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Your search for 'dc_creator:( "Walther, Gerrit" ) OR dc_contributor:( "Walther, Gerrit" )' returned 137 results. Modify search

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Forschung

(4,213 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Gierl, Martin
1. Allgemein 1.1. Begriff Für das Streben, das vorhandene Wissen gezielt zu erweitern, gab es in der Nz. auffällig viele Bezeichnungen. Neben den gebräuchlichen lat. Begriffen explorare (»erkunden«), scrutari (»ergründen«), experiri (»erproben«) und probare (»ausprobieren«) nannten Enzyklopädien des 17. Jh.s etwa lat. aucupari, ( per) contari, requitare, rogitare, ( in) vestigare, quaerere, inquirere, sciscere, ( sci) scitari. Wer dergleichen tat, war ein scrutator, percontator, rimator, ( in) vestigator oder in- bzw. perquisitor. Aus diesen Begriffen entstanden E…

Mazarinades

(680 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der seit 1850 in der Forschung übliche Begriff M. geht auf La Mazarinade zurück, den Titel einer 1651 von Paul Scarron verfassten lit. Parodie der Ilias (franz. Iliade). Er dient als Sammelbezeichnung für mehr als 4 000 meist sehr polemische Pamphlete, die in Frankreich zur Zeit der Fronde (1648–1653) gegen die Versuche der Krone publiziert wurden, Regierung und Verwaltung im Sinne des Absolutismus zu zentralisieren. Da diese Bestrebungen sich in Kardinal Jules Mazarin verkörperten, dem Vertrauten und Ersten Minister der Regentin Anna von Österreich und ihres min…

Tafelkultur

(2,655 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Überblick Gemeinsames Speisen besaß und besitzt in allen Kulturen zentrale Bedeutung. Es konstituiert Gemeinschaft und ist unerlässlicher Bestandteil von Festen, Diplomatie und Friedensfeiern, ein Ritual der Zusammengehörigkeit, Verbrüderung und Freundschaft, eine Gelegenheit zu Repräsentation und ostentativem Statuskonsum. Seit dem 15. Jh. jedoch, im Zeichen der Renaissance, änderten sich bei den europ. Eliten Stil und Wahrnehmung solcher Mahlzeiten. Zusehends suchte man sie jetzt gemäß den neuen Regeln des Geschmacks und der guten Manieren als…

Methode

(1,825 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Schliesser, Eric
1. Bedeutung und Begriff Eine M. – ein planmäßiges, standardisiertes Verfahren, Informationen zu gewinnen, zu prüfen und zu einer Wissensordnung zu formieren – ist in allen Wissensgesellschaften ein unabdingbares Moment gelehrter Tätigkeit. Charakteristisch für die Entwicklung der M. im nzl. Europa war ihre fortschreitende Emanzipation von den Inhalten dieses Wissens. Hatte sie anfangs als Lehr- und Beweis-Verfahren von Theorien und Dogmen, Traditionen und Autoritäten gedient, die unabhängig von ihr entstanden und bestanden, rückte sie im Laufe der…

Ehrgeiz

(1,000 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Schon in seiner lat. Ursprungsform war ambitio ein moralisch ambivalenter Begriff. Seit Cicero meinte er nicht nur den »Umgang«, mittels dessen sich ein Amtsbewerber bei seinen Wählern bekannt machte, sondern auch ein bes. nachdrückliches, rücksichtsloses Streben nach Ämtern und Würden. Seit Augustinus stand eine solche Haltung in einem schwer überbrückbaren Gegensatz zum christl. Gebot der Demut und Bescheidenheit. Theologen aller Konfessionen missbilligten das Streben nach »eitler Ehre« ( Luther). »Eergeizlich« – die um 1500 geläufige dt. Wortbildun…

Hundehaltung

(1,933 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Arten und Funktionen Die H. war in der Nz. in allen Ständen und mit diversen Funktionen verbreitet. Nach Letzteren, nicht nach Rassen (die erst nach 1850 als Klassifizierungsschema üblich wurden) teilte man die Hundearten ein. V. a. den zur Jagd brauchbaren Hunden (= Hd.) galt – im Gefolge antiker Autoren wie Xenophon ( Kynēgetikós, um 400 v. Chr.; »Hundejagd«), M. Terentius Varro ( Rerum rusticarum libri tres, um 50 v. Chr.; »Drei Bücher von der Landwirtschaft«) oder Oppian ( Kynēgetiká, um 200, »Hundejagd«) – die Aufmerksamkeit der Zeitgenossen.…

Temperament

(947 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Modell Das Modell der vier T. (von lat. temperamentum, »richtige Mischung«) blieb in der Nz. – wie schon in Antike und MA – das gebräuchlichste Schema, den Charakter von Individuen zu beschreiben. Die von Aristoteles und Galen vollendete antike Einteilung in vier Grundtypen – den Sanguiniker, den Melancholiker (Melancholie), den Choleriker und den Phlegmatiker – stellte die Kategorien bereit, als deren je spezifische Kombination das einzelne Subjekt erklärt wurde. Zwar sei, so formulierte Freiherr von Knigge 1788, »mehrentheils in dem Segelwerke jedes Erdensohns …

Späthumanismus

(1,977 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Als Bezeichnung einer kulturgeschichtlichen Epoche zwischen Humanismus (= Hum.) und Barock wird S. oft benutzt, aber selten definiert. Nur darin stimmen alle gängigen Verwendungen überein, ihn zugleich als soziales Phänomen und als Ensemble von Bildungsinhalten zu betrachten. In die Literaturwissenschaft eingeführt wurde der (bislang nur in der dt.sprachigen Forschung gebräuchliche) Begriff 1931 von Erich Trunz [12], der S. als »Standeskultur« zumeist protest. Gelehrter im Alten Reich um 1600 beschrieb. Der Historiker Gerhard Oestreich erweiterte und dyn…

Moralistik

(1,337 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Bei seiner ersten Erwähnung 1690 in Antoine Furetières Dictionnaire universel meinte der Begriff moraliste (dt. »Moralist«, = Mst.) schlicht einen Autor, der moralische Fragen behandelte. Schon um 1700 aber entstand die kritisch gemeinte Nebenbedeutung »Rigorist« und wurde konkret auf Anhänger des Jansenismus gemünzt. Diderots und D'Alemberts Encyclopédie (Bd. 10) wertete den Mst. nochmals ab, indem sie ihn 1765 als eitlen, systemlosen Literaten definierte, der mehr verblüffen als aufklären wolle [9. 48–52]. Der Begriff M. hingegen scheint erst im 20. Jh…

Ägyptologie

(1,398 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Theologie und Sprache Als Geburtsstunde der modernen Ä. gilt der 27. September 1822, an dem Jean François Champollion (1790–1832) vor der Pariser Académie des inscriptions et belles-lettres seinen Lettre à M. Dacier vortrug, den Schlüssel zur Entzifferung der Hieroglyphen [8]; [9]. Doch schon im 15. Jh. hatten europ. Gelehrte begonnen, über Schrift, Sprache und Kultur des alten Ägypten (=Äg.) zu forschen – allerdings meist unter der theologischen Frage nach dem Verhältnis der ägyptischen (=äg.) zur biblischen Religion. Sie knüpften an neuplatoni…

Reitkunst

(2,725 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Überblick In allen Gesellschaften, in denen das Pferd exklusives Transportmittel, unverzichtbare Voraussetzung persönlicher Mobilität, eine wertvolle Waffe auf der Jagd und im Krieg sowie ein teures Prestigeobjekt war, gehörte die Fähigkeit, gut zu reiten, zu den verpflichtenden Grundkenntnissen des Adels ( Standesbildung). Eben weil das Reiten hohem sozialen Status entsprach, hütete man seine Regeln – wie überhaupt das Wissen über Pferde – als herrschaftliche Arcana und vermied es, sie schriftlich festzuhalten [20. 91]. Erst mit dem Beginn der Nz. wurde das Reite…

Uomo universale

(701 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der ital. Begriff U. U. (»Universalmensch«) bezeichnet einen Menschen, der auf allen Gebieten des Lebens, Wissens und Schaffens außergewöhnliche Fähigkeiten aufweist und Herausragendes leistet. Bekannt wurde er durch Jacob Burckhardt, der in seiner Cultur der Renaissance in Italien (1860) die Entstehung des Leitbildes eines universal begabten, universal gebildeten Subjekts als den Höhepunkt der für die Renaissance typischen »Entwicklung des Individuums« beschrieb (Individualität): »Wenn nun dieser Antrieb zur höchsten Ausbildung der Pers…

Museum

(3,603 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Müller-Wille, Staffan | Kalusok, Michaela
1. Begriff Das Ur- und Vorbild jedes nzl. M. war das Museíon, das der ägypt. König Ptolemaios I. um 320 v. Chr. in jenem Teil des Palastes von Alexandria einrichten ließ, in dem sich auch seine weltberühmte Bibliothek befand. Es war eine Akademie, in der sich staatlich besoldete Gelehrte zu Forschung, Gesprächen und Banketten trafen. Erst in der Nz. nahm »M.« eine eher topographisch-materiale Bedeutung an. Das 18. Jh. verstand darunter »jede Stätte, in der Dinge aufbewahrt werden, die einen unmittelbaren Bezug zu den Künsten und Musen haben« [1. 893]. Im 19. Jh. meinte der Begriff…

Gemmenkunde

(1,016 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Antike Gemmen (von lat. gemma, »Edelstein«) sind kleine, in Halbedelsteine (meist Chalcedon, Karneol, Achat, Onyx oder Hämatit), Bergkristall oder auch Glas eingravierte Reliefs, die Porträts, mythologische Gestalten und Szenen, oft auch Inschriften bzw. magische Zeichen (Charakter) darstellen. Weil sie oft das gnostische Fabelwesen eines gerüsteten Hahns zeigen, den sog. Abrasax (Abraxas), wurden sie in der Nz. bisweilen »Abraxen« genannt. Bes. große und prächtige Gemmen heißen »Kameen« (ital. cameo; franz. camée als Ableitungen von gemma). Da Gemmen als Si…

Kanon

(2,204 words)

Author(s): Dücker, Burckhard | Walther, Gerrit
1. Begriff Der griech. Begriff kanṓn (ursprgl. »Maßstab« des Handwerkers, »Richtschnur«) besaß in der Antike diverse Bedeutungen, die alle eine generell gültige Norm ausdrückten. In der bildenden Kunst bezeichnete er etwa seit Polyklet (5. Jh. v. Chr.) die Proportionslehre des menschlichen Körpers, in der Musik seit den Pythagoreern (5. Jh. v. Chr.) ein zwölfgeteiltes Messinstrument zur Bestimmung der Intervalle, in der Erkenntnistheorie seit Demokrit (4. Jh. v. Chr.) den Sinn für das Wahre und die Fähigkeit zur Kritik, in der Rhetorik seit Cicero (1. Jh. v. Chr.) ein…

Epigraphik

(1,047 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Funktion Der Begriff E. (von griech. epigraphḗ; » Inschrift«) kam im Deutschen erst im 18. Jh. auf, im Französischen sogar erst 1838. Gleichwohl gehört das Aufzeichnen, Sammeln und Klassifizieren antiker Inschriften (= I.) auf Stein und Metall zu den ältesten, verbreitetsten und angesehensten Formen nzl. Altertumskunde und Archäologie. Die Gründe variierten. Wenn F. A. Wolf 1807 erklärte, dass die E. »nicht durch die Formen von Seiten der Schönheit wichtig [sei], sondern durch die grammatischen, lexikalischen, geographischen, histo…

Klub

(1,324 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Phänomen K. entwickelten sich seit dem 16. Jh. als spezifisch brit. Form urbaner Geselligkeit. Die exzentrische Bezeichnung – das Wort club (von to clump, »zusammenballen«) kann »Keule«, »Anteil an der (gemeinsamen) Zeche« und »Vereinigung« bedeuten – lässt den exklusiven, männerbündischen Charakter dieser Vereinigungen erahnen, in denen Gentlemen unter sich waren und Frauen so gut wie keinen Zutritt hatten. Von traditionellen Formen der Vergesellschaftung (z. B. Bruderschaften, Zünften, Sekten oder Akademien) untersch…

Orden

(2,911 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Mertens, Benedikt
1. Begriff und Definition O. (von lat. ordo, das so zentrale polit.-soziale Kategorien wie Ordnung, Stand und Rang [3. 935 f.], im christl. Latein dann »Klerus«, »klösterliche Gemeinschaft« bezeichnete) war in der Nz. ein mehrdeutiger, aber stets hohes Prestige assoziierender Begriff. Allgemein bezeichnete er eine exklusive Gemeinschaft, deren Mitglieder sich unter Führung einer vornehmen oder charismatischen Persönlichkeit verbunden und durch einen Eid gelobt hatten, gemeinsam für bestimmte als fundamental anerkannte Ziele zu wirken. Be…

Konversation

(1,129 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der im 16. Jh. in die meisten europ. Sprachen übernommene Begriff K. (von lat. conversari, »verkehren«, »Umgang haben«; eigentlich: »gemeinsam umherschweifen«) bezeichnet ein typisches Ritual europ. Gebildeter der Nz.: das informelle Gespräch im kleinen Kreis, dessen wichtigstes Ziel es war, das jeweilige Thema möglichst gut, schön und unterhaltsam zu behandeln. Im Gegensatz zu institutionalisierten Formen der Kommunikation (etwa Verhör-, Lehr- oder Beichtgesprächen, Verhandlungen bei Hof, vor Gericht, in Rats-Gremien, kirchlichen, ständi…

Dame

(1,513 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der nach 1650 aus dem franz. dame bzw. dem ital. dama oder donna ins Deutsche übernommene Begriff ist von lat. domina (»Herrin«) abgeleitet. Synonyme für »Herrin« sind auch seine Entsprechungen im Spanischen ( señora) und Englischen ( lady, von angelsächs. hlafdige = »Brotherrin«). Als höfischer Titel wurde er meist in Verbindung mit dem Possessiv »mein«, ma bzw. my, gebraucht ( Madame, Madonna, My Lady bzw. Milady). Beim Schach- und beim Kartenspiel bezeichnet D. die zweitwichtigste Figur oder Karte [1]. 2. Trägerinnen Prinzipiell war der Titel D. der höchsten Herrscher…
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