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Notwendigkeit

(774 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
N. (griech. anánkē, lat. necessitas) war im Anschluss an die aristotelische Begriffsanalyse als Modalkategorie seit der Antike der Gegenbegriff zu Möglichkeit ( Kontingenz) [9]. Unter N. wurde also dasjenige verstanden, das entweder ontologisch (in Bezug auf Seiendes wie Gott oder Natur) oder logisch (in Bezug auf Aussagen) nicht anders sein oder gedacht werden kann. Im MA galt Gott als das ens necessarium (»notwendiges Seiendes«); in seiner Schöpfung durchdrangen sich N. und Freiheit (Necessitas).In der Nz. hingegen rückte vor dem Hintergrund des Entstehens der mod…
Date: 2019-11-19

Eklektik/Eklektizismus

(2,016 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco | Kanz, Roland
1. Philosophie 1.1. Begriff und ÜberblickDer Begriff Eklektik (= Ek.; von griech. eklégein, »auswählen«) geht zurück auf Diogenes Laertius' (3. Jh. n. Chr.) Beschreibung des antiken Philosophen Potamon von Alexandria, der keiner der bekannten Philosophenschulen angehörte, sondern vielmehr aus allen dasjenige auswählte, was ihm selbst jeweils richtig erschien. Seit der Renaissance wurde die Bezeichnung Ek. dementsprechend zur Charakterisierung einer Methodik verwendet, die gemäß dem paulinischen Diktum »Prüft alles, das Gute behaltet!« (1. T…
Date: 2019-11-19

Objektivität

(1,605 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco | Jordan, Stefan
1. BegriffO. bezeichnet als wiss. Ideal des 19. Jh.s das Ziel, eine vom Subjekt des Wissenschaftlers unabhängige Erkenntnis zu erreichen. Angesichts der emphatischen normativen Bedeutung, die dem O.-Anspruch seit dem 19. Jh. zukommt, erstaunt es, dass die spezifisch moderne Verwendung des Begriffs erst im späten 18. Jh. entstand [6].Von der Scholastik bis an die Schwelle des 19. Jh.s bedeutete lat. esse objective das bloß Vorstellungsmäßige, vom Erkennen Gemeinte [3. 45]. Die scholastischen Kategorien des Subjektiven und Objektiven besaßen in der Philosophie der Frühen …
Date: 2019-11-19

Dialektik

(1,007 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. BegriffD. (abgeleitet von griech. dialégesthai, »sich unterreden«, davon das Substantiv dialektik椃 [ téchnē]; lat. [ ars] dialectica) bezeichnete seit Aristoteles die Methode des vernünftigen Argumentierens, unter Einschluss auch bloß wahrscheinlicher Argumente; dadurch unterschied sich die D. von der zwingend beweisenden Logik. Als Argumentationslehre kann die D. jedoch gleichsam als angewandte Logik charakterisiert werden, die im ma. universitären Lehrbetrieb innerhalb der sieben Freien Künste ( Artes liberales) neben der Grammatik und Rhetorik Bestandte…
Date: 2019-11-19

Idealismus

(890 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. BegriffSeit dem 18. Jh. wird I. zur Charakterisierung philosophischer Lehren verwandt, die den Primat einer geistigen Wirklichkeit gegenüber der materiellen Außenwelt vertreten. In den unterschiedlichen nationalsprachlichen Kontexten besitzt der Terminus jedoch durchaus verschiedene Konnotationen, die aus dem unterschiedlichen Verständnis des Begriffs »Idee« resultieren: Im dt.-sprachigen Raum steht Idee in platonischer Tradition ( Platonismus) zumeist im Sinne eines Allgemeinbegriffs für etwas außerhalb des individuellen Bewusstseins Exisitie…
Date: 2019-11-19

Popularphilosophie

(861 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. AllgemeinDas in der Aufklärung unter dem Titel P. programmatisch gefasste Anliegen, philosophische (= philos.) Sachverhalte allgemeinverständlich zugänglich zu machen, hat eine bis auf die Antike zurückreichende Vorgeschichte. So wurde bereits in einigen Schulen der antiken Philosophie (= Ph.) – z. B. im Platonismus – zwischen esoterischer und exoterischer Lehre unterschieden. Dabei kam der exoterischen Lehre die Aufgabe zu, die Gehalte der esoterischen, nur dem ausgebildeten Philosophen zugänglichen Lehre in einer auch für nic…
Date: 2019-11-19

Kantianismus

(935 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. BegriffK. ist die Sammelbezeichnung für eine in den beiden letzten Jahrzehnten des 18. Jh.s an Immanuel Kants Kritik der reinen Vernunft (1781/87) anknüpfende philosophische Richtung, die zur Popularisierung der kantischen Philosophie beitrug. Die Diskussionen des K. können als erster Reflex auf die in Kants Kritik der reinen Vernunft vollzogene Kopernikanische Wende in der Philosophie betrachtet werden. Diese bestand in der Behauptung, dass die Erscheinungswelt von den Konstitutionsleistungen des Subjekts abhängig sei. Kant hob damit den S…
Date: 2019-11-19

Autonomie

(2,555 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco | Hofer, Sibylle | Graf, Friedrich Wilhelm
Der Begriff der A. (vom v. a. in politischen Zusammenhängen verwendeten griech. Begriff autonomía, »Selbstgesetzlichkeit«, »Selbständigkeit«), dessen erstmalige dt. Verwendung auf die konfessionellen und verfassungspolitischen Auseinandersetzungen im Anschluss an den Augsburger Religionsfrieden (1555) zurückgeht [3], erlangte seine verschiedenen Bedeutungsebenen im Kontext der nzl. Philosophie-, Rechts- und Religionsgeschichte. Als Rechtsbegriff bedeutete er zunächst Freiheit vor staatsgewaltlichem Zugriff, bes. nach 1648. Von …
Date: 2019-11-19

Hegelianismus

(673 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
H. ist eine Sammelbezeichnung für mitunter sehr unterschiedliche philosophische Positionen, die im Anschluss an die Philosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels entwickelt und vornehmlich im dt. Sprachraum, insbes. in Preußen in der Zeit des Vormärzes, vertreten wurden. So konnte in den 1830er Jahren Hegels beträchtlicher Einfluss durch seine zahlreichen Schüler fortwirken, die von der Berufungspolitik des preuß. Kultusministeriums unter K. vom Stein zum Altenstein gefördert wurden. Zu dieser Zeit beeinflussten die Grundbegriffe der Philosophie Hegels di…
Date: 2019-11-19

Erkenntnistheorie

(4,230 words)

Author(s): Faragó-Szabó, Istvan | Wilson, Catherine | Lehmann-Brauns, Sicco
1. Erkenntnis im 16. JahrhundertDie Frage, wo die Grenzen der Erkenntnis (= Erk.) liegen und wie weit diese überhaupt gehen kann, gehört zu den meistdebattierten Themen der nzl. Philosophie. Sie stellte sich im Rahmen der intellektuellen Krisen, die Europa seit Beginn des 16. Jh.s erschütterten. In Folge der Entdeckung unbekannter Erdteile , theologischer Spaltungen, der Verbreitung von gedruckten Texten und später der Erfindung von Fernrohr und Mikroskop wurde die Weltanschauung des späten MA Schritt für Schritt in Frage gestellt. Die Bilder …
Date: 2019-11-19

Cartesianismus

(1,552 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. DefinitionUnter C. werden diejenigen philosophischen Richtungen des 17. und 18. Jh.s verstanden, die an die Philosophie René Descartes' (latinisiert: Cartesius; 1596–1650) anknüpften und die v. a. seine Methodologie und Physik fortführten. Der C. ist entsprechend durch drei Themenfelder bestimmt: (1) durch die Übernahme der cartesischen (= cartes.) Methodenlehre, die durch den methodischen Zweifel das selbstdenkende Ich (lat. cogito) zum Ausgangspunkt einer streng deduktiv verfahrenden Philosophie erklärt; (2) durch einen Substanzendualismus, der »denk…
Date: 2019-11-19

Prisca philosophia

(809 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. Begriff und Konzept Die Vorstellung von einem perfekten ursprünglichen Wissen, einer P. Ph. (›uralte Philosophie‹) oder prisca sapientia (›uralte Weisheit‹), an dem Adam im Paradies teilgehabt habe und das auch nach dem Sündenfall nicht vollständig verloren gegangen sei, prägte das Geschichtsbild, das in den Rahmen der jüd.-christl. Heilsgeschichte eingebettet war [5. 646–701] ( Geschichtstheologie).Die Annahme einer P. Ph. stand in einer auf die Apologetik der spätantiken Kirchenväter zurückreichenden Tradition (so Augustinus, De civitate Dei, Buch 18), in der a…
Date: 2019-11-19

Sensualismus

(813 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. ErkenntnistheorieDer Terminus S. (von lat. sensus, »Sinn«, bzw. sensualis, »sinnlich«, »empfindsam«) wurde erst im 19. Jh. von Charles de Villers geprägt [7. 154] und bezeichnete zunächst eine Position, die innerhalb der Nz. erstmals in der Erkenntnistheorie des 17. Jh.s grundlegend entwickelt wurde: die Auffassung, dass menschliches Erkennen und Handeln ausschließlich von den Sinnesempfindungen bestimmt werde. Diese Position richtet sich gegen die Annahme von erfahrungsunabhängigen Gehalten oder Strukturen des menschlichen Vermögens zur Erke…
Date: 2019-11-19

Kraft

(2,691 words)

Author(s): Rammer, Gerhard | Lehmann-Brauns, Sicco
1. Physik 1.1. BegrifflichkeitenHeute versteht die Physik unter einer K. eine physikalische Größe, die eine Änderung des Bewegungszustandes eines Körpers hervorruft. Mit dem Begriff K. verband sich ursprünglich u. a. die anthropomorphe Vorstellung einer Muskelanspannung. Im nzl. Gelehrtendiskurs besaß er große Bedeutungsvielfalt: Es gab keine klare Unterscheidung von K. in ihrer eigentlichen Bedeutung als Grund von Bewegung und in ihrer weiteren Bedeutung als Grund ganz allgemeiner Veränderungen eines Dinges [1]; [3]; [12]. So sieht Krünitz' Ökonomische Encyklopädie in…
Date: 2019-11-19