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Persönliche Freiheit

(3,011 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Die ständisch geprägten Gesellschafts- und Herrschafts-Systeme des MA und der Frühen Nz. (Stand, Stände) kannten zahlreiche Abstufungen der Rechtsfähigkeit und Beschränkungen der Handlungs-F., die z. T. erst im 19. Jh. aufgehoben wurden. Sie reichten bis zur persönlichen Unfreiheit bestimmter Personen(gruppen), insbes. Leibeigenschaft und Sklaverei. Sozial, rechtlich und wirtschaftlich bestand eine Vielzahl von weiteren, spezifischen »Unfreiheiten« wie u. a. Abzugsverbot, Eheverbote (Eheschließung), Eigenbehörigkeit, Hörigke…

Aufwandsgesetze

(1,357 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
Unter dem Begriff der A. werden spätestens seit dem 18. Jh. Rechtsvorschriften zusammengefasst, die den Luxus (insofern auch Luxusgesetze), aber auch allgemein den Konsum beschränken und damit verbundene Verhaltensweisen regulieren sollen. 1. Regelungsgegenstände und Verbreitung A. stellen ein nach Zahl und Vielfalt völlig unüberschaubares Korpus von Rechtsquellen der Frühen Neuzeit dar (freilich gab es vergleichbare Maßnahmen bereits in Antike und MA) [3]; [9]. Die Vorschriften finden sich in umfangreicheren Gesetzen (etwa in Polizeiordnungen und Landeso…

Recht und Verfassung

(2,579 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Konzeptionelle Grundlagen Die Auswahl der elf Schlüsselartikel und der weiteren Lemmata des Fachgebietes »Recht und Verfassung« erfolgte unter zwei leitenden Gesichtspunkten. Erstens wurden die drei großen Teilbereiche des Rechts berücksichtigt, nämlich Öffentliches Recht (und darunter – wegen ihrer herausgehobenen nzl. Bedeutung mit eigenen Schlüsselartikeln bedacht – Verfassung und Menschenrechte), Privatrecht und Strafrecht. Damit wurden zwar wesentliche Gegenstände und Institutionen der Rechts- und Verfassungs…

Militärrecht

(1,689 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff und Gegenstand Unter M. lässt sich ohne Rücksicht auf den jeweiligen zeitgenössischen Sprachgebrauch jegliches Recht verstehen, welches das Militär betrifft, insbes. die rechtlichen Normen, die dessen innere Verfassung, Verwaltung und Konflikte sowie dessen Außenbeziehungen zur Bevölkerung und zum Staat oder sein Verhalten in kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Staaten regeln. Begriffsgeschichtlich ist M. jedoch die seit etwa 1800 zunehmend verwendete Übersetzung des lat. ius militare. Bis dahin war dafür durchgehend von Kriegsrecht die Rede …

Rechtsphilosophie und Naturrecht

(9,499 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Einführung 1.1. Begriffe Unter R. (lat. philosophia iuris; franz. philosophie du droit; engl. philosophy of law) versteht man heute eine Teildisziplin der Rechtswissenschaft und der Philosophie, die sich mit philosophischen (= philos.) Grundfragen von Recht und Staat beschäftigt und darüber hinaus auch bestimmte Rechtsprobleme aus philos. Perspektive untersucht. N. (lat. ius naturae bzw. naturale; franz. droit de la nature; engl. natural law, law of nature) bezeichnet einen Komplex rechtlicher Normen, deren Geltung man unabhängig vom positiven, insbes. sta…

Menschenrechte

(8,206 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Definition und Überblick Unter M. und Bürgerrechten (= B.), franz. droits de l’homme et du citoyen, engl. human and civil rights – häufig unter den Begriffen »Grundrechte« (= G.) oder »Freiheitsrechte« (= F.) zusammengefasst –, versteht man grundlegende subjektive Rechte des Individuums, die eine höhere Wertigkeit als einfache subjektive Rechte aufweisen und bestimmte Freiheits-Räume insbes. gegen den Staat abschirmen. Seit dem Ende des 18. Jh.s sind sie meist in Verfassungsurkunden garantiert. M. kommen allen Menschen zu, unabhängig von der Staatsbürgerschaft, a…

Deutsches Privatrecht

(1,810 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Unter D. P., zunächst lat. als Ius Germanicum privatum bezeichnet, verstand man seit etwa dem Beginn des 18. Jh.s die als einheimisch, dt. oder germanisch aufgefassten Teile des Privatrechts. Der Begriff erfasste also bewusst ein engeres Spektrum des P., als es die allgemeine Wortbedeutung – Gesamtheit aller dt. P.-Normen – nahe legt. Er setzte voraus, dass es P.-Normen gab, die unabhängig vom röm.-kanonischen Recht entstanden bzw. nicht davon beeinflusst oder darin enthalten waren. V. a. aber bezeichnet D. P. denjenigen Teil der nzl. Rechtswissenschaft, der sic…

Persönlichkeitsrecht

(1,569 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Unter P. versteht man heute ein auf dem Wesen der menschlichen Person beruhendes und daraus abgeleitetes subjektives Recht, das einerseits als Menschenrecht die Beachtung elementarer Bedürfnisse des Menschen gegenüber dem Staat garantiert, andererseits als allgemeines P. und im Plural als (besondere) P. nicht autorisierte Eingriffe der Mitbürger in bestimmte personale Schutzbereiche (u. a. Privatsphäre, Namen, eigenes Bild) zivilrechtlich verbietet. Die Geschichte des P. erscheint aus zwei Gründen als schwer greifbar: Zum einen ist der Begriff der Persönlich…

Souveränität

(2,753 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff S. (engl. sovereignty, franz. souveraineté, lat. summum imperium, maiestas) als Begriff des Staatsrechts und Völkerrechts bezeichnet seit der Frühen Nz. einerseits die Eigenschaft einer Person (z. B. des Fürsten), einer Personengruppe (z. B. des Magistrats bzw. Rats) oder des gesamten Volkes, die höchste Staatsgewalt innezuhaben und auszuüben (sog. innere S.), andererseits die Unabhängigkeit eines Staates nach außen, die sich in dessen Anerkennung als Völkerrechtssubjekt niederschlägt. Daraus ergibt sich, dass der Begriff der S. eng mi…

Petitionsrecht

(1,037 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Unter P. (von lat. petere, »verlangen«, »bitten«) versteht man heute das in Verfassungen (z. B. Art. 17 Grundgesetz) geregelte Grundrecht (Menschenrechte), sich mit Bitten oder Beschwerden an Behörden und Staatsorgane, v. a. an das Staatsoberhaupt und die Volksvertretungen, zu wenden. Während es in England bereits durch die Bill of Rights (1689) und in Nordamerika und Frankreich in den Verfassungen am Ende des 18. Jh.s gewährt wurde (Menschen- und Bürgerrechtserklärungen), erlangte es in den dt. Staaten erst im Verlauf des 19. Jh.s Anerkennung. In der …

Staatszweck

(947 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Neben Naturzustand und Staatsvertrag gehört der S. zu denjenigen Begriffen, die das Modell der naturrechtlichen Staatslehre in der Frühen Nz. und in der ersten Hälfte des 19. Jh.s prägten. Sie sah den Staat als »natürliche« (d. h. naturrechtliche) Gesellschaft an, nämlich als »bürgerliche Gesellschaft« (lat. societas civilis), die – wie die anderen Vertragsgesellschaften des Naturrechts (u. a. Ehe, Gesellschaft zwischen Eltern und Kindern, Gesellschaft zwischen Herren und Dienern, Familie und Kirche; vgl. Gesellschaftsrecht 1., K…

Staatsvertrag

(1,048 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff In der polit. Ideengeschichte versteht man unter S. oder Gesellschaftsvertrag (Sozialvertrag, franz. contrat social, engl. social contract) denjenigen Vertrag, aufgrund dessen der Staat entsteht. In der Regel ist das Konzept des S. eng mit dem Modell des Naturrechts der Nz. verbunden (Rechtsphilosophie und Naturrecht), nach dem die Menschen ursprünglich im Naturzustand leben, den sie mit dem S. zugunsten des »bürgerlichen Zustands« (lat. status civilis), d. h. des Lebens im Staat, verlassen. Außerhalb der Geschichte der politischen Theorien (s. u. 2.–4.) …

Staatslehre, Allgemeine

(1,254 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Die A. S. als Teildisziplin der dt. Rechtswissenschaft behandelt heute grundlegende Fragen der Theorie des Staates unabhängig vom Staats- bzw. Verfassungsrecht eines konkreten Staates. Der Begriff entstand im Laufe des 19. Jh.s zunächst als Synonym, dann als Nachfolgebegriff für »Allgemeines Staatsrecht« (= Allg. Str.), der seinerseits die dt. Übersetzung für das am Ende des 17. Jh.s als Teilgebiet des Naturrechts (Rechtsphilosophie und Naturrecht) entwickelte ius publicum universale war [11. 291 ff.]. Auch das Allg. Str. galt demnach als Teilgebiet des Natur…

Rechtsgeschichte

(1,206 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Unter R. kann man zum einen die Geschichte der jeweils kulturell geprägten rechtlichen Normen und ihrer Anwendung verstehen; zum anderen ist R. die Bezeichnung für diejenige Teildisziplin der Rechtswissenschaft und Geschichtswissenschaft, die sich mit der Geschichte dieser Normen befasst, einschließlich der kulturellen, polit., ökonomischen und sozialen Zusammenhänge. Die R. im letzteren Sinne lässt sich erstens nach den behandelten Rechtsbereichen unterteilen (u. a. in Privatrechts-, Strafrechts- und Verfassungsg…

Naturzustand

(1,968 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Unter N. (auch Stand der Natur; lat. status naturalis, engl. s tate of nature; franz. état naturel) versteht man einen Zustand des menschlichen Daseins vor der Errichtung bzw. außerhalb des Staates ( societas civilis/»bürgerliche Gesellschaft« im status civilis/»bürgerlichen Stand«). Die Konzeption eines solchen N. war wesentlicher Bestandteil der frühnzl. Naturrechtslehre (Rechtsphilosophie und Naturrecht). Nach dem darin entwickelten Modell wurde der N. durch den Staatsvertrag (oder mehrere Staatsverträge) beendet, durch den der Staat begründet…

Human rights

(8,548 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Definition and overviewHuman and civil rights (French, droits de l'homme et du citoyen; German,  Menschenrechte und Bürgerrechte) - often collectively called “basic rights” or “basic freedoms” - are considered to be the fundamental subjective rights of individuals; such rights are more valuable than simple subjective rights and protect specific freedoms, especially from state interference. Since the end of the 18th century, basic rights generally have been guaranteed by written constitutions. Human rights app…
Date: 2019-10-14

Ius Germanicum privatum (German private law)

(1,970 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. DefinitionBeginning around the early 18th century, ius Germanicum privatum (“German private law”) was regarded as the indigenous German or Germanic parts of private law. The concept thus had a deliberately narrower scope than private law, as the general meaning of the words – the totality of all German private law norms – suggests. It presumed the existence of private law norms that had arisen independently of ius commune or which remained uninfluenced by or contained in it. In particular, though,  ius Germanicum privatum designated the area of early modern jurisprudenc…
Date: 2019-10-14

Legal history

(1,280 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. DefinitionThe history of law, on the one hand, may be understood as the history of culturally influenced legal norms and their application; on the other hand, the history of law (or legal history) designates the subdiscipline of jurisprudence and history (intellectual discipline) dedicated to the history of these norms, including their cultural, political, economic, and social contexts. The history of law in the latter sense can be subdivided according to areas of law (e.g. the history of priv…
Date: 2019-10-14

Verrechtlichung

(2,498 words)

Author(s): Hensel, Roman | Klippel, Diethelm
1. Begriff Der Begriff V. (engl. juridification, judicialisation) wird seit dem beginnenden 20. Jh. verwendet, um einen Vorgang der Ausdehnung rechtlicher (= rechtl.) Strukturen in bisher rechtl. nicht geregelte Lebensbereiche hinein oder eine Verdichtung und Detaillierung bestehenden Rechts zu beschreiben, ferner um allgemein auf eine Bedeutungszunahme von rechtl. Strukturen hinzuweisen. Den Begriff führten Hugo Sinzheimer 1919 und die Dissertation Otto Kirchheimers 1928 in die wiss. Diskussion ein [22. 354]; [8. 596 ff.]. Seither wird er in der rechtswiss., phi…

Gesetzgebung

(2,487 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm | Klippel, Diethelm
1. Historische Entwicklung 1.1. Begriff G. ( Legislative) ist eine der drei klassischen Staats-Funktionen neben Verwaltung und Gerichtsbarkeit. Diese Trias liegt der Lehre von der Gewaltenteilung zugrunde und ist daher bereits älteren Ursprungs. Die G. als Gestaltung der gesamten Rechtsordnung unterschied sich schon seit dem MA von der Rechtsfindung im Einzelfall durch Urteile sowie von konkreten obrigkeitlichen (administrativen) Maßnahmen, wie etwa der Erhebung von Steuern. Allerdings wurden G. und Gerichtsbarkeit noch bis in die Frühe Nz. hinein gemeinsam als Rechtsfin…

Gerechtigkeit

(1,083 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Übler, Rebekka
1. Begriff und Kontexte Der Begriff der G. und die Frage nach dessen Inhalt bilden ein Grundproblem der Rechtsphilosophie und der Vorstellungen von Recht aller Zeiten; zudem ist diese Frage eng verknüpft mit der religiös bzw. theologisch geprägten Idee einer G. der Götter bzw. Gottes (Gottesbilder; Theodizee). Entsprechend uferlos ist die Zahl der Antworten auch und gerade in der Nz. Als noch schwieriger zu beantworten erscheint die Frage nach dem histor. Wandel der Idee der G. Es liegen nur wenige histor. Untersuch…

Auswanderungsfreiheit

(1,440 words)

Author(s): Liebner, Katrin | Klippel, Diethelm
Unter A. versteht man das Recht zum Verlassen zunächst eines Herrschaftsgebiets, dann – nach der Formation von Staaten im Verlauf der Frühen Nz. – eines Staatsgebietes, zum Zweck der Begründung eines dauernden Aufenthalts in einem anderen Gebiet. Erst seit der Entstehung des modernen souveränen Staates ( Souveränität) mit klar definierten Staatsgrenzen lassen sich A. und Freizügigkeit deutlich voneinander unterscheiden. Die Geschichte der A. steht also im Zusammenhang mit dem Prozess der Staatsbildung in der Nz. und mit den diesen beeinflussenden …

Freizügigkeit

(891 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Dehmer, Gregor
1. Begriff Unter F. versteht man das Recht, ungehindert von der Staatsgewalt an jedem Ort innerhalb eines Staatsgebietes Aufenthalt (vorübergehend) und Wohnsitz (ständig) frei wählen zu können. Die F. bildet damit das innerstaatliche Pendant zur Auswanderungsfreiheit. Die klare Unterscheidung der beiden Freiheitspositionen entwickelte sich erst im Laufe des Entstehungsprozesses des modernen souveränen Staates (Souveränität) mit genau bestimmten Staatsgrenzen (Grenze). Lange Zeit fällt die Geschichte der F. daher im Wesentlichen mit d…

Asylrecht

(891 words)

Author(s): Andersch, Ulrike | Klippel, Diethelm
Ein Asyl (griech. ásylon) bezeichnete seit der Antike die Zufluchtsstätte, in der Verfolgte Schutz fanden. Im Laufe der Nz. bildete sich unter dem Einfluss ma. Rechtsvorstellungen das heutige Verständnis von A. aus, das zwischen dem A. als Summe der rechtlichen Normen, die das Rechtsgebiet regeln, und dem subjektiven A. des Verfolgten unterscheidet. In der Nz. überlagerten sich die Entwicklung eines kirchlichen, eines weltlichen und eines völkerrechtlichen A. 1. Kirchliches Asylrecht Das kirchliche A. bezog sich auf bestimmte Asylräume, u. a. Kirchen, und war sei…

Habeas corpus

(926 words)

Author(s): Demmer, Margarete | Klippel, Diethelm
1. Begriff und Definition Unter lat. H. C. (»du mögest/sollst den Körper haben«, im Sinne von »des Körpers habhaft werden«) versteht man im engeren Sinn die verfassungsmäßige Garantie gegen unrechtmäßige Inhaftierung als justizielles Grundrecht. Im weiteren Sinn hat sich H. C. zum Schutzrecht gegen willkürliche Strafverfolgung, Verhaftung und Bestrafung entwickelt. Doch finden sich noch umfassendere Definitionen: So wird H. C. gelegentlich als great writ of liberty (»große Freiheitsverfügung«) [3] oder »klassisches Grundrecht der Menschenwürde« und als solche…

Recht und Moral

(903 words)

Author(s): Habermeyer, Helen | Klippel, Diethelm
Das R. formuliert ebenso wie die M. kulturelle Verhaltensnormen. Die Unterscheidung bzw. Abgrenzung beider Bereiche ist daher ein Grundproblem juristischen und philosophischen Denkens. Meist wird die Auffassung vertreten, vorstaatliche Gesellschaften hätten rechtliche, moralische und relig. Normen noch nicht voneinander getrennt; dies sei erst unter dem Einfluss der Aufklärung geschehen [9. 2 f.]. Obwohl die Frage der Abgrenzung zwischen Natur-R., M. und staatlichem R. bereits im MA (u. a. bei Thomas von Aquin) eine Rolle spielte, gewann sie in der Nz. neue u…

Gesellschaftsrecht

(2,907 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Pahlow, Louis
1. Naturrecht 1.1. Begriff Das Staats- und Sozialmodell des nzl. europ. Naturrechts und damit die vom 17. Jh. bis in die erste Hälfte des 19. Jh.s maßgebliche Staats- und Gesellschaftstheorie beruhte auf der Vorstellung, alle menschlichen Institutionen seien rational als Gesellschaften zu deuten, die durch Verträge zustande kommen. Dementsprechend wurden insbes. die Ehe, das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern sowie zwischen Herrschaft und Gesinde, die Familie als aus den genannten Gesellschaften zusammengesetzte Gesellschaft, die K…

Legislation

(2,678 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm | Klippel, Diethelm
1. Historical development 1.1. DefinitionLegislation (legislature) is one of the three classical functions of the state in addition to government and jurisdiction. This trio is the basis of the doctrine of the separation of powers (Powers, separation of) and so is of even earlier date. Since the Middle Ages, legislation as the creation of an entire legal order has differed from the application of law in individual cases by means of judgment and specific (administrative) measures enacted by authoriti…
Date: 2019-10-14

Juridification

(2,742 words)

Author(s): Hensel, Roman | Klippel, Diethelm
1. Definition The term juridification (alternatively, “judicialisation”; German Verrechtlichung) has been used since the early 20th century to describe the process of the expansion of legal structures to areas of life that had not previously been regulated by law, or the intensification and increasingly detailed nature of existing law; it further refers in a general sense to the growing importance of legal structures. The term Verrechtlichung was coined by Hugo Sinzheimer in 1919 and introduced to scholarly discourse by the dissertation of Otto Kirchheimer in 1928 [22. 354]; [8. 5…
Date: 2019-10-14

Asylum, right of

(968 words)

Author(s): Andersch, Ulrike | Klippel, Diethelm
Since antiquity “asylum” (Greek ásylon) has meant a place of refuge where refugees could find protection. Under the influence of medieval legal theory, in the course of the early modern period today’s understanding of the right of asylum developed; it distinguishes between the right of asylum as the sum of legal norms that regulate the field of law and the subjective right of asylum of a  refugee. In the early modern period, the development of an ecclesiastical right of asylum, a secular right, and an international right overlapped. 1. Ecclesiastical right of asylum The ecclesiastical r…
Date: 2019-10-14

Justice

(1,149 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Übler, Rebekka
1. Definition and contextsThe concept of justice and what it means is one of the fundamental problems of the philosophy of law and of conceptions of law in every age; this question is also closely tied to the religious or theological notion of the justice of the gods or God (God, concepts of; Theodicy). The number of answers is correspondingly endless, particularly in the early modern period. The question of historical change in the concept of justice seems even more difficult to answer. Only a few…
Date: 2019-10-14

Freedom of migration

(1,505 words)

Author(s): Liebner, Katrin | Klippel, Diethelm
Freedom of migration is understood to be the right to leave, initially, the territory of a ruler and then - after the formation of states over the course of the early modern period - a national territory for the purpose of establishing permanent residency in a different area. Only after the rise of the modern sovereign state (Sovereignty) with clearly defined national boundaries can one draw a clear distinction between freedom of emigration and freedom of movement. The history of freedom of migr…
Date: 2019-10-14

Freedom of movement

(909 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Dehmer, Gregor
1. DefinitionFreedom of movement is the right to stay (temporarily) and reside (permanently) freely and unimpeded by the state anywhere within its territory. Freedom of movement thus represents the inner-state counterpart to freedom of migration. A clear distinction between these two types of freedom developed over the course of the emergence of the modern sovereign state (Sovereignty) with precisely delimited national borders (Boundary). Much of the history of freedom of movement thus coincides …
Date: 2019-10-14

Law and ethics

(966 words)

Author(s): Habermeyer, Helen | Klippel, Diethelm
Both law and ethics formulate cultural behavioral norms. The differentiation or distinction between these areas is thus a fundamental problem of juristic and philosophical thought. Usually, the view is taken that pre-state societies had not yet separated legal, ethical, and religious norms from one another; this did not happen until after the Enlightenment [9. 2 f.].Although the question of the distinction between natural law, ethics, and state law had already been raised in the Middle Ages (by Thomas Aquinas among others), it took on new and, in …
Date: 2019-10-14

Habeas corpus

(961 words)

Author(s): Demmer, Margarete | Klippel, Diethelm
1. Concept and definitionThe Latin phrase habeas corpus (“you may/should have the body,” meaning “to secure the body”) is understood in a narrow sense as the constitutional protection from illegal imprisonment as a fundamental judicial right. In a broader sense, habeas corpus has evolved into protection from arbitrary prosecution, incarceration, and punishment. Even more comprehensive definitions may be given: habeas corpus thus is occasionally described as the “great writ of liberty” [3] or the “classic fundamental right of human dignity” and as such viewed as…
Date: 2019-10-14

Menschenwürde

(1,341 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Paulus, Maria Elena
1. Begriff Der Begriff der M. (lat. dignitas hominis, franz. dignité de l'homme, engl. human dignity) gilt als schwer fassbar; es ist von »Problemen und Paradoxien« [7], von Mehrdeutigkeit und »notorischer Unbestimmtheit« [14. 17] die Rede. Über die Aussage hinaus, dass es sich um eine anzuerkennende Eigenschaft des Menschen handelt, hängen seine jeweilige Definition und histor. Entwicklung einerseits vom Menschenbild ( Humanität), andererseits vom Begriff der Würde ab. Obwohl eine umfassende Monographie zur Ideen-, Kultur- und Rechtsgeschichte der M. bisher…

Human dignity

(1,366 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Paulus, Maria Elena
1. DefinitionThe concept of human dignity (Latin, dignitas hominis; French,  dignité de l'homme; German, Menschenwürde) is considered difficult to grasp; it is said to be beset by “problems and paradoxes” [7], by ambiguity, and by “notorious indefiniteness” [14. 17]. Beyond the claim that it is a quality of humankind that warrants recognition, its definition and historical development have depended on prevailing conceptions of what it is to be human (Humanity) and the concept of dignity. Although a comprehensive monograph on the his…
Date: 2019-10-14

Kirchenrecht

(5,505 words)

Author(s): Weitzel, Jürgen | Klippel, Diethelm | Synek, Eva
1. Grundlagen des katholischen und protestantischen Kirchenrechts Das K. der Nz. wird durch den Verlust der das MA prägenden Glaubenseinheit charakterisiert. Neben das im Corpus Iuris Canonici zusammengefasste Recht der röm.-kath. Kirche trat mit der lutherischen Reformation seit 1517 in einem revolutionären Bruch [2. 503] ein anderes Grundverständnis von der Rolle des Rechts in der Kirche. Die Anerkennung der protest. Glaubenslehre als gleichberechtigt (im Augsburger Religionsfrieden, 1555) und die Erstreckung dieses Status auf die Reformierten (…

Emanzipation

(3,156 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Walther, Gerrit | Klein, Birgit E.
1. Allgemein 1.1. Überblick Der (in alle europ. Sprachen übernommene) Begriff stammt aus dem röm. Privatrecht (lat. emancipatio) und bedeutet ursprünglich die Entlassung aus der väterlichen Gewalt (Elternrecht). Er erlebte seit Beginn der Nz. eine erstaunliche Karriere, obwohl sich die genannte familienrechtliche Bedeutung in der Rechtssprache bis weit in das 19. Jh. hinein in Europa erhielt. Während er, abgesehen von der juristischen Bedeutung, zunächst den Beiklang von moralischem Egoismus annahm, wurde er zus…

Ecclesiastical law

(5,792 words)

Author(s): Weitzel, Jürgen | Klippel, Diethelm | Synek, Eva
1. Foundations of Catholic and Protestant ecclesiastical lawThe ecclesiastical law of the early modern period is characterized by the loss of the religious unity that shaped the Middle Ages. In a revolutionary departure [2. 503] following the Lutheran Reformation in 1517, alongside the law of the Roman Catholic Church, summarized in the  Corpus Iuris Canonici, there now stood a different basic understanding of the role of law in the church. The recognition of Protestant teaching as having equal rights (in the 1555 Peace of Augsburg, 1555) and the…
Date: 2019-10-14

Emancipation

(3,188 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Walther, Gerrit | Klein, Birgit E.
1. General 1.1. OverviewThe term emancipation, which exists in all European languages, comes from Roman private law (Latin emancipatio), and originally meant release from the patria potestas (Parental rights and obligations). The concept had an extraordinary career from the dawn of the early modern period, though the original family law sense survived in jurisdiction long into the 19th century in Europe. While outside legal usage it initially had an overtone of moral egoism, it increasingly became a subject of reflection…
Date: 2019-10-14

Psychologie

(3,172 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Greve, Ylva | Klippel, Diethelm | Walther, Gerrit
1. Allgemein 1.1. Definition und frühe Begriffsgeschichte Der Begriff P. stammt aus dem Griechischen (von psychḗ, ursprgl. ›Atem‹, ›Seele‹; d. h. ›Seelenkunde‹). Die moderne empirische Wissenschaft der P. begründete ihr weltweit erstes Forschungsinstitut 1879 in Leipzig. In philosophischer Perspektive setzte die europ. P. als Beschäftigung mit den Eigenschaften der Seele jedoch schon mit den Vorsokratikern im 5. Jh. v. Chr. ein. Der kroat. Humanist Marcus Marulus (Marulić) soll 1510/17 einen (verschollenen) Traktat Psichiologia de ratione animae humanae (›Seelenkunde …

Wasser

(4,383 words)

Author(s): Meyer, Torsten | Sieglerschmidt, Jörn | Klippel, Diethelm | Niedermayer, Benedikt | Kirschke, Martin
1. Allgemein W. (engl. water, franz. eau) ist die chemische Verbindung aus W.- und Sauerstoff (H2O). Es kann auch in der Natur alle drei Aggregatzustände aufweisen; gewöhnlich ist allerdings dann von W. die Rede, wenn es sich um den flüssigen Aggregatzustand handelt. In flüssiger Form ist W. in unserem Sonnensystem bisher nur auf der Erde nachgewiesen, die es zu gut 70 % bedeckt. W. spielt für die menschliche Kultur eine herausragende Rolle; die Verfügbarkeit von Brauch- sowie Trinkwasser (Wasserversorgung) ist existentiell und Ausdruck der Abhängigkeit von der Natur [5. 15–28] (zu…
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