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Sagen/Legenden

(3,219 words)

Author(s): Feistner, Edith | Wißmann, Hans | Arneth, Martin | Sellin, Gerhard | Roggenkamp, Antje
[English Version] I. Literaturgeschichtlich 1. Anders als das Märchen, das sich in einer fiktionalen, das Wunderbare wie selbstverständlich voraussetzenden Welt ansiedelt, erzählen S. und L. vom Einbruch des Wunders in die Wirklichkeit. Dabei wird dieser Einbruch in den S. als erschreckende, geheimnisvoll-unheimliche Erfahrung thematisiert, während ihn die L. in einen rel. geordneten Begründungszusammenhang einbetten. 2. Die Etym. der Begriffe S. und L. verweist auf zwei unterschiedliche Überlieferungsformen: die mündliche im Fall der S. (»das, was gesagt wird«) und die schriftliche im Fall der L. (lat. legenda, »das, was zu lesen ist«), wobei sich letzteres auf die Lebensbeschreibungen von Heiligen (Hagiographie) bezieht, die an deren jeweiligem Festtag vorzulesen sind. Diese Gegenüberstellung ist aber nicht unproblematisch, weil auch S. meist schriftlich tradiert sind und L. wiederum bei aller Literarizität durchaus ein mündliches Substrat als Reflex der »vox populi« besitzen können. Mit zu bedenken ist überdies, daß S. als Gattungsbez. erst an der Wende zum 19.Jh. aufkam und sich damit ebenso wie mit dem gleichzeitig einsetzenden Sammelinteresse (vgl. die »Dt. Sagen« der Brüder Grimm, gedruckt 1816–1818) eine romantische Verklärung der »Volkspoesie« verbindet, während L. als Gattungsbez. für Lebensbeschreibungen von Heiligen bzw. für die Sammlungen derartiger Lebensbeschreibungen (vgl. die »Legenda aurea« des Jacobus de Voragine) bis ins MA zurückreicht. »S.« und »L.« lassen sich auch weder ins Engl. noch ins Franz. übersetzen, wo »legend« bzw. »légende« (mindestens) S. und L. umschließende Oberbegriffe sind, die erst auf einer darunter liegenden Hierarchisierungsstufe durch …