,59), wurde der r. mit der Zeit je nach den …

Ekphora

(166 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] Bezeichnet seit Aischylos (Sept. 1024; deutlich terminologisch Thuk. 2,34,3) den Trauerzug, der den Leichnam nach der Aufbahrung zu Einäscherung oder Begräbnis geleitet. Genaue Beschreibung zuerst Hom. Il. 23,131-139. Nach Darstellungen auf spätgeometr. Grabgefäßen [1. Abb. 53-55] begingen in älterer Zeit wohlhabende Familien in Athen die e. mit großer Pracht (Totenbett auf Wagen, vgl. Tonmodell eines Leichenwagens aus Attika [3. Abb. 22]) und zahlreichem Trauergefolge. Seit im 6. Jh.v.Chr. bes. Aufwand und öffentliche Tote…

Proquaestor

(199 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] (urspr. pro quaestore, “an Stelle eines quaestor ”; griech. ἀντιταμίας/ antitamías) hieß der Promagistrat, der in der späten Republik in röm. Provinzen an Stelle des gewählten quaestor Verwaltungsaufgaben übernahm: 1) Bei Tod oder vorzeitigem Ausscheiden des quaestor ernannte der Statthalter ein Mitglied seines Stabs (meist einen legatus ) zum p., z. B. Cn. Cornelius [I 25] Dolabella 80 v. Chr. den C. Verres (Cic. Verr. 2,1,41; 2,1,90). 2) Aus Mangel an quaestores wurden diese nicht selten nach dem städt. Amtsjahr als p. in eine Provinz entsandt (z. B. P. Se…

Konsolationsliteratur

(919 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] A. Allgemeines Trauer und Trost sind Grundphänomene menschlicher Existenz. Wird jemand von Unglück (Tod naher Verwandter oder Freunde; Verbannung; Verlust von Gesundheit, Besitz oder Freiheit) getroffen, so versuchen Angehörige und Freunde durch Zuspruch und Ermahnung seine Trauer zu mäßigen oder seine Stimmung zu verbessern. Trostszenen und Trostmotive finden sich daher schon in der älteren griech. Dichtung (z.B. Hom. Il. 5,381-402; Archil. fr. 13 W.; Eur. Al…

Funus publicum

(266 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
(in der Kaiserzeit auch funus censorium, Tac. ann. 4,15,2 u.ö.) nennt man eine Bestattung, deren Kosten und Organisation Staat oder Gemeinde übernahmen, um den Verstorbenen zu ehren. [English version] 1. Rom In älterer Zeit wurden ausländische Gesandte (Plut. qu.R. 43) sowie von Rom inhaftierte Fürsten (Syphax; Perseus, vgl. Val. Max. 5,1,1) publice (“auf öffentliche Kosten”) bestattet. Das typische f.p. für prominente Bürger kam wohl erst in der späten Republik auf (sicher bezeugt für L. Sulla: App. civ. 1,493). Es erfolgte auf Senatsbeschluß (Wortlau…

Lygdamis

(282 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
(Λύγδαμις). [English version] [1] Tyrann von Naxos, 6. Jh. v. Chr. Aristokrat aus Naxos, half Peisistratos nach dem zweiten Exil (ca. 546 v.Chr.), von Eretria aus die Herrschaft in Athen zurückzugewinnen (Hdt.1,61,4; [Aristot.] Ath. pol. 15,2). Zum Dank unterwarf dieser Naxos und setzte L. dort als Tyrannen ein (vgl. Hdt. 1,64,1f.; [Aristot.] Ath. pol. 15,3), der seinerseits in den 530er J. Polykrates bei der Machtergreifung in Samos unterstützte (Polyain. 1,23,2). L. wurde von den Spartanern gestürzt (Plut. mor. 859d), wahrscheinlich ca. 524 bei der Expedition gegen Samos. Kierdo…

Praerogativa centuria

(204 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] (auch verkürzend praerogativa: z. B. Cic. ad Q. fr. 2,14,4; Cic. Phil. 2,82; Liv. 24,7,12) nannte man in Rom die durch Los aus den Centurien der ersten Vermögensklasse ermittelte centuria , die verm. seit der Reform der comitia centuriata (zw. 241 und 218 v. Chr.) bei Wahlen (unsicher ob auch bei legislativen Beschlüssen) vorweg abstimmte. Da das Ergebnis der p.c. sofort bekanntgemacht wurde (Liv. 24,7,12; Cic. Phil. 2,82), übte es eine erhebliche suggestive Wirkung auf die weitere Stimmabgabe aus. Diese Wirkung war bei der Schaffung der p.c. wohl beabsichtigt, um…

Annalistik

(497 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] Als Annalisten bezeichnet man vor allem die Verf. älterer röm. Geschichtswerke, die in der Regel ihre Darstellung mit der Frühzeit begannen (Ausnahme:Claudius Quadrigarius) und bis zur Gegenwart fortführten. Sie ordneten zumindest die jüngeren Ereignisse streng nach der Abfolge der Amtsjahre und hielten innerhalb der Jahre eine schematische Ordnung ein [1]. Gellius (5,18,1 ff.) kennt zwei ant. Vorschläge zur Abgrenzung von annales und historia(e): 1. historiae behandeln zeitgenössische, annales aber ältere Gesch. Diese Abgrenzung ist jedoch für …
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