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Altsüdarabisch

(236 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] Früher nach dem Stamm der Ḥimjar (Homeritae) als Ḥimjaritisch bezeichnet, gehört neben dem Äthiopischen zum südl. Zweig der semit. Sprachen, ist aber mit dem (nord-) arab. nicht identisch. Vier Hauptdialekte sind nachweisbar: Ca. vom 9. Jh. v. Chr. - 6. Jh. n. Chr.: Ḥadramautisch, Minäisch, Qatabanisch und Sabäisch, benannt nach den gleichnamigen a. Machtzentren. Die Dialekte zerfallen in Bezug auf ihr Kausativ-Präfix und das Pronomen (3. Pers. Sg. Mask.) in eine h- (nur Sabäisch) und in eine s- Gruppe. Weitere Unterschiede sind lexikalischer und morpholo…

Reichsaramäisch

(346 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] Als R. (Äg.-Aram., Standard-Literarisch-Aram.) wird die Verwaltungs- und Korrespondenzsprache ( lingua franca) des achäm. Reiches seit Kyros [2] II. (6.-3. Jh. v. Chr.) bezeichnet. Der Begriff steht nicht für einen homogenen aram. Dialekt, sondern für z. T. sehr divergierende dialektale Merkmale. Das R. war über ganz Vorderasien und Äg. verbreitet und wurde für die verschiedenartigsten Textgattungen gebraucht. In einer Kursive (Quadratschrift) begegnet das R. auf Papyri und Ostraka, die zum…

Ešmūn

(75 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] Alte phönik. Gottheit, wohl Heilgott (> šmn, “Öl”), von den Griechen als Asklepios u. auch als Apollon interpretiert. Ein wichtiges Heiligtum des im Mittelmeerraum weit verbreiteten Kults des E. lag bei Ṣidon ( Bustān aš-Šaiḫ. In Tyros wurde E. mit Melqart assoziiert. Müller-Kessler, Christa (Emskirchen) Bibliography 1 E. Lipiński, s.v. E., DCPP, 158-160 2 R. Stucky, Die Skulpturen aus dem E.-Heiligtum bei Sidon: griech., röm., kypr. und phönik. Statuen vom 6. Jh. v.- 3. Jh. n.Chr., 1993.

Aḥiqar

(175 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] Aram. Name des sagenumwobenen Siegelbewahrers der assyrischen Könige Sanherib und Asarhaddon (704-669 v. Chr.), erwähnt bei Apokryphon Tob 1,21 f. (2,10; 11,17; 14,10, Ἀχιάχαρος). Assyr. Quellen fehlen. Ein spätbabylon. Keilschrifttext (2. Jh. v. Chr.) nennt einen Aba-enlil-dari mit aram. Namen Ahuaqār [1. 215-218]. A. ist Titelfigur eines biographischen Romans auf reichsaram. Papyri (5. Jh. v. Chr.) aus Elephantine. Es folgen Weisheitssprüche des A. an seinen Adoptivsohn (Neffe…

Aḥiram

(53 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] König von Byblos (ca. 10. Jh. v. Chr.), phöniz. “mein Sohn ist erhaben”. Sein reliefverzierter, von seinem Sohn Ittobaal in Auftrag gegebener Sarkophag (Tributszenen), ist kunstgesch. bedeutend. Die Inschr. auf dem Deckel ist ein frühes Zeugnis des phöniz. Alphabets. Müller-Kessler, Christa (Emskirchen) Bibliography E. Lipiński, s. v. A., DCPP 11.

Nabatäisch

(181 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] Die aramäische Schriftsprache des arabisch sprechenden Stamms der Nabatäer (arab. Onomastikon). Sie gehört zur west-mittelaram. Sprachstufe und ist vom 2. Jh.v.Chr. bis 4. Jh.n.Chr. in Gedenk-, Grab-, Votiv- und Bauinschr., Graffiti und Mz.-Legenden sowie einer Beschwörung überl. Fundorte sind Gaza, Elusa, Mampsis, Nessana, Oboda, Petra, Transjordanien mit Amman und Gerasa, der Ḥaurān und Boṣra, die arab. Halbinsel (Ḥiǧāẓ) mit al-Ḥiǧr/Madāin Ṣāliḥ, Madīna, Taimā, vereinzelt ent…

Phönizisch

(194 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] ist die Sprache der Phönizier, welche mit ihrem späteren Ableger und Fortläufer, dem Punischen, eine Einheit innerhalb der kanaanäischen Sprachgruppe (Kanaanäisch) bildet. Sie zerfällt in einzelne Dialekte, die sich nur teilweise nach ihrer geogr. Verbreitung (Byblos, Zincirli, Zypern) gliedern lassen. Das 22 Zeichen umfassende Alphabet entwickelte sich aus dem protokanaanäischen. Es wurde zunächst in einer rein lapidaren Konsonantenschrift geschrieben, die in ihrem Duktus leicht…

Kanaanäisch

(86 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] Traditioneller Oberbegriff für eine Dialektgruppe des NW-Semitischen, in Syrien, Palästina und im Mittelmeerraum gesprochen und geschrieben (ca. 10. Jh.v.Chr. bis heute; mit proto-k. Vorläufern). K. umfaßt das Phönizische, das eng mit ihm verwandte Ammonitische, das Punische als späte Weiterentwicklung des Phöniz., Edomitisch als Zwischenglied zwischen Phöniz. und Hebräisch (dem am längsten und am besten überlieferten k. Dialekt) und das dem Hebr. nahe Moabitische. Noch umstritten ist die Existenz weiterer lokaler Dialekte. Müller-Kessler, Christa …

Moabitisch

(71 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] Sprache der Bewohner des Landes Moab südl. des Toten Meeres; steht dem Hebräischen am nächsten. Das M. ist durch eine 34zeilige Inschr. des Königs Meša von Moab (ca. 850 v.Chr.) aus der Nähe von Diban (KAI 181) und durch Siegelinschr. überliefert. Kanaanäisch; Semitische Sprachen Müller-Kessler, Christa (Emskirchen) Bibliography A. Dearman (Hrsg.), Studies in the Mesha Inscription and Moab, 1989  W.R. Garr, Dialect Geography of Syria-Palestine, 1000-586 B.C.E., 1985.

Quadratschrift

(165 words)

Author(s): Müller-Kessler, Christa (Emskirchen)
[English version] Als Q. ( ketāḇ merubbā) wird der Schriftduktus bezeichnet, in dem hebr. und aram. jüdische Schriften geschrieben sind. Die Q. entwickelte sich aus dem aram. Q.-Duktus (im babylonischen Talmud ketāḇ aššūrī, d. h. assyr. Duktus), den die Juden nach Aussage des babylon. Talmuds (Aboda Zara 10a) in der nachexilischen Zeit aus der babylon. Gefangenschaft mit nach Palaestina brachten, wohingegen aus der paläohebr. Schrift der samaritanische Duktus entstand. Die ersten Dokumente in Q. sind Fr. der biblischen Bücher…
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