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Medische Mauer

(323 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] Die Medische Mauer (Μηδίας τεῖχος, Mēdías teíchos) wird unter diesem Namen nur von Xenophon in der Anábasis erwähnt, zunächst beiläufig in Zusammenhang mit einem auf Befehl von Artaxerxes [2] II. angelegten Sperrgraben am Euphrat (Xen. an. 1,7,15); ausführlich beschreibt Xenophon die Mauer in dem Bericht über die Ereignisse nach der Schlacht bei Kunaxa 401 v.Chr. (an. 2,4,12): Sie soll 20 Fuß (ca. 6 m) breit, 100 Fuß (ca. 30 m) hoch und 20 Parasangen (ca. 80 km) lang und aus in Asphalt eingelegt…

Rhomphaia

(91 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (ῥομφαία). Ein hellebardenähnliches großes, zweischneidiges Schwert aus Eisen mit langem Holzgriff, das über der rechten Schulter getragen wurde. Sie war in hell. Zeit die charakteristische Waffe der Thraker (Plut. Aemilius 18,3; Liv. 31,39,11: rumpia); Phylarchos FGrH 81 F 57; Arr. FGrH 156 F 103; Gell. 10,25,4; Val. Fl. 6,98). In der jüd.-christl. Lit. bedeutet R. allg. ein großes zweischneidiges Schwert (LXX Gn 3,24; 1 Sam 17,51 (Goliaths Schwert); Lk 2,35; Ios. ant. Iud. 6,190). Burckhardt, Leonhard (Basel) Bibliography H. O. Fiebiger, s. v. ῥομφαία, RE …

Hippotoxotai

(99 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (ἱπποτοξόται). H. waren berittene Bogenschützen. Als H. kämpften Skythen und Geten (Hdt. 4,46,3; Thuk. 2,96,1; Arr. an. 3,8,3). H. sind belegt für pers., athenische, maked. und hell. Heere (Hdt. 9,49,2; Arr. an. 4,24,1; 5,12,2; 6,6,1; Diod. 20,113,4). Während des Peloponnesischen Krieges hatte Athen eine Truppe von 200 H. (Thuk. 2,13,8); davon dienten auf Melos 20, auf Sizilien 30 (Thuk. 5,84,1; 6,94,4), wohl als Plänkler (Xen. mem. 3,3,1). H. waren Bürger und evtl. Söldner, ihr Ansehen war nach Lysias (15,6) nicht hoch. Reiterei Burckhardt, Leonhard (Basel) Bibl…

Lytron

(240 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (λύτρον, meist im Plur. lýtra verwendet). Als l. wurde im Griech. das Lösegeld für Kriegsgefangene bezeichnet (ähnlich: ἄποινα/ ápoina); der Ausdruck wurde auch für den Freikauf von Opfern der Piraterie (Seeraub) gebraucht. Freikauf von Gefangenen war neben Gefangenenaustausch, Versklavung oder Tötung gängige Praxis im griech. Kriegswesen seit der Zeit Homers (Hom. Il. 6,425ff.; 11,106) bis zum Hell. Nach Ducrey [1] war Verkauf in die Sklaverei freilich häufiger als ein Freikauf, dessen Modalitäte…

Machimoi

(94 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] Der Ausdruck m. (μάχιμοι, “die Streitbaren”; kampffähige Truppen) wurde von griech. Autoren vor allem für nichtgriech. Heere gebraucht. Herodotos unterscheidet die m. vom Troß des persischen Heeres (Hdt. 7,186,1) und bezeichnet mit diesem Wort den Stand der Berufskrieger im alten Äg. (2,164f.). In der ptolem. Armee waren M. die einheimischen Soldaten, die etwa bis Ende des 3. Jh.v.Chr. die Aufgaben von Hilfs-, Garde- und Polizeieinheiten wahrnahmen, danach aber, spätestens seit der Schlacht von Raphi…

Phalanx

(669 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
(φάλαγξ). [English version] I. Die Hoplitenphalanx Das Wort ph. bezeichnet bereits bei Homer die Schlachtreihe oder formierte Heeresabteilung (vgl. etwa Hom. Il. 11,214f.; 13,126f., vgl. 16,215-217). Ph. wird ähnlich wie στίξ ( stix, “(Schlacht-)Reihe”) fast nur im Pl., phálanges, gebraucht; nach Homer verwendet erst Xenophon wieder den Ausdruck (Xen. an. 1,8,17; 6,5,27; Xen. Kyr. 1,6,43; Xen. hell. 4,3,18; 6,5,18). Es ist h. anerkannt, daß der Massenkampf bereits in homer. Zeit (8. Jh.v.Chr.) entscheidend war; die ph. als einheitlich ausgerüstete und zentral geführte…

Deilias graphe

(154 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (δειλίας γραφή). Im att. Strafrecht die Klage wegen Feigheit. Die Existenz der d.g. neben weiteren mil. Straftatbeständen (λιποταξίου γραφή, ἀστρατείας γραφή, γραφή τοῦ ἀποβληκέναι τὴν ἀσπίδα) geht aus mehreren Erwähnungen (And. 1,74; Lys. 14,5-7; Aischin. 3,175f.; Aristoph. Ach. 1129; Equ. 368) hervor, wurde allerdings in der älteren Forsch. bestritten [2; 5]. Ein konkreter Fall einer d.g. ist allerdings nicht bekannt. Die Abgrenzung der allg. d.g. von den genannten präziser definierten Vergehen fällt freilich schwer; ihre Verfolgung wurde o…

Argyraspides

(80 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] “Silberschildler”, ein Elitekorps schwerer maked. Infanterie, zu identifizieren mit den Hypaspisten Alexanders des Gr. Ob der Name schon gegen Ende seiner Herrschaft (frühestens beim Indienzug) gebräuchlich war oder erst unter den Diadochen, ist unklar. Als bes. königstreu geltend wurden sie 318/17 Teil des Heeres des Eumenes; nach dessen durch ihre Untreue mitverschuldetem Ende von Antigonos nach Arachosien gesandt und dann aufgelöst. Später wird eine Einheit der seleukidischen Armee nach ihrem Vorbild so genannt. Burckhardt, Leonhard (Basel)

Lipotaxiu graphe

(119 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (λιποταξίου γραφή) war im att. Recht die Klage wegen unerlaubten Verlassens der Schlachtreihe. Das Vergehen wurde wie die übrigen mil. Delikte mit atimía bestraft (Demosth. or. 15,32; vgl. zu Sparta Isokr. or. 8,143). Von Aischines wird das entsprechende Gesetz Solon zugeschrieben (Aischin. Ctes. 175f.), was jedoch unsicher bleibt. Nach Andokides (And. 1,74; vgl. Lys. 14,5-7) wurde die Verfolgung von Militärvergehen wie der graphḗ astrateías (Nichtbefolgung eines Aufgebots), die deilías graphḗ (Klage wegen Feigheit) und die graphḗ tu apoblēkénai tēn aspída

Epibatai

(181 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (ἐπιβάται) waren zunächst Schiffspassagiere (Hdt. 8,118,3) oder bewaffnete Begleitsoldaten, die auf ant. Kriegsschiffen Dienst taten; in Griechenland wurden die e. normalerweise aus den Hopliten rekrutiert. Ihre Zahl schwankte: 494 v.Chr. führten Schiffe aus Chios je 40 e. mit (Hdt. 6,15,1), 480 v.Chr. hatten pers. Schiffe 30 e. (Hdt. 7,184,2); während des Peloponnesischen Krieges waren auf der Flotte Athens 10 e. üblich (Thuk. 3,94,1 und 3,95,2; vgl. IG II2 1951,84f.: 11 e.). Auf den größeren hell. Schiffen wurden mehr e. benötigt. Ihre Aufgaben umfaßten …

Helepolis

(192 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] Die h. (ἑλέπολις, wörtl. “Städtenehmer”) war ein großer, mit Rädern versehener, bewegbarer Belagerungsturm, der Soldaten und Katapulte an die Mauern einer belagerten Stadt heranführen sollte. Der Begriff ist erst für einen von Poseidonios für Alexander d.Gr. gebauten Turm belegt (Biton 52f. Wescher; vgl. zur Belagerung von Tyros Arr. an. 2,18-24), helepóleis wurden aber wohl schon von Dionysios [1] I. von Syrakus benutzt (Diod. 14,51,1). Sie sind evtl. oriental. oder karthagischer Herkunft (Diod. 13,55). Schon in der Antike berühmte h. verwendete Demetri…

Optimates

(1,050 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] Der nur im Plural verwendete lat. Begriff o., abgeleitet von optimus, bedeutet “die Besten”; bei Cicero, von dem die weitaus meisten Belege stammen, aber auch bei anderen Autoren wie Livius (3,35,4; 3,39,9; 6,39,6) bezeichnet o. die röm. Führungsschicht; bes. in solchen Textstellen, an denen der Gegensatz zw. senatores und plebs oder zw. o. und populares betont wird. In der Rede für Sestius gibt Cicero dem Begriff eine umfassende moralische und polit. Bed. und zählt unabhängig von der sozialen Herkunft alle diejen…

Chiliarchos

(82 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] Befehlshaber einer 1000 Mann starken Einheit im maked. und ptolemäischen Heer (z.B. Arr. an. 1,22,7). Gleichzeitig dient der Begriff als griech. Übers. für den Befehlshaber der königlichen Garde in Persien, den 1000 μηλοφόροι (Aischyl. Pers. 304). Der Ausdruck wurde nach der Eroberung Persiens auf das wichtigste Amt der neuen Reichsordnung nach Alexanders Tod übertragen (Diod. 18,48,4). Seine mil. und polit. Kompetenzen sind unklar. Mit der Entstehung der Diadochenreiche wurde der Begriff in dieser Bed. obsolet. Burckhardt, Leonhard (Basel)

Parabatai

(90 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (παραβάται). Krieger, die neben dem Wagenlenker ( hēníochos, ἡνίοχος) stehend vom Streitwagen aus kämpften, wurden als p. bezeichnet (Hom. Il. 23,132; Eur. Suppl. 677; Xen. Kyr. 7,1,29; Strab. 15,1,52: Inder; Diod. 5,29,1: Gallier; Diod. 20,41,1; Dion. Hal. ant. 7,73,3). Die bei Delion 424 v.Chr. in der ersten Reihe kämpfenden 300 Boioter wurden hēníochoi kai p. genannt (Diod. 12,70,1); sie waren wohl Vorläufer der thebanischen “Heiligen Schar”. Im Aufgebot der Bastarner (2. Jh.v.Chr.) waren p. Soldaten, die an der Seite von Reitern kämpften (Plut. A…

Peltastai

(400 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (πελτασταί). Die πέλτη ( péltē) war ein kleiner, leichter Rundschild aus Holz oder Flechtwerk, das mit Fell überzogen wurde (schol. Eur. Rhes. 311; Aristot. fr. 498 Rose); nach ihm wurde eine Gattung leichtbewaffneter Soldaten als p. bezeichnet (Diod. 15,44,3; Nep. Iphicrates 11,1,3f.). Neben dem Schild bestand ihre Bewaffnung aus einem oder zwei Wurfspeeren, einem Schwert und einer Stoßlanze. P. konnten aufgrund ihrer Bewaffnung sowohl im Fern- als auch im Nahkampf eingesetzt werden. Die p. waren in Griechenland zunächst meist fremde Söldner, die v.a…

Idiotes

(72 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (ἰδιώτης). Als i. wurde ein Privatmann bezeichnet, der kein Amt ausübte und nicht am polit. Leben teilnahm; im mil. Bereich war i. bei den Historikern ein gebräuchlicher Begriff für den einfachen Soldaten im Gegensatz zu den Inhabern der Befehlsgewalt (Xen. an. 1,3,11; 3,2,32; Pol. 5,60,3; Diod. 19,4,3). In Mannschaftslisten der Armee des ptolem. Äg. wird der einfache Soldat als i. bezeichnet (z.B. Pap. Hib. 1,30,21). Burckhardt, Leonhard (Basel)

Dekas

(87 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (δεκάς). Von der homer. bis in die hell. Zeit Grundeinheit in griech. und maked. Fuß- und Reiterheeren (Hom. Il. 2,126; Hdt. 3,25,6; Xen. hell. 7,2,6; hipp. 4,9; Arr. an. 7,23,3; Anaximenes FGrH 72 F4; P. Cairo Zen. 1,7-11; 2,22-24; Frontin. strat. 4,1,6), die von einem Dekadarchen (Xen. hipp. 2,2-6) kommandiert wurde. Sie umfaßte im Normalfall zehn Mann mit einer möglichen Unterteilung in Gruppen à fünf; Abweichungen kamen vor. Burckhardt, Leonhard (Basel) Bibliography 1 Kromayer/Veith 90f. 2 M. Launey, Recherches sur les armées hellénistiques, 1949, 560.

Katalogos

(166 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (κατάλογος). Der k. war in Athen wohl ein Verzeichnis aller Hopliten (allerdings von Hansen bestritten), aufgrund dessen die Strategen das Aufgebot für einen Feldzug erließen (Thuk. 6,43; 7,16,1; 8,24,2; Aristot. Ath. pol. 26,1; Xen. mem. 3,4,1). Mannschaftslisten wurden auch für einzelne Feldzüge geführt (Thuk. 6,31,2). Erfaßt wurden, spätestens seit Mitte des 4. Jh. v.Chr. vermutlich jahrgangsweise (Aristot. Ath. pol. 53,4), die 18- bis 60jährigen Bürger; die Ausgemusterten wurden ὑπὲρ τὸν κατάλογον ( hypér ton katálogon) genannt (Demosth. or. 13,4)…

Hippegos

(80 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (ἱππηγός, ἱππαγωγός, lat. hippago, hippagogus). Spezielles Pferdetransportschiff ant. Kriegsflotten (Persien: Hdt. 6,48; 6,95,1; Tyros: Arr. an. 2,19,1; Demetrios Poliorketes: Diod. 20,83,1; Pergamon: Liv. 44,28,7; Rom: Pol. 1,27,9). In Athen wurden ausgediente Trieren zu H. umgebaut (z.B. Thuk. 2,56,2; IG II2 1628,466; 471); sie faßten 30 Pferde (Thuk. 6,43,2). Zu Unrecht schreibt Plinius (nat. 7,209) die Erfindung der H. Samos oder Athen zu (vgl. Hdt. 6,48; 6,95,1). Flottenwesen Burckhardt, Leonhard (Basel) Bibliography O. Höckmann, Antike Seefahrt…

Pez(h)etairoi

(155 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] (πεζέταιροι). Die p., “Gefährten zu Fuß”, sind erstmals bei Demosthenes (Demosth. or. 2,17) erwähnt. In der maked. Armee bezeichnete der Begriff p. die mit der saríssa und kleinem Schild, aber nicht mit Brustpanzer ausgerüstete schwere Infanterie, die die wichtigste Waffengattung des Heeres war. Zwar wurden nach Theopompos (FGrH 115 F 348) unter Philippos [4] II. nur die Elitetruppen der königlichen Garde so genannt, Alexandros [4] d.Gr. gab dann aber der gesamten Phalanx diesen Ehrentitel, wenn Anaximenes (FGrH 72 F 4), der die Schaffung der p. unspezifisch e…

Hetairoi

(248 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] H. (ἑταῖροι, “Gefährten”) bildeten in griech. Monarchien das Gefolge des Königs, auch im Feld (z.B. Hom. Il. 1,179). In klass. Zeit waren H. besonders in Makedonien wichtig: Vom König selbst ausgewählt, stellten sie als dessen nahe Umgebung seine engsten Berater und den Führungsnachwuchs. An ihrer Spitze zog der König in den Krieg, woraus wohl die eigentliche mil. Bedeutung des Begriffes resultierte. H. sind (oft mit dem Zusatz βασιλικοί, basilikoí) für die maked. Reiterei sicher erst für Alexander d.Gr. bezeugt. Ob bereits unter Alexander I. bzw…

Chelone

(82 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel)
[English version] Die ch. (χελώνη “Schildkröte”) wurden von Belagerern als meist fahrbare hölzerne Schutzvorrichtungen benutzt. Als χ. χωστρίδες ( ch. chōstrídes) deckten sie Mineure, die u.a. durch Aufschütten von Gräben das Gelände einebneten, als χ. ὀρυκτρίδες, oryktrídes (lat. musculi) solche, die Mauern einbrechen oder untergraben sollten. Die “Widderschildkröten” schützten Rammböcke. In Griechenland wohl seit dem 5.Jh. verwen det, waren sie in hell. und röm. Zeit bes. verbreitet. Befestigungswesen; Poliorketik Burckhardt, Leonhard (Basel) Bibliography O. Lendle,…

Bewaffnung

(2,167 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Griechenland Die Bewaffnung griech. Heere in geom. Zeit ist lit. vor allem in der Ilias dokumentiert, arch. durch vornehmlich aus Gräbern stammenden Waffenfunde und Vasendarstellungen. Diese Quellengattungen sind nicht immer in Übereinstimmung zu bringen, da Homer einige seiner Helden Waffen aus myk. Zeit benutzen läßt, die arch. nicht mehr belegt sind (z.B. Eberzahnhelm, Il. 10,261-265; Lang- oder Turmschild, Il. 7,219-223; Streitwagen, die auf geom. Vasen oft dargestellt sind …

Prodromoi

(321 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg) | Burckhardt, Leonhard (Basel)
(πρόδρομοι, “die Vorauseilenden”). [English version] [1] Windereignis Die sieben Tage lang vor dem heliakischen Aufgang des Sirius im Mittelmeergebiet wehenden nördlichen Winde. Gegenüber den späteren Etesien sollten sie angeblich kühler sein. Die sieben Tage sind ebenso wie ihre behauptete Beziehung zum Sirius und die neun Tage von ihrem Beginn bis zu den Etesien willkürlich festgelegt [1; 2]. Ihre Datier. schwankt zw. dem 7. und 23. Juli des julianischen Kalenders (= 4.-20. Juli gregorianisch). Winde Hünemörder, Christian (Hamburg) Bibliography 1 R. Böker, s. v. Windfris…

Kriegsfolgen

(1,039 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Griechenland Welche Folgen ein Krieg im ant. Griechenland für Individuen, Städte oder Königreiche hatte, hing von seiner Dauer und Dimension ab; eine Sytematisierung oder Verallgemeinerung der K. ist daher nicht unproblematisch. Mehrere Autoren beschreiben das schreckliche Aussehen eines Schlachtfeldes (Xen. hell. 4,4,12; Xen. Ag. 2,14f.; Plut. Pelopidas 18,5; vgl. Thuk. 7,84f.). Während einer Hoplitenschlacht fielen in klass. Zeit durchschnittlich 5% der Sieger und 14% der Verl…

Lochos

(286 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Ameling, Walter (Jena)
(λόχος). [English version] [1] mil. Einheit Der l. ist als mil. Einheit in vielen griech. Heeren belegt, wobei die Größe schwankt; Befehlshaber der lóchoi waren allgemein die Lochagen. Bei Mantineia 418 v.Chr. kämpften auf spartanischer Seite 7 l., die wohl jeweils 512 Mann stark waren (Thuk. 5,68,3; vgl. Hdt. 9,53,2f.; 9,57,1f.); im 4. Jh.v.Chr. verfügte Sparta über zwölf l. (Xen. hell. 7,5,10). Auch die boiot. Fußtruppen, die táxeis ( táxis ) der Athener und Söldnerheere waren in l. unterteilt (Thuk. 4,91; Xen. hell. 6,4,13; Xen. an. 1,2,25; 4,8,15; Plut. Dion 45,6). …

Mora

(857 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Schiemann, Gottfried (Tübingen)
(μόρα). [English version] [1] Abteilung im spartanischen Heer Im spartanischen Heer war m. spätestens seit 403 bis 371 v.Chr. die gebräuchliche Bezeichnung für die sechs größten Abteilungen der Fuß- und beigeordneten Reitertruppen (Xen. Lak. pol. 11,4; Xen. hell. 2,4,31; 4,5,3-19; Diod. 15,32,1); die m. wurde jeweils von einem polémarchos kommandiert (Xen. hell. 4,4,7; 5,4,51), hatte eine Sollstärke von über 1000 Mann und war in Lochen ( lóchos ) gegliedert. Burckhardt, Leonhard (Basel) Bibliography 1 J.F. Lazenby, The Spartan Army, 1985, 5ff. [English version] [2] der Verzug…

Aineias

(1,503 words)

Author(s): Heckel, Hartwig (Bochum) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Hadot, Pierre (Limours)
[English version] [1] Mythos Sohn des Anchises und der Venus, sagenhafter Stammvater Roms (Αἰνείας, Αἰνέας; lat. Aeneas). Thrako-illyr. Name [17. 311 f.]. Heckel, Hartwig (Bochum) [English version] A. Stammbaum und Mythos Sohn des Anchises und der Aphrodite (Hom. h. Veneris; Hes. theog. 1008-1010). Vollständige Genealogie in der Rede des A. an Achilleus (Hom. Il. 20,200-258, bes. 215-240); Stammbaum [1. 509]. Troia: In der Ilias ist A. neben den Söhnen Antenors Anführer der Dardaner (Hom. Il. 2,819-823), tapferer Kämpfer (de…

Kriegsgefangene

(1,511 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Alter Orient K. sind sowohl in Äg. ( sqr-nḫ, “Gebundene zu Erschlagende” [3]) als auch in Mesopot. in der Frühzeit (4./3. Jt.) oft schon auf dem Schlachtfeld erschlagen worden. Das Töten - als ritualisierte Handlung - bzw. das Vorführen der K. und der Beute vor dem Herrscher hatte ideologischen Charakter und war daher Thema bildlicher Darstellung (Südmesopot. 3100 v.Chr.: Erschlagen gefesselter nackter K. in Gegenwart des Herrschers [5. 9]; 24. Jh.: nackte männl. K. - wohl unmittelbar…

Kriegsbeute

(1,470 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] I. Alter Orient Im Alten Orient galt das Aufbringen von K. der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen (z.B. Metallen Äg.: Gold aus Nubien, Silber aus Kilikien, Kupfer aus Zypern (MR); Assyrien: Eisen aus Iran, Silber aus Kilikien; Kilikes, Kilikia) und für die weitere Kriegsführung benötigten Objekten (z.B. Pferde, Streitwagen im Assyrien des 1. Jt.v.Chr.) oder diente zur Versorgung der königl. Hofhaltung mit Luxusgütern zu Prestigezwecken. K. ist von Tributleistungen zu unterscheiden,…

Reiterei

(2,374 words)

Author(s): Starke, Frank (Tübingen) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Campbell, J. Brian (Belfast)
I. Alter Orient [English version] A. Entwicklungsgeschichte Mit der Entwicklung der Fahrkunst in der 1. H. des 2. Jt. v. Chr. waren auch die methodischen Grundlagen für das Reiten gegeben (Pferd III., Reitkunst). Obwohl der Einsatz berittener Kuriere und Späher bereits ab dem 14./13. Jh. v. Chr. sicher bezeugt ist (Akkadogramm LÚPETḪALLUM “Reiter” in hethit. Texten; äg. Bildzeugnisse [10]), bildete sich die R. als Waffengattung erst im Verlauf des 9./8. Jh. heraus. Ausschlaggebend hierfür war die Schwierigkeit, reitend zu kämpfen. Denn im Unt…

Asklepiodotos

(365 words)

Author(s): Ameling, Walter (Jena) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Hadot, Pierre (Limours)
(Ἀσκληπιόδοτος). [English version] [1] Ptolemäischer Statthalter Kariens (nach 305 v.Chr.) Nach 305 v.Chr. ptolemaischer Gouverneur (?) Kariens. Ameling, Walter (Jena) Bibliography R. Bagnall, The administration of the Ptolemaic posessions outside Egypt, 1976, 90f. [English version] [2] Militärtheoretiker (1. Jh. v. Chr.) Verf. einer militärtheoretischen Schrift in 12 Kapiteln (Ἀσκληπιοδότου φιλοσόφου τακτικὰ κεφάλαια; tradiert im cod. Laur. LV-4 (F) und 11 weiteren, davon abhängigen Hss.) und wird mit einem von Seneca erwähnten Hörer …

Heerwesen

(2,908 words)

Author(s): Fuchs, Andreas (Jena) | Burckhardt, Leonhard (Basel) | Le Bohec, Yann (Lyon)
I. Alter Orient [English version] A. Allgemein Der Vielzahl der Staaten und Kulturen des Vorderen Orients und Ägyptens in der Zeit vom 3. bis zum 1. Jt. v.Chr. mit jeweils ganz eigenen Voraussetzungen entspricht die unterschiedliche Rekrutierung, Zusammensetzung, Organisation, Kampfesweise und Größe ihrer Heere. Fuchs, Andreas (Jena) [English version] B. Quellen Der Alte Orient hat kein militärtheoretisches Schrifttum hervorgebracht. Erzählende Quellen dienen ausschließlich der Überhöhung des Herrschers und seiner Siege, gewähren daher nur selt…

Ailianos

(741 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Bowie, Ewen (Oxford) | Baltes, Matthias (Münster) | Lakmann, Marie-Luise (Münster)
[English version] [1] griech. Militärschriftsteller Griech. Militärschriftsteller, verfaßte die τακτικά Αἰλιανοῦ, ein an Traian adressiertes Lehrbuch, in dem Taktik und Aufbau der griech. und bes. maked. Heere der klass. und hell. Zeit erklärt werden. A. war ein Theoretiker ohne praktische Erfahrung, sein Werk wirkt daher schematisch. Er zog laut eigener Aussage (1,2) viele ältere Autoren (Aineias Taktikos, Pyrrhos von Epirus, Poseidonios) zu Rate, hauptsächlich offenbar Polybios. Seine Schrift wurde…

Befestigungswesen

(2,623 words)

Author(s): Burckhardt, Leonhard (Basel) | Miller, Martin (Berlin) | Blech, Michael (Madrid) | Pingel, Volker (Bochum) | Baatz, Dietwulf (Bad Homburg)
[English version] I. Griechenland Nach Aufgabe der massiven myk. Palastburgen dauerte es mehrere Jh., bis in Griechenland wieder größere Befestigungen errichtet wurden. Während der geom. Zeit blieb der Festungsbau im Mutterland bescheiden. Man baute einfache Anlagen, von denen kaum Überreste vorhanden sind, oder es genügten die Ruinen der myk. Burgen für das Schutzbedürfnis der Menschen. Auf den Inseln der Ägäis und in Ionien wurden dagegen zum Schutz vor Seeräubern (Thuk. 1,5) bzw. gegen den Druck aus dem Landesinnern …
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