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Meister der Spielkarten

(144 words)

Author(s): H. Wendland
anonymer dt. Goldschmied und Kupferstecher, der um 1435 — 1455 in Süddeutschland, am Oberrhein, tätig war. Er wurde benannt nach einer Folge von Kupferstichspielkarten, die zu den frühesten Kupferstichen überhaupt zählen und durch ihre technische wie künstlerische Qualität auffallen. Ihre freie Gestaltung ohne jede Schematisierung und Abstraktion läßt ein freies Spiel der Phantasie im Figürlichen, Ornamentalen und der szenischen Auffassung erkennen. Dem Künstler konnten von Lehrs ingesamt 65 Bl zugeordnet werden, die vor 1466 entstanden sind. H. Wendland Bibliography Lehrs…

Trowitzsch, Karl Gottlob

(183 words)

Author(s): H. Wendland
* 16. 12. 1745 in Niederzwönitz (Erzgebirge), † 10. 5. 1819 in Frankfurt (Oder), Buchdrucker und Verleger. T. war als Faktor der Buchdruckerei J. F. Grunow tätig, die 1711 in Küstrin gegr. wurde. Nach dem Tode Grunows führte die Witwe mit Unterstützung von T. die Druckerei weiter. 1778 kaufte dieser die Druckerei von Sigismund Gabriel Alex in Frankfurt (Oder) hinzu. T. heiratete 1780 die zweite Tochter Grunow und wurde nun alleiniger Besitzer der Druckerei. 1779 erhielt er das Privileg als Hofbu…

Corthoys, Konrad

(76 words)

Author(s): H. Wendland
* um 1564 in Worms, †25. 3. 1620 in Frankfurt/Main. Sohn des Anton C. d.J. Formschneider, Briefmaler und Drucker in Frankfurt/Main. Übernahm 1590 den väterlichen Betrieb. 1608 versuchten seine Frankfurter Kollegen, ihm das Drucken verbieten zu lassen, da er kein gelernter Drucker sei. Er verfertigte hauptsächlich Flugblätter, aber auch volkstümliche Bücher. H. Wendland Bibliography Thieme-Becker Bd. 7, S. 484f. Benzing, J.: Die deutschen Verleger des 16. u. 17.Jh.s. In: AGB 18. 1977, Sp. 1115

Morison, Stanley Arthur

(458 words)

Author(s): H. Wendland
* 6. 5. 1889 in Wanstead (Essex), ✝ ll. 10. 1967 in London, englischer Typograph, Verlagshersteller, Buch- und Schrifthistoriker. Aus wenig begütertem Hause stammend, begann M. 15jährig zunächst als Bürohilfskraft. Seine vielfältigen Kenntnisse hat sich M. später autodidaktisch erarbeitet. 1913 erste Begegnungen mit der Typographie in der Gruppe und Zeitschrift «The Imprint» als Mitarbeiter von Gerard Meynell. Seit 1913 war M. als Drucksachengestalter und Hersteller in verschiedenen Druckereien …

Toulouse-Lautrec, Henri de

(259 words)

Author(s): H. Wendland
(eigentlich: Henry-Marie-Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa), *24. 11. 1864 in Albi, † 9. 9. 1901 auf Schloß Malromé (Gironde), franz. Maler, Zeichner und Lithograph. Als Kind nach Paris übergesiedelt, erlitt T. 1878 und 1879 zwei Beinbrüche, die in der Folge sein Wachstum unterbrachen und ihn lebenslang zum Behinderten machten. Schon früh wurde sein Zeichentalent erkannt. Er richtete sich ein eigenes Atelier ein und verkehrte ausschließlich in den Kreisen der Pariser Bohème und des Montmartre. S…

Lehrs Max

(223 words)

Author(s): H. Wendland
* 24. 6. 1855 in Berlin, 12. 11. 1938 in Dresden, dt. Kunsthistoriker und Fachmann für alte Druckgraphik. L. war 1873 — 1878 im Kunsthandel tätig und wurde 1880 Bibliothekar am Schlesischen Museum in Breslau. Nach autodidaktischer Vorbildung ging er 1883 als Assistent an das Dresdner Kupferstich–Kabinett. 1886 erschien seine Diss. «Der Meister mit den Bandrollen». Als Direktor des Kupferstichkabinetts in Berlin (1904—1908) und Direktor des Kupferstichkabinetts in Dresden (1908 — 1924) veröffentl…

Fürstenbibel

(69 words)

Author(s): H. Wendland
werden meist Einzelex. alter Bibeldrucke genannt, die in spezieller Ausführung auf Bestellung eines Fürsten angefertigt wurden oder einem Fürsten de-74 diziert werden sollten. So entstanden aus Wittenberger Bibeldrucken Fürstenex. für das anhaitische Fürstenhaus oder Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen. Letztgenannte F. ist mit zusätzlichen Miniaturmalereien, reichem Kolorit versehen und ganz auf Pergament gedruckt worden (Universitätsbibliothek Jena). Kurfürstenbibel H. Wendland Bibliography Volz, H.: Martin Luthers deutsche Bibel. Hamburg 1978

Schnitzer von Armsheim, Johannes

(120 words)

Author(s): H. Wendland
dt. Formschneider aus Armsheim in Rheinhessen. Nachweisbar in Ulm zwischen 1482 und 1486 als Formschneider (= Holz-schneider) für die 32 Karten der Ulmer Ausg. von Claudius Ptolemaeus «Cosmographia», lat. von Jacobus Angeli, gedr. in Ulm 1482 bei Lienhart Holl, 1486 bei Johannes Reger. Diese ersten außerhalb Italiens gedr. Ptolemaeus-Cosmographien (Ptolemäus-Ausg.) tragen auf der Weltkarte am oberen Rand die Inschrift und Signatur «Insculptum est per Johanne Schnitzer de Armßheim». Diese Karte ist damit die erste von einem Künstler signierte Landkarte. H. Wendland Bibliograp…

Lucidarius

(362 words)

Author(s): H. Wendland
(auch Großer oder dt. L.) wird eine um 1190 entstandene mittelhochdt. christliche Weltkunde genannt, die das seinerzeit bekannte geistliche und weltliche Wissen in Form eines Dialogs zwischen dem fragenden Jünger und dem antwortenden Meister darbietet. Der Meister wurde als der «Erleuchtete» oder «Lichtbringer» (Lucidarius) bezeichnet und gab dem Werk seinen Titel. Es war im Auftrag Herzog Heinrichs des Löwen von zwei Kaplänen nach lat. Quellen in niederdt. Sprache mit hochdt. Zusätzen zusammeng…

Signierter Abdruck

(143 words)

Author(s): H. Wendland
ist der Abzug von einer Original-platte (Holzschnitt, Linolschnitt, Radierung, Lithographie, Siebdruck), den der Künstler mit seiner Unterschrift oder Signatur (meist mit Bleistift unter der Darstellung rechts) sowie der Nummer des Abzugs und Zahl der Auflage (unter der Darstellung links) als sein Kunstwerk anerkannt hat. Abzüge für den Künstler selbst (vor der Verkaufs-Aufl.) sind häufig als «E. A.» (Épreuve d’Artiste) oder «Épreuve d’Essai» (Probedruck) mit oder ohne Unterschrift des Künstlers…

Plakat

(717 words)

Author(s): H. Wendland
(von niederl. «Plakkaat») ist ein Anschlag in meist großem Papierformat und einseitigem Druck zur öffentlichen Bekanntmachung, Information, Ankündigung eines Ereignisses oder zur Beeinflussung des Betrachters, ein Mittel visueller Massenkommunikation und der Wer-bung. P.e als Medium allg. Mitteilung leiten sich von den seit dem 15. und 16. Jh. verbreiteten Flugblättern ab, die häufig auch an Häuserwände und Mauern angeschlagen wurden. Die Übergänge vom Flugbl. zum Anschlag waren fließend. Aus dem 15. Jh. ist eine Reihe von Buc…

Tschichold, Jan

(359 words)

Author(s): H. Wendland
(auch: Iwan), * 2. 4. 1902 in Leipzig, † 11. 8. 1974 in Locarno, dt. Typograph, Kalligraph, Lehrer. Nach Studium an der Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig war T. 1921–1923 Meisterschüler von Walter Tiemann und Assistent von Hermann Delitsch. 1925 erschien die «elementare typo-graphie» (als Sonderheft der Zs. «Typographische Mitteilungen»), in der T. Anregungen der russ. Konstruktivisten El Lissitzky, A. M. Rodtschenko, N. Altman u. a. aufnahm. 1926–1933 war T. Lehrer für T…

Quéverdo, François Marie Isidore

(161 words)

Author(s): H. Wendland
* 2. 2. 1748 in Josselin (Morbihan), 24. 1 2. 1797 in Paris, franz. Kupferstecher und Maler. Nach der Ausbildung bei Jean Baptiste Pierre und Joseph de Longueil betätigte er sich als Illustrator, bes. als Spezialist für Vignetten und Almanachbilder. Er war beteiligt an der Ill. zu «Voyage pittoresque ou description des royaumes de Naples et Sicile» (5 Bde., 1781 — 1786) von R. de Saint–Non. 1788 veröff. er zwei H.e in 2° mit Ornamentstichen «Cahiers de panneaux, frises et sujets arabesques». Zu …

Leyden, Lucas van

(286 words)

Author(s): H. Wendland
* 1494 in Leiden, 1533 ebd., niederl. Maler, Kupferstecher und Zeichner für den Holzschnitt. Er ist der bedeutendste Vertreter des Kupferstichs in den Niederlanden in der ersten Hälfte des 16. Jh.s. Lucas war vermutlich Schüler seines Vaters Huygh Jacobs zoon und des Cornelis Engelbrechtszoon. Sein erster Kupferstich ist 1508 datiert. Weil Lucas erst vierzehn Jahrealt war, galt er als Wunderkind und Frühbegabung. Obwohl seine Malerei bedeutend zu nennen ist, wird sein graphisches Werk noch höher…

Thomas, George Housman

(143 words)

Author(s): H. Wendland
* 17. 12. 1824 in London, † 21. 7. 1868 in Boulogne, engl. Maler und Illustrator. T. war Schüler des Holzstechers George W. Bonner und arbeitete später in Paris. 1845–1847 war T. in New York, danach in Rom, wo er für die «Ill. London News» Zeichnungen von politischen Ereignissen lieferte. Neben seinem Debüt 1854 als Maler beteiligte sich T. als Illustrator für die Ausg. von Beecher-Stowe’s «Uncle Tom’s Cabin» und für «The Child’s History of England». Mit Birket Foster ill. er auch T. Grays «Eleg…

Theatrum Europaeum

(231 words)

Author(s): H. Wendland
Oder / Außführliche, vnd / Warhafftige Beschrei-/ bung aller vnd jeder denckwürdiger/Geschichten, so sich hin vnd wider in der Welt, fürnämlich / aber in Europa, vnd Teutschen Landen, so wol im Religion- als Pro / phan-Wesen, vom Jahr Christi 1617. biß auff das Jahr 1629./.../sich begeben vnd zugetragen haben, vc. / Beschrieben durch M. Joannem Phil-ippum Abelinum Argentoratensem. / Mit schönen in Kupffer gebrachten Land-Tafeln, vieler fürnehmer Herren vnd/Potentaten Contrafacturen, .../gezieret…

Gebetbuch Kaiser Maximilians I.

(293 words)

Author(s): H. Wendland
Der 1508 von Kaiser Maximilian zum kaiserlichen Buchdrucker ernannte Augsburger Drucker und Verleger Johann Schönsperger d. Ä. erhielt um 1512 den Auftrag, ein besonderes Gebetbuch zu drucken, das vermutlich für den St.-Georgs-Ritterorden bestimmt war. Schönsperger druckte zehn Ex. auf Pergament, die wohl 1513 fertiggestcllt waren und von denen fünf teilweise noch erhalten sind. Berühmt ist das fragmentarische Handex. Maximilians, das mit Randzeichnungen Albrecht Dürers, Lucas Cranachs, Hans Bur…

Varin Pierre Adolphe

(66 words)

Author(s): H. Wendland
* 24. 5. 1821 in Châlons-sur-Marne, † 21. 9. 1881 in Crouttes, Kupferstecher und Radierer. Bruder von Eugène Napoleon V. und Pierre Amédée Varin, hat neben zahlreichen Einzelbl. die Ill. zu Architektur- und Kunstbdn. von Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc, Victor Didron, zu «L’architecture pittoresque en Suisse», zu L. Feuchères «L’Art industriel» und zu Hausers «Ornements anciens» gestochen. H. Wendland Bibliography Thieme-Becker Bd. 34, S. 111–112.

Sattler, Joseph

(190 words)

Author(s): H. Wendland
* 26. 7. 1867 in Schrobenhausen, † 12. 5. 1931 in München, dt. Zeichner, Radierer und Illustrator. S. studierte 1886–1891 in München, war 1891 Lehrer an der Kunstgewerbeschule Straßburg, 1895–1904 in Berlin, 1904–1918 in Straßburg, danach in München ansässig. Dort war er Mitarbeiter der Zss. «PAN» und «Simplicissimus». S. gehörte zu den Künstlern um 1890–1900, die aus der Stil-Unentschiedenheit jener Zeit ausbrechen wollten, um neue Formen der Ill. zu suchen. Dem Jugendstil in der Buchkunst hat …

Eckmann-Schrift

(79 words)

Author(s): H. Wendland
Eine für die Rudhardsche Schriftgießerei der Brüder Klingspor in Offenbach von O. Eckmann entworfene Druckschrift, die aus Formen der Antiqua, der gotischen Schrift und den floral geschwungenen Linien des Jugendstils gebildet ist. Ausgangspunkt war die berühmte geschwungene Ziffer 7, die Eckmann für den Titel der Zeitschrift «Die Woche» entworfen hatte. Die E.-S. erschien 1902. Sie wurde zur noch heute berühmtesten Jugendstilschrift. Für Überschriften, Schlagzeilen oder kurze Texte war sie wirkungsvoll, jedoch für Mengentexte ungeeignet. Eckmann-Schrift. H. Wendland

Thompson, Charles

(116 words)

Author(s): H. Wendland
* 1791 in London, † 19. 5. 1843 in Bourg-la-Reine bei Paris, Bruder des John T., engl. Holzschneider, Schüler von William Bewick und Bran-ston. 1816 ging T. nach Paris und führte dort den Holzstich ein. Arbeiten von ihm gibt es in: de Sacy, «Histoire de l’ancien et du nouveau Testament», 1835; de Barante, «Histoire des Ducs de Bourgogne de la maison de Valois», 1836; «Corinne», 1841, und zu Lafontaines «Fables», 1827 bis 1837. Zu den «Œuvres complètes» von Béranger 1836 schnitt T. neben anderen Holzstechern zahlreiche Ill. Grandvilles in Holz. H. Wendland Bibliography Thieme-Becker Bd. …

Weiße, Franz

(136 words)

Author(s): H. Wendland
* 8. 2. 1878 in Döbischau (Thüringen), † 1952, Kunstbuchbinder und Marmorierer. Nach abgebrochener Lehre autodidaktische Ausbildung zum künstlerisch orientierten Buchbinder. Bis 1907 Fachlehrer in Elberfeld, seit 1907–1942 Fachlehrer und Professor an der Landeskunstschule (am Lerchenfeld) in Hamburg. W. förderte durch seine originellen Entwürfe die Wiederbelebung des individuellen, künstlerischen Einbandes. Er galt als hervorragender «Stempeldrucker» (Vergolder) und Marmorierer. W. gründete 1923…

Deutschland

(12,318 words)

Author(s): G. Pflug | W. Milde | W. Schmitz | F. A. Schmidt-Kütisemüller | H. Wendland | Et al.
Im Unterschied zu den meisten Staatennamen verbindet sich mit dem Namen D. keine Vorstellung kontinuierlicher Entwicklung eines geographischen Gebiets und einer staatlichen Struktur. Schon beim Entstehen des Wortes im 12. Jh. bezeichnete es stärker ein Volk als einen Staat. Heute wird unter D. gewöhnlich das Staatsgebiet verstanden, das in der 2. Hälfte des 19. Jh.s entstand und sich 1871 in der Gründungsversammlung in Versailles konstituierte. Seitdem sind Teile ausgegliedert worden, und vor al…

Fendt, Tobias

(86 words)

Author(s): H. Wendland
tätig in Breslau seit 1560, † 1576 in Breslau, Maler und Kupferstecher. Als sein graphisches Hauptwerk gelten die «Monumenta sepulcrorum», eine Slg. von Darstellungen meist ital. Grabdenkmäler und Inschriften, die aus 125 Bl. bestand. Die Erstausg. ersch. 1574 in Breslau. Später ging das Werk an Feyerabends Verlag nach Frankfurt am Main, wo es mit neuem Titelbl. von Jost Amman 1585 und 1589 erneut aufgelegt wurde. H. Wendland Bibliography Thieme-Becker Bd. 11, S. 386 Andresen, A.: Der deutsche Peintre-Graveur. Bd. 2. Leipzig 1865, S. 32ff.

Boilvin, Emile

(43 words)

Author(s): H. Wendland
* 7. 5. 1845 in Metz, † 31. 7. 1899, franz. Maler und Radierer, der mit einigen Radierungen zu Flauberts «Madame Bovary», zu einer Rabelais-Ausgabe und zu Werken von François Coppée hervorgetreten ist. H. Wendland Bibliography Thieme-Becker Bd. 4, S. 225.

Hopfer, Daniel

(137 words)

Author(s): H. Wendland
* um 1470 in Kaufbeuren, † 1536 in Augsburg, dt. Waffenätzer und Graphiker. Der aus dem Plattnerberuf kommende Künstler übertrug das Ätzverfahren auf die Druckgraphik und gilt als der erste Radierer. H. experimentierte zunächst mit der Eisenradierung und schuf damit eine neue druckgraphische Ausdrucksmöglichkeit möglichkeit, die Albrecht Dürer aufnahm. Fur die Buchill. schuf H. aber auch Titelrahmen in Holzschnitt, die meist im Weißlinienschnitt ausgeführt wurden. Diese Arbeiten zeigen bereits t…

Ubbelohde, Otto

(208 words)

Author(s): H. Wendland
* 5. 1. 1867 in Marburg (Lahn), † 8. 5. 1922 in Goßfelden bei Marburg (Lahn), Maler, Graphiker, Buchillustrator. U. kam 17jährig nach Mün-chen und studierte an der Kunstakademie in München bei J. Herterich und L. von Löfftz. Das Radieren erlernte er von William Unger. U.s Zeichnungen lassen anfangs den Jugendstil noch spüren, wenn er auch einen strengen linearen Aufbau bevorzugte. Die Linie und das Spiel des Lichts sind seine wichtigsten Ausdrucksmittel bei vielen Federzeichnungen und Radierunge…

Musper, Heinrich Theodor

(164 words)

Author(s): H. Wendland
*22. 12. 1895 in Heidenheim an der Brenz, †5. 2. 1976 in Stuttgart. Deutscher Kunsthistoriker, studierte in München, Tübingen und Stuttgart und promovierte 1922 in München. Nach einer privaten Tätigkeit trat M. 1925 in die Staatsgalerie Stuttgart ein, deren Direktor er von 1946 bis 1962 war. M. hat sich seit frühester Zeit in seinen Veröffentlichungen der altdeutschen Malerei und den Anfängen der Holzschnittkunst sowie deren Erforschung gewidmet, so z. B.: Die Holzschnitte des Petrarca – Meister…

Mechau, Jakob Wilhelm

(221 words)

Author(s): H. Wendland
6. 1. 1745 in Leipzig, 14. 3. 1808 in Dresden, dt. Zeichner und Radierer. M. hatte auf der Berliner Akademie bei B. N. Le Sueur stu diert, dann in Dresden mehrere Jahre unter Anleitung von Francesco Casanova gearbeitet und ging dann nach Leipzig. Für die Buchill. arbeitete M. zunächst als Schüler land. Venedig 1940; Inglisian, V.: Hundertfunzig Jahre M. in bei Adam Friedrich Oeser. Später arbeitete er eng mit Wien (1811—1961). Wien 1961; Armenien. Gesch. und Sakrale Christian Gottlieb Geyser zus…

Wagner, Johann Martin von

(270 words)

Author(s): H. Wendland
*24. 6. 1777 in Wurzburg, †8. 8. 1858 in Rom. Maler, Zeichner, Radierer und Bildhauer, Kunstsammler und Archaologe, Sohn des Bildhauers Peter Wagner. Als Schuler seines Vaters erlernte W. zunachst die Zeichenkunst nach Gipsabgussen und lebenden Modellen. 1797 weitere Studien an der Wiener Akademie. Von Herbst 1803 bis Fruhjahr 1804 war W. in Paris, anschliesend ging er nach Rom. 1808 bis 1809 kurzer Aufenthalt in Wurzburg. Seit 1809 zum zweiten Mal in Rom. 1812 reiste er im Auftrag des bayerisch…

Salter, Georg

(256 words)

Author(s): H. Wendland
* 5.10.1897 in Bremen, † 31. 10. 1967 in New York, dt. Bühnenbildner, Maler, Graphiker und Buchkünstler. S. studierte in Berlin bei Ewald Dülberg und Harold Bengen, bevor er sich der dekorativen Male-rei zuwandte. 1925–1927 stattete er über 100 Schauspiele, Opern und Operetten mit Bühnenbildern aus. 1931–1933 lehrte er an der Kunstschule der Stadt Berlin. Seit 1927 gestaltete S. für die Verlage «Die Schmiede», Kiepenheuer und S. Fischer Buchausstattungen, insbes. werbekräftige Buch- und Schutzum…

Buchenau, Siegfried

(148 words)

Author(s): H. Wendland
* 3. 4. 1892 in Hann. Münden, † 8. 7. 1964 in Schwenningen/Neckar, Verleger, Sortimenter, Buchgestalter, Verlagshersteller, Publizist und Herausgeber. Kaufmännische Lehre; schwere Verwundung im Ersten Weltkrieg; 1919 Eintritt in den Verlag R. Piper & Co. München. 1922 eigener Verlag: S. Buchenau & A. Häger, 1923 Buchenau & Reichert, seit 1925 mit dem Rowohlt Verlag Berlin liiert. 1927 Geschäftsführer mit Dr. Ernst Hauswedell im neugegründeten Deutschen Buch-Club in Hamburg. 1930 Ehe mit der Pres…

Kubin, Alfred

(209 words)

Author(s): H. Wendland
* 10. 4. 1877 in Leitmeritz (Böhmen), 20.8.1959 auf Gut Zwickledt bei Wernstein/Inn (OberÖsterreich), österr. Maler, Zeichner, und Illustrator. K. gehört zu den bedeutendsten Illustratoren und Zeichnern im 20. Jh. Er kam 1898 zum Studium nach München, wurde Mitglied der «Neuen Künstlervereinigung» und des «Blauen Reiters». 1902 erste Ausstellung bei Paul Cassirer in Berlin. 1905 Frankreichreise, auf der K. Odilon Redon traf. Seit 1906 lebte er auf seinem Gut Zwickledt. 1909 veröff. K. seinen Rom…

Léger, Jules Fernand Henri

(233 words)

Author(s): H. Wendland
* 4. 2. 1881 in Argentan (Normandie), 17. 8. 1955 in Gif – sur – Yvette, franz. Maler und Zeichner, Hauptmeister des Kubismus, 1897 bis 1899 Architekturzeichner in Caen, 1908 — 1909 Atelier in La Ruche mit Laurens, Delaunay, Chagall. L. traf 1910 mit Picasso und Braque zus. und propagierte in der Folgezeit mit diesen den Kubismus. 1940 — 1945 lebte L. in den USA und wurde dort durch die für ihn neuen Eindrücke geprägt. Der von den Kubisten, aber auch von Cézanne beeinflußte Maler wählte im Gegensatz zu diesen Künstlern technische Elemente wie Maschinenteüe, Triebwerke,…

Illuminist

(41 words)

Author(s): H. Wendland
Als I. bezeichnete man früher jene Buchmaler, die seit Einführung des ill. gedr. Buches die Holz-schnitt-Ill. kolorierten. Um beim Publikum akzeptiert zu werden, benötigten die ersten Holzschnitte, in denen nur die Konturen vorgegeben wurden, ein Kolorit. MiniatorRubrikatorBriefdrucker H. Wendland

Graphik

(253 words)

Author(s): H. Wendland | C. W. Gerhardt
von γϱάφειν = schreiben, zeichnen, wird als Sammelbegriff für gezeichnete und vervielfältigte druckgraphische, zweidimensionale, in Linien- oder Flächenmanier ausgeführte Kunstwerke verwendet. Im allg. wird unter G. heute Druckgraphik verstanden: Abzüge von einer Originaldruckform, die ein Künstler zum Zwecke der Vervielfältigung hergestellt hat. Originale Druckg. kann in verschiedenen Techniken entstehen, z.B. Holzschnitt, Holzstich, Linolschnitt, Lithographie, Siebdruck, Kupferstich, Radierung …

Padtbrugge, Dionysius

(62 words)

Author(s): H. Wendland
* um 1629 in Paris, 1683 in Stockholm, niederl. Kupferstecher, der vor allem als Porträtist hervortrat. Bekannt sind Porträtstiche von Persönlichkeiten des schwed. Hofes. 1692 ersch. seine Ill. zu J. Widekindus «Historia belli suecimoscoviti decennalis». H. Wendland Bibliography Hollstein, F. W. H.: Dutch and Flemish Engravings, Etchings and Woodcuts 1400 — 1700. Bd. 15. Amsterdam 1980, S. 76 bis 77.

Weber, Andreas Paul

(274 words)

Author(s): H. Wendland
* 1. 11. 1893 in Arnstadt (Thüringen), † 9. 11. 1980 in Schretstaken bei Mölln, dt. Maler, Zeichner und Lithograph. 1911–1913 Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Erfurt; erste Lithographien. 1913–1914 in Arnstadt als Gebrauchsgrafiker. Von 1908 bis 1914 gehörte W. der Wandervogelbewegung an und erwanderte große Teile Deutschlands, was seine Vaterlandsliebe und Naturverbundenheit weckte. 1914–1918 Kriegsfreiwilliger, als Pressezeichner und Karikaturist an der Ostfront. Die Kriegserlebnisse pr…

Pletsch, Oskar

(216 words)

Author(s): H. Wendland
*26. 3. 1830 in Berlin, 12. 1. 1888 in Niederlößnitz bei Dresden, dt. Zeichner und Illustrator. P begann mit 16 Jahren sein Studium an der Dresdener Akademie bei Eduard Bendemann. In Dresden lernte er auch Ludwig Richter kennen, für den er Zeichnungen auf den Holzstock übertrug und der ihn auch sonst mitarbeiten ließ, z. B. an dem Kinderbuch «Es war einmal» (1862). Seit etwa 1857 lebte P. in Berlin, wo er Zeichenunterricht gab. Sein erstes Kinderbilderbuch «Die Kinderstube» (1860) war dem kleine…

Wille, August von

(151 words)

Author(s): H. Wendland
* 18. 4. 1828 in Kassel, † 31. 3. 1887 in Düsseldorf, dt. Maler und Illustrator. Studium von 1843–1847 an der Akademie in Kassel, seit 1847 in Düsseldorf bei J. W. Schirmer. W. lehrte von 1859–1863 an der Kunstschule in Weimar und kehrte dann nach Düsseldorf zurück. Er arbeitete als Porträtist, Landschafts-, Architektur- und Genremaler. Er veröff. auch eine Zeichnungsfolge «Romantik des Rheins und der Mosel», ill. mit 8 Farblithographien, «Des Freiherrn von Münchhausen einzig wahre Erlebnisse...…

Luyken, Caspar

(62 words)

Author(s): H. Wendland
* 1672 in Amsterdam, ✝ 1708 ebd., niederl. Zeichner und Radierer, Sohn des Jan L., der anfänglich im Stil des Vaters in Amsterdam arbeitete. Später ging L. nach Nürnberg und war dort für den Kupferstecher und Verleger Christoph Weigel tätig. Für diesen hat er einige Schriften des Abraham a Sancta Clara, z.B. sein «Heilsames Gemisch-Gemasch» (1704), illustriert. H. Wendland

Grossmann, Rudolf

(115 words)

Author(s): H. Wendland
* 25. 1. 1882 in Freiburg/Breisgau, † 28. 11. 1941 ebd., dt. Maler und Graphiker. Ausbildung zum Maler in Paris, später in Berlin tätig, wo G. in einem großzügigen, von Cezanne ausgehenden Stil Landschaften malte. Als Graphiker beschäftigte sich G. mit der Lithographie. Er erfand die sog. Gelatine-Radierung. Buchill. entstanden zu H. C. Andersen «Märchen» (o.J.); F. M. Dostojewski «Eine dumme Geschichte» (1918); E. T. A. Hoffmann «Ritter Gluck» (1920); A. France «Der dürre Kater» (1921); Li-Tai-Pe/Klabund «Gedichte» (1923); J. W. Goethe «Das Tagebuch von 1810» (1918). H. Wendland Bi…

Schulz, Bruno

(65 words)

Author(s): H. Wendland
* 12. 7. 1892 in Drohobycz, † 1942 ebd., polnischer Graphiker, Illustrator, Schriftsteller. S. studierte in Wien und Lemberg. Seine Zeichnungen sind phantastisch-groteske Visionen, z. T. erotische Darstellungen mit masochistischem Einschlag. Ill. entstanden zum «Buch des Götzenanbeters» (1922), zu eigenen Erzählungen: «Sklepy cyhamonowe», «Sanatorium pod klepsydra» und zu Witold Gombrowicz «Ferdydurka». H. Wendland Bibliography Thieme-Becker Bd. 30, S. 328;Vollmer Bd. 4, S. 230–231.

Höppener, Hugo

(123 words)

Author(s): H. Wendland
(genannt Fidus), * 8. 10. 1868 in Lübeck, † 23. 2.1948 in Schönblick bei Woltersdorf, dt. Zeichner und Buchkünstler des Jugendstils. Studium in Lübeck und 1889–1892 an der Kunstakademie in München. Durch Karl Wilhelm Diefenbach, der in Höllriegelskreuth ein asketisch «urchristliches Leben» führte, erhielt H. entscheidende Eindrücke. Diefenbach gab ihm den Namen «Fidus». Die mystisch-theosophische Haltung seines Lehrers bestimmte das umfangreiche, qualitativ sehr unterschiedliche Werk H.s. Seine …

Visigothica

(88 words)

Author(s): H. Wendland
heißt eine Schrift, die sich im 6.–8. Jh. als regionaler Schreibstil bes. auf der iberischen Halbinsel herausgebildet hat. Aus der jüngeren röm. Kursive entwickelten sich regionale Schreibstile wie Beneventana, insulare Halbunziale, insulare Minuskel und die V. Als sich nach dem Ende des 8. Jh.s die karolingische Minuskel über ganz Europa verbreitete, wurden die bis dahin in verschiedenen Regionen Europas entstandenen Nationalschriften verdrängt. Visigothica. Seite aus Lex Visigothorum. Paris, Bibliothèque Nationale. Ms. Lat. 4667. 828 n. Chr. H. Wendland Bibliography Stef…

Zanetti, Antonio Maria Conte di

(248 words)

Author(s): H. Wendland
* 1680 Venedig, † 1757 ebenda, Kunstsammler, Radierer- und Holz-schneider-Dilettant. Begann bereits mit 14 Jahren eine Folge von Köpfen zu radieren. Später machte sich Z. verdient um die Wiederbelebung des schon fast vergessenen Clairobscur-Holzschnitts und schnitt 1731 in dieser Technik die Bildfolge «Raccolta di varie stampe a chiaroscuro tratte dai disegni originali di Francesco Mazzvola, detto il Parmigianino ...» mit 40 Blättern. Eine zweite Edition ersch. 1739–1743, in zwei Bdn. mit 71 Cla…

Rentz, Michael Heinrich

(127 words)

Author(s): H. Wendland
*1701 in Nürnberg, 1758 in Kukus oder Prag. Schüler von Johann Daniel de Montalegre, wurde R. Hofkupferstecher des Grafen Sporck. Er schuf 125 Stiche zu einer Anthologie geistlicher Gesänge und Lieder (1725/1726) und etwa 50 Bl. zu einem Totentanz (1753). Weitere Stiche entstanden zu JohannHlerMinann_LGB_44 Schoen 3 Jacob Schüblers Werken, die bei Weigel in Nürnberg Leichte Verfassung der Practicabelsten Regul zur perspectivischen Zeichnungs-Kunst» (2 T., 1719 — 1720 u.ö.), zu «Neu inventirte Altäre ...» und weiteren Werken des Mathematik– und Architektur–Theoretikers. H. We…

Graff, Anton

(159 words)

Author(s): H. Wendland | E. Henze †
*18. 11. 1736 in Winterthur, † 22. 6. 1813 in Dresden, Schweiz. Maler, bedeutendster Portraitist des späten Rokoko und bürgerlichen Biedermeiers. In Winterthur besuchte G. die Zeichenschule von Johann Ulrich Schellenberg. Ab 1756 Lehre bei dem Augsburger Kupferstecher Johann Jacob Haid, danach Mitarbeiter beim Hofmaler und Porträtisten Leonhard Schneider in Ansbach. 1766 folgte G. einem Ruf an die Akademie nach Dresden. Mit Ausnahme kürzerer Reisen verließ G. Dresden nicht mehr. Viele berühmte P…

Wilson, Edward Arthur

(173 words)

Author(s): H. Wendland
* 4. 3. 1886 in Glasgow, † 2. 10. 1970 in Dobbs Ferry, N. Y. Engl.-amer. Maler und Zeichner. W. kam 1893 in die USA, studierte am Art Institute von Chicago. Seine ersten Ill.n schuf er für «America sea songs and chanteys from the days of iron men and wooden ships», das 1924 bei Norton in New York erschien, 1925 zu «Full And By», einer Slg. von Trinkliedern. Es folgten über 70 weitere Bücher mit W.s Illustrationen, hauptsächlich klassische Werke: «Robinson Crusoe» (1930), «Last of the Mohicans» (…

Beckmann, Max

(216 words)

Author(s): H. Wendland
*12. 2. 1884 in Leipzig, †27. 12. 1950 in New York. Deutscher Maler und Zeichner. Studienbeginn 1899 bei Frithjof Smith in Weimar. Frühe Arbeiten zeigen Einflüsse von Liebermann und Corinth. 1903 Reise nach Paris, wo ihn die alten Meister mehr beeindruckten als die Kunst der Gegenwart; 1905 –1914 Aufenthalt in Berlin. B. wurde aus dem Kriegsdienst nach Frankfurt am Main entlassen, dort lehrte er seit 1925 an der Städelschule. Nachdem er 1933 entlassen wurde, lebte er für vier Jahre in Berlin. Es…
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