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Your search for 'dc_creator:( "Simon, Thomas" ) OR dc_contributor:( "Simon, Thomas" )' returned 20 results. Modify search

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Bevölkerungspolizei

(743 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. BegriffB. bezeichnet ein bestimmtes in ganz Europa verbreitetes bevölkerungspolitisches Konzept. Der Begriff wird in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s im Kontext der dt. Polizeiwissenschaft verwendet und umschreibt ein Bündel administrativer Maßnahmen, die sämtlich darauf ausgerichtet waren, die Einwohnerzahl eines Landes zu erhöhen. Die B. lässt sich mithin als die spezifisch absolutistische Variante einer zielgerichteten Bevölkerungspolitik definieren, wie sie für das 18. Jh. typisch war (Absolutismus). Sie war untrennbar verbunden mit den Prämis…
Date: 2019-11-19

Bann

(920 words)

Author(s): Simon, Thomas
B. ist ein Wort mit zahlreichen kirchlichen und weltlichen Bedeutungsvarianten; hier werden diejenigen außerhalb des Kirchenbanns behandelt. Das Wort bedeutet im Kern ganz allgemein Befehl und Gebot. Der B. war ein bußenbewehrtes Gebot: Bei Nichtbefolgung wurde die B.-Buße – häufig gleichfalls nur als B. bezeichnet – fällig.1. MittelalterDer B. als herrschaftlicher Befehl tritt in den Quellen des frühen MA zunächst als Königs-B. in Erscheinung, auf den sich die ältere Forschung konzentrierte [4. 121]. Struktur und Gehalt feudaler Herrschaft unterhalb des Königtums w…
Date: 2019-11-19

Ius eminens

(863 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. BegriffDas I. E. (wörtl. »herausragendes Recht«) ist eine Rechtsfigur, die in der Frühen Nz. im Wesentlichen Funktion und Bedeutung des modernen Begriffs der Enteignung besaß. Es bezeichnete das Recht des Fürsten (Landesherrn), in Fällen der »Not«, wenn es das öffentliche Interesse oder der Gemeinnutz (lat. utilitas publica; vgl. Gemeinwohl) erforderte, auf Leib und Leben, v. a. aber auf das Eigentum der Untertanen zugreifen zu dürfen. Das I. E. diente also hauptsächlich dazu, den Entzug von Privateigentum seitens des Landesfürsten zu öffentlichen Zwe…
Date: 2019-11-19

Behörde

(995 words)

Author(s): Simon, Thomas
Das Wort B. taucht am Ende des 17. Jh.s in seiner heutigen Bedeutung auf. Es bringt die zunehmende Institutionalisierung der Verwaltungstätigkeit zum Ausdruck, für deren Zwecke der Staat im Laufe der Frühen Nz. einen stetig wachsenden und sich differenzierenden Handlungsapparat ausbildete. Mit ihm wurden Herrschaft und Verwaltung von der Person des Fürsten gelöst; der Verwaltungsapparat entwickelte allmählich ein Eigenleben und verlieh dem werdenden Territorialstaat ein institutionelles Gerüst, das permanent wirksam sein konnte, weil es si…
Date: 2019-11-19

Kriegsrecht

(1,128 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. Definition und EntwicklungDas K. (lat. ius belli) ist das Ergebnis eines zu Beginn der Nz. einsetzenden Verrechtlichungsvorganges, der schließlich zur rechtlichen Einhegung des Krieges, d. h. zum rechtlichen Ausschluss solcher militärischer Gewaltformen führte, die mit den kriegspolitischen Vorstellungen der Zeit nicht mehr vereinbar waren. Im Zentrum der vom K. erfassten Regelungsgegenstände steht der ius in bello, nämlich die jeweils erlaubten Kampfmittel sowie die Kampfweise, der Schutz der Kriegsgefangenen [8] und der Zivilbevölkerung und schließlich das …
Date: 2019-11-19

Landesherrschaft

(1,593 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. DefinitionL. lässt sich als die frühnzl. Vorform der modernen Staatsgewalt definieren. L. bezeichnet jene Form von Herrschaft, die die Reichsstände seit dem Ausgang des MA als »Landesherren« über ein von ihnen beherrschtes Territorium und seine Bewohner aufzubauen suchten. Die L. markiert demgemäß eine Etappe im Prozess der Staatsbildung (Staat). Sie zeichnete sich zum einen durch ihre Tendenz zur Flächenhaftigkeit aus, zum anderen durch ihren Anspruch, innerhalb des Territoriums die höchste Oberherrschaft auszuüben, die ihrerseits nur dem Kaiser untergeordnet …
Date: 2019-11-19

Verwaltungsrecht

(1,993 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. Begriff und Entstehung V. umfassen die Rechtssätze, »welche die Tätigkeit der öffentlichen Verwaltung regeln«, die aber gleichermaßen die Beziehungen zwischen der Verwaltung (= Vw.) und dem Bürger normieren und somit auch »Rechte und Pflichten für den Bürger« im Verhältnis zur Vw. begründen [9. 37].Das moderne V. »wurde geformt von den Rahmenbedingungen des Frühkonstitutionalismus« [14. 240]. Seine Grundkonzeption ist untrennbar mit dem Rechtsstaatsprinzip verbunden, d. h. mit der Vorstellung, dass der Staat an die förmlichen, vom Parlament verabschiedeten Gesetze jed…
Date: 2019-11-19

Länderkauf

(692 words)

Author(s): Simon, Thomas
Der Kauf von Ländern bzw. einzelnen Herrschafts-Rechten und hoheitlichen Befugnissen innerhalb bestimmter Gebiete war eine in der Frühen Nz. verbreitete Praxis zur räumlichen Erweiterung wie auch zur inneren Festigung der Landeshoheit. Angesprochen ist hier nicht der Ankauf von Grundbesitz, sondern die territoriale Gebietserweiterung eines Herrschaftsträgers, insbes. solcher mit reichsständischem Status (Reichsstände). Hintergrund dieser Praxis war die intensive räumliche Verschränkung und gegenseitige Überlagerung von Herrs…
Date: 2019-11-19

Staatswissenschaft

(971 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. EntstehungS. ist eine gegen Ende des 18. Jh.s entstandene Fachbezeichnung für ein polit.-ökonomisch-rechtliches Wissensfeld, das sich im Laufe des 18. Jh.s als zusammenhängendes Fach mit eigenem Methodenverständnis formierte, zunächst noch unter dem Terminus »Kameralwissenschaft« (Kameralismus 2.). An deren Anfang noch im 17. Jh. stand eine an praktischen polit. Zwecken orientierte Literatur, die dem Fürsten (lat. princeps) Ratschläge an die Hand geben wollte, wie sich seine Macht – sein »Status«, wie es damals hieß – stabilisieren und ausbauen ließe. Dabei…
Date: 2019-11-19

Princeps legibus solutus

(1,505 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. Inhalt und Herkunft Bei der Formel P. L. S. (lat.; ›Der Fürst ist von den Gesetzen gelöst‹, d. h. an die Gesetze nicht gebunden) handelt es sich um eine sog. Parömie, also einen dem röm. Recht entnommenen Topos, dem im juristischen Diskurs um die Machtbefugnisse des Fürsten – insbes. um seine Gesetzgebungs-Befugnis – seit dem HochMA steigende Bedeutung zukam. Wie bei zahlreichen anderen derartigen Rechtssprichwörtern veränderte sich die inhaltliche Bedeutung der Formel P. L. S. mit ihrer Einordnung in den ma. und frühnzl. Diskussionszusammenhang ge…
Date: 2019-11-19

Gericht

(3,058 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. BegriffG. sind streitentscheidende und sanktionierende Institutionen der Justiz. Die Bedeutung des Wortes G. war in der Frühen Nz. allerdings wesentlich weniger als heute vergegenständlicht; es bezeichnete keine Justizbehörde mit bestimmtem Gebäude, fest angestelltem und ständig präsentem Stab von Amtsträgern und einem Ensemble von Sacharbeitsmitteln, sondern war vielmehr als Ereignis und Handlungsablauf gemeint, die dann durch ständige Wiederholung zur Institution wurden. In den frühnzl. Wörterbüchern erscheint das »G.« (lat. judicium/iudicium) vorrangig als …
Date: 2019-11-19

Öffentliches Recht

(6,971 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. DefinitionDie Rechts-Ordnung stellt man sich seit dem 19. Jh. typischerweise zweigeteilt vor: Die Gesamtheit der R.-Normen wird in der Dichotomie von »öffentlichem« und »privatem« R. ( Privatrecht) aufgefangen: Alle Rechtsnormen zählen zu einem der beiden Bereiche. Das Ö. R. umgreift in den modernen R.-Ordnungen die Teilgebiete des Verfassungsrechts und des Verwaltungsrechts, wobei man das Erstere üblicherweise wiederum in Staats(organisations)recht und die Grund-R. unterteilt findet. Diese drei Grundelemente des Ö. R. im modernen Sinne haben sich aus ga…
Date: 2019-11-19

Administrative law

(2,239 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. Definition and origins Administrative law encompasses the principles “that govern the actions of the public administration” but also regulates relations between the administration (Government) and citizens and thus establishes “the rights and duties of the citizen” with respect to the administration [9. 37].Modern administrative law “was shaped by the basic conditions of early constitutionalism” [14. 240]. Its fundamental concept is inseparably tied to the principle of the rule of law, i.e., the idea that the state is by all means bound to th…
Date: 2019-10-14

Ius eminens (eminent domain)

(906 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. Definition Ius eminens (literally, “eminent right”) is a legal construction that in the early modern period essentially functioned as the equivalent to the modern concept of expropriation. It designated the right of a ruler (Territorial sovereignty [Holy Roman Empire]) to dispose of the lives and especially the property of subjects in cases of “emergency,” when the public interest of common good (Latin  utilitas publica) required. Ius eminens thus served primarily to legitimate the expropriation of private property by a territorial ruler for public purposes [4. 166 f.…
Date: 2019-10-14

Court of law

(3,521 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. Definition Courts are institutions of the judiciary that resolve disputes and impose sanctions. The meaning of the German word for court, “Gericht,” was much less concrete in the early modern period than it is today; it did not designate a judicial authority in a particular building, with a regularly employed and constantly present staff of officials and a variety of official resources, but rather was conceived as an event and process that became an institution through constant repetition. In early modern dictionaries, “Gericht” (Latin,  judicium/iudicium) is primarily defin…
Date: 2019-10-14

Local authority

(1,125 words)

Author(s): Simon, Thomas
In German-speaking territory, the word for local authorities and officials,  Behörden, appears in its modern sense toward the end of the 17th century. It reflected the growing institutionalization of government business, for which the state constructed an administrative apparatus constantly growing in size and complexity in the early modern period. With the rise of this apparatus, authority and the administration of government were separated from the person of the prince; the administrative apparatus grad…
Date: 2019-10-14

Ban

(1,007 words)

Author(s): Simon, Thomas
The word “ban” (German Bann) has a wide range of meanings in both ecclesiastical and secular usage; here we exclude the ecclesiastical sense of Anathema. Essentially the word means a “command” or “order” in general. A ban was a command reinforced by a sanction: if it was not obeyed, the ban penalty (frequently called simply a ban) would be imposed.  1. Middle Ages The ban as an authoritative command first appears in early medieval sources as a royal ban, and that was the focus of earlier studies [4. 121]. The structure and substance of feudal authority below the level of the ki…
Date: 2019-10-14

Visitation

(1,648 words)

Author(s): Brakensiek, Stefan | Simon, Thomas
1. MittelalterDas Inspektionsverfahren der V. wurde von der spätantiken Bischofskirche entwickelt und von der ma. Kurie institutionell ausgestaltet. V. gehörten zu den vornehmsten Pflichten eines Bischofs (Bischofsamt), der durch den Besuch der Gemeinden in seinem Sprengel die Seelsorge fördern, die Rechtgläubigkeit sichern, den Pfarrklerus (Pfarramt) kontrollieren und den kirchl. Besitz wahren sollte. Sie konnten die Form regelmäßiger Diözesanbereisungen annehmen, als Mittelpunkt-V. den Ortsklerus zu Synoden am Sitz de…
Date: 2019-11-19

Gerichtsbarkeit

(3,042 words)

Author(s): Simon, Thomas | Eibach, Joachim | Härter, Karl
1. Allgemein 1.1. DefinitionIm modernen Sprachgebrauch bezeichnet G. die Tätigkeit und Funktion der Gerichte. Darin erschöpfte sich aber die Bedeutung in der Frühen Nz. nicht: Das Wort stand für den juristischen Fachbegriff der iurisdictio (»G.«). Mit diesem wurde nicht nur eine bestimmte hoheitliche Funktion, sondern vorrangig ein Herrschaftsrecht bezeichnet, dem bei der juristischen Begründung der Landeshoheit ( Landesherrschaft) insbes. im 16. Jh. zentrale Bedeutung zukam. Die iurisdictio, wie sie damals verstanden wurde, war demgemäß wesentlich mehr als b…
Date: 2019-11-19

Jurisdiction

(3,381 words)

Author(s): Simon, Thomas | Eibach, Joachim | Härter, Karl
1. General 1.1. DefinitionIn modern parlance, jurisdiction describes the activity and function of courts of law. That does not, however, exhaust the meaning of the term in the early modern period: the word iurisdictio was a juristic technical term. It designated not only a specific governmental function, but also primarily a sovereign right that was of key importance to the legal justification for territorial sovereignty, especially in the 16th century.  Iurisdictio as it was understood at the time was accordingly far more than simply “judicial authority”; it wa…
Date: 2019-10-14