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Your search for 'dc_creator:( "Schiemann, Gottfried (Tübingen)" ) OR dc_contributor:( "Schiemann, Gottfried (Tübingen)" )' returned 129 results. Modify search

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Iustitium

(108 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] In Rom der von einem Magistrat (dem jeweils höchsten in Rom anwesenden) durch Edikt angeordnete Stillstand der Rechtspflege, verbunden mit weiteren Einschränkungen des Geschäftsverkehrs, z.B. der Schließung der Staatskasse ( aerarium , Cic. har. resp. 55) oder der Läden auf dem Forum (Liv. 9,7,8). Der Anordnung dürfte mindestens in der späten Republik ein Senatsbeschluß vorausgegangen sein (Liv. 3,3,6). Das i. war nicht nur eine Notstandsmaßnahme, sondern kam schon in republikanischer Zeit auch aus Anlaß öffentlicher Trauer über eine mil…

Emancipatio

(519 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Im röm. Recht hatte der paterfamilias in der Regel, solange er lebte, die väterliche Gewalt über seine Kinder. Eine Entlassung von Söhnen aus der Herrschaft des pater war nur durch ein sehr förmliches und kompliziertes Rechtsgeschäft möglich: die e. Sie knüpft an die förmliche Veräußerung durch mancipatio an, mit der nicht nur der dominus seine Sklaven verkaufen konnte, sondern auch der Vater seine Söhne. Durch diesen “Verkauf” gab der Vater den Sohn einem anderen pater in Dienst. Noch zur Zeit der Zwölf Tafeln (5. Jh.v.Chr.) stand außer dem “Verkauf” …

Litis contestatio

(569 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] A. Begriff Lis ist in der röm. Rechtssprache der Ausdruck für einen Streit, insbes. wenn er in einem Gerichtsverfahren ausgetragen wird. L.c. bezeichnet daher die “Bezeugung” eines solchen Streites (Fest. p. 34,50 L.): Mit der Erhebung von Behauptung (Klage) und Gegenbehauptung (Klagleugnung) vor Zeugen wurde das Programm eines (Zivil-)Prozesses festgelegt. Bis zur Vorherrschaft des kaiserlichen Kognitionsprozesses ( cognitio ) um 300 n.Chr. ist die l.c. der “Angelpunkt” [1. 77] des gesamten Verfahrens. Schiemann, Gottfried (Tübingen) [English version] B…

Discussor

(140 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (griech. logothétēs, etym. von discutere in der Bed. von “prüfen, untersuchen”) war ein Beamter des spätant. röm. Staates, dem der Titel 10,30 des Cod. Iust. gewidmet war. Die Hauptaufgaben der discussores lagen in der Steuerverwaltung. So haben sie offenbar Außenprüfungen der Besteuerungsgrundlagen vorgenommen, die im Verfahren des census durch Selbsteinschätzung ( professio) festgelegt worden waren. Daneben erscheinen die d. als Rechnungsprüfer für Zölle, öffentliche Bauten und öffentlich festgesetzte Preise. Die von den d. erlassenen Verwaltungsak…

Divisor

(139 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (“Verteiler” von Geldspenden). Spätestens seit dem 2. Jh.v.Chr. wurden Kriegsgewinne des röm. Staates gelegentlich an die röm. Stadtbevölkerung verteilt. Da irgendeine “Leistungsverwaltung” dafür nicht bestand, wurden Privatleute - die divisores - mit der Abwicklung solcher Geschenke beauftragt. Am Ende der Republik entwickelte sich daraus ein Weg organisierter Wahlbestechung, die Cic. Planc. 48ff. anschaulich schildert: Die d. versprachen in den einzelnen tribus einer ausreichenden Zahl von Tribulen eine “Belohnung” fü…

Divortium

(392 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (von divertere, sich abwenden) ist die Ehescheidung im röm. Recht. Ihre Grundlage ist in einem Reskript des Kaisers Alexander Severus aus dem J. 223 n.Chr. (Cod. Iust. 8,38,2) klar formuliert: libera matrimonia esse antiquitus placuit (daß die Ehen frei sind, ist seit alters anerkannt). Ob dies schon für die mit bes. sakraler Weihe geschlossenen Ehen der Frühzeit galt, mag zweifelhaft sein. Auch für sie war jedenfalls in den überlieferten Quellen eine Scheidung in entsprechender Form zur Eheschließung vorgesehen ( diffarreatio ). Die “Frei…

Iuridicus

(349 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Der Ausdruck i. (“mit Recht Beschäftigter”) taucht in den Quellen der röm. Kaiserzeit mit sehr unterschiedlicher Bed. auf. 1. Seit Hadrian, vielleicht schon seit Vespasian, begegnen in kaiserlichen Provinzen iuridici provinciae, häufiger bezeichnet als legati iuridici. Sie sind Vertreter des Provinzstatthalters bei dessen Rechtsprechungsaufgaben, teils für die ganze Provinz, teils für Unterbezirke. Umstritten ist, ob der i. nur eine vom Statthalter abgeleitete (so u.a. [1. 1149]) oder echte kaiserliche (dafür [2]) Amtsgewalt hatte. 2. Eine eigene Rec…

Adfinitas

(90 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] (Schwägerschaft). Gai. inst. 1,63 spricht von a. im Zusammenhang mit der Aussage: Item (scil. uxorem ducere non licet) eam, quae nobis quondam socrus, aut nurus, aut priuigna, aut nouerca fuit. Mit der Schwiegermutter, der Schwiegertochter, der Stieftochter und der Stiefmutter ist demnach im klass. röm. Recht (vielleicht seit der Ehegesetzgebung des Augustus) die Heirat verboten. Dieses Ehehindernis wurde in der Spätant. auf die Schwägerschaft ersten Grades in der Seitenlinie (Frau des Bruders, Schwester der Frau) erweitert (Cod. Theod. 3,12,2). Schiemann, …

Ius

(4,224 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
A. Historischer Überblick [English version] 1. Das altrömische Ius I., der röm. Ausdruck für das Recht, hat im Laufe der über tausendjährigen Gesch. des röm. Staates erhebliche Wandlungen erlebt. Urspr. war i. wohl das Kriterium, nach dem sich erlaubte Freiheitsbetätigung, insbes. auch legitime Herrschaftsausübung (über Personen und Sachen) von der friedensstörenden Gewaltausübung ( vis) unterschied. I. war also in moderner Terminologie subjektives Recht. Seinen rechtlichen Charakter bezeugte es ‘durch Einhaltung eines allg. gewußten und geübten Rit…

Abolitio

(97 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Die a., überliefert im Digestentitel 48,16, ist im röm. Recht die Einstellung eines Strafverfahrens, oft mit der Wirkung einer Begnadigung ( indulgentia ), überwiegend jedoch mit der Möglichkeit, die Anklage zu erneuern, so bei der a. publica, die durch den Senat oder ausnahmsweise durch den Kaiser veranlaßt wird, und bei der a. privata, die der Richter auf Wunsch des privaten Anklägers ausspricht. Z. B. bei Tod des Anklägers tritt die a. ex lege ein. Jedenfalls unter der Bezeichnung a. kommt diese erst in der Kaiserzeit vor (vgl. Sen. contr. 5,8). Schiemann, Gottfrie…

Folter

(757 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] A. Historische Grundlagen Unter F. im rechtshistor. Sinn ist für die Ant. vor allem ein Mittel zur Erhebung von Beweisen zu verstehen. Daneben kommt die F. als (zusätzliche) Strafe vor. Die Ursprünge der rechtlich anerkannten Anwendung der F. liegen im Dunkeln. Im Cod. Hammurapi des babylon. Rechts (Keilschriftrechte) etwa fehlt noch jede Erwähnung der F. [1]. Verbreitet war sie hingegen in Griechenland. Der griech. Ausdruck für die Anwendung des Folterns, βασανίζειν ( basanízein), ist aber wahrscheinlich ein Lehnwort aus dem Orient, so daß auch die …

Lex commissoria

(161 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] eine röm. Verwirkungs- oder Verfallabrede, ist eine meist einseitig (daher: lex ) in einen Kaufvertrag (s. emptio venditio D) oder eine Verpfändung ( fiducia , pignus ) eingefügte Bestimmung. Beim Kauf gewährt die Klausel dem Verkäufer ein Rücktrittsrecht, wenn der Käufer den Kaufpreis - etwa bei einer Ratenvereinbarung oder einem Zahlungsziel - nicht bezahlte. Nach Ausübung des Rücktritts konnte der Verkäufer mit der actio venditi (so die Sabinianer) oder einer actio in factum (so die Proculianer) die verkaufte Sache zurückverlangen. Ohne die Klause…

Confusio

(209 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Bei der c. (dem “Zusammenfließen”) ist dieselbe Person zugleich Gläubiger und Schuldner oder Eigentümer und Inhaber eines beschränkten dinglichen Rechtes, z.B. eines Nießbrauchs geworden. Die c. führt nach röm. Recht zum Erlöschen der Forderung oder des Rechtes. Für die dingliche c. verwenden die Spätklassiker (3. Jh.n.Chr.) gelegentlich auch den Begriff consolidatio, ohne daß sachliche Unterschiede begründet werden. Die Wirkung der c. konnte nicht durch den Willen der Parteien verhindert werden. Die röm. Juristen nehmen freilich gelegent…

Accusatio

(170 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] ist nach dem Digestentitel 48,2 die Anklage im röm. Strafprozeß. Träger der a. ist dort ein Privatmann. Zunächst erstattete dieser eine Anzeige ( delatio nominis ). In der späteren Kaiserzeit bei der gerichtlichen Strafverfolgung extra ordinem kam es wohl vor, daß sich der private Anteil am Verfahrensgang hierin erschöpfte. Im republikanischen Verfahren ( quaestio ) hingegen immer und auch später noch regelmäßig war der delator nach Zulassung der a. durch den Gerichtsmagistrat ( receptio nominis) Partei - vergleichbar dem Ankläger im heutigen amerikani…

Raub

(971 words)

Author(s): Hengstl, Joachim (Marburg/Lahn) | Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] I. Allgemein R. ist die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache mit Gewalt gegen einen Menschen oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben in der Absicht, sich die Sache rechtswidrig zuzueignen (§ 249 StGB). Rechtlich ist R. eine Kombination von Diebstahl und Nötigung, im allgemeinen Empfinden wird R. h. als das gegenüber der einfachen Wegnahme schwerere Delikt aufgefaßt, in den ant. Rechtsordnungen und bis ins MA dagegen der (heimliche) Diebstahl für schlimmer als die (offene, gewalttätige) Wegnahme. Hengstl, Joachim (M…

Rechtskodifikation

(1,046 words)

Author(s): Hengstl, Joachim (Marburg/Lahn) | Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] I. Alter Orient R. im Sinne der zusammenfassenden und abschließenden Regelung eines größeren, mehr oder minder geschlossenen Sachgebiets ist für die vor- und außerröm. Kulturen ungeachtet aller antiken Nachrichten (Ägypten: Diod. 1,95,4 f.; Griechenland: Aristot. Ath. pol. 2,1273a 35 - 1274b 25) oder mod. Diskussionen (“Gesetz des Ḫammurapi”: [11; 13]; Achämenidenreich: [4; 14; 16]) auszuschließen (s. die Beiträge in [5]; ferner [6; 13]). Das Sammeln, Systematisieren oder Vereinheit…

Pacht

(774 words)

Author(s): Neumann, Hans (Berlin) | Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] I. Mesopotamien, Ägypten P. im Sinne der befristeten Übernahme landwirtschaftlicher oder gärtnerisch genutzter Grundstücke zur Bearbeitung bzw. Nutzung gegen Zahlung eines P.-Zinses ist in Mesopotamien seit der Mitte des 3. Jt.v.Chr. bezeugt. Als Verpächter konnten dabei sowohl die institutionellen Haushalte (Palast; Tempel) als auch Privatpersonen fungieren. Der zu zahlende P.-Zins wurde entweder absolut in Naturalien bzw. Silber oder als Anteil am Ernteertrag festgesetzt. Die v.a.…

Fremdenrecht

(1,185 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen) | Domhardt, Yvonne (Zürich)
[English version] I. Allgemein In den Staaten Vorderasiens, in Ägypten und den städt. ant. Gesellschaften des Mittelmeerraums steht der Fremde, der sich zeitweise oder auf Dauer in diese Gesellschaften begibt, prinzipiell außerhalb des Rechtsschutzes, in den nur die vollberechtigten Bürger des jeweiligen Staates und mittelbar auch deren Sklaven und Hörige einbezogen sind. Im allg. bleiben die Fremden jedoch nicht rechtlos, sondern werden einem bes. F. unterworfen, das sie je nach Zweck und Dauer des…

Mora

(857 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Schiemann, Gottfried (Tübingen)
(μόρα). [English version] [1] Abteilung im spartanischen Heer Im spartanischen Heer war m. spätestens seit 403 bis 371 v.Chr. die gebräuchliche Bezeichnung für die sechs größten Abteilungen der Fuß- und beigeordneten Reitertruppen (Xen. Lak. pol. 11,4; Xen. hell. 2,4,31; 4,5,3-19; Diod. 15,32,1); die m. wurde jeweils von einem polémarchos kommandiert (Xen. hell. 4,4,7; 5,4,51), hatte eine Sollstärke von über 1000 Mann und war in Lochen ( lóchos ) gegliedert. Burckhardt, Leonhard (Basel) Bibliography 1 J.F. Lazenby, The Spartan Army, 1985, 5ff. [English version] [2] der Verzug…

Fides

(1,218 words)

Author(s): Prescendi, Francesca (Genf) | Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] I. Religion F. ist die kultisch verehrte Personifikation der Treue und Wahrhaftigkeit [1]. Nach Varro (ling. 5,74) wurde sie von den Sabinern übernommen; ihr Kult ist noch am Ende des 2. Jh. n.Chr. bezeugt (Tert. apol. 24,5). F. wird als Frau mit Kranz oder Schleier auf dem Kopf und mit chitṓn und péplos bekleidet dargestellt [2]. Sie kommt oft in der Dichtung, selten in der Prosa vor. Sie gilt als uralte Gottheit (Sil. 1,329f.; 2,484ff.) und wird deswegen als cana gekennzeichnet (Verg. Aen. 1,292). Die legendäre Stiftung ihres Tempels auf dem Palatin geht…
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